HippieThemenstarter607 Beiträge · seit 201016. Juni 2011 ·
Ich möchte meinen 1.Reisebericht im Stile der Oskarverleihung beginnen. Wir haben keinen Oskar gewonnen, aber einen sehr schönen Urlaub verbringen können und da wir wieder einiges aus dem Forum entnommen haben, möchte wir dies so sagen: Danke den Fomi-Betreibern Danke an die, die so regelmäßig im Forum antworten Danke an die, die die Reiseberichte schreiben Danke für 3 Beiträge die direkt Einfluss auf unsere Reise nahmen Chrigu & Mirella im Krüger Alptraum Südafrika oder alles auf Reset Autokamerahalter für Teleobjektiv, Manfrotto 243
Ich schreibe diesmal einen Reisebericht, weil es vielleicht auch Leute gibt die so ähnlich ticken wie wir und irgendein Reiseziel immer wieder verschieben weil man was liest was man für sich als negativ empfindet. Wir sind gern für uns alleine oder mit wenigen Leuten zusammen, die auf der gleichen Wellenlänge die Natur genießen. Also wir schieben den Krüger schon seit mehr als 15 Jahren, da wir immer wieder ein anderes Ziel als lohnenswerter für unseren gemeinsamen Urlaub ansahen.
Unsere Reiseplanung begann eigentlich schon nach der Ankunft in MUC aus JNB im Juni letzten Jahres. Mal wieder einen Urlaub machen, Kombination Meer und Safari. Wir haben so etwas schon 2xMal gemacht und in beiden Fällen war der Urlaub sehr schön. Also fiel die Entscheidung endlich das 1.Mal in den Krüger und das 1.Mal nach MOZ. Da Camping nicht mehr in Frage kommt, blieb bei MOZ nur der Süden. Im Krüger hatten wir uns auf die Bushcamps konzentriert. Die Camps haben wir schon im Okt. gebucht(war für Biyamiti auch schon zu spät nur Chalet ohne View bekommen). Durch unsere Skepsis gegenüber Massentourismus im Krüger haben wir darauf geachtet nicht am Wochenende und an keinem Feiertag im Krüger zu sein. Außerdem haben wir den Mai gewählt, da dies ein Monat mit den geringsten Besuchern ist, sehr angenehmen Temperaturen und keinen Regen (sagt die Statistik!). Außer Informationen aus den Foren haben wir uns noch Globetrotters Kruger National Park und Mosambik von Hupe zugelegt. Mit Hilfe der Karte von Globetrotters(empfehlenswert), T4A und den verschiedenen Foren haben wir unsere Route im Krüger zusammengestellt, Ziel war auch möglichst viele Gegenden vom Krüger zu sehen, auf jeden Fall von Süd nach Nord komplett zu sehen.
Die Übernachtungen waren dann so: 15.5. Dreamfields Guesthouse Hazyview 16.5. Byamiti Krüger 17.5. Byamiti Krüger 18.5. Talamati Krüger 19.5. Talamati Krüger 20.5. Pafuri Lodge Krüger/Makeleke 21.5. Pafuri Lodge Krüger/Makeleke 22.5. Shimuwini Krüger 23.5. Shimuwini Krüger 24.5. Nascer do sol MOZ (zwischen Xai-Xai und Inhambane) 25.5. Flamingo Bay Lodge MOZ (Nähe Inhambane) 26.5. Flamingo Bay Lodge MOZ (Nähe Inhambane) 27.5. Flamingo Bay Lodge MOZ (Nähe Inhambane) 28.5. Flamingo Bay Lodge MOZ (Nähe Inhambane) 29.5. Catembe Gallery Hotel MOZ (gegenüber Maputo) 30.5. Praia de Ouro Sol MOZ (Punto do Ouro) 31.5. Tembe Elefant Park ZA 01.6. Tembe Elefant Park ZA 02.6. Ithala ZA 03.6. Ithala ZA
Vorbereitungen: Im Dez.10 haben wir das Auto(Landcruiser) wieder bei bushlore reserviert. Nachdem besagten Bericht „Reset“ habe ich im Februar direkt Kontakt mit bushlore aufgenommen und um Kommentar gebeten. Stornierung wäre möglich gewesen. Auf Grund der Antworten und der Vermutung, dass bushlore sich sicherlich bemüht, positive Kritik zu bekommen haben wir nicht storniert. Außerdem sind meiner Meinung nach die Autos am Besten ausgestattet, man muss nicht nach 2.Reserverad, Luftpumpe oder andere wichtigen Dingen fragen. Das Visum für MOZ haben wir in D im März beantragt. Weil ich das fast jedes Jahr für irgendein Land mache, habe ich die Bedingungen natürlich nicht gelesen(man ist ja so erfahren und weiß alles) und bekam einen freundlichen Anruf aus Berlin, dass das Visum nur 4 Wochen gültig ist und ab dem Tag der Ausstellung beginnt. Ob ich die Pässe wieder zurück möchte oder ob ich sie bis Mai bei der Botschaft liegen lassen möchte, wurde ich noch gefragt. Ich entschied mich für die 2. Variante(wir sind ja in Europa und nicht in Afrika!). Nachdem die Pässe am 9.5. noch nicht im Briefkasten waren😃 , wurde ich auch nervös, mein Schatz schon eine Woche früher. Ich rief in Berlin an und schaute schon nach Flüge um ev. am Freitag noch hinfliegen zu können. Die Dame meinte ganz freundlich, dass ja noch 3 Wochen Zeit wäre, bis zu unserer Ankunft in MOZ. Nachdem ich auf mein Schreiben hinwies (Flug MUC-JNB am 14.5.) bestätigte sie, die Pässe noch fertig zu machen und zu verschicken. Sie trafen dann tatsächlich am 11.5. ein (ohne die Briefträgerin zu umarmen).
Also am 14.5, haben wir dann gepackt und sind abends nach JNB geflogen. Nach ruhigem angenehmen Nachtflug (nur 2/3 besetzt) Frau hatte 2 Plätze für sich, ich kann in jeder Lage schlafen und wenn es der Frau gut geht, dann ist der Urlaub noch mal so schön.
Am Flughafen haben wir das Auto übernommen, passt alles bis auf Buchung auf Kreditkarte da gab es ein kleines hin und her. Wir sind dann gleich zur Festival Mall (nur paar Min. vom Flughafen entfernt) zum Einkaufen gefahren. Hier bekommt man eigentliches alles (Pick and Pay und Checkers + BottleStore+ATM und alle möglichen Geschäfte). Am Sonntag Vormittag ist JNB noch recht verschlafen und alles geht sehr gemütlich. Wir fühlen uns sehr wohl und haben das Gefühl, dass wir gar nicht weg waren, alles ist sehr vertraut. Um 12:30 machen wir uns dann auf den Weg nach Hazyview. Beim Tankstop unterwegs schon das 1.Nashorn (lässt sich anscheinend auch als Haustier halten). Bei wenig Verkehr kommen wir um 17:00 an. Das Zimmer ist sehr schön, die Gastgeber sind sehr angenehm, wir gehen dann noch Pizza essen im Ort(Papas Pizza). Gefahrene KM: 418 Zeit in Bewegung: 5:15
Montag 16.5. um 7:00 Uhr gefrühstückt, vorher schon alles im Auto verstaut, und um 7:30 zum Krüger gestartet. Die Einfahrt ist problemlos(Wildcard nur auf Papier), freundliches Personal gleich ein netter Plausch, keine Warteschlange. Auf der Teerstraße fahren wir zum Skukuza Rest-Camp das wir uns anschauen wollen. Mit der Teerstraße da haben wir so unsere Probleme, dann noch eine Giraffe darauf, irgendwie ist das noch nicht Afrika eher Safaripark.
