THEMA: Das volle Programm (Reisebericht Tansania 12/13)
22 Feb 2013 12:24 #277508
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12. Tag (Mi. 02.01.2013)
Crocodile River Camp – Ruaha National Park

310km

Über den Tagesbeginn gibt es nichts Besonderes zu berichten. Zügig haben wir das Camp abgebaut und gefrühstückt. Dann sind wir wieder „on the road“. Zunächst verläuft die Straße weiterhin im Tal entlang des Great Ruaha River und später entlang eines Nebenflusses, dem Lukosi River. Dann geht es aber steil hoch in die Berge. Die Strecke weist guten Asphalt auf und stellt auch ansonsten keine großartigen Anforderungen an Fahrer und Fahrzeug. Trotzdem sehen wir eine Vielzahl von verunfallten Fahrzeugen. In erster Linie LKW, die umgekippt oder die Böschung heruntergestürzt sind. Einige der Autowracks sehen nicht so aus, als hätte die Besatzung den Unfall überlebt.

Das Wetter ändert sich hier in den Bergen rasch. Es hat zugezogen, die Wolken hängen tief zwischen den Gipfeln, es gibt immer mal wieder Regenschauer und die Temperaturen kommen erstmals bei dieser Reise in einen angenehmen Bereich.

Unzählige Felsblöcke sind in der Landschaft verstreut, sicherlich ein Paradies für jeden Boulderer, würde er sich mal hierher verirren.

An einem der größeren Blöcke, ein Gruß aus unserer Heimatstadt.


In Ilula werden wir an einer Polizei-Kontrolle angehalten. Kleiner Smalltalk und Führerschein vorzeigen. Dann studiert der Polizist die Behörden-Sticker, von denen annähernd ein Dutzend unser Auto schmücken und findet tatsächlich einen, dessen Gültigkeit abgelaufen ist. Keine Ahnung wofür der jetzt genau ist, aber das Ablaufdatum liegt tatsächlich schon ein paar Wochen zurück und das Bußgeld soll 30.000,-TSH betragen. Zur Klärung des Sachverhaltes rufen wir im Office unseres Vermieters an, der dann die Sache direkt mit dem Polizisten bespricht. Der Vorgang wird dann voll in unserem Sinne geregelt. Der Polizist erklärt uns, dass wir aufgrund der Tatsache, dass es ein Mietwagen ist, nicht für das Versäumnis verantwortlich seien und deshalb ohne Bußgeld weiterfahren können. :)

Hier passt vielleicht ganz gut ein generelles Statement zum Thema Polizeikontrollen in Tansania: Es gibt sehr viele Polizeikontrollen in Tansania. In jedem größeren Dorf stehen Polizisten und sind kräftig dabei, Autos zu kontrollieren. Es hatte für mich jedoch den Anschein, dass sich die Polizei primär auf den gewerblichen Verkehr konzentriert, denn in erster Linie wurden Lastwagen, Busse und Dala Dalas angehalten. Wir wurden nur sehr selten herausgewunken und wenn dann hatten wir immer den Eindruck, als hätten die Beamte in letzter Zeit einen Intensivkurs in Tourismus-Marketing erhalten. Immer nett und freundlich, immer korrekt. Meist mussten wir noch nicht einmal den Führerschein vorzeigen sondern es wurde nur ein wenig geplaudert und uns eine angenehme Weiterreise gewünscht. Korruption oder Abzocke gab es noch nicht einmal ansatzweise.

In Iringa deckten wir uns mit allem ein, was wir für unseren Aufenthalt im Ruaha Nationalpark brauchten – Diesel, Lebensmittel und Bargeld. Obwohl Iringa eine Stadt mit über 100.000 Einwohnern ist, mussten wir ganz schön suchen, bis wir in einer Nebenstraße einen kleinen Supermarkt fanden. Die im Reiseführer genannte Bäckerei gab es nicht mehr, dafür bekommt man jetzt frisches Brot auf der Tankstelle am Kreisel in der Innenstadt. Erfolgreich waren wir beim Bargeld. Die Barclays Bank spuckte 400.000,-TSH pro Maestrocard aus. Das reichte dann für den Rest der Reise.

Die Strecke von Iringa zum Ruaha National Park zeichnete sich durch schöne Landschaft und nerviges Wellblech aus. Hin und wieder kamen wir durch kleine Dörfer. Afrikanisches Landleben wie aus dem Bilderbuch.

