THEMA: Uganda, Ruanda, Kongo - Liebe auf den ersten Blick
17 Sep 2017 16:09 #489659
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12. Tag
Mittwoch, 26. Juli 2017
Volcanoes National Park (Ruanda) - Kinigi Guesthouse


Heute verlassen wir Uganda und fahren nach Ruanda. In Ruanda sind Plastiktüten verboten, womöglich wird unser Auto an der Grenze kontrolliert und wir haben uns zu Hause entsprechend vorbereitet und nur Stoffbeutel für das Gepäck mitgenommen. Es ist ein bißchen unpraktisch, die nassen Badelatschen in einen Stoffbeutel einzupacken. Aber was ist mit Plastikflaschen? Im Auto haben wir immer noch den Monster-Kanister mit 18,7 Liter Wasser, dessen Deckel nicht wiederverschließbar ist. Der Plan ist, das Wasser auf die 3 leeren 5-Lister-Kanister und die kleinen leeren Flaschen zu verteilen. Da wir wieder Strom und Internet im Guesthouse haben, suche ich schnell nach einer Antwort im Forum. Picco's Reisebericht "Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee" ist da eine Goldgrube! Da, auf der ersten Seite: auf seinem Foto von dem Hotelzimmer in Kigali ist eine Plastikflasche neben dem Fernseher zu sehen! Wir brauchen noch ein Messer, um den großen Kanister zu öffnen. Wir gehen in die Küche und fragen einen Mitarbeiter. Er ist schon überrascht, sagt aber, dass er sich darum kümmert. Nach ein paar Minuten gehe ich wieder in die Küche und frage einen anderen Mitarbeiter. Der weiß aber schon Bescheid und gibt mir gleich ein großes Messer, die Klinge ist im Küchentuch eingepackt. Ich sage, ich bringe das Messer gleich zurück und er kontert schnell, ich soll mich nicht beeilen, alles gut. Ich gehe mit dem Messer zum Auto, wo Matthias schon unser Gepäck hingebracht hat und sehe, dass die ganze Mannschaft aus der Küche draußen steht und neugierig beobachtet, was wir mit dem großen Messer machen. Als sie sehen, wie Matthias den großen Kanister aufschneidet, sagen sie laut lachend und erleichtert "Aaach, you open the water!".

Nach 10 km erreichen wir den Grenzübergang Cyanika. Von den Formalitäten her sind afrikanische Grenzübergänge alle sehr ähnlich: zuerst die Ausreise aus dem einen Land, noch ein paar Schritte, dann die Einreise in das andere Land. Dabei jeweils Polizei-, Zoll- und Immigration Office Kontrolle. Andrew von Alpha Car hat mir erklärt, was ich für das Auto brauche: die Comesa, das Registration Book und noch ein Dokument, das von der ruandischen Behörde einbehalten wird. Da bekomme ich ein anderes Dokument, das bei der Ausreise aus Ruanda eingezogen wird.

Zuerst gehen wir zu einem Häußchen, wo die ugandische Polizeikontrolle stattfindet. Der Officer guckt sich unsere Pässe an, dann schickt er uns auf die andere Straßenseite, wo wir die Zollpapiere für den Wagen erledigen müssen. Matthias trägt wieder sein Bayern München Trikot. Gespräche über Fußball kommen immer gut an und lockern die Atmosphäre auf. Der Zollbeamte entpuppt sich aber als Arsenal-Fan und will von Matthias wissen, wie er Arsenal findet. Ähm... Matthias stottert ein bißchen und sagt ihm, die Frage beantwortet er erst, wenn unsere Papiere gestempelt sind. Das findet der Beamte lustig, plaudert noch ein bißchen mit uns und wir bekommen die gestempelten Papiere. Jetzt bekommt er auch seine Antwort: Arsenal ist die beste Mannschaft aus England. Damit kann er leben. :P

Weiter gehts zum ugandischen Immigration Office, die Pässe werden schnell abgestempelt, dann fahren wir weiter zur ruandischen Behörde. Hier steht eine Polizistin, die ihren Job mehr als ernst nimmt. Mit wenigen, dafür aber sehr ernsten Worten fordert sie mich auf, auszusteigen und gegenüber zum Imigration Office zu gehen. Matthias soll allein zu ihr kommen. Ach ja?? Da wird er unterrichtet, dass er ab jetzt rechts fahren muss, dann darf er auch zu mir zum Immigration Office. Hier sitzt ein sehr geduldiger Beamter, der unsere Pässe überprüft und gleichzeitig eine afrikanische Soap auf seinem Laptop guckt. Zwischendurch stellt er uns noch verschiedene Fragen, echt multitaskingfähig.

