Dieselqualität (schlechter Diesel)

10 Antworten · 5'217 Aufrufe · gestartet 13. Feb. 2012 von namib
Antworten
Themenstarter304 Beiträge · seit 200713. Feb. 2012 · #1
sasowewi schrieb im Beitrag:
"Trax von KEA oder Britz":
Zitat:"Fahrzeug hat sich angeblich nach dem Genuss von schlechtem Diesel zerlegt."
Meine Frage diesbezüglich:
Wurde die schlechte Qualität"nur" in Südafrka, oder auch schon in Namibia festgestellt?
Wie und was wurde da "gepanscht"?
Habe schon gehört, dass dem Diesel verschiedentlich Wasser beigemischt wurde..
Wie kann man sich gegen "schlechte" Dieselqualität schützen.
Man sollte doch meinen, dass es an den Zapfsäulen eigentlich keine Probleme geben dürfte!!??
Erfahrungen diesbezüglich würden mich und ich denke auch, andere Forumsmitglieder, interesieren.
Gruß
Gerhard
<a href='http://www.quick-ticker.de/ticker/04/b16d058a0b1fd40a88be26d2f4f161f9.png' border='0' target='_blank'></img>Mein Ticker</a>
2'779 Beiträge · seit 200713. Feb. 2012 · #2
Hallo Namib
Die Dieselqualität ausserhalb Europas ist generell niedriger, euronorm 4 und 5 sind längst nicht überall zu haben. Der Schwefelgehalt im Treibstoff ist ausschlaggebend, die Werte weiss ich nicht auswenig und kommen auch auf den Motor an, um die 0,5 - 1 ppm. Je moderner die Elektronik der Einspritzung umso anfälliger. Du kannst über dieses Thema sehr viel nachlesen im 4x4community.co.za Forum, die Besitzer div. Dieselfahrzeuge besprechen hier die Problematik.

Das andere Problem tritt auf wenn es Dieselmangel hat und die Einheimischen den Treibstoff auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Wasser zum Verdünnen wird leider ab und zu vorkommen und darum muss man diesbezüglich aufpassen beim einfüllen: vorsichtig und langsam damit das schwerere Wasser unten im Kanister bleibt, auch wenn man einen ganzen Kanister bezahlt hat lässt man am Besten ca 5-10 cm unten drin. MAn sollte beim einfúllen auch filtern, und wenns nur durch einen Damenstrumpf ist!

gruss leona
Gruss Leona
33,1k Beiträge · seit 200613. Feb. 2012 · #3
Hallo Gerhard,

Südafrika hat Anfang vergangene Jahres als einziges Land südlich der Sahara das sehr viel "sauberer" 50ppm eingeführt... dieses ist fast ausschließlich nur bei Sasol-Tankestellen erhältlich. Alle anderen fahren noch mit dem dreckigen 500ppm. Beides kann in Fahrzeugen genutzt werden.

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
197 Beiträge · seit 201013. Feb. 2012 · #4
hm hm,
"fast ausschliesslich nur bei sasol ....???"

guckst du hier

http://www.google.co.za/search?q=engen+50+ppm&hl=en&source=hp&gbv=2&gs_sm=3&gs_upl=2028l5237l0l5697l11l10l0l3l3l0l654l654l5-1l1l0&oq=engen+50+ppm&aq=f&aqi=&aql=

schwefel (sulphur) SHELL schreibt dazu:"sulphur has a lubricating quality which protects injectors,so removing all the sulphur in the fuel is detrimental.it really only becomes a problem when fuel-sulphur levels drop below 10ppm.at typical levels of 15-50ppm the fuel has the advantage of reducing combustion acids while still providing adequate lubrication for the injectors."

ich habe gelegentlich mit dreck im diesel zu "kaempfen".

dieser verstopft die dieselfilter und hemmt somit den dieselfluss zur einspritzung.
erneuern der filtern und gut "nageln" ist wieder angesagt.

david
zuletzt bearbeitet 13. Feb. 2012
3'080 Beiträge · seit 200913. Feb. 2012 · #5
Hallo Gerhard,

ich kann ergänzend noch dazu beitragen das es z.B. im Januar letzten Jahres im KTP Probleme mit dem Diesel gab. Da ist mindestens ein Fahrzeug liegengeblieben nachdem in Nossob getankt wurde. Dummerweise ist der Abschleppwagen auf dem Weg nach Upington auch liegengeblieben, so ziemlich in der Mitte zwischen Nossob-Tal und Auob-Tal auf der Verbindungsstrasse, das lag aber am Kühler und nicht am Sprit.

