Empfehlenswerte Routen

11 Antworten · 3'703 Aufrufe · gestartet 03. Jan. 2005 von catweazlecat
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ThemenstarterGast03. Jan. 2005 · #1
Hallo Zusammen

freue mich so ein tolles Forum zum Thema Namibia gefunden zu haben denn ich plane zur Zeit dort evtl. im September/Oktober 2005 Urlaub zu machen.

Bin allerdings absoluter Neuling was dieses Land angeht und im Moment etwas erschlagen von den Infos die ich im Netz finden kann. Wäre toll wenn ihr mir Tips geben könntet was man in 2 Wochen unbedingt sehen sollte und welche Tour empfehlenswert ist. Ich dachte daran evtl. von Windhoek an die Küste zu fahren und dann in den Norden Richtung Etosha und davon wieder zurück. Ist das in 2 Wochen machbar?

Über Tips was man unterwegs unbedingt gesehen haben sollte oder wo man besonders schön in toller Umgebung wohnt - kein Backpacker oder Zeltplatz 😉 wäre ich super dankbar!

Ach so, noch eines: Wie steht es denn mit der Kriminalität in Namibia? Ist es gefährlich alleine mit dem PKW (2 Personen) zu reisen oder ok solange man sich tagsüber dort aufhält? Auf den Seiten des auswärtigen Amtes gibt es leider einige negative Hinweise und es wird davor gewarnt nach Einbruch der Dunkelheit zu fahren. Ist das ähnlich wie in Südafrika oder ernster zu nehmen?

Vielen Dank im Voraus!
ThemenstarterGast03. Jan. 2005 · #2
Hallo Silke,

dann werde ich mal versuchen Dir einen ersten Eindruck von Namibia zu vermitteln. Sicherlich entstehen daraus bei Dir noch viele neue Fragen ...

Für den ersten Namibia-Besuch und nur 2 Wochen Zeit würde ich die nördliche "Standardtour" empfehlen, d.h. Windhoek (ein Tag reicht), Swakopmund (2-3 Nächte sind schon sinnvoll, da man von dort z.B. einen Delfinbootstour etc. machen kann), Twyfelfontein und Umgebung (1-2 Nächte), Etosha (3 Nächte), Waterberg (2 Nächte) und zurück nach Windhoek. Dann habt ihr einen ersten Eindruck von Namibia gewonnen. Ihr solltest speziell bei einer ersten Tour nicht zu lange Strecken planen, da Linksfahren, Sandpisten etc. für Euch wahrscheinlich eher ungewohnt sind. Ich würde so viel wie möglich auf den typisch namibischen Gästefarmen übernachten. So lernt ihr am besten Land und Leute kennen.

Gästefarmen gibt es im ganzen Land und es ist häufig vergleichbar mit "Urlaub auf dem Bauernhof". Preislich müsst ihr mit mind. 50 Euro pro Person/Nacht bei B&B rechnen. Lodges etc. kosten nicht selten 100 Euro/Nacht/Person. Als Mietwagen reicht für diese Route ein - im Verhältnis günstiger - normaler PKW aus (Toyota Corolla, Citi Holf etc.). Klimaanlage ist im September/Oktober schon empfehlenswert.

Thema Kriminalität (ein gern angesprochenes Thema vor allem der wießen Namibier): Ja, auch in Namibia gibt es Räuber, Mörder, Vergewelatiger etc. .... aber nicht mehr als in einem europäischen Reiseland und bei normalen Verhalten (also nicht zu viel mit Diamanten und Goldketten rumfuchteln) wir man diese nicht zu Gesicht bekommen. Einige Stadtteile in Windhoek und Swakopmund sollte man speziell nachts lieber nicht besuchen; dort kommt man im Normalfall aber auch nicht hin. Die Kriminalität in Namibia ist viel viel niedriger als z.B. in Südafrika. Der Tipp des Auswärigen Amtes wg. der Nachtfahren basiert eher auf der Problematik des Wildwechsels als auf der Kriminalität. Man muss schon serh viel Pech haben und nachts irgendwo zwischen Okahandja und Otjiwarongo üverfallen zu werden. Da ist schlicht und einfach kein Mensch. Der Wildwechsel ist jedoch sehr sehr hoch in Namibia (und man sollte wirklich auf die Schilder achten), so dass man - wenn sich Nachtfahren gar nicht vermeiden lassen - niemals schneller als ca. 70 km/h fahren sollte.

So, hoffe Dir erst einmal etwas weiteregeholfen zu haben!