Da es von den außerhalb des Nationalparks gelegenen Unterkünften ca. 1h Fahrzeit bis in den Park sind, kamen die für uns nicht in Frage. Weiter zum Gate. Dieses war anscheinend nagelneu gemacht. Pikobello saubere Sanitäranlagen. Wir checkten für zwei Nächte ein und konnten alles mit VISA bezahlen.

Da es erst kurz nach Mittag war, wollten wir zunächst zur Campsite um uns dort einzurichten und dann am Nachmittag zu einem ersten Gamedrive aufbrechen. Um zur Campsite zu gelangen mussten wir, nachdem wir den Great Ruaha River auf einer Brücke überquert hatten, noch den Mdonya River in einer Furt passieren. Dabei schreckten wir ein Hippo auf.



Die Campsite befindet sich nur wenige Kilometer östlich vom Park Headquarter direkt auf dem Hochufer des Great Ruaha Rivers. Toiletten und Duschen sind vorhanden, sauber und funktionieren ausgezeichnet. Es gibt einen großen Haufen Brennholz von dem man sich bedienen kann - diesen Service hatten wir so noch nicht erlebt und waren begeistert.



Da wir ja noch den gesamten morgigen Tag und auch Übermorgen noch den ganzen Vormittag Zeit haben, wollen wir heuten nur einen kurzen Nachmittags-Gamedrive machen. Im Schatten „unseres“ Baums, lässt sich die Zeit bis dahin ganz prächtig vertrödeln.

Gegen 16:00Uhr brechen wir auf. Unser Ziel sind die Ruaha Plains, welche sich östlich der Campsite entlang des Flusses erstrecken.



Hier zeigt sich schon, dass es eine Menge Elefanten im Park gibt. Die sind zum Glück recht entspannt, so dass man ziemlich dicht an Sie heranfahren kann, ohne dass sie sich gestört fühlen. Wir fahren zunächst zum Fluss und folgen diesem am Ufer entlang – wieder sehen wir viele Elefanten.



Aber es gibt natürlich auch noch andere Tiere. Wie an fast allen afrikanischen Flüssen sehen wir Fischadler, wobei aber nur die wenigsten so schön posieren, wie dieses prächtige Exemplar.



Wir kommen an einem Hippo Pool vorbei. Hier sind wir nur wenige Meter von den Kolossen entfernt. Zu ärgerlich, dass gerade jetzt ausgesprochen schlechte Lichtverhältnisse herrschen. Das extreme Gegenlicht, kombiniert mit vielen Licht/Schatten-Wechseln durch die Bäume und Reflexionen auf der Wasseroberfläche, lässt kein akzeptables Foto zustande kommen. Hier müssen wir morgen Vormittag noch einmal hin.

Wir entfernen uns etwas vom Fluss und fahren durch eine saftig-grüne Parklandschaft mit großen Wiesen und einzelnen darauf verteilten Büschen und Bäumen. Sieht fast so aus, als hätte ein englischer Landschaftsplaner das Ganze entworfen.

Wenn man genauer hinsieht finden sich aber auch hier überall Spuren des hohen Elefantenbestandes. Allein am heutigen Tag haben wir weit über einhundert der Dickhäuter gesehen.


Elefanten haben Baobabs zum fressen gern.

Das Licht wird immer besser. Auf einer großen freien Fläche halten wir an, setzen uns aufs Autodach und lassen die Umgebung auf uns wirken. Auf der großen Wiese in Richtung Fluss sind zwei Löffelhunde auf der Nahrungssuche. Leider sind Sie recht weit weg und kommen auch nicht näher, weshalb das Foto eigentlich nicht ganz meinen Ansprüchen genügt. Da es aber die einzigen Löffelhunde dieser Reise bleiben werden, will ich Euch das Foto nicht vorenthalten.



Kurz darauf erscheint zwischen den Büschen auf der anderen Seite des Weges ein Serval. Leider ist er genauso schnell wieder verschwunden, wie er aufgetaucht ist und ich Schlafmütze war mal wieder zu langsam mit der Kamera. :angry:

In der Zwischenzeit ist auch ein einzelner Elefantenbulle immer näher gekommen. Er nimmt keinerlei Notiz von uns und ist auch ansonsten so ins Fressen vertieft, dass er glatt über einen umgestürzten Baum stolpert.



