Kapstadt u.s.w.

11 Antworten · 6'183 Aufrufe · gestartet 17. Feb. 2006 von Satara
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Themenstarter89 Beiträge · seit 200617. Feb. 2006 · #1
Samstag, 21.1.2006
Seit Monaten - das erste Mal wieder.
Reisefieber ???

Es sind nur noch wenige Stunden, bis zu unserem Abflug. Die Koffer sind gepackt. Hab' ich auch alles? Hab' ich nichts vergessen?
Was muss ich noch machen? Schlüssel bei der Nachbarin abgeben.
Habe die Zeitung abbestellt. Keine Bestätigung erhalten. Na ja, werdens doch hoffentlich bekommen haben.

Ich gehöre nicht zu den "coolen" Typen, die einfach mal so nebenbei ans Kap fliegen - und das immer wieder Mal so "zwischendurch".
Ich bin tatsächlich aufgeregt. Was wird mich erwarten?
Wir haben nicht alles genau durchgeplant. Wir sind bis Freitag in Kapstadt. Jeden Tag werden wir neu entscheiden, was wir machen.

.... und was erwartet uns im Free State, bei den ehemaligen Nachbarn, Freunden und Verwandten? Meine Kinder waren 6 und 7 Jahre alt als sie nach Deutschland kamen. Jetzt sind sie 23 und 24 Jahre. Natürlich haben sie noch ihre Erinnerungen an früher. Welche Eindrücke werden sie bekommen ? Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich sie dazu überredet habe mitzukommen. Na ja, nicht ganz so, aber fast.

Allerdings jetzt freuen sie sich beide sehr. Und Werner?
Er ist nie aufgeregt vor einer Reise - sagt er.
In Kapstadt werden wir zusammen sein. Dann wird er nach George weiterfliegen zu Freunden, wo wir uns wieder treffen einige Tage vor unserem gemeinsamen Heimflug.

Fortsetzung folgt ......
Themenstarter89 Beiträge · seit 200617. Feb. 2006 · #2
24.1.2006

Bis jetzt ist alles fantastisch !!!!
Sind gut angekommen, Wetter super. Waterfont sehr einladend zum Bummeln und Schlemmen. Waren auch schon auf dem Tafelberg und in Kirstenbosch und haben heute die Tour ums Kap gemacht.
Meine Kinder sind total begeistert. Ich glaube die hat jetzt auch der Kapstadt-Virus erwischt.

Und noch etwas - am ersten Tag waren wir auch noch im 2 Oceans Aquarium. Dort wude meine Tochter spaeter ausgerufen.
O Schreck - Wieso das denn - und wieso wissen die, dass sie hier ist. Man braucht doch keinen Ausweis zeigen.
Ja dann stellte sie fest ihr Rucksack war offen. Tja, verloren, vergessen oder beklaut ???
An der Rezeption bekam sie dann ihr Portomanee wieder mit Allem was drin war. !!!! Kreditkarte, Ausweis u.s.w. Mit Allem. Selbst das Geld war vollzaehlig.

Sage noch einer in Kapstadt gibts nur Gangster.

Fortsetzung folgt .............
1'910 Beiträge · seit 200617. Feb. 2006 · #3
eee Satara, bist du Schriftsteller... 😄 Du könntest nen Kurzroman daraus machen, so wie du schreibst!

Achtung deiner Wortwahl!

allerbester Gruss, Klaus

PS: bist Du ein Buch am einscannen, was Du dann postest 😎 ...<br><br>Post geändert von: Naukluft, am: 17/02/2006 21:58
Gruss, der K l a u s Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ...... Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
Themenstarter89 Beiträge · seit 200617. Feb. 2006 · #4
12.2.2006

Wir sind wieder zurück - und es war einfach mal wieder traumhaft.
Sicher war auch Glück dabei. Es hätte auch anders kommen können.
Diesesmal auch ohne Panne.
Werner wurde in der City von Kapstadt im selben Moment eine Brille und Geldbörse geklaut. Nach Überquerung einer Strasse wurden wir mit anderen Fussgängern in einen Engpass gedrückt - dabei muss es passiert sein. Mir kam das gleich verdächtig vor und habe deshalb meinen Rucksack noch enger an mich gedrück.