Das Skukuzu Rest Camp wirkt auf uns wie eine Hotelanlage und die Dimensionen sind gewaltig, wenn hier Hochsaison ist, muss es zugehen wie an der Adria. Die Aussichten auf den Sabie sind sehr schön, und alles ist sehr gepflegt. Wir fahren dann am Sabie River die Teerstraße entlang, da sie mehrmals empfohlen(schöne Blicke auf den Fluss) wurde. Auf der Straße ist viel Verkehr wir werden mehrfach von großen Reisebussen mit hoher Geschwindigkeit überholt. Die Skepsis wächst, schließlich ist doch Montag. Eigentlich wollten wir so 10 KM nach Osten und dann wieder zurück zur Abweigung S114 fahren. Nach ca. 5 km halten wir an einem Loop am Fluss an, und beschließen umzudrehen und gleich in Richtung S114 Kurs auf Biyamiti zu nehmen. Auf dem Weg zur S114 machen wir noch Abstecher zum Mathekenyane Viewpoint. Sehr schöne Aussicht, wir genießen die Stille. Umweg hat sich gelohnt. Die Tierdichte scheint uns nicht so hoch wie beschrieben, aber das trübt das Erlebnis nicht, schließlich ist es 13:30 Uhr. Wir fahren dann die S114 nach Süden bis zur Abzweigung S39 die wieder nach Norden, dann auf die S26 und dann Abstecher zum Mpondo Dam an der S102. Die Landschaften wechseln, wir treffen auf die ersten Elefanten, auf den Gravel-Straßen treffen wir kaum noch auf andere Autos, auf der S26 bis Byamiti überhaupt kein Fahrzeug mehr. Um kurz nach 4 sind wir am Mpondo Dam, T4A sagt 45 Min bis Byamiti, also beschließen wir bis 16:30 am Damm zu bleiben und beobachten eine Gruppe Wasserbock-Weibchen. Glücklicher Weise können wir uns von der schönen Stimmung lösen und fahren wie geplant los. Ich weiß nicht warum, aber wir sind der Meinung, dass wir bis 18:00 Zeit haben. Unterwegs treffen wir auf keine Raubkatzen sodass wir um 17:25 am Camp eintreffen. Wir wundern uns noch, dass schon alle Gäste bei den Häusern sind, wir scheinen die letzten zu sein, das Camp ist ausgebucht. Dann die Erleuchtung beim Einchecken: Gate schließt um 17:30, was für ein Glück, das wäre aber peinlich gewesen. Meine Frau hadert noch, dass es keine Schlüssel gibt(bei so vielen Leuten), ich kann sie dann beruhigen und behaupte in Gharagab gibt’s auch keine Schlüssel. Im Camp ist es trotzdem, dass es ausgebucht ist, relativ ruhig. Die Häuser sind groß, sehr gut ausgestattet, alles funktioniert, alles sehr sauber. Wir kochen, essen und lassen bei einer Flasche Wein und 23°C den Tag Revue passieren. Wir schauen uns alle geplanten Routen an und passen bis auf zwei so an, dass wir Teerstraßen vermeiden und legen uns um 22:00 Uhr schlafen. Gefahrene KM: 195 Zeit in Bewegung: 7:28
Dienstag: Wir stehen um 5:30 auf und sind um kurz von 6:00 Uhr am Tor, da wir ja der Meinung sind, da wollen noch 15 Autos los und wir wollen die Ersten sein. Am Tor ist zu, es ist niemand da, auch kein Personal, es ist noch nicht ganz hell. Kurze Ratlosigkeit, wir sind uns ganz sicher, dass um 6:00 Uhr losgefahren werden darf. Ich bemerke dann, dass das Tor nicht verschlossen ist, sondern nur durch eine übergelegte Kette versperrt ist. Wir öffnen und schließen es wieder und machen uns alleine auf den Weg Richtung Lower Sabie. Es ist nicht so kalt, wir fahren ganz langsam mit offenem Fenster um auch im dichten Busch etwas zu erspähen und den Duft der feuchten Morgenluft aufzunehmen. Die Mühe war umsonst, nach ein paar Kilometern kommt uns ein Löwenmännchen alleine auf der Straße entgegen. Wir stoppen und entdecken dann Weibchen im Bush, sie sind auf der Jagd. Sie jagen Impalas, die Geräusche sind beeindruckend, sehen können wir die Jagd nicht der Busch ist zu dicht. Nach den Geräuschen zu urteilen war die Jagd erfolglos. Nach wie vor sind wir ganz allein, das hatten wir nicht erwartet. Wir treffen noch auf ein völlig relaxtes Nashorn direkt am Weg noch nie so nahe an einem vorbeigefahren(mir war nicht ganz wohl dabei). Je näher wir Crokodile Bridge kommen desto mehr Autos kommen uns entgegen. Auf der H4-2 ist dann richtig was los. Wir biegen dann auf die S28(Gravel) Richtung Lower Sabie ab. Hier sind zwar mehr Autos unterwegs als gestern auf den Gravelroads aber alles fährt langsam und es gibt kein Gedränge. Die Tierdichte ist enorm, wir sind beeindruckt, dazu kommt noch, dass man hier sehr gute Sicht hat. Die Anzahl Nashörner hier hatten wir nicht erwartet, das ist ja wie im Serowe. Wir halten am Nthandanyathi Hide, das ist ja toll gemacht, der Parkplatz ist auf 6 Fahrzeuge beschränkt, sodass im Hide genügend Personen Platz haben. Man blickt auf ein Stück Fluss oder Seitenarm eines Flusses vermutlich der Nhlowa. Wir bleiben eine Weile und schauen dem Treiben (Nilpferde, Krokodile, Impalas, Wasserböcke) zu. Ein Haubenbartvogel nennt diesen Hide sein eigen, bekommt wahrscheinlich öfters mal was von den Touris. Es ist sehr schön und wir beschließen Morgen hier noch mal vorbeizufahren. Gegen 10:00 erreichen wir Lower-Sabie, wir sind gespannt, ob wir noch ein Frühstück bekommen. Unsere Routen haben wir so geplant, dass wir nach der Morgensafari zum Frühstücken in eines der großen Camps gehen. Im Lower-Sabie gibt es Frühstücksbüfett, anscheindend bis Mittag. Wir genießen das Frühstück mit wunderschönem Blick auf den Sabie-River(wir sind die einzigen beim Frühstück). Bei herrlichem Wetter(24°C) beobachten wir Elefanten, Nilpferde und Krokodile. Wir frühstücken über eine Stunde(die Auswahl am Büfett war sehr groß und der Preis von 10€ gerechtfertigt). Kurz nach 11:00 gehen wir wieder auf Safari, unsere Route ging dann über die S29(Mlondozi Road), S30 (Salitje Road), dann wieder die H4-1 von gestern(wieder viel Verkehr) das scheint als Highway angesehen zu werden, dann auf S21 dann auf die H5 dann wieder zum Mpondo Dam. Einen Halt hatten wir noch auf der H4-1 am Nikhulu Picnic Spot eingelegt, auch hier muss man auch festhalten, dass alles sehr sehr sauber ist, sehr beeindruckend. Landschaftlich sind wir total begeistert, die Abwechslung, Flusslandschaft, Bush, Savanne einfach nur schön, und Tiere überall, man könnte an vielen Stellen immer gleich eine Stunde oder mehr verweilen. Außer auf der H4-1 treffen wir nur ganz selten auf andere Autos, am Mpondo Dam angekommen sind wir wieder ganz allein, auch keine Tiere, ich fahre bis ganz ans Wasser vor, da sehen wir auf der anderen Seite ein Hippo das abtaucht. In der Mitte taucht es auf und macht auf sich aufmerksam, wir sind anscheinend nicht willkommen, es kommt ein Stück näher, wieder Drohgebärden. Wir amüsieren uns köstlich, winken auch mal mit der Mütze aus dem Fenster, was zu leichten Wellen auf dem See führt. Nach ein paar Minuten lassen wir es dann gut sein und fahren nach Biyamiti wo wir um 17:15 ankommen. Wir trinken erstmal ein Bierchen bevor wir das Essen zubereiten, da wir eigentlich noch gar nicht hungrig(Frühstücksbüfett war doch mehr ein Brunch) sind. Gefahrene KM: 201 Zeit in Bewegung: 7:35 Temp: Tag 26°C Nacht 17°C
So jetzt habe ich mal angefangen, am Wochenende geht es hoffentlich weiter. Viele Grüße Wolfgang
ja sehr schön mal wieder was aus Südafrika zu lesen.
Wir haben noch lange fünf Wochen bis zum Krügerpark.
War euer erstes Nashorn, das ihr beim Tanken auf der Strecke nach Hazyview gesehen habt, zufällig von einer Autobahnraststätte?
Wir haben im Januar, als wir auf halber Strecke Nelspruit/Pretoria einen kurzen Stop auf einer ganz neuen Raststätte gemacht.
Von der Herrentoilette aus (ein riesen Panoramafenster!) einen Blick auf ein Freigehege in dem zwei Nashörner waren. Sowas habe ich auch noch nicht gesehen, vieleicht seit ihr ja dort gewesen?
Hallo Wolfgang, schön Deinen Reisebericht zu lesen und die Eindrücke vom Krüger - wir waren im Februar da . Freu mich auf die Fortsetzung. Liebe Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Hallo. Interessanter Beginn eines Reiseberichtes-bin auf die Fortsetzung gespannt.
