Bis in den Caprivi und wieder zurück

Reisebericht 32 Antworten · 9’834 Aufrufe · gestartet 17. Mai 2018 von yanjep
Themenstarter1’014 Beiträge · seit 201629. Mai 2018 ·
Als Ignoranten, die wir sind, ist es uns eigentlich wurscht, wie die Tiere so ganz genau heißen. Solange wir die Gattungen unterscheiden können, reicht uns das vollkommen.
Beim Vorbuchen sind wir ein bißchen unschlüssig. Einerseits gibt es Sicherheit und ist auch recht komfortabel. Auf der anderen Seite hätten wir ordentlich draufgezahlt bei unserer Planänderung und der üblicherweise zu zahlenden Vorkasse.

Aber weiter mit dem Reisebericht:
Wir sind morgens in Richtung Swakopmund aufgebrochen, um in dieser hübschen kleinen Stadt ein paar Tage zu verbringen. Beeindruckende Landschaft (da waren wir schon im letzten Jahr)

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Ortsübliche Siedlung

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Das Auto konnten wir einfach rollen lassen, gegen 15:00 Uhr sind wir eingetroffen. Aber erst mal mußte eine Unterkunft für zwei oder drei Nächte gefunden werden. Im Hotel d`Avignon, wo es uns im letzten Jahr recht gut gefallen hat, war kein Zimmer mehr frei.
Im Hotel Hof Europa wollten sie erst 1.950 NAD, dann mit Rabatt 1.450,00 und als wir immer noch nicht angebissen haben, wollten sie unser Budget wissen. Ziemlich unprofessionell, da findet sich auch noch was anderes.

Fündig geworden sind wir im Hotel Haus Garnison. Als wir das Zimmer anschauen sollten, sind wir fast auf dem Hacken umgedreht, denn man sah erst einen winzigen Raum mit einem schmalen Bett und sonst nichts. Zum Glück haben wir einen zweiten Blick riskiert, es handelte sich bei dem "Vorraum" um ein Extra-Zimmer mit einem dritten Bett. Das eigentliche Zimmer war recht groß und hatte einen gewissen „Alte Damen Charme“ mit Zierdeckchen und so. Das entsprach vermutlich dem Geschmack der Betreiberin, eine etwas knorrige aber sehr nette ältere Dame. Einen Pool gibt es nicht, aber eine Sitzecke im Vorhof. Und das Auto durfte in die Garage, sehr schön, da brauchten wir nicht alles ausladen. Wir haben uns gleich für drei Nächte eingemietet. Abends dann zu Küki; es war alles durchreserviert, aber ein Plätzchen an der Theke für ein countermeal gab es ohne Probleme.

Draußen beim Rauchen durfte ein älteres etwas etepetete daherkommendes Paar feststellen, daß es auch noch andere deutschprachige Leute in Namibia gibt. Die zwei standen ewig lange vor der Speisekarte, die sie offenbar auswendig lernen wollten. Ich wollte auch einen Blick riskieren und habe ihnen über die Schulter geguckt. Die Frau meine konsterniert zu ihrem Begleiter „was will die Frau da hinter uns?“ Klare Antwort: „Ich will in die Karte schauen und habe keine Lust zu warten, bis Sie endlich mal zu Potte kommen“. Entrüstetes Schnauben und Abgang ...

Am nächsten Morgen standen zwei Missionen an: Die reservierten Plätze bei Air Namibia tauschen (wir hatten über die homepage – falls man diese offenbar kurz nach Erfindung des Internets aufgesetzte und als historisches Dokument nur äußerst behutsam gepflegte Site so nennen kann – Plätze reserviert, diese sind aber nicht nebeneinander sondern durch einen Gang getrennt, wie wir beim Abflug in Frankfurt erfahren haben) und eine weitere Reisetasche anschaffen, um unsere neu erworbenen Decken, Matratzen etc. unterzubringen.
Die Eier zum Frühstück haben wir dankend abgelehnt, was die Wirtin mit Verwunderung und der Bemerkung, sie habe schon gehört, daß die Leute aus Übersee nicht gewohnt sind, alle Tage Eier zu essen, kommentiert hat. 🤪
Die Küchenfee wollte das nicht glauben und hat extra noch mal nachgefragt, was mit unseren Eiern ist... Sorry Leute, aber wir konnten echt keine gebratenen oder gerührten Eier mehr sehen.