Hier muss es sich um eine organisierte Bande gehandelt haben - alles deutete darauf hin. Und alles passierte in nur wenigen Sekunden. Glücklicherweise werden die Diebe nicht viel Freude am Diebesgut haben, da Werner endlich seine alte Brille los war und er deshalb sich eine schicke Neue besorgen konnte und die Geldbörse war leer, da er sie am selben Tag erst gekauft hatte.

Aber es gibt auch ehrliche Menschen in Kapstadt - siehe das Erlebnis im 2-Oceans-Aquarium -

In Kapstadt haben wir in der Breakwater Lodge gewohnt - die Empfehlung einer Forikerin - direkt an der Waterfront, was super war !!!
Alles war zu Fuss erreichbar und wir konnten auch abends mal ausgehen ohne Auto. Für Leute, die zum ersten Mal nach Kapstadt kommen, kann ich dieses auch empfehlen.

In den wenigen Tagen waren wir auf dem Tafelberg, Kirstenbosch, Inselrundfahrt zum Cape Point, Weinroutentour und ein Besuch in der City. Robben Island musste ausfallen, da wegen schweren Seegangs die Fahrten gestrichen wurden.

VG
S,
Themenstarter89 Beiträge · seit 200617. Feb. 2006 · #5
Die touristischen Highlights von Kapstadt und Umgebung, kennen sicher die meisten von Euch, daher halte ich es für überflüssig diese zu beschreiben. Wir hatten einfach tolle Tage in Kapstadt und dann gings weiter mit unserem Mietauto in Richtung Free State.

Nachdem wir bereits ohne Frühstück gegen 6.30h gestartet waren, konnten wir dann ein gutes Frühstück in Matjiesfontein einnehmen.
Hier gab es keine "Car Watch" - aber das war auch nicht notwendig.

Weiter auf der N1 passierten wir auch einige Baustellen. 15 Minuten warten wegen des Einbahnverkehrs ist da keine Seltenheit. So nutzte man die Gelgenheit um sich die Füsse zu vertreten und vielleicht auch ein paar Fotos zu schiessen. Die Gelassenheit, mit der die Autofahrer die Zwangspause hinnahmen fand ich sehr angenehm.
Auch stellte ich fast, dass ich die Strecke keineswegs langweilig fand. Wir fuhren auch über eine Passstrasse und die Landschaft änderte sich ständig.

Da wir unser Ziel - Kroonstad im Free State - auf keinen Fall vor Dunkelheit hätten erreichen können, buchte ich kurz entschlossen ein Chalet am Gariep Dam, weil ich keine Lust hatte mir erst in Colesberg was zu suchen. Dieser Dam (deutsch Stausee) ist wohl der grösste (Volumen) Südafrikas. Ca. 100 km lang. Das Ferienresort ist sehr schön und top gepflegt. Die Rondavels sind sauber und grosszügig angelegt.
Der Morgen bei Sonnenaufgang war dann traumhaft schön. Natur pur mit vielstimmigen Vogelkonzert.

Wir sind wieder ohne Frühstück gestartet, um uns dann entlang des Weges was zu suchen - was ich sowieso viel interessanter finde, als immer nur dort zu frühstücken, wo man auch übernachtet hat.

Der Free State war saftig grün, nach dem guten Regen. Auch regnet es jetzt hin und wieder, was das Land auch gebrauchen kann. Bei Bloemfontein haben wir die Abfahrt zur Raststelle verpasst und fuhren weiter. Schliesslich hatte ich mich dann für Winburg entschieden, um endlich frühstücken zu können. Noch etwas später ... und es wäre das Mittagessen gewesen.

Fortsetzung folgt............

VG
S.
Themenstarter89 Beiträge · seit 200617. Feb. 2006 · #6
Winburg liegt einige km weg von der N1. Doch bei den Entfernungen in Afrika, spielt es keine Rolle, wenn man etwas weiter ab von der Hauptstrasse fahren muss um zu rasten - dachte ich.
Es ist ein kleiner Ort - gleich neben der Tankstelle gibts ein Kaffee mit Restaurant. Dieses wurde extra für uns aufgeschlossen, weil wir frühstücken wollten. Das war übrigens unser preiswertestes Frühstück in den ganzen drei Wochen. Und die junge Frau am Tresen war ausgesprochen nett und freundlich. Nach klassichem Muster bietet der Ort nichts für Touristen. Aber das ist nicht das was mich interessiert.

