URUrlauberThemenstarter218 Beiträge · seit 200703. Aug. 2011 · #1
Hier ist er nun, mein Reisebericht, jedenfalls die ersten Tage bis zum Krüger-Nord. Der Anfang ist recht ausführlich, ich werde mich jetzt kürzer fassen, sonst bin ich Weihnachten noch nicht fertig. Ich probier den Teil mal hochzuladen, hoffentlich klappt es und sieht nicht so komisch aus. Viel Spaß Jutta
b]4500km unterwegs mit einem Bushcamper im Nordosten Südafrikas vom 4. bis 26.Juli 2011 Nach zwei Reisen mit Dachzelt durch Namibia im Mai und Juni war dieses Jahr Südafrika im Juli dran. Eigentlich war etwas anderes geplant, der Urlaub beantragt, aber es hat sich zerschlagen und weil wir nicht wussten wohin und wir unser Herz sowieso in dieser Weltecke verloren haben wurden Pläne geschmiedet. Der Fokus sollte auf Tieren (mein Mann) und Landschaft (ich) liegen, das Wetter bekam auch Mitspracherecht und so entschieden wir uns für eine große Runde im Nordosten Südafrikas mit Start in Johannesburg im Uhrzeigersinn. Am Montag, den 4.Juli starteten wir in Frankfurt. Beim einchecken wurde „Untergepäck“ festgestellt, naja beim 3.Mal weiß man was man alles nicht braucht. Der Flieger war voll, vom viel gerühmten Service bei SAA merkten wir nix, selten habe ich auf einem Flug so unmotiviertes und unfreundliches Personal erlebt. 1.Tag Nach einer schlaflosen durchzockten Nacht (ich) landeten wir pünktlich 7 Uhr in Joburg, die Mitarbeiterin von Africamper stand schon da und wir liefen zur Autoübernahme an einen der Parkplätze. Mensch war das kalt, nur gut dass meine Fleecejacke gleich oben in der Tasche lag. Die Übergabe war gründlich und trotzdem schnell, erstaunt war ich von dem wenigen Zubehör, deshalb waren wir auch so schnell fertig. Nochmal zurück in den Airport zum Geld ziehen und Free& Easy Vouchers abholen, dann konnten wir ca. 10.30 Uhr los. Bedeckter Himmel, trostlose bzw. keine Landschaft, naja, dass hatten wir schon besser. Nicht zum letzten Mal bedauerten wir kein Thermometer im Auto zu haben. Mal kurz was zu unserer Konservendose, ein Buschcamper ist ein 4x4 Wohnmobil für Puristen, sehr zweckmäßig ausgestattet, aber für uns ehemalige Dachcamper der pure Luxus und die beste Wahl wie sich in den 3 Wochen immer wieder beweisen sollte. Alle Befürchtungen wegen Staub waren nichtig, das Ding war dicht, es gibt sehr viel Stauraum und das Bett ist prima und breit. Auf der N1 ging es Richtung Norden zum Marakele NP, unterwegs gab es nur einen kurzen Stop an einer Raste zum Tanken und Kaffee fassen, der Kaffee musste ausfallen, der Automat wurde gerade repariert. Bei Bela Bela verließen wir die Autobahn und kauften im dortigen Spar ein. Es war typisch afrikanisches Gewusel aber wir bekamen alles was auf unserem Zettel stand. Es gab auch eine heiße Theke mit guter Auswahl und wir kauften ein Brathähnchen für den ersten Hunger. Die beste Anschaffung die wir dort machten war ein Grillgitter zum Fleisch einklemmen für ein paar Rand. Es gab zwar überall eine Grillstelle aber nicht immer einen Grillrost, außerdem ging das Ding auch gut zum Brot toasten über der Gasflamme. Noch in den Bottle Shop, dann in ein ganz komisches Cafe zum nur Kaffee trinken und dann gleich weiter, die Zeit raste. Nach Bela Bela kam endlich Landschaft und als die geteerte Straße in eine Pad überging hatten wir das Gefühl endlich in Afrika angekommen zu sein. Immer wieder kam ein Kontrollposten mit Schranke und Liste zum Ausfüllen, nach der 5. kannten wir dann auch unsere Vehiclenummer auswendig. Wer wertet nur die vielen Papiere und Formulare aus die wir immer wieder ausfüllen mussten. Langsam klarte es auf, die Berge rückten näher, aber das Navi gab immer noch 50 km an und wir hatten Angst nicht pünktlich vor Gateschluss anzukommen. Am Gate wieder Formulare, u.a. auch der Antrag für die Wildcard. Wie schon am Flughafen gab es auch hier Probleme mit der Kreditkarte, vielleicht gehen die Dienstags nicht? Am Mittwoch war dann alles kein Problem. Im letzten Abendlicht suchten wir uns auf dem sehr vollen Campingplatz ein Plätzchen am Rand. Der Platz liegt sehr schön nach einer Seite offen zu einer Wiese mit Wasserloch und mit Ausblick auf die bizarren Felsen , die rosa und lila leuchteten. Unterwegs hatte ich meinem Gutem schon ein Rhino versprochen, als Belohnung für die lange Fahrt, und wirklich kamen Mutter und Kind anmarschiert! Total geschafft machten wir noch ein kleines Feuerchen, das gehört einfach dazu, mixten zur Malariaprophylaxe einen Gintonic, knabberten unser nun kaltes Brathuhn und dann ging es um 19 Uhr in die Kiste bzw. auf die Bretter. 2.Tag 12 Stunden hatten wir geschlafen, das ist mir lange nicht passiert. Als wir munter werden ist es schon hell, schon vom Bett aus freue ich mich über die vielen Tiere am Wasserloch und bewundere wieder das tolle Licht. Ein klarer recht kühler Morgen, Lutz macht wieder Feuer und ich wundere mich über die Anzugordnung der Mitcamper. Felljacken in weiß und rosa, Wollmützen, plüschige Ohrenschützer und lange dicke Morgenmäntel sehen in Afrika auf einem Zeltplatz schon apart aus. Zum Frühstück scheint die Sonne und wir rücken mit unserem Tisch beharrlich immer wieder der Sonne nach, es weht eine steife kalte Brise und es ist die Herausforderung für meinen Mann ein sonniges windstilles Fleckchen zu finden. Immer wieder kommen Tiere auf dem Weg zum Wasserloch vorbei, die Rangordnung wird eingehalten: Kudus, Impalas, Warzenschweine und dann ganz aufgeregt die Perlhühnerschar. Nur Familie Strauß macht nicht mit, mit langen Hälsen spähen sie die Camper aus und schreiten zwischen den Zelten den Platz ab. Halb 10 starten wir zur Erkundung des Marakele, der aus zwei Teilen besteht, getrennt