Quo vadis, SA?

1’048 Antworten · 262k Aufrufe · gestartet 26. Sept. 2006 von Yoshikawa
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203 Beiträge · seit 200624. Juli 2008 ·
WoMa schrieb:
Man kann doch niemanden ein eigenes Business starten lassen der nur eine minderwertige Schulbildung genossen hat, oder?
O doch, man kann. Frag mal die Regierung hier in Namibia. 😉 Als Namibier kannst Du das sofort, als Deutscher mußt Du mindestens einen Universitätsabschluß nachweisen, damit Du einwandern und dasselbe machen darfst. Und dann natürlich noch Geld und sonstiges Know-how. Merkwürdigerweise scheint das bei Ausländern Voraussetzung zu sein, Namibier brauchen das alles nicht – jedenfalls nicht, wenn sie schwarz sind –, die können das alles von selbst.

So ist es nun einmal. Aber das ist nicht die Lösung, denn diese Geschäfte sind zum größten Teil zum Scheitern verurteilt, das ist Augenwischerei. Würde man Leute ins Land holen, die die Einheimischen ausbilden, wäre das viel besser, aber das wollen sie eben nicht. Die Regierung zumindest nicht. Viele der schwarzen Namibier würden das schon begrüßen.

Sicherlich kann man auch mit wenig Geld und geringem Bildungsstand aus der Armut herauskommen, aber nicht, wenn nichts in Ausbildung investiert wird. "Arm" heißt ja nicht "dumm", es heißt nur, man hatte keine Chance, ist in Katutura geboren, und das bestimmt das ganze Leben.

Da nützt es eben auch nichts, wenn man den weißen Namibiern die Stellen verweigert und sie ausschließlich Schwarzen gibt. So kommt man nicht weiter, auch wenn man das "Black Empowerment" nennt. Das nützt niemandem, weder schwarz noch weiß. Aber das müßten die Oberen erst einmal einsehen.

Deshalb läuft eben alles in Privatinitiative, und jetzt geht es vielleicht sogar ein wenig voran, nachdem der bisherige Botschafter Namibias aus Deutschland zurückkehrt und hier in Namibia Minister wird. Er will sich um die NGOs kümmern, will dafür sorgen, daß Spenden ins Land eingeführt werden können, ohne verzollt werden zum müssen (tolle Idee: Da spenden Leute in Europa für Leute in Namibia, die nichts haben, und dann sollen die Empfänger, die nichts haben, Zoll dafür bezahlen. Das ist afrikanische Logik) und auch, daß die Projekte alle erfaßt und koordiniert und hoffentlich auch von der Regierung unterstützt werden. Aber wir wissen noch nicht, was daraus wird. Er wird dafür bei seinen Regierungskollegen hier in Namibia vielleicht keine Unterstützung finden, denn die halten das ja für richtig, wie es jetzt ist.
zuletzt bearbeitet 24. Juli 2008
Gast24. Juli 2008 ·
Okaukuejo schrieb:

Als Namibier kannst Du das sofort, als Deutscher mußt Du mindestens einen Universitätsabschluß nachweisen, damit Du einwandern und dasselbe machen darfst. Und dann natürlich noch Geld und sonstiges Know-how. Merkwürdigerweise scheint das bei Ausländern Voraussetzung zu sein, Namibier brauchen das alles nicht – jedenfalls nicht, wenn sie schwarz sind –, die können das alles von selbst.