@ Hippie und Eintracht Wir waren letztmalig im Nov ´10 an der besagten Tankstelle. Wirklich etwas aussergewöhnlich der Blick... Falls Ihr mal wieder dort vorbeikommt und es noch nicht probiert habt, kann ich nur das absolut frische und äußerst!!! leckere Biltong von der Theke empfehlen. 😉 BEST I EVER HAD!!!!
HippieThemenstarter607 Beiträge · seit 201018. Juni 2011 ·
Hallo Seber, guter Tipp, wird gespeichert.
Also jetzt habe ich 3 Tage wieder fertig, ich muss immer aus 2 Aufzeichnungen zusammenschreiben.
Mittwoch: Wir stehen ein paar Min. früher auf, da wir ja alles wieder einladen müssen. Pünktlich um 6 verlassen wir Biyamiti wieder alleine, wir fahren die gleiche Route wie gestern bis Lower Sabie und machen auch wieder Halt am Nthandanyathi Hide, auf dem Parkplatz sind 6 Fahrzeuge(Limit) also warten wir bis ein Fahrzeug den Hide verlässt. Tja was soll ich sagen, 2 Autos die etwas später ankommen fahren an uns vorbei und beachten die Anweisungen nicht. Wir schütteln den Kopf und weisen auf das Schild hin, mehr als ein Achselzucken wird nicht erwidert. Heute sind nicht so viele Tiere da wie gestern, aber der Streit von 2 Hippos ist auch sehenswert. Um 10:30 sitzen wir wieder in Lower-Sabie beim Frühstück. Danach geht es auf der H10(Tar) nach Norden, das Wetter scheint sich zu ändern, es bewölkt sich und der Wind wird stärker. Nach der Einmündung der S122 wird der Verkehr weniger. Wir machen Halt am Nkumbe Viewpoint. Der Parkplatz ist gut besucht, deswegen vielleicht so wenig Verkehr, die Leute sind alle hier oben. Man ist 94 m über einer Savanne und der Blick ist wie aus einem Ballon. Schade, dass die Sonne nicht ganz durchkommt. Mit welcher Perfektion die View-Points gemacht sind, wird hier wieder eindrucksvoll demonstriert. Wir bleiben eine halbe Stunde und genießen die Aussicht. Trotz der „vielen“(ca 20) Leute geht es ruhig zu, alles Genießer. Wir fahren weiter zum Orpen Damm, langsam wird es schwierig was eigentlich schöner ist. Auch hier bleiben wir eigentlich zu lange. Langsam fahren wir zum Tschokwane Picnic Spot wo wir umplanen müssen, wir wollten über Gravelroads (S36) nach Talamati, nehmen auf Grund der fortgeschrittenen Zeit und des wenigen Verkehrs die H1-3 nach Norden. An den Dämmen unterwegs machen wir natürlich Halt, man könnte überall verweilen und den Tieren zuschauen. Wir verlassen die H1-3 bei der Einmündung auf die S125 und fahren zum Talamati-Bushcamp ohne einem Auto zu begegnen. Die Wasserstelle Mondzweni in der Nähe der Einmündung S145 in die S36 müssen wir auf Morgen verschieben, wir sind zu spät dran. Wir kommen um 17:20 an, das Camp ist nur halb belegt wir bekommen Bungalow nur 1 und haben so nur ein paar Meter zum Hide am beleuchteten Wasserloch. Schon während des Abendessens hören wir ständig Elefanten direkt am Zaun(unsere Terrasse ist nur 10m weg), meine Frau kommt gar nicht zum Essen. Sehen können wir nichts aber wenn man am Zaun steht, meint man die Elefanten sind direkt auf der anderen Seite des Zauns beim Fressen. Gegen 20:00 gehen wir auf den Hide, da man die Elefanten jetzt hört wie sie im Wasser planschen. Wir sind alleine, ich hole uns noch ein Bier, wir bleiben bis 22:00 Uhr sitzen. Was für ein Tag, wir fallen total müde ins Bett, geschrieben haben wir nichts. Wir beschließen noch, Morgen früher am Camp anzukommen. Gefahrene KM: 189 Zeit in Bewegung: 7:00
Donnerstag, um kurz vor sechs höre ich schon ein Auto. Wir fahren genau um 6 Uhr zum Tor, es steht schon ein da Auto und wartet. Es ist wie in Biyamiti, man muss das Tor selber aufmachen. Meine Frau öffnet, das Paar im Auto ist überrascht und lächelt, denkt bestimmt wir sind die absoluten Krüger-Kenner. Frühstückziel heute: Satara Rest Camp. Erster Halt Mondzweni, bis dahin kein Tier gesehen, wieder mal was Neues. Am künstlichen Wasserloch liegt eine tote Giraffe mit vermeintlich unversehrten Körper (Rücken zu uns). Wir suchen mit Fernglas ab, können aber keine Löwen oder Hyänen entdecken, es sind nur Zebras und ein Gnu in einiger Entfernung. Wir beschießen am Nachmittag noch mal hierher zu kommen, vielleicht sind dann Geier da, jetzt um 7:00 ist es für sie noch zu früh. Wir fahren über die S126(SweniRoad) nach Satara, dem ersten Auto begegnen wir erst auf der H1. In Satara gibt es auch Frühstücksbüffet genauso umfangreich wie gestern. Die Aussicht ist nicht so schön. Wir kaufen noch Fleisch(auf Empfehlung einer Südafrikanerin, eingelegte Gnuspieße) in dem sehr gut ausgestatteten Supermarkt. Um 9:30 Uhr geht es weiter, zum Olifants-River. Auf der H1 treffen wir noch auf eine große Büffelherde. Wir fahren wo es geht am Fluß, besuchen noch das Olifants Rest-Camp, die Aussicht wirklich vom Feinsten. Um 12:30 Uhr machen wir uns auf den Weg wieder nach Süden über die S39 am Timbavati River entlang. Für die 60 KM brauchen wir 3 Stunden, dabei haben wir das Gefühl wir hätten noch viel öfters und länger stehen bleiben können. Um 16:00 sind wir wieder bei toten Giraffe, es hat sich nichts verändert. Zebras, Gnus und ein Nashorn sind in der Nähe der Wasserstelle. Da fällt uns auf wir haben heute noch gar kein Nashorn gesehen, es wird auch das letzte im Krüger sein, weiter im Norden scheint es kaum noch welche zu geben. Dieser Nashornbulle wird uns aber lange in Erinnerung bleiben. Wir beobachten es wie es immer näher an die Wasserstelle und die Giraffe kommt, es geht ganz vorsichtig an die Giraffe beschnuppert sie und bewegt sich dann immer mit einer Fresspause auf uns zu. Wir stehen etwas erhöht, wir sind ganz ruhig, das Nashorn ist keine 10 m mehr vom Auto entfernt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir alleine, dann hören wir ein Auto wie es einbiegt und schräg hinter uns anhält. Das Nashorn bekundet seinen Unmut bei dem Lärm und wiegt mit dem Kopf, mit dem Horn pflügt es das Gras, ich werde nervös, mit Elefanten sind wir sehr erfahren, aber mit Nashörnern nicht. Nach vorne kann ich nicht wegfahren nach hinten steht das Auto, er erkennt aber die Situation und fährt rückwarts, ich lasse auch den Motor an, das Nashorn kommt noch näher man hört es schnauben, ich fahre zurück und dabei auf einen Stein, der wegspritzt, das Nashorn erschrickt und dreht sich sehr schnell um. Puh. Später im Pafuri sprechen wir mit Guides über die Situation, die Meinungen sind verschieden, Motor auslassen und warten meint einer, ein anderer meint das Verhalten war richtig. Ist ja gut gegangen, unserem Auto ist nichts passiert. Wir fahren zum Camp wo wir kurz vor 17:00 Uhr eintreffen, wieder nicht früher geschafft. Aber wir können uns noch umschauen (es ist noch hell) und sehen den Elefantenpfad der direkt hinter Bungalow Nr.1 vorbeigeht. Wir fangen gleich mit Kochen/Grillen an, da das Wetter nicht gut aussieht. Es gibt die Gnu-Spieße, Lamm und bayr. Kartoffelsalat. Kurz bevor alles fertig ist, beginnt es zu stürmen und zu blitzen. Wir schaffen es gerade noch fertig zu werden, essen dann aber innen. Es regnet nur ein paar Tropfen aber das Gewitter dauert lange. Gegen 21:00 Uhr gehen wir noch kurz auf den Hide, es sind keine Tiere am Wasserloch , vermutlich wegen des Wetters, es hat enorm abgekühlt nur noch 14°C. Gefahrene KM: 215 Zeit in Bewegung: 7:50
