Hallo Anna
Also, die zweite Variante der Tour schaut ja schon sehr viel besser aus! Wohltuend, dass ihr euch auch wirklich darauf einlässt und euch damit auseinander setzt, was ihr hier an Tipps und Hinweisen bekommt.
Allgemein: lasst euch von dem Schlagwort "Regenzeit" wirklich nicht so sehr verunsichern. Ich/ wir waren nun schon einige Male zu dieser Zeit in Namibia und Botswana unterwegs, im Grundsatz sind wir aber immer mehr oder weniger überall durch- und gut hingekommen. Gerade Namibia ist ja überaus trocken und man stellt sich das vielleich völlig falsch vor, aber es ist sicher nicht so, dass es dann dort weitflächig über mehrere Wochen hinweg ununterbrochen schüttet. Das wäre dann wohl eher in den Tropen wie Südostasien, Karibik, etc., der Fall. In weiten Teilen Namibias ist es dann so, dass es lokal starke Regengüsse geben kann und einzelne Strassen für eine gewisse Zeit nicht mehr passierbar sind, Riviere (das sind die Trockenflussbette) abkommen oder halt einfach einzelne Abschnitte etwas nasser sind als sonst. Natürlich kann ich das auch nicht voraussagen, aber ihr könnt davon ausgehen, dass die meisten Strecken für den Teil Namibias absolut problemlos zu befahren sein werden. Ihr seid zum grössten Teil auf sehr breiten, meist gut gepflegten Schotterstrassen und Teerstrassen unterwegs. Das ist eigentlich nicht einmal der Rede wert.
Und eben, niemand kann euch sagen, wie die anstehende Regenzeit ausfallen wird. Es kann schon sein, dass nach mehr oder weniger gutem Regen in der Etosha die Tiere sich nicht gerade in Massen rund um die für Touristen zugänglichen Wasserlöchern versammeln werden, aber auch im Januar kann man dort viele Tiere sehen. Das steht zwar immer so dramatisch in den Reiseführern, aber ganz so arg habe ich das nun wirklich noch nie erlebt. Wir hatten das letzte Mal (Februar 2016) tatsächlich den Fall, dass wir keinen einzigen Elefanten gesehen haben - die sind alle weiter nördlich abgewandert anscheinend. Aber ansonsten gab es reichlich Antilopen inkl Giraffen, Löwen, Geparde, Nashörner, Vögel, etc. etc. Ihr werdet also auch dort ganz sicher Tiere sehen und da ihr nachher ja noch Caprivi und Chobe auf dem Plan stehen habt, macht es auch nichts, wenn es dann nicht ganz so viele sind.
Auch im Caprivi und Nordbotswana ist es nicht so, dass es dort unterbrochen wie aus Kübeln schütten wird (theoretisch natürlich schon auch möglich), wobei die Regenfälle dort mitunter schon etwas heftiger ausfallen können. Einzelne Wege sind dann womöglich nicht mehr befahrbar. Da muss man dann eben etwas flexibler sein und ein Gebiet auch mal umfahren und woanders übernachten als ursprünglich vorgesehen, aber selbst das habe ich fast noch nie erlebt. Es kann alles sein, muss aber nicht. In der Regel findet sich immer eine Lösung.
Täubchen86 schrieb:
(2) Wie seht ihr das Thema Vorbuchen? müssen wir wirklich alle Campsites in der Green Season verbuchen oder ist da so wenig los,
dass man auch spontan noch was bekommt ?
Beachtet, dass ihr zumindest zu Beginn eurer Reise während den Sommerferien der Südafrikaner und Namibier unterwegs seid. Zumindest im Sossusvlei und an der Küste (Swakopmund) könnte daher noch einiges los sein. Ab Mitte Januar sind dann meistens überall die Ferien zu Ende und es wird schlagartig ruhiger. Also für Sossusvlei würde ich so oder so immer vorbuchen, in diesem Fall dann auch Swakopmund. In der Etosha würde ich zumindest Okaukejo ebenfalls reservieren.
Gerade als Camper sollte man ansonsten praktisch überall problemlos immer ein Plätzchen finden.
Täubchen86 schrieb:
(3) Habt ihr Tipps für uns welche Ausflüge man gut in den Chobe NP von Kasane aus machen kann, deren Routen in der Regenzeit üblicherweise halbwegs gut befahrbar sind?
Eben, wenn es nicht gerade sintflutartige Regenfälle gegeben hat, kann man auch bequem von Kasane aus mit dem eigenen Fahrzeug in den Chobe NP Tagesausflüge machen und dort die verschiedenen Loops und Wege entlang der Riverfront abfahren. Die sollten eigentlich auch in der Regenzeit «üblicherweise halbwegs gut zu befahren» sein. Falls nicht, werden überflutete Pads von der Nationalparkbehörde ohnehin gesperrt.
Aber die vielen Lodges in Kasane bieten natürlich auch geführte Gamedrives und Bootstouren in den Chobe NP an. Die Bootstour ist sowieso ein absolutes Muss!
Zur Übernachtung kann ich für Kasane auch
Thebe River Safaris empfehlen. Es gibt eine nette Campsite, aber auch gemütliche Zimmer zu einem fairen Preis. Wir nehmen uns zur Abwechslung nach den Abenteuern im Busch immer ein Zimmer mit eigener Dusche und bequemem Bett... Die Bar und das Restaurant sind recht lebhaft, es kommen auch immer wieder Einheimische zum Umtrunk und es kehren oft auch so genannte Overlander-Gruppen dort ein. Also eher jüngeres Publikum, aber alles total relaxed und das Essen schmeckt gut.
Täubchen86 schrieb:
(4) Habt ihr sonst noch irgendwelche Tipps?
Bedenkt einfach, dass es wirklich sehr, sehr heiss sein kann zu dieser Jahreszeit. Deshalb darauf achten, dass ihr beim Campen auf Stellplätzen mit viel Schatten übernachtet. So kann man während der Hitze des Tages auch mal einfach im Schatten rumhängen (ins Zelt legen ist eher nicht, weil das heizt sich ja immer so brutal auf). Nicht zu viele Aktivitäten planen und wenn, dann diese am frühen Morgen oder am späten Nachmittag unternehmen (Walks/ Wanderungen, Felsenkraxeln bei der Spitzkoppe, etc.). Und natürlich immer genügend Wasser einkaufen/ auffüllen. Rechnet grosszügig mit min. 5l Trinkwasser pro Tag und Person!
Soviel Senf meinerseits mal dazu.
Weiterhin viel Spass bei der Planung!
(von der geplanten Route her eher unwahrscheinlich, aber vielleicht trifft man sich ja dann trotzdem dort! Bin mit meinem Bruder von Mitte Januar bis Ende Februar auch in Namibia und Botswana unterwegs 🙂 ).
Liebe Grüsse
Sam