THEMA: #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari»
29 Apr 2020 22:21 #587687
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Freitag, 18. Januar 2019
Kalahari Transfrontier Park (Nossob Restcamp)

Taktik für heute: ans nächst gelegene Wasserloch fahren und abwarten. So stehen wir am Morgen fast dreieinhalb Stunden bei «Cubitje Quab» in Erwartung der einen oder anderen interessanten Szene.


Einmal mehr wunderschöne Morgenstimmung, hier am «Qubitje Quab» Wasserloch, ca. 10km nördlich von Nossob.

Wie immer sind etliche Schakale da und die Vogelwelt ist in ihren üblichen Delegationen vertreten. Wir beobachten aber eine interessante Reihenfolge, in der die Vögel zum Trinken kommen: zuerst, mit den ersten Sonnenstrahlen, kommen hunderte Kapturteltauben, später Burchell's Sandgrouse, dann einige Namaqua Dove.





Die Schakale stellen ein weiteres Mal ihre äusserst geschickten Jagdtechniken erfolgreich unter Beweis und fangen einige der Vögel.









Ansonsten zeigen sich noch eine einzelne Oryx und eine kleinere Herde Kudukühe.



Dann fahren wir zurück auf unsere Campsite und bereiten uns intensiv auf den nächsten Gamedrive am Abend vor.

Wir erinnern uns an die für heute ausgegebene Taktik: das nächstgelegene Wasserloch in südlicher Richtung ist «Rooikop». Dort ist mal so richtig gar nichts los, ausnahmsweise sind nicht einmal die sonst omnipräsenten Tauben da. Aber keine Angst, unserer guten Stimmung tut das überhaupt keinen Abbruch und wir haben es sehr lustig bei uns im Auto. Wir flachsen rum und lachen uns einen ab, da taucht auch schon eine Braune Hyäne vor uns auf der Piste auf. Um besser im Licht zu stehen, parkt Beenie das Auto noch um und dann müssen wir ein paar Minuten warten, bis sich die Hyäne bis knapp vor das Wasserloch traut. Irgendetwas passt ihr dann aber doch nicht, sie dreht wieder ab und verschwindet im Gebüsch.

Bei der Rückkehr im Camp schaue ich kurz im Hide vorbei - nichts. Wie mir ein Paar aus der Schweiz am nächsten Morgen erzählen wird, seien nachher grad - wohl nur ein paar Minuten später - ein ganzes Rudel Löwen am Platze erschienen. Zwei am paaren, dazu Mütter mit nicht weniger als sechs Kleinen. Während wir auf der Campsite am Kochen* waren. Manchmal ist man am richtigen Wasserloch, manchmal eben nicht.

* im Shop hatten wir Rahm (Übersetzung für Friederike: Sahne) entdeckt und darum hatten wir den spontanen Einfall und einen Riesenbock darauf: Rindsgeschnetzeltes an einer Zwiebel-Weisswein-Rahmsauce, Safranrisotto und Grüne Bohnen. Ag man, dit was lekker!


Tageshöchsttemperatur: 39° C
Gamedrive #13: 19,9km
Gamedrive #14: 8,3km



Samstag, 19. Januar 2019
Kalahari Transfrontier Park (Nossob Restcamp)

In der Nacht und Frühmorgens ist immer wieder Löwengebrüll zu vernehmen. Daher wollen wir uns in den Hide sitzen, aber Beenie hat starke Kopfschmerzen und muss eine Aspirin nehmen und noch etwas liegen bleiben. Daher gehe ich schon mal vor, aber natürlich ist weit und breit nichts zu sehen von den Katzen. Eine grössere Herde Springbock kommt zum Trinken, später eine Herde Gnus.





Und natürlich sind wieder hunderte von Kapturteltauben da, dieses Mal jagt ein Lannerfalke erfolgreich nach ihnen.




Red-billed Quelea

Beenie stösst etwas später dazu, wir beobachten das grosse Nichts und spielen dazu eine Partie Scrabble auf meinem iPad. Nach zweieinhalb Stunden sind wir zurück auf unserer Campsite.

