THEMA: Safari Nord-Uganda im Januar 2024
16 Feb 2024 13:09 #682552
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Während meiner jüngsten Überwinterung in Uganda ergab sich endlich eine kostengünstige Gelegenheit den Kidepo Valley NP im äußersten Nordosten des Landes zu besuchen. Unterwegs waren wir zu zweit mit einem sehr erfahrenen DriverGuide Ende Januar. Das Fahrzeug - ein extended Toyota Landcruiser Baujahr 2008 mit Safari-Dach vorn und hinten - war aufgrund besonderer Beziehungen für genau diesen Zeitraum außerordentlich günstig zu mieten.



Ein ziemlicher Luxus für 2 Personen aber einen Rava oder Minibus hätten wir nicht preiswerter bekommen.
Die Route führte von Kampala über Gulu und Kitgum zur Kidepo Savannah Lodge knapp außerhalb des Kidepo Valley NP. Rückweg über Moroto, Pian Upe Wildlife Reserve, Sipi und Jinja nach Kampala. Verbraucht haben wir 250 l Diesel auf 1550 km, was einem durchschnittlichen Verbrauch von 16 l/100 km entspricht.



Bei den Karuma Falls erreichten Speke und Grant wieder den Nil nachdem sie im Juli 1862 dessen Austritt aus dem Victoria Nyanza nach zweijähriger, beschwerlicher Reise gefunden hatten, dem Verlauf des Flusses aber nicht folgen konnten. Den unweit nilabwärts gelegenen, ungleich spektakuläreren Wasserfall des Nil bekam erst ein Jahr später Samuel Baker als erster Europäer zu Gesicht und nannte ihn Murchison Falls.


Nach nur 7 Std Fahrt incl. einer entspannten Mittagspause erreichten wir bereits das Africa Roots Guesthouse in Gulu. Sehr freundlich, sehr zu empfehlen! Ordentliche Mahlzeiten in Bar/Restaurant




Gegenüber auch etwas für lower budget




Da meine Mitreisenden unbedingt Pork Ribs wollten ging es abends noch zum Pork Joint. Dort sucht man sich aus was man gegrillt haben möchte und wartet nebenan in der freundlichen Bierkneipe bei Nile oder Club ...



Das letzte Bier des Abends haben wir im "Password" eingenommen. Ein Club im Country-Stil mit Acholi-Dance-Musiki - unter der Woche nicht so ohrenbetäubend laut wie in den höllischen Kampala-Clubs
Am nächsten Tag auf der Strecke nach Kitgum Abstecher zu den Aruu Falls. Ziemlich genau 50 km von Gulu führt rechts eine ausgeschilderte Piste zu


Für 20.000 USH pro Person und 5000 für den jungen Acholi-Guide wird man über halbrecherische, scharfkantige und glitschige Felsen zu einigen Viewpoints geführt. Weiter unten ist ein Pool in dem man ein kühles Bad nehmen kann. Ich habe darauf verzichtet und war froh ohne Sturz wieder hoch zu kommen ... :dry:





In Kitgum war Einkaufen im Markt, gepflegtes Lunch im Boma Hotel und Volltanken der 2x90 l Tanks angesagt.







Sowohl Kitgum als auch Gulu fanden wir überraschend aufgeräumt und sauber - im wohltuenden Kontrast zu Kampala und vielen Towns in den dichter besiedelten Gebieten!

to be continued
Anhang:
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16 Feb 2024 14:47 #682555
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Hallo Lugawe,
ich bin sehr gespannt auf deine weiteren Eindrücke und euren Tourverlauf.
Kannst du vielleicht noch schreiben von wem ihr den Wagen gemietet habt und wie lange ihr unterwegs gewesen seid?

Als ich am Karuma Fall fotografieren wollte, wurden wir von einem Motorradfahrer darauf hingewiesen, dass dieses ein militärisches Objekt sei und ein Fotografierverbot herrscht. Am Ende der Brücke war auch ein Wachposten. Das war 2021.
Hat sich jetzt etwas geändert?

Liebe Grüße
Biggi
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16 Feb 2024 15:29 #682557
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@Biggi: Grundsätzlich gilt in Uganda für alle strategischen Brücken Fotografierverbot (außer für die neue Nilbrücke im Murchison Falls NP). Es ist nicht ratsam auszusteigen und schwere Geschütze aufzufahren .... ein paar Schnappschüsse mit dem Smartphone aus dem Fenster habe ich riskiert :whistle: Die Wachposten an der Nilbrücke bei Karuma Falls gibt es weiterhin.
Wir waren nur 7 Tage in Nord-Uganda unterwegs - leider waren wir durch andere Termine in Kampala und im Rest des Landes gebunden. Der Landcruiser gehört dem Guide mit dem wir unterwegs waren. Gute DriverGuides mit eigenen Landcruisern kann ich Dir gern per PN vermitteln.
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Ab Kitgum dann gute Piste weiter Richtung Nordosten. Meist konnten wir mit 70 km/h durchbrettern ... Auch unser local chicken vom Markt in Kitgum hat's gut überstanden B)



Viel Fleisch ist nicht dran aber sehr schmackhaft im Unterschied zu den "Global Chicken" (= Industriehühner). Besonders die Suppe sollte uns am übernächsten Abend lecker schmecken :P

In Kidepo Savannah Lodge waren wir 3 Nächte naturelodgesuganda.c...depo-savannah-lodge/



Es gibt 12 self contained Safarizelte (davon je 6 twin und 6 double bedded) und 6 "Leisure Camping-Tents" mit common shower & toilette.
Ausblick auf die Nachbarlodge einen Hügel weiter


Ab 6:45 erster Gamedrive. Man fährt nur wenige Minuten von Kidepo Savannah zum nächsten Gate des NP. Bezahlung nur unbar mit Kreditkarte oder Mobile Money 40 USD pro non-East African und 8 USD für's Fahrzeug. Ugandische Guides zahlen nix.