Als wir in Nossob getankt haben wurden wir vorher gefragt wieviel wir noch im Tank haben und bekamen dann nicht die Menge die wir eigentlich haben wollten, man war sich der Problematik bewusst das der Sprit nicht ok sei. Wir hatten zum Glück noch Reservekanister und kamen damit zurecht.

Ob es an der Qualität des Diesels oder am Füllstand des Speichers in Nossob lag (wer den Einfüllstutzen dort kennt weiss was ich meine) kann ich aber nicht sagen.

Mein Problem vom September war allerdings kein Spritproblem denn das zweite Fahrzeug lief ja, das muss irgendwas anderes gewesen sein.

LG sasowewi
2'779 Beiträge · seit 200713. Feb. 2012 · #6
Man kann auch als Nicht-Experte diverse böse Überraschungen vermeiden indem man folgende Punkte beachtet:

Die Tankstelle sollte sauber sein, wenn immer möglich solche vermeiden die keinen geteerten Boden bei den Tanksäulen und um die Bodendeckeln ihrer unterirdischen Tanks haben. Vermutlich sind diese Tanks besser und dichter bei einer modernen und sauberen Tankstelle. Es sollte zudem eine Tankstelle einer bekannten Firma sein, wie zB Sasol, Engen, Shell, Texaco, etc. somit ist die Herkunft bekannt.

Man sollte wenn immer sich die Möglichkeit anbietet bei einer guten Tankstelle voll tanken, auch wenn noch 2/3 voll ist, so verringert man den Prozentsatz an schlechtem Diesel falls man mal verdächtigen Treibstoff tanken muss.

Fürs einfüllen sollte der Fahrer selber den Tankdeckel abschrauben und in der Hand behalten, sonst wird er ev. verkehrt herum auf eine sandige oder dreckige Oberfláche gelegt, man will ja nicht nur vom Schwefelgehalt her sauberen Treibstoff sondern auch fremde Partikel wie Sand und Staub vermeiden.

gute pad!
Gruss Leona
3'080 Beiträge · seit 200913. Feb. 2012 · #7
@ La Leona,

damit scheiden dann die Tankmöglichkeiten in Nossob und Mata Mata aus 😉

In unserem Fall haben wir nicht im Busch aus einem verrosteten Fass getankt sondern teure Markenware benutzt, du siehst auch bei den vermeindlich "guten" Marken nicht was du in den Tank bekommst.

Der Tipp mit dem selbst abschrauben ist eigentlich nicht schlecht aber hast du das mal an einer der großen Tankstellen selbst versucht? Klappt zumindest in Südafrika nicht unbedingt, bis du ausgestiegen bist und das Auto sicher verschlossen hast hat der Tankwart schon den halben Tank voll.

Ich passe mich da lieber den Einheimischen an und bleibe im Auto sitzen...

Bitte nicht übel nehmen aber die Tipps sind nicht alle umsetzbar so gut wie der Rat auch gemeint ist.

LG Sasowewi
2'779 Beiträge · seit 200714. Feb. 2012 · #8
SASOWEWI schrieb:

hallo Sasowewi, in Opuwo, Outjo, Rundu, Keetmanshoop oder Lüderitz um ein paar Stationen zu nennen, wirst du bestimmt genügend Zeit zum aussteigen, Deckel abschrauben und Tankwart beobachten haben !! Und erst ab Sesfontien und Palmwag wirds echt langsaaaam.

Auch ich hoffe du nimmst mir das nicht übel! Mein Ratschlag galt selbstverständlich den weniger urbanen Zonen.

Gruss leona
Gruss Leona
3'080 Beiträge · seit 200914. Feb. 2012 · #9
😄 😄 ok, gewonnen, das sind die Orte an denen ich glücklicherweise immer genug im Tank hatte und nicht tanken musste....

