Zwei Gruftys auf Pad von Epupa Falls bis Kasane

Reisebericht 98 Antworten · 21,7k Aufrufe · gestartet 24. Nov. 2014 von freshy
2’060 Beiträge · seit 201301. Dez. 2014 ·
Hallo, auch ich drängle mich noch in den Wagen, denn dein Reisebericht weckt in mir alte Erinnerungen: Kaisosi, Mahangu, ... die roten zu Vögeln gefalteten Servietten habe ich noch gut im Kopf, ebenso wie das ausgezeichnete Essen, das uns damals leider durch eine Mitreisende vermiest wurde, die Vegetarierin war und sich permanent beschwerte, dass sie keine Extra"wurst" bekam. Auch das blöde "Gewaaf" während der Bootsfahrten haben wir leidvoll erlebt.

Das schöne Wort "Sprechdurchfall" kannte ich noch nicht, werde es mir aber merken. 😄

Besonders interessant war für mich der Abschnitt Kaokoveld mit Camp Aussicht, denn dort werden wir auf der nächsten Reise sein.

Lieben Dank für den kurzweiligen Bericht und die schönen Fotos!
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
435 Beiträge · seit 201201. Dez. 2014 ·
Hallo

Auch wir kennen die schwatzhaften Mitreisenden auf Boots- oder anderen Ausflügen. Kann einem schon die Stimmung vermiesen.

Sprechdurchfall kann man "etwas gebildeter" auch als Logorrhoe bezeichnen, das sogar in der Psychiatrie verwendet wird. Siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Logorrhoe

Ihr könnt ja das nächste Mal die Schwätzer teilnahmsvoll fragen, ob sie an Logorrhoe leiden 😈

Lieber Gruss
Daniela
Fotos auf Flickr: Alben Reiseberichte: Botswana/Zimbabwe 2018: Reisebericht Südafrika 2016: Reisebericht[/url ] --- Namibia 2015: Reisebericht[/url ] --- Uganda 2015: Reisebericht[/url ] --- Namibia - Südafrika 2013: Reisebericht[/url ] --- Südafrika 2011: Reisebericht --- Kenia 2008: Infos --- übriges Afrika und weitere Länder: Fotos
Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201102. Dez. 2014 ·
Hallo liebe Mitreisende, hallo Gabriele, komm nur rein! Vielleicht können wir unterwegs gemeinsam eine Strategie gegen Touris mit Logorrhoe 😉 entwickeln. 😄

Heute wird es spannend!

20. September: Verhängnisvoller Tiefsand und Elefantenbesuch
Im Caprivi verwirren die verschiedenen Flüsse, Zuläufe und Nebenarme. Der Okavango wird auch Kavango genannt, es gibt den Kwando, den Sambesi, den Linyanti, der in Botswana Chobe heißt, doch alle haben ihren Ursprung in Angola und fließen ins Okavangodelta.
Während die Sonne glutrot über dem Okavango aufgeht, setzen wir uns zum Frühstück an den Tisch. Leider wird uns der Spaß verdorben, weil das Brot schimmelig geworden ist. Was nun? Morgen ist Sonntag, und bis wir in Kongola sind, könnten die Läden geschlossen sein. Wir beschließen schweren Herzens, unseren Plan zu ändern und abzureisen.
Die 200 km bis Kongola werden wir als besonders langweilige Strecke in Erinnerung behalten; den sog. Supermarkt als einen Laden, in dem es nur Massen an Zucker, Trinkwasser, Zwiebeln und Maismehl zu geben scheint. Wir sind froh, dass es eine Theke mit Brot gibt.
Als nächstes Ziel haben wir das Nambwa Camp am Kwando vorgesehen. Die alte Zufahrt ist durch eine neue Leitplanke versperrt, und wir suchen eine Weile nach der aktuellen Zufahrt. Das Gate zum Nationalpark, an dem wir erst einmal vorbeigefahren sind, entpuppt sich als neue Einfahrt zum Nambwa Camp. Etwas versteckt lesen wir den Hinweis:

„4x4 only, Camp Nambwa 13,6 km“.
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Endlich wieder eine Allradpiste, wofür sonst haben wir diesen Camper gemietet! Herbert legt den Hebel um, und wir schlingern über eine Sandpiste, die dem Moremi Wildlife Reserve in Botswana in nichts nachsteht. Vielleicht liegt es an den Mischreifen statt grobstolliger Geländereifen, mit denen unser Auto besohlt ist, dass der Tiefsand so schwierig zu fahren ist. Wenige Kilometer vor dem Camp bleiben wir jedenfalls im Sand stecken. So richtig tief, tief drinnen, und leider sind die Sandmatten ebenso tief im Gepäck verbuddelt.
Hinter uns hält ein Geländewagen mit zwei Männern, die ihre Hilfe anbieten, sie hätten denselben Weg wie wir. Peinlich, peinlich, denn sie stellen fest, dass unser Reifendruck viel zu hoch ist. Das hätte uns alten Allradfreaks eigentlich nicht passieren dürfen. Doch auch mit nur 1,5 bar Druck wühlt sich der Wagen tiefer in den Sand. Wie gut, dass wir beim Vermieter auf einem Bergegurt statt eines Seils bestanden haben, denn mit diesem Gurt ziehen uns unsere Helfer aus dem Sand, ohne dass er reißt. Das letzte Stück Weg bis zum Camp schaffen wir problemlos. Der Helfer kommt extra von der benachbarten Lodge zu unserem Stellplatz und erkundigt sich, ob wir gut untergebracht sind. Wir verteilen als Dankeschön Rittersportschokolade, die in Namibia jedes Mal für strahlende Gesichter sorgt.
Wir richten uns auf dem Platz am Ufer ein, relaxen und hören den Vögeln zu. Um uns herum schwirrt ein Vogel im Clownskostüm. Was will er nur von uns? Im Carruthers identifiziert ihn Traudel als Hauben-Bartvogel.

Hier könnte man Urlaub machen! 🙂
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Hauben-Bartvogel
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Nach dem Abendessen und Duschen bricht die Dunkelheit im üblichen Tempo herein.

Sonnenuntergänge - immer wieder stimmungsvoll
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Während Traudel dem Laptop die Erinnerungen des Tages anvertraut, marschiert in etwa zehn bis fünfzehn Metern Entfernung eine Elefantenherde an unserem Stellplatz vorbei. Um uns herum kracht, knackt, knuspert und brummt es, während die grauen Dickhäuter immer mehr mit der Dunkelheit verschmelzen. Wir hoffen, dass unser kleines Feuer sie davon abhält, über unseren Stellplatz zu laufen. Das wäre uns dann doch zu nah.

Mächtiger Besuch in der Dunkelheit
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Nach und nach werden die Geräusche leiser, die Herde scheint weitergezogen zu sein. Wenig später nähert sie sich wieder. Im Schein des Feuers und unserer LED-Leuchte am Auto blitzen die Stoßzähne auf.

Die Elefanten werden hoffentlich auf Abstand bleiben!
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Die Bäume am Rand des Stellplatzes wanken und rauschen, eine Staubwolke senkt sich über uns und taucht Feuer und Licht in Nebel. Der Staub kratzt in der Kehle, kitzelt in der Nase, wir müssen husten und niesen. Nach und nach bewegen sich die Tiere in die Richtung, aus der sie gekommen sind, und endlich kehrt Ruhe ein.
Zumindest an Land; denn nun haben sich im Schilf die Frösche und Zikaden zum Konzert eingefunden. Nachts wecken uns Löwengebrüll und aufgeregtes Trompeten von Elefanten. Beruhigend, dass wir in unserem Camper sicher aufgehoben sind.
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zuletzt bearbeitet 02. Dez. 2014
5’489 Beiträge · seit 200902. Dez. 2014 ·
Das mit dem schimmeligen Brot kommt mir sehr bekannt vor. Nirgends schimmelt einem das Brot so schnell weg, wie in den tropisch warmen Gebieten Afrikas. Wir habe deshalb für den Notfall immer alle Zutaten dabei, um selbst Brot zu backen.