Was sofort auffällt sind unglaublich viele Büffel und Jackson's Hartebeest.

Kidepo nennen die Karamojong die Früchte der Borassuspalme, die sie angeblich in Notzeiten auch verzehren.



Es gibt Nubische Giraffe (= Rothschild-Giraffe) wie im Murchison Falls NP



Außerdem Zebras ...


... three different airlines



... und natürlich Elefanten



Mit weiteren Tierbildern von meinem billigen Smartphone aufgenommen will ich euch nicht langweilen.
Wir haben bei 4 recht ausgedehnten Pirschfahrten nicht eine Katze gesehen. Wohl aber am ersten Abend in der Lodge einen Löwen brüllen gehört. Nach Auskunft des Managers wurden seit 5 Tagen keine Löwen mehr gesehen. Es gibt wohl auch nur noch sehr wenige. Die Gerüchteküche meint zu wissen, nach dem Necklacing mit Sendern seien die Löwen beleidigt nach Südsudan weggezogen ... Schicksal dort völlig ungewiss :dry:
Andere Fahrzeuge sahen wir während unserer Gamedrives kaum - obwohl die anfangs fast leere Savannah Lodge sich schließlich gut gefüllt hatte mit zwei Reisegruppen.
Fazit: Kann man machen - muss man aber nicht. Zusätzlich zum Murchison Falls gibt es Zebras, Eland und wenige Strauße. Vom Erlebniswert bietet Murchison Falls mehr - vor allem wegen des Nil und des Lake Albert. Außerdem fährt man 2 recht ereignislose Tage von Kampala bis Kidepo. Aber wer die trockene Einsamkeit liebt, ist dort nicht verkehrt!

to be continued
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Von Kidepo fuhren wir über Kaabong mit dem unverwechselbaren Rock-Tower Richtung Moroto.





An ein paar unmarkierten Verzweigungen muss man sich im Zweifel entlang der Stromleitung orientieren. Unser Guide wusste bestens Bescheid. Die Dörfer der Karamojong (ürsprünglich wie die Turkana, Rendille, Samburu und Masai im benachbarten Kenya ein halbnomadisches Hirtenvolk) haben heutzutage Wasser aus Bohrlöchern mit Handpumpen und gelegentlich wohl auch ein bisschen Strom ... Es gab ursprünglich 9 Groß-Clans, die sich auch untereinander gern das Vieh stehlen. Das machen sie wohl seit Jahrhunderten - seit der Verbreitung von AK-47 ist das allerdings deutlich blutiger geworden als in der Tradition und die Staatsmacht wollte schließlich nicht mehr tatenlos zuschauen. Das äußerst brutale Vorgehen der ugandischen Armee beim Entwaffnungsprogramm wurde allerdings Mitte 2006 gestoppt - auch als Reaktion auf Proteste von Menschenrechtsorganisationen. In grenznahe Gebieten kommen angeblich auch schon mal Turkana Cattle-Raiders aus Kenya ...
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Beim Transit (kostenlos) durch das Bokora Wildlife Reserve sah ich zum ersten Mal Strauße in Uganda. Etwas südlich davon gibt es das River Lokichar Community Project. Dort können reisende Karamojong unabhängig von der Clan-Zugehörigkeit kostenlos übernachten. Ein einfaches Hoteli bietet auf Vorbestellung auch Touristen Mahlzeiten an.
Wir fuhren weiter nach Moroto um das Lunch im Hotel Africana einzunehmen.
Mount Moroto




Modernes, vermutlich von Chinesen gebautes Hotel außerhalb von Moroto. Chinesen bauen in der Nähe einen polierfähigen Kalkstein als Marmor ab.
Bald darauf kommt der Mount Khadam in Sicht





Für uns überraschend gab es ab der Soroti-Junction bis Nakiripirit 80 km nagelneue Asphaltstraße. Von dort bis Namalu wieder Piste, ab Namalu wieder neuer Asphalt. Da uns die Pian-Upe UWA Bandas wg. Miss Uganda und ihrem Gefolge kurzfristig die Reservierung abgesagt hatten, fuhren wir nur im kostenlosen Transit durch das Schutzgebiet um in Sipi standesgemäß übernachten zu können. Es gibt 2 Loops für Game Drives; Ausländer zahlen beim Headquarter 35 USD pro Kopf und 20 USD für den Ranger der dort zusteigt. Tiere haben wir von der asphaltierten Hauptstraße keine gesehen. Später dann diverse Straßenbaustellen und am späten Nachmittag schließlich in Sipi Heritage Lodge eingecheckt.





Da wir die ursprünglich geplante Übernachtung in Pian-Upe übersprungen hatten, konnten wir am Folgetag einige Wasserfälle bei Sipi besuchen.







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