Freitag: Morgendliche Routine bis zum Tor, dann, meine Frau öffnet das Tor mit einer lauten Unmutsäuerung: Sch……..! Das Tor war frisch gestrichen und die Kette war noch voller Lasur, kam nicht so gut an. An der toten Giraffe halten wir kurz, keine Veränderung, wir fahren nach Norden, heute gibt es keinen Halt in Satara, wir haben ja die Wahnsinnstrecke von 330 KM vor uns, bis nach Pafuri und wir wollen um 15:30(tel. abgeklärt) zum Gamedrive ankommen. Wir fahren also teilweise 50KM/h auf der Teerstraße, kommt uns wirklich heftig vor. Um 10:00 sind wir am Mooiplaas Picnic Spot wo wir frühstücken(Belegte Brote hatten wir schon vorbereitet). Sehr schöner Platz an einer Stelle hat man Blick auf den Tsende River. Nördlich von Shingwedzi, wird die Vegetation etwas eintöniger, es ist dichter Mopane Busch auf beiden Seiten. Man merkt dass es Freitag ist (wie zu Hause) es kommen uns immer wieder Wohnwagengespanne entgegen, sind bestimmt alles Niederländer auf dem Weg nach Süden. Nachdem wir doch einige Wasserlöcher nicht auslassen konnten ist es fast 14:00 Uhr und wir haben immer fast noch 50 KM, und dann im Mopane Busch, welche Raubkatzen erwartet man hier überhaupt nicht? Richtig, Geparden. Eine Gepardin mit 3 fast erwachsenen Jungtieren. Als wir halten kommen sie auf die Straße, sie spielen Jagd mit einem Schakal. Nach einer Weile kommt von hinten ein Tanklaster der Fahrer freut sich auch über die Katzen, das Fahrzeug ist aber zu groß, sie verschwinden im Busch. Macht nichts, wir müssen ja weiter. Dann kurz vor dem Pafuri Camp noch auf der S60 treffen wir auf 2 Löwenweibchen die im Gras liegen. 2 Tage keine Raubtiere gesehen und heute das. Wir erreichen das Pafuri Camp in der Makuleke Concession kurz vor halb vier, die Wegbeschreibung ist sehr gut. Wir laden nur Gepäck aus, ziehen uns um und gehen auf Game Drive. Wir sind nur mit einem anderen deutschen Paar das seit 2 Jahren in Pretoria lebt, im Fahrzeug. Die Landschaft nördlich vom Luvuvhu River ist sehr verschieden, mal dichter Busch dann wieder Lichtungen und kleine Seen. Sehr abwechslungsreich. Uns gefällt der Drive sehr gut, unser Guide ist sehr aufgeschlossen und von „seinem“ Land total begeistert. Das andere Paar ist nicht ganz so happy, haben sich wahrscheinlich mehr Tiere erwartet. Wir kommen erst um kurz nach 19:00 wieder im Camp an, wir duschen noch schnell und dann geht es gleich zum Essen. Das Camp ist eine Lodge mit allem was dazugehört, sehr schön und fast luxuriös. Das Besondere aber ist die Bauweise. Alles: Zelte, Wege, Restaurant und Boma ist auf Stelzen, das ganze Camp ist nicht eingezäunt und die Tiere können unter den Stelzen durchlaufen. So sehen wir nach dem Essen auf dem Weg zum Zelt noch ein Hippo(beim Grasen) und ein Stachelschwein aus 2m Entfernung. Ein weiterer Vorteil der Stelzen ist, dass man nicht im Schlamm gehen muss, es hat vergangene Nacht ein ganz heftiges Gewitter gehabt, laut Leitung 30 L pro qm. Es gibt keinen Angestellten der jemals im Mai so etwas erlebt hat. Wieder ein toller Tag, wir sind schon auf Morgen gespannt, da sind wir mit unserem Guide alleine bei der Morgensafari und wir wollen einen Teil zu Fuß machen, das andere Paar will ausschlafen.
Gefahrene KM: 337 Zeit in Bewegung: 7:30 Tag: 22° Nacht: 13°
Details zur Lodge, Personal Spitzenklasse, sehr freundlich, genügend Fahrzeuge auch wenn voll, Essen sehr gut. Nicht günstig: 300€/Nacht + jeder Drive 40€ für 2 Personen. Das deutsche Paar meinte wir haben zu viel bezahlt sie hätten die Übernachtung für die Hälfte bekommen. Es ist kein Private-Game, also keine Garantie auf Big5. Die Artenvielfalt und Landschaft haben uns sehr beeindruckt. Die Atmosphäre war sehr angenehm, das Personal war nicht so übertrieben freundlich, wie manchmal in der Preiskategorie(finde nicht die richtigen Worte). Hier noch 2 Bilder.
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Samstag: Wir sind pünktlich um 6:00 Uhr fertig, Abfahrt wäre erst um 6:30 aber weil wir alleine sind mit „God free“ so nennt sich unser Guide, fahren wir schon früher los. Im offenen Wagen bei 12°C ist es trotz Decken sehr frisch. Wir halten auf unserer Tour oft an und gehen zu Fuß, er zeigt uns Stellen im Busch eine schöner als die andere aber nur zu Fuß zu erreichen. In der Nähe von Crooks Corner am Limpopo machen wir kleine Rast, er erzählt uns die Geschichte von Makuleke, sein Vater hat hier noch gelebt. Und wir sprechen über ANC und Mugabe, da wir ja nach Zimbabwe schauen. Er behauptet, Mugabe hat den ANC in den 80er Jahren massiv unterstützt und verfolgte Schwarze sind hier über die Grenze und zurück, deshalb übt heute keiner Kritik an Mugabes Politik. Er glaubt aber, sobald Mugabe gestorben ist, wird sich Zimbabwe erholen, er ist überzeugt es gibt kein zweites Mozambik, hoffentlich hat er Recht. Es war eine unserer schönsten geführten Pirschfahrten die wir gemacht haben. Wir sind die Letzten die beim Brunch um 10:30 ankommen, wir glauben, dass God free auch Freude mit uns hatte. Sollte jemand hier einmal herfahren „God free“ können wir empfehlen, so einen Guide findet man selten, gebildet und verliebt in die Natur. Beim Brunch gibt unser Nashornerlebnis immer noch Diskussionsstoff unter den Guides. Nach dem Brunch relaxen wir auf unserer Terrasse und schauen den Nyalas zu, die bei uns vor dem Zelt herumspazieren. Um 15:30 geht es wieder los(diesmal nicht alleine), der Himmel ist wolkenlos und wir haben einen schönen Sonnenuntergang. Wir treffen auf keine Raubtiere (für die anderen eine kleine Enttäuschung). Allerdings sehen wir bei der Rückfahrt 2 Stachelschweine. Gefahrene KM: 0 Zeit in Bewegung: Tag: 22° Nacht: 12°
FLFluchtmann112 Beiträge · seit 200820. Juni 2011 ·
Hallo Wolfgang, Glückwunsch zu Deinem Reisebericht. Mit dem Zeitproblem vor Gateschluss bist Du nicht alleine. Mir geht es genauso, obwohl ich von mir sage, dass ich Krügererfahrung habe. Ich habe mir ein straffes Zeitmanagemant mit Umplanungsmöglichkeiten zugelegt. Auch das geht schief. War Donnerstag vor einer Woche auf dem Weg zus Crocodile Bridge, über die H4-2. Abfahrt Lower Sabie 15.30. Zeit für 35 KM masse, Rechnung ohne den Wirt gemacht. 4 Km vor Crocodile Bridge 4 Löwen unterhalb des Gezantfombi Damm. 1 Kilometer weiter 2 Rhinos an der Strasse. Zeitplan im Eimer, Gate erreicht 17.28 Uhr. Man kann sich immer sehr schwer losreißen von diesen traumhaften Anblicken, obwohl es der 30 Löwe und das 20. Rhino war und man schon 2 Wochen im Park ist. Gebe Tinte auf den Füller und schreibe ganz schnell weiter. Herzliche Grüsse Hans-Jürgen
Hallo Wolfgang, bin bei deinem RB besonders auf den MOZ-Teil gespannt, da dort bisher nur wenige Foris waren. Aber auch der Tembe Park interessiert mich. Manchmal ist es gut, wenn man seine Vorbehalte überwindet, um dann eigene Erfahrungen zu gewinnen. Aus deinem bisherigen Bericht entnehme ich, dass es euch trotz anfänglicher Skepsis gut im Krüger gefallen hat. Es hat sich also gelohnt, seine Vorbehalte zu überwinden, um dann eigene Erfahrungen zu sammeln. Ich freue mich auf die Fortsetzung.