Das mit den Flüssen ist in der Tat verwirrend. Kwando, Linyati und Chobe sind ein und der selbe Fluss, der mehrfach den Namen ändert und dann bei Kasane in den Sambesi mündet.
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1’415 Beiträge · seit 201402. Dez. 2014 ·
hallo Freshy, bitte um kurze Hilfestellung:
wie seid ihr zum Mahangu Camp gefahren. Madame Google schickt mich mit penetranter Sturheit über die D3430 und über den Fluss der tausend Namen. 😠 sehe dort aber keine Brücke oder Fähre. so nehme ich an man kann gut über die D3403 zum Camp kommen, oder?
Grüessli von der Gromi Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA Reisebericht 2018: NA, BW, NA
Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201102. Dez. 2014 ·
Gromi schrieb:hallo Freshy, bitte um kurze Hilfestellung:
wie seid ihr zum Mahangu Camp gefahren. Madame Google schickt mich mit penetranter Sturheit über die D3430 und über den Fluss der tausend Namen. 😠 sehe dort aber keine Brücke oder Fähre. so nehme ich an man kann gut über die D3403 zum Camp kommen, oder?
Hallo Gromi,
nein, die D3430 ist falsch. Wir sind von Divundu aus über die C48 nach Süden, vorbei am Airstrip von Bagani, dann geht irgendwann ein Wegweiser links ab zur Mahangu Safari Lodge. Übers Marschland führt ein Damm "Soggy Causeway 😉 " zur Lodge. Die Koordinaten sind: S18°8.301' E21°40.840'.
Hast du die auch? Karte von Google Earth füge ich bei.

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Die Lodge ist übrigens nicht weit weg vom Ngepi Camp, dessen Abzweiger vor dem Airstrip nach links abgeht.

Ich hoffe, ich kann dir helfen,
LG freshy
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1’415 Beiträge · seit 201402. Dez. 2014 ·
danke vielmal, hast mir geholfen. wir freuen uns schon auf die Dammüberfahrt 😮
Grüessli von der Gromi Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA Reisebericht 2018: NA, BW, NA
1’674 Beiträge · seit 201202. Dez. 2014 ·
Hallo Freshy,

möchte zwischendurch mal DANKE für den humorvollen und interessanten Bericht sagen.
Eingie eurer Ziele im Caprivi haben wir nächstes Jahr ja auch ins Auge gefasst. Deshalb lese ich diesen Teil auch sehr geanu und interessiert. Mit eurem Bericht und den Bildern steigert ihr meine Vorfreude ganz enorm.

Liebe Grüße
Dagmar
Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich. Zu den Reiseberichten: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/292334-take-off-unterwegs-in-afrika.html#471572
Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201103. Dez. 2014 ·
Guten Morgen, liebe Mitfahrer und Mitfahrerinnen,
heute fahren wir das letzte Stück durch Namibia. Katima Mulilo, die Stadt am Ende der Welt, äh, des Caprivi Zipfels, ist unser Ziel.

21. September: Eine Elefantenherde zum Frühstück
Herbert hat schlecht geschlafen, weil er träumte, wir könnten wieder im Sand stecken bleiben, und dann wäre niemand zur Stelle, der uns hilft.

Unser "Schlafbaum" mit Camper
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Die Morgenstimmung am Kwando macht melancholisch. Im Sand finden wir die Spuren einer mittelgroßen Katze. Um uns herum trällern die Vögel. Im Baum direkt über unseren Köpfen füttert eine Schwalbe ihr Junges, und auch der muntere Hauben-Bartvogel ist wieder da.

Wer krakeelt da oben?
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Wo bleibt die Mama mit lecker Frühstück?!
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Wir beeilen uns mit dem Zusammenpacken, denn wir wissen nicht, wie gut wir vorankommen werden. Mit Staunen beobachten wir, dass eine Gruppe Camper auf Game Drive gefahren ist und alles hat liegen und stehen lassen. Eine freche Schar Paviane findet in den Hinterlassenschaften ein interessantes Betätigungsfeld. Die Gesichter der Touristen nach ihrer Rückkehr würden wir gerne sehen!
So viel Zeit ist leider nicht, wir müssen auf die Piste, die sich heute freundlicher zeigt als gestern. Der Sand ist morgens noch nicht so fluffig, und die weichen Reifen meistern den Untergrund ohne Probleme. Nach einer halben Stunde Fahrt stehen wir plötzlich in einer unübersehbar großen Elefantenherde.

