Unterwegs in den 1970er Jahren

551 Antworten · 99,8k Aufrufe · gestartet 24. Juli 2011 von wernerbauer
Bilder klein
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Gast11. Juli 2017 ·
also ganz ohne Bild geht's auch nicht,
hier eines für die Namibiafans, in den 70ern war dort echt was los 😗 , wie man sieht
114_25_47b.jpg

und wiedererkannt?
und Grüße
zuletzt bearbeitet 12. Juli 2017
2’664 Beiträge · seit 201212. Juli 2017 ·
leser schrieb:Danke Emanuel für den Hinweis, du hast natürlich recht. Nach dem Ende der Diktatur in Portugal im April 1974 und der resultierenden Unabhängigkeit der „afrikanischen Provinzen“ gab es einen Zuzug von Portugiesen aus Mozambique und auch aus Angola, dort zuerst nach „Südwest“ und später wohl weiter nach SA. Ich glaube allerdings, dass die meisten Portugiesen zurück nach Portugal gingen, auch auf Umweg über SA. In der Verwaltung waren viele zwangsversetzte portugiesische Beamte, die überhaupt nicht in Afrika sein wollten…diese wollten nur nach Hause.

Nach meiner persönlichen Wahrnehmung war das Sozialprestige der Portugiesen im weißen Südafrika nicht gut. Diese waren die green grocers, cafe-Betreiber und door to door Gemüseverkäufer in den ärmeren Vierteln. In der damaligen Werteskala waren sie etwa zwischen Indern/Coulords und Weißen angesiedelt.

Als ich nach der „portugiesischen Wende“ noch 2x nach Mozambique auf Urlaub gefahren bin, haben mich die Meisten für verrückt erklärt….und ein bisschen stimmte das wohl auch, na ja, zumindest voll jugendlichen Leichtsinns.
Grüße vom leser
Was Du verniedlichend als "Zuzug" aus Angola bezeichnest, waren zehntausende Flüchtlinge, für die es Auffanglager in Tsumeb und Grootfontein gab, für deren Aufbau und Unterhalt wir mobilisiert wurden. In Tsumeb wurde das Gelände freigeschoben, worauf sich der heutige Campingplatz teilweise befindet. Alles in Militärzelten. Das waren Kriegsbedingungen, sie sind geflüchtet bei der Invasion der Kubaner. Da hat niemand der tollen Europäer geholfen, am allerwenigsten die Bundesrepublik. Das ging alles zu Lasten der Südafrikaner und der südafrikanischen Armee. In meinem Haus in Tsumeb nahmen wir wochenlang eine junge portugiesische Familie mit Kleinstkind auf, und besorgten weiteren Familien Arbeit und Unterkünfte. Das war eine andere Kategorie Mensch, als das was hier mit Smartphone aus Arabien nach Europa einströmt. Die meisten wollten und sollten nach Portugal und sind über Walvis Bay repatriiert worden. Viele bekamen aber auch Arbeit und blieben zurück und sind noch heute dort, andere kehrten in den vergangenen Jahren zurück nach Angola. Das mal zu den Tatsachen.

In den Grenzgebieten zwischen Mosambik und Südafrika sah es auch nicht anders aus.

Was Du als Sozialprestige beschreibst, das hatte etwas damit zu tun, daß die Masse keine Berufsausbildung hatte und sich somit auf Portuguese Supermarkets (Kiosks), Fish & Chips-Läden, Restaurants und als Gemüsehändler etabliert haben. Viele der Flüchtlinge aus Angola hatten jedoch handwerkliche Berufe erlernt und so haben auch viele Arbeit bekommen. Die südafrikanischen Behörden haben sich verbogen , und wer Arbeit oder Unterkunft gefunden hatte, bekam auch gleich eine Aufenthaltsgenehmigung. Im Flüchtlingslager.

Aber so wenig wie sich die Türken in Deutschland auch nach 40 Jahren integriert haben, das war bei den Portugiesen nie der Fall. Sie blieben häufig untereinander, was normal ist schon aus sprachlichen Gründen, und es gab aber einen normalen Umgang miteinander. Bis heute. Es gab und gibt auch viele Ehen primär zwischen den Portugieren und Buren. In Südafrika ist es auch nicht anders.
zuletzt bearbeitet 12. Juli 2017
1’715 Beiträge · seit 200614. Juli 2017 ·
Nach dem ich nun einige Dias aus den 70er eingescannt habe, wurde der Reisebericht
Afrika in den 70er Jahren noch etwas mehr bebildert.

