PAPascalinahThemenstarterGast01. Jan. 2005 · #1Hallo,
wenn wir im Kaokoland sind, wollen wir uns natürlich auch gerne einen Himbakral anschauen. Da wir keine geführte Tour machen, wollen wir natürlich gegen keine Regeln verstoßen.
Was müssen wir beim Besuch eines Himbadorfes beachten? (Ich weiß nur, dass man nicht zwischen Häuptlingshütte und Feuer, bzw. zw. Rinderkral und Feuer - richitg? - geraten soll.)
Soviel ich weiß, sind Gastgeschenke notwenig (Mehl, Tabak.. was noch?)
Wer bitte kann mir Auskunft geben, bzw. eine HP nennen, auf der ich Hinweise dazu finde?
danke für eure Hilfe
LG
Pascalinah
JOjoliThemenstarterGast01. Jan. 2005 · #2Hallo Pascalinah,
auch Dir ein herzliches Willkommen im neuen Jahr. Warum, bitte, wollt Ihr Euch beim Besuch der Himba nicht führen lassen ? - Es gibt diese Möglichkeiten sowohl von Palmwag, Sesfontein als auch von Opuwo aus ( wahrscheinlich auch von einigen weiteren Stationen). Es ehrt Euch zwar, dass Ihr Euch auf einen solchen Besuch vorbereiten wollt - aber es wird nicht viel helfen. Vor allem könnt Ihr die Sprachbarriere nicht überwinden. Wer soll Euch die Lebensumstände, die Gerätschaften usw. erkären ? Von 100 möglichen Tabubrüchen werdet Ihr bei optimaler Vorbereitung vielleicht 20 vermeiden können - mit sachkundiger Führung dagegen 80. Also tut Euch und den Himba den Gefallen - nehmt einen sach- und sprachkundigen Führer mit.
Gruß Joli
PAPascalinahThemenstarterGast01. Jan. 2005 · #3Hallo Joli,
dein Argument ist einleuchtend! Ist es denn möglich kurzfristig jemanden zur Führung zu finden?
Nichts ist schlimmer, als wenn man an monatelang vorgebuchte Terminen gebunden ist. Man muss ja eh schon etliche Camps lange im Voraus buchen; das engt ja schon genug ein.
(Wenn man beruflich schon in engem Terminstress steht, dann wollen wir das weitmöglichst im Urlaub vermeiden.) Daher der ursprüngliche Gedanke allein solch ein Kral zu besuchen. Aber Du hast vollkommen recht... Kannst du mir vielleicht sogar einen Tipp geben 😉
Auch euch ein gutes neues Jahr
LG
Pascalinah
JOjoliThemenstarterGast01. Jan. 2005 · #4Hallo Pascalinah,
das würde ich auch erst vor Ort festmachen. Ich weiß, dass es z.B. sowohl in Palmwag als auch in Sesfontein geführte Tagestouren zu den Himba zu buchen gibt. Auch in Opuwo ( Ohakane-Lodge ) werden solche Touren von der Lodge-Leitung organisiert und angeboten. Es genügt normalerweise eine Anmeldung am Tag zuvor. Es gibt aber auch andere Lodges und Gästefarmen im Damaraland/Kaokoveld, die solche Touren machen, z.T. nicht mal wegen der Touristen, sondern weil man sich dort für "seine" Himba verantwortlich fühlt und sie regelmäßig zwecks medizinischer Betreuung besucht. Das ist dann natürlich noch ursprünglicher und direkter, weil eine enge Beziehung zwischen Besucher und Besuchten besteht.
Zum besseren Grundverständnis der Himba kann ich Euch das Buch " Himba - die Nomaden Namibias" empfehlen; erschienen im Klaus Hess Verlag.
Gruß Joli
PAPascalinahThemenstarterGast01. Jan. 2005 · #5Danke Joli!
LG
Pascalinah
GAGastThemenstarterGast01. Jan. 2005 · #6Hallo Pascalinah,
kann mich Jolis Empfehlungen bzgl. einer geführten Himba-Tour nur anschließen. Das fängt schon damit an, dass es gar nicht so einfach ist, mal gerade einen Himba-Kral zu finden. Himba begegnen einem zwar ab und zu einfach so, aber zu den Krals gibt es keine Wegweiser, wie bei uns zu allen möglichen Sehenswürdigkeiten. Den Kral, den wir 2001 zusammen mit einem Guide von Fort Sesfontein besucht haben, hätten wir selbst trotz 4x4 nie und nimmer gefunden.
