Wie verhalten bei Panne in Nationalparks?

13 Antworten · 3'944 Aufrufe · gestartet 31. Juli 2011 von susa
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Themenstarter15 Beiträge · seit 200631. Juli 2011 ·
Hallo!

Nach einer traumhaften Selbstfahrer-Rundreise durch Namibia (mit Etosha)2007 planen wir im März/April 2012 wieder eine Reise mit (Allrad-)Mietauto, diesmal zusätzlich Südafrika durch den Kgalagadi-TP.
Leider kommen mir zunehmend ängstliche Gedanken, was die Gefahr durch Raubkatzen v.a. Löwen betrifft. Wir werden zwar im umzäunten Camp wohnen, aber was tun, wenn das Fahrzeug irgendwo auf der Strecke "hängenbleibt" oder wenn es grade im Park eine Panne hat? Kann man einen Reifen wechseln oder das Fahrzeug ausschaufeln, ohne dass man damit rechnen muss, dass aus dem nächsten Gebüch ein Löwe springt? Klingt für Wildniserfahrene vielleicht lächerlich, aber diese Überlegungen trüben zur Zeit meine (eigentlich riesige) Vorfreude auf schöne Tierbeobachtungen.

Viele Grüße

Susanne
Gast31. Juli 2011 ·
Hi,

ich könnte ja jetzt sagen: Du kannst auch warten bis Du schwarz wirst oder warten bis jemand kommt und der für Dich aussteigt und sich vom Löwen fressen lässt während Du im Auto durch das Fenster schaust und ihm beim Ausschaufeln und Gefressenwerdens beobachtest.....

Sollte etwas sein, eine Weile warten und die Umgebung beobachten und auf Bewegungen achten - dann setzt sich jemand aufs Autodach und beobachtet während der Rep die Umgebung...

Gruß

Auch noch ein heißer Tipp - die Frau vorschicken und wenn sie nach 20 Minuten noch vorm Auto steht, kann die Rep. beginnen
zuletzt bearbeitet 31. Juli 2011
3'491 Beiträge · seit 200631. Juli 2011 ·
Hallo Susanne,
Deine Frage ist durchaus nicht lächerlich, zumal ja das Aussteigen in den meisten NP "bei Strafe" verboten ist. Es sei denn, man hat eine wirklich gute Entschuldigung und eine echte Panne ist so eine. Man schaut sich eben recht gründlich in der Gegend um, ob denn irgendwo eine Löwe lauert ( tut er zu 99% nicht !:) und versucht zu reparieren.Das liebend Weib wird hoffentlich weiter Ausschau halten. Eine gewisse Beruhigung ist es natürlich, wenn noch weiteres Auto dazu kommt und gleichfalls "Sichtsicherung" betreibt oder in andere Weise hilft. Es ist ja leider nicht immer nur der Reifen.
Es gibt so eine hübsche Fotogeschichte, wo ebenfalls die Frau die Sicherung übernommen und - da das etwas langweilig war - ein bisschen fotografiert hat. Zu Hause stellte man dann bei der Fotoschau erstaunt fest, dass sehr wohl ein Löwe im Gras gelegen hat. Auch das zeigt wieder mal, dass Löwen einen Menschen direkt am Auto normalerweise nicht angreifen. Die bange Frage ist eben nur, ob das der Löwe genau so sieht.
Gruß Joli
3'700 Beiträge · seit 200931. Juli 2011 ·
Hi Susanne,

genau so wie Sambezi es beschrieben hat, haben wir es diesen Juni im Matetsi/Zimbabwe gemacht. Da hätten wir möglicherweise Tage gestanden, bis jemand vorbeigekommen wäre. Du suchst Dir nach Möglichkeit am besten noch eine Stelle zum Reifenverwechsel, wo Du weit in alle Richtungen schauen kannst.

Aufs Dach habe ich mich allerdings nicht gesetzt...😗


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P.S.: Ich hatte mehr Manschetten vor den Elefanten!