Heute ist es doch spürbar «kühler» mit nur maximal 34° C. Auf dem Platz selber wird es auch immer ruhiger, man merkt, dass die Sommerferien der Südafrikaner jetzt vorbei sind und die Nebensaison definitiv eingeläutet ist. Auch unsere Nachbarn, ein Rentnerpaar vom Westkap, mit denen wir ab und zu etwas geschwatzt haben, reisen wegen der Abwesenheit der Tiere eine Woche früher ab als vorgesehen.

Um etwas Abwechslung in unseren Safarialltag zu bekommen, versuchen wir, an der Rezeption den «Sunset Drive» zu buchen. Geht nicht - die Guide hat ihre freien Tage und offenbar ist diese Stelle hier oben nur einfach besetzt. Na dann.

So fahren wir, nach einem weiteren geruhsamen Ferientag im Camp, am Abend in den Norden zu den ersten beiden Wasserlöchern. Aber ihr könnt euch ja jetzt gut vorstellen, was kommt: nämlich nichts. Wir treffen dort dafür die beiden Schweizer, mit denen wir dann Auto an Auto stehend etwas Palavern und Afrika-Latein austauschen.


Pale Chanting Goshawk beim Hide am Nossob Wasserloch

Zurück im Camp nutze ich nochmals die Gelegenheit und laufe eine kleine Runde, während Beenie das dreckige Geschirr spült. Danach kochen wir uns ein Gemüsecurry mit Kartoffelstampf.

Tageshöchsttemperatur: 34° C
Gamedrive #15: 45,3km
Letzte Änderung: 01 Mai 2020 13:02 von kalachee.
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01 Mai 2020 15:32 #587855
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Sonntag, 20. Januar 2019
Kalahari Transfrontier Park (Nossob Restcamp)

Es ist schon langsam etwas zum Verzweifeln. Und den anderen Gästen in diesem Teil des Parks scheint es nicht anders zu gehen. Bis zu sieben Autos stehen am «Qubitje Quab»-Wasserloch in der Hoffnung auf irgend eine spektakuläre Sichtung.


Hochbetrieb am Wasserloch der etwas anderen Art... Mehr oder weniger die ganze verbliebene Gästeschar vom Nossob Restcamp versammelt sich frühmorgens am ersten Wasserloch in der desperaten Hoffnung auf irgend eine spannende Sichtung. :lol:






Also widmen wir uns etwas ausführlicher der Beobachtung des Geschehens im Baum neben dem Wasserloch. Aus meiner Sicht haben wir hier: Cape Turtle Dove, Cape Sparrow, (womöglich) Red-billed Quelea, Red-headed Finch und Yellow Canary.


Ein einsames Oryx kommt noch vorbei zum Trinken...

Aber es sollte auch heute wieder nicht sein. Bei aller Geduld, die wir zwei für gewöhnlich haben; so langsam kommt nun doch auch etwas Frust auf und so zieht es uns schon bald wieder zurück auf die Campsite.

Wir legen uns nochmals etwas hin, hängen rum, essen ein spätes Frühstück, machen den Abwasch vom Vortag und reinigen unsere Kiste mit den Gewürzen, Mehl, Zucker und anderem Kleinzeugs.

Tipps aus dem Camperleben für zwischendurch:
Bekanntlich gibt es nichts, was es nicht gibt. In Südafrika gilt Camping, neben Rugby natürlich, ja sozusagen als Nationalsport. Auf allen unseren Reisen im südlichen Afrika haben wir daher schon so einiges erlebt und uns immer mal wieder amüsiert gewundert, was da so alles zum Campingurlaub mitgeschleppt wird - zum Teil ein halber bis fast ganzer Hausrat. Wer als Camper wirklich etwas auf sich hält, hat ja sowieso einen Camping-Trailer (einige davon kosten wohl etwa so viel wie ein Kleinwagen). Was man natürlich auch mal machen kann: ein eigenes Klimagerät mitnehmen.