Erschreckend musste ich feststellen, dass der Ort anscheinend "ausblutet". Fast keine Geschäfte mehr. Leerstehende Häuser. Bei einem Haus mitten im Zentrum standen nur noch die Mauern und Sträucher und Unkraut wuchsen überall heraus.
Die Teerstassen im Ort eine Katastrophe. Anscheinend wurde da seit 20 Jahren nichts mehr gemacht - so sehen sie aus.

Hier herrscht Markwirtschaft pur. In Südafrika gibt es keinen Staat, der solche Orte subventioniert. Die Kaufkraft fliesst weitgehend in die grossen Zentren. Die Kommune hat wahrscheilich für nichts mehr Geld, weil auch nichts an Steuern reinkommt.

Dann habe ich noch Edenburg im Free State - auch an der N1 - gesehen. Da kam es mir so ähnlich vor. Die gleiche Situation.
In einem Reiseführer werden solche Ort - falls sie überhaupt genannt würden - als verkommene schlafende Nester benannt. Wieviele Orte gibt es noch von dieser Sorte in Südafrika ? Die 2 die ich gesehen, waren reiner Zufall. Also wird es noch einge mehr geben.

In keinem Reisefüher und in keiner Diskussion ist mir bisher dieses Problem begegnet. Dass Orte kaputt gehen, und wenn dieser Entwicklung nicht Einhalt geboten wird - wie auch immer - dies zukünftig Geisterstädte werden und nur die ganz Verlorenen zurückbleiben, weil sie nicht die Möglichkeit haben weg zu gehen.

In den Strassen habe ich auch keine Weissen gesehen.
Dann ging die Fahrt weiter. Unterwegs kamen wir vorbei an Ventersburg mit einem modernen Tank- und Rastplatz. Da war mir klar, warum Winburg keine Chance hat auf Geschäfte mit dem Durchgangsverkehr.

Endlich in Kroonstad !!!

Fortsetzung folgt......................
Themenstarter89 Beiträge · seit 200617. Feb. 2006 · #7
Naukluft schreibe:
eee Satara, bist du Schriftsteller... 😄 Du könntest nen Kurzroman daraus machen, so wie du schreibst!

Hochachtung deiner Wortwahl!

allerbester Gruss, Klaus
Danke für das Kompliment. Ich schreibe nur emotional. Einfach so wie ich es empfunden habe - ohne viel zu überlegen. Ich weiss vorher nicht mal welche Begenbenheiten ich erzäheln soll. Das ergibt sich dann von selbst während des Schreibens.

VG
S.

P.S. Smiley einfugen funktioniert bei mir nicht .. und die Vorschau-Funktion auch nicht. Avatar auch nicht ... ?????
1'910 Beiträge · seit 200617. Feb. 2006 · #8
Musst Du wohl erst nochmal in "mein Profil" aber das obenliegende, NICHT das auf der linken Seite einstellen, probiers nochmal...
Klaus
Gruss, der K l a u s Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ...... Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
Themenstarter89 Beiträge · seit 200619. Feb. 2006 · #9
......angekommen in Kroonstad fuhren wir die vertrauten Strassen entlang und standen plötzlich vor dem alten Kindergarten, den auch meine Beiden früher mal besucht hatten. Zufällig war dort eine Dame anwesend, obwohl es Samstag war und zeigte uns alles. Für meine Kinder war es ein tolles Gefühl wieder zurück in die Kindheit einzutauchen. Es kam ihnen alles viel kleiner vor als sie es in Erinnerung hatten. Tja, jetzt waren sie auch grösser.

Nachdem wir unser Quartier bezogen hatten, machten wir unseren ersten Besuch. Erst nach langem Suchen und einem zweiten Telefonat fanden wir das Haus. Die Bäume und Sträucher waren inzwischen sooo gross geworden, dass ich es nicht wieder erkannt hatte.

