Obulus-Parken

17 Antworten · 4'787 Aufrufe · gestartet 21. Juni 2011 von 4camper
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Themenstarter23 Beiträge · seit 201121. Juni 2011 · #1
Liebe Fomis,

hoffentlich habe ich mich bei der Suche nicht wieder zu blöd angestellt... Jedenfalls ist mir nach Lektüre der verschiedensten Reiseberichte schon bewusst, dass sich beim Parken u.a. an Supermärkten Kinder für die Bewachung des Fahrzeugs einfinden, denen ich dann gerne einen angemessenen Obulus geben will. Ist schon klar, dass dies auch eine persönliche Einschätzung ist, aber dennoch wäre es schön, hier noch einen Tipp (oder mehrere) von Erfahreneren zu erhalten, vielleicht auch was andere Situationen (Guides) betrifft. (Ja, Obulus und parken und und und) hatte ich schon gesucht 😉

LG
4camper
7'267 Beiträge · seit 200621. Juni 2011 · #2
Hallo

Ich gebe Tagsüber wenn ich so ein-zwei Stunden da stehe 1-2 N$. Da entscheidet häufig der Bauch ob es 1 oder 2 N$ gibt. Abends/Nachts kann es etwas mehr sein.
Es kann aber auch sein, dass ich nichts gebe. Zum Teil sind die Aufpasser so scharf darauf, dass Sie Geld einkassieren können, dass Sie nicht mal merken wenn ein neues Auto kommt oder wenn jemand einsteigt. Das hat mit aufpassen nichts zu tun.
Zudem gebe ich das Geld lieber, wenn derjenige der Aufpasst mich noch aus der Parklücke herauswinkt.

Herzliche Grüsse
Chrigu
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5'538 Beiträge · seit 200821. Juni 2011 · #3
Hallo,

nein, Kindern solltest Du Dein Fahrzeug nicht zur Bewachung anvertrauen. Es gibt in fast allen größeren Städten Car Guards, die daran zu erkennen sind, dass sie so eine Art Umhang - wie sie z. B. Sportler beim Marathon tragen - haben, auf dem etwas von Car Guard steht. Die fragen Dich, ob sie auf Deinen Wagen aufpassen dürfen. Wenn Du zurückkommst, gibst Du denen dann - je nach Dauer Deiner Abwesenheit - zwischen zwei und fünf N$. Nachts beim Parken vor einem Restaurant gebe ich im allgemeinen auch bei kürzerer Parkdauer N$ 5. Wenn Du Gepäck im Auto hast, dann fahre sinnvollerweise in ein Parkhaus. Zumindest in Windhoek gibt es dort dann richtige Guards, die dort zur Bewachung fest angestellt sind. Zu denen fahre ich dann hin und bitte sie, auf den Wagen aufzupassen. Normalerweise verspreche ich denen dafür N$ 10 bis 20. Das ist zwar für namibische Verhältnisse viel Geld, aber mein Gepäck ist es mir Wert.

Andere Trinkgelder/Tipps - da solltest Du mal in der Suchfunktion nachsehen.
Da hatten wir mal eine ausführliche Diskussion. Standard ist für mich aber, dass ich im Restaurant bei wirklich gutem Service 10 % gebe, was im übrigen bei manchen Restaurants (z. B. TUG in Swakop) erwartet wird. Bei weniger gutem Service gebe ich weniger und im Extremfall auch gar nichts. Das ist aber dann die Ausnahme. Dem Tankwart gebe ich - aber nur wenn er mehr macht als tanken - je nach Umfang seiner Zusatzleistung N$ 2 - 5.

Was der Busfahrer bekommt oder der Guide beim Game Drive hängt auch wesentlich von der Leistung ab. Da kann und will ich keine Empfehlung abgeben.

Liebe Grüße
Gerd
Gast22. Juni 2011 · #4
Gerd hat völlig Recht: Kindern überlässt man das Aufpassen nicht, dafür gibt es in der Regel "professionelle" Car Guards. Ich gebe Kindern nebenbei bemerkt grundsätzlich kein Geld.