Auch unsere letzte kurze Abendausfahrt zum «Marie se gat» bringt nichts nennenswertes hervor. Ein paar Strausse sind da, Oryx und Springböcke. Wir fahren zurück und setzen uns noch eine Weile in den Hide, aber auch dort passiert nicht viel, ausser dass mich mein Sitznachbar, ein Südafrikaner, mit dem wir vor ein paar Tagen den Night Drive gemacht haben, volllabert und mit Fragen zu unserem Trip in die Mabua löchert - bis Beenie das Zeichen zum Aufbruch gibt, weil sich die anderen Gäste schon zu nerven beginnen.


Der Lannerfalke vom Nossob Hide ist auch wieder da.

Zum Abendessen kochen wir uns leckere Spaghetti Bolognese, spielen danach noch einmal eine Partie Scrabble und kriechen gegen 22 Uhr ein letztes Mal hier auf Nossob in unsere Zelte.


Tageshöchsttemperatur: 39° C
Gamedrive #16: 19,6km
Gamedrive #17: 23,1km
Letzte Änderung: 01 Mai 2020 15:32 von kalachee.
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01 Mai 2020 15:51 #587858
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Kapitel 7
In die trockene Einsamkeit der Mabuasehube


Montag, 21. Januar 2019
Kalahari Transfrontier Park (Nossob Restcamp - Mabuasehube Pan Campsite Nr. 2)

Ein langer Fahrtag steht uns bevor und so sind wir schon um 6 Uhr auf den Beinen. Trotzdem lassen wir uns nicht hetzen beim Abbau des Camps. Allzu lange dauert es sowieso nicht und dann fahren wir nach vorne zur Tanke, füllen Diesel auf, kaufen nochmals etwas Wasser nach und fahren um 07:33 Uhr ab durch das Nordtor.

Schon nach 3km kommt der Abzweig auf die Piste quer durch die Kalahari, immer streng in östlicher Richtung, auf und ab durch die Dünen. Die Fahrt ist wunderschön, am früheren Morgen das Licht noch prächtig und wir sehen viele Steinböckchen, Oryx, einige Kuhantilopen, einen Eland-Kadaver direkt neben der Piste.






Hartebeest / Kuhantilope

Wir arbeiten uns so durch den Tiefsand und schauen links und rechts, scheuchen Greifvögel wie die Singhabichte (Pale Chanting Goshawk) auf und gewahren einmal vermeintlich einen Schakal. Doch wir merken grad gleichzeitig, dass es sich um einen Caracal handelt! Der Luchs duckt sich im Schatten eines Gebüsches und schaut gebannt zu uns rüber, doch als wir anhalten zischt er schnell davon. Wir sehen ihn für vielleicht fünf Sekunden - wenn überhaupt. Eine Chance auf ein Foto bleibt so natürlich nicht. Aber: wow!

Die Piste ist einem echt erbärmlichen Zustand, es hat Wellblech ohne Ende und es rüttelt und schüttelt uns extrem durch. Für den Fahrer einfach nur sauanstrengend, so dass wir auch immer wieder mal anhalten, um einfach einen kurzen Unterbruch des Gerüttels zu haben. Stellt man den Motor ab und kurbelt die Fenster runter, ist man im Nu in eine andere Welt versetzt - es ist herrlich ruhig hier draussen.

Nach knapp 94km machen wir auf der Campsite «Motopi 1» Mittagspause und wärmen uns den Rest der Spaghetti. Wirklich eine üble Campsite mit einem noch viel übleren Plumpsklo. Dass die überhaupt Geld für sowas nehmen, ist eigentlich ein Hohn. Aber egal, wir rumpeln weiter, es zieht sich ewig und irgendwann erreichen wir dann doch die erste Pfannen in der Mabuasehube Sektion.



Etwas weiter, bei der Mpayathutlwa Pan hat man einen schönen Blick, es gibt auch ein künstliches Wasserloch, wo sich gerade etliche Geier einfinden; Lappet-faced -, Weissrücken (White-backed -) und White-headed Vulture.


Mpayathutlwa Pan


Lappet-faced Vulture


Weit entfernt im Hitzeflimmern, aber ich zeige es der Besonderheit wegen doch: White-headed Vulture! In ganz Afrika soll es geschätzte 7.000 - 12.500 Exemplare geben, im südlichen Afrika nur ca. 500 Brutpaare, wobei die Population im KTP und Northern Cape aus nur 8 Vögel bestehe (?).

