Vom Rand des Höllenlochs ins Inselparadies

Reisebericht 97 Antworten · 26,6k Aufrufe · gestartet 16. Sept. 2016 von Seven
Themenstarter239 Beiträge · seit 201016. Sept. 2016 ·
Prolog

„Hallo Picco, bin auf der Suche für meine 4. Afrikareise und habe mich dabei auf den Süden Tansanias fokussiert. Du kennst dich da ja ein bisschen aus. Kannst du mir Tips geben zu Ruaha, Selous, usw.? Ich habe diese Regionen im Visier.“
„Hoi Sven. Ja kann ich. Ich plane in Kürze wieder eine Reise nach Afrika, zufälligerweise fast die gleiche Region wie du. Hättest du Interesse mit mir mitzukommen?“
„Ja klar, wieso nicht. Wann denn?“
„Januar, Februar 2016.“
„Uuhh, schlecht. Habe schon 2 Wochen Weihnachtsferien, dann wieder in so kurzer Zeit Ferien nehmen passt mir nicht. Zudem habe ich Stellenwechsel Ende Februar und muss noch einiges in der alten Firma erledigen. Mir passt es eher so Ende August / September.“
„Wenn ich solange warten muss, krieg ich Entzugserscheinungen. Mal schauen. Mein Reisevorschlag ist übrigens: Wanderung auf den Nyiragongo und Gorillatrecking im Virunga-Nationalpark Kongo sowie Safari und Reisen in Tansania. Der Katavi-Nationalpark und Lake Tanganika würde mich interessieren.“
„Kongo? Okeyyyy, wieso nicht? Aber da chlöpfts und tätscht doch mal ab und zu?“
„Zur Zeit ist es da relativ ruhig und sicher. Und hier, guck mal: Sonnenfinsternis. Wär doch was. Ist ziemlich in der Nähe wo wir uns aufhalten. Lässt sich mit Safari gut kombinieren. Termin vom 1. September würde deiner Reisezeit entsprechen. Die angebrochene 3. Woche könnten wir noch auf Sansibar verbringen.“
„Tiptop, machen wir. Sansibar weckt schon vom Wort her Sehnsucht und paradiesische Gefühle. Können wir vielleicht brauchen nach unseren Anstrengungen.“

Na, das wird doch eine tolle Reise. Schöne, neue, spannende Orte. Wenn nur nicht die Sonnenanbeter wären...
„Leider sind die Unterkünfte im Nationalpark Katavi ausgebucht, wo die Sonnenfinsternis stattfindet. Wir müssen einen anderen Standort finden. Zudem herrschen zurzeit in Burundi Unruhen wegen den Wahlen. Bis im August könnte sich die Lage beruhigen, ist aber nicht sicher. Lake Tanganika wird daher auch schwierig werden. Am besten gehen wir über Ruanda und verbringen noch ein paar Tage in Kigali oder Umgebung.“
„Schade, aber du hast recht. Gehen wir auf Nummer sicher. Alternative für Safari in Tansania?"
"Ruaha. Ein sehr schöner Park. Nicht so viele Leute wie im Norden."
"Einverstanden, war ich noch nicht. Und die Sonnenfinsternis wäre ja auch nicht so weit entfernt. Schau hier: Makambako."
„Können wir so mal weiterverfolgen. Ich schaue mal wegen den Offerten.“

Tja, in etwa mal so der Verlauf. Nicht nur zwischen Picco und mir, sondern auch von weiteren Interessenten. Aus den total vier Kandidaten sind schlussendlich zwei übrig geblieben, Picco und ich. Bei unseren gemeinsamen Treffen in Zürich und Rapperswil sind die Reisepläne immer konkreter und detaillierter geworden.
Picco: „Hast du die Flüge gebucht?“
Sven: „Äähmm, nur den Flug Kigali - Dar Es Salaam. Die restlichen Flüge hast du doch gebucht?"
„Nur noch die Inlandflüge. Du musst noch irgendwie nach und weg von Afrika kommen“.
„Okeyyy, gut habe ich noch einen Monat zum buchen…“.
Jaaaa, die Schweiz ist klein, und trotzdem passieren Kommunikationsmissverständnisse zwischen Ost- und Zentralschweizer... 😄

Das Ruanda-Visum wurde vorgängig eingeholt (wobei Picco dank seines Gangster-Fotos einen Anruf der ruandischen Botschaft erhielt), das Kongo-Visum war im Paket des Gorillatreckings und Nyiragongo enthalten. Ansonsten keine weiter grosse Vorbereitungen, dafür die Vorfreude umso grösser, Afrika nicht nur auf Safaris, sondern auch auf andere Arten zu erleben…

Nun sitze ich zwei, drei Monate vor Reisestart vor dem PC und gucke mir schöne Bilder auf Feisbuuk an. Picco unterwegs. Immer in den Bergen. Am Wandern. Am Trainieren. Und ich? Sitze faul rum. Sollte meinen Hintern auch mal bewegen und etwas Kraft und Kondition sammeln. Sonst sammeln die Träger mich auf halber Strecke zum Nyiragongo ein. Also hüü, ab auf die Rigi und den Pilatus, quasi die Hausberge der Innerschweiz.

Die Woche vor Reisebeginn beginnt das grosse Packen. Mal schauen: wir wandern, wir schnorcheln, wir relaxen, wir gamedriven, wir sonnenfinsternissen. 20 kg? Ich brauch noch 'ne 0 zusätzlich - 200 kg! Und eine grössere Tasche. Das Packen kann ja heiter werden...

Zum Schluss off topic: Picco hat seinen Reisebericht ebenfalls gestartet. Wer seinen Schreibstil bevorzugt, ist hier besser aufgehoben: Picco's Reisebericht
Reisebericht: Staubig, Trocken, Heiss – Botswana/Namibia 2011 Reisebericht: 2x Big-Five in Kenia und Tansania 2013 Reisebericht: Spuren im Sand - Sambia 2014 Reisebericht: Vom Rand des Höllenlochs ins Inselparadies - Tansania 2016 Reisebericht: Summit to the sea – Tansania 2026
8'713 Beiträge · seit 201017. Sept. 2016 ·
Guten Morgen Sven,

nach einem schlechten Start in den Samstagmorgen (keine Milch für den Kaffee mehr im Kühlschrank, die haben wohl meine momentan anwesenden Söhne auf dem Gewissen 😠 ), an dem ich auch noch zur Einschulungsfeier 😵 an unserer Schule muss, bin ich nun einigermaßen versöhnt: du startest ja doch schneller (und überhaupt!) mit deinem Reisebericht als neulich mir gegenüber geäußert 🙂 !