Ganz so stimmt das nicht: ein Uniabschluss ist keine zwingende Voraussetzung. Geld schon, natürlich, und ein einleuchtender Businessplan. Warum soll sich Namibia mit nicht solventen Ausländern belasten bei denen schon von vorneherein feststeht dass ihr Geschäft fehlschlägt? Ich finde es schon richtig dass sich die Regierung da absichert.
Ich weiß natürlich dass es möglich ist ein Business zu eröffnen ohne die schulischen Voraussetzungen dafür zu haben, und dass es Jobs gibt für die man nicht viel können muss. Dafür gibt es dann aber meist auch nicht genug Geld um über die Runden zu kommen. Um diese Geschäftsleute geht es mir aber nicht (trotzdem danke für dein Angebot, Volker. Ich habe von diesem Mann in Indien ?(korrigier mich wenn ich mich irre)gehört und finde sein Engagement bewundernswert, ist aber nicht Afrika). Namibia mag ein Entwicklungsland sein, aber das bräuchte es doch nicht zu bleiben. Der Bildungsstandard war aber früher höher wenn man den Einheimischen glauben kann. Jedes Jahr verlassen Tausende junger Namibier die Schule mit einem höheren Bildungsabschluss der diesen Namen aber nicht immer verdient. Manche studieren, manche können es sich nicht leisten und sie fangen irgendwo in einer Firma ganz unten an. Es gibt nur ganz wenige Ausbildungsbetriebe, normalerweise arbeitet man sich hoch und sammelt während der Arbeit Erfahrung. Das kann aber eine fundierte Ausbildung nicht ersetzen! Da beißt sich doch die Schlange in den Schwanz. Die Mitarbeiter sind nur angelernt und müssen ihrerseits dann die nachkommenden Leute anlernen - das kann nicht lange gut gehen! Und es wird nicht besser wenn sie ihrerseits Geschäfte gründen. Ich sehe leider kein Licht am Ende des Tunnels wenn es an Ausbildern/Lehrern fehlt - und ganz besonders auch an qualifizierten Erziehern für die ganz Kleinen, bei denen man den Weg bereiten könnte für eine differenzierte Sicht der Dinge. Ist alles nicht so einfach.
Ich kann mich übrigens nicht erinnern je etwas von Kafka gelesen zu haben (die Schule ist schon so lange her) und natürlich beherrsche ich Orthografie und die Grundrechenarten, aber es gibt doch noch soviel dazwischen was zu Bildung gehört. Ich hätte gern dass alle Namibier dazu Zugang haben um ihr Land nach vorne zu bringen.
zuletzt bearbeitet 24. Juli 2008
ThemenstarterGast30. Juli 2008 ·
Moin zusammen,

bevor ich zu den erwähnenswerten Links der letzten fünf Tage komme, möchte ich noch auf zwei Aspekte der zurückliegenden Auseinandersetzung eingehen. Dabei handelt es sich um die Bewertung der Relevanz eigener Beobachtungen und die Situationsbewertung durch persönlich bekannte Einheimische oder vor Ort Lebende.

Hinsichtlich eigener Beobachtungen sollte man sich immer darüber im Klaren sein, dass die Gültigkeit der daraus abgeleiteten Schlussfolgerung limitiert ist. Wenn man also z.B. heute feststellt, dass es in einer Township nicht nur Elendshütten sondern auch feste Häuser gibt, so ist das eine Feststellung eines momentanen Zustands, der ohne zusätzliche Informationen keine einigermaßen objektive Aussage über einen Entwicklungsprozess ermöglicht, weder in Richtung Vergangenheit, noch in Richtung Zukunft.

Erst dann, wenn man aufgrund einer eigenen Beobachtung in der Vergangenheit sagen kann, dass sich das Verhältnis zwischen Elendshütten und festen Häusern innerhalb eines Zeitraumes zu Gunsten letzterer verändert hat, gewinnt diese Aussage Bedeutung hinsichtlich einer Entwicklung, und man kann daraus auch eine Prognose für die Zukunft ableiten. Inwieweit man aus der beobachteten Veränderung der Lebensbedingungen einer einzigen Township auf größere Einheiten, bis hin zum gesamten Land, schließen darf, wird immer strittig bleiben; meine Einschätzung dazu ist bekannt.

