Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201507. Aug. 2019 ·
fiedlix schrieb:
Flash2010 schrieb:Auch ist dies unser letzter Besuch auf Robyn, was verschiedene Gründe hat. Somit wollen wir aber versuchen, die nächsten Tage noch besonders intensiv zu erleben.
Uups 🤨 wie das denn ? Das kann ich mir gar nicht vorstellen ...
lieben Gruß Elke
Hallo Elke, können wir uns auch schwer vorstellen, aber nächstes Jahr machen wir ja eine gekürzte Tour, die eigentlich nur auf Etosha abgestimmt ist und für 2021 haben wir uns die Mara ganz fest in den Kopf gesetzt. Für die Jahre danach haben wir zwar noch keinen konkreten Plan, aber der Süden Namibias will eben auch noch entdeckt werden, plus KTP - wer weiß, wo es uns hinführt 🙂
... und die Lovebirds sind dir besonders gut gelungen! 🙂 VG, Nette
Vielen Dank liebe Nette 🙂 ich habe diese hübschen Kerlchen schon des öfteren gesehen, aber nun endlich auch mal vor die Linse bekommen!
Liebe Laura und Petra, inmitten des ganzen Auspack- und Wäschestresses habe ich erstmal eine Pause eingelegt und in eurem Bericht nachgelesen. Schöne Fotos sind euch gelungen! Und schöne Erlebnisse hattet ihr. Jetzt bin ich wieder auf dem aktuellen Stand und es kann alsbald mit eurem Blick auf Etosha losgehen. 😉
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201507. Aug. 2019 ·
Hallo lieber Sascha,
noch heute Morgen haben wir von euch gesprochen, dass ihr doch auch jetzt bald zurück sein müsstet 🙂 Vielen Dank, heute Abend geht's weiter und Etosha naht! Umso gespannter bin ich, was ihr alles erlebt habt und ob ihr die Dürre ebenso erlebt habt. Aber wie deinem Kommentar bei Konni zu entnehmen ist, war die Sichtungsfee ja trotzdem fleißig 😎
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201507. Aug. 2019 ·
18. Juni 2019 // Farm Robyn
Wie schön es ist, in gewohnter Umgebung und ohne Pläne mit den ersten Sonnenstrahlen aufzuwachen! Guten Morgen Robyn - guten Morgen Namibia 🙂 Schonga und Paul wünschen uns zuerst einen guten Morgen und wir genießen einen heißen Kaffee aus unseren Abenteuerbechern.
In der Lapa wartet ein entspanntes Frühstück auf uns und die Sonne wärmt langsam auch ein wenig.
Nach dem Frühstück warte ich nicht lange und schnappe mir Schonga und Paul, der ein wenig zugelegt hat und gerade noch so in sein Geschirr passt. Gerade zu Fuß wird mir noch mehr bewusst, dass es einfach weit und breit kein Gras gibt und die Frage keimt auf, von was sich Zebras, Oryx und alle anderen Grasfresser noch bis zur Regenzeit ernähren sollen. Die letzten Jahre war es aufgrund des hohen Grases zu gefährlich, vom Weg abzukommen, aber das sieht heute ganz anders aus. Die Hunde genießen den Ausflug trotzdem und "lesen eifrig Zeitung".
Nach fast zwei Stunden kehren wir zur Farm zurück, wo ich tatsächlich mal einen der Pfauen erwische, wenn auch nicht perfekt. Danach ist Mittagsruhe angesagt.
Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht, trotz dass man einfach mal gar nichts tut. Plötzlich müssen wir uns schon fertig machen zum Sundowner, wofür wir heute hoch zum Sundownerberg fahren, was unser Lieblingsfleckchen auf der Farm ist. Auf dem Weg dorthin begegnen uns Springböcke, Giraffen und Oryx und wir hoffen sehr, Lilly das Dik Dik oben wieder zu sehen, denn sie soll Nachwuchs bei sich haben, wurde aber in den letzten Wochen nicht mehr gesehen. Jutta hat für die kleine Familie extra ein kleines Wasserbecken aufgestellt, wo wir immerhin winzige Spuren finden können. Seit kurzem steht vor der selbstgebauten Aussichtsplattform ein hässlicher Sendemast, der die wunderschöne Sicht Richtung Etosha versperrt. Wir stoßen an und genießen den Sonnenuntergang.
Hier stand vor zwei Jahren das Gras teilweise etwa 1,50m hoch.... 🙁
Auf dem Rückweg sehen wir nach wenigen Metern dann ein männliches Dik Dik, was entweder Lillys älterer Sohn oder ihr Gefährte ist und wir freuen uns, zumindest ihn gesehen zu haben. Leider zu dunkel für ein Foto. Als wir den Berg hinter uns gelassen haben kreuzt noch eine große Elandherde unseren Weg und ich ärgere mich, dass ich sie schon wieder nicht fotografieren kann, wünsche es mir aber umso mehr, in Etosha welche zu finden.
Zum Dinner meint es Jutta heute mal wieder sehr gut mit uns: Spaghetti mit selbstgemachtem Pesto Schnitzel mit Kartoffelgratin und Tomatensalat (unser Lieblingsessen) Southern Comfort Birnen mit Vanillepudding
Natürlich könnten wir uns direkt mit dem vollen Bauch aufs Ohr hauen, aber es wartet noch eine kleine Überraschung auf uns: Enginie, Immanuel und Beatrice haben uns als Dank für den Koffer mit Klamotten in die Lokasi eingeladen. Enginie empfängt uns in ihrer Hererotracht, Beatrice hat ihr schönstes Kleid an und Immanuel trägt voller Stolz die rote Jacke. Wir fühlen uns sehr geehrt und danken ihnen mehrfach für die nette Einladung. Als Immanuel uns auch noch zwei selbstgemachte Oryxhorn-Flaschenöffner schenkt, kriegen wir Pipi in die Augen.