Ich war ja schon in Heinz' Bericht fasziniert von diesem Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen - und dann hast du mich vor ein paar Tagen auch noch mit deinen tollen Fotos davon auf Feisbuuk angefüttert 🤩 !

Von daher werde ich den Teufel tun und dein "Wechselangebot" annehmen - aus deinen vorherigen Berichten weiß ich ja, wie gut deine Schreibe und wie super deine Bilder sind!!! Ich mach's mir hier bequem 🙂

Übrigens habe ich eben (weil es hier ja noch nicht viel zu Lesen gibt 😉 ) zum widerlich schmeckenden schwarzen Kaffee 🤢 nochmal deinen Sambia-Bericht (findet man in deiner Signatur) durchgelesen und genossen - und mit Schrecken festgestellt, dass ich mich damals weder per Klick noch per Wort dafür bedankt habe. Die Klicks hab ich nachgeholt - und hiermit an dieser Stelle nochmal vielen Dank 🙂 - ich kann diesen Bericht wirklich nur wärmstens empfehlen!

So, und jetzt hau in die Tasten (auch wenn ich weiß, dass du eigentlich andere Dinge zu tun hast.... 😗 ) - das Wetter soll ja schlecht werden (ich "hoffe" auch in der Schweiz) - perfekte Bedingungen sozusagen!

Liebe Grüße aus dem Dunkeln von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 17. Sept. 2016
6'377 Beiträge · seit 201117. Sept. 2016 ·
Hoi Sven

Super dass Du auch gestartet hast!
Jaja, das Packen war schon sehr speziell...so viel Zeug musste ich kaum je irgendwohin mitnehmen...aber wir habens geschafft! :-D
Bin mal gespannt wies bei Dir weitergeht, ich bin erst am Sortieren der Fotos...da dauerts noch etwas... 😎
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter239 Beiträge · seit 201017. Sept. 2016 ·
Liebe Bele

Danke für die netten und Komplimente. Ich gebe mir Mühe, dich weiterhin zu unterhalten... 😄
Ich habe ja bisher bei all meinen Afrikareisen ein Bericht geschrieben - daher soll es auch diesmal keine Ausnahmen geben.
Und manchmal kommen wir so spontan Geistesblitze, wie: "nimm doch dein Tablet mit und schreib den Bericht direkt rein, anstatt mit dem Bleistift den Notizblock zu füllen". Tja, und nun ist der Bericht durchgehend zu 95% fertig. Die fehlenden 5% mag ich noch nebst meiner Weiterbildung verkraften... 😉.
Aber jetzt: anderes Problem (siehe unten).

Ahoi hoi Picco
Bilder sortieren? Einfach, ich darf nochmals von vorne beginnen! 😈
Also nicht ganz von vorne mit neuen Fotos, aber mit dem Importieren, Sortieren und Bearbeiten. Habe mir einen 2. Monitor zugekauft und als dieser nicht ordnungsgemäss funktionierte (konnte nicht erweitern, nur duplizieren), habe ich den fatalen Entscheid getroffen, dass das am Betriebssystem liegt und bin von Windows 10 zurück auf Windows 8.1 (grrmpfll). Quintessenz: alle Programme weg (kann man ja wieder installieren) und somit in Lightroom alle Einstellungen und bearbeiteten Fotos gelöscht! Weitere Erkenntnis: es lag nicht am Betriebssystem! Hätte mir diese Übung sparen können. Habe dann den einen Monitor mit einem anderen Kabel angeschlossen und jetzt tut's was ich will.

Schönes Weekend
Sven
Reisebericht: Staubig, Trocken, Heiss – Botswana/Namibia 2011 Reisebericht: 2x Big-Five in Kenia und Tansania 2013 Reisebericht: Spuren im Sand - Sambia 2014 Reisebericht: Vom Rand des Höllenlochs ins Inselparadies - Tansania 2016 Reisebericht: Summit to the sea – Tansania 2026
6'377 Beiträge · seit 201117. Sept. 2016 ·
Hoi Sven
Seven schrieb:Bilder sortieren? Einfach, ich darf nochmals von vorne beginnen! 😈
Mein Beileid!!!
Seven schrieb:...grrmpfll...
🤩 Oha, ich färb wohl auf Dich ab! 🤩 😉 😄
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter239 Beiträge · seit 201018. Sept. 2016 ·
20.08.16 – Zürich – Brüssel – Kigali
Es ist ruhig am Flughafen Zürich. Die Geschäfte haben geschlossen oder schlaftrunkene Mitarbeiter öffnen die Trennwände, viele Schalter sind noch offline und es ist kein Menschengedränge vorhanden. Kein Wunder, die Ferienzeit ist ja auch vorbei. Und es ist 6.15 Uhr. Ein letztes "Tschüss" zu meinen Eltern, die mich an den Flughafen gefahren haben und ich bin allein auf mich gestellt (jedenfalls die nächsten paar Minuten). Da das Vorabend- Check-In wunderbar geklappt hat, brauche ich nur noch den Koffer abzugeben. Jetzt wird sich zeigen, ob meine Waage zu Hause richtig geeicht ist oder ob ich geschummelt habe, damit mich mein Kampfgewicht besser aussehen lässt. Schaffe ich es unter die 20 kg? Die Waage im Flughafen zeigt 19.8 kg. Punktlandung! Sorgenfrei kann der Flug nun beginnen.

