CHchriguThemenstarterGast25. Feb. 2005 · #21Achtung!
Ich möchte hier ganz klar festhalten, dass ich weder Arzt noch Apotheker bin. Jeder der ins südliche Afrika geht, sollte sich von einem Tropenarzt beraten lassen!!! Speziell mit Malaria ist nicht zu spassen und Information ist sehr wichtig. Es gibt eine Reihe von Vorsichtsmassnahmen (ohne Medikamente) die auf jeden Fall berücksichtigt werden sollten. Wenn nun jemand doch noch Interesse an einer Homöopatischen Prophylaxe hat, gebe ich Adressen gerne als Private Nachricht weiter.
Chrigu
P.S. Auch wir verlassen uns nicht nur auf Homöopatie sondern nehmen ein normales chemisches Notfallpräparat mit. Der Tropenarzt hilft da gerne weiter.
GEgernotThemenstarterGast25. Feb. 2005 · #22moin Chrigu,
ich bin Apotheker und fahre seit über 30 Jahren nach Afrika, d.h. immer auf eigene Faust und noch nie mit einem Reiseveranstalter.
Malaria-Prophyllaxe war natürlich immer ein Thema. In den 70-er Jahren habe ich das -meistens- auch gemacht mit Medikamenten, die es jetzt schon garnicht mehr gibt.
Wenn man sich mit Leuten unterhält, die ständig dort leben, so hört man immer wieder, dass man doch die Prophyllaxe sein lassen sollte, weil die nur dazu dient, die Anopheles-Mücke schneller resistent werden zu lassen. Das ist ja auch klar, wenn diese Mücken häufig kleine Dosen der Chemikalie erhalten, entwickeln die eine Resistenz, die dann den nächsten Generationen weitergegeben werden. Über kurz oder lang sind sämtliche Antimalaria-Mittel dann unwirksam!! Und was sollen die dort lebenden dann machen??
Richtig und notwendig ist dagegen, dass man ein Mittel zur Behandlung der Malaria immer(!!!) dabei hat.
Und dann sollte man auch einmal überlegen, wieviel zig-Tausend Menschen jedes Jahr nur nach Afrika reisen und wieviel davon holen sich eine Malaria? Das sind mit Sicherheit nur homöopathische Dosen.
Gruss Gernot
ORorkideThemenstarterGast25. Feb. 2005 · #23Hallo Gernot,
vorab - ich bin nicht in einem medizinisch-pharmazeutischen Bereich tätig - aber möchte nur den kurzen Hinweis auf Doxycyclin geben. Hierbei handelt es sich um eine ( in Deutschland verschreibungspflichtige ) Prophylaxe, die von der Weltgesundheitsorganisation für Afrika empfohlen wird. Dieses Mittel ist in Deutschland zwar nicht offiziell als Malariaprophylaxe zugelassen, was aber - wie ich hörte - mit abgelaufenen Patenten zu tun haben muss. Es gilt als ein gut verträgliches Antibiotikum, das es als Monohydrat und als Hyclat gibt, wobei die Monohyxdratprodukte weniger Nebenwirkungen zu haben scheinen. Natürlich müssen bestimmte Personengruppen - wie bei jedem Mittel- achtsam sein.
Der Vorteil ist, dass es sehr sehr preisgünstig ist.
Viele Grüße
Uschi
GEgernotThemenstarterGast26. Feb. 2005 · #24moin Uschi,
Doxicyclin wird schon von der WHO als Malaria-Prophyllacticum empfohlen. Auch Deutschland hat nachgezogen.
Es ist sicher richtig, dass Doxy ein preiswertes und potentes Mittel ist!!
Aber: vor ein paar Jahren hatte ich mal einen auf einer Tour durch Botswana dabei, der hatte eine Myocarditis (Herzmuskelentzündung) durchgemacht und durfte sich keinesfalls eine Malria holen. Dem hatte ich Doxy empfohlen (damals nocht offiziell). Leider bekam ausgerechnet der die angegebene Nebenwirkung: Lichtdermatitis! Und das im Busch 🙁 Der Kerl hat mir leid getan. Der sass dick vermummt auf dem Wagen mit Strümpfen an den Händen (wer nimmt schon Handschuhe mit nach Afrika?)
Trotz alledem ist Doxicyclin eine empfehlenswerte Prophyllaxe. Aber genauso billig ist Coartem 20, zumindest in Namibia!
Gruss Gernot
CMCarsten MöhleThemenstarterGast26. Feb. 2005 · #25Liebe Homöopatisch Prophylaktiker,
genausogut hilft natürlich das dreimalige Klopfen an den Glücksblumentopf vor der Reise in malariagefährdete Gebiete. Und natürlich nicht vergessen, immer "Ricke-Racke" sagen, nachdem eine weibliche Anophelesmücke einen gestochen hat, dann kann nun wirklich nichts mehr passieren.
