NInikolaThemenstarter5 Beiträge · seit 200605. Aug. 2006 · #1Hallo,
ich bin neu hier im Forum und hab gedacht es ist ein guter Ort, um hoffentlich ein paar Fragen zu klären...
Mein Freund und ich werden am 7.September eine halbjährige Reise antreten. Wir landen in Windhoek und fliegen auch wieder von Windhoek zurück. Unser haupt. Reiseland wird sicherlich auch Namibia sein, aber wir fassen auch Botswana, Südafrika, Mozambique, Zambia ins Auge.
Jedenfalls sind wir gerade dabei, uns vorzubereiten und stoßen immer wieder auf die 'Autofrage'... (und ziehen uns dabei schon Verknotungen im Gehirn zu)
Ein Auto zu mieten ist in jedem Fall zu teuer für die lange Reise, und vom 4x4- gedanken haben wir uns mittlerweile auch schon entfernt. Am liebsten möchten wir ein Auto kaufen und es danach wieder verkaufen.
Hat da jemand erfahrung, ob man in Windhoek gut zu einem brauchbaren auto kommt, und es auch wieder los wird, wenn man es verkaufen will??
Wir haben uns schon stunden im Internet herumgeschlagen und finden keinen Automarkt (immer nur Südafrika, in Namibia scheint es sowas fast nicht zu geben...)
Weiß jemand da etwas gutes? oder im besten Falle gar eine Privatperson, die ihr Auto verkaufen oder für ein halbes Jahr vermieten will. Oder einen Autohändler?
Wir denken, wir werden dann warscheinlich vor allem vor Ort sehen müssen.Die frage ist aber, wie sind unsere Aussichten?
Ansonsten noch eine weitere Frage (sollte das mit dem auto alles nichts werden):
Weiß jemand was zum Backpacking in Namibia? Kann man das gut machen? mit Hitchhiking und so? Kommt man gut herum? Hat einer von euch das mal gemacht? wie ist das diesbezüglich mit Kriminalität?
Ich bin kein Neuling im südlichen Afrika. Habe 7 Jahre in Kapstadt gelebt und bin damals viel mit meinen Eltern Campingmäßig unterwegs gewesen, auch öfters in Namibia. Trotzdem hätte ich gerne ne Meinung.
So jetzt hab ich ganzschön viel geschrieben, ich hoffe sehr, dass uns jemand von euch ein klein bißchen weiterhelfen kann!
Freuen uns auf Antworten!
Nikola und Martin
Naukluft1'910 Beiträge · seit 200605. Aug. 2006 · #2Hallo Ihr beiden,
ein gut gebrauchtes kaufen wird wohl das beste sein.
Schaut mal in der Suchfunktion, es wurde schon einiges darüber gepostet.
Einige aus unserem Forum sind da "unten" wohnhaft, die werden Euch bestimmt weiterhelfen können.
allerbester Gruss, Klaus
Gruss, der K l a u s
Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ......
Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
KOkonno1'457 Beiträge · seit 200605. Aug. 2006 · #3zum hitchen: Es ist generell möglich, ich hatte keinen Führerschein und habe mich deshalb ohne Auto fortbewegt. Vor Allem wenn ihr so viel Zeit habt, könnt ihr es ja mal versuchen - in Namibia wird man zwar oft mitgenommen (von Touris nicht so oft) aber manchmal kommt eben kein Auto (außer Mietwagen). Ich habe in Grünau 24 Stunden gewartet, um zum Fishriver zu kommen. Allerdings wusste ich, dass der Arbeiterwagen des Camps, der Morgens an mir vorbeigefahren ist auch wieder zurück kommt und mich dann, falls ich noch dort sitzen würde, mitehmen wird.
Falls es nicht mit dem trampen klappt, dann könnt ihr immer noch die Chicken Busses nehmen. Die fahren an so gut wie jeden Ort in Namibia. Es kommt natürlich drauf an, was ihr sehen wollt !
Lüderitz, Fish RIver (ich bin damals auch durchgewandert und bin dann mit den zwei Tschechen, die mich begleitet haben, weitergefahren - man trifft immer Leute), Keetmannshoop, Swakop, die four O Region, Gobabis und der Caprivi sind über Busse gut zu erreichen - auch durch trampen. An den Waterberg kommt man auch, zur Not muss man auch mal ne Weile laufen, aber es gibt auch dort einige nette Touris. Ich habe es auch von Otji nach Kamanjab (von dort aus ne "himba-tour" gemacht) und nach Khorixas geschafft (von dort aus mit zwei Jungen Touris nach Twyfelfontein etc. ) es geht also schon irgendwie.