Picco treffe ich mit seiner Freundin kurz darauf bei „Coffee & Friends“. Den Freund hab ich nun gefunden, aber Kaffee gibt’s bei mir nicht. Eine kalte Ovo reicht und und schon bald geht’s ab durch die üblichen Kontrollen. Während bei mir die Handgepäck-Kontrolle zügig vonstatten geht, sehe ich Picco seinen Rucksack leerräumen. Von aussen betrachtet ein mittelgrosser 08/15-Rucksack. Aber ich staune, was darin alles Platz findet! 🤩 Während ich auf ihn warte, erinnert mich das an die Serie "Parker Lewis - der Coole von der Schule", da gab's den Jungen Jerry Steiner, der immer einen Mantel trug und die unmöglichsten Dinge aus diesem hervorholte, wenn man es brauchte. Wenn ich jetzt Picco sagen würde: "hol mir mal einen Amboss", der würde in den Rucksack greifen und mir einen überreichen...

Das Gate ist erreicht. Der Flug von Zürich nach Brüssel beginnt mit Stop and Go, Stop and Go, usw. auf der Rollbahn. Wenn ich nicht wüsste, dass ich in einem Flieger sitze, so kommt es mir vor wie auf Schweizer Autobahnen (mit oder ohne Stau, spielt keine Rolle). Nach einiger Zeit drückt der Pilot den Stempel durch, die Turbinen geben den gewünschten Schub und bald sind wir in der Luft. Und 55 Minuten später in Brüssel. Sehr viel Zeit zum Umsteigen haben wir nicht, kurz darauf befinden wir uns zum Einchecken Richtung Kigali, mit Zwischenstopp Entebbe. Kurzfristig wurde das Gate geändert, mit dem Gate auf meinem E-Ticket würde ich in Kinshasa landen (naja, auch nicht schlecht, wär ich dann schon im richtigen Land).

Wir diskutieren noch, ob unser Gepäck wohl die nötige Zeit hat, um in den richtigen Flieger verfrachtet zu werden, da einer von uns (nicht ich…) schlechte Erfahrungen mit dem Durchchecken der Koffern gemacht hat. Aber ich beruhige Picco, mir ist das noch nie passiert und wer mit mir reist, hat auch keine Probleme 😉. Picco hat einen Fensterplatz erwischt (der Glückliche), während es mich in die Abteilung Kindertagestätte auf LSD verschlagen hat. So kommt es mir jedenfalls vor… Aber da der Flug nicht ausverkauft ist, nehme ich im Mittelgang sitzend den freien Sitzplatz neben mir ein und erhalte so ein wenig Abstand vom Knirps neben mir. Das ist auch gut so, denn während des Essens fällt ihm das Getränk zu Boden, genau dahin wo ich gesessen wäre. So komme ich trocken durch. Das Unterhaltungsangebot an Bord (nebst schreienden Kleinkindern) ist nicht sonderlich gross und schnell durchgearbeitet. Ein kotzender Tiger (Life of Pi) rundet den 9-stündigen Flug ab. Die restliche Zeit verbringe ich mit Dösen oder Lernen für meine Weiterbildung.

Kigali, wir landen. Der nette Zöllner, der seinem Gesichtsausdruck offenbar vorher noch in eine Zitrone gebissen hat, knallt den Stempel in den Pass und drin bin ich. Freude herrscht am Gepäckband. Unsere Koffern haben die Reise auch mitgemacht und können in Empfang genommen werden. Auf dem Weg zum Ausgang sehen wir schon von weitem viele Fahrer mit Namenszettelchen in der Hand. Wir haben die Wahl und können uns einen aussuchen, witzle ich. Der Spass ist schnell vorbei, als wir merken, dass keine Zettel auf unsere Namen passen. Das Teilnehmerfeld lichtet sich und als wir nur noch alleine wie bestellt und nicht abgeholt dastehen, nehmen wir ein Taxi für 15$. Die Fahrt dauert ca. eine halbe Stunde, mal geht’s den Hügel hoch, mal wieder runter. Wir fragen uns, ob der Fahrer unser Hotel kennt oder ziellos in der Stadt rumfährt, da taucht es auch schon auf. Nach dem Zimmerbezug geht’s in die Hotelbar für ein Tusker und einen Snack. Danach ist Nachtruhe angesagt. Von unserem Tour-Veranstalter haben wir bis jetzt nichts gehört. Hoffe, das ändert sich morgen.

Ach ja, und ab dem nächsten Kapitel folgen Bilder, versprochen...
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zuletzt bearbeitet 18. Sept. 2016
1'425 Beiträge · seit 201318. Sept. 2016 ·
Hi Sven und Picco

da bin ich ja mal gespannt auf eure Reiseberichte. Ich finde es schon interessant wenn zwei Reiseteilnehmer der selben (gleichen ????? 🙄 ) Reise einen Reisebericht schreiben.

LG

Claudia

Ps.: Au ja, bitte ganz viele Bilder (eine Datensicherung vor der Umstellung auf ein anderes Betriebssystem erspart vielleicht das nächste Mal etwas Arbeit 😗 )

Pps.: bin mal gespannt, wer von wem abschreibt
lachende-smilies-0012-2.gif
, oder gibt es vielleicht einen Reiseberichtwettkampf unter dem Motto: " Ätsch, ich war schon da" 😛
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/
Themenstarter239 Beiträge · seit 201019. Sept. 2016 ·
Clamat schrieb:
Ps.: Au ja, bitte ganz viele Bilder (eine Datensicherung vor der Umstellung auf ein anderes Betriebssystem erspart vielleicht das nächste Mal etwas Arbeit 😗 )
Hoi Claudia, ich kenn das mit der Datensicherung. Nur bin ich immer zu faul und/oder zu träge, diese Arbeit zu machen. Jetzt hat's mich erwischt und bestraft. Nächstes Mal dann mit Datensicherung (vielleicht... 😗 )
Clamat schrieb:
Pps.: bin mal gespannt, wer von wem abschreibt
lachende-smilies-0012-2.gif
, oder gibt es vielleicht einen Reiseberichtwettkampf unter dem Motto: " Ätsch, ich war schon da" 😛
Hier wird nix abgeschrieben! 🙂
Alles selber ausgedacht. Wie Picco in seinem Thread schon andeutete, grosse Abweichungen wird's wohl nicht geben. Aber man weiss ja nie... 😉

Gruss
Sven
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Themenstarter239 Beiträge · seit 201020. Sept. 2016 ·
21.08.16 – Kigali – Goma
Guten Morgen Kigali, ich sehe dich zum ersten Mal im Tageslicht. Ach so, also deswegen war das mit dem Taxi gestern eine Achterbahn-Berg-und-Tal-Fahrt. Die Gegend ist ja wirklich ziemlich hügelig. Und ruhig. Und sauber. Der erste Eindruck ist durchwegs positiv.