Wir stoßen alle an und verbringen noch einen tollen Abend zusammen! DANKE 😘 😘 😘
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201511. Aug. 2019 ·
19. Juli 2019 // Farm Robyn
Um Punkt 6 Uhr klopft es an unserer Tür und Jutta reißt uns aus dem Schlaf. Um Gottes Willen, ist etwas was passiert?! Draußen ist es noch stocke duster und Jutta gibt uns eine halbe Stunde Zeit zum Fertigmachen. Jetzt dämmert es uns langsam. Es werden die dicksten Jacken übergezogen und dann geht's - immer noch in völliger Dunkelheit - mit Decke und Wärmflasche hinten auf den Bakkie. Nach etwa zwei Kilometern sind wir uns sicher, dass wir zum Sundownerberg fahren. Die Elandherde von gestern begegnet uns auf dem Weg nach oben und der Wind peischt uns scharf ins Gesicht.
Oben angekommen gibt Jutta uns zwei Augenbinden und wir dürfen sie erst abnehmen, wenn sie ihr Ok gibt. Wir hören, wie sie kruschelt und vernehmen einen leichten Duft nach Kaffee und Frühstück. Als wir schließlich die Augenbinden abnehmen dürfen, kann man die Sonne am Horizont bereits erahnen und wir trauen unseren Augen kaum, so schön ist alles angerichtet und dekoriert. Der Wind bläst uns weiterhin ganz schön um die Ohren und wir sind froh, als sich die wärmende Morgensonne endlich zeigt. Wow, was ein wunderschöner Moment - einfach nur traumhaft!
Zurück auf der Farm wärmen wir uns erstmal am Kaminfeuer wieder auf. Heute merkt man wirklich, dass der Winter naht. Da es nun dieses Jahr wohl unser letzter Besuch auf Robyn ist, möchten wir heute noch einen Abschlussgamedrive machen und Immanuel fährt uns mit dem Bakkie. Trotz der Dürre sehen wir noch einiges an Wild: Giraffen, Springböcke, Impalas, ein Steinböckchen, einen Singhabicht, Kudus und zwei Elandherden.
Besonders auf dieser freien Ebene verschlägt es uns kurz die Sprache. Es sieht aus wie Etosha im Oktober. Weiß, einfach alles weiß, verstaubt und trocken. Das obere Bild zeigt die ungefähre Stelle 2018, als es auch schon kaum geregnet hat und das untere zeigt, wie es ein Jahr später aussieht.
Juni 2018
Juni 2019
Wir sind froh, wieder zurück auf der Farm zu sein, denn der Staub war nahezu unerträglich und ich mache mir große Sorgen um meine Kamera. Dazu kommt, dass der Staub mich ungefähr 20 Jahre altern lässt, denn außer Grau erkennt man keine Farbe mehr in meinem Haar... Während ich also die Alterserscheinungen abschrubbe, reinigt Petra aufwendig die Kamera. Ein solches Zubehör ist in Namibia wirklich unabdingbar.
Da sich heute noch Gäste eingebucht haben, ist zum Sundowner nichts geplant und die Idee, einfach zu zweit zum Sundownerberg hoch zu fahren, hatten wir bereits gestern. Wir begrüßen noch schnell die neuen Gäste, schnappen uns Chips und Getränke und düsen los. Unterwegs dürfen wir noch beobachten, wie grazil Kudus aus dem Stand einen Zaun mit Leichtigkeit überwinden können. Die Bilder sind leider durch die Frontscheibe entstanden.
Auf dem Schotterweg nach oben nehme ich plötzlich eine Bewegung links von uns wahr. Nein, das kann doch nicht sein - Stoooopp! Tatsächlich sehen wir hier Lilly mit ihrem jungen Kalb und freuen uns riesig, dass es der kleinen Familie gut geht.
Oben angekommen, warten wir gespannt, ob sie uns Gesellschaft leistet, aber sie kennt wohl das Auto nicht und ist deshalb verunsichert. Mama und ich setzen uns zum Sonnenuntergang auf die Felsen, stoßen an und genießen heute schweigend. Die kleine Musikbox spielt N'kosi Sikelele Afrika und als die Sonne den Horizont berührt, laufen ein paar Tränchen über die Backen.
Solange es noch halbwegs hell ist, packen wir alles zusammen, dass wir nicht im Dunkeln zurück fahren. Auf Robyn brennt schon ein großes Lagerfeuer und heute Abend gibt es Sklaven Braai - man kann sagen ein namibisches Raquelette, nur mit Bratpfannen über der Glut. Das machen wir immer wieder gerne!
Langsam kommen wir auch mit dem netten jungen Paar aus Italien ins Gespräch, die mich zuerst fragen, ob wir hier jagen. Gut, vielleicht macht's der Hut, Fernglas und die gedeckten Farben, aber ich antworte locker, dass wir nur auf Fotojagd sind und schon ist die Atmosphäre aufgelockert. Jutta kränkelt ein wenig und zieht sich schon früh zurück. Wir geben den beiden noch Tipps für die nächsten Tage Etosha und unterhalten uns noch sehr nett.