Wir sind eingekesselt
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Kein Weiterkommen! Die Tiere wechseln über den Pfad, bewegen sich fressend vorwärts, sind neben uns und hinter uns. Kühe mit ihren Kälbern, unruhige Halbwüchsige und links von uns eine riesige Elefantenkuh, die uns nicht aus den Augen lässt. Vermutlich die Chefin!

Respekt bitte, ich bin hier die Chefin!
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Wenn wir langsam vorfahren, brummt sie, sobald wir ihr zu nahe kommen. Wir setzen ein paar Meter zurück, und sie ist beruhigt. Das Meer von Leibern teilt sich irgendwann, bildet eine Gasse, durch die wir im Schneckentempo hindurchschleichen. Es fühlt sich an wie Spießrutenfahren.

Die Schleife im Kwando namens Horse Shoe
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Als Nächstes halten wir an einem Aussichtspunkt, von dem aus wir über den „Horse Shoe“ genannten Knick des Kwando blicken können, wenig später sind wir am Gate. Es dauert eine Weile, bis Herbert die Reifen wieder mit Luft gefüllt hat, dann fahren wir auf gerader Straße nach Katima Mulilo.

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Der Supermarkt ist geöffnet, obwohl Sonntag ist. Ein nettes Restaurant finden wir gleich nebenan, wo wir eine Pizza essen, bevor wir zum Namwi Camp am Sambesi weiterfahren.
Der Platz sieht aus wie vom ADAC empfohlen, parkähnlich angelegt, überall Rasen oder Pflaster, betonierte Stellplätze mit Strom- und Wasseranschluss, die perfekte Umgebung, um eine körperliche Grundreinigung vorzunehmen. Herbert versucht, unsere Töchter per Satellitentelefon zu erreichen, aber die Verbindung ist so schlecht, dass er aufgeben muss.
Wir relaxen, schauen über den Sambesi hinüber nach Sambia, wo sich die Sonne anschickt unterzugehen. Es wird Zeit, das Abendessen vorzubereiten.
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zuletzt bearbeitet 03. Dez. 2014
5’489 Beiträge · seit 200903. Dez. 2014 ·
Mir ist auch immer ziemlich mulmig zumute, wenn wir plötzlich inmitten einer Elefantenherde stehen. Das sind die einzigen Tiere die mir Sorgen bereiten, wenn ich im Auto sitze,

Der Horseshoe befindet sich noch südlich von Nambwa. Ihr ward am Aussichtspunkt beim ehemaligen südafrikanischen Militärposten.
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Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201103. Dez. 2014 ·
Topobär schrieb:
Der Horseshoe befindet sich noch südlich von Nambwa. Ihr ward am Aussichtspunkt beim ehemaligen südafrikanischen Militärposten.
Uuups! Tatsächlich? Wie konnten wir uns nur derart täuschen. Vielen Dank für den Hinweis.

Gute Nacht,
freshy
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Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201104. Dez. 2014 ·
Heute macht unser Taxi Pause. Sehen wir uns morgen wieder? Falls ihr weiter mitfahren wollt: Vergesst eure Pässe nicht!

22. September: Ein Tag in Katima Mulilo
Die Kleinstadt Katima Mulilo im östlichsten Zipfel des Caprivistreifens hat sozusagen eine internationale Lage. Von hier aus geht es entweder nach Sambia im Norden oder nach Botswana im Süden.


Drüben liegt Sambia
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Wir haben den Norden Namibias von den Epupafalls im Westen bis hierher in zehn Tagen durchquert. Im Gegensatz zu den anderen Orten in diesem geografischen Schwänzle ist in Katima richtig was los. Es gibt mehrere Supermärkte, Gaststätten und eine Vielzahl von Einkaufsmöglichkeiten unterschiedlicher Art. Nur das namibische Internet hat auf diesem schmalen Streifen zwischen Sambia und Botswana seine Schwächen. Wir füllen noch einmal den Kühlschrank auf und machen einen Spaziergang über den vielgepriesenen Markt.