Sonnigen Gruß
Christian
ThemenstarterGast04. Jan. 2005 · #3
Hallo Silke,
herzlichen Glückwunsch zu Eurem Reiseentschluss - und zu der bemerkenswerten Beschränkung auf einen Teil der riesigen Landes ( die meisten Erstbesucher sind nicht so vernünftig ). Windhoek-Swakopmund-Etosha-Windhoek ist in 14 Tagen gut machbar, z.B. so wie Chris das vorgeschlagen hat. Als ausgesprochener Etosha-Fan würde ich den Aufenthalt dort natürlich verlängern - meinetwegen zu Lasten vom Waterberg oder auch der Tour von Swakopmund nach Etosha ( kürzen ).Eure Reisezeit ist die beste für Tierbeobachtungen - da lohnt sich jeder Mehrtag.Und wenn Ihr Euch vor dem Ende Eurer Namibiareise auf dem Rückweg von Etosha nach Windhoek noch zumindest eine Nacht im Okonjima Buschcamp gönnt, dann seid Ihr für alle anderen Urlaubsziele der Welt "verdorben". Die Preise sind allerdings happig; wenn Chris schreibt, dass einige Lodges auch 100 € proTag und Person kosten können, dann halte ich das schon für geschönt - die meisten kosten inzwischen soviel oder mehr und bei 1000 € pro Tag ist noch lange nicht Schluss. Aber keine Angst - Etosha ist deutlich billiger, Windhoek und Swakopmund sind es auch und auch Okonjima ist so schlimm nun auch wieder nicht. Vor "Nachtfahrten" ( also ab 18.30 ) kann auch ich nur warnen - es ist wirklich SEHR gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen gefährlich. Es gibt keine Straßenbegrenzung, Leitpfosten oder -planken, Mittelstreifen o.ä. - man sieht einfach nicht, wo man langfährt und ob man noch auf der Straße ist oder nicht. Abgesehen davon würdet Ihr bei Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit eine der schönsten "kulturellen" Besonderheiten dieses Landes verpassen - den Sundowner. Geht lieber nach dem Abendessen nochmals vor die Tür und schaut auf diesen unendlichen Sternenhimmel - die Milchstraße ist die best beleuchtetste Straße Namibias !!!
Gruß Joli 😄
ThemenstarterGast04. Jan. 2005 · #4
Lieben Dank Euch Beiden!

Ihr habt mir schon mal super weitergeholfen. Bin ja nicht auf 14 Tage beschränkt sondern würde wohl eher sowieso 16-20 Tage anvisieren.

Habe mir nun auf jeden Fall vorgenommen keinen Abstecher mehr nach SA zu machen sondern doch eher die volle Zeit in Namibia zu verbringen. Ist sicher sinnvoller so.

Was die Preise angeht: Bin sowieso eher verwöhnt und von daher fand ich die Preise sogar ein ganzes Stück günstiger als in Südafrika in vergleichbaren Lodges. Für mich ist gerade der Aufenthalt in schönen Anlagen mit persönlicher Betreuung das was Urlaub ausmacht und wenn man dann noch nette Menschen trifft unterwegs kann es eigentlich nicht mehr schöner werden 😛

Nachdem ich nun die halbe Nacht wieder im Netz nach Infos getaucht bin und versucht habe Entfernungen abzuschätzen hätte ich noch die eine oder andere Frage an Euch Profis:

1. Kann man von Mariental nach Sossusvlie fahren oder muss man dazu erst in den Süden runter und dann an der Küste wieder rauf? Hatte eine tolle Unterkunft in Mariental gefunden und die Dünen in der Wüste locken doch schon sehr.

2. Würdet ihr es besser finden von Windhoek nach Mariental, Sossusvlei, Swakopmund, Khorixas, Etosha, Waterberg, Windhoek zu fahren oder die andere Runde erst in den Norden?
Schätzt ihr diese Tour für machbar ein in 3 Wochen? Ich möchte nicht jeden Tag umziehen sondern auch 2-3 Tage irgendwo bleiben.

3. Wie sinnvoll ist denn ein Auto von einem internationalen Anbieter wie z.B. Avis? Haben die auch diese höhergelegten Fahrzeuge oder ist man in Namibia mit örtlichen Vermietern besser bedient?

