Die Eulenmuckels zwischen Löwen, Walen und Blumen

Reisebericht 68 Antworten · 6’094 Aufrufe · gestartet 06. Sept. 2026 von Eulenmuckel
458 Beiträge · seit 201227. Sept. 2026 ·


Eulenmuckel schrieb:Lannerfalke

Oh mein Gott! Was habt ihr gemacht?! Dem armen Vogel stehen ja die Federn zu Berge! 🤣


Ansonsten würde mich interessieren, wie nah der Schakal der Hyäne wirklich kam. Auf Teleaufnahmen kann man ja die Distanz sehr schnell falsch einschätzen. Aber bei dem Foto sieht es ja so aus, als ob der Schakal im Schatten der Hyäne steht! 😮

Mit "Safari" auf Safari (Namibia Mai 2014) "Safari" pur! Mit Löwin auf Tour! (Namibia April 2024) "Safari" am Ende der Welt (Australien Dez 2024) "Safari" , Löwinnen überall! (Namibia+KTP März 2026)
103 Beiträge · seit 202427. Sept. 2026 ·
¡Hola!  Meine Güte - was für eine Sichtung…! Ich habe die Zeilen und Foto‘s beim ersten Mal Lesen nur überflogen… ich konnte nkaum glauben, dies zu lesen und zu sehen. Ein zweites Mal gelesen, langsamer und die Fotos geguckt… da floss schon das ein oder andere Tränchen… (Tut‘ s immer noch). Auch wenn‘s dazugehört…

Hut ab vor Euch, dies in Wort und Bild festzuhalten!

Liebe Grüße, Dorie

Themenstarter2’121 Beiträge · seit 200629. Sept. 2026 ·
@Black Lion: Der Schakal stand unmittelbar neben der Hyäne, vielleicht einen Meter entfernt. Offensichtlich fühlte er sich nicht bedroht oder in unmittelbarer Gefahr.

@Dorie: Es tut uns leid, dass dich die Geschichte so mitgenommen hat. Aber man müsste schon sehr abgebrüht sein, wenn einen das Geschehen in der Löwenfamilie nicht beschäftigt.

Vielen Dank und viele Grüße
Uwe
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103 Beiträge · seit 202429. Sept. 2026 ·
Hallo ihr Zwei,

Nein nein, dass muss euch nicht leidtun (ich bin halt eher von der Fraktion Warmduscher und nah am Wasser gebaut…).  Afrika ist ja kein Ponyhof, und selbst wenn eure Story sehr aufwühlend war, so ist es euch aber sehr gut gelungen, diesen Teil der rauhen und  auch brutal anmutenden Natur sehr eindrucksvoll darzustellen.

Es stimmt natürlich, dass man sehr abgebrüht sein müssste, dass einen eine solche Geschichte nicht kalt lässt…


Liebe Grüße, Dorie

778 Beiträge · seit 201729. Sept. 2026 ·
Hallo Zusammen, wie schön, dass es wieder einen Bericht von euch gibt! Ich lese sie immer sehr gerne und auch die Fotos sind grossartig.

Zu der Löwengeschichte ist schon alles gesagt… ich bin froh, dass ich sowas nicht erleben musste. Klar ist es Natur, aber trotzdem unfassbar. Ich freue mich auf die Fortsetzung! Liebe Grüsse 

Caroline 

2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana
Themenstarter2’121 Beiträge · seit 200630. Sept. 2026 ·

Mittwoch, 29. Juli 2026 – Löwenmorgen

Rooiputs, KTP

Das Löwenbrüllen am Morgen ist genau das gleiche wie gestern. Es kommt wieder aus derselben Richtung und hört sich ähnlich weit entfernt an. Wir vermuten schon, dass es der Weckton eines Nachbarcampers ist. Egal, bei uns hat es jedenfalls funktioniert.

Wir stehen ein bisschen früher auf, um etwas mehr Zeit zu haben. Es gibt nämlich schon sehr viele Handgriffe zu erledigen. Die Wildkamera muss ausgeschaltet, gesichtet und eingepackt werden – wieder nur Schakale. Die Fotokamera mit Stativ muss eingepackt werden – die ganze Nacht über ist der Vollmond über den Himmel gewandert, dazu sind viele kleine Wölkchen gezogen. Im Auto muss alles Mögliche verpackt, verräumt und festgezurrt werden. Währenddessen kochen wir Wasser für alle und trinken Kaffee und Tee.