Perfekt sind auch die Züge, die in Nam nur nachts fahren und spottbillig sind. Man spart eine Übernachtung und ist am nächsten Tag für wenig Geld ein paar hunder Kilometer weiter.
Wenn ihr jetzt aber 2 Monate von den 6 auf Safarifahrt gehen wollt, Namibias wilde Natur im Kaudoum, im Kaokoveld oder um Gobabis erleben wollt, dann seit ihr ohne Auto ziemlich aufgeschmissen. Wenn ihr das aber ausgleichen wollt, mit vielen netten Begegnungen, Erlebnissen etc., dann bietet sich trampen an. Man kann auch wunderschöne Walkingsafaris machen, im Fish River, Naukluft, Dan Viljoen, auf dem Waterberg, im Okavango Delta (ja auch da kommt man von den Vic Falls ohne Auto hin). Oder Kanutouren auf dem Oranje und und und . . .
Ein Auto ist einfacher, wenn ihr es wieder losbekommt sowieso, aber wenn nicht ? oder wenn ihr Verluste macht ? (so wie ich und ein Freund, wir wollten damit rumreisen, es war kaputt und wir haben jeder ein paar hundert Euro verloren - ich hätte es nicht gebraucht)
Mitgenommen wird an von Weißen, weil man weiß ist und von Schwarzen, weil man weiß ist - ist eben doch ungewöhnlich so jmd. am Strassenrand zu sehen. Oft fährt man auf der Ladefläche hinten mit (auch bei LKWs hab ich das schon gemacht) das verschiebt die Sicherheitsfrage . . .
LKWfahrer nehmen ebenfalls gerne Leute mit, sind aber langsam.
Ich habe mir 2 Nächte in der Mushara Lodge gegönnt (aus persönlichen Gründen) und dort 3 nette ältere Herren kennengelernt, die mich auf 3 Gamedrives mit ihrem Auto mitgenommen haben, Etosha ist aber sehr schwierig ohne Auto zu meistern. (wenn dann am Tor warten und hoffen, dass euch irgendwer mit reinnimmt)
so das war jetzt viel und durcheinander, aber ich wollte einen groben Abriss geben. Wenn ihr spezielle Fragen habt, dann fragt nochmal nach.
ACH JA : zur Sicherheit, mir ist nichts passiert, aber ich geben KEINE Garantien oder sonst irgendwas ab. Nur eines die meißten Leute sind nett, aber eben doch nicht alle . . . Das muss jeder mit sich selbst ausmachen.<br><br>Post geändert von: konno, am: 05/08/2006 09:39
Hiluchs527 Beiträge · seit 200605. Aug. 2006 · #4Hi, wenn Du in Kapstadt gelebt hast, dann bist du sicher um einiges kompetenter als ich in dieser Angelegenheit.
Obwohl sich Namibia natürlich nocheinmal stark davon unterscheidet.
Ich bin sicher kein Angsthase und nehme auch das ein oder andere Abenteuer auf mich, aber trampen in Namibia, das wäre sicher nichts für meine urchaus sehr geduldigen Nerven... Ich bin übrigens noch nicht in einem "reiferen" Alter, in dem man lieber auf Nummer sicher geht, sondern, wie Konno, ebenfalls Student und zwar nicht ewiger Student😄 .
Dafür möchte ich Konno hiermit mal meinen Respekt zollen, dass er das so durchgezogen hat.
Mein Fall wäre es nicht, möglicherweise einen ganzen Tag in der Hitze am Straßenrand zu stehen. Ehrlich gesagt hätte ich auch erhebliche Sicherheitsbedenken und würde deshalb persönlich eher davon abraten.
Allerdings ist Konno das lebendige Beispiel dafür, dass man es auch überleben kann:P und so müsst ihr Euch die Frage wohl selbst beantworten, was ihr vor habt und ob das Eure Art zu reisen ist.