Um eine geführte Tour zu machen, gibt es aber meist zwei Möglichkeiten. Möglichkeit 1 ist die von Joli beschriebene. Ihr bucht euch in eine standardmäßig geführte Tour im Fahrzeug der Lodge ein. Das ist aber i. d. R. kein billiges Vergnügen, da die Veranstalter entweder mit einer Mindestteilnehmerzahl kalkulieren (bei Palmwag Lodge beispielsweise 2) oder einen Preis pro Fahrzeug berechnen (z. B. bei Fort Sesfontein). Für eine Himba-Tour von Palmwag Lodge aus zahlt man aktuell pro Person in der Nebensaison 980 N$, in der Hauptsaison 1050 N$. Jede weitere Person über die Mindestteilnehmerzahl von 2 hinaus zahlt den gleichen Preis (bis hin zu 8 Personen!). Was da bei einem vollen Wagen herauskommt, ist astronomisch und grenzt m. E. an Wucher. In Sesfontein zahlt man wie gesagt einen Pauschalpreis pro Fahrzeug - zumindest war es damals so. Da ist man natürlich "gekniffen", wenn man keine Mitfahrer findet und zu zweit bleibt. So ging es uns damals. Je kurzfristiger man sich für eine solche Tour entscheidet, desto schwieriger dürfte es sein, noch Mitfahrer zu finden. Das solltet ihr bei euren Planungen berücksichtigen und euch vorher zumindest vor Ort erkundigen, unter welchen Bedingungen die Touren stattfinden.
Möglichkeit 2 ist das Engagieren eines örtlichen Guides und das Fahren mit dem eigenen Wagen (4x4 zwingend erforderlich!). Das ist deutlich günstiger und im Zweifel wesentlich individueller, da ihr dann i. d. R. nur zu dritt seid. So haben wir es damals an zwei Tagen von Fort Sesfontein aus gemacht. Es waren eindrucksvolle Erlebnisse, die wir nicht missen möchten.
Wir werden im März u. a. für 2 Nächte in Palmwag sein und dort hat man uns nur wenig Hoffnung gemacht, für eine solche Tour einen Guide zu bekommen. Bei den lukrativen Preisen der Standardtouren kann ich mir auch nicht vorstellen, dass allzu große Anstrengungen unternommen werden, uns einen Guide zu vermitteln.
Wenn ihr euch zeitlich schon nicht festlegen wollt, was ich verstehen kann, solltet ihr euch auf jeden Fall vorher bei den einzelnen Stellen nach den grundsätzlichen Möglichkeiten erkundigen. Wie Joli schon sagt, werden solche Touren vielfältig angeboten, beispielsweise auch von den Lodges und Gästehäusern im Großraum Kamanjab aus oder in Epupa Falls am Kunene.
Viel Spaß bei der weiteren Planung und alles Gute im neuen Jahr
Armin
PAPascalinahThemenstarterGast01. Jan. 2005 · #7Hallo Armin,
danke für deine ausführliche Antwort. Wir werden zu 6 sein - also 3 Fahrzeuge. Mal sehen, ob wir irgendwo einen Guide organisieren können. Muss ja nicht in Palmwag sein...
Gruß Pascalinah
LILisaThemenstarterGast03. Jan. 2005 · #8Hallo Pascalinah,
wir waren im Mai 2004 u.a. im Kaokoveld unterwegs und haben nicht nur einige einzelne Himbas angetroffen, sondern kamen auch an 2 Siedlungen vorbei. Würd Euch ebenfals das von Joli empfohlene Buch ans Herz legen, damit Ihr wenigstens erste Eindrücke über das Leben der Himbas bekommt.
Ein Buch kann dennoch eine geführte Tour nicht ersetzen.
