Das entschwundene Lächeln der Kinder Afrikas

46 Antworten · 15,5k Aufrufe · gestartet 21. Feb. 2011 von siggi
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Themenstarter387 Beiträge · seit 200921. Feb. 2011 ·

Zum vergrößern bitte auf das jeweilige Foto klicken

Auf unserer individuellen Rundreise durch Benin und Togo sind wir vielen Menschen begegnet. Besonders beeindruckt haben mich die Kinder. Waren die Eltern oder Erwachsene in der Nähe habe ich grundsätzlich um Erlaubnis gefragt. Diese ist mir nie verweigert worden. Erwachsene lassen sich häufig sehr ungern oder kaum fotografieren.
Dass es dennoch fast immer klappte verdanken wir "Pascal" unserem Reisebegleiter. Pascal ist Beniner. Hat in Deutschland studiert und kennt sich in Benin und Togo bestens aus. Wir, das sind Manfred ein Hobbyfotograf und ich.



Dieses kleine Mädchen lebt jeden Tag, von Sonnenaufgang bis Untergang, bei ihrer Mutter auf dem Markt im Freien.
Ihr Lebensraum beschränkt sich auf wenige Quadratmeter. Sie hat kein Spielzeug, keine Spielkameradin und nur das was sie auf dem Körper trägt.
Sie wird nie eine Schule besuchen und irgendwann ihrer Mutter beim Verkauf von Fisch helfen.



Es erstaunt nicht, dass sich in den Gesichtern vieler Kinder die tiefe Traurigkeit, Verlorenheit und Trostlosigkeit eines ganzen Kontinents spiegelt.





Nur mit Geduld, gelingt es ein Lächeln zu entlocken.



Sie hat schauspielerische Fähigkeiten.



Ich habe auf den Knien hunderte von Fotos von vielen Kindern in Benin und Togo gemacht. Dieses kleine Mädchen hat mich besonders begeistert. Ihre Gestik, Mimik erfolgte unaufgefordert.



Da ist es, das entschwundene Lächeln.



In der Kathedrale von Lome (Togo) sagte ein Mann leise hinter mir: Gott hat Afrika schon vor langer Zeit verlassen.
Siggi Menschen für Afrika begeistern http://www.safaris-in-afika.de
zuletzt bearbeitet 21. Feb. 2011
1’723 Beiträge · seit 200921. Feb. 2011 ·
wunderschoene bilder ...

ob gott afrika verlassen hat, dazu kann ich nix sagen, dazu muesste ich erst mal an den schwachsinn glauben..
eines wird mir jedoch immer bewusster, dass unsere gesellschaft krank ist, furchtbar krank. in frankreich werden eltern jetzt bestraft wenn die kinder nicht in die schule kommen um die hohe abwesenheitsquote zu druecken, in afrika wie viele kinder wuerde alles dafuer geben in eine schule gehen zu duerfen. In zeiten in denen 13 jaehrige mit einem Iphone durch die gegend laufen und ein paar flugstunden entfernt ein 13 jaehriger sich prostituiert um etwas essbares in den magen zu bekommen.. aber das war wohl schon immer so und es sieht auch nicht danach aus, als wenn dieser trend gestoppt werden koennte.

das kleine maedchen ist in der tat sehr beeindruckend.
vielen dank
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
3’173 Beiträge · seit 200621. Feb. 2011 ·
Miss Ellie schrieb:
wunderschoene bilder ...

ob gott afrika verlassen hat, dazu kann ich nix sagen, dazu muesste ich erst mal an den schwachsinn glauben..
vielen dank
Koennte mir vorstellen , dass diese Aeusserung sehr vielen Leuten in Afrika ziemlich wehtut
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
2’349 Beiträge · seit 200921. Feb. 2011 ·
Richtig, Joerg!

DA BIN ICH DER GLEICHEN MEINUNG WIE DU!

Es ist wirklich pervers. Sicher, "so ist die Welt" und ich will nicht einen auf Moralapostel machen, aber während hier über die Doktor-Arbeit von Herrn zu Guttenberg debatiert wird, Dieter Bohlen und Stefan Raab die Massen mit ihrem Mist unterhalten, Iphones und McDonalds das Bild prägen und täglich Massen an Lebensmitteln, Rohstoffen, Strom usw. verschwendet, weggeworfen oder sinnlos vergeudet werden, geht es in anderen Teilen der Welt (nicht "nur" in Afrika) ums nackte Überleben oder um ernsthafte politische und soziale Probleme (Menschenrechte, Freiheit, ...).

