Petition gegen den Elfenbeinhandel

15 Antworten · 3'738 Aufrufe · gestartet 31. Jan. 2010 von mesnerba
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Themenstarter59 Beiträge · seit 200931. Jan. 2010 ·
Liebe Forumteilnehmer!

Wer sich an dem weltweiten Aufschrei gegen den neuerlich in Angriff genommenen Elfenbeinhandel und damit dem legalen Töten von Eelefanten in Zambia und Tanzania beteiligen möchte:

http://www.thepetitionsite.com/1/no-more-trade-in-elephant-ivory

Die 15. CITES Konferenz findet im März 2010 statt und anlässlich dieser werden die Mitgliedsstaaten über den legalen Abschuss von Eelefanten in Zambia und Tanzania entscheiden...
Lobbying für die sanften Dickhäuter ist dringend gefragt!!
Beste Grüße
Barbara
2'048 Beiträge · seit 200701. Feb. 2010 ·
Hallo Barbara,

über den Vorstoß mehrere afrikanischer Staaten kann man sicher geteilter Meinung sein, aber so wie du es darstellst ist es schlichtweg falsch.
Es geht überhaupt nicht darum Elefanten zu töten.
Die Staaten wollen ihre älteren Lagerbestände verkaufen, also Elfenbein das schon einige Jahre gelagert ist und entweder von erwischten Wilderern beschlagnahmt wurde oder von verendet aufgefundenen Tieren stammt.
Im Gegenteil müssen sich diese Staaten im Gegenzug vermutlich auf einen Verzicht der legalen Abschüsse zur Populationsregulation verpflichten.

Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
1'723 Beiträge · seit 200901. Feb. 2010 ·
hallo ..

also ich bin jetzt kein fachmann, habe nur letzte woche eine reportage hier im franzoesischen Fernsehen gesehen, wo es genau um dieses thema ging.
Wenn die reportage nicht gelogen hat, geht es sehr wohl um die wilden abschuesse von elefanten um den vor allem asiatischen markt (wieder mal die chinesen!!) zu befriedigen.
Die tiere, auch babys und sehr junge elefanten werden fuer ein paar hundert dollars wild abgeknallt um deren elfenbein zu verkaufen. Das ist schlichtweg eine schweinerei und strikt verboten.

es gibt derweil einige recht gut organisierte schutzorganisationen die sogar im betroffenen gebiet recht gut mit den oertlichen behoerden zusammen arbeiten. allerdings fasst man meist die haendler, das heisst die elefanten sind schon tot..

viele gruesse
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
3'766 Beiträge · seit 200601. Feb. 2010 ·
Hallo,

das „Wildern“ ist sicher verwerflich und gehört verboten bzw. geahndet!

Nur ist es zu einfach aus meiner Sicht eine Petition zu unterschreiben ohne über den Zusammenhang nachgedacht zu haben.

Ich erachte es als einen Weg die legalen Bestände an Elfenbein zu verkaufen um so Geld
für die frei lebenden Populationen zu erhalten (Naturschutz ist kostspielig) einerseits, und andererseits
würde es die Wilderei etwas eindämmen wenn legale Elfenbeinprodukte die Preise senken würden und die Nachfrage nach gewildertem Elfenbein sich reduziert.

Klar ist es besser wenn die Menschen auf Elfenbeinprodukte verzichten würden, wo keine Nachfrage ist, ist auch kein Markt, jedoch denke ich dass dies zur Zeit Wunschdenken ist.

Auch gibt es immer wieder Elfenbein aus Überpopulationen die nun mal leider zu Gunsten des gesamten Ökosystem reduziert werden müssen, wo immer der Mensch eingreift, so gut gemeint es auch ist, entstehen neue Probleme.

So kann der legale Handel mit Elfenbein sogar etwas nützliches sein.

Es ist halt kein einfach zu lösendes Problem, Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
33,1k Beiträge · seit 200601. Feb. 2010 ·
Hi zusammen,

Jaw und Kurt treffen den Nagel auf den Kopf ("Tanzania and Zambia will seek authority to sell their ivory stockpiles."). Zumal dieser Verkauf an ausgewählte Käufer in Ostasien schon Namibia, Botswana, Südafrika und Simbabwe genehmigt wurde und diese ihre Lagerbestände schon verkauft haben (siehe z.B. http://www.focus.de/panorama/welt/namibia-erste-elfenbein-auktion-seit-fast-einem-jahrzehnt-_aid_344285.html). Mit welcher Argumentation sollte nun dieses Tansania und Sambia untersagt werden?