durch eine Straße die durch eine Unterführung unterquert wird. Im westlichen Teil gibt es außer den Rhinos keine gefährlichen Tiere, aber viele Böcke, Antilopen, Giraffen und Warzenschweine. Landschaftlich ist er buschig und eben. Den östlichen Teil mit den gefährlichen Tieren (die wir leider nicht sahen) erreicht man durch die Unterführung und ein selbst zu öffnendes Tor. Dieser Teil mit dem Tlopi Camp ist landschaftlich viel abwechslungsreicher, wir sehen hier aber viel weniger Tiere. Wir fahren zum Tlopi Camp, ist ein ganzes Stück vom Gate weg, liegt schön an einem Damm. Dann gibt es dort noch ein Buschcamp welches ziemlich verlassen aussieht, dort genießen wir die Stille, beobachten viele Vögel und vertreten uns die Beine. Ob das gefährlich war? Über Nebenwege fahren wir durch wunderschöne Landschaft bis zum Abzweig zum Viewing Point. Eng, sehr eng und nah, ganz nah am Abhang schlängelt sich die Straße den Berg hinauf. Sollte jemand von vorn kommen wird es kritisch, Ausweichstellen sind äußerst selten. Und die Landschaft lädt zum viewen ein, wir beherrschen uns und halten nur 1 bis 2 mal für ein schnelles Klick-Foto. Irgendwas haben wir falsch verstanden, es war immer die Rede von einem Geier-Aussichtspunkt. Naja, auffällig sind eher die Sendemasten, freilich die kreisenden Vögel sind sicher Geier, aber wir hatten gedacht wir kommen näher ran. Es ist kalt und stürmisch und der Picknickplatz nicht sehr einladend. Nachdem wir die grandiose Landschaft ausgiebig und von allen möglichen Blickrichtungen aus bewundert haben machen wir im Camper Picknick. Das ist natürlich toll: Kühlschrank auf und Du hast alles dabei, aufs Kaffee kochen verzichten wir, die Gasflamme hätte dem Sturm nicht standgehalten. Bergabwärts kann man die Aussicht ins Tal besser genießen, obwohl Betrieb ist kommen wir ohne Ausweichmanöver wieder runter. Tiere suchen ist anstrengend, also fahren wir zurück zum Camp. Vorher noch an einem anderen Wasserloch mit Hide vorbei, eine Truppe Mangusten hat Spaß mit Affen, sonst nichts. Am Gate erledigen wir noch die Formalitäten, mittwochs funktioniert auch das Kartenlesegerät und wir können bezahlen. Da wir schon gegen 3 Uhr auf dem Zeltplatz sind können wir uns einen Platz näher am Wasserloch suchen, die Logenplätze sind natürlich belegt aber es ist o.k. Wir bummeln über den Platz und sind erstaunt wir groß er doch ist, es gibt mehrere Abteilungen, manchen liegen ziemlich abgelegen im Wald, alles ist belegt. Auch wir werden später wieder eingekeilt. Am Abend gibt es ausgezeichnetes gegrilltes Steak, Kartoffeln, geröstetes Brot, Salat und später noch einen Tee. Durch die Kälte habe ich nicht mal Appetit auf Wein. Wir haben unseren Spaß an den Nachbarn die über die Wollmütze noch ein Tuch gebunden haben und alle in Decken eingewickelt am Lagerfeuer sitzen. Hätten wir diese Zeichen richtig gedeutet, wären wir sicher mehr eingemummelt zu Bett gegangen. Die Nacht war sehr kalt, wir sind eng aneinander gerutscht und haben trotzdem die Morgendämmerung herbei gesehnt. Die Fenster waren gefroren!!! 3.Tag Um uns aufzuwärmen sind wir beim ersten Tageslicht nur notdürftig angezogen und kultiviert los gefahren, ohne Frühstück. Nach 2 Stunden bekamen wir in Lephalale endlich Gelegenheit zum Frühstücken. Nein, wir wollten nicht auf der Terrasse sitzen, sondern am Fenster in der Sonne und ein fürstliches Frühstück bei Maxis genießen. So eine tolle Einkaufsmall hätten wir in so einem Nest nicht vermutet, einige Restaurants der bekannten Ketten, ein sehr gut sortierter Supermarkt, 2 Kategorien Toiletten, uns war das Geld nicht zu schade für das *****Klo. Noch voll getankt, der Liter Diesel unter 10 Rand, dann ging es weiter. Außer Potholes gab es nichts zu sehen, es war wenig Verkehr und gut zu fahren. An der Kreuzung bei Allways eine Tankstelle mit Backshop, aber wir sind vorbei gefahren. Bis zum Gate waren es schon fast 400km. Die Unterkünfte im Mapungubwe hatte ich in Deutschland gebucht und bezahlt. Eigentlich wollten wir uns treiben lassen, nichts buchen, um auch mal spontan länger bleiben zu können. Ich habe aber immer mal auf die SAN-Park Seiten geschaut und auf einmal war die Campsite für die 1.Nacht ausgebucht. Notgedrungen habe ich dann eine Nacht im Leokwe Camp genommen. Was hat man doch manchmal für Glück, vom Gate bis zum Leokwe Camp sind es nur 20 Minuten zu fahren (Zeltplatz wären 50 km zurück gewesen). Eine herrliche Landschaft, viele zerklüftete Felsen, alte knorrige Baobabs. Und so ein schönes gemütliches Häuschen, eine windgeschützte Terrasse mit Blick auf einen riesigen Baobab, wir sind happy. Auch die Außendusche macht uns nicht unglücklich, die Sonne wärmt uns auf, es gibt Kaffee und Kuchen mit Marmelade auf der Terrasse in der Sonne, viele Vögel sind zu beobachten und zu bestimmen. Gegen 16 Uhr fahren wir Richtung Treetopwalk und Confluence Viewpoints. Am Treewalk steht ein großer Reisebus, also weiter. Carstens Schilderung nach habe ich mich auf einen einsamen Sundowner gefreut, nein, war nix. Auf allen Ausgücken waren Familien mit vielen Kindern unterwegs, natürlich haben die Kinder nicht den Sinn für die schöne Landschaft. Um sich aufzuwärmen (dort war es wieder böig) spielten sie Fangen quer über die Planken. Aber wir waren stärker, sind einfach stehen geblieben bis alle weg waren, auch die Sonne. Es ist schon toll dort oben, der Shashe war total ausgetrocknet, eine riesige Sandbahn. Es wurde dunkel und kalt, auf der anderen Seite des Parkplatzes ist noch eine Aussichtsplattform, aber es war schon zu dunkel. Recht zügig sind wir zum Häuschen und haben Feuer gemacht. Heute gibt es eine wunderbare Lende, mit Bacon umwickelt und gut gewürzt (schon so gekauft) dazu Knoblauchbrot und Salat und endlich Wein. In der Küche sind alle erdenklichen Gerätschaften vorhanden, da macht das werkeln Spaß. Abwasch, Spielchen, Bett – hier möchten wir gerne verlängern! 