Bei der Höhe des Obulus halte ich es wie Chrigu: 1 bis 2 Namdollar, je nachdem wie lange ich stehe und wie gut der Aufpasser denn auch seinen Job macht - es gab auch schon mal gar nix wenn der Typ nicht mal bemerkt dass ich wieder fahre.
10 bis 20 N$ halte ich für übertrieben - man muss auch mal die Verhältnisse betrachten: ein Gartenjunge, der den ganzen Tag wirklich körperliche Arbeit verrichtet verdient zwischen 80 und 120 N$ pro Tag (plus Essen natürlich). Ein Car Guard hat vielleicht zwanzig Parkplätze zum Bewachen, die Autos wechseln sagen wir mal stündlich (meistens öfter) - das sind schon mal zwanzig Dollar pro Stunde wenn jeder nur einen Dollar gibt, und er macht nichts außer Gucken....😐

Was man einem Guide gibt weiß ich nicht. Ich hatte noch nie einen.
lg
WoMa
3'766 Beiträge · seit 200622. Juni 2011 · #5
Hallo 4Camper,

noch einige grundsätzliche Ueberlegungen.

Kinder etwas zu geben beinaltet die Gefahr der Kinderarbeit. In dieser Zeit lernen sie nicht. Zudem verdienen die Parkwächter in Namibia durch uns Reisende einen Lohn der recht ordentlich ist.

Beispiel:
Ein Bauarbeiter hat einen zugesicherten Mindestlohn von N$ 9.57 je Stunde. Stand 30.03.2011 (Quelle: AZ-Namibia)

Ein Parkwächter hat in der Regel mehrere Autos je Stunde.
Bei 5 Autos zu 2-3 Dollar sind dies 10 bis 15 Dollar.
Das bedeudet rund bis zu 50% mehr als ein Bauarbeiter für körperliche Arbeit bekommt.

Auch wenn dies für uns (und wohl auch Namibier) wenig ist, sollten wir darauf achten nicht zu sehr mit den "Gaben" nach oben zu übertreiben.

Beispiel:
Ich kenne einen Schweizer der gibt an der Tanke immer 10% des Benzinpreises als Trinkgeld, unabhängig davon ob die Scheiben geputz werden oder nicht.

Bei einem Tankvolumen von 70-80 sind das dann 80-100N$ oder beinahe ein Tagesverdienst eines Bauarbeiters. Auch wenn wir etwas Gutes tun wollen müssen wir Touris darauf achten nicht zu sehr in das soziale Gefüge in Namibia einzugreifen.

Klar dürfen wir "etwas mehr geben" aber man sollte es nicht übertreiben.

Wir wundern uns das auf gewissen Strecken mit Steinen nach uns geworfen wird wenn wir nichts "abdrücken". Nun an dieser Situation sind wir auch zum Teil selber schuld, haben wir doch mit den "Mitbringseln" angefangen.

Am Anfang kostete es uns nichts, und nach und nach sind Begehrlichkeiten entanden. Jetzt wird erwartet, und wenn nicht, bekommen wir es zu spüren.

Nun nochmals zum Thema:
1 oder 2 N$ für den Tankwart und den Parkwächter sind Standart.
1 oder 2 N$ als Tourist mehr zu geben ist in begründeten Fällen (guter Servie oder in der Nacht) auch nicht verkehrt.

Wir sollten ein wenig auch an die einheimische Bevölkerung denken die in Namibia leben muss. Die nicht in der Lage oder Willens ist die Touristenpreise zu zahlen.

Das ist nur "meine Ueberlegung" die kann falsch sein und soll keinen verbindlichen Ratschlag darstellen!

Am Ende bezahlt jeder nach seinem Gusto, aber über die Situation etwas nachzudenken ist, so denke ich, auch nicht verkehrt 🙂
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zuletzt bearbeitet 22. Juni 2011
33,1k Beiträge · seit 200622. Juni 2011 · #6
Hallo 4camper,

vieles wurde schon sehr richtig geschrieben, v.a. auch der Hinweis vom Crazy Zebra.
Grundsätzlich gebe ich maximal N$ 2 tagsüber und bis zu N$ 3 nachts und immer nur an legale Bewacher (haben eine Weste + Ausweis der Stadt Windhoek). Zudem nur dann, wenn diese auch bei Ankunft und Abfahrt sichtbar (!!!) waren. Häufig kommt von irgendwo einer angelaufen wenn man wegfahren will und möchte "sein" Geld abholen. Da gibt es knallhart nichts. Wer nicht da ist, kann auch nicht aufpassen!

