Black Lion464 Beiträge · seit 201227. Sept. 2026 ·
Eulenmuckel schrieb:Lannerfalke
Oh mein Gott! Was habt ihr gemacht?! Dem armen Vogel stehen ja die Federn zu Berge! 🤣
Ansonsten würde mich interessieren, wie nah der Schakal der Hyäne wirklich kam. Auf Teleaufnahmen kann man ja die Distanz sehr schnell falsch einschätzen. Aber bei dem Foto sieht es ja so aus, als ob der Schakal im Schatten der Hyäne steht! 😮
¡Hola! Meine Güte - was für eine Sichtung…! Ich habe die Zeilen und Foto‘s beim ersten Mal Lesen nur überflogen… ich konnte nkaum glauben, dies zu lesen und zu sehen. Ein zweites Mal gelesen, langsamer und die Fotos geguckt… da floss schon das ein oder andere Tränchen… (Tut‘ s immer noch). Auch wenn‘s dazugehört…
Hut ab vor Euch, dies in Wort und Bild festzuhalten!
Liebe Grüße, Dorie
EulenmuckelThemenstarter2’124 Beiträge · seit 200629. Sept. 2026 ·
@Black Lion: Der Schakal stand unmittelbar neben der Hyäne, vielleicht einen Meter entfernt. Offensichtlich fühlte er sich nicht bedroht oder in unmittelbarer Gefahr.
@Dorie: Es tut uns leid, dass dich die Geschichte so mitgenommen hat. Aber man müsste schon sehr abgebrüht sein, wenn einen das Geschehen in der Löwenfamilie nicht beschäftigt.
Nein nein, dass muss euch nicht leidtun (ich bin halt eher von der Fraktion Warmduscher und nah am Wasser gebaut…). Afrika ist ja kein Ponyhof, und selbst wenn eure Story sehr aufwühlend war, so ist es euch aber sehr gut gelungen, diesen Teil der rauhen und auch brutal anmutenden Natur sehr eindrucksvoll darzustellen.
Es stimmt natürlich, dass man sehr abgebrüht sein müssste, dass einen eine solche Geschichte nicht kalt lässt…
Liebe Grüße, Dorie
Enilorac65783 Beiträge · seit 201729. Sept. 2026 ·
Hallo Zusammen, wie schön, dass es wieder einen Bericht von euch gibt! Ich lese sie immer sehr gerne und auch die Fotos sind grossartig.
Zu der Löwengeschichte ist schon alles gesagt… ich bin froh, dass ich sowas nicht erleben musste. Klar ist es Natur, aber trotzdem unfassbar. Ich freue mich auf die Fortsetzung! Liebe Grüsse
Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana
EulenmuckelThemenstarter2’124 Beiträge · seit 200630. Sept. 2026 ·
Mittwoch, 29. Juli 2026 – Löwenmorgen
Rooiputs, KTP
Das Löwenbrüllen am Morgen ist genau das gleiche wie
gestern. Es kommt wieder aus derselben Richtung und hört sich ähnlich weit
entfernt an. Wir vermuten schon, dass es der Weckton eines Nachbarcampers ist.
Egal, bei uns hat es jedenfalls funktioniert.
Wir stehen ein bisschen früher auf, um etwas mehr Zeit zu
haben. Es gibt nämlich schon sehr viele Handgriffe zu erledigen. Die Wildkamera
muss ausgeschaltet, gesichtet und eingepackt werden – wieder nur Schakale. Die
Fotokamera mit Stativ muss eingepackt werden – die ganze Nacht über ist der
Vollmond über den Himmel gewandert, dazu sind viele kleine Wölkchen gezogen. Im
Auto muss alles Mögliche verpackt, verräumt und festgezurrt werden.
Währenddessen kochen wir Wasser für alle und trinken Kaffee und Tee.
An einem kalten Morgen taugt der Topf nach dem Wasserkochen auch
gleich noch als Handwärmer.
Wieder fahren wir nach Norden. Auf dem Weg nach Kij Kij sehen
wir einige Sekretäre – so viele wie heute und in den letzten Tagen haben wir
noch nie entdeckt.
