Black Rhinos + Cheetahs

17 Antworten · 2'920 Aufrufe · gestartet 07. Juli 2009 von Ochsenfrosch
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148 Beiträge · seit 200907. Juli 2009 · #2
Oh, Du kennst die AZ!

Glaubst Du die liest hier keiner? Wenn Du wenigstens Deine Meinung oder irgendwas als Diskussionsgrundlage dazuschreiben würdest...
Das sind so absolut aussagelose Threads

Grüßle
Max
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Themenstarter180 Beiträge · seit 200907. Juli 2009 · #3
Ich wollte einfach mal auf diese Berichte besonders hinweisen und sie auch Gästen des Forums zeigen bzw. den wenigen Mitgliedern, die die AZ nicht kennen oder sie nicht regelmäßig lesen.

Den ersten Bericht finde ich eine Sauerei! Es macht keinen Sinn, eine Tierart zu schützen und einen riesen Aufstand um dessen Schutz zu machen und dann ein einzelnes Exemplar mit dem Vorwand es sei zu alt (ob das überhaupt stimmt...) gegen Kohle zum Abschuss freizugeben!

Die beiden anderen Berichte über Rhinos finde ich sehr positiv! Das macht die Fish River Gegend gleich noch mal interessanter und ist ein sinnvolles Projekt.

Was die Geparden angeht: Ich finde es gut, dass die Ausfuhr limitiert wird, aber ob das langfristig nützt ist die Frage... siehe den letzten Satz im Bericht.... Die Trophäenjagd auf diese Tiere sollte ganz verboten werden. Das wäre sinnvoll!

Wenn ich recht informiert bin sind Namibia und Südafrika die einzigen Länder in denen man noch Geparde zur Trophäenjagd frei gibt.
zuletzt bearbeitet 07. Juli 2009
3'175 Beiträge · seit 200607. Juli 2009 · #4
wenn man kommerzielle Jagd in Afrika verbietet, sind die Tage aller Wildtiere gezaehlt...
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
Themenstarter180 Beiträge · seit 200907. Juli 2009 · #5
Ich meinte jetzt nur die kommerzielle Jagd auf Geparde und Black Rhinos. Das muss nicht sein finde ich. Geparde sind weltweit bedroht und haben einen sehr kleinen Genpool... D.h. jedes Individuum zählt!

Ich finde auch das Ausfuhrverbot von Geparden aus Namibia nicht ganz in Ordnung... Man könnte einige der Tiere in Parks in Nachbarländern ansiedeln oder evtl. sogar in Ostafrika, wo eine Zufuhr von "frischem" Blut in die dortigen Bestände sehr nötig ist.

Mit Naßhörnern wird das ja auch schon so betrieben.
zuletzt bearbeitet 07. Juli 2009
439 Beiträge · seit 200907. Juli 2009 · #6
Joerg schrieb:
wenn man kommerzielle Jagd in Afrika verbietet, sind die Tage aller Wildtiere gezaehlt...
Warum?
3'175 Beiträge · seit 200607. Juli 2009 · #7
das zeigt die Erfahrung.
Wenn Farmer,bzw. Menschen , die mit Wildtieren koexistieren muessen aus diesn Wildtieren keinen kommerziellen Nutzen ziehen koennen, dann werden sie sie auf Grund der Schaeden , die sie anrichten vernichten.

Das nennt man dann "Totschuetzen"!
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
439 Beiträge · seit 200907. Juli 2009 · #8
Joerg schrieb:
das zeigt die Erfahrung.
Wenn Farmer,bzw. Menschen , die mit Wildtieren koexistieren muessen aus diesn Wildtieren keinen kommerziellen Nutzen ziehen koennen, dann werden sie sie auf Grund der Schaeden , die sie anrichten vernichten.

Das nennt man dann "Totschuetzen"!
Abschießen lassen kannst du ein Tier nur einmal. Zum fotografieren zeigen kannst du es jeden Tag so oft du willst. Glaubst du die Farmer in Namibia können nicht rechnen?
3'175 Beiträge · seit 200607. Juli 2009 · #9
sieht so aus als kennst du die Mentalitaet von Afrika nicht

und schau mal was Conservancies erreicht haben und das alles hauptsaechlich auf Basis kommerzieller Jagd
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
zuletzt bearbeitet 07. Juli 2009
439 Beiträge · seit 200907. Juli 2009 · #10
Joerg schrieb:
sieht so aus als kennst du die Mentalitaet von Afrika nicht
Soll das heißen die sind doof und können nicht rechnen? Oder rechnen die erst gar nicht? Oder schießen die zu schnell um vorher noch rechnen zu können? Oder wie meinst du das?
und schau mal was Conservancies erreicht haben und das alles hauptsaechlich auf Basis kommerzieller Jagd
Sagt mir leider nichts. Hilft du mir auf die Sprünge?
3'175 Beiträge · seit 200607. Juli 2009 · #11
Fritzmann schrieb:
Joerg schrieb:
sieht so aus als kennst du die Mentalitaet von Afrika nicht
Soll das heißen die sind doof und können nicht rechnen? Oder rechnen die erst gar nicht? Oder schießen die zu schnell um vorher noch rechnen zu können? Oder wie meinst du das?
Sorry wenn das Tier mir Schaden macht und dadurch meine Lebnsgrundlage bedroht, dann "entferne" ich es, oder nicht.