Positive Neuigkeiten hat auch Picco beim Frühstück. Jean Bosco, von Virunga Amani Tours, hat sich via Facebook gemeldet. Ein grosses Sorry seinerseits, dass gestern die Abholung nicht geklappt hat. Und, dass es heute um 10.00 Uhr losgehen wird. Start der offiziellen Tour: rein in den Kongo, High-Fives mit den Gorillas und High to the mountain! Vorher geniessen wir aber noch ein herrliches Frühstück, mit allem was das Herz und der Gaumen begehrt. Kräfte sammeln für den heutigen und die nächsten Tage. So ein grosses Frühstück-Buffet habe ich in Afrika noch nie erlebt. Alles frisch zubereitet und schön präsentiert, vor allem die Früchte.

Nach der morgendlichen Stärkung räumen wir unsere Zimmer und stellen das Gepäck runter. Die Reception teilt mir mit, dass ich das Zimmer noch zu bezahlen hätte. Wie jetzt? Ich dachte, das Zimmer wäre im Kongo-Paket inbegriffen und von Jean bezahlt worden? Da Picco noch nicht an der Reception ist und hinter mir der Wachmann böse drein guckt, zahle ich mal die 70$. Zum Glück stellt dann Picco mein Finanz-Gleichgewicht wieder her und wir vereinbaren, auf Jean zu warten und ihn dann zu fragen. Die 70 Piepen erhalte ich anstandslos zurück. Anschliessend warten wir beide oben beim Restaurant.

10.15 Uhr, Jean ist da. Als erstes entschuldigt er sich nochmals für das Malheur von gestern und gibt uns die 15$ ohne das wir was gesagt haben zurück. Guter Mann! Unten an der Reception erklärt er dem Herrn und der Dame, dass die Zimmer bereits bezahlt sind. Sehr guter Mann! Da fragt man sich, wissen die es nicht besser oder probieren sie nur mal so auf gut Glück…
Wir fahren los und Jean entpuppt sich als netter und zuvorkommenden Typ. Kurz bevor wir den Stadtrand von Kigali erreicht haben, biegt Jean in den Busbahnhof ein und wechselt noch ein wenig Geld. Hier zeigt sich die Stadt irgendwie typisch afrikanisch: es wird gehupt, Fahrzeuge/Busse schneiden sich gegenseitig den Weg ab, irgendein Uniformierter versucht, in diesem Gewirr sowas wie eine saubere Verkehrsordnung herbeizuführen. Scheint ihm aber nicht zu gelingen. Ohne Blech- und Personenschaden biegen wir wieder in die Hauptstrasse ein und verlassen die ruandische Hauptstadt.
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Strassenbild in Kigali: im Allgemeinen sehr gesitteter Strassenverkehr in Ruandas Hauptstadt

Während der rund 4-stündigen Fahrt (wiederum Hügel auf, Hügel ab, Hügel auf, Hügel ab) zeigt sich Ruanda von seiner wirklich beeindruckenden sauberen und fruchtbaren Seite. Die Felder werden für verschiedene Gemüse- und Teesorten genutzt. Passend zu unserer Fahrt und der Umgebung hat Jean afrikanische Musik auf seinem USB gespeichert und spielt diese nun über sein Autoradio ab. Gelegentlich werden die einheimischen Klänge unterbrochen von bekannten Schnulzen Europas und Celine Dion(!). Ja, der Mann hat auch eine sentimentale Seite.
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Teefeld neben der Strasse. Im Hintergrund die hügelige Landschaft. Das ist Ruanda. Immer. Überall.

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Moderne Bauten verlangen moderne Gerüste...

Bald erreichen wir die Grenze Ruanda/Kongo. Die Zollaktivitäten erweisen sich zu meinem Erstaunen sehr unkompliziert. Picco, der vor mir ist, wird gefragt, was er arbeitet und wo er hin will. Offenbar gilt dasselbe für mich, denn mich fragen sie nicht. Beim kongolesischen Zoll wird’s kurios bis amüsant. Mein Pass verschwindet zu der Türe links, der Gelbfieber-Impfungausweis zu der Türe rechts. Danach wird mein Pass vom Beamten links der Tür zu der Beamtin rechts der Tür weitergereicht. Kann man alles von aussen mitverfolgen. Kriege ich meine Unterlagen zurück? Nöö, es wird nach mir gerufen. Ich erhalte eine persönliche Audienz bei der Beamtin (die rechts der Tür). Sie zeigt auf den Stuhl, ich setze mich hin. Stille. Dann, eine Pistole wird mir an die Stirn gehalten. Naja, auf den ersten Blick gleicht das Ding einer Knarre. Nebst der Prüfung der Dokumente wird noch mit einem Laser-Messgerät meine Körpertemperatur gemessen. Offenbar alles Ordnung, die Audienz ist beendet, ich erhebe und verabschiede mich (ohne Hofknicks) von der Beamtin. Immer wieder interessant, afrikanische Grenzen zu passieren. Insgesamt dauert aber die ganze Prozedur nicht länger als 45 Minuten.