Noch dünneres Eis betritt man meines Erachtens argumentativ, wenn man sich auf die Erfahrungen von Bekannten vor Ort beruft. Hier sind die Unwägbarkeiten schon auf der ersten Ebene groß, da man in der Regel nicht beurteilen kann, auf welche Art und Weise der Bekannte an die Information gekommen ist, welche eigenen Interessen der Bekannte mit der Weitergabe möglicherweise verfolgt und welche Gültigkeit die Information besitzt.

Meine Schlussfolgerung aus dieser theorielastigen Betrachtung ist, dass für die Prognose der Entwicklung eines Systems (Staat, Wirtschaft und Gesellschaft Südafrikas) eine Vielzahl von Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen vonnöten ist. Eigene Beobachtungen auf Reisen und die Einschätzung von Bekannten vor Ort reichen hierfür sicherlich nicht aus.

Auf der anderen Seite disqualifizieren geografische Entfernung oder die Abwesenheit lokaler Bekannter nicht die Schlussfolgerungen, die auf einer breiten Informationsbasis getroffen werden. Hier wieder einmal eine Analogie:
Wenn man hinter dem Parlament in Kapstadt direkt vor der Hauswand mit dem Gemälde über die erste allgemeine Wahl steht, erkennt man nur einen ganz geringen Ausschnitt. Hebt man den Kopf sieht man mehr, aber verzerrt. Erst aus einem gewissen Abstand kann man das ganze Bild perspektivisch korrekt betrachten.

Nur noch einmal zur Klarstellung: Ich halte mich selbstverständlich nicht für ausreichend informiert, jemandem Anleitungen für das tägliche Leben vor Ort geben zu wollen.

Nun zu den Links:
Exodus of SAA staff raises fears
South African Airways' woes are set to continue with calls being made for the airline's bosses to appear before parliament to substantiate a bail-out bill of between R3 and R5,4-billion.
SAA has asked that the taxpayer foot this bill. The airline will also have to explain a skills exodus, which includes loss of pilots.
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=vn20080723112100619C946401
'Corrupt SA cops could target 2010 tourists'
Some members of South Africa's poorly paid police force are vulnerable to corruption and could target tourists during the 2010 Soccer World Cup for bribes, the Institute for Security Studies (ISS) warned on Thursday.
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=nw20080724164317580C153449
Five years needed for land claims
About five more years are needed to conclude all land claim cases, acting Land Claims Commissioner chief Blessing Mphela said on Wednesday.
This was assuming that certain things such as traditional authority disputes had been resolved, Mphela told reporters in Pretoria.
While land restitution was supposed to have been concluded in 2008 there were still about 5 000 claims outstanding.
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=nw20080723153406173C113606
SA economy 'evaporating'
Johannesburg - The groundswell of confidence in the SA economy during the last five years had been wiped out, almost as if we were living in another country.
http://www.fin24.com/articles/default/display_article.aspx?Nav=ns&ArticleID=1518-25_2363737
'Zuma will lead us, even from prison'
South Africa will be led by Jacob Zuma - even if it is from prison, ANC Youth League President Julius Malema said on Wednesday.
Malema told delegates attending the 6th ANC provincial conference in the Free State that the country's prosecutors should save themselves "embarrassment" and drop charges against Zuma.
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=vn20080724063313361C605680

Gruß, Michael
2’612 Beiträge · seit 200730. Juli 2008 ·
Yoshikawa schrieb:
Moin zusammen,

bevor ich zu den erwähnenswerten Links der letzten fünf Tage komme, möchte ich noch auf zwei Aspekte der zurückliegenden Auseinandersetzung eingehen. Dabei handelt es sich um die Bewertung der Relevanz eigener Beobachtungen und die Situationsbewertung durch persönlich bekannte Einheimische oder vor Ort Lebende.