Viele Grüße,
Hiluchs
joli3'491 Beiträge · seit 200605. Aug. 2006 · #5Hallo Nikola,
Konno bringt mir Namibia aus einer völlig neuen Perspektive bei - ich hätte den Mut nicht. Aber - er hat die Erfahrung gemacht und es ist gut gegangen. Wenn Du in Kapstadt gelebt hast, dann kennst Du ja sicher auch die Möglichkeit, ein Auto mit Rücknahmegarantie zu kaufen. Das wäre eigentlich die Lösung für Euch. Ich meine, mich erinnern zu können, dass so etwas auch in Namibia angeboten wird - aber wohl nicht in dem Maße wie in Südafrika. Vielleicht meldet sich ja mal ein Profi aus Nam zu dieser Frage.
Gruß Joli
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200605. Aug. 2006 · #6... nochmal zum Fahren per Anhalter ...
Ich habe das auch schon häufiger gemacht und habe in Namibia ungefähr 2.500 km so zurückgelegt, habe umgekehrt auch Anhalter mitgenommen, wenn ich selbst mit dem Auto unterwegs war. Bin bei Weißen und Schwarzen mitgefahren und habe auch Weiße und Schwarze mitgenommen. Es gab keine einzige brenzlige Situation, aber dafür gibts natürlich nie eine Garantie.
Als Anhalter sitzt man halt häufig hinten auf Pickups und wenn man durch die hintere Scheibe auf den Tacho schaut, dann sieht man, daß die auch mal mit 150 km/h über die Straße fegen. Das zieht also zeitweise ziemlich und ist auch sehr laut. Man sollte 'ne Kleinigkeit zum Überziehen griffbereit haben.
Ich habe die Autofahrer meist direkt an Tankstellen angesprochen. Da kann man sie sich vorher 'nen Moment anschauen. Die Erfolgsquote ist relativ gut, aber aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens habe ich auch bis zu 2 Stunden gewartet.
Häufig sind Familien mit Pickup unterwegs. Die Erwachsenen vorne drin, die Kinder hinten drauf. Das ist bzgl. Sicherheit wahrscheinlich weniger kritisch, als wenn Du zu drei dubiosen Gestalten zusteigst ...
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
NInikolaThemenstarter5 Beiträge · seit 200605. Aug. 2006 · #7Hallo,
und ersmal vielen Dank für eure z.T sehr ausführlichen Antworten!
Das bringt uns auf jeden Fall schon mal ein Stückchen weiter in unseren Überlegungen.
Sollten wir uns für's hitchen entscheiden, geben uns eure persönlichen Erfahrungen ganz bestimmt ein besseres Gefühl bei der Sache.
Konno, du schreibst von den Chicken Busses. Was genau ist das denn? Gib es da irgendwo genauere Auskünfte darüber, über Routen usw?
wegen Auto kaufen wärs warscheinlich gut, sich an die 'unten' wohnhaften zu wenden.
soweit erstmal uns werden demnächst bestimmt noch so einige Fragen einfallen... 😉
Alles liebe, Nikola
KOkonno1'457 Beiträge · seit 200605. Aug. 2006 · #8der Begriff Chickenbusses ist vielleicht ein wenig unglücklich gewählt. ich meinte die Mercedes Sprinter und Toyota Busse, die an bestimmten Orten
dann losfahren, wenn sie voll sind. Routen gibts da eigentlich keine. Du siehst den Zielort immer vorn in der Windschutzsscheibe. Von WDH nach Swakop und Lüderitz fahren die Busse vor dem Rhino Hospital ab, nach Norden vor dem Katutura Hospital.
Nach Swakop fährt noch das Welwitschia Shuttle, das vor der Touri Info gegenüber des Kalahari Sands abfährt. Teurer und geräumiger, aber mit einem festen Fahrplan. Ich meine 16 Uhr in Windhoek ab und Morgens in Swakop ab, das kann sich aber geändert haben und ist leicht rauszufinden (in der Info).
Wenn du ins Sossusvlei nicht trampen willst, dann kann man gut touren mit Chameleon, Crazy Kudu etc machen. Es gab früher auch mal ein Sossusvlei Shuttle, ich habe dem auch nicht getraut (und dann die Gelegenheit gehabt mir mit 2 Amerikanern, die ich im intercape von CPT nach WDH getroffen habe ein Auto zu mieten). Ich habe es aber unterwegs mal gesehen mittlerweile gibt es auch einen guten Inetauftritt. der Verrät: Es ist (wie andere auch) nur in Verbindung mit Lodgebuchungen nützlich. Das deckt sich nicht wirklich mit dem Backpackingkonzept
http://www.african-extravaganza.com/shuttles/shuttle-sossus-d.html