Mit einer großen Vorfreude fallen wir in die Betten, denn morgen geht's endlich in die Etosha! Die Entscheidung, durch welches Gate wir fahren ist auch ausdiskutiert, denn einer musste schließlich nachgeben. Wer, das erfahrt ihr im Nächsten Kapitel 🙂 Gute Nacht Namibia!
Gefahrene Kilometer: 12
Fazit Farm Robyn: Braucht ihr das wirklich?! Eine schönere Unterkunft um Kamanjab gibt es nicht 😉
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201513. Aug. 2019 ·
20. Juni 2019 // Endlich Etosha - Rodney, unser Glücksbringer!
Der Wecker hat noch nicht geklingelt, da schlagen wir bereits die Augen auf - die Vorfreude reißt uns aus dem Schlaf. Wenn das frühe Aufstehen zuhause doch nur annähernd so leicht fallen würde. Gut, zuhause hat man nicht die Aussicht auf Elefant, Löwe & Co.
Das junge Pärchen ist ebenfalls schon wach und wir finden uns alle noch in der Dämmerung am Frühstückstisch ein. Petra und ich schmieren uns Brote für unterwegs, denn die Aufregung verdrängt den Hunger heute Morgen.
Aber jetzt folgt erstmal der traurige Part des Tages - Abschied nehmen 😕 Noch kann ich die Tränen unterdrücken, aber als ich Enginie in die Augen schauen, brechen die Dämme. Jutta würden wir irgendwann in Deutschland wieder sehen, aber Enginie, Immanuel und den Vierbeinern müssen wir schweren Herzens Lebewohl sagen. Auch schießen mir beim Schreiben gerade die Tränen in die Augen, wenn ich an diesen Moment zurück denke.
Gegen 8:30 Uhr erreichen wir Kamanjab und besorgen noch ein paar Kleinigkeiten für die nächsten Tage, da wir ja wie immer in den Camps kein Abendessen dazubuchen. Als wir Kamanjab hinter uns lassen, wird uns bewusst, dass wir hier auch so schnell nicht mehr vorbei kommen würden. Allerdings müssen wir den Kummer dieses Morgens jetzt langsam hinter uns lassen und nach vorne blicken.
Was wird uns Etosha wohl dieses Jahr bescheren? Werden wir alte Bekannte und Freunde wieder treffen? Welche Auswirkungen wird die Dürre haben? Diese und andere Fragen schwirren uns auf dem Weg zum Galton Gate im Kopf herum. Da hätten wir auch die Auflösung, in welche Richtung es heute geht: Ich konnte mich durchsetzen, jippiieeehh! 🤩 Entgegen der vielen negativen Meinungen konnte ich Petra auch mit Hilfe von Jutta überzeugen, nicht den langweiligen Weg über Outjo zu nehmen, sondern direkt ins Abenteuer zu starten. In Facebook hatte ich gestern Abend noch die Info bekommen, dass die Strecke teilweise extrem glatt und zwischen Olifantsrus und Ozonjuitji m'Bari eine Baustelle wäre.
Aber was wünschen wir uns eigentlich von Etosha? Was könnte unsere bisherigen Sichtungen und Begegnungen noch toppen? Zwar sind wir keine Fans von Sichtungen abhaken, aber eine kleine Wunschliste haben wir dennoch im Kopf, von der - so viel sei verraten - auch dieses Jahr der ein oder andere Wunsch in Erfüllung geht (hierbei spielt die Reihenfolge keine Rolle): - Leopard (Klar, die gehen doch immer), am liebsten im Baum - Bergzebras (daher mein Wunsch durchs Galton Gate zu fahren) - Elands - Geparden - BNHer, also weiße NHer - unser geliebtes Okondeka Rudel - Caracal & Serval (es muss ja auch Herausforderungen für die Sichtungsfee geben!) - Hyänencubs - eine der zugewanderten Rappenantilopen - Giraffenbullen, die um ihren Rang kämpfen - Bienenfresser (tatsächlich in 6 Jahren Namibia noch nie gesehen....) - Gaukler - Hornbill - Blue Cranes - ......
Hey, man muss auch ein bissen träumen und herumspinnen 😉 Allerdings haben wir unsere Erwartungen aufgrund der Dürre erstmal drastisch hinunter geschraubt und werden überhaupt um jedes Tier froh sein, das wir sehen werden.
Am Gate ist absolut nichts los und der Angestellte beginnt sofort, das Kennzeichen zu notieren und das Auto zu checken. Ich lasse Petra mit ihm alleine, da er sehr nett zu sein scheint und suche die Toiletten auf. Hach, wie hat man es vermisst, das liebe NWR. Hier funktioniert kein einziger Wasserhahn bzw. das Wasser scheint komplett abgestellt zu sein und dass die Anlage bei unserem Besuch in 2014 hier neu errichtet wurde, erahnt man auch nur mit großer Zuversicht. Dennoch weckt das Ganze direkt das Wohlsein der staatlichen Camps, die für die nächsten Tage unser Zuhause sein werden oder besser gesagt unsere Schlafstätten, denn für viel mehr nutzen wir sie ja bekanntlich nicht.