Wir sollten uns das alles mal WIRKLICH ERNSTHAFT bewusst machen.


Nachdenkliche Grüße,

Otji!
zuletzt bearbeitet 21. Feb. 2011
306 Beiträge · seit 200821. Feb. 2011 ·
Hallo Siggi,
tolle Fotos. Ich bin auch immer am Meisten beeindruckt von den Menschen, speziell den Kindern. Trotz Armut habe ich immer auch viel Lebensfreude gesehen. In Benin und Togo war ich jedoch noch nicht. Beeindruckend ist die Fröhlichkeit beim Spielen mit einfachsten Dingen, Styroporplatten als Schwimmhilfe im Okovango, oder Blechdosen zum Fußballspielen, oder wenn Sie bei Carsten auf dem Landy ein kurzes Stück mitfahren dürfen.
Wenn dieses Lachen der Traurigkeit weicht, ist es sehr schlimm.
Ja und das mit Gott ist so die Frage. Ich glaube nicht an ihn und würde er so viel Elend auf der Erde zulassen?
Liebe Grüße Andrea
1’723 Beiträge · seit 200921. Feb. 2011 ·
tja so ist das mit dem glauben nun mal ..
wehtun will / wollte ich niemandem damit.. ich denke auch nicht, dass es der fall ist.. in afrika, wie auch sonst wo, glaubt man oder man glaubt nicht, und dann kommt es noch darauf an woran man glaubt.

ich bin da vielleicht pragmatischer .. was ich sehe, fuehle und begreifen kann.. traurige geschichter, armut, krankheit das ist fassbar, auch wenn es unfassbar ungerecht und schlimm ist...da macht es gott nicht besser .. im gegenteil man koennte sich fragen, warum er diese menschen, vor allem die kinder soooo sehr bestraft. aber gut, das soll hier auch nicht zu einer religions polemik fuehren.
sorry wenn sich jemand vor den kopf gestossen gefuehlt hat !
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
4’132 Beiträge · seit 200821. Feb. 2011 ·
Hi siggi!

Da bist du ja wieder, mit den ebenso schönen Fotos und ebensolch streitbaren Äußerungen.
Das liebst du ja.

Und du weißt auch, als sehr erfahrener Afrika-Reisender, dass kleine Kinder in Afrika äußerst selten Fremde angrinsen. Das ist sehr oft nicht gern gesehen, ebenso, wie es nicht gern gesehen ist, dass Fremde sie gleich anfassen und fotografieren (war ja offensichtlich bei dir anders, du weißt ja auch wie man sich da mit Anstand rantastet.)
Einheimische schauen gerne ernsthaftig drein. Das zeigt ihre Seriosität!
Häufig ist für die Einheimischen ein Foto von sich selbst völlig wertlos, auf dem sie den Fotografen anlächeln!
Das wurde uns, die wir nun auch schon seit 30 Jahren in Afrika fotografieren, einmal sehr deutlich gesagt: Die junge Frau bat um ein Foto, stand sehr seriös da und wurde von uns zu einem Lächeln animiert. Hernach auf das Foto blickend, standen ihr die Tränen in den Augen: Dieses Bild könne sie niemandem zeigen, schon garnicht ihrem Verlobten, denn sie habe den Fremden angelächelt.
Wir haben das Foto natürlich wiederholt und es war uns eine Lehre.
Man erinnere sich nur an Fotos in Europa vor 100 Jahren: Da grinste auch kein Mensch!

Die Bildaussagen zeigen das absolute Gegenteil deines Textes: Dieses Mädel ist total gut drauf, es lächelt, ist wohlgenährt, gepflegt, trägt kleine golden Ohrringe und lebt behütet neben seiner Mutter, wenn auch in Armut, so doch nicht verwahrlost.
Also freu dich einfach, dass du von der Mutter die Erlaubnis bekommen hast und während des Fotografierens das Vertrauen des Kindes gewonnen hast und das Mädchen dir ein Lächeln schenkte!
Denn eigentlich hast du einen vollkommen falschen Titel gewählt!

Es ist:
Das geschenkte Lächeln!

Gruß lilytrotter

PS: Wahrscheinlich hätte dir die Mutter das Fotografieren nicht gestattet, wenn sie geahnt hätte, was du zu ihrem Kind schreibst.
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 21. Feb. 2011
273 Beiträge · seit 200921. Feb. 2011 ·
Ich kann Lilytrotter nur voll und ganz zustimmen!

