Der Tag beginnt gemütlich, wir frühstücken ausgiebig, packen alles zusammen und kommen gegen halb neun los. Abends und auch noch in der Früh habe ich einige Überlegungen angestellt. Geplant ist die Route über den mir bis dahin unbekannten Divorce Pass, danach durch's Desolation Valley, ein Stück den Goantagab und dann zum Mowani Mountain Camp. Diese Route hat auch Peter zur Verfügung, der aber das Auto nach Uis bringt. Er hat auch das Sat-Phone mit, wir selbst haben nun keines mehr an Bord. Wir hatten ausgemacht, dass wir uns spätestens abends im Mowani Mountain Camp treffen. Ich überlege, ob ich mir alleine den Divorce Pass zutraue, oder den bekannten Weg vom Rhino Camp gleich Richtung Norden fahren soll. Vorteil wäre, ich kenne die Strecke und die hat eigentlich wenig bis keine schwierigen Stücke zu bewältigen. Nachteil ist allerdings, falls doch etwas wäre, würde es dann doch ein wenig dauern, bis wir gefunden werden. Peter würde jedenfalls - falls wir nicht auftauchen - zuerst die geplante Strecke fahren, um uns zu suchen.
Also bleiben wir bei der geplanten Strecke und machen uns auf den Weg. Mein Garmin schickt mich gleich nach dem Rhino Ugab Camp nach links und obwohl dort Fahrverbote wegen Minenbetrieb sind, fahre ich drauf los. Wer soll da schon Bergbau betreiben? Weit gefehlt. Obwohl fast alles dort kaputt scheint, sind neue Zelte aufgebaut und es herrscht Minenbetrieb. Wir werden nur ein wenig seltsam angesehen und passieren dann auch die Hauptgebäude. Nächstes Mal würde ich dann doch die Umfahrung nehmen. Wie auch immer, wir genießen die Landschaft und kommen auf dem sehr steinigen Gelände nicht wirklich rasch voran. Unglaublich ist es hier, Steinwüste überall, kaum Pflanzen, nur Geröll. Als wir zur Abfahrt in den Ugab kommen, wird's das erste Mal ein wenig unrund auf der Beifahrerseite. Das ist schon ein ordentlich steiles Stück hinunter, allerdings geht's mit Untersetzung vollkommen problemlos. Wenn man's halt gewohnt ist.
Unten im Ugab lassen wir wieder Luft aus den Reifen, ich vermute fälschlicherweise, dass wir schon viel weiter sind und den Divorce Pass gerade abwärts gefahren sind. Was für ein Irrtum 😉. Schon kurze Zeit später weist mich mein Garmin links den Berg hoch und nach kurzem Studium der Karte wissen wir dann auch, wo wir tatsächlich sind. Den Ugab geradeaus können wir nicht fahren, also bleibt ohnehin nur eine Wahl. Reifen wieder aufpumpen, Untersetzung rein, Differential sperren und im zweiten Gang ab den Berg hinauf.
Es sieht auf dem Video wieder wie Pipifax aus. Aber der Pass trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Es ist zwar nur eine relativ kurze Schlüsselstrecke, aber die hat's wirklich in sich. Sie ist schmal. Links geht's in den Abgrund. Rechts ist eine Wand. Sie ist steil. Und mit sehr losem Geröll gepflastert., Und hat einige Stufen, die man bewältigen muss. Vom Gefühl her, hat man wegen des losen Gerölls keine Chance wieder anzufahren, wenn man einmal steckenbleiben sollte. Und rückwärts den Berg hinunter schieben ist auch keine wirklich gute Idee.
Nach knapp eineinhalb Minuten ist aber alles vorbei. Der Untergrund ist wieder eher fest, es ist nicht mehr so steil und der Abgrund links hat sich auch vor einiger Zeit schon geschlossen. Für mich war's nicht ganz so schlimm, erstens, weiß ich ja, was das Auto kann und bin auch schon ähnliche Dinge gefahren, zudem hatte ich die Wand auf meiner Seite. Für meine Freundin war's das erste Mal und mit dem Abgrund dann nicht ganz so entspannt. Aber sie hat's gut gemeistert.
Der Rest der Strecke ist dann eher einfach zu bewältigen. Landschaftlich für mich wieder beeindruckend, da sich die Eindrücke immer ändern. Felsen geht in Sand über, dann kommt wieder ein Flussbett, wieder Gravel, Berge, Ebenen alles wechselt sich ab.
Wir fahren dann eine zeitlang den Goantagab entlang, leider ohne jegliche Sichtungen von Tieren. Allerdings ist's auch wirklich wirklich heiss und keinerlei Anzeichen von Wasser zu sehen. An der Wasserpumpe beim Stone Hut wollen wir (wie schon einmal) eigentlich gleich Richtung Norden, allerdings ist da (ziemlich eindeutig) die Weiterfahrt untersagt. Zudem führt der Weg an dem Häuschen vorbei, das bewohnt aussieht. Wir belassen es also bei ein paar Fotos von Greifvögeln und fahren dann die Umfahrungsstrecke, die mit komplett neuen Schildern ausgestattet wurde. Nach einigen Kilometern und zurück auf dem eigentlichen Track sehen wir dann auch, warum die Durchfahrt mittlerweile untersagt ist. Sie führt direkt neben einem (neu errichteten?) Ressort vorbei.
Überhaupt scheint dieses Gebiet erst seit relativ kurzer Zeit hergerichtet worden zu sein.
Wir fahren anschließend beim Burnt Mountain vorbei und kommen gegen halb zwei auf der Campsite 1 im Mowani Mountain Camp an. Leider wird dort genau in der wunderbaren Aussicht eine Badehütte (für die Camper?) errichtet. Sehr schade. Peter schrieb uns mittlerweile auch, dass sie es heute nicht mehr schaffen würden, sie würden noch auf einen Ersatzteil aus Windhoek warten.
Hier noch die Grafik der Strecke und der Höhenkurve. Garmin hat als Extremwerte bei der Bergabfahrt in den Ugab 22,5% Gefälle und bei der Auffahrt auf den Divorce Pass 18,4% Aufstieg gemessen. Das ist durchaus sehr ordentlich. :-o
Mehr Lodges mit Ihren "no trespasses" bewirken irgendwann in Zukunft für den Individualreisenden, dass der
Besuch im Damaraland mehr und mehr zu einer "Slalomfahrt" wird........
LG........................BMW
dergnagflowThemenstarter2’610 Beiträge · seit 200717. Juli 2024 ·
Hi, komme nur mit den Koordinaten nicht ganz klar. 😉 Wenn man Südkoordinaten nimmt, passt's 😉 Bei mir scheint ein Punkt im Niger auf. Wenn das Längen und Breitenangaben sind 😐 lg Wolfgang