Getrockneter Fisch in Mengen
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Ein kleiner Kunde testet die Ware
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Die Alternative zum Hackenporsche
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Die Verkäuferinnen lassen deutlich erkennen, dass sie unsere Sightseeingtour ablehnen und wollen auf keinen Fall fotografiert werden. Vermutlich werden sie zu häufig ungefragt abgelichtet.
Herbert hat einen Geocache ausfindig gemacht, den wir ohne große Mühe auf einem privaten Gelände direkt am Sambesi finden.
Wir suchen eine Gaststätte, in der wir essen und die zurückliegenden fünf Tage der Reise hochladen können, denn der Namwi Campingplatz hat alles – außer WLAN. Auch in der Gaststätte ist die Verbindung so schlecht, dass die Einträge samt Fotos zweieinhalb Stunden Zeit beanspruchen. Welch eine glückliche Fügung des Zufalls, dass das Personal von der Bestellung unseres Essens bis zum Bezahlen ebenso lang braucht.
Aus dem Namibiaforum wissen wir, dass das Mitglied Jörg in Katima daheim ist und entschließen uns, ihn ausfindig zu machen. Die alte Dame an der Rezeption des Campingplatzes mit dem einprägsamen Namen Mimi gibt den ersten Hinweis. Jörg sei ein Nachbar und würde auf dem Grundstück der geschlossenen Hippo Lodge wohnen. An das Schild erinnert sich Traudel, doch wir finden es erst nach einigem Suchen wieder. Und wie geht’s weiter? Wir sind ratlos und fragen einen Pickupfahrer, der vorbeikommt. Mit dem Finger im Sand erklärt er uns den Weg so gut, dass wir ihn auf Anhieb finden. Nach einer kurzen Offroadfahrt stehen wir vor dem Tor des Grundstücks, hinter dem zwei Männer an einem Regal flexen. Der Jörg sei leider nach Katima gefahren. HInter uns hält der Pickup. Er wolle sich nur erkundigen, ob seine Wegbeschreibung auch eindeutig genug gewesen sei, sagt der Fahrer und steigt wieder in sein Fahrzeug.
Wir hinterlassen Jörg eine Nachricht, notieren uns seine Rufnummer und fahren zum Campingplatz zurück. Traudel schickt ihm eine SMS, damit er in Ruhe entscheiden kann, ob er uns treffen will.
Eine Stunde später steht er vor uns. Er müsse noch etwas erledigen, dann käme er wieder. Wir verleben einen gesprächsintensiven Abend, erfahren Einiges über Namibia und die touristische Szene und auch über Jörg. Es ist Nacht, als wir uns verabschieden.

Trotz Beleuchtung: Kein Hippo ist zu sehen oder zu hören
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Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201105. Dez. 2014 ·
Hallo liebe Mitfahrer, da seid ihr ja wieder!
Habt ihr an die Pässe gedacht? Nein, Pula könnt ihr in Kasane wechseln. Doch Vorsicht! an den ATMs. Warum? Geduld, das ist erst morgen dran.

Heute gibt's keine Fotos. Stattdessen versuche ich, ein Video einzustellen, das meine "bessere Hälfte" gestern kreiert hat. Es ist unser erster Versuch bei Youtube, und ich hoffe, es klappt. [Empfohlene YouTube-Settings: 720pHD/Full screen]

