wird Game in Namibia gefarmt ?

7 Antworten · 2'982 Aufrufe · gestartet 19. Feb. 2010 von konno
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Themenstarter1'457 Beiträge · seit 200619. Feb. 2010 · #1
Hallo,

ich beschäftige mich zur Zeit ein wenig mit der Landwirtschaft Namibias. Dabei kam die Frage auf: Wird in Namibia (Südafrika meine ich ja) auch Wild gefarmt ? 🤨 Damit meine ich ausdrücklich keine Gamefarms für Jagd und Tourismus, sondern zur Fleischproduktion.
Statistiken und Sachbücher geben darüber keinen Einblick, aber mich würde interessieren, ob es solche Unternehmen gibt und welchen Anteil sie am Gesamtfleischexport Namibias ausmachen, der ja mehr oder weniger nur 200000 Schlachtrinder umfasst.

Vielen Dank für Infos und Ideen ! 😏
zuletzt bearbeitet 19. Feb. 2010
2'349 Beiträge · seit 200920. Feb. 2010 · #2
Ich kenne keine Farm, die ausschließlich oder größtenteils von der Fleischproduktion durch Wildtierzucht lebt oder dies in einem großen Stil betreibt.

Wildtiere lassen sich auch nicht halten/züchten wie Vieh.

Eine Ausnahme bildet das Eland. Diese Tiere kann man wie Rinder halten. Dies wird in vielen Ländern im südlichen Afrika betrieben. Dies ist allerdings meist nur eine kleine Nebenerwerbsquelle der Farmer.

Evtl. warst du schon mal am Lake Otjikoto zwischen Tsumeb und Namutoni in dem dortigen "Streichelzoo". Wenn du um den See läufst, siehst du in Gattern zahme Elandantilopen stehen.

Gut ist allerdings, dass die Eland sehr viel weniger Fläche zum grasen brauchen und Futter besser verwerten und auch weniger ökologischen Schaden anrichten als Rinder.

Richtig kommerziell werden allerdings Strauße und Krokos (z.B. Croc Farm in Otjiwarongo) gezüchten.

In SA wird dies sicherlich mehr betrieben als in NAM.
2'048 Beiträge · seit 200720. Feb. 2010 · #3
Hallo Konno,

im Grundsatz hat Christian schon recht, aber

Jagdfarmen haben oft den Rinderbestand reduziert oder ganz abgebaut um mehr Wild ernähren zu können. Diese Farmen leben natürlich nicht nur von der Trophäenjagd sondern auch sehr wohl von der Fleischjagd.

In 2007 habe ich mehrere Farmer kennen gelernt, die selbst keine Jagdfarm betreiben. Allerdings hatten Sie in den trockenen Jahren den Viehbstand reduziert und immer mehr auf Game-Fleisch umgestellt. Die Preise seien stabiler, dr Aufwand geringer und die Tiere weniger krankheitsanfällig. Die Farmen waren alle nicht game-fences, d.h. es waren Wildtiere, die jederzeit auch die Farm verlassen könnten. Damit entspricht es nicht dem Bild der klassischen Viehhaltung.

Allerdings haben die Wildversteigerungen in den letzten Jahren sehr hohe Preise erzielt. Es scheint immer verbreiteter zu werden, Wildtierherden einzufangen und dort lebend zu vermarkten. Die Tiere werden dann von Gästefarmen gekauft, die game-fenced für die gut zahlenden Touris dann einen Wildbestand aufbauen, damit die Leute bei der Farmrundfahrt auch was und bes. verschiedenes Wild zu sehen bekommen.

In Windhoek und sicher auch an anderen Orten kannst du Aushänge finden, wo diese Farmen dann Fleischjagd anbieten. Du buchst die Jagd zu einem vorher ausgemachten kg-Preis und einer vereinbarten Gesamtmasse. Das Töten der Tiere entspricht eher einem Schlachten bei uns und nicht dem, was wir üblicherweise unter jagd verstehen. Viele werden schon die Farmfahrzeuge gesehen haben mit einer Scheinwerferhalterung oben drauf: Oft wird bei Nacht gejagd und mit relativ kleinem Kaliber zwischen die im Licht hell leuchtenden Augen geschossen. Das ist Wildbretschonend aber eine Selektion der Tiere ist nur sehr grob möglich.
Während die Trophäenjagd zeitlich auf Februar bis November begrenzt ist, kann die Farmjagd ganzjährig ausgeübt werden, d.h. auch wenn die weiblichen Tiere Junge haben. Vernünftige Farmer lassen das, aber wenn gutes Geld winkt (Nicht nur Touris wollen das ganze Jahr frisches Wildfleisch auf den Tisch bekommen).....

Viele Grüße aus dem warmen Windhoek

jaw
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33,1k Beiträge · seit 200620. Feb. 2010 · #4
Hallo Konno,

es gibt eine handvoll Farmen die Eland zur Fleischproduktion züchten und natürlich Straußenfarmen (wenn auch nicht mehr so viele). Zudem ist Gamefarming im Sinne von Zucht/Vermehrung für den Lebendverkauf ein großes Geschäft. So machen es Farmen wie WABI und Okosongoro. Fleischjagd auf die teilweise riesigen Springbockbestände gibt es v.a. in der Region um Koes.

Genauere Auskünfte kann Dir die namibische Landwirtschaftsunion geben: http://www.agrinamibia.com.na/

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 20. Feb. 2010
Themenstarter1'457 Beiträge · seit 200621. Feb. 2010 · #5
das sind ja dann schonmal interessante Infos, danke hierfür ! Ich bin halt der Meinung, dass der ganze Game Markt, vor Allem mit Export nach Übersee nicht durch die paar roaming kudus auf den Private Properties Farms gedeckt werden kann. . .
33,1k Beiträge · seit 200622. Feb. 2010 · #6
Hi Konno,

Probleme sind weniger die vorhandene Fleischmengen als die Exportmöglichkeiten in die EU. Namibia hat ein Schlachthaus das EU-Anforderungen entspricht und dieses arbeitet an seiner Kapazität. Bevor man nicht mehr Schlachthäuser nach EU-Standard baut, wird sich auch die Exportmenge nicht erhöhen lassen 🙁

Sonnige Grüße
Christian
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Themenstarter1'457 Beiträge · seit 200622. Feb. 2010 · #7
ich dachte ehrlich gesagt, es wären zwei (oder sogar drei) - die aber alle Meatco gehören. Gut mit der Gamesache muss ich mal schauen, ob ich mich da noch weiter bemühe. Lg an alle
33,1k Beiträge · seit 200622. Feb. 2010 · #8
Hi Konno,

momentan wird das Abattoir in Okahandja renoviert. Wenn das abgeschlossen ist wird es neben Windhoek das zweite nach EU-Standard sein, die dann zusammen bis zu 1000 Rinder am Tag verarbeiten können.

Sonnige Grüße
Christian
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