Kann man Simbabwe besuchen???

17 Antworten · 5'436 Aufrufe · gestartet 24. Sept. 2009 von Rodrigo
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Themenstarter1'125 Beiträge · seit 200624. Sept. 2009 · #1
Guten Abend miteinander,
ich habe mich schon ein paarmal mokiert über Forumsteilnehmer, die das Forum mit Fragen bombardieren, ohne einmal einen Blick in einen Reiseführer oder eine Straßenkarte geworfen zu haben. Schändlich. Und nun tue ich dasselbe. Der Hintergrund: Ich war Anfang dieses Jahres wochenlang (ich bin Pensionär und kann das) im Südl. Afrika und bin lange durch Namibia gestreift, meist öffentl. Plätze oder Farmen, keine NPs. Für Sept. 2010 habe ich eine ähnliche Tour vor (eigener LR, also Camping) und möchte meine südafrik. Schwester mitnehmen. Ich hatte eine schöne Tour geplant (Mafikeng, Augrabies, Namaquablüte, Fish River - westlich - , Farmen im mittleren Teil, u.a. Rooiklip, Swakop, Erongo etc.). Man könnte das aber auch ganz anders machen. Ich liebäugle damit, von Mafikeng aus nach Norden über Nata und Pandamatenga ein paar Tage in den Hwange NP in Simbabwe zu fahren (noch habe ich in keinen aktuellen Reiseführer geschaut, falls es den überhaupt gibt, einen älteren habe ich), dann Vic Falls, danach in unproblematischere Gefilde (Kasane, Caprivi, Okavango). Meine Schwester, sie beschäftigt eine simbabwische Haushaltsangestellte, ist allergisch gegen das dortige Regime, wie wir wohl alle. Eintrittsgebühren fließen bestimmt in die Privatschatulle Mugabes. Erst vorige Woche, schreibt sie mir, habe er vier Farmen enteignen lassen und sie politischen Freunden geschenkt. Und selbst, wenn ich hier übertreiben sollte, sollte man ... oder eher nicht???
Gebt mir Argumente und Erfahrungen. Ich bin wirklich unschlüssig. Was soll ich vorschlagen?
Guat's Nächtle.
Wolff-Rüdiger
Omnia vincit amor
2'349 Beiträge · seit 200925. Sept. 2009 · #2
Hallo Wolff-Rüdiger!

Ich war bis jetzt nur bei den Vic. Falls in Zimbabwe...

Aber ich würde es machen. Die Leute sind sehr nett dort und freuen sich über Touristen! Man sollte die Leute nicht bestrafen und das Land meiden, nur weil die Regierung schlecht ist.

Gerade diese Leute dort sollte man unterstützen! Die Menschen dort haben es nötig! Händler, private Lodgebetreiber, usw.

Das ist meine Meinung... Das mit Mugabe muss man abwägen... Da muss jeder selbst entscheiden...

aber siehe mal hier: http://namibia-forum.ch/forum/151-diverses/87449-support-zimbabwe.html

Gruß, Otji!
2'732 Beiträge · seit 200625. Sept. 2009 · #3
Hwange ist mit Sicherheit der Park, der zur Zeit mit am meisten besucht wird.
    Nah an der Grenze
    Versorgung für mehrere Tage bei der Einreise aus Botswana / Zambia sichergestellt
    Hoher Tierbestand
sind nur ein paar der Fakten welche für diesen Park sprechen.
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
Themenstarter1'125 Beiträge · seit 200625. Sept. 2009 · #4
Hallo, Otji und Andreas,
danke für Eure Antworten, besonders für den Link zu einem früheren Thread (den ich damals nicht gelesen hatte). Die Reiseschilderung von Heike und Jörg war sehr bewegend. Ich glaube, ich mache es so. Meine Schwester, die ja näher vor Ort ist, vieles sehr viel krasser mitkriegt und auch viel radikaler im Urteil ist als ein Europäer für gewöhnlich, aber auch die von Muzungu angesprochenen humanitären Aspekte vielleicht nicht so berücksichtigt, werde ich schon rumkriegen. Jetzt kann ich mich ja um Reiseführer und Karten kümmern ... (Noch eine nachgeschobene Frage: Die Zustände ändern sich wahrscheinlich schnell. Wo kriegt man die aktuellsten Informationen?).
Nochmals danke!
Wolff-Rüdiger
Omnia vincit amor
2'732 Beiträge · seit 200625. Sept. 2009 · #5
Ich kann dich beruhigen.

