TomcatThemenstarter1'155 Beiträge · seit 200622. Mai 2009 · #1Ich weiss, es ist ein leidiges Thema und bei gewissen Leuten aus der Tourismusbranche hier nicht gerne gesehen. Aber das Preisniveau in Namibia ist im Moment horrend. Viele Südafrikaner können sich Ferien in Namibia z.B Etoscha gar nicht mehr leisten.
Namibia zielt auf zahlungskräftige Touristen aus Europa und Übersee. Doch dies ist eine sehr gefährliche Strategie. Im Moment ist der Wechselkurs Euro zu Rand und Namibia Dollar sehr vorteilhalft.
Doch dies kann sich schnell ändern ! Im Chart sehe ich die klassische „Doppelschulter“ die an der Börse kein gutes Indiz für einen weiteren positiven Kursverlauf ist und es kann druchaus sein, dass wir bald wieder einen Kurs von 1 zu 8 sehen.
http://www.godmode-trader.ch/profile/?id=138134&intv=145152000&exchange=27Somit wird das Mietauto, die Traumlodge oder Etoscha um nochmals um30% teuerer !
Ich glaube im Zeichen der Rezession ist die Nachfrage schon etwas zurückgegangen.
Sollter der N$ aber noch stark zulegen, ist der Bogen wahrscheinlich endgültig überspannt und viele Overseas und Europäer werden nicht mehr kommen, weil sie es sich schilcht und einfach nicht mehr leisten können ...
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200622. Mai 2009 · #2Hallo Tomcat,
mit vielem hast Du recht, wobei gerade zum N$/Rand-Kurs vor einigen Tagen hier eine Diskussion war und ich darauf hinwies, dass die Reserve Bank in Südafrika eher an eine Abschwächung des Rand gegenüber dem Euro glaubt.
Namibia versucht preislich einen Weg zu finden der grob gesagt zwischen Botswana und Kenia liegt. Kenia hast jahrelang (vor den Unruhen vor 1-2 Jahren) auf billigen Massentourismus a la Mallorca gesetzt und so das Land und vor allem die Natur sehr in Anspruch genommen. Auch Kenia schwenkt nun um und versucht weniger aber dafür besser zahlende Touristen zu locken. Hierzu ist v.a. ein guter Service (daran mangelt es in Namibia leider noch vielerorts) und gute Infrastruktur (hat Namibia) nötig. Momentan findet in Namibia eine Konsolidierung im Tourismussektor statt; eine Lodge eröffnet und zwei machen im gleiche Zeitraum zu; kein Wunder bei einer durchschnittlichen Auslastung bei Lodges von etwa 25%. Das Angebot in Namibia ist einfach momentan zu groß (v.a. im Raum Etosha), wo die Unterkünfte wie Pilze aus dem Boden sprießen und wo deshalb die Landpreise in den letzten 2 Jahren sich verzehnfacht haben.
Nun aber zu Deinem eigentlichen Punkt der Preisgestaltung. Ich nehme da gerne Botswana als Beispiel. Die Preise in Botswana liegen bei 200% der namibischen Preise (ich rede von Lodges, nicht Camping) und die Auslastung ist 2008 mit knapp 80% (Lodges, nicht Camping) höher als in vielen anderen Ländern dieser Erde. Du siehst also, es kommen Touristen auch wenn die Preise hoch sind. Für Lokaltouristen (Namibier, Südafrikaner) ist es in der Tat ein Problem und deshalb schwenken auch mehr und mehr namibische Unterkünfte auf Preisnachlässe für SADC-Einwohner um, obwohl dieses ihnen dann weniger Geld bringt.
Meiner Meinung nach verfolgt Namibia eine richtige Strategie weg vom (bzw. gar nicht erst hin) Massentourismus hin zu einem weicheren Tourismus. Es wird sicherlich noch einige Jahre dauern bis die Preise den Service rechtfertigen, aber dann wird sich meiner Meinung nach die Strategie absolut bezahlt machen.
Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Topobär5'479 Beiträge · seit 200922. Mai 2009 · #3So funktioniert nun einmal Marktwirtschaft. Es werden die höchstmöglichen Preise genommen, die die Touristen bereit sind, zu bezahlen. Sollte der Bogen dann überspannt werden, ist es auch kein Problem, die Preise rasch wieder zu senken, damit die Buchungszahlen wieder steigen.
klaus63630 Beiträge · seit 200822. Mai 2009 · #4Hallo Tomcat
wenn man sich die Preise der Unterkünfte in Namibia für 2010 - so schon vorhanden - ansieht, sind Steigerungen um 20 % durchaus drin. Da wäre es schon zu hoffen, dass der NamDollar/Rand bis dahin etwas abwertet. Eine Abwertung ist - glaube ich jedenfalls - schon eingerechnet. Bei einer Aufwertung würde eine heftige Preissteigerung für EU-Bürger entstehen.
Gruß
Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.
(Hans Magnus Enzensberger)
Crazy Zebra3'766 Beiträge · seit 200622. Mai 2009 · #5travelNAMIBIA schrieb:Meiner Meinung nach verfolgt Namibia eine richtige Strategie weg vom (bzw. gar nicht erst hin) Massentourismus hin zu einem weicheren Tourismus. Es wird sicherlich noch einige Jahre dauern bis die Preise den Service rechtfertigen, aber dann wird sich meiner Meinung nach die Strategie absolut bezahlt machen.
Sonnige Grüße
Christian
Hallo Christian,
klar du hast recht diese Strategie wird wohl verfolg, bleibt zu hoffen das die Parks in private Hände gehen,
auch wenn die Preise in den Parks schon private Ausrichtung haben bleibt der Service weit dahinter.
Da möchte ich bezweifeln ob die Strategie der staatlichen Park auf Jahre aufgeht... mal sehen?
Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
TomcatThemenstarter1'155 Beiträge · seit 200622. Mai 2009 · #6@ Topobär
Klar funktioniert so Marktwirtschaft, nur dein Ansatz ist etwas sehr einfach. Ein Kundensegment, dass du verlierst, gewinnst du nicht so schnell und einfach wieder zurück. Es ging hier um die Frage einer langfristigen Stategie.
Da ist die Antwort von Christian doch tiefgründiger. Wenn Namibia geziehlt vom Massentourismus weg kommen will, ist eine Hochpreisstrategie sicher ein Ansatz. Nur müssten dann an vielen Orten das Leistungsverältnis erheblich verbessert werden.
Ich bin schon gespannt, wie sich Namibia in den nächsten 10 Jahren entwickelt...
Gruss Beat
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200622. Mai 2009 · #7Hi Kurt,
wie gesagt, Service und Preise gehen vielerorts nicht in die gleiche Richtung. Wir schauen einmal was sich in den staatlichen Gebieten tut, deren Unterkünfte nun privatisiert wurden (Von Bach, Daan-Viljoen etc.).
Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
joli3'491 Beiträge · seit 200622. Mai 2009 · #8Hallo zusammen,
das hier erwähnte Bemühen, vom Massentourismus wegzukommen bzw. den erst gar nicht entstehen zu lassen, ist bei objektiver Betrachtung vermutlich der richtige Weg. Dumm nur, dass viele sich dann Namibia einfach nicht mehr leisten können - ähnlich wie in Botswana. Was mich bei diesem Bemühen nur nachdenklich macht, ist der Umstand, dass sich dann auch wohlhabende Namibier den Urlaub im eigenen Land kaum noch leisten können.
Allerdings steigen mit den Preisen auch die Ansprüche der Gäste.Und da hat Namibia noch erheblichen Nachholbedarf.
Im Augenblick aber wird die Preisentwicklung mM nach auch sehr stark von der 2010 "drohenden" Weltmeisterschaft mitbestimmt; zur Vermeidung allzugroßer Preissprünge hat man bereits für 2009 angezogen und wird 2010 noch eines draufsetzen.Wenn die Rechnung aufgeht, wird Namibia ein verstärktes Gästeaufkommen erreichen; aber das wird vermutlich zu Lasten der Qualität gehen.Und wie der Tourismusmarkt darauf reagiert, wird für die touristische Zukunft des Landes entscheidend sein. Touristen sind "ein scheues Reh" - im oberen Preissegment ganz besonders.
Gruß Joli
Federkathy77 Beiträge · seit 200923. Mai 2009 · #9Was ist denn bei einer Buchung für Juli/August zu empfehlen um möglichst wenig wegen der WM draufzuzahlen?