Sonnige Grüße
Christian
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Gast22. Juni 2011 · #7
Hallo,

Parkwächtern bekommen von mir auch 1-2 NAD. An der Tankstelle gebe ich meistens ein bisschen vom Wechselgeld, insbesondere wenn die Fenster gut gereinigt wurden.

Ich war übrigens so dämlich, bei der Shell-Tankstelle bei Wernhill in Windhoek auf eine ganz billige Abzocke reinzufallen. Es war der Tag unseres Rückfluges. Geld abheben. Auto volltanken und beim Vermieter abgeben. Da ich nicht weiß, wie lange die Rückgabeprozedur bei diesem Vermieter dauert, habe ich es eilig. Wir müssen ja unsere Flüge erreichen. Ich unterhalte mich mit dem sympathischen Tankwart. Die Tanksäule zeigt irgendwas knapp unter 1.200 NAD an. Ich drücke dem Tankwart 12 100er in die Hand. Er zählt nach: "It's not enough". Hä? Habe ich mich wirklich verzählt? Ich schiebe noch einen 100er rüber. Er nickt. Später zähle ich das Geld in meiner Tasche nach und mir wird klar, dass ich da definitiv um 100 NAD erleichtert wurde. Es war ein Fehler, aus Zeitgründen nicht selbst noch mal nachzuzählen.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 22. Juni 2011
5'538 Beiträge · seit 200822. Juni 2011 · #8
Hallo und guten Morgen Zusammen,

10 bis 20 N$ halte ich für übertrieben

Ihr habt alle Recht, besonders Kurt, der mit Recht darauf hinweist, dass wir als Touristen den Einheimischen nicht die Preise verderben dürfen. Allerdings habe ich einen Ausnahmefall genannt, den ich noch einmal ausführlich erläutere:
Ich stehe im Parkhaus - meist im Wecke Voigts Parkhaus (Kalahari Sands). Ich habe das Auto voller Gepäck. Da suche ich mir einen von den uniformierten Guards - nicht die üblichen Parkwächter mit den Westen. Den bitte ich für die nächsten Stunden auf mein Auto aufzupassen und sage ihm, dass er nach meiner Rückkehr N$ 10 oder 20 bekommt. Dann steht der garantiert während der gesamten 3 oder 4 Stunden nur bei meinem Wagen und behütet den wie seinen Augapfel. Und dann bekommt er auch die versprochenen Summe.
Im Übrigen gebe ich sonst im Parkhaus nie zusätzliches Geld, denn da gibt es keine Parkwächter und die dort angestellten Guards bekommen auch so gut wie kein Trinkgeld von den Touris, da sie von der Parkhausgesellschaft bzw. vom Hotel angestellte Guards sind.

Liebe Grüße
Gerd
235 Beiträge · seit 200922. Juni 2011 · #9
Hallo Fomis
Ich hab da noch mal eine Frage an die Namibianer im Forum. Die vielen Parkwächter werden doch bestimmt fürs "Parkwächter sein dürfen" einen Obulus an wen auch immer abgeben müssen. Sonst würde doch die Strasse voll mit selbsternannten Parkwächtern sein. Wie ist das eigentlich geregelt?
Schönen Tag noch christina
33,1k Beiträge · seit 200622. Juni 2011 · #10
Hallo Christina,

sie registrierten sich bei der Stadt und bekommen dann einen bestimmten Abschnitt zugewiesen. Deshalb findest Du in aller Regel auch immer die gleichen Wächter an der gleichen Stelle. Sie müssen nichts dafür bezahlen (soweit mein Stand Ende 2010)... ABM nennt man das 😉

Sonnige Grüße
Christian
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Gast22. Juni 2011 · #11
@ Gerd:
Verstehe - das kann ich auch vollkommen nachvollziehen.