Steppenfalke junger Singhabicht (Danke an Konni)
Katrin und Martin fahren schon ein Stück vor und melden per
Funk Löwen beim Wasserloch. Wir hoffen, dass das Erlebnis diesmal freundlicher
sein wird und wir nicht nur noch EIN ganz besonders dickes Jungtier vorfinden
werden. Als wir uns nähern, sind wir beruhigt, denn wir sehen schon von Weitem
die Löwenmutter mit ihren zwei Kleinen. Wir kommen als zweites Auto dazu und
haben die kleine Katzenfamilie im schönsten Morgenlicht für uns.
Die Kinder
spielen, verstecken sich, ducken sich in Gras, pirschen sich an und verbeißen
sich im Schwanz ihrer Mutter. Es wird gerangelt, gebalgt und getobt.
Die Löwin muss
mit, egal ob sie will oder nicht. Wenn es ihr gar zu wild zugeht, erhebt sie
sich und wandert ein paar Schritte weiter. Doch auch an der neuen Stelle wird
sie rasch ins Spiel eingebunden und besprungen. Geduldig lässt sie das Geturne
über sich ergehen und beobachtet ihre Jungen. Die Löwenkinder maunzen und
quietschen, und die Löwin ruft auch hin und wieder.
Nach einer halben Stunde steht sie auf und spaziert gefolgt
von ihrem Nachwuchs quer über die Straße und die Hügel davon. Schon bald können
wir in der dichten Vegetation nur noch ihren Kopf und ab und zu ein hopsendes
Kätzchen erblicken.
Wir sind glücklich. So ein Erlebnis ist uns doch deutlich
lieber. Wir schauen kurz noch über die Dünenstraße, doch von dem restlichen
Rudel ist weit und breit nichts zu sehen, und so biegen wir wieder nordwärts
ins Nossobtal ein.
SchnurrbärtchenAn der kleinen Erhöhung, von der aus man ins Tal blicken
kann, steht ein Auto. Der Fahrer macht uns auf eine Wildkatze aufmerksam, die
hier in den Bäumen herumstrolchen soll. Wir strengen uns sehr an und suchen und
suchen. Als wir gerade aufgeben und weiterfahren wollen, nehmen wir eine
Bewegung in einem ganz anderen Gebüsch wahr. Wie ist die Katze denn auf einmal
hier hingekommen? Sie ist zwischen den Schatten der Äste sehr gut getarnt und
duckt sich in ihr Versteck. Nach einer Weile verlässt sie ihre Deckung und
läuft zielstrebig in Richtung der Dünen. Immer wieder hält sie inne und lauscht
mit gespitzten Ohren.
Auf dem weiteren Weg nach Melkvlei laufen wieder Sekretäre
neben der Straße.
Wir frühstücken wie gestern in der Sonne. Die restlichen
Roesterkoek gibt es mit Marmelade, Nocciolata und Käse. Wir lassen uns Zeit und
fahren dann gemütlich zurück nach Rooiputs. Der Sand neben der Straße ist
stellenweise so durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Unzählige Mäuse und Ratten
leben hier. Auch heute entdecken wir Gleitaare, Falken und Bussarde, die gerade
ihre Beute verspeisen.
RostschwanzschmätzerLannerfalke
Schwalbenschwanz-Spint
Auf unserem Stellplatz machen wir Mittagspause und ruhen uns
im Camper aus. Ruth schläft, Uwe bearbeitet Fotos. So starten wir gut ausgeruht
am frühen Nachmittag wieder in den Park.
Katrin und Martin bleiben noch ein
wenig länger im Camp. Wir fahren nach Twee Rivieren, duschen und kaufen Brot.
Auf dem Rückweg kommen uns unsere Freunde entgegen. Sie wollen auch noch kurz
ins Camp. Wir fahren gemütlich nach Norden. Eigentlich wollen wir noch einmal
nach Kij Kij, aber bei Leeuwdril sitzt ein Raubadler auf seinem Nest und
füttert sein Küken. Dort bleiben wir lange stehen.
