Entwicklungshilfe - ein "positives" Beispiel...

9 Antworten · 3'384 Aufrufe · gestartet 25. Nov. 2010 von Sambezi
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ThemenstarterGast25. Nov. 2010 · #1
Hallo,

Weihnachten steht vor der Tür, die Spendengelder sollen fließen - die Herzen werden geöffnet - die Aufrufe(auch hier) mehren sich wieder....

Wer profitiert, das siehe hier....

ZDF - Auslandsjournal ab Minute 14:20 ein Bericht dazu.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/1197504/auslandsjournal-vom--24-November-2010

PS: Nun kann auch jeder selbst die Auftritte deutscher Promis, die irgendwo in arme Länder "chauffiert" wurden, bewerten....

nachdenkliche Grüße
zuletzt bearbeitet 25. Nov. 2010
1'223 Beiträge · seit 201025. Nov. 2010 · #2
Klar, die fliegen auf GEZ-zwangseingetriebene Kosten 🤩 der Zuschauer durch die Welt und mimen die großen Wohltäter (wie Pilawa nach Haiti)...oder irre ich, und ist das wieder eine Verschwörungstheorie? 😄
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
378 Beiträge · seit 200725. Nov. 2010 · #3
Ob eine Million oder "nur" 200.000 Menschen in diesem Township leben, spielt doch erstmal keine Rolle. Die Bilder des Filmbeitrags zeigen doch deutlich auf, dass dort Hilfe bitter nötig ist, auch wenn die gesprochenen Worte in diesem Bericht etwas anderes aussagen sollen. Die Infrastruktur ist nach wie vor verherrend. Menschen die in ärmlichsten Verhältnissen im Müll leben müssen haben m.E. alle Hilfe sämtlicher Organisatoren nötig.

Ob man will oder nicht, die sogenannten Promis bringen das Elend wieder auf die Tagesordnung (wer denkt denn noch an Haiti oder Pakistan und das ist erst wenige Monate/Wochen her)und fördern die Spendenbereitschaft deutlich. Ein Pilawer in Haiti wird aufgrund seiner Bekanntheit mehr fürs Land tun können als andere und die Kosten die seine Reise verursachte mehrfach für die Bedürftigen wieder einspielen. Sinnvoller können die eingesammelten GEZ Gebühren gar nicht angelegt werden.

Gruß Bernd
zuletzt bearbeitet 25. Nov. 2010
ThemenstarterGast25. Nov. 2010 · #4
Hallo Bernd,

die Bilder sind aktuell - die Hilfsorganisationen sind schon Jahre mit Ihrem vielen Geld dort.....

Schon mal überlegt.....

Gruß
378 Beiträge · seit 200725. Nov. 2010 · #5
Sambezi schrieb:
Schon mal überlegt.....
Ich überlege immer.
Ich vermute nur nicht grundsätzlich Schlechtes hinter dem Einsatz anderer Menschen.
zuletzt bearbeitet 25. Nov. 2010
ThemenstarterGast25. Nov. 2010 · #6
Geopard schrieb:
Sambezi schrieb:
Schon mal überlegt.....
Ich überlege immer.
Ich vermute nur nicht grundsätzlich Schlechtes hinter dem Einsatz anderer Personen.
ich auch nicht - aber der Sinn, Nutzen und die Ergebnisse sollten betrachtet werden....
154 Beiträge · seit 201025. Nov. 2010 · #8
Ehrlich gesagt hat doch niemand Interesse daran, dass sich die Situation ändert. Weder die NGOs noch die GTZ. Denn man macht gutes Geld mit dem Elend. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die heute noch aus reiner Nächstenliebe in der Entwicklungshilfe arbeiten. Vielleicht noch die Leute vom DED und einige Nonnen oder Mönche.