Früh buchen? Über wen buchen?
FK
joli3'491 Beiträge · seit 200623. Mai 2009 · #10Hallo FK,
vermutlich bekommst Du jetzt noch keine Angebote bei den großen Afrika-Reiseveranstaltern für Juli/August 2010, da die natürlich auch erst anbieten, wenn sie die neuen Preise kennen.Es dürfte daher wohl das Beste, aber auch das Umständlichste sein, bei den Plätzen Deiner Wahl direkt nachzufragen und bei Gefallen zu buchen. Bei Etosha aber z.B. kann es passieren, dass man Dir noch nicht antwortet, weil dort die neuen Preise für 2010 noch nicht bekannt sind.
Gruß Joli
SHshanti454 Beiträge · seit 200623. Mai 2009 · #11nwr preise bis october 2010 liegen schon vor:
http://www.nwr.com.na/rechte seite pricelist 09-10
Alexandra198 Beiträge · seit 200823. Mai 2009 · #12Hallo!
Habe vor einem Monat angefangen für März 2010 zu buchen!
Die Preise für 2010 sind teilweise um einiges höher als 2009!
Allerdings habe ich z.B. bei KEA Campers noch die Preise von 2009 bekommen!
Wenn du also schon jetzt buchen kannst und bereit bist schon einen Teil
anzuzahlen dann hast du vielleicht Glück und bekommst noch den günstigen Preis von 2009!
liebe Grüße!!
ERErongo16 Beiträge · seit 200627. Mai 2009 · #13Hallo travelNamibia,
wie kommst du auf die 25% Auslastung der Lodges? Ich hatte bisher immer
den Eindruck, dass wesentlich mehr los ist. Dieser wird auch durch die HAN Statistiken gestützt. Das NWR mit ihrer Hochpreis-schlecht-Service-Politik lässt doch sowieso immer mehr Touris insbesondere bei Ethosha vor den Park ausweichen. Wenn deiner Meinung nach 1 Lodge auf und 2 andere zu machen, welche Beispiele hast du hierfür. Oder war das mehr im übertragenen Sinne zu verstehen?
Ansonsten sei angemerkt, das Namibia ca. 10% Inflation hat und die Preis wohl auch daher für unseren Geschmack etwas stark gestiegen sind.
Viele Grüße
Erongo
P.S.: Mir wären die alten Preise auch lieber, dann könnte ich öfter nach Namibia😜
swisschees1'715 Beiträge · seit 200627. Mai 2009 · #14Um vom Massentourismus weg zu kommen genügt es nicht die Preis erhöhen, die Leitungen müssen da auch mitziehen.
Namibia mit Botswana zu vergleichen ist für mich etwas fraglich, denn ich glaube die wirtschaftliche Lage ist in den beiden Länder nicht gleich. NA ist wohl strärker vom Tourismus abhängig.
Gruss
Emanuel
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200627. Mai 2009 · #15Hallo Erongo,
nein, nicht im übertragenen Sinne. Da wir ja selber in der "Region" Etosha sind, kenne ich viele Gästefarm-/Lodgebetreiber persönlich und diese klagen durch die Bank über die geringe Auslastung. Gute Gästefarmen haben 45% über das Jahr gesehen, was immer noch nicht besonders viel ist.
Ein Beispiel ist eine Lodges die seit 3 Monaten nahe Etoshas offen ist und reihenweise Leute entlassen musste, da bisher die Auslastung die 5% nicht überschritten hat. Dies alles bei einem Übernachtungspreis der etwa bei 70% der NWR-Camps liegt. Überleben kann das keiner besonders lange... Eine weitere große Luxuslodge in der Nähe von Etosha ist bei jedem Besuch von mir (ich war dort bisher etwa 10x Mittags essen) absolut leer, noch nie habe ich dort auch nur einen Gast gesehen und man merkt auch dem Personal, den Gebäuden etc. diese Problematik deutlich an.
Meine Zahlen sind also nicht wissenschaftlich fundiert, sondern mehr aus eigener Erfahrung/Beobachtung heraus.
Sonnige Grüße
Christian
P.S. Meine Zahlen und auch z.B. die offiziellen Zahlen, z.B. der Touristenanzahl sind natürlich mit der nötigen Vorsicht zu genießen.