Hinsichtlich eigener Beobachtungen sollte man sich immer darüber im Klaren sein, dass die Gültigkeit der daraus abgeleiteten Schlussfolgerung limitiert ist. Wenn man also z.B. heute feststellt, dass es in einer Township nicht nur Elendshütten sondern auch feste Häuser gibt, so ist das eine Feststellung eines momentanen Zustands, der ohne zusätzliche Informationen keine einigermaßen objektive Aussage über einen Entwicklungsprozess ermöglicht, weder in Richtung Vergangenheit, noch in Richtung Zukunft.

Erst dann, wenn man aufgrund einer eigenen Beobachtung in der Vergangenheit sagen kann, dass sich das Verhältnis zwischen Elendshütten und festen Häusern innerhalb eines Zeitraumes zu Gunsten letzterer verändert hat, gewinnt diese Aussage Bedeutung hinsichtlich einer Entwicklung, und man kann daraus auch eine Prognose für die Zukunft ableiten. Inwieweit man aus der beobachteten Veränderung der Lebensbedingungen einer einzigen Township auf größere Einheiten, bis hin zum gesamten Land, schließen darf, wird immer strittig bleiben; meine Einschätzung dazu ist bekannt.

Noch dünneres Eis betritt man meines Erachtens argumentativ, wenn man sich auf die Erfahrungen von Bekannten vor Ort beruft. Hier sind die Unwägbarkeiten schon auf der ersten Ebene groß, da man in der Regel nicht beurteilen kann, auf welche Art und Weise der Bekannte an die Information gekommen ist, welche eigenen Interessen der Bekannte mit der Weitergabe möglicherweise verfolgt und welche Gültigkeit die Information besitzt.

Meine Schlussfolgerung aus dieser theorielastigen Betrachtung ist, dass für die Prognose der Entwicklung eines Systems (Staat, Wirtschaft und Gesellschaft Südafrikas) eine Vielzahl von Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen vonnöten ist. Eigene Beobachtungen auf Reisen und die Einschätzung von Bekannten vor Ort reichen hierfür sicherlich nicht aus.

Auf der anderen Seite disqualifizieren geografische Entfernung oder die Abwesenheit lokaler Bekannter nicht die Schlussfolgerungen, die auf einer breiten Informationsbasis getroffen werden. Hier wieder einmal eine Analogie:
Wenn man hinter dem Parlament in Kapstadt direkt vor der Hauswand mit dem Gemälde über die erste allgemeine Wahl steht, erkennt man nur einen ganz geringen Ausschnitt. Hebt man den Kopf sieht man mehr, aber verzerrt. Erst aus einem gewissen Abstand kann man das ganze Bild perspektivisch korrekt betrachten.

Nur noch einmal zur Klarstellung: Ich halte mich selbstverständlich nicht für ausreichend informiert, jemandem Anleitungen für das tägliche Leben vor Ort geben zu wollen.
Keine Sorge, Yoshi - ich will hier nicht gleich wieder krakeelen, nur ein paar eigene Anmerkungen machen.

Ich informiere mich selbstverständlich auch über Medien und verlasse mich nicht auf Aussagen von Bekannten. Sie helfen aber bei der Relativierung von öffentlich zugänglichen Informationen - für mich schon eine gewisse nicht unwesentliche Hilfe.

Und um auf Dein Bild zu kommen: klar hilft der Abstand zum Bild, aber da gibt es den mit der dunklen Sonnenbrille, der es duster sieht und den mit der rosaroten Brille, der es etwas heller sieht - auf den Filter kommt es an. Und ich möchte mir nicht direkt die eine oder andere Brille aufsetzen lassen. Ähnlichkeiten mit hier beteiligten Personen nicht ausgeschlossen 😉

Ansonsten verabschiede ich mich aus diesem Thread, der hilft mir so wenig beim Brunnenbau 😉

Volker
Bye bye Forum
zuletzt bearbeitet 30. Juli 2008
2’612 Beiträge · seit 200730. Juli 2008 ·
gelöscht, da doppelt
Bye bye Forum
zuletzt bearbeitet 30. Juli 2008
3’766 Beiträge · seit 200630. Juli 2008 ·
😄 😄 😄 😄 😄