Und die Regierungen schon gar nicht. Lieber werden bei unsere landwirtschaftliche Produkte subventioniert, um sie dann ganz billig nach Afrika zu schicken, wo dann die lokalte Landwirtschaft kaputt gemacht wird.
114 Beiträge · seit 200926. Nov. 2010 · #9
Sambezi schrieb:
nochmals für Bernd

http://www.freiewelt.net/nachricht-5029/volker-seitz:-%22st%E4ndige-almosen-ersticken-jede-initiative%22.html

http://www.ef-magazin.de/2009/10/23/1590-korruption-in-afrika-warum-viele-entwicklungslaender-arm-sind

Gruß
Hallo Sambezi,
ich denke viele von uns wissen, dass nicht jede Spende dort ankommt und Hilfe zur Selbsthilfe besser ist als ein nicht endender Geldfluss. Ich gebe Dir recht, dass sich die Promis dort hinstellen Telefonieren(damit Sie im TV sind)und danach (wahrscheinlich)keinen blassen Schimmer haben was mit dem Geld passiert.
Aber so richtig schlimmes kann ich da auch nicht entdecken- wenn jetzt schon das Spenden für Humanitäre Zwecke verpönnt ist??
Fort von der grünen "dagegen" Argumentation und hin zu guten Beispielen von Deiner Seite- wo soll man Spenden -Wie kommt dass Geld dort an, was wird damit gemacht- welche Veränderungen kann man entdecken?
Ansonsten ein sehr guter Artikel von Volker Seitz.
Gruß aus Kiel
Friese
ThemenstarterGast26. Nov. 2010 · #10
Hallo Friese,

und sein Buch ist noch interessanter...

So hart wie es klingen mag - nicht nur dagegen sein...

aber das, was ich so in Afrika gesehen habe würde ich sagen, sämtliche Hilfe radikal einstellen für alles und jeden.

Warum? Dann müssen die Eliten sich um ihr Land kümmern... bei der heutigen Strategie der Geberländer wird das nie geschehen.

Ich beschreibe mal meine Einstellung so:

Ich sitze in meinem Haus (wer das gebaut hat, weiß ich gar nicht so genau - ich jedenfalls nicht) und es kommt einer, und gibt mir 2000,- Budgethilfe und geht, der war aber schon vorigen Monat und die Monate davor da und hat nicht gefragt, was ich mit den letzten 2000,- gemacht habe....

Dann klingelt es an der Tür und ein anderer steht da und will mir einen Weg in den Garten bauen...

Dann schon wieder, der will meine Kinder untersuchen und ihnen Medikamente geben...

kaum gesetzt, klingelt es und ein Lehrer will mir eine Schule bauen und unterrichten...

Der, der mir den Weg baut, legt gleich noch ne Wasserleitung dazu, er hatte noch Geld übrig....

Plötzlich steht auch noch ein voller Lebensmittelkorb da, von einem Freund, der mir den Weg gebaut hat...

Mein Rasen wird auch noch von irgendjemanden gemäht...

Und da meine Lampen nicht immer brennen, baut mir ein Freund von dem Freund des Freundes noch einen neuen Stromanschluss....

So und nun??? Was mache ich mit den 2000,- jeden Monat???? Ich kauf mir Schampus und einen Mercedes, natürlich in Verbindung mit nem neuen Flat TV und was noch übrig ist, schenke ich meinem Bruder...
Und wenn ich noch etwas brauche - da kommt doch der vom letzten Monat wieder und die, die immer bei mir klingeln die sind auch ständig wieder vorstellig...

So in etwa...

Sorry und Gruß

Als aktuelles Beispiel fällt mir da die neue Prunkvilla in Senga Bay Malawi neben dem Camp Cool Runnings ein...

Seit 5 Monaten fertig, wurde 2x von einem hohen Regierungsmitglied benutzt, etwa 50 Gartenlampen sind die ganze Nacht an und das Dorf hat keinen Strom, wird 24 Stunden bewacht...
Die Campbesitzerin wird gefragt, ob sie nicht eine neue Polizeistation im Ort bauen könnte...

PS: wollte noch anmerken, dass ich keiner "grünen" Gesinnung angehöre und ich mich nicht mal zu blau, schwarz, rot, lila, gelborange etc. bekennen kann...

PS: kleine Anmerkung aus dem o.g. Buch - Deutschland gibt 194 Mio Euro Entwicklungshilfe an C h i n a...

Ich verurteile auch niemanden, der spendet - ich kann nur nicht verstehen das jemand es gerne tut, wenn er wüßte, dass er mit dazu beiträgt, das afrikanische Despoten mit die reichsten Menschen der Welt sind und Ihre Völker arm bleiben....
zuletzt bearbeitet 26. Nov. 2010