Das Büro von Air Namibia war gar nicht so einfach zu finden, die angegebene Adresse war nicht mehr zutreffend. Bei der Suche sind wir über eine Cymot-Filiale gestolpert, wo ich eine dieser in Südafrika gefertigen Solarlampen (eigentlich ein Einmachglas mit Leuchtvorrichtung) gekauft habe. Die hatte man im letzten Jahr in einer abgelegenen Lodge als Leuchtmittel, die haben mir gut gefallen. Ein Reisebüro hat uns den Weg zum Air Namibia Office gewiesen. Die dortige Mitarbeiterin hat uns dann die letzten beiden Plätze reserviert, die tatsächlich nebeneinander liegen 🙂 . Eine recht brauchbare Reisetasche zu einem vernünftigen Preis haben wir nach langem Suchen schließlich in einem China-Laden gefunden. Wir wollten keine Tasche mit Rollen, die hätte es überall gegeben.
Im Brauhaus haben wir uns jeder ein Bier genehmigt und Mattes wollte am Nachmittag nach erfolgreichem Abschluss der Tagesorder der Ruhe pflegen. Ich bin mit der Knipskiste in Swakopmund rumgebummelt und durch Zufall über eine Niederlassung des NWR gestolpert. Ich habe mir sogar gemerkt, wo sie ist (keine Selbstverständlichkeit für mich, die ich mich üblicherweise sogar in einer Telefonzelle verlaufe).


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Im Brauhaus verkehrt viel Polizei...
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In dem Laden gibt es echt interessante Kuriositäten zu entdecken. Z.B. ein afrikanisches Kochbuch aus der Kolonisationszeit in dem zum Thema Elefanten geschrieben steht, der Fuß sei das einzig genießbare Teil (mit Rezept)

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In der Nähe des Leuchtturms war ein kleiner Markt mit Kunstgewerbe. Ein Besucher ist in die offenbar aufgestellte „Himba-Fotofalle“ getappt und hat eine der Händlerinnen in typischer Tracht ungefragt fotografiert. Die „Aufpasser“ haben das natürlich bemerkt und haben den Mann gestellt. Ich habe mir das ganze aus sicherer Entfernung angesehen, er durfte jedenfalls die Geldbörse zücken.

Abends sind wir ins Brauhaus gegangen, das Essen war deftig aber lecker.

Tags drauf wurden wir beim Frühstück und schon wieder verweigerten Eierspeisen von einem etwas echsenhaften (im Sinne von groß, klapperdürr und von der Sonne verbrannt), österreichstämmigen Nabianer schon vor dem ersten Kaffee angequatscht. Mattes ist definitiv am Frühstückstisch nicht ansprechbar und schon gar nicht, bevor er die ersten paar Tassen Kaffee im Bauch hat. Ich an sich auch nicht, aber daß der gute Mann auch seine letzten beiden Zähne (mehr sichtbare Zähne hatte er nicht) verliert, galt es zu verhindern. Ich habe mich dann auch mit allerlei Räuberpistolen zutexten lassen; Mattes hat übernommen, als er mit dem Frühstück fertig und bereit war, auch der restlichen Menschheit ein Existenzrecht zuzusprechen.

Wir haben uns aufgemacht, das Schiffswrack zu besichtigen. Ein Motorradfahrer hatte das gleiche vor und war schnell unter dem ortsüblichen Belag von Souvenierverkäufern verschwunden bzw. umzingelt. Als sie uns entdeckt haben, kam zum Glück ein Reisebus angefahren, der lohnendere Beute versprach. So blieben wir in Gänze unbehelligt. Das kann, wie ich glaube, kaum wer von sich sagen.

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Im NWR-Büro (ich habe es wiedergefunden!!!) wurde uns gesagt, die Campsites in Sesriem seien ausgebucht, aber kein Problem, es seien genug „overfloating campsites“ vorhanden. Wir sollten einfach auf gut Glück dort erscheinen. Nun denn, machen wir das halt so.

Nach einem Bier im Brauhaus und einer Siesta sind wir am Nachmittag zur und durch die Mondlanschaft gefahren. Super schön und schreit gerade zu nach einem Panorama. Ein Stativ hatten wir mit, so daß das Rohmaterial gut erstellt werden konnte. Eine unwirkliche und beeindruckende Landschaft, das steht mal fest.
Die Panoramen sind richtig klasse geworden, leider hat es mit dem Verkleinern auf Forumsformat nicht geklappt. Dann kommen sie halt bei uns an die Wand.