Conservancies=Hegegemeinschaften
gibt es im Kommerziellen und komunalen Farmland.
klick

Kommt urspruenglich von der Campfire idee aus Zimbabwe
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
Themenstarter180 Beiträge · seit 200907. Juli 2009 · #12
Ich hatte den Vorschlag zum Verbot von Trophäenjagd eigentlich nur für Geparde und Rhinos gemacht.

Ich sehe wenig Sinn darin, dass kommerzielle Gepardenjagd fast überall auf der Welt bzw. in Afrika verboten ist nur nicht dort. Es gibt sooo viele Einrichtungen zum Schutz der Geparden... (und auch Naßhörner) Und dann werden sie 20km weiter auf Jagdfarmen von Trophäenjägern erschossen.

Um das allgemeine Thema "Jagd" wird man sich wohl ewig streiten.... Aber dagegen sage ich nichts! Ich esse auch gern ein leckeres Oryx-Steak! 😉
439 Beiträge · seit 200907. Juli 2009 · #13
Joerg schrieb:
Sorry wenn das Tier mir Schaden macht und dadurch meine Lebnsgrundlage bedroht, dann "entferne" ich es, oder nicht.
Kann ich ansatzweise nachvollziehen. Nachbars Perserkatze scheißt seit Jahren in meinen Garten und in die Sandkiste. Ich gehe regelmäßig mit der Steinschleuder auf die Jagd. Hab auch schonmal getroffen. Das blöde Vieh ist aber zu doof sich das zu merken. Kommt immer wieder. Da wünsche ich mir auch was Großkalibriges. Ne´n 45er oder so. Aber ein Gepard oder ein Leopard ist dann doch schon was edleres. Oder? Zumal die dämliche Perserkatze keiner sehen will. Da kannst du keinen Eintritt für nehmen. Übernachten würde dafür auch niemand bei mir oder meinem Nachbarn.
zuletzt bearbeitet 07. Juli 2009
1'287 Beiträge · seit 200610. Juli 2009 · #14
hier wurde kurz die Frage aufgeworfen, ob die Einheimischen denn nicht rechnen können, das man ein lebendes Nashorn häufiger photographieren kann als totschießen. Nun kurz ein kleiner Exkurs, wie man in Namibia rechnet, um eine richtige Diskussionsgrundlage zu haben.

Feine Zahlen - Fein gemahlen

Man unterscheidet zwischen Trophäentier- Abschüssen und Problemtier - Abschüssen.

Ein Trophäentier in einer Conservancy wird auf in der Regel jährlichen Konzessionsversteigerungen des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz an private Jagdsafarianbieter versteigert. Die dadurch eingenommenen Gelder werden entweder dem Hegegebiet direkt oder der Gemeinschaft durch den Wildtierprodukte-Treuhand-Fonds (Game Products Trust Fund) zugute kommen, fließen also nicht in das allgemeine Steuersäckel.
Das gleiche ist mit den 1,5 Mio N$ / ca. 140.000 Euro Konzessionsgebühr für den Nashornabschuß geschehen.
http://www.az.com.na/umwelt/trophenjger-schiet-nashorn.87974.php

Auf einer CITES Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommen wurde Namibia die Quote von 5 Spitzmaulnashörnern ohne größere Diskussion zur Bejagung zugesprochen, da der Nashornschutz und Bestand vorbildlich ist.
http://www.az.com.na/umwelt/naturschutz-heit-wild-und-frei.20964.php
Diese Bejagung ist bisher nur in Naturschutzgebieten vorgesehen, so dass die Konzessionsgebühren alle in den Treuhand-Fond fließen, aus dem vor allem die weitere Nashorn - Aufzucht speziell im Waterberggebiet bedient wird. Das war eine der Auflagen von CITES.

Zusatzinformation: Alle Nashörner in Namibia sind staatlicher Besitz. Sie werden aber für Gästefarmen - zum Teil gegen Gebühren - ausgeliehen, die dann privatwirschaftlich ohne Steuergelder ( Namibia hat nur 46.000 Steuerzahler ) für tierärztliche Versorgung, Bewachung und Nachzucht verantwortlich sind.

Die privaten Jagdanbieter versuchen dann, unter Ihren Jagdanfragen für Ihre verschiedenen Konzessionstiere einen möglichst hohen Preis für Ihr Produkt zu erhalten. Der Preis setzt sich dann aus Abschußgebühren, zu buchende Jagdtage - bei Elefanten in der Regel 14 Jagdtage - und Trophäenbearbeitungsgebühren inklusive der ganzen Dokumentation zusammen.