Ich schnappe mir unsere Papiere und gehe ins Office, wo man mich äußerst freundlich begrüßt und die nette Dame lacht sogar mit mir. Wenn das mal keinen guten Start voraussagt! Der Scanner für die Pässe ist kaputt und bezahlen werden wir mit Karte in Okaukuejo. Das wär's dann wohl, los geht's 🤩
Die ersten Kilometer führen durch eine etwas hügelige Landschaft und dichte Mopanebüsche links und rechts erschweren die Sicht. Dies haben wir von 2014 noch wage in Erinnerung. Komischerweise beschleicht uns noch nicht wirklich das Gefühl, schon in der Etosha zu sein und der Pirschmodus steht noch auf Standby. Liegt wohl daran, dass wir seit 2015 jedes Jahr durchs Anderson Gate gefahren sind - die Macht der Gewohnheit.
Unsere ersten Tiere sehen wir tatsächlich am ersten Wasserloch, dessen Abfahrt wir beinahe verpassen. Renostervlei ist ein künstlich angelegtes Wasserloch, dessen Name auf Afrikaans "NH-Senke" bedeutet. Hier erfüllt man mir tatsächlich meinen ersten Wunsch: Bergzebras! Die Freude ist riesig! 🤪
Kurze Zeit später begrüßen uns die ersten Giraffen!
Beim ebenfalls künstlich angelegten Wasserloch Jakkalswater, das seinem Namen einem ertrunkenen Schakal während den Bohrungen zu verdanken hat, sehen wir diesen gefiederten Freund, der es mir sehr schwer macht mit der Bestimmung anhand der Etoshakarte. Ein junger Lannerfalke? Verbesserungen unbedingt erbeten! 😗
Okawao ist eine natürliche Quelle, deren Senke nach guten Regenfällen viel Wasser halten kann. Der Name bedeutet in der Sprache der Herero "Platz des Schutzes" und bietet in weniger trockenen Zeiten einer Menge Wasservögel einen Lebensraum. Heute treffen wir hier Oryx, Springböcke und Zebras, die teils noch sehr jungen Nachwuchs dabei haben.
Langsam macht sich großer Hunger breit und gegen 11:30 Uhr sind wir froh, Olifantsrus für ein sehr spätes Frühstück zu erreichen. Nach der Einfahrt zum Camp fällt als erstes der riesige Elefantenschlachtplatz auf. Hier wurden in den 1980er Jahren 525 Elefantenkadaver bearbeitet, die aufgrund der Trockenheit getötet werden mussten, so heißt es. Auf Afrikaans bedeutet der Name Olifantsrus "Ruheplatz der Elefanten". Dies kann man auf unheimliche Weise doppelt deuten.
Wir kaufen uns noch kalte Getränke und kommen mit der Mitarbeiterin durch meine Nägel (mal wieder) super nett ins Gespräch. Während wir unsere Brote verdrücken, sehen wir uns etwas um. Die Campsite sieht auf den ersten Blick auch ein wenig beengt aus, aber definitiv einladender als in Okaukuejo und Halali. Beim Hide sehen wir eine Herde Hartebeester abziehen und ein paar übliche Verdächtige am Wasserloch.
Weiter geht die Fahrt über ein wenig Wellblech, was sich aber in Grenzen hält, und mit einer tollen Sichtung eines SN im schönsten Buschwerk!
Leider stimmen die nächsten Wasserlöcher nicht alle mit unserer Etoshakarte überein, die ein wenig veraltet ist. Bei den nächsten Bildern bin ich mir auch unsicher, ob es sich um das Wasserloch Sonderkop handelt, wo wir viel Steppenwild beobachten. Auch diese künstliche Wasserstelle hat ihren Namen nicht von ungefähr. Sonderkop bedeutet auf Afrikaans "Kopflos" und rührt von dem Windrad, dessen Rotor von Wirbelstürmen immer wieder mit gerissen wurde.
Plötzlich warnen uns Schilder vor einer Baustelle und es ist in der Tat sehr befremdlich, mitten in der Etosha, solche großen Maschinen zu sehen und Arbeiter, die hier unter bewaffnetem Schutz arbeiten. Dafür ist die Pad teilweise glatt wie Asphalt. Ein kurzes Stück allerdings müssen wir tatsächlich kurz stoppen und den 4x4 zuschalten, da man hier einige Ladungen Sand verteilt, aber noch nicht befestigt hat. Das wäre mit einem Polo o. Ä. nicht machbar gewesen. Überhaupt fragen wir uns, warum man hier mitten drin mit solchen Arbeiten beginnt und nicht an einem bestimmten Punkt anfängt. Aber wahrscheinlich nach dem Motto "That's Africa"!
Endlich erreichen wir Ozonjuitji m'Bari, wo ein reges Treiben herrscht. Dieser unaussprechliche Herero-Name bedeutet tatsächlich "zwei Honigbienen".
Eigentlich wollte ich gerne lebendige Elands sehen... 😐
Auf der Weiterfahrt kreist plötzlich ein großer Vogel über uns und wir erkennen recht schnell, dass es sich um einen Gaukler handelt. Mein Zoom gibt alles, aber leider entzieht er sich immer wieder meinem Sichtfeld. Petra schnappt sich meine Kamera, da er jetzt auf ihrer Seite kreist und ich soll das Lenkrad festhalten. In Schrittgeschwindigkeit folgen wir seiner Flugbahn und auf einmal sagt Petra nur "Jetzt Stopp, halt mal an". "Ähm Mama 🤨 ....du sitzt immer noch am Steuer?!". Wir müssen beide herzlich lachen! Immerhin hat sie ihn irgendwie für ein Beweisfoto erwischen können.