Insgesamt verlaufen die ganzen Formalitäten problemlos und dauern circa eine halbe Stunde.

Jetzt sind wir in Ruanda und Matthias muss sich konzentrieren, denn wir haben einen Wagen aus Uganda mit Steuerrad auf der rechten Seite (für Linksverkehr), müssen aber rechts fahren, in Ruanda herrscht Rechtsverkehr. Die Leute hier sprechen Kinyarwanda und Französisch, wir nicht.

Das Straßenbild in Ruanda ist irgendwie anders als in Uganda, hier spürt man mehr "Zivilisation", die Häuser sehen viel besser aus und vor allem sehen sie wie Häuser aus. Durch die geöffneten Türen kann man sehen, dass der Fußboden aus Beton ist, in Uganda war die nackte Erde. Die Motorradfahrer tragen Helme, es fahren nur jeweils 2 Personen auf einem Motorrad und wir sehen teilweise sogar Gehwege. Die Taxi-Fahrräder haben hinten eine Art gepolsterte Bank, wo der Taxi-Kunde bequem sitzt und dabei noch locker sein Handy checkt, der Fahrer trägt eine Art Taxi-Weste, um sich bemerkbar zu machen. Insgesamt wirkt das Land sehr, sehr sauber. Auch Uganda empfanden wir als sauber, aber das hier ist eine Steigerung.







In Ruhengeri holen wir bei der Bank of Kigali unsere ersten ruandischen Franks. Auch hier stehen am Eingang Polizisten, die die Bankkunden nach Waffen kontrollieren.

Die nächste Unterkunft "Kinigi Guesthouse" ist in Kinigi, am Rand des Volcanoes National Parks und ist schnell erreicht. Die nette Dame, die sich um alles kümmert, spricht Englisch genau so gut wie ich, das gefällt mir. :) Da wir inzwischen schon Hunger haben, bestellen wir uns auf der Restaurantterrasse eine Kleinigkeit, Hähnchen-Sandwich. Als wir das Essen bekommen, machen wir große Augen: große, gebackene Teigtaschen gefüllt mit Hähnchen, dazu ein Avocado-Salat und eine riesen große Portion Pommes, alles schmeckt köstlich.

Kinigi Guesthouse:

Kinigi Guesthouse:

Kinigi Guesthouse:


Am Headquartier des Parks, nur ein paar Meter weiter, buchen wir für 75 USD pro Person den Dian Fossey Trail für morgen, dann machen wir noch einen Spaziergang durch das Dorf. Ältere Leute grüßen uns nett auf Französisch und würden gern mit uns plaudern, die jüngeren sprechen auch Englisch. Wir gehen dann über eine Wiese, wo Jugendliche Fußball spielen. Ein Junge spricht uns nett an, fragt uns, woher wir kommen und zeigt uns in die Ferne die großen Virunga-Vulkane an der Grenze mit Uganda: Muhabura (4127 m), Gahinga (3474 m) und Sabinyo (3634 m) und an der Grenze mit Kongo: Karisimbi (4507 m) und Bisoke (3711 m). Er erklärt uns, was die Namen bedeuten und wie hoch die Vulkane sind. Er hat ein Fahrrad und bietet uns spontan an, mit seinem Rad eine Runde zu drehen. Wir lehnen ab, plaudern noch ein bißchen, dann sagt uns der Junge, dass es wahrscheinlich gleich Regen gibt und wir lieber zum Guesthouse gehen sollten.

Mount Gahinga 3474 m:

Mount Sabinyo 3634 m:




Inzwischen ist es richtig kühl geworden, wir sind hier in 2300 m Höhe. Wir gehen zurück zum Guesthouse und wärmen uns im großen Salon beim Kaminfeuer. Um 19 Uhr gibts Abendessen. Matthias hatte vorher mit dem Koch gesprochen und ihn gebeten, uns etwas Lokales zu kochen. Er sagte dem Koch, er soll uns bitte das kochen, was er auch zu Hause isst. Als wir unseren gedeckten Tisch sehen, sind wir überwältigt. In einer großen Schüssel dampfen Kochbananen, braune Bohnen, Kürbis, Kartoffeln. In einer anderen Schüssel sind Hähnchenstücke mit reichlich Soße. Das Essen schmeckt nicht gut, es schmeckt himmlisch! Dazu gibt es das lokale Bier Mützig. Spät gehen wir in unser Zimmer und bereiten unsere Rucksäcke für morgen früh vor, denn um 7 Uhr müssen wir beim Headquartier sein, dem Meetingpoint für den Dian Fossey Trail, auf den wir sehr, sehr gespannt sind. Es wird bestimmt sehr emotionell sein...
Letzte Änderung: 17 Sep 2017 16:38 von adriana.
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17 Sep 2017 17:52 #489678
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  • ftc2010 am 17 Sep 2017 17:52
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adriana schrieb:
ftc2010 schrieb:
ich bin nun auch noch hinterhergereist (wobei wir genau vor euch in Uganda waren ;) )
...
In Ruanda waren wir nicht, daher bin ich gespannt wie die Reise weiter geht.