Daher kommen wir am Ende
nicht weiter als bis Rooiputs. Zwei Autos stehen auf der Straße, und ein
Mädchen zeigt zur Seite, hält die Tinkers Map aus dem Fenster und deutet auf
das Bild der Hyäne. Leider sehen wir von unserer Position überhaupt nichts.
Erst als wir ein Stück weiterfahren können, entdecken wir oben auf einem Hügel
den Rücken einer Tüpfelhyäne. Es sind sogar drei erwachsene Tiere, die dort
platt auf dem Kamm liegen. Manchmal wuselt auch ein kleines, braunes Fellknäuel
im Gebüsch herum. Meist ist es von Büschen oder Gras verdeckt, aber wir haben
ja noch etwas Zeit. So bleiben wir bis sechs Uhr dort und freuen uns jedes Mal,
wenn wir das Hyänenkind ein wenig besser sehen können. Gut möglich und sogar
wahrscheinlich, dass dies die Familie ist, die uns schon angekündigt wurde.
Manchmal sind nur ein paar Meter ausschlaggebend, ob man ein Tier zwischen der
Vegetation ausmachen kann, oder nicht.
Als wir schon aufbrechen wollen, entdecken unsere Freunde,
die mittlerweile auch eingetroffen sind, noch einen Kapfuchs, der sich ganz in
der Nähe der Straße zusammengekuschelt hat. Was für ein schöner Abschluss eines
erfolgreichen Safaritages.
Wir fahren ins Camp und kochen Abendessen. Es gibt Nudeln
mit Hackfleischsoße. Während wir noch herumwuseln und das Essen vorbereiten,
hört Ruth ein Rascheln im Gras. An der Intonation und Dringlichkeit ihres
Alarmcalls „Was ist das?“ kann Uwe mittlerweile schon erkennen, wann es sich um
eine Maus und wann eher um ein größeres Tier handeln muss. Dieses scheint also
größer zu sein. Wir erheben uns von unseren Stühlen im A-Frame, schauen
vorsichtig aus dem Häuschen und blicken direkt in ein rundes Hyänengesicht –
und das gleich dreimal. Die drei Tiere haben sich bis an unser Auto
herangepirscht und schauen nun, ob etwas zu Essen für sie abfällt. Puh! Zum
Glück sind es keine Löwen, denn dann wären wir nicht so gut darin, uns unseren
Respekt nicht anmerken zu lassen. Wir klatschen in die Hände und machen ein
paar energische Schritte auf sie zu, so dass die ungebetenen Gäste sich auch
gleich wieder vom Acker machen. Nur gut, dass sie anscheinend nicht wissen, dass
ihre Zähne den unsrigen ziemlich überlegen sind. Wir leuchten ihnen mit unseren
Taschenlampen hinterher, bis wir sicher sind, dass sie nicht gleich wieder an
unserm Tisch stehen.
Unsere Nudeln schmecken prima, und die Portion ist ziemlich
groß. Trotzdem lassen wir nichts übrig, denn wir wollen morgen ja wieder
schönes Wetter haben. Im Baum in unserem Camp ruft eine Weißgesicht-Eule. Ruth
hat sie schnell gefunden. Auch heute bleiben wir nach dem Spülen nicht mehr lange
sitzen. Wir empfinden die Tage mit dem frühen Aufstehen, den vielen Gamedrives und
dem ganzen Geschaue doch als recht anstrengend.
Hallo Ihr Beide,, zwischendurch schon einmal ein großes Dankeschön für euren tollen Bericht. Gerade als ich von Rooiputs Nr 6 las, musste ich an unsere Begegnung auf dieser Campsite denken. Ich glaube unser Schlafplatz unter dem Baum war nicht so gut gewählt 🤔.Liebe GrüßePeter
auch von mir wird es langsam mal Zeit für ein "Zwischen Danke"! Eure Sichtungen sind wirklich der Hammer - eure Ausbeute von einem Safaritag reicht eigentlich für einen ganzen Urlaub! Bei den tollen Bildern bekomme ich direkt Heimweh, aber zum Glück hat das Warten bei uns ja bald ein Ende! Wenn wir dann nur halb soviel sehen wie ihr an einem Tag, bin ich mehr als zufrieden!