Unser Plan lautet nun, in Okaukuejo einzuchecken, aber direkt weiter zu fahren. Meriam, die an der Rezeption arbeitet hat leider schon Feierabend und wir bekommen das Waterhole Chalet Nr. 2, wovon wir nicht gerade begeistert sind, da wir lieber weiter hinten wohnen, wo nicht so viel los ist.
Auch schauen wir hier im Shop vorbei und stocken unseren Wasservorrat nochmals auf. Während ich eine gefühlte Ewigkeit an der Kasse stehe, geht Petra schon mal zurück zum Auto. Just in diesem Moment fährt ein Auto der Etosha Safari Lodge ins Camp und der Fahrer und Petra müssen nicht lange überlegen: Rodney!!! 🤩 🤩 🤩 Er erkennt sie ebenfalls sofort wieder und ich stoße nun auch endlich dazu. Wir fallen uns voller Freude alle in die Arme und Rodney muss uns noch zwei mal drücken, so sehr freut er sich, uns zu sehen! Zum Heulen!
Er bringt uns zunächst auf den neuesten Stand, was Löwen angeht, da er weiß, wie gern wir welche beobachten. Bei Okondeka wurden die Paschas lange nicht gesehen, aber es sollen immer mal Löwen dort sein. Erst gestern hat er von der Hauptstraße aus einige Kilometer nach Nebrowni ein 20 (!) -köpfiges Löwenrudel gesehen, das er heute gerne wiederfinden will! Wir steigen alle drei in die Autos und verabschieden uns spaßeshalber mit den Worten, wir würden uns bei den Löwen treffen.
Rodney ist ja bekanntlich unser Glücksbringer. Im nächsten Kapitel geht ein wirklich wahnsinniger Wunsch in Erfüllung und beschert uns die beste Sichtung dieses Jahres in Etosha!
Ansonsten ist es Zeit, mal wieder ganz herzlichen Dank zuschreiben. Ich freue mich sehr über jedes Kapitel und warte jetzt sehr ungeduldig auf das nächste 😗
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201513. Aug. 2019 ·
sphinx schrieb:
Flash2010 schrieb:Fortsetzung folgt......
wann? fragt eine sehr sehr neugierige Elisabeth
Ansonsten ist es Zeit, mal wieder ganz herzlichen Dank zuschreiben. Ich freue mich sehr über jedes Kapitel und warte jetzt sehr ungeduldig auf das nächste 😗
Donnerstag oder Freitag, wenn nichts dazwischen kommt 🙂 und danke dir 😘
Liebe Laura, vielen Dank fürs Teilen eurer ersten Eindrücke aus dem Etosha NP. Ihr habt doch schon so einige schöne Sichtungen auf dem Weg durch den Westen gehabt. Ein SN zu sehen, ist immer toll und die Gegend ist ja tatsächlich ein Garant für schöne Bergzebra-Sichtungen. Jetzt bin ich natürlich auf das Folgekapitel gespannt... Was wird der Herzenswunsch sein? Ein 20+ Löwenrudel am Riss? Jagende Geparde? Ein Caracal, der über die Pad spaziert? Ein Leopard, der extra einen malerischen Baum mit ausladenden Ästen in der Nähe Okaukuejos aufgestellt hat? Ich harre ungeduldig der Dinge, die da kommen...
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201514. Aug. 2019 ·
Guten Morgen Sascha,
kann es nicht sein, dass ich dir das Highlight sogar schon verraten habe? 😗 😁 Der Weg durch den Westen hat sich alle mal gelohnt und Petra war am Ende auch super happy, dass sie nachgegeben hat.
Das passt ja wunderbar mit uns, sind wir gleichzeitig beim Etosha-Teil bei unseren Berichten und ich bin natürlich ebenfalls gespannt!
Liebe Laura und Petra, wie immer Laura, lese ich begeistert Deine Reiseberichte. Und die Dialoge mit Deiner Mama Petra einfach nur köstlich. 😄 Die Farm Robyn wird mir wird mir fehlen 😘 , gehörte sie von Anfang an zu Deinen Reiseberichten, genauso wie bei Daxiang die Farm Teufelsbach. Bin schon gespannt, wie es im Etosha weitergeht, für den Anfang hattet ihr ja schon einiges vor die Linse bekommen. Vielen Dank fürs mitnehmen. LG Hilde
Eines Tages wirst Du aufwachen und keine Zeit mehr haben für die Dinge, die Du immer wolltest. Tu sie jetzt.
Paulo Coelho
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Unsere Fern-Reisen im Laufe der Zeit
Thailand von Nord nach Süd, Bali, Philppinen, Malaysia, Singapur, Mexico, USA-Florida, Indien, 4x Namibia.
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201514. Aug. 2019 ·
Hallo Hilde,
vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Klar ist es schön, eine Art zweites Zuhause irgendwo zu haben, aber es werden immer Veränderungen im Leben kommen, die nicht ins Positive gehen. Wir sehen es so, durch Robyn hat uns erst richtig das Khaki-Fieber gepackt und es wird uns immer in aller aller bester Erinnerung bleiben. Außerdem heißt es ja auch so schön: Man soll gehen, wenn's am schönsten ist.