HippieThemenstarter607 Beiträge · seit 201023. Juni 2011 ·
so jetzt geht es wieder ein Stück weiter, in Bayern ist ja Feiertag Sonntag: Wir machen eine verkürzte Morgensafari und verlassen das Pafuri Camp gegen 9:00. Wir nehmen Kurs auf unsere letzte Station im Krüger: Shimuwini. Bis Shingwedzi nehmen wir wieder den gleichen Weg wie wir gekommen sind, dann fahren wir aber auf Gravel S50 nach Süden. Es ist sehr wenig los, fast keine Touristen , aber auch nicht so viele Tiere, man muss genauer schauen um welche zu sehen, aber das macht es auch reizvoll. Die Landschaft wird bestimmt durch Mopane-Busch. Wir erreichen das Bush-Camp bewusst schon um 16:30. Es ist nur ein Bungalow belegt, wir können auswählen welchen wir wollen, wir nehmen einen in der Mitte, von der Terrasse haben wir direkten Blick auf den Letaba, am gegenüberliegenden Flussufer ist ständig Betrieb von verschiedenen Antilopen. Wir sitzen bis 22:00 Uhr draußen, obwohl es nur noch 13°C hat und hören den Hippos bei ihrer Abendunterhaltung zu. Man hört auch einmal Hyänen. Der Bungalow ist für 2 Personen sehr groß. Die Terrasse ist der Hit, die Türen und die Ausstattung ist etwas älter, aber es ist sauber. Für uns ist dieses Camp der absolute Favorit unter den 3 Bushcamps in denen wir waren. Gefahrene KM: 208 Zeit in Bewegung: 6:00 Tag: 22° Nacht: 13°
Montag: wir lassen uns etwas Zeit, da wir den Sonnenaufgang am Letaba noch abwarten wollen. Um 6:35 fahren wir in Richtung Phalaborwa, ein „kleiner“ Umweg zum Frühstück in Letaba, aber wir brauchen Bargeld und wollen tanken. Bevor man auf dieH14 kommt, kann man am Letaba entlang fahren, sehr schöne Ausblicke. Auf der H14 treffen wir dann auf Hyänen die die Straße „säubern“. Wir schauen ihnen eine Weile zu und fahren dann an ihnen vorbei, sie sind überhaupt nicht scheu. Kurz nach der Einmündung auf die H9 dann beinahe eine Crash, ein Fahrzeug vor uns, ein stehendes Fahrzeug auf der gegenüberliegenden Seite in einiger Entfernung. Mann sollte nicht 3 Sachen gleichzeitig tun: Autofahren, Telefonieren(und das noch mit der Arbeit) und noch nach Tieren schauen. Ein „Vorsiiiiiiiiicht“ von der linken Seite, eine Vollbremsung, Ausweichen, der Toyota schaukelt gefährlich, ich komme aber vorbei. Das Fahrzeug vor uns hatte angehalten, noch bevor wir an dem stehenden Fahrzeug waren. Das war knapp, die Stimmung ist etwas gedrückt. Wir heben direkt nach dem Gate Geld ab und tanken, es ist erst 8:00 Uhr und nichts los, gleich 4 Tankwarte wollen uns bedienen. 15 Min. später sind wir wieder im Park und fahren nach Letaba. Wir sind erst um 10:00 beim Frühstück, hier gibt es kein Büfett, das Frühstücken dauert dafür nicht so lange, aber wir genießen die Aussicht und bleiben nicht ganz eine Stunde sitzen. Fast zu lange, die Gegend hier und die verschiedenen Punkte am Letaba wollen alle besucht sein, wir sind wieder mal hin und weg. Wir fahren zum Englehard Dam an die Hides und dann zum Ollifants-Rest Camp(auf den Punkt gebracht: ein minutenlanges wow). Also in diesem Teil vom Krüger kann man auch mehrere Tage, wenn nicht eine ganze Woche, verbringen. Wir wundern uns, dass kaum Gäste da sind. Um 15:00 nehmen wir den kürzesten Weg zurück, wo wir dann um 16:30 angekommen wären, wenn nicht kurz vor Shimuwini eine Elefantenherde auf dem Weg gewesen wäre. Die Elefanten klein und groß laufen sehr nahe am Auto vorbei. Nach 15 Min. warten, ach war das anstrengend, sind wir dann am Camp. Der Abend ist wieder sehr schön, wir gehen noch auf den Hide(es sind Elefanten im Fluß) und denken nicht an Morgen, sondern lassen die Ereignisse Revue passieren. Gefahrene KM: 240 Zeit in Bewegung: 7:05 Tag: 22° Nacht: 13° ;
Dienstag, Pünktlich um 6:00 verlassen wir das Camp und fahren nach Mopani, wo heute unser letztes Frühstück im Krüger sein soll. Unterwegs treffen wir wieder auf Hyänen die an der Straße nach Kadaver suchen (Unterstellung). Wir fahren etwas zügiger und sind um kurz vor 8 beim Frühstücken, auch kein Büfett, macht nichts, die Aussicht auf den Stausee können wir alleine genießen. Um 08:35 brechen wir Richtung Moz. auf. Im Auto ist es still, ich breche das Schweigen ungefähr so: eigentlich habe ich gar kein Verlangen auf Meer. Meine Frau stimmt mir voll zu, ist von mir überrascht, da ich ja nicht der Tierfanatiker bin. Man kann es so zusammenfassen: wir waren volle 8 Tage hier, waren praktisch über 100 Stunden in der Natur, sind dabei 1584 KM gefahren und sind überhaupt nicht müde, sondern total relaxed. Gott sei Dank lesen das nur ebenso Verrückte, normal Sterbliche können das niemals verstehen. Beim nächsten Mal werden wir weniger fahren, dieses Mal war ja auch das Ziel, möglichst einen Eindruck vom ganzen Park zu bekommen. Der Krüger wird uns bestimmt wieder sehen, aber auch nur im Mai und mehr in der Mitte und im Norden. Im Verhältnis zu anderen Nationalparks hat der Krüger auf uns etwas weniger natürlich gewirkt, durch die vielen Dämme ist die menschliche Regelungswut sichtbarer. Vermutlich wird diese Art des Naturschutzes(mit perfekter Vermarktung) aber die einzige sein, um in ferner Zukunft, die Tierwelt in Afrika sehen zu können. Empfehlen werden wir ihn unserem Bekanntenkreis, es gibt da einige die immer wieder unser Fotos/Videos anschauen und dann doch nicht fahren. Auf jeden Fall werden wir ihnen eher den Krüger als Etosha oder Kgalagadi als Selbstfahrer empfehlen.