Bei meinem letzten Besuch in Kroonstad vor viereinhalb Jahren fiel mir auf dass es mit dem Ort vielversprechend bergauf ging. Jetzt hatte ich den gegenteiligen Eindruck. Dieser wurde auch von meinen Kroonstader Freunden bestätigt. Der schleichende Beginn einer Verwahrlosung des Strassenbildes war nicht zu übersehen. An vielen Stellen waren die Strassennamenschilder abhanden gekommen - und die, die noch vorhanden waren, waren in einem erbärmlichen Zustand, krumm, schief und verrostet.

Auch hier war die Qualität der Strassen nicht die, die ich von früher her kannte. Meine weissen Freunde haben inzwischen eine fatalistische Haltung eingenommen und versuchen aus der für sie unabänderlichen Situation das Beste zu machen. Sie sind Afrikaaner und haben keinen zweiten Pass. Südafrika ist ihre Heimat und sonst nichts. Sie haben keine Wahl und wollen auch gar nicht woanders leben. Oder auch nur deshalb, weil sie es sich aus finanziellen Gründen gar nicht leisten könnten ???

Der Mann meiner Freundin wurde vorzeitig als Lehrer entlassen - jetzt hat er wieder zwischenzeitlich einige Monate im Auftrag der Regierung gearbeitet, weil es wohl nicht genug qualifizierte schwarze Lehrer gibt. Aber Lohn hat er bisher keinen erhalten - er wartet und wartet und wartet - zum Kämpfen hat er keine Kraft mehr. Ich glaube, er glaubt selbst nicht mehr daran, dass er sein ausstehendes Gehalt noch bekommt. Wir wollten an diesem Samstag nachmittag auch eine private Townshiptour machen - diese konnte leider nur verkürzt stattfinden, da wegen des Wahlkampfes Mbeki in der Stadt war. Wir fuhren in Richtung Stadion und sahen die Massen bereits auf dem Rückweg von der Veranstaltung. Beim Anblick einiger wenig freundlich dreinschauenden Gesichter entschlossen wir uns wieder zurück zu fahren.

Meine Freundin, eine Krankenschwester im Dienste einer pathologischen Praxis, hat für sich selbst bereits entschieden, dass sie - sofern ihre eigene Gesundheit es zulässt - bis 70 arbeiten wolle. Aus finanziellen Gründen wird ihr wohl auch gar nichts anderes übrig bleiben. Ich habe darauf verzichtet ihr zu erzählen, dass deshalb die Leute in Deutschland demonstrieren, weil sie bis 67 arbeiten sollen.

Dennoch hatten wir einen sehr schönen Nachmittag und Abend bei herrlichem Wetter und mit dem obligatorischen Braai.
Auf Einladung beendeten wir den Abend noch in einem Pub, wo interessanterweise nur afrikaanssprechende Weisse als Gäste da waren, aber Schwarze hinter dem Tresen standen.

Den nächsten Tag - einen Sonntag - verbrachten wir wechselweise noch mit einer anderen Familie. Auch hier herrscht die fatalistische Haltung vor. Mein Freund (sprich Bekannter und ehemaliger Nachbar) sieht zu, dass er auch aus seiner Situation das Beste macht, was möglich ist. Er arbeitet im Schichtdienst bei der Bahn. Zu seinem Aufgabenbereich gehören Kontrollen und technische Überwachung. Noch sind seine Kollegen und sein direkter Vorgesetzer Weisse. Doch er auch macht sich keine Illusionen, dass auch diese Jobs irgendwann nur noch mit Schwarzen besetzt werden. Diesen Schluss zieht er aus der Bemerkung eines schwarzen Vorgesetzen, der zu ihm sagte: "nog het ons julle nodig".

Eine der Töchter hat vor kurzem im Staatshospital entbunden, die andere im Privathospital. Details wollte man mir nicht erzählen, denn wer es sich leisten kann, geht ins Privathospital. Im Staatshospital fehlt es an allen Ecken und Enden. Sicherheitshalber sollte jeder auch sein eigenes Bettzeug mitbringen. Es ist nicht so, dass der Staat die staatlichen Krankenhäuser schlecht ausstattet - sondern die Diebstahlsrate bzw. Veruntreuung ist so gewaltig, dass dieses nicht entsprechend der Notwendigkeiten ersetzt werden kann.