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Abends gab es wieder ein countermeal im komplett ausgebuchten Kückis. Eins muß man sagen, die Servicekräfte da sind echt auf Zack. Kein langes Warten auf Karte oder Essen, alles geht trotz des Betriebes rucki zucki. Obwohl man ehrlicherweise sagen muß, daß es nicht gerade ein Gourmettempel ist. Aber da stehen wir eh nicht so drauf.

Beim Rauchen draußen bin ich mit einem Südafrikaner in Gespräch gekommen, ein echter Kanten, breit wie hoch. Der übliche Austausch, woher und wohin, wo schon gewesen. Ich erwähnte Australien als lohnenswertes Ziel, was zu völligem Entsetzen geführt hat. Er spiele Rugby, da sei eine Reise nach Australien völlig ausgeschlossen .... never ever, gar nicht dran zu denken, Feindesland, streng verboten. Als ob ich einem BVB-Fan vorgeschlagen hätte, zum Einkaufen nach Gelsenkirchen zu fahren. Verbotene Stadt und so.

Beim Frühstück hat die Wirtin, und das fand ich echt nett und fast schon rührend, Eier gekocht. Extra für uns Eierverweigerer. Weil sie gehört hat, Leute aus Übersee mögen Eier zum Frühatück lieber gekocht als gebraten. Da haben wir natürlich zugegriffen, Eierbrote sind sowieso leckerer als das, was in Namibia als für den menschlichen Verzehr geeignet als Brotbelag angeboten wird 😈 .

Die weitere Fahrt ging dann Richtung Sesriem, wo wir neben tollen Landschaften offenbar auch in die Jahreshauptversammlung der deutschprachigen Nervbratzen geraten sind und eine Begegnung der dritten Art mit einem Oryx-Bullen hatten.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 29. Mai 2018
1’417 Beiträge · seit 201331. Mai 2018 ·
Hallo Yanjep,

in diesem Kapitel habe ich jetzt doch einiges wiedererkannt 😉 .
Bei uns war alles nur ein wenig grauer ... (Ausnahme: Mondlandschaft).

Und zum Thema "Elefantenrezepte" kann ich auch noch was beisteuern, gefunden in ... Swakopmund 🤩 :

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LG Stefan Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19 Unsere Reiseberichte
907 Beiträge · seit 201631. Mai 2018 ·
Die weitere Fahrt ging dann Richtung Sesriem, wo wir neben tollen Landschaften offenbar auch in die Jahreshauptversammlung der deutschprachigen Nervbratzen geraten sind
Diese Versammlung scheint da öfter statt zu finden. Jedenfalls öfter als ein Mal im Jahr! 😵
Danke für den kurzweiligen Bericht!

HG
Martin
Im Land der grünen Wiesen! - Namibia 2018 Wir sehen uns am Boteti! - Namibia/Botswana 2021 Botswana 2025 - Erholungsurlaub mit der Familie
Themenstarter1’014 Beiträge · seit 201631. Mai 2018 ·
Das Elefantenrezept ist 😄 😄 😄 😄
Nervdödels haben wir in diesem Jahr irgendwie magisch angezogen....

Yanjep
Themenstarter1’014 Beiträge · seit 201607. Juni 2018 ·
Nach den liebevoll auf den Punkt gekochten Einern sind wir durch tolle Landschaften Richtung Sesriem gefahren.


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Am Kuiseb Canyon haben wir angehalten, um den dortigen Cache zu suchen. Eine breite Fahrspur führte unter einer Brücke in den Canyon, wir haben oben geparkt und sind zu Fuß runter gegangen. Am hellerlichten Mittag und strahlendem Sonnenschein. Eine kleine Gruppe von Leuten hatte es sich unter einem Baum gemühtlich gemacht, eine „Irgendwas mit Medien“ Tante mitsamt Kameramann haben ein Interview aufgezeichnet. Als wir an denen vorbeigelaufen sind, kam der mahnende Hinweis „Sie wissen schon, daß Sie das Naturschutzgebiet nicht betreten dürfen?“ Nein, wissen wir nicht, es steht kein Schild da und warum soll das Herumlaufen auf einem Weg zwischen Felswänden verboten sein? Also dreh Deinen Beitrag zum Frühstücksfernsehen in Frieden weiter und laß uns in Gottes Namen in Ruhe. Mattes hat den Cache gefunden, wir sind wieder zurück gegangen. Und wieder die ungebetene Ansprache: „Sie wissen, was hier passiert ist?“ „Ja klar, vor ein paar Wochen hat ein Leopard Nachts wen angegriffen“. „Nicht besonders clever von euch, der Leopard ist noch in der Nähe“. Ja klar, nach vier Wochen treibt der sich hier noch rum, beweist guten Geschmack indem er die Fernsehheinis unter dem Baum unbehelligt läßt und greift sich am hellsten Mittag ein paar Leute (uns). Guten Tag, guten Weg. Wären doch bestimmt ein paar schicke Aufnahmen geworden, wenn mittemang der ausgesprochen wildlosen Felsenwand Wochen nach dem Vorfall Mittags ein Leopard Jagd auf uns macht.