Unsere süfafrikanischen Freunde sind momentan für 2 Wochen im Park unterwegs. Die anderen fahren Anfang kommendes Monat für 2 Wochen dorthin
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
470 Beiträge · seit 200625. Sept. 2009 · #6
Hallo Wolff-Rüdiger,

in der Simbabwe Abteilung des Forums findest Du auch meinen Reisebericht vom Mai, Juni 2009.

Betreffend Ethik möchte ich nur soviel sagen: Die Wildtiere Zimbabwes haben keinen Einfluss auf das politische Geschehen. Wir können jedoch einen Einfluss auf ihr Übeleben nehmen.

Viel Spass bei der Planung!

Patrick
www.mywilderness.net
387 Beiträge · seit 200905. Okt. 2009 · #7
M.E. ist Zimbabwe das sicherste Reiseland des südlichen Afrika.
Der Tourismus springt langsam an. Hwange noch relativ wenig Besucher. Wer allerdings die "Exklusiv-Campsites" Z.B. den Masuma Damm möchte sollte sehr lange im Voraus buchen.

Mana Pools relativ gut besucht. Ein Platz am Zambezi gibt es nur bei Vorbuchung, aber kein Problem, da Plätze am Fluß immer frei sind. Die einst grauenvolle Piste zum Park ist geglättet und gut zu befahren.

Die Versorgungslage ist völlig normal. Benzin und Diesel gibt es überall. Noch nicht in den Parks!

Die Straßen sind in gutem Zustand. Keine Schlaglöcher. Alles ist ausgebessert.

Alle Menschen sind außergewöhnlich freundlich.

Wie in allen Großstädten gibt es auch in Bulawayo und Harare Kleinkriminalität. Nicht mit dem Handy in der Hand herumlaufen, könnte von Jugendlichen entrissen werden (ist uns nicht passiert, wir wurden von Passanten angesprochen). Das ist so das Schlimmste was einem Touristen passieren kann.

Das sind Beobachtungen/Erfahrungen aus August/September 2009.
Siggi Menschen für Afrika begeistern http://www.safaris-in-afika.de
zuletzt bearbeitet 05. Okt. 2009
231 Beiträge · seit 200907. Okt. 2009 · #8
Hallo Wolff-Rüdiger,

wir waren im Juli/August in Simbabwe. Vic-Falls sind einmalig, wir waren fast allein an den Fällen. Die Souvenierverkäufer vor dem Eingang sind allerdings wirklich sehr aufdringlich, so dass Polizei vor Ort sein musste. Im Hwange waren wir auch fast allein, wenig Besucher, sehr wenige Tiere. Du musst wissen, die Bevölkerung ist hungrig, wir haben Ranger getroffen, die ständig auf der Suche nach Wilddieben waren. Sie töten lautlos, keine Schusswaffen, sondern Schlingen werden dort verwendet. Die Mitarbeiter im Park sind sehr, sehr freundlich, sie freuen sich über jeden Gast. In den Camps gibt es kein fließend Wasser. Wir waren auch in Robins Camp, dort sieht es so aus, als würden heute noch mindestens 500 Gäste ankommen, doch es kommt keiner. Die Tankstellen in den Parks sind verfallen, haben schon seit Jahren keinen Tropfen Benzin oder Diesel mehr gesehen. Masuma Dam ist toll, der Camp-Assistent sorgt für warmes Duschwasser und für das Lagerfeuer, ein schön eigerichteter Service. Wo wirklich viele Besucher waren, ist Mana Pool. Es ist schön dort, aber ein zweites Mal muss ich es nicht sehen, auch hier wenig Tiere, aber Elefanten noch und nöcher, sie kommen sogar bis ims Camp, auch ein Büffel hat uns besucht, die Hyänen laufen am Lagerfeuer vorbei. Das Land ist durchaus bereisbar, bis auf die korrupten Grenzbeamten fanden wir es echt sehenswert. Zahlungsmittel ist übrigens US $, damit sind wir jedenfalls am besten zurecht gekommen.
Gute Reise wünscht Kori
41 Beiträge · seit 200910. Nov. 2009 · #9
Hallo Wolff-Rüdiger,

bitte entschuldige die späte Antwort und wie es aussieht hast Du ja auch schon zufriedenstellende Antworten bekommen.

Ich möchte nur hinzufügen, dass ich gerade gestern aus dem südlichen Afrika zurück gekommen bin und eine lange Reise rund um ganz Zimbabwe herum gemacht habe. Die meiste Zeit, also vom 19. September bis zum 16. Oktober war ich allein unterwegs und bin allein mit einem Mietwagen herumgefahren. Ich habe mich keinen einzigen Moment unsicher gefühlt oder in irgendeiner Form bedroht.

