Grillen

29 Antworten · 9'487 Aufrufe · gestartet 11. Mai 2006 von Bazi
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Themenstarter2'721 Beiträge · seit 200611. Mai 2006 · #1
Hallo
Hab schon im Forum gesucht, aber keine Antwort auf meine Frage gefunden.
Hier die Frage:
Wie sind als Selbstfahrer unterwegs. Bei unser Planung ist die Frage aufgetauch, ob man unterwegs grillen könnte. Also nicht auf einem Campingplatz oder in einem Camp, sondern einfach unterwegs.
Ist meiner Meinung etwas gefährlich, aber vielleicht geht es ja.
Falls ja, darf man dann Holz sammeln, oder kauft man wie hier Holzkohle.
Als ich geführt unterwegs war, ist diese Frage halt nicht aufgetaucht.
Danke schon mal für die Antworten auf meine dumme Frage
Gisela😊
852 Beiträge · seit 200611. Mai 2006 · #2
Hallo Gisela!

Jetzt bin ich doch etwas verdattert. Ja natürlich kannst Du unterwegs grillen. 🙂 Entweder Du kaufst Dir Feuerholz unterwegs an der Straße, oder im Supermarkt. Grillkohle geht etwas schneller, haben wir auch immer einen Sack dabei. Du solltest aber nicht an einem der Picknikplätze an den Straßen grillen, zu gefährlich. In eingezäuntem Bereich von Namibia ist das grillen eigentlich nur auf Campingplätzen zu empfehlen. Ansonsten findet sich immer ein plätzchen, z.b. im Damaraland oder Kaokoveld. Sammeln kannst Du auch.Geht aber auch nur in nicht eingezäunten Gebieten und in der Wüste findet sich nicht viel. Zu empfehlen ist das Grillen ja eigentlich nur abends, wenn Ihr nicht wild zeltet, Z.B. Kaokoveld, dann seid ihr doch in einem Camp, oder? Hoffentlich hab ich Dich verstanden.

gruß Christian
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140 Beiträge · seit 200611. Mai 2006 · #3
Hallo Bazi - soubona!
Obste grillen DARFST, weiß ich nicht - wir haben das nur in den Lodges benötigt.
Brennstoff hingegen kriegste überall: Tankstellen und Pick'n Pay wie alle anderen Discountläden auch, in denen wir einkauften, bieten Grillkohle-Briketts an (2-kg-Tüten, 4 und 5). Oft steht auch einer vorm Laden - und die Tankstellen haben draußen oft Regale - mit Scheitholz. Das ist dann fast immer Kameldorn mit dem roten Kern (kennste ja aus dem Südwester-Lied: "Hart wie Kameldornholz ist unser Land..."), das eine mächtige Hitze erzeugt. Aaaber: wenn Du nicht einen kräftigen Schlag mit Deinem Küchenmesser zu führen weißt, kriegst Du dies nicht zu anfeuerfähigen Spänen zerlegt. Bähä - kriegste natürlich bei den Briketts auch nicht. Aber da nimmt man ja ohnehin den an der gleichen Stelle beziehbaren Grillanzünder in Platten, von denen man Stücke abbricht. Hat seit vor zwei Jahren übrigens bemerkenswert an Geruch nachgelassen - kann man einfach unterm Sitz oder im Kofferraum mitführen.
Und guten Appetit - nicht vergessen, die schönen Butternut-Braais: Auskratzen, mit gut gewürzter Butter den Schnitt bestreichen und die Auskratz-Höhlung füllen, in Alufolie wickeln und direkt auf die Glut. Braucht gut doppelt so lange wie das Fleisch auf dem Rost. <br><br>Post geändert von: peter, am: 11/05/2006 19:37
You have to know where the places are you should be at! That\\\'s what Oom Schalk Lourens taught us ...
3'491 Beiträge · seit 200611. Mai 2006 · #4
Hallo Bazi,
erschrick nicht: "Grillen" ist in Namibia außerordentlich verpönt - und zwar der Begriff, nicht die Tätigkeit. Man nennt das dort Braai - und das ist ein Volkssport. Wo immer 3 Südafrikaner oder Namibier zusammentreffen, gilt die erste Sorge dem Platz für den Braai, dann dem Feuerholz und dann dem Fleisch. Dazu eine Palette Lager oder Castel und die Welt ist in Ordnung. Vom Prinzip her kannst Du fast überall braaien, wenn Du das Erforderliche dabei hast, fraglich nur, ob das immer gut ist: Du musst eigentlich überall und ständig mit spürbarem Wind rechnen - und Sand. Beides sind keine idealen Voraussetzungen für einen Braai. Deshalb findest Du bei sehr vielen Unterkünften einen eigenen Braai-Platz - vor jeder Hütte. Gelegentlich mit Rosten und Rost, der noch aus Vortrekkers-Zeiten stammt - aber wenn das anders wäre, dann könnte man das ja auch "Grillen" nennen. 😄
Gruß Joli
1'335 Beiträge · seit 200611. Mai 2006 · #5
Boh, Peter, sieht das lecker aus!!
Sollten wir vielleicht noch Rezepttipps austauschen? Einfaches und nahrhaftes Kochen für unterwegs in Namibia?