Dabei wurde mir auch erzählt, dass der Sohn eines mir bekannten Arztes und einer Krankenschwester durch einen Autounfall ums Leben kam - später im Koma gestorben. Besonders schlimm für die Eltern war, dass die optimale medizinische Versorgung nicht schnell genug geleistet werden konnte, da dass anonyme Opfer erst mal in eine staatliche Notaufnahme kam und viel Zeit verging, bis die Identität festgestellt war.

Dabei war das passiert, was in Südafrika inwzischen fast alltäglich zu sein scheint: Unfallopfer werden ausgeraubt; dabei scheint keine Rolle zu spielen wie schwer jemand verletzt ist oder gar schon ist oder tot scheint.

Alle Familien haben sich über das Wiedersehen gefreut - so auch wir - und bei schwerem Regenguss mit dem Schirm über dem Grill hatten wir noch einen schönen Braai.

Am nächsten Morgen drehten wir noch eine letze Runde und machten noch einige Kurzbesuche bei verschiedenen alten Bekannten in der Stadt. Auffallend war, dass die Car Watches fast nur Weisse waren - selbst alte Frauen. Not und Verzweiflung - ohne jedes Einkommen und staatliche Unterstützung - lassen sie zu dieser Lösung greifen. Einer sehr netten älteren Frau habe ich deshalb für die Bewachung zweier Autos für ca. 1 Stunde mal R20 gegeben. Sie ist mir um den Hals gefallen, hat sich überschwenglich bedankt, mir Gottes Segen gewünscht und mich sehr herzlich verabschiedet. Ich war beschämt. Was waren R20 für mich. !? Für sie war es vielleicht die übliche Tageseinnahme oder was ?

Nachdem wir uns jetzt bei allen verabschiedet hatten - der Abschied fiel uns wirklich schwer - machten wir uns auf den Weg nach Bloemfontein.

Fortsetzung folgt...............

Gruss
S.
Themenstarter89 Beiträge · seit 200621. Feb. 2006 · #10
Bei der Fahrt von Kroonstad nach Bloemfontein entschieden wir uns gegen die N1 und fuhren statt dessen auf einer Nebenstrecke vorbei an Henneman, Virginia, Theunissen und Brandfort.

Die Strecke war viel interessanter und obendrein sparten wir noch die Mautgebühr - immerhin R26.
Wir fuhren in Kroonstad ohne Mittagessen los und versorgten uns in Henneman mit einem "Take away". In der - so wie es aussah - einzigen Hauptstrasse des Ortes fanden wir noch eine Metzgerei, in der wir wieder unsere Biltong-Vorräte auffüllen konnten. Als Gelegenheit wurden dort auch noch frische Kaktusfeigen angeboten - die Steige mit ca. 25 Stück für 15Rand. In Knysna später wollte man 4R pro Stück haben. Soviel zum Unterschied zwischen Touristenregion und normalem Ort im Innland.

Die Orte Theunissen und Virginia wirkten im Vorbeifahren recht schmuck - ganz im Gegensatz zu dem was wir in Winburg und Edenbug gesehen hatten. Hier zeigt es sich, das noch aktiver Minenbetrieb in der Nähe ist, der die Orte am Leben erhält. Doch was wird aus diesen Orten, wenn die Minen mal still gelegt werden sollten ? Allerdings waren auch die Townships ein vielfaches grösser als die eigentlichen Orte. Aber das scheint wohl überall so zu sein.

Auf der gut ausgebauten Strasse mit wenig LKW-Verkehr erreichten wir am Nachmittag Bloemfontein. Obwohl ganz in der Nähe im richitgen Bezirk fand ich das Plot meines Schwagers nicht - ich rief ihn an, damit er uns abholte.

Jetzt blende ich aus................... was jetzt kommt, ist seeeeeehr privat. Nach 17 Jahren sahen meine Kinder zum ersten Mal ihren Onkel, Tante, Grossmutter und die anderen Verwandten wieder.