Das ist nichts weiter als Effekthascherei.
Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.
2’047 Beiträge · seit 200721. Feb. 2011 ·
@ Miss Elli,

nein - so ist es nicht.
Natürlich kannst du die Landschaft vor dir in die Sammlung von Kristallen, Atomen etc. zerlegen und mit Lichtfrequenzen erklären, warum ein optischer Eindruck entsteht.
Prima - und viel Spaß in Afrika.
Gott sei Dank haben sich die Menschen in Afrika eine andere Sicht bewahrt. Ich empfinde es armseelig die Welt nur auf faktisches begrenzen zu wollen. Die Schönheit liegt nicht in den Fakten sondern der Komposition. Und alle Naturgesellschaften haben sich dabei gegen den Zufall und für eine theologische Erklärung unterschiedlichster Art entschieden. Und das ist gut so.

@ Siggi
Nein - Gott hat Afrika nicht verlassen, aber zu viele gottlose haben Afrika große Schäden zugefügt und tun es immer weiter.

Nachdenkliche Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
1’419 Beiträge · seit 200921. Feb. 2011 ·
Hoi,

wenn ihr lachende Kinder fotografieren wollt, solltet ihr nach Sao Tomé fahren 😉

Ich bin von fast jedem Kind aufgefordert worden, es zu fotografieren (nicht umgekehrt!). Teils wurde man gar nicht mehr gehen gelassen und einfach festgehalten oder an der Hand zu anderen Kindern geführt, die sich wie verrückt gefreut haben jemand Fremdes zu sehen. Egal ob sie nun auf dem Schulweg nach Hause waren oder in Höfen oder auf der Strasse gespielt haben...

Auch die Erwachsenen waren immer höflich und haben gelacht, trotz teils extremer Armut. Und sie haben ohne Aufforderung auch für Fotos gelächelt und waren stolz drauf, fotografiert zu werden. (Habe aber vorher immer gefragt, ausser bei den Kindern, da wurde ich ja "genötigt" ^^). Ich habe es auch woanders noch nie erlebt, dass ich tagsüber und nachts durch ne fremde Stadt laufe und überall von wildfremden Menschen freundlich gegrüsst werde.

Grüssle
janet

p.s. Die gezeigten Pics sind natürlich klasse.
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
zuletzt bearbeitet 21. Feb. 2011
705 Beiträge · seit 201021. Feb. 2011 ·
Otjikoko schrieb:
Richtig, Joerg!

DA BIN ICH DER GLEICHEN MEINUNG WIE DU!

Es ist wirklich pervers. Sicher, "so ist die Welt" und ich will nicht einen auf Moralapostel machen, aber während hier über die Doktor-Arbeit von Herrn zu Guttenberg debatiert wird, Dieter Bohlen und Stefan Raab die Massen mit ihrem Mist unterhalten, Iphones und McDonalds das Bild prägen und täglich Massen an Lebensmitteln, Rohstoffen, Strom usw. verschwendet, weggeworfen oder sinnlos vergeudet werden, geht es in anderen Teilen der Welt (nicht "nur" in Afrika) ums nackte Überleben oder um ernsthafte politische und soziale Probleme (Menschenrechte, Freiheit, ...).

Wir sollten uns das alles mal WIRKLICH ERNSTHAFT bewusst machen.


Nachdenkliche Grüße,

Otji!
Irgendwie haben wir in Europa den Bezug zur Realität verloren und DSDS, Heidi Klum und Dieter Bohlen sind für uns Lebenswichtig.
Ach ja - wir diskutieren in Deutschland ja auch noch über "Kinderarmut" - vieleicht, weil noch nicht alle Kinder ein Iphone haben?
Fragt sich nur welche Lebensweise glücklicher macht.

Volker
Seit 1996 bereisen wir die Welt mit dem Motorhome, zuerst USA - Canada - Australien - Neuseland und jetzt Afrika.
Gast21. Feb. 2011 ·
Hallo,

die Gottfrage ist gut, aber hat Gott jemals Afrika betreten???? Oder waren es eher die Missionare, die Gottgläubigkeit ohne Achtung anderer Kulturen nach Afrika gebracht haben bzw. anderen Kulturen mit anderen Wertvorstellungen ihren Glauben aufgezwungen haben......

Kinderlachen - in Malawi sieht das ebenfalls anders aus, trotz Armut haben die Kinder Spaß und sind unbeschwert. Das Lachen der Menschen schläft damit ein, je härter der Überlebenskampf wird, egal auf welchem Niveau der Lebensstandart beruht...

Ich will sagen, dass der afrikanische Bauer mit einer ausreichenden Ernte genauso glücklich ist und das Leben genießen kann, wie Hierzulande ein Banker, der seine Boni abkassiert hat...