Liebe Grüße
Konni
PS: Bei eurem Steppenfalken würde ich gerne ein Veto einlegen🔍️
Mir gefallen diese Löwenbilder schon viel besser 😀
Das war bestimmt sehr schön den beiden beim Spielen zuzuschauen und auch zu hören.
Weiterhin vielen Dank und viele Grüße Andrea
EulenmuckelThemenstarter2’124 Beiträge · seit 200612. Okt. 2026 ·
@Konni: Vielen Dank. Das mit der Safariausbeute sieht man selbst nicht immer so. Da ist man an Tagen ohne besondere Sichtungen eher enttäuscht. Was wäre dein Vorschlag für den "Falken": ein junger Singhabicht?
@Secret: Uns war dieser Morgen mit den jungen Löwen auch viel lieber.
EulenmuckelThemenstarter2’124 Beiträge · seit 200612. Okt. 2026 ·
Donnerstag, 30. Juli 2026 – Letzter Tag im KTP
Rooiputs, KTP – Twee
Rivieren, KTP
Am letzten Morgen in Rooiputs machen wir alles so, wie es
sich eingespielt hat. Bei knapp vier Grad stehen wir auf, machen uns fertig,
trinken Kaffee und Tee und packen alles zusammen und nehmen auch Tisch, Stühle
und unseren Müll mit, denn wir werden nicht mehr zurückkommen.
Wir fahren nach
Norden Richtung Kij Kij. Die zwei Autos vom Nachbarstellplatz sind bereits über
eine halbe Stunde vor der erlaubten Zeit aufgebrochen und stehen schon am
Wasserloch, als wir eintreffen. Tiere sind jedoch keine zu sehen.
Wir schauen
uns um und fahren dann auf die Dünenstraße Richtung Auobtal. Unter einem Busch
entdeckt Ruth ein paar Mäuse. Immer mehr kommen aus dem Gebüsch und setzen sich
zum Aufwärmen in die Sonne. Zu unserer großen Freude sind auch einige Elefantenspitzmäuse
darunter. Diese finden wir mit ihrer verlängerten Rüsselnase besonders
niedlich. Wir strapazieren die Geduld unserer Freunde ganz schön. Wer hält
schon bei Mäusen? Wir! Und zwar ziemlich lange. Katrin und Martin fahren schon
voraus.
Außer einem Steinböckchen und ein paar wenig kooperativen
Gelbbauchgirlitzen ist die Gegend wie ausgestorben. Die große Tierparty findet
heute wohl irgendwo anders statt. Am Aussichtshügel treffen wir unsere Freunde
nach einiger Zeit wieder. Auch von hier oben ist keine Tierseele zu erblicken,
und so fahren wir schon bald weiter. Wieder geht es kurvig hügelauf und -ab.
Das einzige, was wir aufspüren können, sind ein paar Flughuhnfamilien, die
neben oder auf der Straße rasten.
Schon um kurz nach zehn Uhr erreichen wir das Auobtal und
machen bei Auchterlonie eine Frühstückspause.
Dann geht es weiter Richtung Twee
Rivieren. Auf diesem Abschnitt durch die Dünen haben wir noch nie besonders
viele Tiere gesehen, und so ist es auch heute. Wir sind gerade losgefahren, als
uns ein Fahrzeug entgegenkommt und der Fahrer von einem Löwenrudel bei
Samevloing erzählt. Da waren wir wohl heute Morgen in die völlig falsche
Richtung unterwegs! Ohne große Erwartungen und ohne weitere Stopps fahren wir
zügig zu der von ihm beschriebenen Stelle.
Wir erreichen das Nossobtal und sehen schnell, wo die Löwen
liegen müssen. Mehrere Autos stehen am Straßenrand. Die Tiere liegen jedoch
sehr weit entfernt im Schatten unter einem Baum. Es sind zwei Löwinnen und fünf
Löwenkinder. Da sie sich kaum bewegen und auch nicht gut zu sehen sind,
beschließen wir, ins Camp nach Twee Rivieren zu fahren.