In Sesriem sind wir, wie uns in Swakopmund im NWR-Büro geraten wurde, zur Campverwaltung gegangen und haben nach einer freien „overfloating-campsite“ gefragt. Das war überhaupt kein Problem. Dazu muß man wissen, daß es sich um ein riesiges Gelände handelt. Auf dem sind ein paar campsites numeriert und mit Wasser- und Stromanschluss versehen. Der Rest ist sozusagen Brachland. Auf dem Gelände, auf dem sich auch die sites mit Anschlüssen befinden ist sehr groß und es finden sich da viele freie Stellen mit schattenspendenden Bäumen. Wir wurden auf einen Platz daneben verwiesen mit exakt zwei Bäumen. Unter einem der Bäume hatte ein polnisches Paar sein Lager aufgeschlagen, wir haben uns den Platz unter dem zweiten Baum gegriffen. Es war recht windig, der Sand wurde über die Ebene geblasen. Die Einrichtung des Camps war also vorgegeben: Das Auto als Windschutz ganz nach links, neben das Auto Tisch, Stühle und das Zelt soweit wie möglich in den Schatten des Baums. Das Waschhaus war so weit entfernt, daß eine kostenpflichtige begleitete Wanderung durchaus eine zusätzliche Einnahmequelle für den NWR gewesen wäre. Zum Glück konnten wir die Toilette der gegenüberliegenden Bar benutzen.

Wir hatten uns gerade häuslich eingerichtet, als zwei junge deutsche Frauen ankamen und fragten, ob wir ihre vorreservierte campsite Nr. 1 belegt hätten. Nein, haben wir nicht. Doch, hätten wir wohl, die Damen am Empfang hätten genau in unsere Richtung gezeigt. Nach einigem Hin und Her hat Mattes irgendwann ziemlich verärgert gesagt „egal, wo Ihre campsite ist, hier ist sie nicht“ und sie sind endlich abgezogen (Das Schild mit der 1 drauf direkt nebenan war wohl schlecht zu lesen). Die dazugehörigen jungen Männer haben in der Zeit einen Reifen wechseln lassen und irgendwann haben sie ihre campsite denn auch glücklich gefunden. Wären wir schlau gewesen, hätten wir reumütig unsere site mit ohne alles (aber zum vollen NWR Preis) zu deren Gunsten aufgegeben und uns ihre „offizielle“ campsite unter den Nagel gerissen.

Wir haben unsere Vorräte durchgeschaut und ein halbes angeschimmeltes Weißbrot und noch so einiges in einer Plastiktüte als Müllbeutel an den Baum hinter uns gehängt. Ein kapitaler Oryxbulle, der wohl auf dem Campground angefüttert wurde, fühlte sich berufen, mal in die Mülltüte zu gucken.

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Leider stand Mattes genau zwischen Müllbeutel und Oryx. Als er auf etwa zwei Meter an uns ran war, hat er plötzlich den Kopf gesenkt, mit den Vorderhufen gescharrt und ist auf Mattes losgegangen. Um zur Seite zu springen war kein Platz, also hat er geistesgegenwärtig die Hörner gepackt und Freund Oryx festgehalten. Das arme Tier war so eine Behandlung nicht gewöhnt, beide Protagonisten wußten für eine Schrecksekunde nicht, wie ihnen geschah und wie es weitergehen sollten. Eine echte Patt-Situation für Oryx und Mattes . Das Oryx hat sich dann losgerappelt und sich über den Mülleimer der Polen hergemacht. Fotos habe ich von der Aktion leider nicht gemacht, ich war viel zu erschrocken.
Es hat uns im Auge behalten „die Rechnung ist noch offen“, sollte der Blick wohl sagen.

Abends waren wir noch in der Bar. Typisch NWR wurde uns beim einchecken gesagt, es gäbe bloß bis 17:00 Uhr Essen. Die barkeeperin hat uns entrüstet gefragt, wer so einen Blödsinn erzählt, wir könnten natürlich noch Dinner bekommen. Sorry, aber wir hatten im Vertrauen auf die Angabe nun schon unsere Thunfischbrote gegessen.
Wir haben an der Bar noch Wein getrunken und uns dann in unser Bett verkrümelt.