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
zuletzt bearbeitet 31. Juli 2011
2'462 Beiträge · seit 200631. Juli 2011 ·
Ich finde die Frage auch nicht albern. Wir haben bei unserer Panne erst mal 30 Minuten ratlos im Auto gesessen, weil wir uns wegen der Löwen, aber auch Elefanten irgendwie nicht raustrauten. Da wir aber stundenlang kein anderes Fahrzeug gesehen haben (allerdings auch keine Katzen), haben wir unseren Mut zusammen genommen. Mein Gatte hat den Reifen gewechselt, ich lief ums Auto rum und guckte nach Löwen. Erfreulicherweise kam dann noch ein zweites Fahrzeug und half. Ich weiß bis heute nicht, wie ich wohl reagiert hätte, wenn wir doch wilde Tiere in der Nähe gesehen hätten 😊
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
3'700 Beiträge · seit 200931. Juli 2011 ·
Hi Janet,

stimmt, bei einer Panne, die man nicht selbst beheben kann sollte man auf jeden Fall beim Fahrzeug beleiben.

Im Makgadikgadi NP kam uns ein Päarchen zu Fuß entgegen. Sind ca. 5 km in der prallen Mittagssonne Richtung Khumaga Campsite gelaufen. Ihr Land Cruiser mit toter Batterie stand ganz einsam am Hippo Pool unten am Boteti. Noch dazu waren die beiden Camper und hatten eigentlich alles dabei was man so braucht zum Überleben. Und am Boteti kommt eigentlich immer jemand vorbei.

Das hätte ich mir nun nicht unbedingt getraut.

Herzliche Grüße
Marina
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1'223 Beiträge · seit 201031. Juli 2011 ·
🤩 Mir ist allerdings noch kein Fall bekannt geworden wo ein Löwe auf einen Reifenwechsler gewartet hätte um ihn aufzufressen! 🤩 Viel kritischer betrachte ich Situationen, wo Flußquerungen mit Krokodilen stattfinden...😄

Aber mal im Ernst: Hat mal jemand auf die Krokodile am Kafue geachtet, oder am Kunene, oder an den Popa-Fällen? Die Leute, die da unachtsam und oftmals leichtsinnig herumspazieren sind um ein Vielfaches mehr gefährdet als von irgendeinem armseligen Löwen oder Elefanten irgendwo in the Middle of Nowhere. Weil keiner weiß, wie viele Locals von diesen Killermaschinen geschnappt werden und dieses in keiner europäischen Zeitung breitgetreten wird.
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
3'700 Beiträge · seit 200931. Juli 2011 ·
Ja, man kann ja fast schon sagen, dass es leider nicht mehr genug Löwen und Leoparden gibt, die auf Reifenwechsler etc. warten könnten. Ist wirklich ein Jammer!:S

Herzliche Grüße
Marina
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250 Beiträge · seit 201031. Juli 2011 ·
...immer locker bleiben… Löwen dösen am Tag irgendwo im Schatten, jede Bewegung scheint eine zu viel… wenn man um das Auto bleibt wird nichts „Dramatisches“ geschehen.. .und wenn doch.. lebensrettende Grundregel…nie rennen!!! …ruhig stehen bleiben … gilt auch für jeden Buschwalk ...
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Die ganze Bar kam mir hoch (Charles Bukowski)
zuletzt bearbeitet 31. Juli 2011
76 Beiträge · seit 200831. Juli 2011 ·
Nebenbei bemerkt, der Park, in den Du willst ist reichlich mit Touristen ausgestattet, also keine Panik, ich habe da jedenfalls schon lange eine Stunden mehr zugebracht, ohne dass da einer vorbeigekommen wäre. 😉 Also nur Mut, der Urlaub wird bestimmt klasse.
Gaynon
Themenstarter15 Beiträge · seit 200631. Juli 2011 ·
danke für die zahlreichen Antworten, das ging ja schnell!
Habe also beschlossen, mich nicht vom Selberfahren in den Nationalparks abhalten zu lassen. Wir haben ohnhin keine extreme Wildnis-Tour vor, leichtsinnig sind wir sicher auch nicht, und was auf Reisen alles passieren kann, hat man ja nie 100% in der Hand... (auch wenn ich immer noch auf keinen Reifenplatzer hoffe - trotz der fröhlichen Fotos 😉

