erste Namibia/Botswana Reise

4 Antworten · 878 Aufrufe · gestartet 06. Sept. 2010 von MartinE
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Themenstarter2 Beiträge · seit 201006. Sept. 2010 · #1
Liebe Forumsmitglieder,

zunächst mal ein rießengroßes Dankeschön für die vielen Informationen,
die ich bereits aus euren Beiträgen herauslesen konnte.
Ich habe mich heute neu angemeldet, da ich mich jetzt intensiver mit
der Planung unseres nächsten Afrika Abenteuers beschäftigen werde.

Unsere erste Afrika-Reise war vor 2 Jahren.
Wir fuhren von Johannesburg bis Kapstadt mit einem 4WD Trax
ca. 6600 KM. in 4 Wochen.
Wir gehören also eher zu der Fraktion, denen viel fahren nichts ausmacht
und ein Aufenthalt von 1-2 Tagen an einem Ort meist ausreicht.

Wir planen jetzt also eine Namibia / Botswana Tour im Oktober 2011.
Wir sind 4 Erwachsene mit 2 Fahrzeugen und werden uns ca. 5 Wochen Zeit nehmen.
Wieder mit einem 4 WD und Übernachtungen auf Campingplätzen.
Unser Focus: Tiere und Natur.

Wir sind zum Ersten mal in diesen Ländern und planen grob gesagt
die klassische Namibia-Rundreise mit Abstecher zu den Vic-Fällen
und Rückreise über Botswana.

Also so ungefähr:
WINDHOEK
KEETMANSHOOP
FISH-RIVER-CANYON
SOSSUSVLEI
WALVIS BAY
SWAKOPMUND
TWEYFLFONTEIN
ETOSHA
CAPRIVI
KASANE
VIC-FÄLLE (event. mit Veranstalter von Kasane aus)
CHOBE- NP
Über MAUN zurück nach Windhoek

Ich denke, dass Vorausbuchungen in SOSSUSVLEI, ETOSHA und CHOBE notwendig sind:

Gerne würde ich eure Meinung dazu hören und bin dankbar für jeden Tipp.
Angefangen von günstigen Flugmöglichkeiten über schöne Übernachtungsplätze
bis hin zu detaillierten Routen Vorschlägen.
Vor allem Botswana ist für mich noch ein großes Fragezeichen.
Wie sind zu dieser Jahreszeit die Straßenverhältnisse ?
In welchen Camps kann man übernachten ?
Wie problematisch sind Vorausbuchungen ?

Schon mal vielen Dank im Voraus dafür.
728 Beiträge · seit 200606. Sept. 2010 · #2
Hallo Martin,
willkommen im Forum!
Es ist klug, jetzt - 1 Jahr vor der Reise - mit der Planung zu beginnen. Die Buchungen im Chobe und ggf. Moremi solltet ihr im November vornehmen (lassen). Weil es jetzt so viele verschiedene Campsite-Betreiber gibt mit unterschiedlichen Ansprechpartnern und verschiedenen Zahlungsmodalitäten, empfehle ich Dir, diese Buchungen durch einen Profi machen zu lassen. Es gibt genügend andere Dinge, um die Du Dich wirst kümmern müssen. Auch der Flug will früh gebucht werden (November), denn Oktober ist Hochsaison.
Was die Befahrbarkeit der Pisten (Wasserstand) angeht, ist Oktober die relativ günstigste Zeit. Direkt vor der nächsten Regenzeit ist der Wasserstand so niedrig wie sonst nicht. Dafür ist der lockere Sand schön tief. Der Regen der im Oberlauf des Okavango niedergeht (Januar/Februar) benötigt allerdings Monate, um im Okavangodelta/Moremi anzukommen, so dass auch im Mai/Juni dort noch gut Wasser steht. Schau mal auf den Thread Moremi/Savuti JETZT, z.Zt. auf Seite 5 der "neusten Forums Beiträge". Dazu muss man wissen, das in der vergangenen Regenzeit außerordentlich viel Wasser runtergekommen ist, so dass es dieses Jahr recht spannend wird. Ich werde im kommenden Oktober in der Region sein und bin gespannt, ob immer noch überflutungsbedingte Sperrungen vorhanden sind.
Ich würde auf die lange Schleife in den Süden Namibias mit Keetmanshoop und Fish River verzichten. Der Aufwand lohnt m.E. nicht. Ich würde die Tage lieber in Botswana einbauen. Es trägt zur Entspannung bei, wenn ihr in den entlegenen Gebieten mal einen Puffertag habt, der z.B. bei einer Autopanne (mit 2 Autos ist die Wahrscheinlichkeit einer Panne doppelt so hoch!) dringend benötigt wird und euch der Reiseplan nicht uneinholbar davonläuft, weil ihr jeden Tag woanders seid.
Zu den Campsites in den Nationalparks in Botswana mein Standardtipp: die Reiseführer von Ilona Hupe bzw. Christoph Lübbert (Reise know how) beide mit dem schlichten Titel "Botswana". Das Forum kann m.E. die Reiseführer nicht ersetzen aber prima ergänzen.
Soweit erstmal.
Gruß
Reinhard
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zuletzt bearbeitet 06. Sept. 2010
630 Beiträge · seit 200806. Sept. 2010 · #3
Hallo Martin,

auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum!

Wir haben gerade den zweiten Teil Eurer geplanten Reise (Windhuk, Caprivi - über Tsumkwe, Tsodilo Hills - Kasane, Vic Falls, Chobe, Savuti, Moremi, Maun, Windhuk) in drei Wochen hinter uns gebracht.

Ich denke, dass die drei Wochen für diesen Teil eher knapp waren und nicht wesentlich gekürzt werden können, ohne Moremi und Savuti auszulassen, was sehr schade wäre. Die verbleibenden zwei Wochen würden für Eure restliche Route zwar ausreichen (habe das auch schon in zwei Wochen gemacht), allerdings wärt Ihr auch in diesen zwei Wochen ziemlich unter Zeitdruck. Das wäre mir für 5 Wochen zu viel! Ich würde deshalb - wie Reinhard - den Fish-River-Canyon und Keetmanshoop auslassen.

Uns haben im Caprivi die Campingplätze Bumhill und Nambwa sehr gut gefallen; absoluter Höhepunkt ist für mich Ihaha am Chobe; sehr nett - aber ohne sanitäre Einrichtungen - der Campingplatz beim hohlen Baobab (Nyae Nyae); ziemlich heruntergekommen, mit versifften Sanitäranlagen der (kostenlose) Platz an den Tsodilo Hills.

Viele Grüße

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
zuletzt bearbeitet 06. Sept. 2010
3'491 Beiträge · seit 200606. Sept. 2010 · #4
Hallo Martin,
erstmal herzlich willkommen im Forum. Wie Reinhard schon schrieb - es macht Sinn, frühzeitig mit der Planung zu beginnen. Nach unserer Erfahrung ist das auch schon ein Teil der Reise und kann dem Gelingen nur gut tun. Ich habe mal Deine Grobplanung mit der eventuellen Aufenthaltsdauer versehen, um selbst einen Überblick zu bekommen, was machbar ist.
WINDHOEK (1)
KEETMANSHOOP (1)
FISH-RIVER-CANYON (2)
SOSSUSVLEI (3-4)
WALVIS BAY
SWAKOPMUND (2-3)
TWEYFLFONTEIN (2)
ETOSHA (4)
CAPRIVI (3-4)
KASANE (3-4)
VIC-FÄLLE (event. mit Veranstalter von Kasane aus)
CHOBE- NP
Über MAUN 1-4
zurück nach Windhoek (2)
Es geht also, wenngleich ich auch insoweit Reinhard zustimmen, dass weniger Ziele den verbleibenden zugute kämen und damit das Reiseerlebnis vertiefen würden.Es ist - zumindest für Namibia - ein weitverbreiteter Irrglaube, dass "wer viel fährt auch viel sieht".Wenn ich die Tour machen würde, sähe sie etwa wie folgt aus:
Windhoek (2-3)
Erongo(2)
Swakopmund (4)
Twyfelfontein (2)
Vingerklip (2)
Etosha (6)
Grootfontein/Grashoek (2)
Rundu/Umgebung (2)
Konola/Umgebung (2)
Kasane mit Chobe NP und VicFalls (6)
Nata (2)
Maun mit Okavango (4)
Gobabis/Umgebung (2)
Windhoek (1)
Trotz Zielstreichung käme ich also noch nicht einmal mit 5 Wochen hin, aber wenn es sein müsste, könnte ich schon noch etwas kürzen.
Gruß Joli
5'538 Beiträge · seit 200806. Sept. 2010 · #5
Hallo Martin,

auch von mir ein ganz herzliches Willkommen bei den Verrückten des Südlichen Afrikas.