Um 15:46 erreichen wir endlich unsere Campsite MAB02 an der Mabuasehube Pan.



Es ist unwahrscheinlich trocken, hier ist ewig kein Regen mehr gefallen. Die ganze Pan ist ausgetrocknet, es gibt kein Wasser mehr und daher auch absolut kein Wild zu sehen.


Panorama vom Ausblick über die Pfanne von der Campsite aus. Trotz der grossen Trockenheit einfach ein Wahnsinn!

Wir stellen unser Camp auf und trinken dann gemütlich einen Kaffee und halten «Krisensitzung» ab. Irgendwie ist schnell klar, dass wir hier nicht so lange bleiben wie ursprünglich geplant. Es kann einfach nie dasselbe sein, wenn keine Tiere hier sind und irgendwie haben wir wohl auch gerade etwas den «Camping»-Koller. So überlegen wir, was wir tun können und entscheiden uns dann doch für eine Planänderung.



Zum Abendessen grillen wir uns Kudulendensteaks, dazu gibt es Salzkartoffeln und Erbsen mit Möhren. Leider hat es hunderte von extrem nervtötenden Motten, die mit Einbruch der Dämmerung auftauchen und uns ständig an die Beine flattern. Deshalb flüchten wir so rasch als möglich in die Zelte zum Lesen. Kurz vorm Einschlafen hören wir aus gar nicht mal so grosser Entfernung einen Leoparden husten...




Tageshöchsttemperatur: 43° C
Gefahrene Kilometer: 201,8km
Fahrtdauer: 8h 13min
Letzte Änderung: 01 Mai 2020 15:52 von kalachee.
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03 Mai 2020 15:44 #588016
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Dienstag, 22. Januar 2019
Kalahari Transfrontier Park (Mabuasehube Pan Campsite Nr. 2)

Um 04:40 Uhr klingelt der Wecker. Das Vorhaben: Zeitrafferaufnahme vom Sonnenaufgang machen. Das Resultat: voll in die Hose gegangen, denn ich habe einen dämlichen Fehler gemacht und vergessen, den Autofokus auszuschalten an der Kamera und so ist es leider unbrauchbar geworden… :laugh: Aber das Gute daran: die heutigen Kameras machen das ja selber und so konnten wir uns nochmals gut zwei Stunden hinlegen. Kaum zurück im Zelt, sind von weit her mindestens zwei Löwen zu hören.

Gegen 7 Uhr stehen wir dann richtig auf und schlürfen erstmal gemütlich einen Kaffee und wir geniessen dabei den schönen Ausblick über die Pfanne.


Zwei Fuchsmangusten scheinen hier um die Campsite ihr Zuhause zu haben, sie sind offenbar den Kontakt mit Menschen gewohnt und lassen sich sehr gut fotografieren.



Um etwa 8:15 Uhr machen wir uns auf einen easy Gamedrive hinüber zur Mpayathutlwa Pan und wieder zurück. Gnus, Kudus und Springböcke sehen wir, ein Steinböckchen am Pistenrand hält ausnahmsweise für ein Foto still:







Um 10:30 Uhr sind wir zurück, machen uns ein Frühstück und spannen danach mal wieder unsere Hängematten auf. Es bleibt den ganzen Tag sehr ruhig und da es, auch weil die Bäume, unter denen unsere Zelte stehen, nur wenig Schatten gibt, haben wir auch nur wenig Bewegungsspielraum. Es ist, auch wenn eben dieses Jahr absolut keine Tiere an der Pfanne zu sehen sind, einfach herrlich hier draussen. Die pure Wildnis, weit ab jeglicher Zivilsation, still und perfekt für einen Moment des Innehaltens.


Als wir am Tisch sitzen und das Essen vorbereiten, kommen die Mangusten sehr nahe und hoffen offenbar darauf, etwas von uns abzubekommen. Ich kann meine Kamera auf den Boden legen und so ein paar Nahaufnahmen machen, weil sie auch diese inspizieren wollen. Leider ein untrügliches Zeichen dafür, dass so einige Gäste die Anweisung «Don't feed the animals» nicht verstehen (wollen)...