Bei YouTube ansehen ↗



23. September: Welcome to Botswana!
123 km von Katima bis Kasane sind nicht viel, spannend wird es, weil auf halber Strecke eine Grenzstation unsere Aufmerksamkeit verlangt. Eigentlich geht alles zügig und problemlos vonstatten. Wären da nicht die Transparente vor dem Grenzposten in Botswana, wonach weder frisches, noch verarbeitetes Fleisch sowie kein Obst und Gemüse eingeführt werden dürfen. Falls wir kontrolliert werden, müssten wir unseren gut gefüllten Kühlschrank leeren. Doch niemand fragt danach, niemand will unseren Kühlschrank inspizieren. Dann heißt es: „Welcome to Botswana!“. Hoch am Hang über dem Schild begrüßt uns ein Elefant.
Um nach Kasane zu fahren, müssen wir den Chobe NP durchqueren, und schon beginnt der Papierkrieg. An die Listen werden wir uns wieder gewöhnen müssen. Wir steuern die Chobe Safari Lodge in Kasane an, die auch einen Campingplatz betreibt. Zwei Stellplätze seien noch frei. Wir schauen sie uns an und sind entsetzt: Miniplätze, staubig, ohne Schatten und inmitten mehrerer Reisegruppen. Hier sollen wir zwei Tage verbringen? Auf keinen Fall! Spontan entschließen wir uns, es sogleich im Senyati Safari Camp 12 km weiter zu versuchen, wo wir erst in drei Tagen erwartet werden.
Im Senyati haben wir Glück, können problemlos umbuchen und zwei Nächte bleiben. Der Stellplatz ist großzügig, hat eigene Sanitäranlagen, ist schattig und liegt mit Blick auf das Wasserloch. Wollen wir uns mit unseren Nachbarn verständigen, müssen wir rufen. Welch ein Unterschied zu der Unterkunft in Kasane!
Nachmittags kommen die Elefantenherden zum Saufen, Duschen und Suhlen. Bei vierzig hört Traudel auf zu zählen. Wir zwängen uns durch den unterirdischen Tunnel, dessen Guckscharten wenige Meter vom Wasserloch entfernt in Fußhöhe der Grauen angebracht sind. Es stinkt zwar bestialisch nach fauligem Wasser, aber wir sind den mächtigen Tieren so nah wie nie zuvor.

Herbert findet einen Geocache und fügt ab jetzt seiner Länderliste Botswana hinzu.
Zwischen 17:00 und 21:00 Uhr hat das Camp WLAN, was wir sogleich nutzen, Mails abfragen und den gestrigen Tag ins Web stellen. Zwischendurch werfen wir immer wieder einen Blick auf die Elefanten, die im rötlichen Scheinwerferlicht saufen, miteinander spielen oder kleine Händel austragen.
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zuletzt bearbeitet 05. Dez. 2014
16,9k Beiträge · seit 201205. Dez. 2014 ·
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zuletzt bearbeitet 19. Juni 2026
Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201106. Dez. 2014 ·
24. September: Eine Bootsfahrt auf dem Chobe
Schwupp ist sie weg, Traudels Mastercard!
Ohne Vorwarnung hat der ATM sie verschluckt. Der Tag fängt ja gut an. Keine Panik, beruhigt uns der Securitymann, die Karte käme in zehn Minuten zurück. Wie hypnotisiert schauen wir auf den Schlitz, aus dem sie flutschen soll. Zehn Minuten können wirklich lang dauern und tatsächlich – schwupp, ist sie wieder da. Die Bank würde nur VISA-Karten akzeptieren, werden wir informiert. Das hätte ja auch angezeigt werden können! Pffft! Ganz langsam lassen wir die angestaute Atemluft entweichen. Gut, dass wir Auswahl haben.
Wieder einmal ist der Inhalt des Kühlschranks erheblich geschrumpft. Wir kaufen Lebensmittel ein. Zurück im Camp melden wir uns für eine Bootsfahrt am Nachmittag samt Shuttle an. Um 14.00 Uhr soll es losgehen. Wenig später die Korrektur: Der Shuttle kommt um 13:30 Uhr, um uns abzuholen. 13:40, 13:50 Uhr, wir knippeln an den Fingernägeln – nichts tut sich. Kurz vor 14:00 Uhr entschuldigt sich die Betreiberin des Platzes, dass er in wenigen Minuten eintreffen würde, um sich kurze Zeit später erneut zu korrigieren, ihr eigener Geländewagen würde uns bis zur Hauptstraße fahren, weil der Shuttle kein Allradfahrzeug sei.
Wir müssen jedoch eine zeitlang warten, weil die südafrikanischen Mitglieder der Motorradgang, die gestern so lange ihre Maschinen laufen ließen, dass eine Herde mit vierzig Elefanten Reißaus nahm, erst allmählich eintrudeln. Mit Bierflaschen und Kühltaschen in den Händen. Wir befürchten, dass sie dasselbe Boot besteigen wollen wie wir. Zum Glück wollen sie jedoch in Kasane shoppen gehen, was auch immer diese Horde darunter versteht.