Also fassen wir zusammen: "Auf dem Land" aussteigen und beobachten, in der Stadt lieber sitzenbleiben.

LG sasowewi
143 Beiträge · seit 200914. Feb. 2012 · #11
Hallo zusammen,
die Dieselproblematik scheint in der Tat älter zu sein und mit verunreinigten Treibstoffen hatten wir auch schon öfters in der Vergangenheit zu tun.
Unsere Lösung ist zwar auch nicht toll, hilft aber dennoch ganz gut: wir tanken oder lassen in eigene ( mal neu gekaufte) Dieselkanister (20 Liter) tanken, d.h. das dauert auch mal für den Tankwart etwas länger.
Bei "trüben" Qualitäten oder Resten" filtern wir den Diesel dann über einen Trichter mit Sieb (Baumwolltuch ist noch besser) in den nächsten Kanister. Da sieht man im Baumwolltuch/T-Shirt schon mal den Dreck (der dann nicht im Tank landet). Das feuchte Baumwolltuch tun wir dann in "Gurkenglas mit Schraubdeckel - keine Geruchsbelästigung mehr - und lassen es später trocknen).
Gehen wir von "besserem" Treibstoff aus, nutzen wir gleich den Wasserscheidetrichter und füllen über diesen dann in einen sauberen Kanister und von dort in den Tank. Der Wasserscheidetrichter scheidet das Wasser aus dem Diesel ab, so dass das Wasser als "Tropfen im Trichter stehenbleibt und dann abgenommen werden kann (aufgesaugt mit einem Tuch).
Nachteil: man braucht schon einen Wasserscheidetrichter, ferner mehr(ere) zusätzliche Kanister (wir haben 2 mehr) und Zeit - und Lust dazu und auch den Stauraum dafür.
Vorteil: wir sehen immer tatsächlich auch, was wir tanken und sparen so den einen oder anderen Zwischenstop für Filterwechsel, Tankreinigung und co.
Sicherlich gibt es auch noch bessere Methoden. Da lerne wir gerne dazu.
Und bei Wasser im Tank hilft neben dem Abpumpen auch die Gabe von etwas Spiritus (wir geben 30 ml auf 60 Liter Diesel dann) und haben damit auch gute Erfahrungen gemacht.
Wem das zu umständlich ist, kann auch aus einem gebrauchten -6Zyl.VW-Motor (wir hatten den zur Hand)den Halter für den Kraftstoffilter entnehmen und bei sich einbauen. Die Filter aus dem alten LT (andere sicherlich auch) haben ja unten die Wasserablaßschraube am Filter.
Wir meinen, dass es immer besser ist, wenn erst gar kein Wasser im Tank ist, dafür haben wir einen Wassertank:)
Als Vorfilter nutzen wir einen zerlegbaren/aufschraubbaren Dieselfilter (Zubehör z.B. aus dem Motorradbereich, früher Woick und co), der sich dann in Petroleum auch reinigen lässt.
Un die VW-Freaks (Diesel) wissen auch, dass der zusätzliche Vorfilter im Tank (Stahlsieb; z.B. Golf I und II) der gleiche wie aus dem Heizungsbereich ist; um feiner dort zu filtern, gibt es noch Wollüberzüge, oder man baut den Filter im Tank aus (je nach Lust und Laune)und filtert den Kraftstoff erst vor dem Motor mit Vor- und Hauptfilter.

Und zu guter Letzt sei noch angemerkt, dass die Unimog (z.B. Typen 411, 406) teilweise eine Doppelfilteranlage plus Vorfilter haben, die sich allesamt auch gut auswaschen lassen. Dafür gibt es auch verschiedene Filtereinsätze.

Und die guten 20 Liter Blechkanister kann man auch einmal (nachdem sie ausgedampft sind, ggf. über Nacht offen stehen lassen) auf abgeplatzte Lackreste etc. untersuchen. eine kleine Taschenlampe ist hilfreich.

Vielleicht hat jemand bessere Tip(p)s, dami es wieder "störungsfrei" dieselt?

Mit einem Gruß an die Diesel-Fraktion - und alle, die es werden wollen!