Am nächsten Morgen ging pünktlich zu Öffnung des Gates die Stampeade los, wir haben lieber gemütlich gefrühstückt und sind später aufgebrochen.

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Morgenstimmung

Nach einer gemütlichen Fahrt durch die beeindruckende Dünenlandschaft


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und der etwas „sprunghaften“ Fahrt zum 4/4 Parkplatz konnten wir zu unserer Freude beobachten, daß schon recht viele Besucher des Death Vlei auf dem Rückweg waren.


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Wir haben uns dann aufgemacht, auch mal die berühmtesten toten Bäume der Welt anzuschauen. Wobei die ja vor langer Zeit eingegangen sein sollen und nicht, wie ich eigentlich vermute, zu Tode fotografiert wurden.
Aber da sie ja nun mal schon tot waren, habe ich natürlich auch Fotos gemacht. So wie zahllose andere Leute, die noch im Vlei waren, auch. Allerdings keine selfies (Yanjep + Mattes vor totem Baum muß ich nicht haben) und sind auch nicht im Interesse oskarverdächtiger Filmaufnahmen (langweilen Sie alle Freunde und Verwandten mit totaaal tollen Aufnahmen) vor den Bäumen wie die Irren auf und ab gehüpft.

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So sieht es im Überblick aus.

Mittags haben wir uns ach Durchwandern des Canyon auf den Rückweg zum campground gemacht und uns gerade gemütlich niedergelassen, als unsere Nachbarn von campsite 1 unbedingt direkt hinter uns (also ca. 3 Meter direkt hinter mir) ein Saufballspiel gestartet haben. Es ging, glaube ich darum, daß die Jungs hinter uns sich solange Bier in den Schlund kippen können, wie die Mädels brauchen, um den Ball zurück zu werfen. Nur zur Erinnerung: Sie hatten eine eigene, gar nicht mal kleine Campsite und auch sonst war der Platz riesig. Was sie – außer einem spürbaren Mangel an guter Kinderstube – dazu bewogen hat, ihre Lärmereien direkt hinter uns zu starten, keine Ahnung. Meine durchaus höfliche Bitte, uns etwas Privatsphäre zu gönnen, wurde erst mal verwundert zur Kenntnis genommen, hat aber keine Reaktion bewirkt. Mattes etwas deutlichere Ansage, sich woanders hin zu verfügen wurde befolgt, aber nicht ohne die Bemerkung, unser Auto direkt neben „ihrer“ Campsite würde sie auch stören. Schön, daß wir da mal drüber gesprochen haben.

Einer der Typen hatte offenbar einen Papagei in der Ahnenreihe. Jedesmal wenn ich auf „deren“ Seite, wohlgemerkt ohne den Fuß auf „ihre“ Seite zu setzen was aus dem Canopy des Autos geholt habe, krähte er irgendwas von Privatsphäre, weil ich ja hätte rübergucken können. Klar, ich hätte das Auto jedesmal rumdrehen können, da habe ich Dummerchen gar nicht dran gedacht.

Eine Gruppe Südafrikaner kam auch noch auf den „Ausgestoßenenplatz“ und hat sofort eine Wagenburg errichtet.

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Abends habe ich noch leider wenig brauchbare Sonnenuntergangsfotos gemacht, beim Kamerarausholen kam wieder irgendwelches halbbetrunkenes „Privatsphäre“ Gelabere. Ein Thesaurus zum finden alternativer Begriffe wäre eine echt nützliche Anschaffung.