Hi Africans,

um beim Bild zu bleiben,

zu viel Abstand lässt das Bild aus der Ferne nicht mehr erkennen, nicht mal mit Fernglas, und noch ein Schritt zurück ist man dem Universum näher als der realen Welt 😎

Griessli VA
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
zuletzt bearbeitet 30. Juli 2008
2’612 Beiträge · seit 200730. Juli 2008 ·
Virus Africanum schrieb:
😄 😄 😄 😄 😄

Hi Africans,

um beim Bild zu bleiben,

zu viel Abstand lässt das Bild aus der Ferne nicht mehr erkennen, nicht mal mit Fernglas, und noch ein Schritt zurück ist man dem Universum näher als der realen Welt 😎

Griessli VA
Klar, dass Ihr Schweizer dem Himmel näher als der Erde seid 🤩 🤩 🤩 🤩 🤩
Bye bye Forum
3’766 Beiträge · seit 200630. Juli 2008 ·
Volker schrieb:
Virus Africanum schrieb:
😄 😄 😄 😄 😄

Hi Africans,

um beim Bild zu bleiben,

zu viel Abstand lässt das Bild aus der Ferne nicht mehr erkennen, nicht mal mit Fernglas, und noch ein Schritt zurück ist man dem Universum näher als der realen Welt 😎

Griessli VA
Klar, dass Ihr Schweizer dem Himmel näher als der Erde seid 🤩 🤩 🤩 🤩 🤩
Der ist gut Volker 😄
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
2’612 Beiträge · seit 200730. Juli 2008 ·
VA,

willste noch einen? Hab aber keinen mehr, auch mein Output ist begrenzt - Gott sei Dank, werden einige FoMis denken 😉
Bye bye Forum
203 Beiträge · seit 200630. Juli 2008 ·
Zum Thema "Brunnenbau" mal ein Artikel aus der heutigen AZ:
http://www.az.com.na/politik/entwicklungshilfe-trotz-aller-erfolge-wird-das-leben-nicht-besser.70705.php
Manchmal ist es vielleicht besser, nicht so viele Brunnen zu bauen, sondern erst einmal zu evaluieren, was den Leuten wirklich zugute kommt, schließe ich aus diesem Artikel. Falsch verstandene Entwicklungshilfe bringt auch nichts. Ich hoffe, der Brunnenbau, an dem Du teilnehmen willst, ist kein "Projekt", Volker, wie sie hier in dem Artikel beschrieben werden. 🙂 Ich will damit nichts gegen Brunnenbau sagen, nur daß die meiste Entwicklungshilfe eben den Leuten gar nichts nützt, aus den im Artikel genannten Gründen, das muß für Deinen Brunnen aber nicht zutreffen.

Was den Exodus aus SA betrifft: Logischerweise gehen zuerst die gut qualifizierten Leute, das ist ja in Deutschland genauso. Und auch Deutschland unternimmt nichts gegen diesen "brain drain". Was sagt uns das nun?

Gruß
Oka
zuletzt bearbeitet 30. Juli 2008
2’612 Beiträge · seit 200730. Juli 2008 ·
Hallo Oka,

sehr guter Artikel, der viele Missstände offenlegt. Sollen wir das nicht im anderen Thread weiterdiskutieren?

Zusätzlicher Vorschlag: wir können uns am 29.8. beim Windhoek-Treffen darüber gerne unterhalten, ich habe eine sehr differenzierte Meinung zur "Entwicklungshilfe".