4.Tag Unseren Gamedrive machen wir Richtung Rezeption um nach einer Verlängerung zu fragen. Leider ist es nicht möglich, also fahren wir zurück um zu frühstücken und zu packen. Zum Glück können wir den Schlüssel stecken lassen und so fahren wir die Trails gleich vom Camp aus ab. Nach 200m sehen wir ihn -unseren ersten 2011er Elefant, ganz allein stapft er zwischen den Felsen herum. Unser 1.Stop ist am Treetopwalk, einem Plankenweg durch Auenwald zum Ufer des Limpopo. So gar die Kinder sind hier ruhig und wir können viele Vögel beobachten, u.a. auch Papageien. Es ist eine ganz verzauberte Stimmung, die vielen Geräusche, die grünen Baumstämme, Affen, Schmetterlinge… Wir bleiben eine ganze Weile hier. Auf der Riverroad fahren wir ostwärts , es hat viele Zebras (auch ein totes lag am Weg), Giraffen, verschiedene Antilopen, Böcke und Gnus. Besonders gut hat es uns an der Khongoni Plain gefallen, riesige Herden mit Gnus und Zebras. Es waren schon einige Autos unterwegs, lag es an den Ferien oder ist der Mapungubwe kein Geheimtipp mehr? Zum Schroda Damm kann man, obwohl auf der Karte eingezeichnet, nicht fahren, wir haben auch genug und verlassen den Ostteil und fahren auf der R572 Richtung Westen zu unserer Campsite, was 40 Minuten dauert. Mein Mann glaubt nicht, dass wir richtig sind. Es geht durch Orangenplantagen und eine Siedlung, nichts erinnert mehr an den schönen NP, keine Felsen, keine Baobabs. Übrigens steht am Abzweig auch nichts vom Mapungubwe NP, sondern laut Wegweiser geht es nach Rhodesdrift. Wir fahren immer weiter, dann endlich der Hinweis zur Campsite bzw. zum Forrest Camp. Keine Kontrollen, Schranke kann man selber öffnen. Es sind nur noch 2 Plätze frei und wir entscheiden uns für den am Rand. Es ist sehr buschig, viele Bäume und wenig Sonne. Man kann nur in den Wald sehen, aber das Vogelkonzert ist grandios. Für heute sind wir genug gefahren, wir schreiben, spielen und lesen die 2 Stunden bis Sonnenuntergang. Gleich nach uns wurde auch der letzte Platz besetzt, kurz vor Sonnenuntergang kommt ein altes Mädchen zu uns und fragt ob wir unsere Campsite mit Ihnen teilen könnten. Naja, es wird ä wäng eng, aber wir möchten helfen. Ganz so einfach ist es dann doch nicht, denn der Ranger hat auch noch ein Wort mitzusprechen. Unser Permit wird kontrolliert, wir müssen dem Sitesharing noch mal zustimmen, dann wird in aller Ruhe überlegt, wo das Zelt aufgestellt werden kann. Wir bestehen nur darauf, genügend Platz zur Ausfahrt zu haben, da wir sicher früh wieder auf Pirschfahrt wollen. Bei Stirnlampenlicht bauen die 2 Paare, deutlich jenseits der 60 dann ihre Zelte auf. Ich glaube so entspannt wären wir um die Zeit nicht mehr gewesen. Das Abendessen ist heute nicht so gut, Steak und Boerwurst, das können wir besser, lag aber eher am Metzger. 5.Tag Beim ersten Licht sind wir munter und fahren los, nicht mal die Betten haben wir verstaut, wir werden sowieso recht langsam unterwegs sein. Gleich nach der Schranke verlässt eine Herde Paviane unter Schreien ihren Schlafbaum, soviel Affen auf einem Baum… Ich hoffe am Fluß entlang fahren zu können, aber man kann nichts sehen. In der Morgendämmerung eine Elanantilope ist schon beeindruckend. Sehr schön fanden wir den Maloutswa Hide. Dort war nur noch ein Pärchen und wir konnten in Ruhe ausgiebig lauern und beobachten. Am meisten Spaß hatten wir mal wieder an einem Paar Nilgänsen, was die immer zu meckern haben, wenn man sie nicht sieht hört man sie. Es war ganz schön Betrieb am Wasser, ein ständiges Kommen und gehen und da wir Hunger bekamen, gingen wir nach einer Stunde auch. Frühstück in der Sonne, Duschen und Bäder waren bis dahin frisch geputzt, wir hatten Zeit, war doch die heutige Fahrstrecke nur 150km. Erst ging es Richtung Süden auf der R 521, wir fahren auf die Berge zu, die Straßen leer, schöne Wolkenformationen. Am südlichen Rand der Soutpansberge werden aus den schönen Wolken graue Massen, es fängt an zu nieseln, keine Landschaft mehr zu sehen. In Makhado außer an vielen Stopstraßen nicht gehalten, es hat sich eingeregnet. Eigentlich wollten wir ins Ben Lavin Natur Resort, aber bei dem Wetter lösen wir einen Free&Easy –Schein ein und fahren zur Shiluvari Lakeside Lodge. Die Landschaft wird trotz grau in grau immer grüner. Am Ufer des Albisine Dammes liegt recht abgeschieden und verschlafen die Lodge. Natürlich bekommen wir ein Zimmer bzw. eine Hütte, so gar mit Seeblick und Doppelbett. Die Lodge und das Gelände sind sehr schön dekoriert, vor allem die Skulpturen im Garten gefallen uns. Auch ein warmes Wannenbad kann uns nicht aufwärmen und Sitzgelegenheiten sind im Häuschen rar, so gehen wir an den Kamin im Hauptgebäude. Mittlerweile sind noch ein paar Gäste eingetroffen und es ist nicht mehr so trostlos einsam. Bis zum Abendessen vertreiben wir uns die Zeit mit Backgammon, lesen und Tagebuch. Es gibt auch einen Shop mit ganz hübschen farbenfrohen Sachen der Vendas. Das Abendessen ist ein ausgezeichnetes 3 Gänge-Menü, es soll das beste nicht selbst gekochte Essen bleiben. Kürbiscremesuppe, Filetsteak mit Pfeffersoße, Kartoffelbrei und sehr knackigem Grillgemüse, Zitronentarte und dazu wunderbares Brot. Höchst zufrieden sind wir recht spät in unsere Hütte, mein Mann wunderte sich, das alle Lichter brannten, naja. Die Überraschung lag im Bett: jeder hatte eine wunderschöne Wärmflasche. Ach tat das gut. Auch mit diesem doch eigentlich verregneten Tag sind wir zufrieden.