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 01. Feb. 2010
1'247 Beiträge · seit 200901. Feb. 2010 ·
Hallo zusammen

zu CrazyZebra's Ausführungen ist kaum etwas zu ergänzen, danke und bravo, Kurt 🙂

Zur Vervollständigung vielleicht noch dies: CITES ist im deutschen Sprachraum auch als "Washingtoner Artenschutzabkommen" bekannt; da sollte also - auch wenn man sicher nicht alles ungefiltert unterschreiben kann, was dort ausgebrütet wird - eine nachvollziehbare Ueberlegung hinter den Plänen stecken.

Gruss Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
447 Beiträge · seit 200801. Feb. 2010 ·
Hallo zusammen,

ist aber nicht das größte Problem, dass, sobald wieder legal mit Elfenbein gehandelt werden darf, nicht wirklich nachgeprüft werden kann, was Lagerbestand und was gewildert ist? Die Zertifikate werden gefälscht, das gewilderte Elfenbein über x verschiedene Länder mit gefälschten Papieren in ein Land gebracht, in dem es verkauft werden darf, und schon haben wieder gewissenlose Händler ein kleines Vermögen verdient, mit dem sie die Wilderei noch besser organisieren können.

Nein, es ist wahrlich kein einfach zu lösendes Problem.

Dennoch bin ich persönlich aus o.g. Grund dagegen, das Elfenbeinhandels-Embargo aufzuheben.
Wo große Profite winken und in großen Gebieten Armut, Perspektivlosigkeit, verworrene Strukturen, Korruption und Vetternwirtschaft herrschen, findet sich immer ein Weg gewildertes Elfenbein in Umlauf zu bringen.

In Mark und Delia Owens Büchern "The eye of the Elephant" und "Secrets of the Savannah" ist sehr eindrücklich und ergreifend beschrieben, warum sie so sehr darum gekämpft haben, den legalen Handel mit Elfenbein nicht wieder freizugeben.
Sicher, die Bücher sind älteren Datums. Dennoch glaube ich, dass vieles darin auch heute noch gilt.
wo immer der Mensch eingreift, so gut gemeint es auch ist, entstehen neue Probleme.


Ja, das sehe ich auch so.

Ich weiß, es ist einfach, vom reichen Deutschland aus, eine derartige Meinung zu vertreten. Ich mache mir da auch keine Illusionen - die Menschen in manchen Gebieten Afrikas kämpfen ums Überleben, um Perspektiven für ihre Familien, was zählt da ein Elefantenleben?
Und natürlich ist mir auch klar, dass wir kein Recht haben, den afrikanischen Ländern vorzuschreiben, was sie mit Ihren Ressourcen tun sollen.

Dennoch bin ich gegen den Elfenbeinhandel und würde niemals etwas aus Elfenbein kaufen.

Anyway, just my 2 cents.

Viele Grüße,

Kathrin
Kathrin und Olli Manchmal wollen die Goetter, dass etwas nicht gelingt, damit die Menschen die Demut bewahren. Reisebericht Botswana Apr/Mai 08: http://www.namibia-forum.ch/download/olliboe08.pdf Reisebericht Botswana Jun 09: Feuertaufe im Regenwasser Norwegen 2010
33,1k Beiträge · seit 200601. Feb. 2010 ·
Hi Kathrin,
ist aber nicht das größte Problem, dass, sobald wieder legal mit Elfenbein gehandelt werden darf, nicht wirklich nachgeprüft werden kann, was Lagerbestand und was gewildert ist? Die Zertifikate werden gefälscht, das gewilderte Elfenbein über x verschiedene Länder mit gefälschten Papieren in ein Land gebracht, in dem es verkauft werden darf, und schon haben wieder gewissenlose Händler ein kleines Vermögen verdient, mit dem sie die Wilderei noch besser organisieren können.
Einige Hintergrundinformation zur Klärung. Das legale Elfenbein wird durch den Staat bei einer Versteigerung an wenige deklarierte und vom CITES zertifizierte Käufer und unter Aufsicht der CITES versteigert. Wenn, dann kann nur hier schon gewildertes Elfenbein angeboten werden, aber da wäre dann der Staat an dem Beschiss dran beteiligt. Und wenn dieser bescheissen will, dann kann er es ohnehin. Es gibt keine privaten Verkäufer, die ihre "Restbestände" verkaufen dürfen. Der Staat verkauft ganz alleine, z.B. seit Jahrzehnten gelagertes, gefundenes oder von Wilderern konfisziertes Elfenbein! Ansonsten ist und bleibt weiterhin der Handel von Elfenbein verboten.