Sicher bekommt die Regierung den Löwenanteil von dem Geld, was man an Nationalparks bezahlt. Wenn man aber privat, also in Lodges unterkommt, gehen genau 2% als Tourism Levy an die Regierung. Der Rest sorgt zum großen Teil dafür, dass viele der Lodges, die zur Zeit wirklich auf dem letzten Loch pfeifen, was finanzielle Ressourcen betrifft, weiter machen können. Natürlich schafft/erhält jeglicher Tourismus auch Arbeitsplätze und wirkt sich positiv auf den Natur-und Artenschutz aus, denn auch hier geht den privaten Conservancies und den NGOs, die sich engagieren langsam aber sicher finanziell die Luft aus. Es gibt also viele Gründe, warum man hauptsächlich die Menschen und nur zum kleinen Teil die Regierung unterstützen sollte.

Davon mal ganz abgesehen, ist Zimbabwe ein wunderschönes Land mit ganz besonderen Menschen und einer Natur, die ihresgleichen sucht. Also, ja, ich empfehle jederzeit einen Besuch.

Wenn Du spezielle Fragen hast, sende mir gern eine Nachricht hier im Forum oder per Email.

Meine Beschreibungen von der letzten Reise im März, die ich noch weiter vervollständigen werde, findest Du hier: http://www.reiseberichte-blog.com/author/sabine-gebele/

Beste Grüße, Sabine
1'920 Beiträge · seit 200810. Nov. 2009 · #10
DaktariSabine schrieb:
Hallo Wolff-Rüdiger,

bitte entschuldige die späte Antwort und wie es aussieht hast Du ja auch schon zufriedenstellende Antworten bekommen.

Ich möchte nur hinzufügen, dass ich gerade gestern aus dem südlichen Afrika zurück gekommen bin und eine lange Reise rund um ganz Zimbabwe herum gemacht habe. Die meiste Zeit, also vom 19. September bis zum 16. Oktober war ich allein unterwegs und bin allein mit einem Mietwagen herumgefahren. Ich habe mich keinen einzigen Moment unsicher gefühlt oder in irgendeiner Form bedroht.
Hallo Sabine

welchen Reiseführer kannst du für Zimbawe empfehlen ????
und welche Strassenkarten sind **brauchbar ** ???

Danke schon mal vorab
LG Bloke
41 Beiträge · seit 200910. Nov. 2009 · #11
Hallo Bloke,

danke für die Anfrage. Aktuelle Reiseführer gibt es leider gar nicht. Soweit ich mir habe sagen lassen, stimmen in der letzten Ausgabe von Lonely Planet auch etliche Fakten nicht. Ich selber habe einen alten Nelles Jumbo Guide und bin damit recht zufrieden, aber auch dieser ist veraltet. Wenn Du auch mit einem englischen Buch zurecht kommst, gibt es hier ein paar neuere zu finden: http://www.amazon.co.uk/s/ref=nb_ss?url=search-alias%3Daps&field-keywords=travel+guide+zimbabwe&x=0&y=0 Wenn es Zeit hat bis nächstes Jahr, dann kommt sogar ein ganz neues Buch heraus.

Als Strassenkarte verwende ich eine Globetrotter Travel Map, die ist aber auch alt. Wenn's hilft, die ISBN ist 1-85368-915-7, es liegt ein Angebot bei Amazon.de vor. Es gibt auch den Shell Touring Atlas Southern Africa, ISBN 0-620-30473-1 der ist neuer und ganz gut, aber die Einteilung ist stellenweise sehr schwierig. Ich habe auch einen Garmin Nüvi mit einer Karte für das südliche Afrika, der funktioniert im grossen und ganzen auch recht gut.

Generell ist der Zustand der Hauptstrassen ganz gut mit wenigen Ausnahmen.

Ich hoffe das hilft erst mal weiter,

viele Grüsse, Sabine
Themenstarter1'125 Beiträge · seit 200610. Nov. 2009 · #12
Hallo, Sabine. danke für deine Einschätzung der Lage, die sich mit vielem deckt, was ich so gehört habe. Vielleicht erinnerst Du Dich. ich wollte mit meiner südafr. Schwester fahren, die sich vehement wehrt. Ich will da Frieden - und wir brauchen alle Erholung. Ist also aufgeschoben. Es wird also das südliche Namibia. Aber vielleicht kommt mein jüngster Neffe (frisch examinierter Tierpfleger in einem großen Zoo) im Jahr darauf mit, dann könnte man das in Erwägung ziehen. Simbabwe ist einfach für mich unbekannt (von den VicFalls abgesehen) und ich möchte auch Neues kennenlernen.
Liebe Grüße!
Wolff-Rüdiger
Omnia vincit amor
41 Beiträge · seit 200911. Nov. 2009 · #13
Hallo Wolff-Rüdiger,

danke für Deine Antwort. Natürlich sollte man nichts übers Knie zerbrechen und Deine Schwester soll an die Reise ja auch mit Vorfreude heran gehen können.