Grüße
557 Beiträge · seit 200901. Aug. 2011 ·
Hallo susa,

Du hast ja schon viele Antworten auf Deine Frage bekommen.
Ergänzend möchte ich von einem Ereignis während unseres letzten Etosha-Aufenthalts 2008 berichten.

Wir pirschten in der Umgebung von Halali in sehr unüberschaubarem und mit Mopanegebüsch bestandenem Gelände, als plötzlich ein VW Chico mit 2 jungen Frauen vor uns auf dem Weg stand, ein Reifen platt. Sie begannen gerade, das Rad zu wechseln.
Nachdem ich meiner Frau als auch einer der VW-Fahrerinnen eingeschärft hatte, sorgfältig die Umgebung zu beobachten, habe ich schnell mit Assistenz der anderen das Rad gewechselt und in knapp 10 Minuten war die Sache erledigt. In dieser Situation hätten die Beiden im Auto bleiben müssen, denn es wäre nach kürzerer oder längerer Wartezeit ein Auto gekommen.

Die Chance, in Namibia einen Plattfuß zu bekommen, ist recht groß, besonders mit PKW-Reifen. Aber deswegen sollte man sich nicht vom Selberfahren abhalten lassen.

Herzliche Grüße

Eto
Reisebericht: Nördliches Tansania u. Sansibar 2010 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/153776-reisebericht-noerdltansania-usansibar-febr-2010.html
1'115 Beiträge · seit 201001. Aug. 2011 ·
Hallo Susa,

Deine Frage/Bedenken sind absolut berechtigt.
Das verückte ist ja, dass wenn Du dann in den Parks von Botswana bist, diese klare Regelung aus der SA Parks nicht mehr gilt. Dort schaut beim Campieren, wo Du vielfach mit Deinen Mitreisenden auf 100 km der einzige Mensch bist, keiner, dass die Löwen sich nicht dort aufhalten.....

Wenn Du dem Mensch sagst, entferne Dich nicht zu weit von Deinem Fahrzeug, oder nur bis 10m, oder nur in diesen und jenen Fällen, dann kommt es bereits zu Interpretations-Problemen. Weil jeder diese Regeln nach seinem Verständnis auslegt. Sagst Du aber: Kein aussteigen ausserhalb klar definierter Plätze (Picknick Plätze, Aussichtspunkte - wo dazu eindeutige Hinweistafeln stehen), dann ist diese Regel auch durchführbar. Was niemanden hindern wird, im Notfall mal auch zu pinkeln oder eben ein Rad zu wechseln. Uebrigens würden sich viele Löwen nicht für Dich als Mensch interessieren bei Radwechsel, sondern für's Rad selber, wo sich doch so herrlich in den den Pneu beissen lässt (mehrere Storys so gehört).
Was aber klar gilt - NIE Dein Fahrzeug verlassen und zu Fuss Hilfe holen oder sich an einen anderen Ort verschieben. Falls gesucht wird, ist ein Fahrzeug eindeutiger identifizierbar, als ein kleiner Mensch unterwegs im Busch. Zumal Du Dich im FZ einschliessen kannst und eigentlich auch Wasser für 2-3 Tage dabei haben solltest.
Die offiziellen Empfehlungen durch SanParks bei Immobilität des Fahrzeuges ist klar, vor Ort ab Objekt bleiben. Auch wenn es 48 Std dauern sollte - die kommen Dich suchen.
Im Gegensatz dazu in den Botswana Parks, dort vermisst Dich sicher niemand und Du würdest nur durch Zufall entdeckt.

Gruss Rajang