Sonnige Grüße
Christian
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563 Beiträge · seit 200901. Feb. 2010 ·
Hallo zusammen,

grundsätzlich kann ich mich ohne wenn und aber den Aussagen von Kurt, Jaw und Thomas anschließen. Es gibt aber auch noch andere Gründe Elefanten umzusiedeln oder auch im schlimmsten Fall zu dezimieren. Zur Veranschaulichung dient das nachfolgende Bild. Ich habe viele solche Schäden im Caprivi (Mahango National Park)gesehen. Man stelle sich vor diese Art der Verwüstung findet in der Nähe von menschlichen Siedlungen statt, wo die Bevölkerung mit ansehen muss, wie ihr karger Ertrag, den sie mühsam den Boden entrissen haben, zerstört wird!
Insgesamt meine ich, dass das Problem sehr vielschichtiger ist, um schnell eine Petition zu unterschreiben.

Gruß Mike
P:S: „Wer unterschreibt eigentlich die Petition zur „Erhaltung der Bären in Deutschland“ (nicht ganz ernst gemeint), zeigt aber wie wir meinen uns in die Angelegenheit anderer Staaten einzumischen.
zuletzt bearbeitet 01. Feb. 2010
1'457 Beiträge · seit 200601. Feb. 2010 ·
Naja, es geht schon um eine Ausweitung und langfristig mehr als das Verkaufen der LAgerbestände. Dies ist übrigens so oder so schon mehrmals passiert, ZB in den 90ern (druch Namibia)
1'247 Beiträge · seit 200901. Feb. 2010 ·
konno schrieb:
Naja, es geht schon um eine Ausweitung und langfristig mehr als das Verkaufen der LAgerbestände.
Du magst ja recht haben, aber grundsätzlich ist eine solche Behauptung schnell mal in die Welt gesetzt. Hast du Beweise für deine Aussage?

Gruss Thomas
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zuletzt bearbeitet 01. Feb. 2010
33,1k Beiträge · seit 200601. Feb. 2010 ·
Hi Konno,

anscheinend geht es nicht
um eine Ausweitung und langfristig mehr als das Verkaufen der LAgerbestände
denn wie Du selber schreibst durfte Namibia in den 1990er Jahren (genau 1999) das erste Mal seit dem Handelsstopp 1989 Elfenbein verkaufen. Und seitdem wurde ja auch noch nichts ausgeweitet...

Sonnige Grüße
Christian
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Gast01. Feb. 2010 ·
Hallo,

mir tut auch jeder getötete Elefant leid. Versucht man aber auch den Naturschutz rational anzugehen und mit den verfügbaren Ressourcen das Maximale zu erreichen, so sind Afrikanische Elefanten derzeit nicht besonders schutzbedürftig. Die Population des Afrikanischen Elefanten wird aktuell auf 500.000 bis 750.000 taxiert. Die Population wächst stark. Auf der roten Liste der bedrohten Arten haben Elefanten deshalb auch nur den Status "gering gefährdet".
http://www.iucnredlist.org/

Löwen haben wir noch etwa 20.000 auf dieser Welt. Geparden noch etwa 10.000 und bei anderen Arten sieht es noch viel schlechter aus.

So eine Abwägung mag zynisch wirken. Aber wir können nicht alle Probleme auf einmal lösen und dann sollten wir uns ganz pragmatisch auf die größeren/akuten Probleme stürzen.