Mozambique: Um 9:55 Uhr erreichen wir Giriyondo. Kein Auto da, viele Grenzbeamte, das kann ja lustig werden. Wir gehen ins Büro werden freundlichst begrüßt, alles geht in Atem beraubenden Tempo. Dann zum Auto, ein Zöllner fragt uns auf Deutsch wie uns der Krüger gefallen hat und warum wir jetzt nach MOZ fahren, es wird nichts kontrolliert, nach 15 Min. davon 10 Min. Smalltalk sind wir durch. Unglaublich, dass so etwas in Afrika möglich ist. Wir können uns nicht erinnern, dass wir jemals an einem innerafrikanischen Grenzübergang so schnell und freundlich abgefertigt wurden. Wenn ich da an BOZ oder ZAM oder Algerien(unser Rekord 3 Std bei 35°) denke. Froh gelaunt fahren wir gen Osten, den LimpopoNP lassen wir sozusagen links und rechts liegen, außer einem Dugger treffen wir auf keine Tiere, wie erwartet. Die Straße finden wir nicht so wild, wie von manch einem beschrieben. Nach 2 Std erreichen wir Massingir. Ansonsten ist es wie von anderen schon gesagt oder im Hupe beschrieben, schon weit vor dem Gate, wird Landwirtschaft im Park betrieben. Auf der Strecke bis Chokwe sind einige Baustellen, die aber fast alle Umfahrungen links und rechts neben der Straße haben, es ist kaum Verkehr und wir kommen gut voran. In Chokwe ist richtig was los, entlang der Hauptstraße ist Markt vermutlich jeden Tag. Man kann nur Schritttempo fahren und dabei gleich ein Blick auf die Waren werfen, vor lauter Schauen verpassen wir die Abzweigung nach ??? . Wir nehmen nach dem Markt irgendeine Straße links und wollen uns vom Navi leiten lassen, nachdem wir im 2. Hinterhof landen, bleibe ich auf einem Weg der Richtung Nordenosten führt. Hier sind wohl selten Weiße, jedenfalls winkt uns jeder zu und lächelt, Versuche nach dem Weg zu fahren scheitern an der Sprache. Eine Empfehlung, ohne genügend Bodenfreiheit sollte man nicht in den Ort fahren, und auf der Teerstraße bleiben, man kommt eher durch den Limpopo Park als durch den Ort. Die Straße endet an einer Querstraße die direkt zum Kreisverkehr und somit zur Brücke führt. Die Maut zahlen wir in Rand, da wir noch kein Metical haben. Der Kurs ist ungefähr 50% schlechter als in der Bank, wir verhandeln aber nicht, sondern gratulieren dem Pförtner mit einem Lächeln zu seinem guten Geschäft, er versteht uns und beteuert, dass das Vorschrift ist. Spielt keine Rolle es geht nur um 1 € Unterschied. Die Straße wird, je näher man an die EN1 kommt immer besser. Auf der EN1 haben wir noch 27 Km bis wir zur Abzweigung(kurz hinter Chizavane) zu unserer Unterkunft Nascer dul sol(Ankunft 16:05 www.nascer.co.za). Die hatten wir im Internet ausfindig gemacht liegt direkt am Weg nach Norden, wir hatten aber keine Anzahlung gemacht, da Buchung mit Kreditkarte nicht möglich war. Wir sind gespannt, ob alles klappt. Die Wegbeschreibung ist auf jeden Fall schon mal super. Der Weg von der EN1 bis zum Hotel ist etwas eng und ich brauche das 1.Mal den Allrad (10 KM tiefer Sand und hügelig). Wir werden erwartet, alles passt auch unseren reservierten Bungalow erhalten wir, bezahlen(800 Rand) müssen wir sofort, wir sind ja nur eine Nacht da und wir sollen im Restaurant reservieren, wenn wir zu Abend essen wollen. Schöne Aussicht aufs Meer. Der Bungalow(wir hatten ihn im Internet gewählt es gibt auch Kleinere und Günstigere) ist sehr geräumig alles sauber, technisch gibt es ein paar Mängel, Wasserhahn tropft, Toilettenspülung klemmt wodurch das Wasser immer läuft, kann aber durch öffnen des Spülkastens von Hand gestoppt werden. Es ist sehr warm (26°), wir öffnen alle Fenster. Wir packen nicht viel aus, gehen gleich ins Restaurant das ein paar Meter unterhalb von uns ist, ein Bier trinken. Nettes Personal und auf der Terrasse ist eine Gruppe junger Südafrikaner man kommt gleich ins Gespräch. Wir wählen unser Abendessen aus, und bestellen es auf 19:30 (wird vom Koch so gewünscht, dass er planen kann). Als es dunkel wird, machen wir uns frisch und sind dann pünktlich zum Abendessen zurück. Für mich gibt es Tintenfisch und für meine Frau Steak, ich fand es gut, meine Frau meint: geht schon. Die Preise sind moderat, insgesamt bezahlen wir 300 Rand (inkl. Bier am Nachmittag). Wir bleiben bis 23:00 draußen sitzen.
Gefahrene KM: 453 Zeit in Bewegung: 7:50 Tag: 26° Nacht: 22° (MOZ)
Mittwoch: 6:00 stehen wir auf, wir haben nicht so gut geschlafen, über 20°C sind wir nicht gewohnt. Vielleicht fehlten auch die gewohnten Geräusche, kein Paviangeschrei, kein Löwengebrüll kein Hyänenlachen, man hört nur das Meer rauschen. Wir machen einen ausgedehnten Strandspaziergang (herrlicher Sonnenaufgang), nach 2 Stunden sind wir etwas geschafft und haben richtig Hunger. Wir frühstücken im Restaurant (100 Rand zusammen), packen und machen uns gegen 10:00 auf den Weg nach Inhambane. Die EN1 ist komplett neu, mit Straßenmarkierung und Beschilderung. Nach der Abzweigung auf die 101 nach Inhambane ist wieder alles normal. Wir hatten keine Kontrolle, Radar haben wir auch nicht bemerkt. Wir erreichen Inhambane kurz vor 13:00 Uhr. Wir wollen uns ein wenig umschauen, Geld wechseln, tanken, einen Kaffee trinken. Es braucht alles seine Zeit, auf der Bank streikt der Computer, bzw. sie haben kein Netz, die Dame entschuldigt sich 100mal, da die ganze Prozedur mit Pass und so, schon fertig war. Da in der Bank nicht viel los war, kommt es gleich zu einem Gespräch über MOZ und Inhambane. Ein weiterer Angestellter gesellt sich dazu, er meint der ATM um die Ecke könnte schon gehen. Er geht gleich mit raus, und da stehen auch einige Leute davor. Es scheinen nur Einheimische zu sein, er spricht kurz, und schiebt mich ganz vorne hin, oh ist das peinlich. Er beruhigt mich aber und meint, er habe schon erklärt, dass es innen Probleme gab. An der Tankstelle ist auch einiges los, es gibt nur eine Zapfsäule für Diesel, ein Südafrikaner spricht uns an. Er gibt uns gleich seine Adresse in Tofo und von seiner Frau(Deutsche) in der Nähe von Joh.Burg. Da er auch portugiesisch spricht, bildet sich eine kleine Gruppe, eine Bananen Verkäuferin kommt auch noch dazu. Die kleinen Bananen köstlich, die Gespräche herrlich. Niemand ist aufdringlich, auch wenn er etwas verkaufen will, sehr freundlich und aufgeschlossen. Schluß endlich fällt der Kaffee aus, wir laden kurz um und nehmen noch 2 Einheimische(leider nur wenig Englisch) mit, Richtung Barra/Tofo. Kleiner Umweg noch, wegen unserer Mitfahrer, unser Hotel/Lodge erreichen wir gegen 15:30. Der Unterschied zu gestern und letzte Woche ist extrem, es ist sehr schön, dem Preis(200€ HP pro Paar) angemessen, eben eine Lodge. Zum Abendessen gibt es ein 4 Gänge Menü, wählbar Fisch oder Fleisch, hervorragend Küche.
Gefahrene KM: 256 Zeit in Bewegung: 3:30 Tag: 28° Nacht: 23° MOZ
vielen Dank für den spannenden Reisebericht! Würdest Du die Unterkunft "Nascer" empfehlen, um dort ein paar Tage zu entspannen? Die Internetseite sieht ja sehr schön aus. Aber was meinst Du dazu, nachdem Ihr ja vor Ort wart?
Bin schon auf die Fortsetzung gespannt! Grüße, Nunanani
HippieThemenstarter607 Beiträge · seit 201024. Juni 2011 ·
Hallo Nunanani, das ist eine schwere Frage😕 . Wo übernachtet ihr den normal(blöd was ist normal). Es ist etwas abgewohnt und könnte eine Renovierung vertragen. Aber es war alles tip top sauber. Auch der Kühlschrank und die Kochgelegenheiten. Die Lage ist sehr schön. Länger entspannen, ich weiß nicht ob man da schnorcheln kann, schwimmen geht auf jeden Fall. Der Strand war leer, bis auf ein paar Gäste. Liegestühle habe ich keine gesehen. Klimaanlage gibt es keine, aber mehrere Standventilatoren. Wir fanden den Preis etwas überhöht, aber wir waren ja nur eine Nacht. Die Südafrikaner(6 junge Leute zwischen 20 und 30) waren sehr zufrieden. Wer Ruhe sucht und dem Meerrauschen zuhören will, der ist hier richtig. Ich drücke es mal so aus: meine Frau stellt für längeren Aufenthalt höhere Ansprüche, für mich wäre es ok gewesen auch länger zu bleiben. Achso, das Personal war sehr freundlich, aber das findest du in MOZ überall, zumindest war es bei uns so. Ich kann ja eins von meinem Bericht vorwegnehmen, was hat uns an MOZ am meisten beeindruckt und gefallen: die Mozambikaner. Grüße Wolfgang
Hallo Wolfgang, Ruhe und Meeresrauschen klingt sehr gut. Wenn noch dazu alles sauber ist, die Leute nett und man am Meer spazieren und vielleicht sogar schwimmen kann, dann klingt das sehr gut. Abgewohnt stört uns eigentlich nicht. Uns ist es wichtiger, dass das Drumherum also die Landschaft und die Leute passen. Ich denke, wir werden da hinfahren und ich bin schon sehr auf die Mozambiquaner gepannt. Vielen Dank für die Antwort. Grüße, Nunanani
Hippie schrieb:Man kann es so zusammenfassen: wir waren volle 8 Tage hier, waren praktisch über 100 Stunden in der Natur, sind dabei 1584 KM gefahren und sind überhaupt nicht müde, sondern total relaxed. Gott sei Dank lesen das nur ebenso Verrückte, normal Sterbliche können das niemals verstehen.