Gleitaar
Dort checken wir für den Campingplatz ein und kaufen eine
Marke für die Waschmaschine. Wir fragen bei den südafrikanischen Grenzbeamten
nach dem Prozedere für die Einreise nach Südafrika, da wir vorbereitet sein
wollen, falls es aufwändig wird. Wir befürchten nämlich Schlimmes. Mit dem
benötigten Zollformular sind wir nämlich immer noch nicht weitergekommen. Unser
letzter Stand ist eine Auskunft von Freunden, die Stunden an der Grenze
zugebracht haben, da sie alles vor Ort ausfüllen mussten. Und „alles“ war viel,
unangenehm viel: sämtliche Wertgegenstände, wie zum Beispiel Fotoapparate, mussten
mit Seriennummer und Wert sowie allen möglichen Details angeben und aufgelistet
werden.
Wir rechnen daher mit einem ziemlichen Desaster und sind
positiv überrascht, als bei uns anscheinend nichts dergleichen nötig ist. Eine
Beamtin stempelt bereits unsere Pässe, und ein sehr netter Polizist prüft die
Fahrzeugpapiere und scannt die Lizenzinformationen hinter der
Windschutzscheibe. Nun sei alles erledigt, und wir könnten morgen ohne Weiteres
nach Südafrika einreisen. Wenn das stimmt, war das einer der entspanntesten
Grenzübertritte in Afrika. Von einem Zollformular ist zu keiner Zeit die Rede,
und wir fragen auch nicht danach. Bloß keine schlafenden Hunde wecken …
Wir suchen uns einen Stellplatz auf dem Campingplatz und
starten eine Maschine Wäsche. Dann gehen wir duschen und machen Pause. Die
Waschmaschine ist schnell fertig, und wir können unsere Kleidung aufhängen.
Dann wollen wir noch einmal in den Park starten. Katrin und Martin fahren vor.
Ein paar hundert Meter hinter dem Tor meldet sich der Reifendrucksensor vorne
links mit nur noch 1,2 Bar. Überraschung! Hat doch bislang der Reifen hinten links
Mucken gemacht. Wir fahren sofort zurück ins Camp und kontrollieren.
Tatsächlich ist der Reifen fast platt. An der Tankstelle hilft uns ein netter
Angestellter, die undichte Stelle zu finden. Es ist ein kleiner Riss seitlich
an der Lauffläche. Wir sind uns nicht sicher, ob dies repariert werden kann.
Zunächst ersetzen wir das Rad durch ein Ersatzrad. Katrin und Martin sind netterweise
ebenfalls zurückgekommen, und Martin hilft Uwe dabei, das Rad zu wechseln. Die
beiden Männer schwitzen ganz schön in der prallen Sonne, aber zu zweit klappt
das sehr schnell, und nach einer guten halben Stunde können wir wieder starten.
Doch unser Gamedrive steht wieder unter keinem günstigen
Stern. Wir haben vor, zu der Stelle zu fahren, an welcher die Löwen am Mittag
gelegen haben. Soweit der Plan, den wohl alle anderen, die hier herumfahren,
auch haben. Schon bald erwartet uns ein Stau, wie wir ihn im KTP noch nie
erlebt haben. Erinnerungen an Autokolonnen in der Serengeti kommen auf. Mal
rollen wir ein kurzes Stück im Schritttempo, dann stehen wir wieder auf der
Stelle. Die ersten werden ungeduldig und wollen überholen. Doch wie soll das
funktionieren? Immer mal wieder kommt ein Auto entgegen. Dann geht gar nichts
mehr, und die Drängler müssen sich wohl oder übel wieder einordnen. Wenn wir
etwas über eine Autolänge Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten, werden
wir sogleich überholt. Kein Problem! Wir wollen ja auch gar nicht sehen, was
vor uns los ist. Wir schleichen nur zum Spaß hier rum. Es bleibt uns nichts
anderes übrig, als an der Stoßstange des Vorderfahrzeugs zu kleben. Das nervt
uns ziemlich. Schon bald haben wir die Nase voll, aber hinter uns ist bereits
auch schon alles verstopft. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als das Spiel
mitzuspielen.