Danke für deinen Bericht - ich fühle mich gerade zurückversetzt in unseren 1. bez. 2. Afrika Urlaub! Freu mich wenn es bald weitergeht - von mir aus gerne auch so ausführlich! Auch wir hatten damals 2007 ein wunderbares Essen in der Shiluvari Lodge - unglaublich lecker! Einen kleinen Unterschied gab es schon - wir waren Mitte/Ende Jänner unterwegs - dh es war schön warm und kaum Leute!
freu mich sehr auf die Fortsetzung. Euer Bericht erinnert mich sehr an unsere erste Südafrika-Reise (Ende Juni/Anfang Juli 2003), da habe ich sooo gefroren... 😗 Allerdings war es bei uns tagsüber schön sonnig und auch recht warm. Aber für die Abende und nachts hatten wir überhaupt nicht genug warme Klamotten dabei. 😊
Viele Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
chrissie2'460 Beiträge · seit 200606. Aug. 2011 · #5
Hallo Jutta, auch ich warte gespannt auf die Fortsetzung, denn bei uns geht es in einem Monat mit fast identischen Zielen (Marakele, Mapungubwe, KNP) los.:) Von mir aus kannst du gerne auch weiterhin so ausführlich schreiben, auch wenn es dann natürlich länger dauert, bis es weiter geht. Habt ihr im Marakele NP eigentlich eine gute Karte vom NP erhalten? Die Karte auf der SanParks-Webseite gibt nicht viel her, ich kann darauf noch nicht mal den Zugang zum NP erkennen 😊 VG Chrissie
URUrlauberThemenstarter218 Beiträge · seit 200707. Aug. 2011 · #6
Hallo Chrissie, da heute endlich mal schlechtes Wetter ist kann ich weiter schreiben;) Im Gegensatz zu Mapungubwe gibt es vom Marakele einen bunten Flyer mit allen Drives und auch Entfernungen. Falls ihr im Tlopi übernachtet, vom Gate bis dorthin sind es fast 18 km, läßt sich schon fahren, vorallem wenn man direkt von Joburg Airport kommt und noch einkaufen muß. Ciao Jutta
URUrlauberThemenstarter218 Beiträge · seit 200707. Aug. 2011 · #7
weiter geht es mit dem Krüger NP: 6.Tag Ein Sonntagsfrühstück ist es nicht was uns serviert wird, alles recht einfach und spartanisch, aber vielleicht liegt es daran, dass schon seit den frühen Morgenstunden kein Strom da ist. Beim Bezahlen wundern wir uns auch über die Preise, für das ausgezeichnete Dinner bezahlen wir 150 Rand und für das mickrige Frühstück 75 R. Aber vielleicht ist es eine Mischkalkulation. Bei schönem Wetter ist die Lodge sicher eine Oase, aber jetzt im Winter reicht uns die eine Nacht. Durch auffallend grüne Landschaft steuern wir unser nächstes Ziel, den Krüger NP an. Es ist Sonntag und überall sind viele Menschen unterwegs. An den Straßenrändern gibt es überall Obst zu kaufen, in manchen Ortschaften ist Markt. Wir decken uns mit Obst ein: Bananen, Papayas, Avocados, Orangen, Guaven kiloweise (anders geht es nicht) zum Spottpreis von 3€. In Thohoyandou suchen wir den Spar, finden ihn auch, sind aber über das Angebot verwundert, alles nur in Großpackungen und überhaupt ein bisschen eigenartig. Wir kaufen nur das nötigste und fahren weiter. Richtung Punda Maria hören die Straßenstände auf, der Himmel wird wieder grau und als wir am Gate sind regnet es. Campsites gibt es keine, alles voll. Ich wundere mich, zum Sonntag und Ferienende, aber ich habe mich geirrt, die nächste Woche sind auch noch Ferien, na das kann ja heiter werden. Das anvisierte Tagesziel ist Shinwwedzi, als wir in den Park einfahren ist es allerdings schon gegen 1 Uhr, nach ein paar Kilometern und den ersten Giraffen und Büffeln und unzähligen Elefantenböllern auf der Straße wissen wir, dass wir nicht so weit fahren wollen. Der Regen nimmt zu, die Sicht ab, was schade ist, da wir einen Loop auf einen Aussichtsberg fahren und nichts sehen. Wir fahren noch ein Stück Richtung Norden auf der H 18, die Landschaft wird ganz weit, Zebraherden, viele Strausse, Böcke. Sehr gut gefällt es uns am Wasserloch in Klopperfontein wo wir sehr viele Vögel beobachten können. Ganz geruhsam bummeln wir nach Punda Maria und bekommen dort, obwohl „full“ einen Platz. Die Campsites sind recht klein, aber wir stehen direkt am Zaun, Strom brauchen wir ja nicht und viel Platz eigentlich auch nicht. Der Campingplatz ist ziemlich am Hang gelegen, es gibt neben den Sanitäreinrichtungen überall Spülplätze und Gaskocher. Es ist so kalt und ungem ütlich, dass wir ins Restaurant gehen um einen Kaffee zu trinken. Anschließend machen wir einen Spaziergang über den Platz und freuen uns über unseren Stellplatz am Rand, zwar eingezwängt aber wenigstens nach einer Seite hin ohne Nachbarn (Zaun). Es gibt auch einen Hide, aber es ist ein ständiges Kommen und Gehen und so verzweifelt kann kein Tier sein um bei dem Überangebot von Wasser gerade dort zu trinken. Nach den Steaks der letzten Tage wollen wir heute kürzer treten und kochen uns nur ein heißes scharfes Beutelsüppchen. Der Regen wird wieder stärker, wir sitzen im Camper und schauen hinten raus. In der Dunkelheit ist Bewegung, Büffel sind am Zaun. 7.Tag Kurz vor 7 zieht es uns auf Gamedrive. Die Gegend um Punda Maria ist recht bergig und wir fahren eine größere Runde ums Camp. Uns fallen die vielen kreisenden Geier auf, sonst ist erst mal nicht viel los. Auf einmal stehen wir mitten in einer Herde Büffel, so aus der Nähe betrachtet sind sie schon recht eindrucksvoll. Am interessantesten sind aber die Geier, es ist Geiertag. Die Bäume können die vielen Vögel kaum tragen, es ist eine ganze Kolonie und direkt am Weg.