Bei Nebrowni sehen wir zunächst bloß Antilopen und beschließen, direkt weiter zu fahren. Am Abzweig nach Gemsbokvlakte warten wir auf Rodney, der aber leider nicht nach kommt und wir wissen nicht, warum. Also fahren wir noch ein Stück weiter. Beim Loop sehen wir einen Safari-Wagen stehen und wollen wissen, ob etwas besonderes zu sehen ist. An sich schon, leider zu weit weg, zwei SNer, die in den Büschen schlafen. Da wir heute nicht mehr weiter die Hauptstraße entlang wollen, fahren wir zurück Richtung Nebrowni. Kurz vorm Wasserloch stehen zwei oder drei Autos an der Hauptstraße, die eben noch nicht dort standen. Ein netter junger Herr erklärt uns, dass dort tatsächlich ein Caracal vor einem Busch liegt und ich entdecke ihn sofort! In diesem Moment könnten wir Rodney, unseren Glücksbringer einfach nur knutschen! 🤩 🤩 🤩 Aber wo ist er nur?! Diese Sichtung wäre auch für ihn etwas ganz Besonderes. Wir stellen das Auto am Wegrand ab und beobachten diese Schönheit.
Es dauert nicht lange, bis der Safariwagen von der SN-Sichtung von eben angerollt kommt, dessen deutsche Insassen uns vorhin schon nicht wirklich sympatisch waren als wir fragten, was sie sehen. Leider zeigt der junge Mann dem Guide ebenfalls die Position des Caracals. Prompt geht das Gelaber los und der Guide unternimmt nicht mal den Versuch, die Leute um Ruhe zu bitten. Wir hören mehr als deutlich, dass man "auf diesen Luchs heute Abend mal mindestens eine Runde Bier zischen muss"..... Unglaublich. 😠 Verständlicherweise und zu unserem großen Ärgernis zieht sich der Caracal schnellstens zurück und verschwindet schon bald aus unserem Sichtfeld. Auf dem Wagen wird fröhlich weiter gelacht und ich dürfte mir nicht ausmalen, was passieren würde, wenn meine Blicke töten könnten.
Dieses Ärgernis versuchen wir aber so schnell es geht zu verdrängen, denn wir können es ohnehin nicht ändern und diese Sichtung war trotz allem sensationell! Wie gerne würden wir jetzt Rodney davon erzählen. Er ist bestimmt bei Gemsbokvlakte oder Olifantsbad, dort wollten wir ohnehin jetzt vorbei fahren.
Bei Gemsbokvlakte ist absolut nichts los und die Büsche unweit vom Wasserloch, wo wir letztes Jahr das Löwenrudel gesehen haben, sind ein einziges Armutszeugnis. Letztes Jahr fanden hier etwa 10 Löwen Schutz drin und heute würde man jeden einzelnen von ihnen erkennen.
Olifantsbad macht seinem Namen wieder alle Ehre, hier hat sich eine Herde Dickhäuter versammelt, die aber allesamt schon bald wieder aufbrechen - Glück gehabt! Die Giraffen hingegen lassen sich wie immer viiieeel Zeit. Leider ist Rodney auch hier nicht anzutreffen 🙁
Auf dem Rückweg fahren wir ebenso langsam durch den Mopanewald wie auf dem Hinweg, denn hier hatten wir letztes Jahr unsere tolle Leopardensichtung. Die bleibt heute aus, aber uns fällt dieser Elefantenkadaver auf, dem Konni und Silke alias Daxiang eine tolle Hyänensichtung zu verdanken hatten als er noch relativ frisch war im April.
Petra drängt ein wenig mit der Zeit bis zur Gateschließung, aber ich kann sie zum Glück überreden, doch noch über Nebrowni zu fahren und nicht den direkten Weg ins Camp zu nehmen von Gemsbokvlakte aus. Wie so oft die absolut richtige Entscheidung! 🤩 Bei Nebrowni erwartet uns dieser Prachtkerl, der wohl aus dem Nichts aufgetaucht sein muss, denn es stehen mit uns nur sechs Autos hier! Das sieht in zwei Tagen schon ganz anders aus......
Wie gerne würde ich noch länger bei ihm stehen bleiben, gebe aber nach als die Sonne wirklich langsam untergeht.
In Okaukuejo fahren wir zu unserem Chalet und rumpeln natürlich pünktlich zum Sonnenuntergang mit unseren Koffern den Weg entlang. Wir packen schnell alles aus und richten die provisorische Küche in Form des Kleiderschranks ein. Nun ist die Rollenverteilung klar geregelt: Mama Petra kümmert sich ums Essen und ich schreibe fleißig Berichtsheft auf der Terrasse und sortiere Fotos aus, um nur die guten auf dem iPad zu sichern. Petra schneidet heute das Brot aus Swakopmund an, das tatsächlich weder geschimmelt, noch getrocknet und einfach nur das beste Brot ist, das wir jemals gegessen haben. Wir ernten für unsere Art zu Abend zu essen viele neugierige Blicke. Die LED Teelichter sind natürlich auch wieder dabei und ein Handtuch wird als Tischdecke umfunktioniert. Jetzt lassen wir es uns schmecken!
Immer wieder schauen SNer am Wasserloch vorbei, aber wir fallen dann doch relativ schnell in die Betten. Morgen früh geht es endlich nach Okondeka und hoffen sehr auf "unser" Rudel. Good Night Etosha!