Ein entgegenkommender Fahrer erklärt uns, dass die Löwen mitten
auf der Straße laufen und nicht überholt werden können. So quälen wir uns eine knappe
Stunde im Schneckentempo vorwärts. Als sich der Stau auflöst, sind die Löwen
bereits von der Straße in Richtung einer Düne verschwunden. Wir sehen sie zwar
noch im Gras, aber sie sind bereits ähnlich weit weg wie am Mittag und
entfernen sich auch immer weiter.
Wir fahren ein letztes Mal zum Wasserloch Rooiputs. An
derselben Stelle wie gestern liegen wieder die Hyänen, die wir gestern Abend
beobachtet haben. Heute sind sie leider noch weniger aktiv. So kehren wir nach
einiger Zeit um und halten nur noch einmal beim jungen Adler, welcher gerade
ein paar Flatterversuche unternimmt.
Pünktlich zum Torschluss sind wir in Twee
Rivieren. Da wir uns morgen um unseren kaputten Reifen kümmern wollen und der
erledigten Grenzgeschichte noch nicht so ganz über den Weg trauen, entscheiden
wir, am Morgen keinen letzten Gamedrive mehr zu machen.
Wir parken das Auto, und Ruth macht im Camper sauber und
faltet die trockene Wäsche, während Uwe die Reifen wieder auf höheren
Straßendruck aufpumpt. Mit Katrin und Martin gehen wir ins Restaurant zum
Abendessen. Wir sind dort die einzigen Gäste und bekommen riesige Portionen.
Uwe bestellt eine Pizza, Ruth ein Steak mit Pommes und Gemüse. Wir sind so
satt, dass wir uns mal wieder vornehmen, morgen nichts mehr zu essen.
Auf dem Rückweg spazieren wir kurz beim Wasserloch vorbei,
wo aber nichts zu sehen ist. So verschwinden wir schon bald bei nur noch knapp
acht Grad im Camper.
EulenmuckelThemenstarter2’124 Beiträge · seit 200614. Okt. 2026 ·
Freitag, 31. Juli 2026 – Auto gesund pflegen mit viel Geduld
Twee Rivieren, KTP – Ikaia
River Lodge, Keimoes
Heute hat Katrin Geburtstag. Bei knapp unter null Grad hat
sie ihren Geburtstag noch nie begonnen. Wir zünden eine kleine Kerze an, singen
und überreichen ihr ein paar Kleinigkeiten.
Dann starten wir um halb sieben mit
Tee und Kaffee in den Tag. Auch wenn wir heute keinen Gamedrive mehr machen
werden, wollen wir früh unterwegs sein, da wir uns in Upington um einiges
kümmern wollen, insbesondere um unseren kaputten Reifen.
Wir fahren zur Rezeption, holen das Permit und lassen es
ausstempeln. Da wir alle Grenzformalitäten bereits gestern erledigt haben,
lässt uns der Mitarbeiter an der Schranke ohne Weiteres nach Südafrika fahren.
Nun können wir es tatsächlich glauben. Kein Zolldokument war notwendig, kein
besonderes Prozedere. Wir sind froh, dass alles so reibungslos geklappt hat und
fahren gemütlich Richtung Süden.
Die Sonne scheint, und wir durchqueren ein endlos
erscheinendes Meer aus roten Kalahari-Dünen, die mit grünen Grasbüscheln
bewachsen sind. Immer weiter geht es durch diese schöne Landschaft. An einer
großen Salzpfanne machen wir eine Frühstückspause und essen die letzten
Roesterkoek aus Twee Rivieren.
Bis Upington sind es 250 Kilometer, und wir erreichen die
Stadt gegen halb zwölf.
Wir steuern die Kalahari Mall an, weil wir dort letztes
Jahr gut einkaufen konnten. Um einen Reifenhändler wollen wir uns eigentlich erst
nach dem Einkauf kümmern, aber schon bei der Einfahrt entdecken wir „Tiger
Wheel & Tyre“. Wenn das kein Wink des Schicksals ist! Sobald wir halten,
kommt uns schon ein Verkäufer entgegen und bietet seine Hilfe an. Es ist Dion
Frederick, ein netter Kerl und ein ebenso talentierter Verkäufer. Während er
und seine Mitarbeiter sich unsere Reifen vornehmen, gehen Katrin und Martin
nach nebenan zu McDonalds, wo es freies Internet gibt.