Liebe Sandra,

Dann schaffst du es gleich mit uns nach Ruanda! :-)

Wir haben wirklich eine Menge auf dieser Reise erlebt und eins gelernt: es gibt immer eine Lösung! Die Leute in diesen Ländern waren uns sehr behilflich.
Wir mussten leider den Murchison Falls NP auslassen, weil wir keine Hetze im Urlaub haben möchten.

Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen,
Adriana

Stimmt, es gibt für jedes Problem eine Lösung. Manchmal werden aber auch unnötige Probleme geschaffen und dann müssen arme Landsleute gucken, wie sie das gelöst bekommen. Sehr unfair :angry:

Mit Ruanda hatte ich mich bisher noch nie beschäftigt. Verwirrt war ich darüber, warum nach Ruanda viel mehr Touris kommen als nach Uganda. Nun scheint es sich mir jedoch zu erschließen: Weil es zivilisierter ist als Uganda. Allein das Straßenbild ist ein ganz anderes und die Umgebung mit den Bergen :woohoo:

LG
Sandra
Interesse an einem Kalender mit Bildern von Uganda? Auf www.eickys-adventures.com findet ihr die Verlinkung.
www.allmos-adventures.com
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18 Sep 2017 14:27 #489759
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Hoi Adriana

:woohoo:adriana schrieb:
Da wir wieder Strom und Internet im Guesthouse haben, suche ich schnell nach einer Antwort im Forum. Picco's Reisebericht "Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee" ist da eine Goldgrube! Da, auf der ersten Seite: auf seinem Foto von dem Hotelzimmer in Kigali ist eine Plastikflasche neben dem Fernseher zu sehen!
:woohoo: Dass da eine Plastikflasche steht wusste nicht mal ich! :woohoo:
Aber danke dass Du mir auch die verborgenen Seiten meines Reiseberichtes vor Augen führst! :laugh: ;) B)
Top, Adriana! :cheer:

PS: Hab Deine RB ab dem Grenzübertritt nun auch in der RB-Zusammenfassung Ruanda eingefügt! ;-)
Letzte Änderung: 18 Sep 2017 14:29 von picco.
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20 Sep 2017 15:24 #489967
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13. Tag
Donnerstag, 27. Juli 2017
Volcanoes National Park (Ruanda) - Kinigi Guesthouse


Um 7 Uhr sind wir schon beim Headquartier des Volcanoes National Parks. Der Parkplatz ist voll, es wird Kaffee und Tee kostenlos angeboten, die Touristen werden auf ihre Trekking-Gruppen verteilt und in der Mitte finden lokale Tänze statt. Hier ist der Treffpunkt für alle, die ein Trekking gebucht haben, egal welcher Art. Wir werden zu Olile geführt, einer Rangerin, die heute unser Guide sein wird. Außer uns ist noch ein deutsches Paar bei dem Dian Fossey Trail dabei.

Auf diesem Trail werden wir zu der ehemaligen Forschungsstation Karisoke geführt, mitten im Dschungel, nahe der Grenze zur DR Kongo, wo Dian Fossey die Berggorillas studiert und vor Wilderern beschützt hat. Neben der Station liegt ein Affenfriedhof, auf dem auch sie beerdigt ist, neben ihren geliebten Gorillas. Die Station, oder was noch übrig geblieben ist, befindet sich zwischen den Mount Karisimbi und Mount Bisoke, daher auch der Name: KariSoke.