Ein ungewöhnlicher Bock entpuppt sich als Njala, hatten wir auch noch nie. Nach 1,5 Stunden sind wir wieder am Camp, die Sonne scheint und wir machen gemütlich Frühstück mit ganz viel leckerem Obst. Dann ist mal wieder ausgiebige Körperpflege im frisch gereinigten und ganz leerem Sanitärtrakt angesagt. So gar die Haare kann man sich fönen. 10 Uhr starten wir Richtung Shingwedzi bei Sonne und die ganze Landschaft präsentiert sich in bestem Licht. Savanne, Busch und Berge im Hintergrund, es ist alles da. Bei Babalala verlassen wir die geteerte Strasse und fahren auf Gravel weiter. Gerade an der Kreuzung steht direkt neben der Straße ein großer Elefantenbulle und beobachtet die Picknicksite. Dort kann man übrigens gut picknicken, es gibt heiße Getränke und Toiletten. Die Nebenstrecke führt in der 2.Hälfte an einem Fluss entlang, der zwar immer mal wieder ausgetrocknet ist, aber an einigen Stellen auch Wasser hat. Nachdem wir einige Loops ohne Tiersichtungen hatten kommt uns ein Auto entgegen und das Pärchen sagt, das nur ein paar Meter weiter ein Elefant ist. Der Elefant spielt ganz allein im Wasser und im Sand, daneben steht ein prächtiger Sattelstorch. Die Felsbrocken im Wasser bewegen sich und sind eine faule Hippofamilie. Am frühen Nachmittag sind wir in Shingwedzi und bekommen die letzte Campsite, das Pärchen nach uns wird weg geschickt. Eigentlich wirkt der Platz recht leer und wir suchen uns wieder einen Platz am Zaun, dieses Mal sind die Plätze sehr groß. Wir genießen den ruhigen Platz, die meisten sind noch unterwegs. Kaffee, spielen, Wäsche, Tagebuch – ruckzuck ist es Zeit für den abendlichen Gamedrive. Da wir heute schon viel gefahren sind wollen wir nur ein Stücken am Fluß lang fahren. Es ist toll, direkt beim Camp ist das breite Flussbett total ausgetrocknet und nur ein Stücken weiter am Damm liegen die Krokodile und Hippos rum. Immer wieder gibt es schöne Ausblicke, wir kommen nur langsam voran. An einem Hide sind wir das 3.Auto, für vier ist nur Platz, aber das stört niemand, der Unterstand ächzt bald unter den Massen, es geht hin und her, eine ruhige Beobachtung ist nicht möglich. Dann sehen wir auch warum, der Hide ist von einer riesigen Elefantenherde eingekreist die am Ufer das grüne Gestrüpp bearbeitet. Als der Zugang zum Beobachtungsstand wieder frei ist sind die Menschenmassen auf einmal weg, wir schnaufen durch und freuen uns über die Einsamkeit, da läuft am anderen Ufer ein Leopard im Abendlicht lang. Ein Pärchen kommt, denen zeigen wir den Leo, aber bald verabschieden sie sich mit Blick auf die Uhr. Ach ja, die Zeit gibt es auch noch, wann schließt das Gate? 17.30 Uhr, es ist 10 Minuten vor halb und eigentlich stand am Gate, dass es so gar 15 Minuten vor dem Hauptgate geschlossen wird. Wir reißen uns los und fahren bei tollem Abendlicht zurück, schnell haben wir die anderen Autos eingeholt und rollen als fast geschlossene Kolonne ins Lager. Feuer machen, Sundowner mixen, Abendessen vorbereiten, wir sind ein eingespieltes Team. Zwei Plätze weiter ist schon Party, zum Glück ist die nächste Campsite von einem älteren Kauz bewohnt, der ganz alleine den riesigen Platz mit Caravan und 3 aneinander gebauten Zelten bewohnt, er hat von Fernseher mit Schüssel über Hometrainer alles dabei. 8.Tag In Shingwedzi gefällt es uns so gut und die Umgebung reizt zu einigen Ausflügen, so dass ich mein Glück versuche um zu verlängern. Aber erst einmal fahren wir wieder früh eine Runde. Das ist immer ganz praktisch, beim Fahren sitzen wir im Warmen, zur Not wird die Heizung eingeschaltet. Der Camper hat dem Dachzelt gegenüber den Vorteil gleich abfahrbereit zu sein. Morgens fahren wir so gar los ohne die Betten aufzuräumen damit es schneller geht und wir ja sowieso mehr schleichen als fahren. Wenn wir zurück kommen scheint wenn wir Glück haben die Sonne und das ist zum Frühstücken natürlich recht gemütlich. Wegen der Tiere muß man eigentlich nicht so früh los, jedenfalls im Winter, aber die Stimmung ist immer so toll. Nach Frühstück und Morgentoilette gehe ich zur Rezeption, es ist inzwischen schon 10 Uhr, aber es gibt keine Verlängerung, noch nicht. Erst ab 11 Uhr. Bis um 11 vertreibe ich mir die Zeit, dann bekomme ich meine Verlängerung problemlos, es werden auch gleich die nächsten möglichen Camps durch gecheckt, aber wieder alles „Full“. Wir fahren zum Tshanga Aussichtspunkt, unterwegs gibt zu erst es außer Böcken nicht viele Tiere. Dann liegt ein totes Hippo im Flußbett und bei den Red Rocks stehen zwei Elefanten auf den Felsen. Sie queren dann die Straße und wir beobachten wie sie sich gegenseitig