Nun wird es kompliziert. Der kaputte Reifen wird inspiziert
und für nicht mehr reparierbar erklärt. Auch der linke Hinterreifen, der schon
seit geraumer Zeit langsam Luft verliert, wird untersucht. Es steckt eine
Schraube in der Lauffläche. Das allein wäre kein großes Problem, aber auch die
Flanken haben viele Risse. Man empfiehlt uns, auch diesen Reifen bestenfalls
noch als Ersatzrad zu verwenden. Das ist ärgerlich, weil die Hinterreifen erst
10000 Kilometer gefahren wurden. Aber auch die beiden Vorderräder – wovon das
eine ja bis gestern noch ein Ersatzrad war – haben 30000 Kilometer gelaufen und
tragen viele Risse an den Flanken und Schnitte im Profil. In einem entdeckt
Dion auch noch einen Nagel. Offensichtlich ist er nicht nur ein talentierter
und eifriger, sondern zusätzlich noch ein sehr überzeugender Verkäufer, denn wir
bekommen den Eindruck, mit ziemlich fertigen Reifen unterwegs zu sein. Dions
Argumentation ist leider nicht vom Tisch zu wischen. Die Macken und
Einkerbungen in den Reifen hat er sich nicht ausgedacht, und sie sind auch für
unser laienhaftes Auge nicht zu übersehen. Wir sind verunsichert.
Das nächste Problem ist, dass genau unser Reifen-Modell
nicht vorrätig ist und auf die Schnelle (heute ist natürlich Freitag) auch
nicht bestellt werden kann. Dion erklärt, dass wir in Kapstadt die Mud-Terrain
Reifen mit Sicherheit an jeder Straßenecke bekommen werden, aber bis dahin sind
es noch weitere 1000 Kilometer durch teils sehr einsame Gegend. Auch wenn wir
nicht alleine unterwegs sind, möchten wir am Wochenende nicht ohne Reifen in
der Karoo feststecken. Dion kann uns alternativ die All-Terrain Reifen der
gleichen Marke und Größe anbieten. Die passen dann zwar nicht mehr zu unseren
Ersatzreifen, haben aber den Vorteil, dass sie sich nicht so schnell abfahren
und auf Teerstraße auch besser zu fahren sind. Was tun? Das hatten wir uns
gründlich anders vorgestellt. Schließlich beißen wir in den sauren Apfel und
lassen und vier neue AT-Reifen aufziehen. Richtig glücklich sind wir mit dieser
Entscheidung nicht. Der einzige noch gute MT-Reifen muss als Reserverad
herhalten, bei einem zweiten fällt uns auch nach reiflicher Überlegung die
Auswahl schwer. Zu viele Mängel wurden an jedem einzelnen markiert. Zum Schluss
gibt uns Dion noch den Tipp mit auf den Weg, bei neuen Reifen immer auf das
Herstellungsdatum zu achten, was ja auch logisch ist. Das hatten wir bei den
letzten Reifen leider versäumt.
Während an unserem Auto gearbeitet wird, gehen wir mit
Katrin und Martin in die Mall zum Einkaufen. Zunächst besorgt Uwe eine lokale
SIM-Karte mit Datenvolumen bei Telecom. Der Mitarbeiter versichert uns, dass
wir mit der Netzabdeckung keinerlei Probleme haben werden. Wie sich später noch
herausstellt, wird das Gegenteil der Fall sein. In ländlichen Gegenden wären
wir mit Vodacom deutlich besser unterwegs gewesen. Dann gehen wir in den
Spar-Supermarkt und kaufen ein paar Kleinigkeiten. Bei den Lebensmitteln halten
wir uns sehr zurück, weil wir einerseits noch Einiges im Kühlschrank haben, und
andererseits in Südafrika die meiste Zeit nicht mehr selbst kochen werden. Für
die Wasserkanister müssen wir noch in einen anderen Supermarkt, weil nur eine
ganz bestimmte Kanisterform in unsere Schublade passt. Zwischendurch zickt das
Internet-Handy, und wir lassen im Telecom-Laden noch etwas an den Einstellungen
anpassen.