lg
WoMa
667 Beiträge · seit 200622. Juni 2011 · #12
Beim Einkaufen, je nach Zeit, gebe ich 2-3 Rand. Abends zum Kino oder Restaurant 5-8-10 Rand, je nach Zeit. (Südafrikanische Preise, Namibia aber ähnlich)

Etwas Ähnliches wie Guido ist mir auch mal passiert: Hatte meinen Hilux randvoll tanken lassn und abgezählte 1100 Rand übergeben. Der attendant raunte mir zu: "your fly is open". Ich drehte mich eine Sekunde diskret herum und checkte: NOT open! Das hatte gereicht, er zählte mir mit Unschuldsmiene nur 1000 R vor. Musste trotzdem hinterher grinsen, wieder ein neuer Trick.

Sonst wie schon gesagt: KEINE Kinder ranlassen.
667 Beiträge · seit 200622. Juni 2011 · #13
Beim Einkaufen, je nach Zeit, gebe ich 2-3 Rand. Abends zum Kino oder Restaurant 5-8-10 Rand, je nach Zeit. (Südafrikanische Preise, Namibia aber ähnlich)

Etwas Ähnliches wie Guido ist mir auch mal passiert: Hatte meinen Hilux randvoll tanken lassn und abgezählte 1100 Rand übergeben. Der attendant raunte mir zu: "your fly is open". Ich drehte mich eine Sekunde diskret herum und checkte: NOT open! Das hatte gereicht, er zählte mir mit Unschuldsmiene nur 1000 R vor. Musste trotzdem hinterher grinsen, wieder ein neuer Trick.

Sonst wie schon gesagt: KEINE Kinder ranlassen.
Helmar
667 Beiträge · seit 200622. Juni 2011 · #14
@Christina:
In SA auf den großen Supermarktparkplätzen müssen die attendants für ihre Areale eine Gebühr an einen ihrer schwarzen Obergurus abführen. Er verwaltet die Vergabe, bei ihm müssen sie auch ihre "Uniform" kaufen, also Sonnenhut, Hemd und Warnweste.
Der Guru verdient also immer mit.
Helmar
Themenstarter23 Beiträge · seit 201123. Juni 2011 · #15
@alle
Danke!!! für die gründlichen Informationen, die uns bei der Orientierung sicher helfen werden. Und dann hoffe ich, dass es beim Tanken nicht zu viele neue kreative Tricks gibt 😉

4camper
192 Beiträge · seit 201123. Juni 2011 · #16
Bei dem ganzen Thema taucht bei mir die Frage auf. Wie komme ich eigentlich an das passende Kleingeld ?
Wie so oft, verlässt man den Flieger , geht an den nächsten ATM und bekommt nur große Scheine.
Denkt man sich, na klar , geh ich in den nächsten Shop kauf mir ne Packung Kaugummis, dann hab ich Kleingeld. Jedoch ist der kleinste Schein 10 Dollar und wirklich an eine gewisse Zahl Münzen zu kommen um nicht beim Guard auch noch Wechseln zu müssen 😁 stellt meistens dann doch eine Hürde da.
Wie macht ihr das denn ?
235 Beiträge · seit 200923. Juni 2011 · #17
Danke Helmar, so was habe ich befürchtet. Macht natürlich unsere Diskussion über was so ein Parkplatzwächter verdient ein bisschen fragwürdig.
Besonders wenn das nicht überall gleich gehandelt wird (siehe Beitrag von Christian)
33,1k Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #18
Hallo Red71,

also die Problematik hat sich noch nie gestellt. Du bekommst doch überall jede Menge Münzen und damit bezahlst Du dann die Parkwächter. Ich mache es - wie viele hier in Nam - so, dass ich alle 1-Dollar-Münzen einfach immer im Auto sammle und dort belassen. So hat man immer genug Kleingeld. Und wenn mal nicht, dann ist es eben Pech (entweder für Dich, wenn Du dann N$ 10 gibst oder der Wächter, wenn er gar nichts bekommt).

Sonnige Grüße
Christian
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