ärgern und stupsen, als sie einen Weg lang trotteln folgen wir ihnen einfach. Die Kappelei geht noch eine ganze Weile weiter und als wir weiter fahren treffen wir mitten im Wald auf eine Elefantenherde die den Wald auseinander nimmt. Sie brechen Bäumchen um und lösen mit den Rüsseln ganz geschickt die Rinde von den Stämmen. Der ganze Busch wimmelt von Elefanten, wir halten dann gar nicht mehr, sondern freuen uns als wir dann auch mal auf Giraffen treffen. Unterwegs haben wir schon nur 1bis 2 Autos getroffen, den Viewpoint haben wir ganz für uns. Wir kochen uns Kaffee und machen Lunch. Von dort oben aus hat man einen fantastischen Ausblick und wir genießen die Einsamkeit. Weil heute ja Elefantentag ist beobachten wir von den Felsen aus wieder eine Herde die am Flussufer vorbei zieht. Rückwärts nehmen wir den Weg auf der anderen Seite und haben noch einen schönen Stopp am Aussichtspunkt bei den Red Rocks. Immer wieder lugen Elefanten hinter Bäumen hervor, auch die eine oder andere Giraffe. Am späten Nachmittag sind wir wieder im Camp und machen Urlaub. Heute abend ist nicht mehr so kalt, die Nachbarn machen wieder Party, trotzdem hört man Löwengebrüll und der Sternenhimmel ist unglaublich. 9.Tag Da wir heute wieder viel fahren und es schon am Morgen mild und sonnig ist fällt der Morgendrive aus. Wir wollen über die S50 nach Tsendze, aber schon bei der Abfahrt kommen die ersten dicken Wolken. Wir halten ein paar Mal am Fluss und beobachten Hippos, Krokodile und viele verschiedene Wasservögel. Es beginnt erst leicht und dann immer mehr zu regnen, dadurch ist es auch schwer Tiere zu sehen. Heute ist Büffeltag, links und rechts der Straße beobachten sie uns und wir sie. Am Nyawutsi Hide ist nichts los und da es so kalt ist und regnet steigen wir lieber wieder ins Auto. Eigentlich wollen wir dann so schnell wie möglich nach Mopani, aber einmal nicht richtig gekuckt und schon sind wir falsch abgebogen. Der bedeckte Himmel, Sturm und verbrannte Savanne schaffen eine ganz eigenartige Stimmung, die eher zu einer Deichlandschaft an der Nordsee passt als nach Afrika. Am Wasserloch Tihongonyeni ist eine Herde Zebras und eine Truppe Kuhantilopen. Wir können nicht mal das Fenster öffnen weil es sonst rein regnet. Wir erreichen die Teerstraße und sind dann ganz schnell in Mopani. Mopani hat keine Campsite, aber 5 km südlich davon liegt Tsendze, ein kleines Buschcamp und wir bekommen dort einen Platz. Die Plätze sind nummeriert und die Nummer wird einem bei der Anmeldung zugewiesen, also gibt es keinen Grund beizeiten dort zu sein. Das Restaurant in Mopani hat einen guten Ruf und liegt sehr schön am Pioneer-Damm und wir beschließen da Mittag zu machen. Zum Aufwärmen gibt es Tee, der um Klassen besser ist als der Kaffee den wir bisher in Südafrika bekommen haben. In allen Camps haben die Restaurants die gleiche Speisekarte, aber dieses Mal war das Essen mit einem Rosmarinzweig garniert und der Manager ging von Tisch zu Tisch. Wir bummeln noch ein bisschen durchs Camp und genießen die Aussicht auf den Damm von den Holzdecks rund ums Restaurant. Im Shop kaufen wir endlich Karten um unserer Schreibpflicht nachzukommen. Bei der Ausfahrt aus dem Camp gibt es Stau auf der Straße, Elefanten haben Vorfahrt. Tsendze ist ein rustikales Camp, Strom gibt es nur an den zentralen Stellen und nicht auf den einzelnen Campsites, aber es ist auch wieder fast ausgebucht. Die einzelnen Plätze sind durch Büsche abgeteilt und man sitzt nicht so aufeinander. Die Südafrikaner haben ihre Plätze voll gebaut und mit der höchst möglichen Personenzahl belegt. Sicher teilen sich mehrere Familien einen Platz und natürlich ist auch hier wieder Party. Die Kinder machen sich nützlich und wetteifern um das Öffnen des Tores was natürlich sehr angenehm ist. Am späten Nachmittag fahren wir nochmal los, die Sonne versuchte durch zu kommen und es war wieder mal tolles Licht. Wir wollten eigentlich ein größere Runde fahren, aber bei Mooiplaas waren so viele Tiere das wir gar nicht weiter gefahren sind. Große Herden von Gnus, Zebras und Büffeln beherrschten die Wasserstelle. Wahrscheinlich freuten sie sich auch so wie wir über die Wetterbesserung, denn sie sprangen herum und balgten sich. Gerade so pünktlich schafften wir es ins Camp, obwohl dort keiner kontrollierte oder abschloss.
chrissie2'460 Beiträge · seit 200628. Aug. 2011 · #8
Vielen Dank für den bisherigen Bericht.
Urlauber schrieb:Hallo Chrissie, da heute endlich mal schlechtes Wetter ist kann ich weiter schreiben;)
War gestern kein schlechtes Wetter bei dir? 😉 Warte gespannt auf die Fortsetzung...