Ich wünsche in Namibia viel Spaß, und bis dahin einen einigermaßen guten Winter,

viele Grüße, Sabine
1'920 Beiträge · seit 200813. Nov. 2009 · #14
Hallo

wie ist denn die aktuelle Lage bezüglich Schutzimpfung für Simbabwe ????
Was für Impfungen werden empfohlen, und was muss man auf jeden Fall haben ??? Gelbfieber Cholera ?!?!


LG Bloke
41 Beiträge · seit 200913. Nov. 2009 · #15
Hallo Bloke,

Gelbfieber wird auf keinen Fall benötigt, das verlangen nur gewisse Länder wenn man aus einem Gelbfiebergebiet einreist, und das hast Du ja wenn ich Dich richtig verstehe nicht vor. Über den Sinn oder Unsinn einer Cholera-Impfung streiten sich die Gelehrten, da mische ich mich nicht ein 😉... Hier findest Du ein paar Hinweise: http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Simbabwe/Sicherheitshinweise.html#t8 (klicke dann auf "Medizinische Hinweise") und ebenso hier: http://www.crm.de/laender/laender.asp?Domain=CRM&Sprache=de&Bereich=laender&Klientel=laie&Auspraegung=kurz&HTMLfragmente=no&Auswahl=A-Z

Ich hoffe das hilf Dir weiter.

Liebe Grüße, Sabine
1'920 Beiträge · seit 200814. Nov. 2009 · #16
Hallo Sabine

Danke für die Links.

Hat mir sehr geholfen


LG Bloke
Gast14. Nov. 2009 · #17
JA, JA, JA, JA, JA !!!!

Hallo zusammen!

@ Patrick:
Die Wildtiere Zimbabwes haben keinen Einfluss auf das politische Geschehen. Wir können jedoch einen Einfluss auf ihr Überleben nehmen.

Danke, genau meine Meinung!

@ Bloke:
Eine Gelbfieberimpfung macht immer Sinn bei Reisen in Afrika,
sie ist nicht gefährlich und die Kasse zahlt sie meines Wissens auch.

Auch wenn du nicht aus einem Gelbfieberland kommst,
kann es doch passieren, dass man in einem Gelbfieberland landen muss,
dann hat man Pech gehabt, sowohl in SA als auch Nam, Bots und so weiter.

Wir hatten eine Cholera Schluckimpfung beim Travel Doctor in Somerset West,
diese ist nicht in Deutschland verfügbar (leider), aber in SA, in Namibia
müsstest du dich erkundigen. Das gute dran ist, es gibt keine Nebenwirkungen
aber dein Organismus ist drei Monate lang gegen fast alles geschützt,
was Durchfall, Erbrechen, Darmerkrankungen und natürlich Cholera auslösen kann.

Falls es in Simbabwe eine erneute Choleraepidemie gibt, wie diese Jahr,
kommt man ohne die Impfung schlecht zurück nach Sambia und Botswana.

@ Wolff-Rüdiger:
Du wirst eine einmalige Chance verpassen,
einen oder meherere Parks ganz alleine durchstreifen zu können,
darunter Hwange mit sehr vielen Tieren, z.B. auch Sable Antelope,
und Mana Pools, ein einziges Paradies am Sambesi River.

Einmalig darum, weil A in 2009 ein 5-jähriges Jagdverbot in Botswana in Kraft trat
und diese Touristen nach Zimbabwe ausweichen werden und weil B die Preise
für viele Camps in Botswana in Folge der Privatisierung erheblich teurer wurden.
In 2011 wird es in Simbabwe nicht mehr so sein wie jetzt!

Ein Aufenthalt auf einer Plattform direkt über einer Wasserstelle,
über Nacht, alleine ohne Ranger, das ist wohl mit das großartigste Erlebnis
mit Tieren, was man haben kann, denn die Zeiten, wo man einfach im Busch campierte
sind wohl endgültig vorbei.

Hier unser Reisebreicht: http://meet-the-oceans.de/html/25___26_mai.html

Viele Grüße,

Beate
41 Beiträge · seit 200915. Nov. 2009 · #18
Hallo Bloke,

gern geschehen, und jederzeit gern wieder,

liebe Grüße und einen schönen Sonntag,

Sabine