Damit ich nicht nur Fleisch braaien muss, wüsste ich gerne noch Alternativen. Auch was man dazu essen kann.
Habe noch nie in Namibia selbst gekocht, werde es aber im Juli tun. Und meine häuslichen Rezepte eignen sich gar nicht für Namibia.

Bin jetzt hungrig. Hab Hunger auf Butternut. 🙄
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Themenstarter2'721 Beiträge · seit 200611. Mai 2006 · #6
Danke für die Berichtigung. Also nicht grillen sondern braaien.
Und auch danke für die anderen Nachrichten. Wie gesagt, die Frage ist bei uns aufgetaucht. Und nachdem ich immer gerne möglichst alles im Vorfeld kläre hab ich mal angefragt. Natürlich sind wir am Abend immer in irgendeiner Unterkunft, aber es könnte ja sein, dass ....... usw. usw.
LG Gisela
158 Beiträge · seit 200612. Mai 2006 · #7
upsi - beim Lesen der Überschrift "Grillen" hab ich eher an die niedlichen Tierchen gedacht 🙂

@ Parnassia
ja - diese butternut ist das absolut Leckerste. Aber was sich sonst noch "grillen" 😛 lässt? Wir legen oft Tomaten, Zwiebeln, Kartoffeln (alles in Folie gewickelt) oder Maiskolben aufs Feuer. Und natürlich kannst du auch in der Glut dein eigenes Brot backen. Das wird einfach superlecker!!!
Guten Hunger wünscht
Catbird 😎
1'457 Beiträge · seit 200612. Mai 2006 · #8
. . . mein absolutes Favorite als Nachtisch: Bananen (in der Schale auf den Rost gelegt) mit Zimt und Zucker, oder einem Hauch Muskat verfeinert. . .
1'059 Beiträge · seit 200613. Mai 2006 · #9
konno schrieb:
. . . mein absolutes Favorite als Nachtisch: Bananen (in der Schale auf den Rost gelegt) mit Zimt und Zucker, oder einem Hauch Muskat verfeinert. . .
korrekt! das ist in der tat seeehr lecker! mmmh.
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
158 Beiträge · seit 200614. Mai 2006 · #10
na dann leg ich noch nen Bratapfel, gefüllt mit Rosinen, Mandeln und Zimt, in Alufolie eingewickelt, nach 🤩
1'335 Beiträge · seit 200614. Mai 2006 · #11
Bratapfel ist bei mir Kopf gekoppelt mit Schnee oder zumindest eisiger Kälte.

Ich werde auf den Bratapfel verzichten, damit es nicht zu kalt wird. 🙂
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140 Beiträge · seit 200614. Mai 2006 · #12
Hier ein paar Laien-Worte zu Butternuts - von mir ist nur der Bericht, zubereitet wird's meist von weiblich-erfahrener Hand.
Also: die Butternuts sind so'ne Art kleine Kürbisse, haben aber eine mächtig harte Schale. Die Form haben sie entweder wie eine 500 Gramm schwere Birne - häufigere Form - oder sie sind eher walzenförmig wie auf meinem Foto neulich. Diese letzteren machen sich im Feuer ein bißchen besser, weil sie gleichmäßiger garen als die birnenförmigen. Geschmacklich habe ich keinen Unterschied festgestellt - wir haben aber nie beide Sorten zugleich gegessen.
Die "Hauptkunst" ist es, sie längs in zwei einigermaßen gleiche Hälften zu teilen. Dann nimmt man mit einem Löffel das lockere Fleisch um die Kerne und damit auch die Kerne selbst heraus - kommt weg. Da bei den walzenförmigen nur an einem Ende ein rundes "Nest" für die Kerne liegt, schabt man mit einem Löffel eine tiefe Spur in das Fleisch der kernlosen Hälfte. Denn in das Nest (und eben auch in die so angelegte Grube) kommt jetzt ordentlich Butter, Pfeffer, Salz und gern ein kräftiges Gewürz. In Mariental (und sonst nirgends wieder - wie das so ist in Afrika: man muß sofort kaufen, was einem gefällt) fanden wir im OK Grocer ein Gewürz namens "Worcester Sauce Spices", das sich vorzüglich für die Butternuts eignete, aber auch Barbecue Spices oder, wenn man bißchen Schärfe mag, Portugese Chicken sind sehr gut zu verwenden. Das Ausgeschabte bei den Walzen-Nuts kann man gut mit in die Butter hineinkneten - das gibt einen feinen Geschmacksbinder (BINDER, Konno, nicht Verstärker. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!). So - nun kommt richtig ordentlich und ganz fest Alufolie um die Fruchthälften, die man ringsum schließt. Löcher sollten nicht in die Folie kommen, da fließt die Butter mit dem Saft 'raus, was schade wäre und was stinkt. Diese Pakete kommen direkt in die Glut, sobald das Holz durchgebrannt ist. Schale nach unten. Zeit auf dem Feuer ist schwer zu sagen - mit einem Löffel auf die ebene Seite des Paketes drücken reicht als Information. Wenn weich, dann gut.
Damit das Essen nicht zu einseitig ist, macht es Spaß, außerdem noch Süßkartoffeln zuzubereiten. Die sind groß, ca. 300, leicht auch 500 Gramm, und werden nur gewaschen/gebürstet, kommen ebenfalls in dick Folie und so ins Feuer. Die kann man aber mal drehen - das beschleunigt.
Gegessen werden sie mit Crême fraîche oder Sour Creme oder so was Frischem eben, mit einer Prise Salz und Pfeffer auf die halbierte Frucht und gut und gerne mit der Schale.
So - jetzt hab ich erst mal meine Schularbeiten gemacht, und aus unserer Küche nebenan duftet der Spargel. Bis später wieder
P