Vielleicht kannst du zu meinen Fragen was beitragen:
URUrlauberThemenstarter218 Beiträge · seit 200729. Aug. 2011 · #9
Hallo Chrissie und alle anderen, es geht weiter:
10.Tag Beim Morgendrive geraten wir in dichten Nebel, man erkennt kaum den Straßenrand, also an Tiere nicht zu denken. Die ersten Zebras ahnt man eher, als das man sie sieht. Dann durchdringt die Sonne den Nebel und wir können uns nicht satt sehen. Ein Wasserrad, ein Spinnennetz, nichts besonderes aber schön. Mooinplaas liegt ganz verlassen, außer einem Sekretär ist weit und breit kein Tier zu sehen. Ich möchte gerne nochmal nach Tihongonyeni, aber kurz nach der Abzweigung läuft uns ein großer Löwe über den Weg, durch das hohe Gras ist er leider ganz schnell verschwunden. Wir haben die Hoffnung das er den Weg nochmal kreuzt und fahren zurück, trotz warten und stieren kommt er nicht aus dem Gras. Wir hatten unseren Höhepunkt und fahren zum Camp zurück. Unser nächstes Ziel ist Letaba, da dieses Camp sehr beliebt ist wollen wir beizeiten da sein und fahren die Hauptstraße lang. Natürlich gibt es immer wieder Stops, vor allem dann als wir den Letaba erreichen. Wir sind so zeitig da, dass wir ohne Probleme einen Platz bekommen, aber die Suche nach einem Stellplatz gestaltet sich schwierig. Am Zaun ist alles besetzt und in der Mitte ist es sehr eingezwängt und ungemütlich. Naja, wegen der einen Nacht machen wir uns keinen Kopf, Gelassenheit ist auch eines der Dinge die man in Afrika lernt. Die Campsite ist nicht sehr schön, das Restcamp recht groß, aber ganz toll finden wir die Lage am Fluss und den Spazierweg. Wir sind froh uns mal wieder die Beine vertreten zu können und bummeln zum Restaurant. Auf der Terrasse mit Blick auf den Fluß bestellen wir uns eine Pizza, beobachten Giraffen, Elefanten, viele Antilopen und natürlich die Affen. Als wir zum nachmittäglichen Gamedrive starten steht kurz nach dem Gate ein Auto mit einem aufgeregten Pärchen, direkt neben der Straße sitzt in einem Baum ein Leopard. Nachdem es immer mehr Autos hatte, die versuchten die bestmögliche Position für ihr Auto zu kriegen wurde es dem Tier zu viel und er schlich von dannen. Vom Rest der Fahrt sind wir enttäuscht, oder auch übersättigt. Am Damm gibt es wieder unzählige Hippos, Krokodile und der eine oder andere Elefant ist im Gebüsch. Wir fahren zurück, grillen und sehen wirklich am Zaun Tüpfelhyänen patrouillieren. Sie sind ganz schön groß. Es ist fast Vollmond und so gehen wir abends nochmal an die „Uferpromenade“. Da ist ein Betrieb, manche sind richtig mit Suchscheinwerfern ausgerüstet. Löwengebrüll jagt einem Schauer über den Rücken und gerade im Valley of Silence ist es am besten zu hören.
11.Tag Heute verzichten wir auf den Morgendrive weil wir wieder eine längere Strecke zu fahren haben. Wir laufen lieber ein Stück und gehen zum Frühstück. Ich bilde mir ein hier im Forum gelesen zu haben, das es im Restaurant ein Frühstücksbüffet gibt. Nein, das gibt es nicht sondern ein Gericht unserer Wahl. Es war nicht so toll, der Kaffee wieder ausgesprochen schlecht aber die Aussicht macht alles wieder wett. Herrlich zu beobachten, wie z.B.eine Horde Paviane den Fluss durchquert. Wir wollen heute bis zum Orpen Gate, fahren aber nicht die Teerstraße sondern am Timbavati entlang. Der schönste Streckenabschnitt kommt aber beim Abzweig nach Olifants. In den Felsen kraxelt ein Elefant herum, am N’wamanzi Aussichtsplatz ist die Aussicht auf den breiten Fluss mit den Sandbänken voller Hippos superschön. Wir schauen auf den Fluss, inzwischen wird unser Auto von Monkeys in Beschlag genommen. Ich glaube sie sehen durch die verschlossenen Fenster unsere Orangenvorräte und versuchen rein zu kommen. Das nächste Mal halten wir an der Timbavati Picknickstelle. Man kann hier für wenig Geld Gasgrille ausleihen und sein mitgebrachtes Proviant grillen. Es ist viel Betrieb und viele Familien machen hier Rast. Wir kochen uns einen Kaffee und essen etwas.
Am Orpen Gate bekommen wir keinen Zeltplatz auf der Maroela Campsite. Es ist schon später Nachmittag, aber außerhalb der Parks gäbe es im Andover Game Reserve Campplätze. Es eilt ein wenig, weil wir nicht genau wissen wie weit es noch ist. Kurz nach dem Gate wird das vor uns fahrende Auto von der Polizei angehalten, danach fahren wir wieder gemäßigt. Als wir uns noch über das gut getarnte Polizeiauto unterhalten läuft ein Löwe über die Straße. Vom Tor Andover bis zur Campsite ist es noch ein gutes Stück zu fahren, aber dann sind wir begeistert, endlich gerade mal nur 3 Parteien auf dem weitläufigen Platz. Es ist gegen die Krüger Plätze mit 90 Rand auch ausgesprochen preisgünstig, obwohl es auch gut ausgestattet ist. Wir haben viel Holz und machen ein großes Feuer, der Sonnenuntergang ist fantastisch. Es ist einsam und schön, endlich.
12.Tag Wir haben viel Platz um ein sonniges Plätzchen zum Frühstück zu finden, kein morgendlicher Gamedrive. Über Klaserie geht es zur Panoramaroute. Wir umfahren die Berge und freuen uns an der schönen Landschaft. Es gibt viele Obstplantagen und bald kommen auch wieder Verkaufsstände wo wir unsere Obstvorräte auffüllen können. An der Monsoon Gallery halten wir, es gibt tolle Sachen zu kaufen. Leider haben wir noch keinen Hunger denn das Restaurant sieht sehr einladend aus. Die Straße schraubt sich den Abel Erasmus Pass hinauf, warum wir dort unten nicht nochmal getankt haben wissen die Götter. Jedenfalls war mir nicht klar wie weit es von dort aus noch bis Grashoek ist, eine Tankstelle gibt es auf unserer Route nur noch beim Blyde River Resort, aber sorry – kein Diesel. Na gut, wir haben ja Gelassenheit gelernt und „hätten wir“ nützt jetzt auch nichts mehr. Wir fahren ohne die diversen Aussichtspunkte zu besuchen direkt nach Grashoek. Es ist Samstag und im Städtchen tobt der Bär. Beim Tanken erleben wir Afrika pur, durch ein Missverständnis (19 und 90) Liter hatten wir von 2 Zapfsäulen Diesel gezogen. Mein Mann ist zum Bezahlen mit dem Kassierer verschwunden und nach 2o Minuten bin ich doch ein wenig beunruhigt weil er nicht wieder kommt. Der Taschenrechner ging nicht und die Angestellten waren nicht in der Lage die zwei Beträge zusammen zu rechnen, mein Mann hat es dann schriftlich gemacht und so konnte es weiter gehen. In Grashoek ist ein berühmtes Pancakehouse, dort wollten wir nach unserem Einkauf essen. Ich war schon ein wenig erstaunt wie wenig dort los war, so toll wie beschrieben war es auch nicht eingerichtet und die Pfannkuchen waren grauslich. Beim Verlassen der Stadt kamen wir dann am empfohlenen Lokal vorbei, es war eben nicht unser Tag. Wir sind die ganze Strecke bis zum Blyde River Resort zurück gefahren, haben nur bei God’s Window gehalten. Die Aussicht war toll, es war ganz schön viel Rummel. Sehr gut gefallen hat uns ganz oben der Regenwald mit den vielen Urwaldpflanzen. Die Fahrt zum Resort in der Gegenrichtung war durch das Abendlicht ein Erlebnis für sich, wir haben immer wieder Fotostops eingelegt.