Kurze Zeit und ein paar Strassenkurven später treffen wir im Hotel Caritas ein. Die äusserlich schöne Anlage befindet sich direkt am Lake Kivu. Die Zimmer zeigen in den grossen Garten, der zum Verweilen einlädt. Vorher aber zeigt mir der Zimmerpage noch die WC-Spülung. Nichts aussergewöhnliches, er drückt drauf, es flutscht und gurgelt und mit einem zufriedenen Lächeln meint er: "it works!" Na, wenn's weiter keine Probleme mehr gibt, sind wir zufrieden.... Nach dem Zimmerbezug haben wir uns ein Bierchen verdient (wieso auch immer, aber braucht man einen Grund dazu?). Picco’s Primus und mein Simba schmecken dem Gaumen. Und während ich diesen Reisebericht schreibe, jagt Picco mit seiner Kamera hinter den Vögeln nach…
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Das Caritas-Hotel in Goma. Im Vordergrund der Gartenbereich, im Haus dahinter sind die Zimmer untergebracht.

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Empfangsgebäude und im EG Bereich, wo das Frühstück eingenommen wird.

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Picco am Lake Kivu. Mit Ausschau nach Fotomotiven... oder Sehnsucht nach einer Schwimmrunde im See?

So, fertig Vögel gejagt. Denn wer jagt, muss auch was essen. Das machen wir jetzt. Im hoteleigenen Restaurant. Nebst einem Tembo (kongolesisches Dunkelbier) gibt’s zur Vorspeise Toast mit Champion ääähh Champignons. Als Hauptgang einen ganzen Tilapia (fein) mit Frites (naja…).

Anschliessend geht’s in die Heia. Nach der zweitägigen Anreise geht’s morgen los, allerdings mit einer Programmänderung: zuerst Gorillas, dann Vulkan. Weil, so Jean, einige Leute nach der Nyiragongo-Tour zu müde sind für den Gorilla-Trekking. Die Vorfreude steigt trotzdem. Im Garten wird noch ein wenig gefeiert, aber die lange Anreise sorgt dafür, dass ich davon nicht allzu viel mitbekomme.
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zuletzt bearbeitet 21. Sept. 2016
8'713 Beiträge · seit 201021. Sept. 2016 ·
Na da schau her - hast du deine Fotos wiederbeleben können 😄 ! Das freut mich für dich - und auch für uns 😉

So, und jetzt will ich Gorillas sehen 😗 !! Der/die/das Kleine, den/die/das ich schon sehen durfte, ist soooooo süß 😘 !

Freu mich schon drauf - Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
Themenstarter239 Beiträge · seit 201021. Sept. 2016 ·
Champagner schrieb:Na da schau her - hast du deine Fotos wiederbeleben können 😄 ! Das freut mich für dich - und auch für uns 😉

So, und jetzt will ich Gorillas sehen 😗 !! Der/die/das Kleine, den/die/das ich schon sehen durfte, ist soooooo süß 😘 !

Freu mich schon drauf - Grüße von Bele
Die Fotos hab ich wieder. Leider geht das aber nicht mehr so einfach wie früher mit dem Fernseher - dreimal fluchen und zweimal draufhauen und das Bild ist wieder da. Nach den ganzen Neuinstallationen bin ich aber wieder auf dem alten/neusten Stand.

Und hier, extra für dich: ein Gorilla! 😄 😄
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Ich hoffe, das Bild entschädigt für die Wartezeit. 😄
Und keine Angst, der/die/das Kleine steht in den Startlöchern... 🙂
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8'713 Beiträge · seit 201022. Sept. 2016 ·
Seven schrieb:

Und hier, extra für dich: ein Gorilla! 😄 😄
Ich hoffe, das Bild entschädigt für die Wartezeit. 😄
😛 😐 😛 🙄 😛 😵 Der schielt ja sogar......

Und keine Angst, der/die/das Kleine steht in den Startlöchern... 🙂
Die ganze Nacht über? Und jetzt immer noch??? 🤩 😮 So was nennt man Tierquälerei 🤢 😠 🙁

Gruß Bele 😎
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 22. Sept. 2016
Themenstarter239 Beiträge · seit 201022. Sept. 2016 ·
Champagner schrieb:
Seven schrieb:

Und hier, extra für dich: ein Gorilla! 😄 😄
Ich hoffe, das Bild entschädigt für die Wartezeit. 😄
😛 😐 😛 🙄 😛 😵 Der schielt ja sogar......
Fokussieren nennt man das... 😛 😄
Seven schrieb:
Und keine Angst, der/die/das Kleine steht in den Startlöchern... 🙂
Die ganze Nacht über? Und jetzt immer noch??? 🤩 😮 So was nennt man Tierquälerei 🤢 😠 🙁

Gruß Bele 😎
Da ist wohl jemand ungeduldig... 😄
Ich wollte eigentlich warten, bis Picco mit seinem Bericht aufgeschlossen hat, aber da du zu Hause ganz zappelig wartest auf das Kleine (wir vereinfachen jetzt mal das Geschlecht auf neutral...), mache ich für dich eine GROSSE Ausnahme. 🙂
Es geht in Kürze weiter... 😉
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Themenstarter239 Beiträge · seit 201022. Sept. 2016 ·
22.08.16 – Goma
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*schlaftrunken-im-Zimmer-herumlatschen*
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*immer-noch-gedankenlos-im-Zimmer-umher-schlurfend*
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Nach dem 3. Schalter begreife ich, dass diese nicht defekt sind -
*zur-Stirnlampe-greifend*
- um 5.30 Uhr ist der Strom im Hotel einfach noch nicht eingeschaltet, da muss mein mitgebrachtes Licht herhalten. Ich ziehe mich für den heutigen Tag an und nehme auch gleich das restliche Equipment mit zum Frühstück. Es gibt einige Sorten Früchte, Toast, Kaffee und Tee. In ruhiger Atmosphäre und mit Blick zum Lake Kivu geniessen wir den morgendlichen Happen.

Jean holt uns um 6.30 Uhr ab. Wir fahren durch den morgendlichen Goma-Verkehr auswärts Richtung Virunga-Nationalpark. Noch in der Stadt wechselt die bequeme Asphalt- in eine Afrikamassage-Strasse. Einige Einheimische sind schon um die frühe Uhrzeit unterwegs. Händler zu Fuss oder auf speziellen Trag-Velos, Taxifahrer auf Motobikes warten auf Kundschaft oder befördern sie schon, Kinder, welche mit Kanister Wasser holen oder Frauen, die ihre Waren gekonnt auf dem Kopf tragen. Es ist was los in und um Goma. Je weiter wir uns von der Stadt entfernen, desto «waldiger» wird das Gebiet und die Strasse holpriger. Viele Menschen leben in verschiedenen Dörfern inmitten des Virunga und leben von ihm. Meist durch Landwirtschaft, aber auch Holzfäller sehen wir, seltener Viehherden.