Hier ist er abgelegt:
https://africanomads.files.wordpress.com/2017/07/afrika-in-den-70er-jahren.docx

Gruss
Emanuel
http://africanomads.wordpress.com/ www.nelson2africa.blogspot.com https://europenomads.travel.blog/ YouTube Kanal https://bit.ly/3uEEK59
Gast14. Juli 2017 ·
Danke Emanuel für den verlinkten Bericht, jetzt nochmals zum „Durchlesen“, super 🙂
…und ja, das ist Henties Bay und das Bild zeigt ca. ¾ davon, mehr war nicht in den 70ern . Diese Gegend war damals echt „down under“. Bei Brandberg und Spitzkoppe gab es keine touristische Infrastruktur, also immer wild kampieren, wie auch in vielen anderen Plätzen in der Region.
Am Brandberg waren wir die einzigen Besucher. Es gab aber brauchbare Wegweiser und-markierungen für den Fußmarsch zur „white lady“. Nahe am Ausgangpunkt dafür war ein freigemachter Platz zum Kampieren….das war’s.
Bei Spitzkoppe waren ein paar Mineraliensammler mit eigener „Infrastruktur“ und wir die einzigen „echten“ Touristen. Man hat sich einen schönen Platz gesucht, das war’s. Unsere Wahl lag nahe am Aufstieg zum Bushman’s Paradise. Ich habe die dunkle Erinnerung, dass dort oben ein Aufpasser war, weil werte Zeitgenossen im Zeitgeist die Malereien beschädigt und verunstaltet hatten. Am Brandberg war (deswegen?) nach meiner Erinnerung ein einfacher Zaun angebracht.
Als wir in Henties Bay im einzigen Lokal dort (Cafe, Pub?) einkehrten, haben mich gleich einige "locals" angesprochen, was ich denn zu verkaufen hätte!!??!! Erst mit Verzögerung habe ich kapiert, dass das auch ein Kauf- und Tauschzentrum der Mineraliensammler war….
…..und Grüße vom leser
zuletzt bearbeitet 14. Juli 2017
Gast12. Sept. 2017 ·
Schubs zum 12. September 1977
Erinnert sich noch wer von den 70ern aus SA an den 12. September 1977?
Grüße
1’715 Beiträge · seit 200612. Sept. 2017 ·
Meinen Reisebericht habe ich nun mit der Hilfe eines südafrikanischen Freundes ins englische übersetzt.
Weil nicht jeder einen schellen Internatzugang hat ich zwei Versionen gemacht.

Africa in the 70s Version only maps 400Kb

Africa in the 70s Version with maps and pictures 6Mb

Gruss
Emanuel
http://africanomads.wordpress.com/ www.nelson2africa.blogspot.com https://europenomads.travel.blog/ YouTube Kanal https://bit.ly/3uEEK59
zuletzt bearbeitet 12. Sept. 2017
Gast13. Sept. 2017 ·
als Nachtrag zum 12. Sept. 1977

Steve Biko‘s Ermordung durch den Staatsicherheitsdienst ist ja umfassend dokumentiert und durch das Buch von D. Woods und den Film von A. Attenborough international bekannt gemacht. Weniger bekannt ist vielleicht, dass damals eine gewisse Helen Zille maßgeblich für die Aufdeckung des Foltermordes war; sie war nämlich damals Journalistin beim Rand Daily Mail.

Ebenso, dass einige Zeit nach der Ermordung von Biko und als klar war, dass es keine Konsequenzen für die Verantwortlichen geben würde, einige couragierte Ärzte den dafür üblichen Untersuchungsprozess in der Ärztekammer eingeleitet haben, schließlich waren ja schwere Diagnose- bis Behandlungsfehler vorgefallen….bis Beteiligung an einer Vertuschung. Dazu gab es, nach viel Hickhack, schließlich doch einen Verhandlungstemin und –ort…..zu dem dann ein Kammerfunktionär kam, um den Wartenden mitzuteilen, dass die Kommission kurzfristig an einen anderen Ort verlegt worden war, schon getagt habe und kein Fehlverhalten festgestellt wurde. Die ganze Standesvertretung war eingeknickt.