Lieben Gruss
Silke

P.S. Joli, hab gerade gesehen das wir ja fast Nachbarn sind <g>. Wir wohnen in Flörsheim/Main.
ThemenstarterGast04. Jan. 2005 · #5
Ich hatte mit zwei Amerikanern unser Auto bei Avis gemietet. DIe machten das online übers inet was 30 % billiger als vor Ort war. Wir gingen dann einfach vom Inetcafe ins Büro, und holten den Wagen ab. DIe Frau hat nicht schlecht gestaunt, wir waren vorher schon mal dort, sind aber aufgrund des Preises wieder gegangen. Das mIt dem Inet ist ne coole Sache
ThemenstarterGast04. Jan. 2005 · #6
Bei Automieten sind DER / Meiers Weltreisen oder auch Iwanowski Reisen preislich nur schwer zu unterbieten. Das gilt insbesondere, wenn man ein Auto mit geringerem Versicherungsselbstbehalt sucht. Vor Ort sind die Preise meistens höher.
ThemenstarterGast05. Jan. 2005 · #7
Hallo Silke,

zu 1)
Wenn du die Strecke von Mariental über Maltahöhe und dann den Tsaris-Pass die "Große Randstufe" hinab in die Namib-Ebene fährst, wirst du Landschaft "satt" erleben. Mich erinnert diese Route immer an eine Urlandschaft, bei der man sich nicht wundern würde, wenn man in der Ferne auch noch friedlich grasende Saurier entdecken würde. Also - unbedingt machen.

zu 2)
Wie herum man seine Rundreise macht, ist im Großen und Ganzen wirklich ziemlich egal. Für uns war ein Argument, Etosha gegen Ende der Reise zu besuchen, das Thema Malaria. Meist ist Etosha auf solchen Rundreisen die einzige Malaria gefährdete Region, die man besucht. Da eine Malaria frühestens sieben Tage nach Infizierung ausbricht, ist man i. d. R. dann schon wieder zurück in Deutschland. Das kann beruhigend sein. Diesem Vorsatz werden wir bei unserer vierten Namibia-Reise im April jedoch selbst untreu.

zu 3)
Momentan wird der Kurs Euro:N$ praktisch von Tag zu Tag ungünstiger. Je ungünstiger er wird, desto interessanter wird es, Buchungen auf fester Euro-Basis vorzunehmen. Das gilt natürlich auch für Mietwagen. Wobei insbesondere die großen internationalen Gesellschaften wir Avis und Hertz über DERTour und Meier´s Weltreisen zunehmend nur noch Buchungen ohne Selbstbeteiligung bei der Vollkasko anbieten - was natürlich gleich heftig ins Geld geht. Ein Blick in die Kataloge "spricht Bände".

Weiterhin viel Spaß bei der Planung und viele Grüße
Armin
ThemenstarterGast07. Jan. 2005 · #8
Hallo Armin

danke für die guten Tips! Die Routenempfehlung Etosha ans Ende zu legen leuchtet ein und werden wir auch auf jeden Fall so machen.

Die Tour Mariental-Maltahoehe etc. werde ich auch einplanen. Was ist denn die "Grosse Randstufe"? Irgendwas geologisches?

Über Tips zu Übernachtungen in und um Etosha würde ich mich sehr freuen 🙂

Attn Gast:
Danke dir auch für die Autovermietung Tips. Hab mich bei Iwanowski schon umgesehen und denke das wird für uns die richtige Adresse sein.

Schönes Wochenende Euch Allen!