Nimmersatts auf ihrem Nest
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Wir besteigen mit weiteren sechs Passagieren eine Nussschale älteren Baujahrs und verleben drei spannende Stunden auf dem Chobe. Der Guide fährt uns zu Brutplätzen von Nimmersatts, Kormoranen und Krokodilen.

Auf australisch heiße ich Salty
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Wir sehen Elefanten zu, die den Fluss überqueren, Büffel äsen und lassen sich von Vögeln die Parasiten aus dem Fell picken.

Bei so viel Zuwendung wird auch ein Büffel handzahm
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Kosmetiker bei der Arbeit
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Flusspferde liegen träge im Schlamm und lassen sich ebenfalls von Silberreihern und anderen gefiederten Wesen verwöhnen.

Schön bunt und quirlig, die Bienenfresser
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Der Guide macht uns auf die Vögel über uns aufmerksam – Schreiadler, Eisvögel und Bee-Eater sind uns in Erinnerung – und schafft es, dass wir Sonnenuntergang und Elefanten effektvoll fotografieren können.

Elefant an Sonnenuntergang
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Es ist fast dunkel, als wir an Land gehen.
Wir müssen auf weitere Passagiere warten, informiert uns der Shuttlefahrer, sie seien noch beim Shoppen. Soso! Endlich kommen zwei Mitglieder der Motorradgang samt Kühltasche und erklären, der Rest der Gruppe würde auf dem Parkplatz warten. Sie müssen herbeigerufen werden. Das Fahrzeug ist zwar offen, aber die Alkoholwolke ist offensichtlich. Wenige Minuten später stoppen wir an einer Tankstelle, weil die Herren Eis für die Kühltaschen kaufen müssen. Es ist 19:30 Uhr, als wir endlich den Campingplatz erreichen. Traudel schreibt schnell den Tagebucheintrag vom gestrigen Tag, und es gelingt Herbert, ihn ins Netz zu stellen, bevor das Internet um 21:00 Uhr abgeschaltet wird.

Mit dem letzten Tageslicht kehren alle Boote zurück
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zuletzt bearbeitet 06. Dez. 2014
2’060 Beiträge · seit 201306. Dez. 2014 ·
Jaja, die "lieben" hummeldummen Mitreisenden - bloß gut, dass man die nicht dauernd an der Backe hat. 🤢 Bei manchen fragt man sich, warum sie so weit fliegen, was sie tun, könnten sie daheim billiger haben.

Tolle Erlebnisse hattet ihr auf dem Chobe - der Elefant an Sonnenuntergang ist beeindruckend!
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201107. Dez. 2014 ·
Guten Morgen miteinander,
heute ist unser Ovambotaxi das letzte Mal im Einsatz. Ich lade euch zu einer Tour an die Chobe Riverfront ein. Morgen oder Übermorgen werde ich wie versprochen nur kurze Infos zu den Campsites geben, auf denen meine "bessere Hälfte" und ich auf unserer weiteren Tour übernachten. Schön, dass ihr uns eine Weile begleitet habt, es war sehr kurzweilig mit euch.
Bitte schnallt euch an bzw. haltet euch gut fest, denn der Pad am Chobe entlang ist sehr ruppig.

25. September: Wiedersehen mit der Chobe Riverfront
Es war kalt heute Nacht, doch unsere Schlafsäcke haben uns warm gehalten. Frühzeitig schälen wir uns aus dem Bett und rüsten uns für die Fahrt in den Chobe Nationalpark, von dem wir träumen, seit wir im vergangenen Jahr dort waren. Was erwartet uns? Werden wir enttäuscht, oder bleibt die Begeisterung erhalten? Die kommende Nacht werden wir im Ihaha Restcamp im Nationalpark direkt an der Chobe Riverfront verbringen.

Das Sedudu Gate - noch keine Baustelle
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Die Formalitäten am Gate sind relativ schnell erledigt, dann müssen wir die Differentialsperre einlegen, und los geht’s über die ruppigen und tiefsandigen Wege des Nationalparks immer am Wasser entlang. Alle Elefanten Nordbotswanas scheinen sich verabredet zu haben, unseren Weg zu kreuzen.