An einem kalten Morgen taugt der Topf nach dem Wasserkochen auch gleich noch als Handwärmer.

Wieder fahren wir nach Norden. Auf dem Weg nach Kij Kij sehen wir einige Sekretäre – so viele wie heute und in den letzten Tagen haben wir noch nie entdeckt.

Steppenfalke

Katrin und Martin fahren schon ein Stück vor und melden per Funk Löwen beim Wasserloch. Wir hoffen, dass das Erlebnis diesmal freundlicher sein wird und wir nicht nur noch EIN ganz besonders dickes Jungtier vorfinden werden. Als wir uns nähern, sind wir beruhigt, denn wir sehen schon von Weitem die Löwenmutter mit ihren zwei Kleinen. Wir kommen als zweites Auto dazu und haben die kleine Katzenfamilie im schönsten Morgenlicht für uns.

Die Kinder spielen, verstecken sich, ducken sich in Gras, pirschen sich an und verbeißen sich im Schwanz ihrer Mutter. Es wird gerangelt, gebalgt und getobt.

Die Löwin muss mit, egal ob sie will oder nicht. Wenn es ihr gar zu wild zugeht, erhebt sie sich und wandert ein paar Schritte weiter. Doch auch an der neuen Stelle wird sie rasch ins Spiel eingebunden und besprungen. Geduldig lässt sie das Geturne über sich ergehen und beobachtet ihre Jungen. Die Löwenkinder maunzen und quietschen, und die Löwin ruft auch hin und wieder.

Nach einer halben Stunde steht sie auf und spaziert gefolgt von ihrem Nachwuchs quer über die Straße und die Hügel davon. Schon bald können wir in der dichten Vegetation nur noch ihren Kopf und ab und zu ein hopsendes Kätzchen erblicken.

Wir sind glücklich. So ein Erlebnis ist uns doch deutlich lieber. Wir schauen kurz noch über die Dünenstraße, doch von dem restlichen Rudel ist weit und breit nichts zu sehen, und so biegen wir wieder nordwärts ins Nossobtal ein.

SchnurrbärtchenAn der kleinen Erhöhung, von der aus man ins Tal blicken kann, steht ein Auto. Der Fahrer macht uns auf eine Wildkatze aufmerksam, die hier in den Bäumen herumstrolchen soll. Wir strengen uns sehr an und suchen und suchen. Als wir gerade aufgeben und weiterfahren wollen, nehmen wir eine Bewegung in einem ganz anderen Gebüsch wahr. Wie ist die Katze denn auf einmal hier hingekommen? Sie ist zwischen den Schatten der Äste sehr gut getarnt und duckt sich in ihr Versteck. Nach einer Weile verlässt sie ihre Deckung und läuft zielstrebig in Richtung der Dünen. Immer wieder hält sie inne und lauscht mit gespitzten Ohren.

Auf dem weiteren Weg nach Melkvlei laufen wieder Sekretäre neben der Straße.

Wir frühstücken wie gestern in der Sonne. Die restlichen Roesterkoek gibt es mit Marmelade, Nocciolata und Käse. Wir lassen uns Zeit und fahren dann gemütlich zurück nach Rooiputs. Der Sand neben der Straße ist stellenweise so durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Unzählige Mäuse und Ratten leben hier. Auch heute entdecken wir Gleitaare, Falken und Bussarde, die gerade ihre Beute verspeisen.

RostschwanzschmätzerLannerfalke

Schwalbenschwanz-Spint

Auf unserem Stellplatz machen wir Mittagspause und ruhen uns im Camper aus. Ruth schläft, Uwe bearbeitet Fotos. So starten wir gut ausgeruht am frühen Nachmittag wieder in den Park.

Katrin und Martin bleiben noch ein wenig länger im Camp. Wir fahren nach Twee Rivieren, duschen und kaufen Brot. Auf dem Rückweg kommen uns unsere Freunde entgegen. Sie wollen auch noch kurz ins Camp. Wir fahren gemütlich nach Norden. Eigentlich wollen wir noch einmal nach Kij Kij, aber bei Leeuwdril sitzt ein Raubadler auf seinem Nest und füttert sein Küken. Dort bleiben wir lange stehen.