Außer den bereits erwähnten Möglichkeiten ab Palmwag oder Sesfontein könntet Ihr Euch in Opuwo einen lokalen Führer nehmen. Da Ihr wohl campen wollt, kann ich Euch dort das Ovahimba Camp empfehlen. Wird von sehr freundlichen Himbas geführt die auch Touren oder aber Besuche von Himbas im Camp anbieten. In Opuwo gibt es auch ein kleines Touristen-Info-Center, das ebenfalls lokale Guides vermittelt. Wir haben dort allerdings keine Himba-Tour gemacht und auch keine ins Camp bestellt da wir uns bereits im Omarunga Camp bei den Epupa-Fällen zu einer Tour angemeldet hatten. Wir haben dort etwas weniger als N$ 400 pro Person bezahlt. Dafür wurden wir mit einem Fahrzeug des Camps und einem englischsprechenden Himba zu einem Dorf gefahren. Wir bekamen sehr viel über das Leben der Himbas erklärt, kann daher diese Tour uneingeschränkt empfehlen. Im Camp wurden wir auch von 'Local Guides' angesprochen, die sich ebenfalls anboten uns zu einem Dorf oder auch auf eine Wanderung zu begleiten. Die haben allerdings kein Fahrzeug, man muß sie entweder im eigenen Fahrzeug mitnehmen oder zu Fuß gehen.
Wünsch Euch viel Vorfreude bei der Planung! 😉
LG Lisa
PAPascalinahThemenstarterGast03. Jan. 2005 · #9Hallo Lisa,
danke für deine Tipps.
Das Buch über die Himba habe ich und kenne ich - ein Super Buch!
Wir haben uns nun entschlossen eine Tour entweder von Opuwo oder von Purros aus zu buchen.
LG
Pascalinah
KAkalacheeThemenstarterGast04. Jan. 2005 · #10Hallo
War vor vier Jahren ebenfalls bei Opuwo auf Besuch bei den Himbas. Wir waren damals auf einer siebentägigen Tour (mit Chameleon Safaris) unterwegs und der Besuch (wir durften unsere Zelte wenige Dutzend Meter neben dem Kraal aufschlagen) bei den Himbas wurde von unserem Guide organisiert; ebenfalls mit einem lokalen, englisch sprechenden Führer. Es war extrem beeindruckend und unvergesslich! Denke auch, dass die Entscheidung "Variante Opuwo" die Beste ist.
Liebe Grüsse,
kalachee
ANanddorThemenstarterGast15. Feb. 2005 · #11Hallo,
ich war auch in einem Himba-Dorf ohne geführte Tour. Denn es gibt doch
einige Demonstrations-Dörfer z.B. auf dem Weg zu den Epupa-Falls.
Ein Junge der ganz gut Englisch sprach führte uns !
Gruß
Anddor
JOjoliThemenstarterGast16. Feb. 2005 · #12Hallo Anddor,
so gehts natürlich auch. Aber es scheint ein besonderer Reiz darin zu liegen, ein "Original-Dorf" zu besuchen, also nicht diese sog. touristischen Schauveranstaltungen. Bei alledem sollten wir nicht vergessen - es geht um MENSCHEN, die wir besuchen. Und genau so, wie ich es mir verbeten würde, dass auf einmal eine "Horde" Japaner oder Eskimos vor meiner Tür steht, um sich meine Wohnung anzusehen, genau so habe ich das Haus-Recht der Himba zu akzeptieren und zu respektieren. Nur haben wir Touris normalerweise sehr wenig Ahnung von den Sitten und Gebräuchen der Himba. Deshalb meine Empfehlung, sich "himbagerecht" führen zu lassen oder, wie Du es gemacht hast, ein Schau-Dorf zu besuchen.
Gruß Joli
PAPascalinahThemenstarterGast16. Feb. 2005 · #13Und genau so, wie ich es mir verbeten würde, dass auf einmal eine "Horde" Japaner oder Eskimos vor meiner Tür steht, um sich meine Wohnung anzusehen, genau so habe ich das Haus-Recht der Himba zu akzeptieren und zu respektieren.
Hallo Joli,
da muss ich dir vollen Herzens zustimmen! Und deshalb haben wir uns entschlossen eine geführte Tour zu machen. Eure Argumente waren richtig!
LG
Pascalinah