Jedes Mal wenn ich in SA bin, oder laufend die SA-Zeitungen lese, wundere ich mich wie wenig Platz der ANC neben seiner eigenen Heldenverehrung für Biko eingeräumt hat. Wahrlich kein Ruhmesblatt.
Grüße
zuletzt bearbeitet 13. Sept. 2017
Gast15. Okt. 2017 ·
Hallo Emanuell, Uwe Schmitz sagte mir nichts, habe gegoogelt und finde nur identische Bilder zu deinem aus Swakopmund.
Hat das Auto eventuell als Sammlerstück "überlebt"?
Hier noch paar in SA gesehene Sammlerstücke aus der Familie:

IMGP2625.JPG


IMGP2624.JPG


Und noch etwas für DKW/Autounion Fans

DSC_2611.JPG


DSC_2612.JPG

Grüße
zuletzt bearbeitet 15. Okt. 2017
Gast15. Okt. 2017 ·
Danke Emanuel für den link, jetzt ist es mir auch klar......das ist sie!!!!!
Grüße
Gast22. Okt. 2017 ·
Anlässlich der Bilder von der alten Brücke in Maun im Thema von freshy https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/293701-namibia-botswana-erfahrungsbericht-2017.html?start=48#493670
hier noch zwei aus meinem Fundus:
mit Hoppala, wohl ein Opfer von Gegenverkehr

55_12_03b-2.jpg


daher immer schön in der Mitte bleiben

LC1.jpg

Grüße

PS: Übrigens ist die damalige Besitzerin des Crocodile Camps erst kürzlich verstorben
zuletzt bearbeitet 23. Okt. 2017
1’309 Beiträge · seit 200922. Okt. 2017 ·
leser schrieb:
PS: Übrigens ist die damalige Besitzerin des Crocodile Camps erst kürzlich verstorben
Wer war denn damals die Besitzerin des Crocodile Camps?
Ich kannte noch Karl-Heinz Gimpel, dem das Croc Camp lange Jahre gehört hat. Er hat alle meine Reisen ins südliche Afrika organisiert.
Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
Gast22. Okt. 2017 ·
Danke Nenette für die Reaktion, laut jetziger Ngami Times http://www.ngamitimes.com/index.html war das eine Win Harrison
"Win Harrison arrived in Botswana in 1972 to work for the British Government.......Win met Lindsey Birch who was working with Alec Campbell and whom she knew from when she lived in Zambia. Both their work contracts finished at the same time and they moved to Maun in December 1975 as they had been asked by Venture Overland to look after Crocodile Camp. By 1977 they owned Crocodile Camp and slowly built it up to a very thriving and busy lodge and campsite with a bar and restaurant that all of Maun used to frequent regularly. Crocodile Camp was sold in 1987 and Win joined Travel Wild....."

Diese Meldung hat auch mich insofern gewundert, weil bei unseren Besuchen Ende 70er der Platz von einem Deutschen (jedenfalls einem Deutsch Sprechenden) gemanagt wurde, ob als Platzmanager oder auch Besitzer weiß ich nicht mehr, auch nicht den Namen.
Grüße

PS. Nach meiner Erinnerung waren damals Crocodile Camp und Island Safari Lodge die einzigen Campingplätze in Maun und somit die einzigen Duschen und WC für Camper zwischen Francistown und Gobabis.....wobei ich jetzt auch nur vermute, dass es in Francistown tatsächlich einen Campingplatz mit Einrichtungen gab, wir sind immer nur vorbeigefahren.
zuletzt bearbeitet 23. Okt. 2017
1’309 Beiträge · seit 200922. Okt. 2017 ·
leser schrieb:Danke Nenette für die Reaktion, laut jetziger Ngami Times http://www.ngamitimes.com/index.html war das eine Win Harrison
"Win Harrison arrived in Botswana in 1972 to work for the British Government.......Win met Lindsey Birch who was working with Alec Campbell and whom she knew from when she lived in Zambia. Both their work contracts finished at the same time and they moved to Maun in December 1975 as they had been asked by Venture Overland to look after Crocodile Camp. By 1977 they owned Crocodile Camp and slowly built it up to a very thriving and busy lodge and campsite with a bar and restaurant that all of Maun used to frequent regularly. Crocodile Camp was sold in 1987 and Win joined Travel Wild....."

Diese Meldung hat auch mich insofern gewundert, weil bei unseren Besuchen Ende 70er der Platz von einem Deutschen gemanagt wurde, ob als Platzmanager oder auch Besitzer weiß ich nicht mehr, ebenso wenig wie den Namen.
Grüße

PS. Nach meiner Erinnerung waren damals Crocodile Camp und Island Safari Lodge die einzigen Campingplätze in Maun und somit die einzigen Duschen und WC für Camper zwischen Francistown und Gobabis.....wobei ich jetzt auch nur vermute, dass es in Francistown tatsächlich einen Campingplatz mit Einrichtungen gab, wir sind immer nur vorbeigefahren.
Ich kann nur vermuten, dass Karl-Heinz das 1987 übernommen hat. Ich war 1988 zum ersten Mal in Botswana und damals gehörte ihm das Camp und er war u.a. der Organisator für die Botswana-Reisen von Ikarus-Tours.
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/