Liebe Laura und Petra, ich sag mal nur: Wow! Was für ein Glück ihr hattet - diese Sichtung hast du mir tatsächlich nicht verraten. Und ich muss gestehen. Ihr seid zwar zwei ganz tolle Menschen, denen ich alles Erdenkliche gönne, aber erst die Erdferkel und nun der Caracal. Und der prächtige Löwenkater... Ich bin durchaus etwas neidisch! 🙄 Da kann unsere Sichtungsfee Nachhilfe bei der euren nehmen und ich scheue mich fast, unser nächstes Kapitel einzustellen, das an den gleichen Wasserstellen stattfindet.
alle Achtung - nach Erdferkel jetzt auch noch einen Caracal, ich kann mir nicht vorstellen, dass das noch zu toppen ist! Wenn dann nur nicht so blöde Touris wären, die vermutlich am Ballermann besser aufgehoben wären. Da können sie ihr Bier in voller Lautstärke zischen.
Auf dem Wagen wird fröhlich weiter gelacht und ich dürfte mir nicht ausmalen, was passieren würde, wenn meine Blicke töten könnten.
Das wäre bestimmt eine Schlagzeile für die Bildzeitung!
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201517. Aug. 2019 ·
Hallo ihr Lieben,
@Martina Danke für deinen lieben Kommentar! Unser Candlelightdinner in Okaukuejo (am liebsten mit Geruch nach Elefantendung in der Nase) ist uns heilig geworden und würden wir immer wieder dem Restaurant vorziehen, alleine wegen der Ruhe.
@Sascha ups, ich dachte schon, das hätte ich in die Mail gepackt.. Ach genau, jetzt weiß ich wieder, was ich euch verraten habe, das folgt dann am überübernächsten Tag bei Okondeka 🙂 Aber ehrlicherweise muss ich sagen, hatte die Sichtungsfee beim Caracal gerade frei, denn den haben wir unserem Glücksbringer Rodney zu verdanken, da sind wir uns einig. Mit den anderen Sichtungen sind wir ebenfalls mehr als zufrieden in der Zeit um Okaukuejo, aber es kommen auch noch mauere Tage.
@Konni zum Glück ist die Wunschliste noch lang genug, da kann man auch schon mal zwei große Highlights auf einmal verkraften 😁 Ohja, ich sehe es schon vor mir: "9 Deutsche Touristen kehren nicht mehr aus ihrem Pauschal-Namibia-Abenteuer zurück, Todesursache bisweilen unklar".... 😄 Für sowas braucht man Nerven!
Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende! Laura
Auch ich habe mich sehr über die Caracal-Fotos und den wunderschönen Pascha gefreut und beglückwünsche Euch zu dieser schönen Sichtung (die Partygänger überhöre ich - bin aber froh, dass Du diese zum einnorden nicht unerwähnt läßt) Und damit Du mich mit weiteren cliffhängern nicht mehr länger tratzen kannst-fahr ich jetzt einfach selber in den Urlaub 😛 herzliche Grüße Elisabeth
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201519. Aug. 2019 ·
21. Juni 2019 // Okaukuejo - Der Weg ist das Ziel, so viel Fahrerei...
Früh aufstehen, Frühstückspakete abholen und mit Sonnenaufgang geht es los nach Okondeka. Rodney klang gestern nicht allzu zuversichtlich, was das Löwenrudel angeht - wir lassen uns überraschen. Schon auf dem Weg zur natürlichen Quelle, die das ganze Jahr über Wasser fasst, sind die weiten Ebenen nahezu leer gefegt. All die Springböcke, Zebras und vor allem Gnus, die wir so lieben, sind wahrscheinlich in andere Gebiete gezogen mit der Hoffnung auf mehr Nahrung. Hoffentlich finden sie sie. Natürlich darf das obligatorische Bild vom Sonnenaufgang am 8 km Baum nicht fehlen, der aber leider mittlerweile links abgeknickt ist, wie schade 🙁
Sony auf manuellen Einstellung
Panasonic auf Automatik
Tatsächlich werden wir bis Okondeka nicht ein einziges Mal überholt. Als wir uns dem Wasserloch nähern, erspäht Petra noch vor mir eine Löwin, die aufrecht im Gras sitzt. Ansonsten sind bloß ein paar wenige Strauße zu sehen. Wir fahren zuerst wie immer über die Anhöhe, aber auch hier entdecken wir nur einzelne Springböcke. Also wieder zurück zum Parkplatz. Die Löwin sieht etwas mitgenommen und lädiert aus, vielleicht ist sie aber auch bloß alt.
Nach dem Trinken legt sie sich flach ins hohe Gras und ist fast nicht mehr zu sehen. Wir beschließen, weiter zu fahren und Ozonjuitji m'Bari anzusteuern. Kurz nach Okondeka huscht eine dunkle Gestalt vor uns über die Pad und wir können den flinken Kerl gerade noch Breitseite erwischen 🙂
Ein paar Kilometer weiter entdecken wir tatsächlich noch einen Honey Badger, der eine Menge Staub aufwirbelt. Dicht gefolgt von einem dreisten Schakal, der auf eine kostenlose Mahlzeit hofft.
Bein Natco, das natürlich trocken ist, erkennt man gut, dass zumindest unterirdisch noch Wasser führt, denn hier gibt es einige grüne Sträucher und Bäume, die sich die Giraffen schmecken lassen.