Dieser esoterische, lebensgefährdende Unsinn gehört eher gelöscht als Beiträge mit echten Informationen oder Scheinfragen.
Mit sonnigen Grüßen vom malarifreien Brocken
Carsten Möhle
( malariafrei dank Prophylaxen im 21. Safarijahr )
CHchriguThemenstarterGast26. Feb. 2005 · #26Hallo Carsten
ich möchte hier keine Diskussion über die Nützlichkeit und Wirksamkeit von Homöopathie starten. Es gibt aber Leute, die nichts von einer herkömlichen Prophylaxe halten und mehr wollen als nur ein Standby-Medikament mitnehmen. Für diese kann die Homöopathie eine Alternative sein. Ich habe mehrfach mit Kügelchen gute Erfolge. Selbst wenn es sich dabei um einen Placebo-Effekt, eine gute Portion Voodoo oder weiss der Geier was handelt. Wenn's hilft (und das erst noch ohne Nebenwirkungen)ist das Ziel erreicht.
Schlussendlich muss jeder für sich selbst entscheiden und unsere ist klar. Wir nehmen die Homöopatische Prophylaxe und haben die Standby-Medikamente dabei.
Gruss Chrigu
MSMichael S.ThemenstarterGast08. Juli 2005 · #27Hallo liebe Namibiafreunde,
hat jetzt eigentlich schon mal jemand versucht in Windhoek Coartem zu kaufen.
Die Frage mit der Rezeptpflicht wäre zum einen interessant, zum anderen, ob die Apotheken das überhaupt vorrätig haben oder erst selbst bestellen müssen?
Viele Grüße aus Ulm
Michael S.
GEgernotThemenstarterGast08. Juli 2005 · #28moin,
Anfang Mai habe ich in Swakopmund in einer Apotheke nach Coartem gefragt. Es war vorätig. Es ist auch in Namibia verschreibungspflichtig. Es dürfte aber keine Schwierigkeit sein, sich ein Rezept aus Deutschland mit zu bringen, denn das Medikament ist in Namibia viel billiger als Riamet bei uns hier.
Gruss Gernot
GAGastThemenstarterGast09. Juli 2005 · #29Hallo Experten (= langjährige südliches Afrika-Fahrer) wie Gernot, DT800, usw.
Macht doch bitte die "Neuen", die z.B. im Juli/August zum ersten Mal nach Namibia reisen, nicht verrückt. Ich habe mal in Etosha im August einen Reisemobilisten mit Anhang und Freunden /(im 2. Reisemobil) erlebt. Der hat tatsächlich abends alle Kleidung ausgeräumt, am Baum abgesprüht, das Fahrzeug innen sowieso usw. Das Ganze mit entsprechenden Kommentaren. Entweder der Mann hatte eine schreckliche Erinnerung an irgendeine Malaria-Geschichte (was ich ja dann nachvollziehen kann- trotzdem: es war krank) oder er war völlig panisch.. Es ist im dortigen Winter doch absolut unwahrscheinlich, sich etwas einzufangen. Wer ist länger als 7 Tage im Okavango/Caprivi??? Und selbst wenn: die Mücken hängen am Northgate auf der Dusche apathisch an den Wänden! Da sticht fast nichts!!! Wer von den Fragenden ist außerdem nicht ständig Lodge- oder reiseleitungsbetreut??? Folglich sind alle Prophylaxen nicht mehr, aber auch nicht weniger als Beruhigung. Auch das ist was wert. Nur, dann ist es wurscht, ob homöopatisch oder klassisch. Ob dann 45 € in D oder 30€ in Nam den Kohl fett machen, soll jeder selbst entscheiden. Die vielen Stunden im Internet-Forum (die gleichen Leute fragen dasselbe ja auch noch in diversen anderen Foren) kosten ja wohl ein Vielfaches.....
Fakt ist: im deutschen Sommer brauchts im südlichen Afrika nichts, wenn man möchte und es verträgt, nimmt man die leichtesten Mittel, d.h. nach wie vor Reso und Palu oder Doxy oder gar nichts oder vielleicht Riamet/Coartem als Stand-by. Psychohammer sind ja wohl ganz ausgeschlossen. Wie gesagt, meine Einlassung gilt für den Normaltouri, nicht für Leute, die monatelang dort unten sind. Und auch sonstwie "Vorgeschädigte" sollten natürlich einen kundigen Arzt oder Apotheker befragen (aber tunlichst nicht die üblichen Internetseiten der diversen Organisationen und Lobbyisten, weil, die können nur allgemein und immer auf jede juristische Finese bedacht, ihre empfehlungen geben.) Aber in dem Fall würde ich mich wie die Einheimischen verhalten. Wir sind doch dort nicht in der absoluten Pampa ...
Steinbeisser