Zum Abendessen machen wir uns Penne mit so etwas wie einer Carbonara-Sauce. Es schmeckt sehr lecker und da wir ja jede Menge Zeit hatten, schaffen wir es ausnahmsweise auch, noch bei Tageslicht zu essen - bevor die nervigen Falter wieder auftauchen.


Ausblick und Stimmung am Abend an der Mabuasehube Pan sind einfach phänomenal. Einer meiner «Peace Place».

Diese treiben uns dann auch wieder früh in unsere Zelte. Es wird schnell stockdunkel, denn der Mond, der gestern auch Vollmond war, geht heute erst recht spät auf. Plötzlich geht die Alarmanlage an unserem Auto los und lärmt in die Stille der Nacht hinein. Nanu? Trotz intensivem Ableuchten der Umgebung können wir keinen Verursacher ausmachen - kein menschlicher natürlich und irgend ein Tier kann es ja auch kaum gewesen sein. Das wiederholt sich dann noch drei, vier Mal, warum können wir uns beim besten Willen nicht erklären. Beenie nimmt all seinen Mut zusammen, geht aus dem Zelt rüber zum Auto, fährt mit diesem eine Runde um den Zeltplatz und parkt es dann direkt vor unseren Behausungen. Danach ist endlich Ruhe im Karton.

Ganz aus der Nähe schlägt eine Rufous-cheecked Nightjar an, dann schlafen wir ein.


Tageshöchsttemperatur: 39° C
Gamedrive #18: 27,6km
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09 Mai 2020 12:45 #588437
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Kapitel 8
Abschied


Mittwoch, 23. Januar 2019
Kalahari Transfrontier Park (Mabuasehube Pan) - Ghanzi (Thakadu Bush Camp)

Schon um 5 Uhr sind wir auf und werden dafür mit einem fantastischen Sonnenaufgang belohnt:


Stacking aus 5 Bildern



Routiniert bauen wir das Lager ab, so dass wir schon um 6 Uhr abfahrbereit sind.


Die Stimmung in der Kalahari am frühen Morgen ist absolut bezaubernd. Nichts auf dieser Welt liebe ich mehr als das.

Wir wollen uns beim Rausfahren aus dem Park noch etwas Zeit nehmen und fahren deshalb noch gemütlich zur und rund um die Lesholoago Pan. Das hat sich auch absolut gelohnt, denn wir können im allerbesten Morgenlicht einen kleinen Clan Erdmännchen beobachten.


Mein Lieblingsbild von dieser Reise. Das Licht war einfach perfekt, unsere Position mit dem Auto und die Distanz stimmte. An diesem Foto habe ich immer noch viel Freude!

Am Wasserloch auf der gegenüberliegenden Seite zeigt sich eine Tüpfelhyäne, aber als wir dort dann ankommen, ist sie auch schon wieder weg.

Übrigens: die Campsite an dieser Pfanne liegt sehr schön und befindet sich nur zwei-, dreihundert Meter vom künstlich angelegten Wasserloch entfernt. Also dürfte man dort sicher eher noch auf Tiere treffen in trockenen Zeiten als eben an der Mabuasehube Pan, wo es nur natürliche Vorkommen von Oberflächenwasser geben kann. Diese Campsite merken wir uns für ein nächstes Mal vor... *


Northern Black Korhaan / Weissflügeltrappe

Die Landschaft auf dem Weg zum Gate ist wunderschön mit hohem, golden schimmerndem Gras, typischen Bäumen der Kalahari und tollem Morgenlicht.



Das Gate erreichen wir dann so früh, dass der diensthabende Ranger wohl etwas überrumpelt wird, er schaut drein, als hätte er grad noch geschlafen und zupft seine Uniform zurecht. Wir tragen uns ins magische Buch ein und sind dann auch schon wieder weg. Nun fahren wir ausserhalb des Parks dem Zaun entlang und dann auf der immer besser ausgebauten Piste (Teile davon sind inzwischen neu geschottert, am Rest wird offenbar derzeit gerade gearbeitet) bis nach Hukuntsi.