Morgens sind wir dann nach einer letzten Ermahnung unserer reizenden Nachbarn (die schon zusammgepackt hatten und abfahrbereit waren), auf dem Weg zum Mülleimer ihre Privatsphäre zu achten und meiner Entgegnung, auch mit der Sozialkompetenz einer Nacktschnecke müsse man nicht dauernd Blech reden, zeitig zu unserem nächsten Etappenziel Maltahöhe aufgebrochen.
zuletzt bearbeitet 07. Juni 2018
16,9k Beiträge · seit 201207. Juni 2018 ·
yanjep schrieb:Am Kuiseb Canyon haben wir angehalten, um den dortigen Cache zu suchen. Eine breite Fahrspur führte unter einer Brücke in den Canyon, wir haben oben geparkt und sind zu Fuß runter gegangen. Am hellerlichten Mittag und strahlendem Sonnenschein. Eine kleine Gruppe von Leuten hatte es sich unter einem Baum gemühtlich gemacht und eine „Irgendwas mit Medien“ Tante mitsamt Kameramann haben ein Interview aufgezeichnet. Als wir an denen vorbeigelaufen sind, kam der mahnende Hinweis „Sie wissen schon, daß Sie das Naturschutzgebiet nicht betreten dürfen?“ Nein, wissen wir nicht, es steht kein Schild da und warum soll das Herumlaufen auf einem Weg zwischen Felswänden verboten sein? Also dreh Deinen Beitrag zum Frühstücksfernsehen in Frieden weiter und laß uns in Gottes Namen in Ruhe.
Ich - und Millionen weiterer Zuschauer - haben den Beitrag (und Euch natürlich ebenfalls 😗 ) in dem RTL-Format "Extra" mit Birgit Schrowange gesehen. Eventuell kannst Du ja noch einmal den genauen Wortlaut in deren Mediethek nachschauen.

LG
Logi
Themenstarter1’014 Beiträge · seit 201607. Juni 2018 ·
Ich weiß, gleich nach meiner Rückkehr ins Büro wurde ich darauf angesprochen.
Ich wußte aber einen guten Konter 😈

Das Schild in dem Beitrag dürfte ein fake gewesen sein, als wir - und damit auch das Fernsehteam - da waren, stand es nicht dort.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 07. Juni 2018
4’132 Beiträge · seit 200807. Juni 2018 ·
😐
Von Westen kommend fährt man schon lange durch NP Gebiet, das ist in den Karten (Papier und digital) ausgewiesen und wird durch Beschilderung angekündigt, - von Osten kommend beginnt es ca. 3 km vor dem Kuiseb, ebenfalls beschildert.
Es ist schon eine sehr eigenwillige Auslegung, dass der Namibische Staat für jeden Einzelnen, der meint, er könne grad mal machen was er will, ein Zusatz-Schild aufstellen müsse.
Aber was erwartet man...

Es soll sogar Touristen geben, die auf dem Camping der Putzfrau die Flaschenkiste aus der Ablution klaun, weil man meint, man könne ihren Hocker grad mal besser gebrauchen...
😊 🤪
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 07. Juni 2018
Themenstarter1’014 Beiträge · seit 201607. Juni 2018 ·
Klar ist das Gebiet des Nationalparks. Aber daß es verboten sein soll, ein paar Meter in eine Schlucht hinein zu gehen, in die sogar eine Fahrspur führt, erschließt sich mir gerade nicht.

Und die aus dem Reisebericht vom letzten Jahr ausgebuddelte leere Kiste, die möglicherweise einer Putzfrau das Leben erleichtert haben könnte, sehr wahrscheinlich aber einfach nur da rum lag, belegt natürlich daß wir uns als Touristen komplett disqualifiziert haben. Wobei ich zugeben muß, daß ich die in einer dunklen Ecke rumliegende leere Getränkekiste nicht mit einem Sitzplatz einer Putzfrau in Verbindung gebracht habe. Sollte ich tatsächlich einer Putzfrau ihren Sitzplatz / Ausruhplatz "geklaut" haben, täte es mir wirklich und aufrichtig leid.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 07. Juni 2018
71 Beiträge · seit 201608. Juni 2018 ·
Logi schrieb:Ich - und Millionen weiterer Zuschauer - haben den Beitrag (und Euch natürlich ebenfalls 😗 ) in dem RTL-Format "Extra" mit Birgit Schrowange gesehen. Eventuell kannst Du ja noch einmal den genauen Wortlaut in deren Mediethek nachschauen.
Nö, Ich werde meine Zeit ganz bestimmt nicht damit verschwenden die Mediathek eines solchen Prekariatsfernsehsenders wie RTL zu durchsuchen.

Gruß,
Mattes
Themenstarter1’014 Beiträge · seit 201608. Juni 2018 ·
Die Fahrt Richtung Maltahöhe ging durch typisches Buschland.