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Ein Relikt aus alten Zeiten, Thematik manchmal leider aber immer noch aktuell.

Wir verlassen die Hauptstrasse und fahren den Hügel hoch. Das Land wird, je höher wir kommen, immer fruchtbarer. Bauern bestellen die Felder und die Kinder winken uns zu (oder seltener, betteln uns an).
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Fruchtbares Ackerland, grüne Umgebung. Sieht aus wie zu Hause.

Nach gut zweieinhalb Stunden Fahrt kommen wir in der Gorilla-Basecamp Bukima an. Neben Picco und mir sind heute noch sechs weitere Gäste anwesend. Wir acht Besucher werden in zwei 4er-Gruppen eingeteilt. Es erfolgt ein ausführliches Briefing in Französisch und Englisch: die Gorillafamilie, die unsere Gruppe besucht, besteht aus insgesamt neun Einzeltieren, u.a. aus drei Silberrücken, zwei Weibchen, zwei Teenies und zwei Babys. Im Weiteren sollen wir sieben Meter Abstand von den Tieren halten, aus Respekt. Schon ein bisschen wenig, denke ich. Da wusste ich noch nicht, wie hier sieben Meter gemessen oder definiert werden. 😮
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Unten Ackerbau, oben Wald. Unser Marsch über die Felder Richtung Regenwald

Wir wandern los über die Felder und halten Richtung Regenwald zu. Die Trennung zwischen Landwirtschaft und Wald ist klar getrennt: einerseits mit Drahtseil und andererseits mit aufgeschichteten Steinen. Einen Eingang gibt’s nicht, wir quetschen uns zwischen den Drahtseilen durch und laufen hinein in den Regenwald. Ich kann mich noch nicht an die neue Umgebung gewöhnen, da heisst es Mundschutz anziehen, denn wir haben die Gorillas gefunden. Unglaublich! Da stelle ich mich auf eine zweistündige Wanderung ein und nicht einmal 10 Minuten später und 20 Meter tief im Wald sind wir bei den Tieren. Vom Feld her sind noch die Stimmen der Menschen zu hören. Bei den Gorillas sehen wir zuerst ein Männchen, ein Silberrücken.
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Guten Morgen, Herr Gorilla, dürfen wir eintreten in die gute Stube?

Aber ich weiss nicht, ob das jetzt der dominante Herrscher in der Familie ist. Sehr gross kommt er mir jedenfalls nicht vor. Nichtsdestotrotz, dennoch beeindruckend, wenn er sich erhebt. Wenn die Tiere sitzen, kommen sie mir irgendwie schwerfällig und plump vor. Aber beim Gehen wirken sie absolut kräftig und dynamisch. Links vom Silberrücken raschelt es. Ein Ranger schneidet mit der Machete einen Weg durch das Dickicht und einige Zeit später sitzen vor uns zwei Weibchen (so schätze ich als Nichtexperte die Tiere ein). Nun sind wir nicht mehr bei den Gorillas, sondern stehen mitten drin, wobei wir von den erwähnten Mitgliedern nur ein Silberrücken, zwei Weibchen, ein (oder beide?) Teenie und ein Baby sehen. Die anderen sind zwar durch das Blätterrascheln zu hören, bleiben aber im Dickicht verborgen. Wie war das jetzt nochmals mit dem Respektabstand von sieben Meter? Der Silberrücken sitzt ca. drei Meter links von uns, die Weibchen und das Junge sind auch nicht weiter entfernt.
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1, 2, 3, 7 Meter. Passt! Nicht nur die Ranger waren so nahe dran an den Tieren, auch wir 🤩

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Wie die alten... äähh antiken Römer: liegend wird gespiesen...

So nahe habe ich die Tiere nicht erwartet. Die Ranger schlagen mit ihren Macheten Pfade in den Regenwald, so dass wir besser Sichtkontakt zu der Gruppe haben und wir sie begleiten können. Die Gorillas verhalten sich äusserst ruhig, fressen, liegen herum, schauen mal zu uns, um dann gleich wieder zu fressen. Nur einmal wird’s spannend, als der Silberrücken wortwörtlich an uns vorbeirauscht (ich spürte noch sein Fell an meiner Hose) und gleich vor dem Ranger niedersitzt. Die Ranger ihrerseits geben öfters mal Gorilla-Laute von sich. So sind wir in ihrer Nähe akzeptiert.

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Mampfpause, das heisst: zurücklehnen und entspannen

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Ist keine schwarz angemalte Budda-Statue, sondern tatsächlich ein Silberrücken...

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Ein Teenie sucht sein Essen in luftiger Höhe

Der Jüngste von allen ist aber der Grösste. Er fauxt und klettert auf allem herum, wo man sich irgendwie halten kann, Bäume, Sträucher, Äste, sogar die Mama muss herhalten, obwohl sie schlafen will. Zum Zeigen, wer hier im Wald der Chef ist, schaut er uns an und trommelt demonstrativ mit seinen Händen an seine Brust. Herrlich! Ja, Kleiner, du musst noch ein bisschen warten bis du hier einen auf dicke Hose machen kannst! Unter dem Mundschutz leise zu lachen ist nicht so einfach.
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Ich versteck mich mal hinter dem Blatt, dann sieht mich keiner.

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Wo hab ich nur mein Fahrrad stehen lassen? Und...
@Bele: der/die/das schielt ja auch... 😛 🤩

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...was soll ich mir zu Weihnachten wünschen?

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Erst mal raufklettern und Überblick verschaffen, ....

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... vielleicht sehe ich ja mein Fahrrad von hier oben.