Wer war Dian Fossey und warum ist sie so wichtig? Ich werde hier nur die kurze Version erzählen. Dian Fossey war eine amerikanische Anthropologin, die im Jahr 1966 mitten im Dschungel die Forschungsstation Karisoke gegründet hat. An der Station sollten die Berggorillas beobachtet werden, die damals noch mehr als heute vorm Aussterben bedroht waren und von denen es nur noch sehr wenige gab. Ihre größten Feinde waren die Wilderer, die vor nichts zurückschreckten. Dian Fossey hat 18 Jahre auf dieser Forschungsstation verbracht und hart gegen die Wilderer gekämpft. 1985 wurde sie in ihrer Hütte ermordet aufgefunden, der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt. Gemäß ihrem Wunsch wurde sie auf dem Gorilla-Friedhof, neben ihrem Lieblings-Silberrücken Digit beerdigt. Es wurde nicht nur Gutes über sie geschrieben, aber es wird gesagt, dass es ohne ihr Engagement die Berggorillas heute nicht mehr geben würde. Ihre ganze Lebensgeschichte wurde im Film "Gorillas im Nebel" verfilmt.

Um 8 Uhr fahren wir los zum Startpunkt und nehmen die Rangerin bei uns im Auto mit. Zuerst fahren wir 15 Minuten auf guter Asphaltstraße, dann 15 Minuten auf Schotterpiste und nochmal 15 Minuten auf einer katastrophalen Straße, die voller Löcher und scharfkantigen Vulkansteine ist. Es ist mit Abstand die schlechteste Straße, die wir je gesehen haben. So muss der Weg zur Hölle sein!







Um 8:45 sind wir am Startpunkt und beginnen das Trekking. Mit uns kommen außer der Rangerin noch 3 bewaffnete Ranger und ein Porter (Gepäckträger) mit. Es beginnt gleich mit steilen Aufstiegen und ich bin schnell aus der Puste. Zum Glück ist die Rangerin heute sehr müde, sagt uns das gleich am Anfang und macht öfter kleine Pausen mit uns: "Break for the ladys?". So macht Trekking Spaß.

Die Landschaft ist sehr schön, hier ist der Regenwald anders als in Bwindi, nicht so dicht, mehr Licht, andere Pflanze, irgendwie wie in einem Märchenwald, gefällt mir sehr gut. Die großen Bäume und der Boden sind mit moosartigen Pflangen und Farn bedeckt. Und alles ist grün! Gorillas treffen wir unterwegs nicht, nur ihre Hinterlassenschaften, die Olile uns zeigt. Die 3 bewaffneten Ranger beobachten ständig die Umgebung sehr aufmerksam. Immer wenn wir stehen bleiben und Olile uns etwas erklärt, verteilen sich die Ranger im Dreieck um uns herum und achten sehr angestrengt auf die Umgebung. Ich vermute, die Nähe an der DR Kongo ist der Grund dafür. Auch die letzten Kämpfe mit den Rebellen sollen sich in der Nähe abgespielt haben.























Nach 2 Stunden Aufstieg erreichen wir die Ruinen der ehemaligen Forschungsstation und es ist ein sehr emotionaler Moment, die Rangerin erzählt immer mehr Einzelheiten von dem damaligen Kampf der Dian Fossey gegen die Wilderer. Es war eine harte Zeit gegen die Wilderer und Berggorillas wurden brutal ermordet. Digit, der Liebliengsgorilla und bester Freund von Dian wurde ohne Kopf und ohne Hände im Dschungel aufgefunden. Seine Gorillafamilie konnte damals den skrupellosen Wilderern entkommen, während er geblieben und gegen die Wilderer gekämpft hat. Auf dem Friedhof ist Dian gleich neben Digit beerdigt, ihr Wunsch. Wir sind alle sehr berührt. An ihrem Grab liegen frische Blumen und es ist alles so ruhig.

Hier stand die Hütte von Dian Fossey:

Der Friedhof, auf dem Dian Fossey und ihre Gorillas beerdigt sind:










Von der ehemaligen Forschungsstation ist nicht mehr viel übrig und da, wo die Hütte von Dian stand, steht jetzt nur noch ein Schild. Eine halbe Stunde bleiben wir an der Station und dem Friedhof, dann beginnt der Abstieg, der logischerweise besser und schneller zu bewältigen ist. Nach eineinhalb Stunde sind wir wieder bei unseren Autos. 4 Stunden hat das Trekking insgesamt gedauert und wir sind immer noch sehr berührt.