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Im Hotel Maltahöhe war kein Zimmer mehr frei, alles komplett belegt. Durch eine Reisegruppe und einen Trupp Motorradfahrer.
Aber uns wurde empfohlen, im Gästehaus um die Ecke zu fragen. Zum Essen wären wir dann herzlich willkommen. Das haben wir auch gemacht und waren sehr positiv überrascht. Sehr nette Betreiber und schöne Zimmer, wenn auch ohne Frühstück. Egal, wir hatten sowieso noch genug Vorräte für das Frühstück. Eine Sitzgelegenheit vor den Zimmern gab es auch, den Tisch hatte sich schon ein anderes Ehepaar gesichert. Sie haben aber freundlich angeboten, den Tisch mit uns zu teilen.
Ein sehr nettes deutschprachiges Paar, das in Windhoek lebt und einen Kurzurlaub unternommen hat. Er ist gebürtiger Österreicher, den es in den 70er Jahren aus Abenteuerlust nach Afrika verschlagen hat, sie ist gebürtige Namibianerin und Farbige. Sie hat sich selbst als Farbige bezeichnet, der Begriff dürfte damit politisch korrekt sein.
Sie haben uns von den schlimmen alten Zeiten der Rassentrennung erzählt. Z.B. wie sehr sie als Kind darunter gelitten hat, daß ihre weißen Freundinnen im Laden einkaufen konnten und sie nur durch eine Luke von außen ihre Bestellung anbringen durfte. Und daß sie sich nicht getraut hat gegen die vielen Benachteiligungen und Ausgrenzungen aufzubegehren aus Angst, ihre Eltern würden sonst mit Repressalien überzogen. Klingt grauslich, war es bestimmt auch. Heiraten durften sie auch nicht, also sind sie zusammen nach Österreich gezogen, haben dort geheiratet und Kinder bekommen. Nach der Unabhängigkeit sind sie zurück nach Namibia gegangen. Wir waren zum Dinner (Gordon bleu) zusammen im Hotel. Eine sehr angenehme und interessante Begegnung.

Auf Anraten der beiden sind wir am nächsten Tag nicht zu diesem Damm in der Nähe von Windhoek gefahren (mir ist gerade der Name entfallen, aber wir waren nicht da, deshalb ist es egal) sondern zum Lake Oanob Resort. Das Resort liegt wunderschön an einem See, wie der Name vermuten ließ. Wir sind an einem Montag dort angekommen und hatten Auswahl zwischen verschiedenen campsites. Es gibt eine Preisstaffel zwischen Schatten / kein Seeblick, kein Schatten / kein Seeblick, Schatten / Seeblick und kein Schatten / Seeblick. Chalets stehen auch zur Verfügung, es ist nicht allzu teuer. Jedenfalls für das, was geboten wird. Ich war erst etwas verwundert, daß die Campsites alle unterschiedlich ausgestattet sind. Aber das dürfte daran liegen, daß das Resort als Sommerfrische bzw. für Wochenendausflüge der Windhoeker dient, die eine site gekauft oder gepachtet haben und wenn sie die gerade nicht nutzen, über das Resort vermieten. Man kann im See baden, Boot fahren, angeln und sonstigen Wassersport betreiben, ein Restaurant und eine Art game park gibt es auch. Ich glaube, wir hatten die schönste site von allen, eine große gerade Rasenfläche für das Zelt, ein sehr großes Dach über gefliestem Boden, eine eigene Dusche / Toilette und zwei Aussichtsplatformen zum See hin und. Mir hat es richtig gut gefallen dort und wir haben für drei Nächte gebucht um von dort aus am Abflugtag nach Windhoek zu fahren.

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Tagsüber war es ganz herrlich, man konnte sich ordentlich ausbreiten, lesen, den Blick auf den See genießen und war völlig ungestört. Nun ja, fast völlig ungestört. Zum Frühstück und pünktlich zur Abendessenzeit kamen sieben kleine Kätzchen angetrudelt. Mit viel Miau wurde um einen Anteil an der Verpflegung nachgesucht. Sie haben es am ersten Abend geschafft, Mattes eine halbe Dose seines geliebten Thunfischs abzubetteln. Am nächsten Morgen mußten wir sowieso noch einkaufen und haben auch gleich Katzenfutter besorgt. Das wurde seitens der Kätzchen mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen, wir durften sie zur Belohnung für unser entgegenkommendes Mitdenken dann auch kraulen.