Leider ist die Stunde zu schnell um und wir verabschieden uns von den Gorillas und laufen zur Base zurück. Ein tolles Erlebnis, diese Tiere in freier Wildbahn zu beobachten.
Die Rückfahrt ist die gleiche wie die Hinfahrt, ausser das am Stadtrand in Goma ein geordnetes Chaos auf den Strassen herrscht. Der Stärkere hat Vorfahrt. Fussgänger suchen einen Weg über die Strassen und Trottoirs, Händler mit ihren Karren oder Velos werden an den Strassenrand gedrückt, Motobikes drängeln und schlängeln sich durch jeder sich bietende Spalt und gehupt wird sowieso bei jeder Gelegenheit. Es ist laut und stinkig.
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Im Kreisverkehr gerade aus, schnurstracks ins Gewimmel...

Öfters sehen wir UN-(Panzer)Wagen oder Blauhelmtruppen (teils mit Sturmgewehr am Anschlag), aber das ist das einzige, was uns erinnert, hier in der Stadt in einem „Krisengebiet“ zu sein. Zum Glück fährt Jean bald mal raus in eine Nebenstrasse und von dieser in die Hauptstrasse, und siehe da: plötzlich kein Puff, kein Lärm, nichts.
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Und plötzlich wird's ruhig auf den Strassen

Wir fahren zurück ins Hotel und erhalten von Jean ein Briefing über den morgigen Tag. Unter anderem ordern wir einen Koch, der für uns die Mahlzeiten auf dem Berg zubereitet. Wir beenden die Besprechung mit der restlichen Schlusszahlung und genehmigen uns einen kleinen Snack.
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Zum Glück hatte ich nach meinem "kleinen Snack" kein Blinddate...

Anschliessend geht’s ans grosse Umpacken, was kommt mit auf den Berg, was bleibt unten zurück.
Zum Nachtessen treffen wir uns wieder im Hotelrestaurant. Die Bedienung ist heute aber nicht gerade aufmerksam oder freundlich. Später eintreffende Gäste werden zuerst bedient und wir werden über 45 Minuten nicht beachtet. 😈 Da versteckt man sich doch lieber hinter dem Tresen. Was haben wir nur falsch gemacht? Gestern war noch alles paletti, die Mitarbeiter super freundlich und heute ist es wie umgekehrt. Irgendwann nach Zurufen kriegen wir dann doch noch was, aber Getränk und Essen wird irgendwie lieblos hingeknallt. Ist aber das einzige unangenehme oder negative Erlebnis hier im Kongo. 🙁 Auf ein Trinkgeld verzichte ich trotzdem und gehe zurück auf’s Zimmer. Bonne nuit!
Reisebericht: Staubig, Trocken, Heiss – Botswana/Namibia 2011 Reisebericht: 2x Big-Five in Kenia und Tansania 2013 Reisebericht: Spuren im Sand - Sambia 2014 Reisebericht: Vom Rand des Höllenlochs ins Inselparadies - Tansania 2016 Reisebericht: Summit to the sea – Tansania 2026
zuletzt bearbeitet 22. Sept. 2016
8'713 Beiträge · seit 201023. Sept. 2016 ·
Seven schrieb:
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Wahhh...... 😘 .... das Foto kannte ich ja noch gar nicht!! Herrlich 😄 ! (Und die anderen auch....)

Das Tracking hatte ich mir aber schon einen Tick anstrengender vorgestellt - so ein bisschen Sich-Quälen wäre von der bequemen Couch aus ganz nett gewesen zum Lesen und Anschauen 😛

So, und jetzt noch der Lavasee 😗 - dann höre ich auf zu Quengeln, versprochen 😉 !

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
Themenstarter239 Beiträge · seit 201025. Sept. 2016 ·
23.08.16 – Goma
Nach dem Morgenessen (Toast, Ananas und Banane) checken wir aus und lassen unser Gepäck, welches nicht mitkommt, im Hotel zurück. Jean holt uns mit einem Fahrer ab und wir besorgen uns noch Wasser und Snacks für den heutigen Auf- und morgigen Abstieg. Bei der Volcano-Base angekommen, müssen wir uns registrieren und bestellen einen Träger. Jean meint, ich solle mein Fotorucksack auch dem Träger überlassen, denn nur meine Kleider und Schlafsack wiegen ja nichts. Also gut, mir soll’s recht sein, so muss ich gar nichts tragen, ausser meiner Kamera. Die Gesichter einiger Teilnehmer kommen mir bekannt vor; von den insgesamt 14 Personen sind sicherlich 6-7 dabei, die im Hotel Caritas übernachtet haben. Nach dem Briefing über den Aufstieg geht’s los, öfters mal den Berg und die Distanz vor Augen. Mmhh…, das könnte noch anstrengend werden, auch ohne Gepäck auf dem Rücken. Unsere Gruppe kommt gut voran. Wir laufen zuerst im flachen Startteil durch dichten Regenwald.

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Der Weg durch den Regenwald, noch sieht's gemächlich aus

Tiere sehen oder hören wir mit Ausnahme von wenigen Vögel nicht. Die Gruppe, die gestern gestartet war und oben übernachtet hat, kommt uns entgegen. Das gibt uns Gelegenheit, kurz durchzuschnaufen, denn die beiden Guides tauschen sich mit Neuigkeiten (oder was auch immer) aus. Der flache Teil ist aber bald mal vorüber und der Regenwald liegt hinter uns, es erfolgt die erste (von vier) Pausen. In der nächsten Etappe wechselt das Gelände, es wird offener, ein wenig steiler und der Weg führt uns über lose Lavasteine. Der Weg ist gut begehbar, nur bei den losen Steinen muss man aufpassen, dass man nicht wegrutscht.

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Ein wenig steiler, ein wenig offener. Und das Ziel immer vor Augen (Hintergrund)

Nach der 2. Pause wird’s steil. Teils wieder im Regenwald, auf nassen Boden, wandern wir empor. Das Marschtempo ist merklich reduziert, diejenigen, die den Rucksack auf dem Rücken tragen, merken die Belastung. Und der Weg bleibt steil bis zuoberst. Bei der letzten Pause sind wir bei den alten Hütten, das Ziel ist sichtbar, der Weg jedoch nicht.