Post geändert von: peter, am: 14/05/2006 13:47<br><br>Post geändert von: peter, am: 14/05/2006 16:46
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168 Beiträge · seit 200614. Mai 2006 · #13
Hallo Peter,
vielen Dank für die ausführliche und tolle Rezeptidee, das werden wir sicherlich im Herbst ausprobieren. Wir haben bisher meistens Kartoffeln oder Squashes in der Glut zubereitet. Die Butternut haben auf Gas als Gemüse gekocht.
Viele Grüße
Christian
Fotofeeling - Reisefotografie und mehr
1'457 Beiträge · seit 200614. Mai 2006 · #14
verhunzt mir die gute Butternut nicht mit irgendwelchen Geschmacksverstärkern ! 🙄 Ich setze auf Nelken ! 😗
935 Beiträge · seit 200614. Mai 2006 · #15
Hallo Peter,
das Rezept hört sich gut an. Wird sicherlich bei unserem nächsten Braai ausprobiert.
Wir kaufen uns immer auch ein paar Soßen von Mrs H.S.Ball’s - je nach Geschmack von süß bis extra hot.
140 Beiträge · seit 200614. Mai 2006 · #16
Naja - das sind die Beilagen, die wir mögen. An Fleisch dazu zähl ich Dir mal auf, was in Sossusvlej Lodge so auf Deinen Teller konnte, wenn Du nur "an extra stomach" mitgebracht hattest: Rechte Seite (Game): Zebra, Kudu, Oryx, Hartebeest, Warthog, Porcupine, Eland, Beef Kebab, Chicken Breast, Pork Chops, Beef Steak, Lamb Chops: Linke Seite (Fish): Hake Fillet, Calamari, CrocodileTail, Kingklip Fillet.
Und - richtig, Rebecca: zwei Frauen pflegen uns auf solcher Fahrt zu begleiten: Ouma mit ihren Rusks und Mrs. Ball. Zwei sehr schätzenswerte Mädels!
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852 Beiträge · seit 200616. Mai 2006 · #17
Hallo!

Gisela hatte am Anfang gefragt, ob sie unetrwegs braaien kann. Ich möchte nocheinmal davor warnen auf den Picknikplätzen unterwegs ausgedehnte Pausen zu machen, oder auch den dortigen Braaiplatz zu verwenden.

Neuester Zwischenfall:
http://www.az.com.na/index.php?page=news/news.php&identifier=1079863842&id=15442

Bei einer nötigen Pinkelpause lassen wir immer das Auto laufen und die Türen geöffnet um sofort abzufahren. Die Vorfälle an den Halteplätzen sollte jeder ernst nehmen! 😊

gruß Christian
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1'910 Beiträge · seit 200616. Mai 2006 · #18
Genau das ist allgegenwärtig, dass sollte NIEMAND kleinreden. Hier ist VIEL zu tun seitens der Regierung... 😠 sollen doch der Tourismus mehr werden!

Bessere Ausrüstung der richtigen Polizei gehört genauso dazu wie deren vernünftige Bezahlung, dass sie nicht wegschauen müssen wenn dergleichen passiert! 😈

allerbester Gruss, Klaus
Gruss, der K l a u s Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ...... Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
Themenstarter2'721 Beiträge · seit 200616. Mai 2006 · #19
Also hatte meine Frage von wegen braaien doch eine kleine Berechtigung. Und ich hatte schon ein schlechtes Gewissen. Hab zwar aus einem anderen Grund gefragt, aber nun scheint die Diskussion doch noch Sinn zu haben.
Gisela
527 Beiträge · seit 200616. Mai 2006 · #20
Bei einer nötigen Pinkelpause lassen wir immer das Auto laufen und die Türen geöffnet um sofort abzufahren. Die Vorfälle an den Halteplätzen sollte jeder ernst nehmen!
Ich rate ganz davon ab, überhaupt an den Rastplätzen zu halten. Um eine Pause, zu welchem Zweck auch immer, einzulegen kann man genausogut überall anders halten, wo nicht gerade eine tiefe Böschung längs der Straße ist. Bei dem wenigen Verkehr ist es praktisch fast immer möglich auf freier, kilometerweit einsehbarer Strecke rechts ranzufahren.