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Aber so schön es tagsüber auch war, Nachts war es schweinekalt. Trotz Jogginghosen, Socken, Sweatshirt und zusätzlicher Decke sind wir mitten in der Nacht zähneklappernd aufgewacht. Die dritte Nacht haben wir, obschon bezahlt, sausen lassen und für die letzte Nacht wieder ein Zimmer in der Pension Uhland bezogen. Viel haben wir nicht mehr gemacht, nur noch eine zweite Solarlampe bei Cymot gekauft und sind zum Dinner in Joes Bierbar eingekehrt. Weil der Flug erst am späten Abend ging und wir das Auto bis spätestens um 15:30 Uhr abgeben mußten, haben wir nach einem Tageszimmer gefragt, um nicht den ganzen Tag in Windhoek rumhängen zu müssen. Es war zwar kein reguläres Zimmer mehr frei, aber für einen ganz kleinen Tarif wurde uns der „Guide Raum“ angeboten. Zwar klein und „hinten rum“ gelegen, aber immerhin Bett, Dusche und Gartenbenutzung. So konnten wir in Ruhe unsere Sachen packen und ein bißchen am Pool sitzen und lesen. Die Autorückgabe war entspannt und völlig unproblematisch, allerdings hatten wir am Flughafen noch reichlich Zeit. Wir hatten noch Wein übrig und ich unsere neu erworbenen Gläser griffbereit im Rucksack. Also haben wir es uns vor dem Flughafen in der Sonne gemütlich gemacht und den restlichen Wein ausgetrunken. Den Rest der Wartezeit konnten wir nach Öffnen der Schalter und check-in in der Rumpelkammerlounge verbringen. Warum Air Namibia Kunden an deren Heimatflughafen „in den Keller“ müssen, statt in die neue und offenbar zeitgemäße Lounge zu dürfen, wird das Geheimnis von Air Namibia bleiben....
Aber der Service war wirklich auf Zack und hat uns richtiggehend umsorgt. Das war im letzten Jahr noch ganz anders. Ein bißchen was zu essen, Knabberzeugs und sogar wifi gab es auch, so ging die Zeit bis zum boarding schließlich auch rum. Wir mußten auch nicht lange Schlange stehen, die Servicekraft hat uns und den anderen Passagieren Bescheid gesagt, als wir uns aufmachen sollten, um gleich einsteigen zu können. Der Flug war unspektakulär, auf das Dinner haben wir verzichtet und Filme gab es exakt zwei zur Auswahl. Wir hatten eigene Filme auf dem Tablet, sind aber dank flachem Bett ziemlich schnell nach dem Service eingeschlafen. Das Frühstück war ganz in Ordnung, der angebotene Aufschnitt als kalte Variante (es gab auch Omelett mit einer Art Bratwürstchen zur Auswahl) sogar ausgesprochen lecker. Das Personal war auf dem Rückflug deutlich motivierter als auf dem Hinflug, Air Namibia käme für uns aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr in Frage.

Insgesamt hat uns die Reise gut gefallen, auch der Mix aus Lodges und Zelten war recht angenehm. Da wir nicht vorgebucht haben, waren wir dank des Zeltes flexibel und nicht auf feste Unterkünfte angewiesen. Schade war nur, dass durch das Hochwasser am Zambesi die Pläne dort buchstäblich ins Wasser gefallen sind.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 08. Juni 2018
1’546 Beiträge · seit 201308. Juni 2018 ·
Hallo Dagmar,

vielen Dank für diesen wieder einmal sehr kurzweiligen Bericht einer wohl richtigen "Ruhrpottgöre" (sorry: ich weiß nicht, wie ich es anders ausdrücken soll, aber du wirst schon wissen, was ich meine 😗 ).
Ich finde, das war eine ganz tolle Reise, sehr abwechslungsreich. Schön, wenn man nicht vorbuchen muss und sich einfach einmal treiben lassen kann
Wo wird es bei euch als nächstes hingehen?

Herzliche Grüße
Beate
Reiseberichte: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299353-patagonien-2020-zwischen-anden-pampa-und-eis.html Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/292402-das-schoenste-ende-der-welt-suedafrika-maerz-2017.html Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/296432-suedafrika-2018-ohne-braai-gibt-es-keine-katzen.html
Themenstarter1’014 Beiträge · seit 201608. Juni 2018 ·
Danke 🙂
Ich liebe den Ruhrpott. Hier lebt es sich sehr gut, die Berge sind handgemacht und man kennt und hilft sich untereinander. Quer durch alle Schichten. Sozusagen vom Obersteiger bis zum Pferdejungen. Die übliche Währung : Ne Kiste Bier.
Ich habe noch nie bei Aldi an der Kasse gestanden, ohne mit dem Vorder- oder Hintermann ein Schwätzschen zu halten 🙂

Als nächste Ziele haben wir uns überlegt, nochmal nach Queensland zu fliegen oder die Gardenroute in Südafrika oder was ganz anderes (mir würde Rumänien einfallen).

Yanjep
zuletzt bearbeitet 09. Juni 2018