Ja, ich kenne auch welche, die nicht verstehen können, was so toll beim Tiere "gucken" ist. Ich kann es auch schlecht vermitteln, außer zu sagen, es ist die (An-)Spannung, da man nicht weiß, welche Tiere man sieht, oder was passiert, wenn Raubtiere in der Nähe ihrer Beute sind.
Freue mich schon auf die Fortsetzung deines Berichtes.
HippieThemenstarter607 Beiträge · seit 201026. Juni 2011 ·
Donnerstag-Samstag ich fasse die 3 Tage zusammen da wir nicht viel unternommen haben. Wetter war sehr unterschiedlich, am Donnerstag war es noch sehr warm, trotz starkem Wind. Danach hat es umgeschlagen, nur noch 23°, es geht ein kühler Wind(für Bayern Sturm). draußen Essen ist nicht möglich. Baden(Wasser 26°) ging schon, wenn man ein windgeschütztes Plätzchen hatte. An dem Hotel(www.barraresorts.com/flamingo-bay-home-of-flamingo-bay/#) gibt es nichts auszusetzen, gehobene Klasse, Personal spitze, Architektur mal was anderes(Mangroven). Die Lage ist einmalig, zum Schwimmen muss man aber in ein anderes Hotel mit Auto 5 Min. (jede Stunde ein Kleinbus). Das Hotel war fast ausgebucht, was man aber nicht bemerkte. Wir waren die einzigen Europäer. Bei uns ist nur während der Flut eine Wassertiefe von max. 1,50. Vom Chalet hat man eigene Treppe ins Wasser. Schnorcheln waren wir nur einmal, hätten wir gleich am Donnerstag machen sollen, nach dem Wetterumschwung gab es Quallen. Beim Schnorcheln sahen wir keine Walhaie, Delphine(die gar nicht scheu waren, wie angekündigt), dafür schon. Der Guide und Driver vom Boot konnten es gar nicht fassen, dass keine Walhaie zu sehen waren, unsere Tour dauerte dadurch fast doppelt so lange als gebucht. Ausflüge haben wir dann noch nach Inhambane und Tofo mit eigenem Fahrzeug und einem Führer (wegen Sprache) durchgeführt, ohne portugiesisch Kenntnisse macht es keinen Sinn sich unters Volk zu mischen. In Tofo sprechen viele Englisch aber 3 KM außerhalb ist es schon wieder vorbei. Gefahrene KM: 74 Tag: 28°-23° Nacht: 23-18° MOZ ;
Sonntag Nach dem Frühstück brechen wir um 7:30 Uhr Richtung Maputo auf, ein Angestellter bittet uns noch seine Frau nach Inhambane mitzunehmen, kein Problem, leider können wir nicht mehr in Erfahrung bringen, warum er so drängte, es sah so aus als wäre es nicht erlaubt, die Gäste um so etwas zu bitten(seltsam). Kurz vor Inhambane kommen wir in eine Kontrolle, sehr freundlich(Englisch), alles in Ordnung unser Passagier muss sich nicht ausweisen hier reicht anscheinend portugiesisch. Bei der Einmündung auf die EN1, die nächste Kontrolle mit Radar, auch wieder sehr freundlich, dauerte nur etwas länger. Es geht so weiter, im Schnitt alle 70 KM eine Kontrolle, nur eine war sehr unangenehm (fast eine halbe Stunde). Anscheinend hatten die noch keinen Umsatz gemacht, wir waren nicht angeschnallt, wie auch bei den anderen Kontrollen vorher. Soll umgerechnet 25€ kosten, ich weigere mich, kein Schwarzer ist angeschnallt, ich fordere ihn auf jeden anzuhalten, schließlich lässt er uns ziehen. Für uns sieht es so aus, als wenn am Sonntag Kontrolltag sei. Bis Xai-Xai ist wenig Verkehr, wir halten die Geschwindigkeitsbegrenzung immer ein, bei 100 km/h werden wir von den wenigen Autos, die unterwegs sind, überholt. Die Einheimischen genießen anscheinend ihre neue Straße. Um 14:30 erreichen wir die Stadtgrenze von Maputo und überlegen schon, ob wir noch eine kleine Runde in Maputo drehen, bevor wir auf die Fähre gehen. Die Fähre ist ja nicht weit vom Zentrum. Leider kommt es anders, eine Baustelle und Stau, es geht chaotisch zu, alle scheinen es sehr eilig zu haben, es wird gedrängt, umfahren(zwischen den Baufahrzeugen), in Gegenrichtung genauso Stau, die Straße ist nur 2spurig aber wir stehen 4spurig, die Spiegel muss man einklappen, sonst werden sie eingeklappt. Auffällig ist, dass wir in den Autos fast keine Weiße(entweder es sind keine unterwegs oder die kennen den Stau) sehen nur Schwarze und Gelbe. Um 16:00 Uhr erreichen wir die Fähre, kein Anstehen wir können sofort darauf, die Auffahrt auf die Fähre geht nur mit hoher Bodenfreiheit, der Landcruiser schrubbt hinten kurz auf den Bohlen. Die Fähre ist nicht voll, als sie losfährt, viele Fußgänger ca. 1/3 gelb und 2/3 schwarz, wir sind die einzigen Weißen. Wir wunden uns, wo denn die vielen Chinesen hingehen, wir dachten die leben in Maputo und nicht in Catembe. Die Überfahrt dauert nur 5 Min. auf der anderen Seite ist richtig was los, viele haben anscheinend einen Sonntagsausflug nach Catembe gemacht und wollen jetzt zurück nach Maputo (hier muss man bestimmt 1-2 Stunde warten, bis man mit der Fähre mitkommt). Duma hatte das in seinem Reisebericht „MOZ 2010“ ja vermutet. Wir fahren zum Catembe Gallery Hotel, paar KM von der Fähre. Das Hotel liegt schön und bietet einen guten Blick auf Maputo. Das Essen ist ausgezeichnet, wir essen beide Fisch.
Gefahrene KM: 519 Zeit in Bewegung: 6:44 Tag: 26° Nacht: 19°
HippieThemenstarter607 Beiträge · seit 201030. Juni 2011 ·
Montag
Wir sind um 7:00 beim Frühstück(jetzt wieder im Freien), alles schon gepackt, um 7:30 machen wir uns auf den Weg zum Maputo Elefant Park. Nach ein paar KM löst sich das Rätsel, wo denn die Chinesen alle hingegangen sind. Entlang der schlechten Straße sind sehr große Fabrikanlagen, einige in Bau, an den Firmenschildern und Bautafeln überall chinesische Schriftzeichen. Gefühlt von Msime bis fast zur Nordspitze vom Park. Für die 70 KM bis zum Gate brauchen wir 1,5 Std. Unsere Erwartungen in Bezug auf Tiere zu sehen sind gering, (Reisebericht+Hupe), da der Park aber auf dem Weg liegt, wollen wir zumindest ½ Tag reinschauen/durchfahren und die Besucherzahlen erhöhen. Wir versuchen am Gate Informationen zu erhalten, ob wir den Park im Süden verlassen können. Wir scheitern wieder einmal an der Sprache. Also dann fahren wir mal nach Navi und schauen was da kommt. Für 4x4 Tiefsandfans ist der Park zu empfehlen, die Technik des Allrads wird mit allen Variationen benötigt. Die Wege sind manchmal halb zugewachsen und an einigen Stellen steil. Wir fahren zuerst Richtung Osten bis zum Lake Zuali auf der Westseite treffen wir dann auf die ersten Tiere: Rinder und Ziegen. Wir sind enttäuscht so tief im Park auf Haustiere zu treffen. Danach fahren wir Richtung Süden am Ostufer vom Lake Maunde(hier gibt es Hippos) entlang, die Wege stimmen nicht mit T4A überein. Wir drehen um und nehmen den Rückweg zum Gate über den Xingute Dam. Tiere haben wir bis auf Hippos keine gesehen, allerdings mehrfach Elefantendung, es muss also noch Elefanten geben. Landschaftlich ist der Park ein Highlight, sehr abwechslungsreich. Hier am Meer in der Einsamkeit zu zelten, bestimmt etwas ganz Besonderes. Wir verlassen den Park kurz nach 14:00 und fahren nach Punta do Ouro, für die nicht ganz 50 KM brauchen wir 105 Min. Wir haben im Praia de ouro Sol(www.praia.co.za) reserviert (HP), das Restaurant ist aber montags geschlossen. Wir gehen dann im Ort essen. Die Preise sind der Hammer, Cappucino 2,50€ Pizza 9 €, Bier 1,80. Das Vergnügen kostet uns schlappe 35 €, hat aber geschmeckt. Was an dem Ort so schön sein soll, können wir nicht nachvollziehen, aber wir sind auch weder Wassersportler noch 4x4Enthusiasten.