Droht eine Dürre und der Arbeitsplatzverlust geht beiden kein Lächeln über die Lippen....

Und die Antwort auf die viel gesagte Phrase - warum lässt Gott soviel Elend zu, ganz einfach, der hat alle Hände voll zu tun, das es den Wohlhabenden immer besser geht...... also, einfach keine Zeit....

es grüßt ein Ungläubiger....

Ps: mit der Beleidigung, also wenn ich da so in das arabische Afrika schaue..........
zuletzt bearbeitet 21. Feb. 2011
221 Beiträge · seit 200821. Feb. 2011 ·
hallo,

ich glaube, dass wir das so oft und auch so gerne verwechseln:
Gott hat Zeit, immer, überall und für jeden; nur die Menschen haben keine Zeit für Gott. Gott vergisst keinen, auch nicht in Afrika.

liebe Grüße
Georg
Gast21. Feb. 2011 ·
Hallo Georg,

nagut, dass ist Deine Meinung oder Glaube...

Wenn ich aber die vollen Kirchen in Afrika sehe - dann schaut Gott eben weg oder in eine andere Richtung......

Gruß
221 Beiträge · seit 200821. Feb. 2011 ·
hallo Sambezi,

ja, das ist mein Glaube. Und dass Gott wegsieht, ist dein Glaube.
Lange Zeit habe ich das auch geglaubt.

Wir können uns gerne darüber unterhalten, ich denke es würde hier zu weit führen.

Gruß Georg
Gast21. Feb. 2011 ·
Hallo Georg,

nee, nee, lass man, mir reicht das, was ich mit meinen Augen sehe....

Hab da so meine Probleme mit "die Menschen haben keine Zeit für Gott und deswegen ist es so wie es ist"

Aber ist ok - jeder glaubt an das, was er glauben will.

Gruß
Themenstarter387 Beiträge · seit 200921. Feb. 2011 ·
Hallo,
ich bitte um Verständnis, wenn ich nicht detailiert auf jeden Eintrag antworten kann.

Bezüglich des Glaubens muss jeder für sich selbst entscheiden. Es gibt Menschen die bestreiten alles, nur nicht ihren Lebensunterhalt (ich meine niemand im Forum).
In Benin und Togo ist Voodoo die Religion mit der höchsten Verbreitung.

Aus dem Gesicht eines Kindes kann nicht zwangsläufig auf den Ernährungszustand geschlossen werden.
In Benin und Togo haben Kinder mit „Hungerbäuchen“ runde Gesichter die auf einen normalen Ernährungszustand schließen lassen. An der Nahrungsmenge liegt es nicht. Sie werden überwiegend mit Manjok ernährt.
Manfred mein Begleiter hat in einem anderen Forum dazu geschrieben:
Hergestellt aus der Manjokwurzel. Diese wird ganz fein geraspelt, und da sie ja noch feucht ist, in einer Pfanne auf offenen Feuer geröstet bis sie schön trocken ist.
Das Pulver wird mit Wasser zu einem Brei angerührt und gekocht. Da es nach nix schmeckt wird sie mit einem Löffel Honig oder Soße ( wenn vorhanden) verfeinert und dann gegessen.
Es sind zwar keine Nährwerte oder Vitamine drin aber machen den Magen voll und satt.


Nach Aussage eines Arztes in Cotonou führt der Proteinmangel zu den „Hungerbäuchen“. In Benin gibt es keine Vögel. Der Proteinmangel hat zum Abschuß (mit Zwillen) des kleinsten Vogels geführt. Ausnahme ist nur der große Parc National de la Pendjari mit ca. 300 Vogelarten im Norden Benins.

In Togo hat der Proteinmangel dazu geführt, dass es kein Wild mehr gibt. Die Nationalparks sind geplündert und aufgelöst.

Was mich immer wieder erstaunt, Benin und Togo sind fruchtbare, regenreiche Länder mit riesigen ungenutzten Flächen. Es gibt in Benin und Togo quasi keine Rinder. Die sieht man in riesigen Stückzahlen in den Sahelländern wie Burkina Faso und Mali.
In Mali allein, in und um den Boucle du Baoule Nationalpark weiden über 300.000 Rinder.