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Crazy Zebra3'766 Beiträge · seit 200627. Mai 2009 · #16Erongo schrieb:Hallo travelNamibia,
wie kommst du auf die 25% Auslastung der Lodges? Ich hatte bisher immer
den Eindruck, dass wesentlich mehr los ist.
Viele Grüße
Erongo
Ob das mit den 25% Auslastung stimmt kann ich nicht bestätigen weil mir die Grundlagen fehlen.
Aber als Beispiel, eine Lodge im Kaokefeld, am ersten Tag "FULLY BOOKT"
am anderen Tag waren wir die einzigen Gäste!
Gehen wir mal davon aus das während der Regenzeit under anderen saisonalen Zeiten zusammen mindestens 4 schwache Monate sind ist eine Auslastung von 50% schon recht gut.
Wenn du jetzt während den Zeiten Urlaub machst wo alle Europäer zu verreisen planen kann es gut sein das du Namibia "überfüllt" vorfindest.
Gruss VA
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200627. Mai 2009 · #17Hi Emanuel,
Namibia mit Botswana zu vergleichen ist für mich etwas fraglich, denn ich glaube die wirtschaftliche Lage ist in den beiden Länder nicht gleich.
Nö, davon würde ich mal nicht ausgehen. Botswana hat etwa 1,5 Millionen "Touristen" jedes Jahr, Namibia hingegen nur 928.000. In Namibia ist der Anteil am BIP 3,3% direkt bzw. 14,5 indirekt, in Botswana 4,3% direkt und 9,5% indirekt. Es tut sich also nicht viel zwischen den beiden Ländern
Quelle: Travel and Tourism Global Competitiveness
http://www.weforum.org/documents/TTCR09/index.htmlAber das sind Zahlen...
Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
KWkwh71 Beiträge · seit 200827. Mai 2009 · #18Ich bin von den rasant steigenden Preisen in Namibia, insbesondere im Tourismus, m. E. weniger betroffen, da ich mit dem eigenen Lkw unterwegs bin und somit meist auf campsites übernachte. Aber selbst da gibt es Eigentümer oder Pächter, die die Preise für Stellplätze um 100% und mehr in zwei Jahren erhöht haben. Andere verlangen für einen halben Liter Windhoek draught 19NaD(der nächste Supermarkt ist 4km entfernt). Für derartige Auswüchse fehlt mir das Verständnis. Aber das ist, wie von anderen schon erwähnt, der Markt und mir steht es jederzeit frei woanders hinzugehen.Im letzten Sommer konnte man für höhere Preise aufgrund der hohen Spritpreise durchaus Verständnis aufbringen. Nur sind Diesel und Benzin inzwischen um etwa die Hälfte gefallen. Gleiches gilt für die Inflationsrate. Der Leitzins ist inzwischen, glaube ich, bei 7%. Beim Verbraucher jedoch - und das sind die Touristen - kommen die Preissenkungen nicht an. Im Gegenteil, wenn ich mir die Lodgepreise im Internet angucke, so gibt es inzwischen einen regelrechten Automatismus, die rates von Jahr zu Jahr um 10-20% anzuheben, ohne die tatsächlichen wirtschaftlichen Bedingungen ins Kalkül zu ziehen. Mir drängt sich da durchaus der Gedanke auf, dass eine ganze Reihe von Leuten ganz schnell ganz viel Geld verdienen will und die Touristen ausnimmt wie Weihnachtsgänse. Wenn ich lese, dass eine Lodge in der Nähe von Otjiwarongo für den Lift zu Flughafen 200€ berechnet muss man das so empfinden.
Sollte die namibianische Tourismusindustie sich, wie von einigen angesprochen, zu einer sogenannten Hochpreisstrategie entschließen, so birgt dies natürlich die Gefahr, dass eine nicht unbeträchtliche Zahl an einfacheren Lodgen schließen muss, denn die Zahl der europäischen Touristen wird sich beträchtlich reduzieren und damit steigt zwangsläufig die Arbeitslosigkeit.
Gerade in Zeiten einer Weltwirschaftskrise, die den europäischen Arbeitsmarkt erst in einigen Monaten trifft und damit die Reiselust deutlich einschränken wird, scheint mir dies ein ziemlich verhängnisvoller Weg zu sein.
Schönen Abend
kwh