Interessant finden wir auch die Kinder-Tausch-Station in der
Mall. Einfach hingehen, eins abgeben und ein anderes wieder mitnehmen. Wie
praktisch!
Zurück am Auto haben wir vier neue Reifen. Die zwei besten
unserer alten Reifen sind nun die Ersatzreifen. Wir denken, dass wir nun fertig
sind, entdecken aber leider ein neues Problem. Uwe öffnet die Außenklappe für
die Wasserpumpe, weil es unter dem Fach immer wieder kleine Wasserflecken gab. So
auch jetzt. Sofort kommt uns ein guter Liter Wasser entgegen, weil das Fach bereits
zur Hälfte vollgelaufen ist. Wir schauen uns die Schlauchverbindungen an und
sehen, dass sich ein Schlauch an einer scharfen Metallschelle aufgerieben hat
und leckt. Da reichlich Material verwendet wurde, können wir den Schlauch vor
der undichten Stelle abschneiden und neu festmachen. Wieder denken wir
optimistisch, das Problem gut gelöst zu haben. Aber an dem Eckverbinder zur
Pumpe, den wir gelöst und dann wieder festgeschraubt haben, fallen nun Tropfen,
sobald wir die Wasserpumpe einschalten. Es ist zum Verrücktwerden. Wir lösen
und verbinden den Schraubverschluss mehrfach, Martin versucht es zusätzlich mit
Dichtungsband. Nichts hilft. Nach einigen Versuchen geben wir uns geschlagen
und müssen erstmal mit einer nicht ganz dichten Schlauchverbindung leben. Vielleicht
ergibt sich in den nächsten Tagen oder Wochen eine Gelegenheit, bei der wir das
reparieren (lassen) können.
Leicht inkontinent wollen wir uns auf den Weg machen, doch unsere
neuen Reifen werden mit etwas höherem Luftdruck gefahren. Dies führt dazu, dass
der Überdruckalarm unseres Reifenmonitors ständig anspringt. Außerdem stimmt
die Anordnung der Reifen im Monitor nicht mehr. Noch einmal muss ein
Werkstattmitarbeiter ran und den Monitor umkonfigurieren. Hier fällt einem auf
die Füße, womit wir uns bisher zu wenig beschäftigt haben. Schließlich will Uwe
die Rechnung bezahlen, aber beide Kreditkarten werden wegen Verdacht auf Betrug
abgelehnt. Es läuft einfach nicht rund. Da hat Ruth den rettenden Einfall. Wir
bezahlen die Rechnung in zwei Hälften. Nun klappt die Kreditkartenzahlung, und
wir können endlich abfahren. Nachdem wir noch den Ölstand kontrolliert und
getankt haben, sind vier Stunden in Upington vergangen. Vielen Dank an unsere
Mitreisenden für ihre Geduld.
Wir verlassen die Stadt nach Südwesten und fahren die
letzten 50 Kilometer bis Keimoes. Bei der Ikaia River Lodge checken wir ein.
Das Gelände liegt unmittelbar am Oranje und hat einen schönen Campingplatz.
Wir
richten uns ein und essen mit Katrin und Martin ein Stück Geburtstagskuchen.
Dann duschen wir und laufen ein wenig zum Fluss. Dort entdecken wir einen
Malachit-Kingfisher, der in der schönsten Nachmittagssonne auf seinem Ausguck
sitzt. Bis Ruth im Eilschritt den Fotoapparat geholt hat, sitzt der Vogel allerdings
nicht mehr in der Sonne. Er fliegt von Ansitz zu Ansitz, leider nur im Schatten
und am gegenüberliegenden Ufer des kleinen Seitenarms. Schade!
Später gehen wir ins Lodgerestaurant zum Abendessen. Katrin
lädt uns ein. Bobotie, Pizza und Steak auf uns alle, nicht auf jeden einzelnen
verteilt, schmecken prima. Bevor wir schlafen gehen, sichert Uwe noch die
bisher gefahrene Strecke aus dem GPS.