Das Dorf mitten in der Kalahari wächst und wächst, seit die Verbindung zum Trans Kalahari Highway geteert ist. Schon erstaunlich, was das ausmachen kann, wenn man dieses trostlose Kaff noch vor ein paar Jahren mal gesehen hat. An der «Puma»-Tankstelle lassen wir Diesel nachfüllen, aber die Pumpe scheint irgendwie nicht so richtig zu arbeiten, es dauert eine Ewigkeit und drei Minuten, bis wenigstens etwa 70l in unseren Doppeltank getröpfelt sind. Luft zum Reifen aufpumpen haben sie auch nicht, die Verbindung zum Zahlsystem mit der Karte klappt erst im fünften Anlauf und im dazugehörigen Shop herrscht gähnende Leere. Aber egal. Beim Einkaufszentrum gleich nebenan kaufen wir noch einen Snack für unterwegs, dann fahren wir weiter - ab jetzt immer auf allerbester Teerstrasse.

In Kang, was ja auch einfach eher eine grössere Kreuzung mit Tankstellen denn ein richtiger Ort ist, können wir bei «Engen» dann auch noch die Reifen auf asphaltgeeignete 200hpa aufpumpen lassen. Ab hier ziehen wir dann auf dem schnurgeraden, recht verkehrsarmen Trans Kalahari Highway ohne Halt voll durch bis kurz vor Ghanzi. 230km mit dem Tempomaten auf 120km/h eingestellt, ab und zu einen LKW überholen, wieder mal etwas Musikhören dazu, und schon sind wir da und erreichen das Thakadu Camp um 16:05 Uhr.

Es ist immer noch alles genau gleich wie im letzten Jahr, etwas abgewohnt und definitiv renovationsbedürftig, aber eben weiterhin auch gemütlich und in entspannter Atmosphäre. Wir checken ein und nehmen uns ein Meru Tent und nach einer längst fälligen, sehr erfrischenden Dusche begeben wir uns an die Bar, genehmigen uns den einen oder anderen Rock Shandy/ Black Label und gehen zum ersten Mal seit mehr als zwei Wochen wieder mal online. So vertrödeln wir die Zeit bis zum Abendessen. Endlich mal nicht selber kochen! Wir bestellen uns einen Chicken Salad für beide zur Vorspeise und dann je einen leckeren Thakadu Burger mit Chili-Pilzsauce und - darauf haben wir uns schon den ganzen Tag gefreut - Pommes dazu.

Die lange Fahrt hat dann doch etwas Kraft gekostet und so ziehen wir uns schon bald nach dem Essen auf unser Zimmer zurück zum Scrabbeln, Lesen und Schlafen.


Tageshöchsttemperatur: 38° C
Gefahrene Kilometer: 530,0km
Fahrtdauer: 9h 5min


* Inzwischen schon gebucht für Oktober 2020 :laugh:


Thakadu Bush Camp, Ghanzi
Wie erwähnt inzwischen etwas abgewohnt, der Restaurant/ Bar-Bereich und die Zelte/ Chalets hätten mal eine Renovation verdient. Aber; eigentlich finden wir es sehr stimmig dort, es herrscht eine lockere, ungezwungene Atmosphäre, das Publikum scheint recht durchmischt. Direkt von der Terasse des Restaurants/ Bar kann man ein sehr schön gestaltetes, natürlich gehaltenes Wasserloch überblicken, wo eine artenreiche Vogelwelt und die zahlreich vertretenen Huftiere wie Gnus, Impalas und Kudu sowie hin und wieder Eland beim Trinken zu bestaunen sind. Die Speisekarte ist einfach, aber abwechslungsreich (Pizza, Burger, Steaks, Hähnchen) und es gibt natürlich diverse Wildspezialitäten, alles von der eigenen Farm geschossen. Angeboten werden auch diverse Aktivitäten wie zum Beispiel Birdwalks, Gamedrives, etc. Frühstück ist nicht inbegriffen, kostet aber nicht viel und es gibt klassisches «Continental» und Eierspeisen.

Kategorie: Preiswert
Persönliche Bewertung: 3/5
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