Familienausflug
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Wir zählen Herden mit bis zu sechzig Tieren. Sie kommen aus dem Süden des Landes, wollen am Chobe trinken und baden oder einen Ausflug hinüber nach Namibia machen. Außer den Dickhäutern sind Büffel, Giraffen, Impalas, Kudus und weitere übliche Verdächtige unterwegs. Wir fahren langsam, legen viele Fotostopps ein.

Portrait eines sanften Riesen
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Neugierig und scheu zugleich, die Zebras
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Bienenfresser
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An einigen Stellen wird der Pad schwierig, weil ein Teil des sandigen Untergrunds weggebrochen ist, doch nur ein einziges Mal muss Herbert Low Gear einlegen. Je weiter hinein wir in den Naturpark fahren, desto spärlicher zeigt sich die Tierwelt. Zuletzt sind wir froh, den Campingplatz erreicht zu haben.

Von dieser Flusslandschafthaben wir geträumt
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Die gebuchte Campsite wird von einer mächtigen Feige beherrscht, die sowohl unserem Auto, als auch einer gemütlichen Sitzecke viel Schatten bietet. Leider haben wir übersehen, dass der Baum ein beliebter Fress- und Aufenthaltsplatz einer Horde Paviane ist. Als die Schatten länger werden und weitere Areale unsere Site erreichen, wechseln wir den Stellplatz. Das ist auch gut so, denn wenig später kacken und pinkeln die Plagegeister aus der Höhe des Baums herunter. Damit sie uns in Ruhe lassen, geht Herbert mit der Zwille auf Jagd. Er trifft zwar nur selten, aber sie halten Abstand.

Mit Zwille gegen die Plagegeister
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Auch in der Abenddämmerung zeigt sich kein Wild, schade, aber wir haben heute schon so viel gesehen, dass wir nicht enttäuscht sein dürfen. Im Sonnenuntergang essen wir unser Dinner, begutachten anschließend die Fotos von gestern und heute und freuen uns über die Ausbeute.

Im Hintergrund die Ablutions
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Die Flusslandschaft des Chobe glänzt im Restlicht des Tages. Als sich die Dunkelheit durchsetzt, geht Traudel duschen und erinnert sich zu spät, dass schon im vergangenen Jahr kein Licht im Sanitärgebäude war. Doch Halt! Als sie fertig ist, hackt jemand Holz für den Donkey und schaltet einige der Lampen an. Supertiming, denn mit Kopfleuchte war das Duschen echt schwierig!
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zuletzt bearbeitet 07. Dez. 2014
1’527 Beiträge · seit 201107. Dez. 2014 ·
Guten Morgen Herbert,

....die Diff-sperre sollte man eigentlich nur mit Low-Gear und unter 8 km/h benutzen....

Euer Nach-Mieter wird eventuell nicht begeistert sein........ 🙁 🙁

mit Grüssen,

BMW
Themenstarter3’883 Beiträge · seit 201107. Dez. 2014 ·
BMW schrieb:
....die Diff-sperre sollte man eigentlich nur mit Low-Gear und unter 8 km/h benutzen....

Euer Nach-Mieter wird eventuell nicht begeistert sein........ 🙁 🙁

mit Grüssen,

BMW
Hallo BMW, du hast natürlich recht. Keine Sorge, wir haben Differentialsperre und Low Gear immer nur dann verwendet, wenn es zwischendurch erforderlich war.
LG freshy
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zuletzt bearbeitet 07. Dez. 2014
8’801 Beiträge · seit 201007. Dez. 2014 ·
Hallo freshy,

vielen Dank für die schönen Chobe-Erinnerungen, gut, dass wir dich bequatschen konnten, das auch noch einzustellen 😎 !

Irgendwie ist es ja immer ein bisschen anders, wenn man die Schreiberin persönlich kennt - von daher konnte ich mich besonders gut in deinen Bericht eindenken - scheeee war's, danke nochmal dafür !!! 🙂

Liebe Grüße von Bele
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