Beste Grüße

Guido
843 Beiträge · seit 200801. Feb. 2010 ·
Hallo,

einerseits sind die in einigen Parks mehr als offensichtlichen Probleme durch den Populationsdruck der Elefanten nicht wegzudiskutieren. Das Aussehen der Landschaft spricht teilweise für sich.

Andererseits kamen mir auch sofort die hanebüchenen Erlebnisse von M. + D. Owens in den von Kathrin zitierten Büchern in den Sinn. Danach mache mir keinerlei Illusionen, dass korrupte, öffentliche Personen über kurz oder lang eine Möglichkeit finden werden, illegales zu "legalem" Elfenbein deklarieren.
Z. B. ist die Fälschung von CITES-Papieren weltweit bei organisierten Banden Gang und Gäbe, und auch hierzulande ein Problem bzgl. der illegalen Einfuhr von geschützten Tierarten.

Es bleibt zu hoffen, dass die Erlöse aus dem Abverkauf der Lagerbestände auch tatsächlich in den Naturschutz reinvestiert werden, wie in die Schaffung des nun schon länger diskutierten und geplanten länderübergreifenden Großschutzgebietes KAZA, dass wandernden Großtieren gerecht werden soll.
Dann gäbe es keine Diskussionen mehr bzgl. culling u.a.

Mit pessimistischen Grüßen
Dirk
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zuletzt bearbeitet 01. Feb. 2010
272 Beiträge · seit 200806. Feb. 2010 ·
Den Handel mit Elfenbein hat es immer gegeben und wird es immer geben, ob legal oder illegal. Illegal ist das Risko höher aber dafür auch der Profit. Evtl. könnte die Freigabe des staatlichen Verkaufs dazu beitragen, die Preise zu senken und damit die Gewinnspanne der illegalen Händler und der Wilderer zu schmälern und das "Geschäft" unattraktiver zu machen.
Wenn dazu noch Geld eingenommen wird, das in den Naturschutz oder in lokale Projekte investiert werden kann, halte ich eine solche Freigabe für durchaus sinnvoll. Langfristig kann der Naturschutz und die Erhaltung bedrohter Arten nur funktionieren, wenn auch die Staaten und die Menschen vor Ort davon profitieren.

Es ist leicht von hier aus pro Naturschutz in Afrika zu argumentieren. Je näher das ganze vor der eigenen Haustür passiert, um so schwieriger wird es. Man schaue sich die Diskussionen über die eingewanderten Wolfsrudel im Osten Deutschlands und in Polen an, von dem bayerischen "Problembären" gar nicht zu reden. Auch unter denen, die den Abschuss von Bruno oder der Wölfe in Meckpomm gefordert haben/fordern sind mit Sicherheit einige, die sofort eine Petition gegen den Abschuss von Löwen in Afrika, Bären in Alaska und Kanada oder indischen Tigern unterschreiben würden.

Es wird wohl nie einfach sein, Naturschutzinteressen mit den Bedürfnissen der Bevölkerung vor Ort in Einklang zu bringen. Wer will es der lokalen Bevölkerung verdenken, sie sich im Zweifel für die eigene Sicherheit und die Sicherheit ihrer Nutztiere und Felder, von denen ihr Überleben oder ihr bescheidener Wohlstand abhängen, und gegen den unbedingten Schutz von Raubtieren oder Elefanten entscheidet?
Man kann nur hoffen, dass eine für alle Seiten befriedigende Lösung nicht für diverse Arten zu spät kommt. Besonders optimistisch bin ich aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung nicht.
Gruß Dirk
1'247 Beiträge · seit 200908. Feb. 2010 ·
Hallo zusammen

rein zufällig bin ich in der letzten Sonntagszeitung auf einen Artikel gestossen, den ich euch nicht vorenthalten will. Scheint mir ein interessanter Ansatz und Zeichen, dass etwas unternommen wird.

Und um dumme Sprüche zu verhindern: Es geht um den Artikel, der auf der ersten Seite beginnt und unten auf der zweiten Seite endet 😉

Gruss aus der Schweiz
Thomas
📎 http://www.namibia-forum.ch/media/kunena/attachments/legacy//files/Wilderer.pdf
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