Hier schon mal eine kurze Tendenzaussage von mir zu dem Thema: je kleiner die Organisation, desto gezielter kann geholfen werden. Ich arbeite selbst in einem Großunternehmen und weiss, was es bedeutet, viele Leute unter einen Hut zu bringen. Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass wir uns viel zu wenig um den "Hilfsbedürftigen" (Kunden) kümmern. Bestimmte Projekte beispielsweise in Infrastruktur und Gesundheit bedürfen allerdings einer nicht unerheblichen Geldsumme, allein daran scheitert der Einsatz kleiner schlagkräftiger Organisationsformen.

"Zwischenfazit": es ist in meinen Augen nicht zu wenig Geld da, es wird manchmal nur falsch verteilt. Was unser "Projekt" anbetrifft: ein nicht unwesentlicher Punkt dürfte sein, das passende Umfeld zu finden. Es sollte mit dem Einrichten der Wasserversorgung allein nicht getan sein, weiter dazu gehören Wartung der Anlage (inkl. ggf. Schulung von Einheimischen vor Ort), Generierung von Einkommem z.B. durch kleine Landwirtschaft oder FoMi-Tourismus 😉

Vielleicht haben wir auch den Vorteil, dass wir mit mehr Herz und Enthusiasmus an die Sache herangehen und so etwas nicht schon zur Routine geworden ist. Und - wesentliche Wissenslücken dürften sich schließen lassen, wenn wir genügend Leute verschiedener Ausrichtungen zusammen bekommen.

Wir sehen uns hoffentlich in Windhoek. Würde mich freuen 🙂

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
zuletzt bearbeitet 30. Juli 2008
ThemenstarterGast31. Juli 2008 ·
Moin zusammen,

Pik Botha on land ownership and the Expropriation Bill
Land Reform is necessary in the interest of all of us. If however, it were not to be stripped of its racially-driven aims and the historical facts regarding ownership were to be denied, it would serve to the detriment of food production and employment. White farmers are not opposed to this country having more black farmers, but then it must be ensured that they have the necessary skills and capital - and that their farms will not be sold or let out within a year or three - often to white farmers - or that all production will come to an end and the farm will be turned into a squatter camp.
http://www.politicsweb.co.za/politicsweb/view/politicsweb/en/page71654?oid=95269&sn=Detail
SACP calls for radical land expropriation…
Here in South Africa , this crisis has been worsened by ill-advised, and imposed, economic and social policies based on neo-liberal, GEAR-related policies adopted in the mid-1990s. It is a set of policies adopted by our government, against the advice of the Alliance and other progressive forces at the time, that have elevated the profit-driven interests of the capitalist class over the interests of the overwhelming majority of our people.
…
http://www.politicsweb.co.za/politicsweb/view/politicsweb/en/page71654?oid=95204&sn=Detail
TAU opposed to land claims extension
Mr Paul van der Walt, President of TAU SA, says farmers have been living in uncertainty for the past 9 years. Many farmers still are not even aware of any claims on their land. This process had to be finished three years ago, and even with the extension that had been granted, the Department of Land Affairs could not complete the process.
http://www.politicsweb.co.za/politicsweb/view/politicsweb/en/page71654?oid=95453&sn=Detail
http://www.politicsweb.co.za/politicsweb/view/politicsweb/en/page71627?oid=94768&sn=Detail
ANC to back Zuma over corruption
South Africa's ruling African National Congress (ANC) has said it will back its leader Jacob Zuma in his attempts to get corruption charges dropped.
http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/7532543.stm
'In reality' I face no criminal charges: Zuma
ANC President Jacob Zuma says that "in reality" he is facing no criminal charges and he is only going to court next week "out of respect for the legal process".
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=vn20080729061338825C214216