Daher kommen wir am Ende nicht weiter als bis Rooiputs. Zwei Autos stehen auf der Straße, und ein Mädchen zeigt zur Seite, hält die Tinkers Map aus dem Fenster und deutet auf das Bild der Hyäne. Leider sehen wir von unserer Position überhaupt nichts. Erst als wir ein Stück weiterfahren können, entdecken wir oben auf einem Hügel den Rücken einer Tüpfelhyäne. Es sind sogar drei erwachsene Tiere, die dort platt auf dem Kamm liegen. Manchmal wuselt auch ein kleines, braunes Fellknäuel im Gebüsch herum. Meist ist es von Büschen oder Gras verdeckt, aber wir haben ja noch etwas Zeit. So bleiben wir bis sechs Uhr dort und freuen uns jedes Mal, wenn wir das Hyänenkind ein wenig besser sehen können. Gut möglich und sogar wahrscheinlich, dass dies die Familie ist, die uns schon angekündigt wurde. Manchmal sind nur ein paar Meter ausschlaggebend, ob man ein Tier zwischen der Vegetation ausmachen kann, oder nicht.

Als wir schon aufbrechen wollen, entdecken unsere Freunde, die mittlerweile auch eingetroffen sind, noch einen Kapfuchs, der sich ganz in der Nähe der Straße zusammengekuschelt hat. Was für ein schöner Abschluss eines erfolgreichen Safaritages.


Wir fahren ins Camp und kochen Abendessen. Es gibt Nudeln mit Hackfleischsoße. Während wir noch herumwuseln und das Essen vorbereiten, hört Ruth ein Rascheln im Gras. An der Intonation und Dringlichkeit ihres Alarmcalls „Was ist das?“ kann Uwe mittlerweile schon erkennen, wann es sich um eine Maus und wann eher um ein größeres Tier handeln muss. Dieses scheint also größer zu sein. Wir erheben uns von unseren Stühlen im A-Frame, schauen vorsichtig aus dem Häuschen und blicken direkt in ein rundes Hyänengesicht – und das gleich dreimal. Die drei Tiere haben sich bis an unser Auto herangepirscht und schauen nun, ob etwas zu Essen für sie abfällt. Puh! Zum Glück sind es keine Löwen, denn dann wären wir nicht so gut darin, uns unseren Respekt nicht anmerken zu lassen. Wir klatschen in die Hände und machen ein paar energische Schritte auf sie zu, so dass die ungebetenen Gäste sich auch gleich wieder vom Acker machen. Nur gut, dass sie anscheinend nicht wissen, dass ihre Zähne den unsrigen ziemlich überlegen sind. Wir leuchten ihnen mit unseren Taschenlampen hinterher, bis wir sicher sind, dass sie nicht gleich wieder an unserm Tisch stehen.

Unsere Nudeln schmecken prima, und die Portion ist ziemlich groß. Trotzdem lassen wir nichts übrig, denn wir wollen morgen ja wieder schönes Wetter haben. Im Baum in unserem Camp ruft eine Weißgesicht-Eule. Ruth hat sie schnell gefunden.
Auch heute bleiben wir nach dem Spülen nicht mehr lange sitzen. Wir empfinden die Tage mit dem frühen Aufstehen, den vielen Gamedrives und dem ganzen Geschaue doch als recht anstrengend.

 

Tageskilometer: 105
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zuletzt bearbeitet 30. Sept. 2026
330 Beiträge · seit 202001. Okt. 2026 ·
Hallo Ihr Beide,,

zwischendurch schon einmal ein großes Dankeschön für euren tollen Bericht. Gerade als ich von Rooiputs Nr 6 las, musste ich an unsere Begegnung auf dieser Campsite denken. Ich glaube unser Schlafplatz unter dem Baum war nicht so gut gewählt 🤔.
Liebe Grüße
Peter




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5’066 Beiträge · seit 201402. Okt. 2026 ·
Hallo ihr Zwei,

auch von mir wird es langsam mal Zeit für ein "Zwischen  Danke"! Eure Sichtungen sind wirklich der Hammer - eure Ausbeute von einem Safaritag reicht eigentlich für einen ganzen Urlaub! Bei den tollen Bildern bekomme ich direkt Heimweh, aber zum Glück hat das Warten bei uns ja bald ein Ende! Wenn wir dann nur halb soviel sehen wie ihr an einem Tag, bin ich mehr als zufrieden! 

Liebe Grüße

Konni

PS: Bei eurem Steppenfalken würde ich gerne ein Veto einlegen🔍️

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101 Beiträge · seit 202503. Okt. 2026 ·
Mir gefallen diese Löwenbilder schon viel besser 😀

Das war bestimmt sehr schön den beiden beim Spielen zuzuschauen und auch zu hören.

Weiterhin vielen Dank und viele Grüße Andrea