Zum Sundowner lassen wir noch einmal den Motor an und fahren zum Flussufer. Schnell wieder auf’s Autodach geklettert – diesmal mit Bier und Savannah – dann kann der Tag ausklingen.



Im letzten Büchsenlicht kommen wir auf die Campsite zurück. Da es hier nicht mehr ganz so heiß wie in den vergangenen Tagen ist, kann ich mich erstmals aufraffen, ein Campfire zu entzünden.

Dann wird gekocht. Heute gibt’s Spaghetti Bolognese mit echtem Parmesan, den wir extra aus Deutschland mitgenommen haben. Ich liebe Parmesan.

Leider wird das Abendessen etwas durch die vielen Insekten gestört, die sich von unseren Lampen angezogen fühlen. Andererseits möchte man aber auch nicht völlig im Dunkeln essen, sondern sehen, was sich so alles auf dem Teller befindet. :S

Etwas später besucht uns noch ein kleiner Genet, den wir im Licht der Taschenlampe gut beobachten können. Als Untermalung begleiten uns den ganzen Abend über, bis zum ins Bett gehen, die Geräusche der Hippos.
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26 Feb 2013 13:43 #278164
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13. Tag (Do. 03.01.2013)
Ruaha National Park – Iringa
202km

Mitten in der Nacht wache ich auf, weil mir etwas im Gesicht liegt – es ist unser Zelt. Über uns tobt ein gewaltiges Gewitter. Blitz & Donner ohne Unterlass, Starkregen und dazu noch Sturmböen, die immer wieder das Zelt niederdrücken. Die nächste Stunde verbringe ich im Sitzen und halte das Zelt aufrecht, damit nicht noch mehr Wasser eindringt, als ohnehin schon. Nach einer Stunde ist das Zentrum des Gewitters weitergezogen und der Sturm hat nachgelassen. Nicht jedoch der Regen, es prasselt immer noch ganz ordentlich. Kathrin hat mit Ihrem komatösen Schlaf mal wieder nichts von den Naturgewalten mitbekommen, die um uns herum tobten. Auch ich suche mir einen halbwegs trockene Schlafposition und kann noch ein wenig dösen, bis es dämmert.

Als wir das Zelt verlassen, können wir die Ausmaße des Unwetters ein wenig besser einschätzen. Der Wasserstand des Ruaha Rivers ist um mindestens einen Meter angestiegen, die Landschaft ringsumher steht weitläufig unter Wasser und eine Stange unseres Zeltes ist gebrochen. Es regnet noch immer leicht und der Himmel ist mit tief hängenden Regenwolken dicht bedeckt.

Nun gut, wir wollten sowieso nicht frühstücken sondern gleich zum Gamedrive aufbrechen, was wir dann auch in die Tat umsetzen. Was uns heute erwarten soll zeigt sich sogleich, da wir schon Mühe haben, die Campsite zu verlassen, ohne uns festzufahren.

Wir merken schnell, dass wir die für heute morgen geplante Strecke nicht fahren können. Es gibt plötzlich überall Bäche, selbst an Stellen, wo wir sie gestern nie vermutet hätten. Viele Pisten sind überflutet, manche weg gespült und nicht alle der neu entstandenen Furten sind passierbar. Dazu kommt noch der in Ostafrika so weit verbreitete „black cotton soil“. Wer bislang nur im südlichen Afrika unterwegs war, kann sich nicht vorstellen, wie glatt der Untergrund hier wir, sowie es regnet.

Schon nach kurzer Zeit finden wir einen Safariwagen, der in der Wiese neben der Piste feststeckt. Der Guide erklärt uns, er hätte das Steuer nur kurz etwas verzogen, als er einen Gepardenriss aus dem Augenwinkel gesehen hat. Naja, meine Meinung über die Fahrkünste der Einheimischen war noch nie sehr hoch. Selbstverständlich ziehen wir den Wagen aus dem Schlamm, denn ohne Hilfe von Außen hat man hier keine Chance auf die Piste zurück zu kommen. Sie hatten wirklich Glück, steckten sie doch gerade mal 5 Minuten fest bevor wir kamen.



Das Rausziehen gelingt schon im ersten Versuch. Danach gehen wir noch mit dem Guide und seinen Gästen den Gepardenriss suchen. Wir finden auch den frischen Kadaver, der Gepard hat sich aber anscheinend aufgrund des Trubels beim Abschleppen versteckt, so dass wir ihn nicht sehen.