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Letzte Pause vor dem Endspurt, Picco (Vordergrund) unterhält sich mit den anderen Bergsteigern. Wie steil der Aufstieg (und Abstieg) ist, zeigt die Bergkante im Hintergrund

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Das Ziel liegt nahe. Die Bandas sind schon sichtbar

Jetzt nur noch vor Sonnenuntergang ankommen, so die Devise. Es bläst ein kalter Wind. Wir schleppen uns die restlichen 300 Höhenmeter hinauf. Den Weg muss man sich jetzt selber suchen. Einen Pfad gibt es nicht und so klettern wir über die teils grossen Stufen oder scharfen Kanten der Felsen empor. Ca. 5-5 1/2 Stunden dauert der Aufstieg. Unsere Träger sind vorausgeeilt, haben die Gepäcke in unserer Hütte deponiert und wir ziehen die warmen Kleider an. Unser Koch, Amtie, empfängt uns mit einer warmen, deftigen und leckeren Gemüsesuppe. Danach hält uns aber nichts mehr auf, wir wollen zum Kraterrand. Wir kraxeln die letzten Meter hoch, stehen am Rand und schauen in die Tiefe. Alle Strapazen und Mühen sind vergessen, der Anblick macht uns mal sprachlos oder nur ein „Wow“, „Fantastisch“ oder sonstige Wortfragmente kommen über die Lippen. Unten zischt und brodelt es, der Lavasee wird durch eine Quelle auf der rechten Seite zusätzlich gespiesen. Rauch steigt unentwegt empor, hier lebt die Erde! Ein Eingang ins Innere, es sieht aus wie ein Loch in die Hölle, quasi die Eingangspforte!

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Der Krater, unten mit dem Lavasee. Rechts (nicht so gut sichtbar) die Quelle

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Nur keinen falschen Schritt! Die Kante oben auf dem Krater. Und ein Selfiestick darf auch auf dieser Höhe nicht fehlen...

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See mit Quelle

Wir können uns nicht sattsehen, aber der bissige und stark ziehende Wind zwingt mich und manchmal die anderen Teilnehmer wieder zurück zur Hütte. Aufwärmen und Nachtessen ist angesagt. Amtie zaubert in der kleinen Küche auf dem Feuer Spaghetti zu, dazu gibt’s gut gewürzte Erbsen und (vom Geschmack her) Kaninchen. Das Feuer wird von uns zusätzlich zum Aufwärmen genutzt, Picco und ich tauschen jeweils die Plätze, denn das Feuer brennt ganz schön. Als Dessert habe ich Toblerone mitgenommen, Schokolade soll ja auch gut für’s Gemüt sein. Inzwischen ist es dunkel geworden. Diese Zeit habe ich am meisten erwartet, denn nun sieht es im Krater noch spektakulärer aus.

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Bei Dunkelheit wird das Innere spektakulär

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Lavasee

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Die Quelle. Flüssiges Lava spritzt auf und fliesst dann in zwei Richtungen ab

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Nicht ein Wasserfall - ein Lavafall. Der Bach dahinter kommt von der Quelle

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Der See bildet immer wieder neue Muster

Es bilden immer wieder neue Muster und Strukturen, je nachdem, welchen Weg die Lava findet. Die vom Krater aufkommende Wärme spürt man und auch ab und zu ein leichter Schwefelgeruch. Aber auch die aufsteigende Wärme mag den starken Wind nicht zu bändigen und so geht’s nach ca 1 Stunde in die (winddichte) Hütte, hinein in den Schlafsack.
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zuletzt bearbeitet 25. Sept. 2016
1'624 Beiträge · seit 201526. Sept. 2016 ·
Hi Sven
da legst di nieda - erst super Gorillabilder und dann was für ein Anblick des Lavasees 🤩 . Ihr Glücklichen!!!
Und mir hat letzte Woche das schlechte Wetter den Blick auf eine Lavafontäne bei Nacht verhindert 😈
Bin gespannt auf Euren weiteren Abenteuer.
Viele Grüße
Elisabeth
Reiseberichte/ Fotos im Namibiaforum: Namibia, 2x Kenia, Äthiopien/Djibouti, Südafrika, Marokko, Ecuador Festland Reiseberichte/Fotos in Ingrids Forum: Baja California, Delta und Krüger, Simbabwe, Réunion, Ecuador/Galapagos, 2x Indien, Milos/Santorini, Kanada "Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
Themenstarter239 Beiträge · seit 201026. Sept. 2016 ·
sphinx schrieb:Hi Sven
da legst di nieda - erst super Gorillabilder und dann was für ein Anblick des Lavasees 🤩 . Ihr Glücklichen!!!
Und mir hat letzte Woche das schlechte Wetter den Blick auf eine Lavafontäne bei Nacht verhindert 😈
Bin gespannt auf Euren weiteren Abenteuer.
Viele Grüße
Elisabeth
Liebe Elisabeth

Vielen Dank für die Komplimente. 🙂
Wo warst du denn, als das schlechte Wetter den Blick auf die Lavafontäne verhinderte? Auch auf dem Nyiragongo?
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6'377 Beiträge · seit 201126. Sept. 2016 ·
Hoi Sven
Seven schrieb:
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Buaaa...das hab ich so gar nicht gesehen!!! 🤩
Sieht ja aus als ob es überhängend wäre und ich ganz am Rand stehen würde... 😵
Tolles Foto!
Schickst Du es mir rüber? Hab übrigens die ersten Fotos von Dir rübergeschickt. So langsam gehts auch bei mir vorwärts. 🙂
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter239 Beiträge · seit 201026. Sept. 2016 ·
Hoi Picco

Ja, so im Nachhinein sieht's ziemlich deftig aus, der Kraterrand. Unser Guide hat uns ja gewarnt, nicht zu nahe an den Rand zu gehen. 😮 . Aber eine Arschbombe in den Lavasee hätte mich schon gereizt... 😛

Werde dir das Bild rüberschicken. Habe schon gesehen, dass du die Fotos raufgeladen hast, danke! 🙂
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