Silke
ThemenstarterGast07. Jan. 2005 · #9
Hallo Silke,
ich hatte Dir noch eine Antwort geschickt - ist aber wohl untergegangen bzw. ich hab wieder mal den falschen Knopf gedrückt. Ist aber nicht so schlimm. Außerdem hast Du Post in Deiner Mail-Box hier im Forum von mir.
Die große Randstufe ist zwar was Geologisches, aber auch für den insoweit nicht besonders Interessierten eine Sehenswürdigkeit, weil dort das namibische Hochland von deutlich über 1.000m recht abrupt fast auf Meereshöhe abfällt. Das gibt natürlich einen irren Blick in die unter einem liegende Landschaft.
Übernachtungen in und um Etosha: wenn auch der Komfort in den 3 staatlichen Camps Okaukuejo, Halali und Namutoni etwas bis sehr eingeschränkt ist, empfehle ich Euch dennoch, dort zu übernachten; Ihr seid dann schon im Park und könnt mit den ersten Sonnenstrahlen sofort auf Pirsch fahren - und die ersten Stunden sind für die Beobachtungen die interessantesten - neben den kurz vor Sonnenuntergang. Und auch die könnt Ihr bis zur letzten Minute auskosten. Hinzu kommt das wirklich gut besuchte Wasserloch von Okaukuejo - auch und vor allem nachts absolut sehenswert. Allein für dieses Wasserloch würde ich manche Unbequemlichkeit in Kauf nehmen, zumal Okaukuejo ohnehin nach der Renovierung das derzeit beste Camp ist. Außerhalb des Parks - also vor Okaukuejo und nach Namutoni gibt es eine ganze Reihe privater Lodges - zumeist aber wirklich sehr teuer, allerdings auch sehr luxuriös. Das gilt besonders für Ongava( kurz vor dem Süd-Tor) - liegt derzeit bei ca. 700 € pro Nacht. Nicht ganz in dieser Klasse auch die Mokuti- Lodge ( kurz hinter dem Osttor ) - gehobener Standard allemal, aber ziemlicher Massenbetrieb, auch mit eigenem Wildbestand und die Zebras fressen Dir unter Umständen das Brot vom Teller. Nicht weit weg davon die Etosha Aoba Lodge - ich glaube so um die 150-200 € pro Nacht; sehr versteckt gelegen, hübsch klein, alles sehr persönlich und gediegen. Echtes Highlight - der abendlichen Gamedrive mit Georg Zimmermann. Wir nehmen dort immer unseren Abschied von Etosha, weil wir dann nach 9 Tagen genug Tiererlebnisse hatten und einfach mal 2 Tage genießen wollen.
Gruß Joli
ThemenstarterGast07. Jan. 2005 · #10
Hallo Silke,

Joli hat dir in knappen Worten ja schon gesagt, was du dir unter der "Großen Randstufe" vorstellen musst. Ich will es noch ein wenig grundsätzlicher ergänzen.

Das ganze südliche Afrika besteht prinzipiell aus einem Hochplateau. So liegt Windhoek beispielsweise 1.700 m hoch, obwohl man das (außer an der anfänglichen Müdigkeit) eigentlich kaum merkt. Dieses Hochplateau fällt mehr oder weniger weit von der Küste entfernt teils schroff, teils sanft auf Meeresspiegelniveau ab. Dieses Phänomen kann man in Ostafrika anfangend um ganz Südafrika herum über Namibia hoch bis nach Angola feststellen.

Besonders dramatisch findet der Übergang vom Hochplateau in die Ebene beispielsweise an den Drakensbergen in Südafrika oder in der Region des Blyde River Canyon zum Krüger Nationalpark hin statt. Auch der Tafelberg bei Kapstadt zählt zu den Übergängen der "Großen Randstufe" in die Küstenebene.

In Namibia gibt es auch mehere solcher spektakulären Höhenunterschiede, z. B. eben an besagtem Tsaris-Pass, besonders aber auch am Spreetshoogte Pass oder am Gamsberg-Pass, von wo man einen phantastischen Blick direkt in die Namib-Wüste hat. Das Phänomen "Große Randstufe" erkennt man auch daran, dass die meisten Pässe im südlichen Afrika keine Pässe sind, wie man sie z. B. aus den Alpen kennt - rauf und wieder runter. Im südlichen Afrika bemerkt man den Pass oft gar nicht. Es geht meist entweder hoch oder runter, je nach dem ob man von der Küste kommt oder aus dem Landesinneren.

So, das soll genug von der Geologie sein. Wie das in natura aussieht, solltest du dir nicht entgehen lassen. Viel Spaß!

Viele Grüße
Armin
ThemenstarterGast09. Jan. 2005 · #11
Hallo,
wir waren im letzten Jahr im Eldorado Safari camp, ca. 10 Min. vom Anderson Gate entfernt. Obwohl es eigentlich nur eine Notlösung war, weil Okaukuejo "fully booked " war, waren wir sehr zufrieden. Auch preislich eine gute Alternative zu den staatlichen Camps. Allerdings hast du dort kein Wasserloch wie in den Etosha - Camps. Aber die Unterkunft war sehr gut - ganz neue feststehende Zelte mit eigenem Bad- und wirklich netten und bemühten Gastgebern.
Viele Grüße
Birgit
ThemenstarterGast10. Jan. 2005 · #12
Hallo Birgit

danke für den Tip. Habe das Camp im Internet gefunden. Die haben allerdings jetzt den Namen gewechselt. Heisst nun Etosha Safari Camp und der Link ist:
http://www.etosha-safari.com/

Gruss
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