In der Vergangenheit hat Zuma sich seinen opulenten Lebensstil von Kriminellen bezahlen lassen. Für die Zukunft hat er nun natürlich ausgesorgt, denn die Möglichkeiten an der Spitze eines Staates sind natürlich noch viel größer. Und er wird seinen Verbündeten in der Kommunistischen Partei, der COSATU und, nicht zu vergessen, im linken Flügel des ANC das geben, was sie haben wollen! Es wird immer wieder einmal taktische Rückzüge geben, wie zurzeit die Aussetzung der weiteren parlamentarischen Behandlung des Enteignungsgesetzes, aber ich sehe zurzeit keine wahrscheinliche Entwicklung, dass am Ende die Geschichte nicht so ausgeht, wie Zimbabwe es vorgemacht hat. Die beiden nächsten Links könnten auch im Zimbabwe des Jahres 2000 spielen.
News media under threat?
South African media faces the threat of political censorship if new information laws are passed through parliament unchanged, media firms argued at public hearings on Tuesday.
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=nw20080729182704333C243745
Bar: attacks on judges threaten rule of law
Attacks on judges threaten the foundation of the rule of law, the General Council of the Bar of South Africa said on Tuesday.
"Over time such attacks will erode confidence in the courts and in the judicial system," said council chairperson Patric Mtshaulana.
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=nw20080729162503138C236650
Are we going down the Zim route?
Bill currently in parliament could lead South Africa down the same road as Zimbabwe.
Opposition parties and non-governmental organisations joined hands to oppose the controversial bill at the first of two meetings of the adhoc Committee for the Protection of Property Rights in Centurion on Monday.
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=vn20080729140558553C623812

Gruß, Michael
zuletzt bearbeitet 31. Juli 2008
ThemenstarterGast04. Aug. 2008 ·
Moin zusammen.

So langsam bringe ich Verständnis dafür auf, dass Zuma sich als politisches Bauernopfer fühlt. Aber, unterstellt, die Anschuldigungen seien korrekt, zeigt sich hier das Staatsverständnis des ANC: L`état c`est moi!
Mbeki took R30m and gave some to Zuma
A German shipbuilding giant paid President Thabo Mbeki R30m to guarantee it won the submarine contract in South Africa’s multibillion-rand arms deal. Mbeki gave R2m of this to Jacob Zuma and the rest to the ANC
.
http://www.thetimes.co.za/PrintEdition/Article.aspx?id=814285

In der Rückschau aus kommenden Jahren könnten sich diese möglichen Ereignisse als der Anfang vom Ende des südafrikanischen Demokratieprojekts erweisen. Hier zeigt sich eine Macht habende Partei als in keiner Weise gewillt, irgendwelche einschränkenden Maßnahmen durch die Dritte Gewalt hinzunehmen. In Zimbabwe wurden nach den ersten illegalen Beschlagnahmen kommerzieller Farmen die letzten aufrechten Richter mit Todesdrohungen aus dem Amt gemobbt. Lassen wir uns also überraschen, was in Südafrika passiert.
Why Zuma will walk
ANC President Jacob Zuma will not go on trial for corruption.
Monday's long-awaited court appearance in Pietermaritzburg will be the official start of a concerted and unprecedented three-pronged strategy to ensure he never sits in the dock again.
• He will utilise every legal avenue to delay the trial;
• The ANC will consider amending the constitution to prevent a sitting president (as Zuma will be next year) from being prosecuted; and
• The ANC will consider a blanket amnesty for all involved in the controversial arms deal.
The comprehensive legal, political and social strategy is such that the effect of Zuma's bruising defeat in the constitutional court this week could be neutralised.
http://www.int.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=13&art_id=vn20080802091946452C300100

Gruß, Michael
2’612 Beiträge · seit 200704. Aug. 2008 ·
Hallo Yoshi,

immerhin steht der gute Zuma seit heute vor Gericht - und das unter internationaler Beobachtung. So leicht wird hoffentlich kein Kuhdeal möglich sein.