Bei der weiteren Fahrt sehen wir nicht allzu viele Tiere. Die scheinen sich bei dem Regen alle an einen geschützten Ort geflüchtet zu haben. So sind wir froh, zumindest diesen prächtigen Sattelstorch ablichten zu können.



An der Mündung des Mwagusi Rivers in den Ruaha River finden wir einen überdachten Picknickplatz. Genau das, was wir bei dem noch immer anhaltenden Regen brauchten. Hier im trockenen lassen wir uns viel Zeit mit dem Frühstück, denn es sieht nicht so aus, als würden wir derzeit groß etwas verpassen. Außerdem ist es hier wirklich schön und die beiden, zu rauschenden Strömen angeschwollenen Flüsse, sind ein eindrucksvolles Naturschauspiel.



Wir sind nur wenige hundert Meter vom Picknickplatz entfernt, da bin ich für einen kurzen Augenblick unkonzentriert und verlasse die Ideallinie in der Mitte der Piste. Das reicht schon aus, dass der Wagen ein Eigenleben entwickelt und langsam aber unaufhaltsam nach links rutscht. Da hilft auch alles Gegenlenken nichts. Wie auf einer Eisfläche behält das Fahrzeug seine einmal eingeschlagene Richtung bei und kommt erst zum stehen, als wir mit den linken Reifen im Graben stecken. Der einheimische Tourguide, den wir vorhin rausgeschleppt hatten ist schlagartig rehabilitiert. Er hatte zumindest den Gepardenriss, der ihn ablenkte. Ich bin einfach nur ein Schussel. :blush:

Die Analyse unserer Lage ist ernüchternd. Im Graben ist der Schlamm sehr tief und weich. Zwar schaffe ich es, ein paar Meter vorwärts oder rückwärts zu fahren, aber es besteht keine Chance ohne fremde Hilfe aus dem Graben heraus zu kommen. Als auch nach einer halben Stunde noch kein Fahrzeug vorbeigekommen ist, ruft Kathrin den Warden an (diesmal hatte Sie sich die Telefonnummer geben lassen). Warum taucht eigentlich nie Hilfe auf, wenn wir welche brauchen und die Fahrzeuge die wir rausziehen stecken keine 10 Minuten in ihrer misslichen Lage. :angry:

Nach etwas über einer Stunde sind die zu unserer Hilfe geschickten Ranger vor Ort. Es ist gar nicht so einfach das Auto wieder auf die Piste zu bringen. Den Wagen vorwärts oder rückwärts zu ziehen ist zwar kein Problem, aber es gelingt zunächst nicht ihn aus dem Graben zu bekommen. Zu rutschig ist die Grabenwand und bei zuviel Schwung droht die ganze Fuhre umzukippen, denn die Schräglage ist heikel. Erst als sie uns bis zu einer leichten Kurve durch den Graben ziehen kommt ausreichen seitlicher Zug, dass der Wagen aus dem Graben klettern kann.

Diesmal haben wir daran gedacht, das Ganze auch fotografisch festzuhalten:





Selbstverständlich bedanken wir uns bei den Rangern mit einem angemessenen Trinkgeld für ihre Hilfe. Die Auskunft über die Pistenverhältnisse im Park ist ernüchternd. Laut der Ranger sind inzwischen die meisten Pisten unbefahrbar geworden, was auch der Grund war, weshalb bei uns keine Autos vorbei kamen, die uns hätten helfen können.

Da ich bei der Befreiungsaktion nicht umhin kam, auch ein paar Mal im Graben zu schaufeln sehe ich aus wie ein Schwein und will auf dem einfachsten Weg zurück zur Campsite. Dies ist auch der Weg der Ranger und wir fahren zusammen. Bei den Pistenverhältnisse sehr beruhigend.

Unterwegs muss ich dann noch diese Schildkröte von der Piste evakuieren. Wie bei unseren heimischen Igeln ist ihre Überlebensstrategie einfach nicht mit dem Autoverkehr kompatibel.



Bald darauf treffen wir wieder einen feststeckenden Safariwagen. Die Ranger signalisieren uns, dass sie sich darum kümmern werden und wir weiterfahren sollen. Die Lage im Park ist echt chaotisch. Wir kommen noch an weiteren feststeckenden Fahrzeugen vorbei, aber überall ist schon Hilfe vor Ort, so dass wir nicht benötigt werden.