Wir hatten sehr schöne und interessante Tage in Bloemfontein. Meinen Kindern und mir hat es gut gefallen.Sie wollen wieder kommen !!!
In Bloemfontein haben wir uns auch das "Vroue-Monument" und das Museum über den Burenkrieg (1899-1902) angeschaut. Für jeden, der nach Bloemfontein kommt ein Muss. Ein wichtiges Teil südafrikanischer Geschichte und erschreckend zugleich.

Zwei Tage nach dem grossen Familientreffen mit Braai ging die Fahrt weiter in Richtung George.

Fortsetzung folgt...................

Gruss
S.<br><br>Post geändert von: Satara, am: 21/02/2006 21:45
Themenstarter89 Beiträge · seit 200625. Feb. 2006 · #11
Wir fuhren wieder die N1 zurück und bogen bei Beaufort West auf die N12 ab. Das absolute "Highlight" der Strecke war die Schlucht von Meiringspoort. Waaaahnsinn. Faszinierend durch diese Schlucht zu fahren und rechts und links die Berge zu sehen. Wir konnten uns nicht satt sehen und haben uns auch viel Zeit gelassen für diese Strecke.

Die Strasse war schnurgerade - und das für viele km. Wie aus heiterem Himmel war da plötzlich eine Raststätte. Ein Farmstall, der mit Kaffee und ofenfrischer Melktert warb. Gerne nahmen wir die Gelgenheit war und genossen beides in einem netten Gestraum, der liebevoll mit alten Gerätschaften eingerichtet war. Es erinnerte mich an ein Heimatmuseum in Deutschland. Ebenso picobello sauber war die Toilette und das mitten in der Prärie. Gestärkt ging die Fahr weiter.

Ca. 80 kam vor George und noch vor Oudtshorrn an einer unübersichtlichen langgestreckten Kurve sahen wir plötzlich mehrere Autos stehen, eines davon schwer beschädigt. Das Ganze war so unvermittlet, dass wir zuerst vorbeifuhren um dann zu wenden und zu schauen ob wir helfen könnten.

Eine junge Frau hatte die Gewalt über ihr Fahrzeug verloren, und einen schweren Unfall gehabt. Wir hatten gerade entschieden, dass wir sie mit nach George in Krankenhaus nehmen würden, da kam endlich ein Rettungswagen und konnte sie aufnehmen. Wir wussten nicht, wie schwer sie verletzt war. Sie stand sichtlich unter Schock, Äußere Verletzungen waren nicht erkennbar.

Die Situation machte uns klar, wie gefährlich es ist für Alleinreisende auf so langer teilweise auch eintöniger Strecke. Die Gefahr von nachlassender Konzentration und/oder zu ermüden darf nicht unterschätzt werden.

Durch die Verzögerung haben wir es gerade noch geschafft kurz vor Sonnenuntergang den Outeniekwapass zu überqueren. Aus dem strahlendem Sonnenschein fuhren wir direkt in den Nebel hinein - und das ganz plötzlich. Von einer Sekunde auf die andere hatten wir von unbegrenzter Sichtweite plötzlich nur noch vielleicht 10 m vor uns. Mit 20km/h schlichen wir den Berg hinunter. Es war kaum zu glauben. Dieser abrupte Witterungswechsel - nur wegen der Berge und des Höhenunterschiedes.

Gegen 18.30h kamen wir dann endlich bei Werner und unseren Freuden in George an. Der Nebel war wie weg geblasen und die Sicht auf die Berge war die Aussicht wie auf einer Postkarte.

Fortsetzung folgt................



Satara schrieb:
Zwei Tage nach dem grossen Familientreffen mit Braai ging die Fahrt weiter in Richtung George.

Fortsetzung folgt...................

Gruss
S.<br><br>Post geändert von: Satara, am: 21/02/2006 21:45
335 Beiträge · seit 200618. März 2006 · #12
Hallo Satara,

haben mit großer Interesse deinen Bericht gelesen.
Gibt es noch eine weitere Fortsetzung?

Wenn nicht, dann vielleicht beim nächsten Treffen in PW? 😉
Haben ja immer noch Arie's kleinen Flieger zum Weitergeben.
Im letzten Jahr hatte es bei uns nicht geklappt.😊


LG
KUPo
http://www.pervan.de/reiseberichte/Autor*Uschi_Pohler*7179http://www.flugstatistik.de