Der Campingplatz war fast leer und nachdem wir uns ein Plätzchen gesucht hatten habe ich meinen Mann angetrieben um zum Viewpoint zu kommen. Wir haben die Rondavels im besten Licht erlebt und waren begeistert.
Das Resort ist sehr weitläufig und hat ein schönes Restaurant. Das Abendbüffet dort sah verlockend aus, aber wir hatten frisches Grillgut eingekauft und haben uns nicht verleiten lassen. Wieder hatten wir einen recht einsamen Platz und mangels anderer Gäste ein ganzes Sanitärgebäude für uns.
13.Tag Eigentlich wollten wir den Sonnenaufgang vom oberen Viewpoint aus erleben, aber wir haben verschlafen. Der Weg dorthin zog sich beständig bergauf in die Länge, mein Mann wollte schon aufgeben aber irgendwann kamen wir dann doch an den Felsen an und hatten einen tollen Blick auf die Felsenlandschaft und den Blyde River Damm. Von hier aus beginnen 2 Tracks, aber da wir nicht wussten wie lange die dauern und uns der Abstieg zum unteren Viewpoint auch recht schwierig aussah gingen wir die Straße wieder zurück. Nach dem Frühstück fuhren wir wieder Richtung Graskop, dieses Mal mit allen möglichen Stops. Der erste war der Beste, es war ganz klares Wetter und die Landschaft war atemberaubend. Von oben sahen die Rondavels aber nicht so beeindruckend aus wie am Abend zuvor aus dem Resort. Eine ganze Weile sind wir am Abhang lang spaziert und geklettert, die Andenkenbuden haben wir links liegen gelassen und sind dann gleich weiter. Etwas enttäuscht waren wir von den Potholes. Dort war der meiste Eintritt zu bezahlen, es war sehr rummelig mit vielen Bussen und Unmengen von Leuten. Wir sind die Wege abmarschiert, das war’s, nach den tollen Aussichtspunkten gab es keine Steigerung mehr. Mein Mann wollte wegen dem Licht nochmal zu Gods Window, deshalb haben wir die Wasserfälle ausgelassen. Inzwischen war es Mittagszeit und wir unternahmen noch einen Versuch in Graskop zu essen. Dieses Mal hatten wir uns das mozambiksche Restaurant Canimambo ausgesucht, die Wahl war toll. Schön eingerichtet, ganz schmackhaftes Essen und moderate Preise. Endlich mal keine Steaks, sondern einen Hühnertopf für meinen Mann und gegrillte Sardinen für mich. Wir waren so satt, dass wir auf den Kaffee danach verzichteten, merkten dann bei der Weiterfahrt aber doch wie nötig wir ihn hatten. Die ungewohnte Bewegung am Morgen hat uns geschlaucht, nach fast zwei Wochen ohne Bewegung waren wir aus der Übung. Mein Reiseführer empfahl einen genialen belgischen Konditor in Hazyview im Perrys Bridge Center und da wir ihn ohne suchen fanden machten wir dort noch eine Pause. Das Cafe war wirklich genial, schöne Veranden, eine offene Backstube und eine Gebäckauswahl vom Feinsten. Wir konnten uns gar nicht entscheiden, so viele verführerische Sachen gab es. Und der Kaffee erst, wir hatten unterwegs bei jedem Mal das Gefühl es wäre der schlechteste Kaffee, und es kam immer noch schlechter, aber dieser war so aromatisch und gut und weckte die Lebensgeister. Im Geschäft konnte man dann auch noch viele Leckereien kaufen, u.a. auch den selbstgerösteten Kaffee. Wir hatten dem Navi als Ziel Pretoriuskop angegeben, ich wäre ja über das Phabeni Gate wieder in den Krüger eingefahren, aber unser Hilfsmittel führte uns durch viele sehr belebte Siedlungen (es war Sonntag) zum Numbi Gate. Der Kontrast konnte nicht stärker sein, bis kurz vor dem Tor Siedlungen und Massen von Menschen auf und neben der Straße, danach Wildnis. Dieses Mal klappte es schon bei der Einfahrt mit einer Campsite, und gleich hinter dem Gate standen die ersten Elefanten. Der Weg zum Camp war nur kurz, die Landschaft schön, aber das Gras sehr hoch. Wenn man so spät kommt sind die besten Campsites natürlich weg, wir stehen ganz komisch zwischen Zaun und Weg, keine Privatsphäre möglich. Na, Gamedrive hatten wir schon 2 Tage nicht mehr, also fahren wir noch ein Stück, obwohl nicht mehr viel Zeit ist. Die Felskuppen und das gelbe Gras in der Abendsonne sind sehr malerisch, aber Tiere sehen wir keine – fast keine. Wir bleiben immer gerne an einer Wasserstelle stehen und warten was kommt, dieses Mal kam nur ein Auto. Die Insassen wollten wissen was wir sehen, Nichts, aber ob wir nicht den großen Giraffenbullen hinter uns gesehen hätten? Also war dieses Mal der Spieß umgedreht, wir wurden beobachtet. Nach dem ausgiebigen Schlemmen am Mittag und Nachmittag gab es zum Abendessen nur Beutelsüppchen und ein kleines Feuer für die Stimmung. Da der Mond erst später aufging konnten wir uns an einem tollen Sternenhimmel erfreuen.
chrissie2'460 Beiträge · seit 200630. Aug. 2011 · #10
Ich habe deinen Bericht wieder verschlungen, steigert er doch meine Vorfreude weiter ... noch 10 Tage, dann geht es los 😁 Harries Pancakes heißt das in vielen Reiseführern erwähnte Pfannkuchenhaus, wir hatten damals auch kein Glück, es war schon zu, als wir dort einkehren wollten.
War von euch schonmal jemand in Namibia? Ich war bisher zweimal in Namibia und werde jetzt bald eine Sprachreise nach Südafrika machen... Kann man sich Südafrika wie Namibia vorstellen? Sprechen die in Südafrika auch so unmögliches Englisch wie in Namibia?^^