Deine Tourüberlegung gefällt mir gut und ist auch in fünf Wochen gut zu schaffen. Trotzdem ein paar kleine Anmerkungen:

1. Keetmanshoop - Vergiss es! Erstens ist die Strecke spätestens ab Kalkrand relativ eintönig. Zweitens ist der Köcherbaumwald viel interessanter im Mai/Juni, wenn die Bäume blühen und drittens würdet Ihr ein fantastisches Highlight verpassen, wenn Ihr diesen Weg neht. Mein Vorschlag ist deshalb, dass Ihr am ersten Tag nach der Fahrzeugübernahme sofort weiterfahrt zum Lake Oanob. Dort ist ein sehr schöner Campingplatz und dort könnt Ihr Euch richtig in Namibia eingewöhnen. Es sind nur knappe 100 km von Windhoek. Das solltet Ihr also noch schaffen nach dem Flug. Windhoek seht Ihr Euch dann am letzten Tag an.

Vom Lake Oanob fahrt Ihr dann am nächsten Tag über den Spreetshoogte Passe nach Sesriem und bleibt zwei Tage dort.

Von da aus würde ich dann direkt nach Swakopmund fahren und mir auch den Fish River für später aufheben.

Wenn Ihr aber auf jeden Fall zum Fish River wollt, dann macht die zweite Übernachtung nicht in Keetmanshoop, sondern in der Kalahari (Anib Lodge oder Bagatelle) und fahrt von dort in einem Rutsch zum Fisch River. Die Kalahari ist sehr viel schöner als Keetmanshoop. Köcherbäume könnt Ihr dann auf dem Weg von Mariental ca. 30 km vor Keetmanshoop auf der rechten Seite bewundern. Das Gebiet vereint m. E. Giants Playground und Köcherbaumwald und liegt diret an der Straße. Von da aus dann durch zum Fish River. Die reine Fahrzeit von der Lodge bis zum Campingplatz am Fish River schätze ich auf fünf Stunden. Ihr habt also Zeit, in Mariental beim SPAR Eure Vorräte zu ergänzen, Fotos von den Köcherbäumen zu machen und dann von Keetmanshoop aus "im Vorbeifahren" mal einen Blick auf den Naute Dam zu werfen. Bitte, nicht in Keetmanshoop einkaufen oder aber immer eine Person bei den Autos belassen. Die Kinderbanden dort sind sehr unangenehm.

2. Auf dem Weg nach Walvis Bay/Swakopmund würde ich entweder an der Blutkuppe oder am Arch Rock eine Nacht einlegen. Dort gibt es zwar keine sanitären Anlagen außer einem Plumpsklo, aber die Landschaft ist sehr schön und man kann prima laufen. Für die nächste Übernachtung würde ich auf jeden Fall dann Swakopmund nehmen (im Okt. ist es warm genug) und von dort aus nach Walvis Bay fahren, um die Delfintour oder was ihr sonst wollt zu machen.

Als Nichtcamper kenne ich zwar viele Plätze vom Sehen und nur wenige aus eigener Nutzungserfahrung (wenn ich alleine reise, mache ich das gerne), aber da gibt es im Forum genügend Experten.

Oktober ist glaube ich Hochsaison bei Air Namibia. Trotzdem fragt doch mal bei www.fliege-preiswerter.de nach. Die haben m. W. immer die günstigsten Rail & Fly-Air Namibia-Flüge. Man kann aber auch über Kairo - Johannesburg nach Namibia fliegen. Soll derzeit nur unter € 500 kosten. Genaues weiß ich nicht, weil mir das zu umständlich ist.

3. Den Ausflug zu den Vic Falls würde ich aber auf jeden Fall von Kasane aus machen als Tagesausflug. Da würde ich dann aber auch einen Hubschrauber-Rundflug einplanen. Die Falls aus der Luft - grandios.

Liebe Grüße von der Atlantikküste
Gerd