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
ThemenstarterGast07. Aug. 2008 ·
Moin zusammen.
Over 6500 People paid R150 a head to attend this New Zealand expo, so I am guessing theirs was more than just a Passing Interest …
The Vast Majority of those attending had already begun their Visa Application Process.
This number was just for the NZ expo, the Australian and Canadian and UK Expo’s to follow in Jhb. Guess what would happen if they were held in Cape Town , PE and Durban as well. Extrapolate this scene to other centers in South Africa and It looks like perhaps the penny is finally dropping.
Gruß, Michael
ThemenstarterGast07. Aug. 2008 ·
Moin zusammen.
Political rhetoric or real warning?
No Zuma, no country. That's a chilling warning issued on Sunday to the rest of the country by the Umkhonto we Sizwe Military Veterans' Association (MKMVA).
The threat came on the eve of Zuma's appearance in the Pietermaritzburg high court on Monday, where his legal team is to ask for their client's prosecution on fraud, corruption, money-laundering and tax-evasion charges to be dropped.
The MKMVA made it clear that a legal defeat for ANC president Jacob Zuma "will not be tolerated".
http://www.capetimes.co.za/?fSectionId=3531&fArticleId=vn20080804053354957C490347#

Gruß, Michael
ThemenstarterGast18. Aug. 2008 ·
Moin zusammen.

Heute möchte ich Euren Blick wieder einmal auf die Kriminalität und das völlig zusammen gebrochene Polizei- und Justizsystem der Republik Südafrika lenken. Die folgenden Aussagen stammen vom stellvertretenden Justizminister:
Govt admits: Crime is winning…
A huge percentage of the two million crimes reported annually were never solved.
…
Half of the two million crime scenes were never visited, due to too few experts able to collect evidence.
…
Police have only 1033 forensic experts to analyse evidence in laboratories.
There are only 54 forensic experts to analyse blood samples in drunken driving cases. The backlog is "grotesque".
…
In courts, the situation is just as bad.
- More than 700 000 cases are annually thrown out or withdrawn.
- Only six cases per month on average are concluded in every court in the country.
http://www.news24.com/News24/South_Africa/News/0,,2-7-1442_2373130,00.html

Und wieder de Lange:
Our 'dysfunctional' justice system
…
"As I sit here today, it is impossible to say what happened to (the cases) of the 18 000 murders that happened five years ago."
…
http://www.int.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=3045&art_id=vn20080814062627648C195464
Der Kriminalitätsgrad und ein funktionierendes Justizsystem sind auch gewichtigte Faktoren bei Investitionsentscheidungen. Welches waren die letzten nennenswerten Neuinvestitionen, die dauerhaft zusätzliche Arbeitsplätze geschaaffen haben?

„Wir sind wütend, lasst uns etwas zerstören!“ Eine Gesellschaft auf dem Weg zum Besseren!
Commuters torch R20m in buses
Thousands of bus passengers north-east of Pretoria could be stranded this week after 21 Putco buses were set on fire by angry commuters protesting against poor service following the suspension of 17 ticket sellers about two weeks ago.
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=vn20080812055042589C957446

Gruß, Michael
ThemenstarterGast28. Aug. 2008 ·
Moin zusammen.

Affirmative Action in action!
Municipality literacy shock
One in three municipal councillors cannot read or write, and more lack basic competencies to run local government finances.
http://www.int.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=3045&art_id=vn20080827060000370C991228
Power crisis: lack of skills another factor
The electricity industry has been hit by a "chronic" shortage of engineers, the SA Institute of Electrical Engineers said in Johannesburg on Tuesday.
…
Furthermore, McKechnie said, traditional artisan training had collapsed and the Setas were not making a sufficient contribution. Levels of artisan training had dropped from around 30 000 registered artisan apprentices in 1975 to an estimated 3 000 in 2006 - a drop of ten times.
…
In the 2007 matric results, only 25 415 students passed higher grade mathematics and 28 122 passed higher grade science.
"Of this number, only 8 000 got a C aggregate or higher in higher grade maths - and this was the typical entry level for a university engineering degree, McKechnie said.
…
http://www.int.iol.co.za/index.php?art_id=nw20080826150406738C505416

Gruß, Michael
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