Die Reste der ehemaligen Forschungsstation Karisoke:

Die Reste der ehemaligen Forschungsstation Karisoke:


Auf dem Rückweg:
















Müde und verstaubt, aber beeindruckt von diesem Trekking fahren wir zurück zum Guesthouse. Wir haben gerade geduscht, als vor unserer geöffneten Tür eine Frauenstimme zu hören ist. Sie sagt nur hallo und wartet ganz schüchtern vor der Tür. Ich gehe raus und grüße sie, habe sie schon mal auf dem Hof gesehen. Ich glaube meinen Ohren nicht, als sie schüchtern sagt "Can I clean for you... this?" und zeigt auf unsere dreckigen Gamaschen, die draußen hängen. Ooooh, aber liebend gern, sie erspart uns eine Menge Arbeit! Ich gebe ihr noch unsere verschwitzten Oberteile, wir haben nachher mehr Freizeit und sie verdient sich ein bißchen Trinkgeld. Selbstverständlich ist auch diese Wäsche reine Handarbeit. Sie zeigt noch auf unsere Schuhe, sie will sie auch putzen. Nein, die Schuhe kriegt sie nicht! Wer weiß, nachher habe ich saubere, aber nasse Schuhe. Sie hakt nach: "The boots are dirty!". Ja, sie sind sogar sehr dirty, aber sie kriegt sie nicht. Um sicher zu sein, hole ich unsere Schuhe in das Zimmer, dann gehen wir auf die Terrasse. Wir geniessen die Sonne und schauen uns unsere Fotos an.

Abends zaubert der Koch wieder ein afrikanisches Essen für uns, das wunderbar schmeckt. Es gibt Beef in Sahnesoße, dazu typisch afrikanisches Gemüse und wir sind mal wieder die einzigen Gäste. Sehr spät kommen noch ein paar Leute. Wir verbringen den restlichen Abend im großen Aufenthaltsraum beim Kaminfeuer. In zwei Tagen haben wir das Vulkan-Trekking auf Nyiragongo und es wird kein Spaziergang sein. Seit dem Gorilla-Trekking mache ich mir Sorgen um meine Fähigkeit, ein solches Trekking zu bewältigen... Was ist, wenn der Pfad auch so steil ist, dass man sich an nichts mehr festhalten kann und ich in den Abgrund falle??
Letzte Änderung: 20 Sep 2017 15:36 von adriana.
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20 Sep 2017 19:45 #489983
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  • ftc2010 am 17 Sep 2017 17:52
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Den Film "Gorillas im Nebel" haben wir erst vor ein paar Wochen und somit erst nach unserem Urlaub gesehen. Die Forschung an den Gorillas für Dian damals ein unvorstellbares Erlebnis gewesen sein. Vermutlich zunächst verbunden mit Ängsten, als der Silberrücken noch nicht so genau wusste, wie er mit ihr umgehen soll und dann die unbeschreiblichen Glücksmomente bei den ersten Kontakten/Berührungen.
Im Film sieht man nachher auch, wie sie neben Digit beigesetzt wird. Er hatte extra sein Leben geopfert, um den Rest seiner Familie zu schützen.

Ein sehr emotionaler, nachdenklicher und ergreifender Trail, wenn man die Geschichte dazu kennt.

Sehr rücksichtsvoll von der Rangerin genügend Pausen für die Ladies einzulegen ;)

Habt ihr euch wegen de Nähe zum Kongo Sorgen gemacht?

LG
Sandra
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21 Sep 2017 10:44 #490009
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  • adriana am 17 Sep 2017 16:09
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Liebe Sandra,

ftc2010 schrieb:
Den Film "Gorillas im Nebel" haben wir erst vor ein paar Wochen und somit erst nach unserem Urlaub gesehen. Die Forschung an den Gorillas für Dian damals ein unvorstellbares Erlebnis gewesen sein.
Die Rangerin hat uns erzählt, dass im Dorf noch ein paar Leute leben, die Dian Fossey persönlich kennengelernt haben, u.a. auch ein Porter von dem National Park. Von "ihren" Gorillas lebt auch noch die Gorilla-Dame Poppy, ca 40 Jahre alt. Und es gibt jetzt einen neuen Friedhof, wo die Ranger die verstorbenen Gorillas beerdigen. Sie hat uns wirklich eine Menge interessante Informationen erzählt.

ftc2010 schrieb:
Sehr rücksichtsvoll von der Rangerin genügend Pausen für die Ladies einzulegen ;)
So macht sogar ein anstrengendes Trekking Spaß. Außerdem war die Rangerin sehr nett und humorvoll, hat immer wieder Scherze mit uns gemacht.

ftc2010 schrieb:
Habt ihr euch wegen de Nähe zum Kongo Sorgen gemacht?
Der Kongo war während der Reise ein wichtiges Thema, weil wir selbst vorhatten, auf ein Vulkan-Trekking in den Kongo zu gehen. Die Details werde ich in den nächsten Tagen schreiben. Aber auf diesem Trail habe ich mir keine Sorgen gemacht.

LG, Adriana
Letzte Änderung: 21 Sep 2017 10:44 von adriana.
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