In Benin und Togo sind Kinder bis zu einem Alter von ca. sechs Jahren in etwa das was bei uns teilweise noch das Auto ist – Statussymbol. Die Kinder werden geschmückt und ansprechend gekleidet.
Danach ist das Kind arbeitsfähig. Kein Schmuck keine tolle Kleidung mehr. Auch im Verhalten der Eltern ändert sich gravierend etwas. Der bisherige liebevolle Umgang verliert sich total.
Kinder zeigen in den Regionen Afrikas unterschiedliche Verhaltensweisen gegenüber Fremden. In Benin und Togo ist noch viel afrikanische Ursprünglichkeit erhalten geblieben.

Dass sich Erwachsene in Togo und Benin nicht/sehr ungern fotografieren lassen hat M.E. überwiegend religiöse Ursachen.
Das erstaunliche ist, Pascal unserer Reisebegleiter aus Benin hat fast immer in längeren Gesprächen mit den Erwachsenen erreicht, dass wir sie fotografieren durften. Dann ist Geduld angesagt bis sich die Menschen wieder natürlich verhalten.

Zwischen dem touristisch erschlossenem südlichen und östlichen Afrika und verschiedenen Ländern West- und Zentralafrikas liegen Welten.

Eigentlich hatte ich eine Frage erwartet:
Was ist das graue im Gesicht des Mädchens?


Die Serie von Fotos dieser Apfelverkäuferin auf dem Markt in Lome (Togo) war für Pascal eine echte Herausforderung. Sie hat auf dem Kopf eine große Blechschlüssel voller Äpfel.
Siggi Menschen für Afrika begeistern http://www.safaris-in-afika.de
zuletzt bearbeitet 21. Feb. 2011
4’132 Beiträge · seit 200821. Feb. 2011 ·
Hi siggi!

Selbstverständlich kann man aus dem Gesicht eines Kindes Unterernährung ablesen! - Wenn man es kann.
In diesem Falle kämen noch die Speckärmchen und die dicken Hände/Finger hinzu, die eindeutig auch jedem Laien zeigen, dass dieses Kind nicht dystrophisch ist!

Manjok oder auch Cassava hat natürlich einen Nährwert und Vitamine!
Z.B. hat es halb so viel Vitamin A, wie unsere viel-verfütterte Möhre, mit der wir in Europa unsere Kinder großziehen, Manjok steht auch in den anderen Inhaltsstoffen ziemlich gut da, ein wenig ernährungswissenschaftlicher Hintergrund ist da schon hilfreich, bevor man so einen Quatsch schreibt:
„Es sind zwar keine Nährwerte oder Vitamine drin aber machen den Magen voll und satt.“
Ob wir Europäer diesen Brei nun mögen oder nicht, ich find ihn geschmacklich nicht uninteressant, aber er braucht‘ne gute Sauce.
Andere Völker essen als Grundnahrung Milipap oder Hirsebrei. Schmeckt auch nicht besser. Haben hier bei uns die armen Leute vor 100 Jahren auch hauptsächlich gegessen.

Ach, schade, dass du ein solches Thema mit diesem netten Kindergesicht verquirlst.

Wenn ich mir so vorstelle, dass da so ein netter kleiner weißhaariger Herr, sagen wir mal, ein Japaner, mich freundlich fragt, ob ich ihm erlauben würde, meine kleine blonde Tochter zu fotografieren und ich ihm das erlaube und ich sie hinterher im Netz wiederfinde mit einem solchen Text über sie und über mich,
na, da stünden mir aber die Haare zu Berge und durchaus Mittel zur Verfügung…
den armen kleinen Kindern und Frauen in Afrika aber nicht...

Warum tust du das?

Auch wir haben sehr viele sehr schöne Fotos von Begegnungen mit Menschen in Afrika, da kommt im Laufe der vielen Reisejahre einiges zusammen, insbesondere dann, wenn man aus seinem beruflichen Bereich sozusagen „photographisch vorbelastet“ ist. Aber: Diese Fotos sind für uns. Ganz privat. Und wir haben nicht das Recht sie zu veröffentlichen, wenn nur eine Person bildbestimmend drauf ist. Und das würden wir auch nie tun. Sich mit Portraits im Netz zu profilieren, für die wir keine Rechte haben, nein, das geht garnicht.

Und da kann ich nur sagen: Kinder Afrikas, schenkt den Fremden kein Lächeln! Ihr werdet zu häufig hernach für deren Ego-Pflege missbraucht.

Tut mir leid, siggi, ist nun mal so, - du könntest mit deinem photographischen Können und deinem Wissen so gute Stories machen, aber so…

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 21. Feb. 2011
154 Beiträge · seit 201021. Feb. 2011 ·
Hallo,

danke Lillytrotter für deine letzten Worte. Da kann ich nur zustimmen.

Gruß Moochi