Aus der Praxis für die Praxis
Im letzten Jahr konnte in Namibia ungefähr 26.000 US$ /ca. 200.000 N$ für einen Wüstenelefantenabschuss erzielt werden. Davon erhält die Conservancy 50% direkt vom Jagdkonzessionär. Das Fleisch des geschossenen Tieres muß an die Conservancy mit abgeliefert werden. Da Elefanten in der Regel auch kleinere Wanderungen unternehmen, ist der Normalfall, dass sich zwei nebeneinanderliegende Conservancies die Einnahmen teilen. Das heißt, jede Conservancy erhält ca. 50.000 N$ auf einen Schlag ( oder besser gesagt: Auf einen Schuß ) wenn sich ein Jäger mit ca. 8 Jagdhelfern und 3 Fahrzeugen für ca. 14 Tage im Gebiet zweier Conservancys aufhalten.

Diesen Effekt muß die lokale Bevölkerung - zur Erinnerung, das sind die, die noch bei den Wildtieren zurückbleiben, während die Photographen ja ein Rückflugticket in der Tasche haben - abwägen gegen folgenden Ansturm:
100.000 N$ Ertrag geteilt durch 50 N$ Campinggebühr pro Person
Das bedeutet 2.000 einsamkeitsliebende Personen, die in der Gegend übernachten mit ca. 750 Fahrzeugen.

Ich glaube, da müssen viele Makalaninüsse zusätzlich verkauft werden, um die Einheimischen zu überzeugen, dass das das Erstrebenswertere ist.

Bei den Problemtierabschüssen kommt eine weitere zeitliche Komponente hinzu. Sobald das Problem(tier) auftritt, muß eine schnelle Lösung dafür gefunden werden. Umsiedeln mit wenigen Nationalparkrangern Ressourcen oder mit ablaufendem Haltbarkeitsdatum schnell einen "last minute" Jäger finden, der bereit ist, das dann unvermeidliche auch noch zu bezahlen.

Hierzu ist heute in der AZ ein sehr kluger Artikel mit den Aktuellen Problemtierabschußpreiszahlen erschienen:
http://www.az.com.na/umwelt/mensch-tier-konflikte-besser-lsen.88641.php
der zeigt, dass man in Namibia auch ständig an der Feinjustierung des Verhältnisses von Wildtieren zu Menschen arbeitet.

Schließlich ist Namibia Dank des bisher erfolgreich beschrittenen Weges fast das einzige Afrikanische Land, in dem man noch bei Fahrten in Dämmerung und Dunkelheit außerhalb von Nationalparks gegen Wildtiere knallen kann.

Ich hoffe, hier mit ein paar echten Zahlen ein wenig Klarheit geschaffen zu haben.

den diskutiert werden - teils sogar mit Meinungen - kann natürlich daran einiges:

zum Beispiel die Nachhaltigkeit: Sind die (Wüsten)- Elefanten Populationen wirklich schon so zahlreich, dass man pro Jahr ca. 4-5 Elefantenbullen dort herausnehmen kann?

Warum werden die Konzessionen überwiegend in der Kunene Region vergeben und weniger in den Gegenden wo ein an den Zerstörungen deutlich sichtbarer Elefantenüberschuß herrscht, also Caprivi und Khaudom Gebiet.
Der Druck der Bevölkerung nach dem schnellen Geld ist in der Kunene Region viel stärker.

Es bleibt also Raum für Meinungen. Da müssen dann jetzt aber andere ran.

Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle
435 Beiträge · seit 200710. Juli 2009 · #15
Hallo Carsten,

gut geschrieben, wie (fast) immer!;)

Weiter so.

LG
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435 Beiträge · seit 200710. Juli 2009 · #16
Hallo Carsten,

gut geschrieben, wie (fast) immer!;)

Weiter so.

LG
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557 Beiträge · seit 200910. Juli 2009 · #17
Hallo Fomi, guten Tag Carsten,

danke für Deine detaillierten Informationen.

Insgesamt muss man Namibia bescheinigen, dass der Naturschutz für ein so junges und wirtschaftlich schwaches Land in der Welt vorbildlich geregelt ist.

Freundliche Grüße

Eto
Reisebericht: Nördliches Tansania u. Sansibar 2010 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/153776-reisebericht-noerdltansania-usansibar-febr-2010.html
86 Beiträge · seit 200910. Juli 2009 · #18
Fritzmann schrieb:Nachbars Perserkatze scheißt seit Jahren in meinen Garten und in die Sandkiste. Ich gehe regelmäßig mit der Steinschleuder auf die Jagd. Hab auch schonmal getroffen. Das blöde Vieh ist aber zu doof sich das zu merken. Kommt immer wieder. Da wünsche ich mir auch was Großkalibriges. Ne´n 45er oder so.

Die "Jagd" stelle ich mir "ganz groß" vor...
😄 😄

Und @Carsten: Deinem Beitrag kann man nur zustimmen - und die Fragen die darin aufgeworfen werden, wären eine ersthafte Diskussion wert.
Gruss, Viktor http://www.TickerFactory.com/