Unterwegs begegnen uns zwei große Grader und bei Ozonjuitji m'Bari dann die große Enttäuschung: Baustelle! Das Bild von großen Maschinen und Bauarbeitern ersparen wir uns und drehen wieder um. Bis Sonderkop wäre es uns jetzt zu weit gewesen. Wir überlegen nicht lange und wollen bei Okondeka frühstücken. Vorher fahren wir noch Richtung Grünewald in dem Wissen, dass dieses Wasserloch trocken gelegt wurde, aber die Pad ist uns dann zu schlecht. Wir sehen während der ganzen Fahrt bloß ein Steinböckchen und diese Oryx mit Kalb.
Auch über Leeubron tut sich rein gar nichts - nicht mal Steppenwild. Zurück bei Okondeka liegt die Löwin noch an genau der selben Stelle und das Frühstück haben wir uns nach dieser enttäuschenden Fahrt nun redlich verdient. Immerhin ziehen jetzt ein paar wenige Springböcke und sogar eine kleine Herde Gnus ans Wasser, die ich aber gar nicht fotografiere, sondern nur filme.
Diese Überreste einer Giraffe haben wir erstmals 2016 gesehen
Bevor wir zu einer Mittagspause ins Camp aufbrechen, schauen wir noch bei Nebrowni vorbei, wo wir das gewohnte Bild von Springböcken, Gnus und Strauße vorfinden. Immerhin darauf ist Verlass.
Während ich mich über Mittag hinlege, ärgert sich Petra mit respektlosen und lauten Touristen herum und beobachtet noch einen der alten Bullen, die sich nie weit von Okaukuejo entfernen.
Pünktlich zu Rodneys Zeit stehen wir vorne bei der Rezeption, warten aber vergeblich auf unseren Freund. Wir hoffen sehr, ihn wenigstens morgen noch einmal zu sehen. Vielleicht ist ja Meriam heute an der Rezeption. Als wir das Gebäude betreten, erkennen wir sie nicht auf Anhieb, denn sie hat eine neue Frisur und steuern zunächst das Sichtungsbuch an. Plötzlich ertönt ein herzerwärmendes "Oh look, who's coming there?" und blitzschnell sind wir uns in die Arme gefallen. Die Wiedersehensfreude ist groß und Meriam bedankt sich für das Bild, das Silke für uns mitgenommen hat vergangenen Herbst.
Über Nebrowni und Gemsbokvlakte geht es nun nach Olifantsbad, wieder in Schrittgeschwindigkeit durch den Mopanewald. Wir ringen uns dazu durch, nach Aus zu fahren, was sich als keine so tolle Idee entpuppt. Die Pad ist in einem katastrophalen Zustand und wir beten, dass die Reifen heil bleiben. Aus bedeutet so viel wie "bitteres Wasser" und es ist nicht zu übersehen, dass auch diese Wasserstelle künstlich ist. Wir erspähen weit weg in den Büschen ein schlafendes SNH.
Alsbald treten wir aber schon wieder den Rückweg an und wollen lieber noch ein wenig bei Olifantsbad stehen bleiben. Immerhin begegnet uns ein stattlicher Kudubulle und ein einsamer Elefantenbulle.
In Olifantsbad nimmt heute kein Elefant ein Bad, was einmal namens gebend für das Wasserloch war, das auch künstlich angelegt ist. Doch zu unserer großen Freude stolziert ein anderer Dickhäuter gerade zum Wasser und wir können dieses siamesische Frankolin ablichten 😄
Wir wollen langsam aufbrechen, starten den Motor und kommen etwa 3 Meter weit, da steht sie plötzlich wie aus dem Nichts vor uns - eine wahre Schönheit. Elegant wie eh und je schreitet sie über die Pad und wird von den meisten Anwesenden noch gar nicht wahrgenommen. Als sie längere Zeit liegen bleibt, drängt Petra wieder mal mit der Zeit.
Bei Gemsbokvlakte läuft uns noch ein SNH vor die Linse im schönsten Licht 🤩
Zurück zum Camp wollen wir wieder den Weg über Nebrowni fahren, sehen allerdings nach etwa einem Kilometer, dass auf der direkten Strecke zurück ins Camp einige Autos stehen. Also wenden und den anderen Weg nehmen. Zunächst können wir nicht den Grund für die Ansammlung ausmachen, aber dann zeigt sich uns eine offensichtlich noch säugende Löwin, die ein Senderhalsband trägt. Immer wieder ruft sie und schaut bestimmend in eine Richtung, aber leider werden wir nie erfahren, auf wen sie so ungeduldig gewartet hat. Die Zeit rennt und wir müssen uns los reißen.
Diese Begegnung durchkreuzt unsere morgendliche Routine und wir sind uns einig, morgen früh mal ausnahmsweise nicht nach Okondeka zu fahren. Zurück im Camp möchte Petra unbedingt den Sonneuntergang noch erwischen und ich schicke sie mit ihrer Kamera vor. Wie ein Packesel hänge ich mir Rucksack, Fotostaschen, Kühltasche, Ferngläsern und unseren Jacken um und bringe alles irgendwie heil ins Zimmer. Dort schnappe ich mir auch flugs meine Kamera, denn ein Elefantenbulle ist auf dem Weg, um im schönsten Gegenlicht durch die untergehende Sonne zu stolzieren. Gerade noch so erwischt 🙂
Danach folgt die Abendroutine und das selbe Bild wie gestern, nur plus Gurke, denn der Shop wurde heute neu beliefert.
Wir sind sehr gespannt, ob es sich morgen früh lohnt, mit den alten Gewohnheiten zu brechen. Good Night, Etosha!