Gefahrene KM: 175 Zeit in Bewegung: 7:15 Tag: 25° Nacht: 18°
Dienstag Wir frühstücken im schönen Restaurant, heute ist ja offen, fahren dann noch mal in den Ort, ob wir etwas übersehen haben und machen uns dann um 10:00 Uhr auf den Weg nach Tembe. Die Strecke bis zur Grenze ist nicht so wild wie gestern, in einer halben Stunde sind wir dort. An der Grenze ist nichts los, in 20 Min. sind wir durch. Mal wieder wird uns Holz abgenommen, ich lerne es nie (auch original verpackt in SA aus dem Supermarkt). Ich übertreibe es etwas, „möchten Sie die Quittung vom Shop im Krüger sehen?“ frage ich die Beamtin, sie wird ärgerlich und ich gebe Ruhe. Das war der Kurz-Trip Mozambique, mein Resume: MOZ ist ein aufstrebendes Land, mir fiel der Optimismus bei den Menschen besonders auf, auch ihr Wohlwollen gegenüber den Chinesen. Für Natur besteht wenig Interesse, es zählt Wirtschaftswachstum, was verständlich ist. Mozambique wird die angestrebten 10% Wirtschaftswachstum durch die enormen Investitionen in die Infrastruktur wahrscheinlich in 2011 schaffen. Die Ausbeutung der Rohstoffe vor allem an Kohle ist im Gange. Naturschützer werden es in nächsten Jahren noch schwerer haben. Die Offenheit und die Freundlichkeit der Menschen war beeindruckend. Ich würde gerne noch mal wiederkommen, und noch mehr Tage mit Führer(wegen Sprache) unterwegs sein. Meiner Frau ist nicht so begeistert wie ich, von den Leuten schon, aber für einen längeren Aufenthalt würde sie die Tiere „an Land“ vermissen.
Wir erreichen Tembe gegen Mittag, am Parkeingang werden wir angewiesen gleich zum Camp(5Min vom Gate weg) zu fahren, obwohl wir so früh da sind. Wir werden mit einem Ständchen begrüßt, deshalb die Eile. Unser Zelt ist riesig, wir packen aus, lassen uns alles erklären und fahren um 13:00 Uhr noch zum Hide, der nur ca 3 KM vom Camp entfernt ist. Das einzige was es zu bemängeln gibt, am eingezäumten Camp direkt, gibt es kein Wasserloch oder Hide. Aber man kann ja mit eigenem Fahrzeug fast alle Wege selbst befahren. Der Hide ist toll gemacht und der Ausblick auf das Wasserloch sehr schön, hier ist auch die Webcam (www.tembe.co.za/webcam.htm) installiert. Wir bleiben fast 2 Stunden sitzen, das angebotene Mittagessen lassen wir ausfallen. Es ist wirklich alles so wie beschrieben, zwischen 11 und 15 Uhr sieht man garantiert Elefanten, und die sind auch wirklich eine spezielle Art (größer und mit riesigen Stoßzähnen). Zum Nachtmittags Game-Drive sind wir zurück im Camp. Beim Game-Drive außer 2 Löwen keine Besonderheiten, weniger Elefanten gesehen als wenn man auf dem Hide sitzt. Das Abendessen im Freien ist ganz gut, aber wenn man länger sitzt wird es doch etwas kühl.
Gefahrene KM: 85 KM Zeit in Bewegung: 0:00 Tag: 25° Nacht: 15°
Mittwoch: Um 6:00 Uhr geht es auf den Morning-Drive es hat nur 11°, trotz Decken frieren wir im offenen Fahrzeug. Wir sehen von den Big5 alle außer Leopard. Der Guide erklärt mir auf Nachfrage: die Nashörner im Park sind sehr scheu, weil die Verwaltung sie auf 45 begrenzt, da nicht genügend Gras vorhanden sei. Die Nashörner werden gefangen und an andere Parks verkauft. Ansonsten sehen wir noch viele Impalas, Gnus und Nyalas. Der Park ist sehr tierreich, und der Guide meint auch, dass die Löwen hier fett seien auf Grund des Angebotes, wir empfanden sie als ganz normal. Um 9:30 sind wir zurück, wo es dann ein gutes Frühstück gibt. Um 11:00 begeben wir uns in unser Zelt, wo wir eigentlich nur duschen und ein wenig ausruhen wollen um dann wieder auf den Hide zu gehen. Ich entdecke aber am Zelt , dass neben der Terrasse außerhalb vom Zaun(unser Zelt steht direkt auf der Camp-Grenze) ein Vogelbad ist, in dem ein Schlauch mündet. Ich finde den Wasserhahn, fülle das Bad, nach kurzer Zeit kommen die ersten Vögel, dann noch Nyalas und ein Ducker. Somit fiel die Fahrt zum Hide aus, weil es auf der Terrasse so schön war, das Mittagessen sowieso.
Um 15:00 geht es wieder auf geführte Pirsch, leider werden wir, nachdem neue Gäste angekommen sind, einer anderen Gruppe und Guide zugeteilt, der Guide ist spitze, aber mit den 3 anderen Gästen können wir nicht. Der Guide fragt nach, was wir schon gesehen haben, und was wir gerne sehen würden. Auf unsere Antwort, dass wir heute Morgen die Big4 gesehen haben, kommt die Bemerkung eines holländischen Gastes: „dann ist das ja abgehakt und wir brauchen bei Löwen nicht anhalten“ wir sind etwas irritiert, erwidern aber nichts. Das andere Paar im Auto sind Südafrikaner, die schon zum 5.Mal hier sind (und immer diesen Guide haben), sie sind Vogelliebhaber, und erhalten verständlicher Weise eine Sonderbehandlung. Wir werden auf viele Vögel aufmerksam gemacht die wir sonst nicht gesehen hätten, war interessant. Als wir dann wirklich auf 2 Löwen beim Verspeisen eines Warzenschweins(5m neben dem Weg) treffen, wird es peinlich, die Südafrikaner filmen, wir beobachten, Meldung aus Holland nach 2 Min. „können wir jetzt weiterfahren“, Meldung aus Südafrika: „wenn sie mit dem Guide alleine sein wollen, dann müssen sie das buchen“. Meldung von mir: „sie können ja solange wir stehen, aussteigen und sich ein wenig die Füße vertreten“. Danach ist Funkstille im Auto. Schade, das Risiko hat man bei geführten Pirschfahrten halt. Wir sind dann auch schon um 18:00 am Camp zurück. Beim Abendessen und danach sitzen wir dann mit einem anderen südafrikanischen Paar von heute Morgen zusammen. Die waren schon von den Guides informiert, dass es bei der Gruppe vom beliebtesten Guide Probleme gibt, die Buschtrommeln hört man hier anscheinend sehr weit. Der Guide selbst kam auch noch dazu, er wollte sich entschuldigen, wir beruhigten ihn aber, dass er da nichts machen kann, das Problem sind die Touristen also wir und nicht er. Wir wollten noch wissen, warum denn ausschließlich im Süden des Parks gefahren wird, die Begründung war, dass im Norden kaum noch Wasser sei, sodass die Tiere mehr im Süden sind, außerdem braucht man 45 Min. um dort hinzufahren. Wir beschließen Morgen selbst zu fahren um den Norden auch zu sehen. Er holt dann die Karte und zeigt wie wir am Besten fahren sollen, wo welche Tiere zu erwarten sind, und meint: wenn wir wollen können wir auch schon vor 6:00 Uhr starten, das sei kein Problem.
Gefahrene KM: 0 KM Zeit in Bewegung: 0:00 Tag: 23° Nacht: 11°
Günter Franz915 Beiträge · seit 201030. Juni 2011 ·
Besten Dank für diesen interessant zu lesenden Abschnitt über den Tembepark. Wir sind seinerzeit nicht selbst gefahren innerhalb des Parks weil wir die Wege für zu tiefsandig hielten. Da Du nichts weiter dazu schreibst gehe ich davon aus, dass sie gut zu fahren waren ! Eindrucksvoll auch Dein Elefantenbullenfoto. Ich hatte das zuvor für übertrieben gehalten, die Stoßzähne der Tembeelefanten sind jedoch wirklich ganz besonders groß.
Tembe war in verschiedener Hinsicht einer unserer Höhepunkte bisher in SA. Da würden wir jederzeit wieder hingehen. Schöne Grüße Günter
HippieThemenstarter607 Beiträge · seit 201030. Juni 2011 ·
Hallo, also ich bin nicht fertig geworden, das kommt dann am nächsten Tag. Man braucht keinen Allrad aber Bodenfreiheit schon, es gibt ein paar kurze Stellen die sind tiefsandig. Viele Grüße Wolfgang