Als wir wieder an den Ruaha kommen, können wir eine Gruppe Elefanten beim Durchqueren des Flusses beobachten. Das erste wirkliche Gamedrive-Erlebnis des Tages.



Als wir dann unser Zelt in der Ferne erblicken stellt sich schon ein wenig Erleichterung ein. Hier ein Suchbild. Wer entdeckt unser Zelt?


Jetzt gilt es zu beratschlagen, wie es weitergehen soll. Ich bin dafür hier im Nationalpark abzubrechen und nach Iringa zu fahren, Kathrin möchte bleiben, da wir ja für 2 Tage bezahlt haben. Erst mit meiner Weigerung, heute auch nur einen weiteren Kilometer im Park zu fahren kann ich mich durchsetzen. Außerdem ist der Himmel immer noch bedeckt und es regnet weiterhin leicht.

Schnell ist das Zelt abgebaut. Alles andere hatten wir schon gleich nach dem Aufstehen im Wagen verstaut. Es ist wirklich schade, dass wir den Ruaha Nationalpark schon so schnell wieder verlassen müssen. Er hat uns von den Nationalparks des Southern Circuits am besten gefallen. Gute Infrastruktur, niedrige Preise und die Tiere sind deutlich entspannter als in den anderen Parks des Südens.

Auf dem Weg nach Iringa reißt die Wolkendecke dann plötzlich und großflächig auf und die Sonne kommt heraus. War es die richtige Entscheidung, den Ruaha National Park schon heute zu verlassen? Der Bericht über den nächsten Tag wird es Euch zeigen.

In Iringa kennen wir uns ja nun schon recht gut aus. Alle anstehenden Einkäufe und Erledigungen können wir noch heute machen, so dass wir morgen ausreichend Zeit haben sollten, bis nach Kolo zu kommen.

Danach fahren wir zu unserer Unterkunft, der Riverside Campsite. Sie liegt ca. 10km östlich der Stadt, über die A7 erreichbar, am Ufer des Little Ruaha River. Es gibt hier feste Unterkünfte, Safarizelte und eine sehr schöne Zeltwiese. Alles ist sehr liebevoll gemacht.



Wir nutzen die letzten Sonnenstrahlen um unsere vielen nassen Sachen zu trocknen. Inzwischen haben wir auch einen neuen Freund gefunden. Der Haushund ist ein großes tapsiges Riesentier mit sehr sanftem Gemüt. Außer beim Dinner im Restaurant weicht er uns am Abend nicht von der Seite – echt knuffig.

Die Sanitäranlagen sind sehr schön in einem urigen Natursteinhaus untergebracht.

Man kann hier auch Dinner bekommen. Für nur 16.000TSH pro Person gibt es ein einfaches aber leckeres Buffet mit Hausmannskost. Wir essen zusammen mit Frank, einem deutschen Entwicklungshelfer aus Malawi, der hier in Tansania ein paar Tage Urlaub gemacht hat und jetzt auf der Rückreise ist. Interessant, was er so berichtet.
Letzte Änderung: 19 Jul 2013 16:48 von Topobär.
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01 Mär 2013 11:44 #278744
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14. Tag (Fr. 04.01.2013)
Iringa – Dodoma
278km

Nachts hat es wieder angefangen zu regnen - was heißt hier regnen, es schüttet wie aus Eimern. Bis zur Dämmerung hat der Regen noch kein Stück nachgelassen. Aber wir haben eine lange Strecke vor uns, da hilft alles nix. Wir müssen raus.

Im strömenden Regen zusammenzupacken stellt mal ganz andere Anforderungen wie normalerweise. Ich mache zunächst den Wagen soweit klar, dass alles schnell reingeschmissen werden kann. Dabei bin ich trotz Regenjacke in weniger als einer Minute bis auf die Haut durchnässt. In der Zwischenzeit hat Kathrin das Innenleben des Zeltes so wasserdicht wie möglich verpackt und wir schaffen es tatsächlich die Schlafsäcke und Isomatten relativ trocken ins Auto zu bekommen. Jetzt wo es heller wird können wir auch erkennen, welch Glück wir mit der unbewussten Wahl unseres Zeltplatzes hatten. Wir stehen auf einer Insel inmitten eines großen Sees, denn die Wiese ist bis auf unseren Stellplatz komplett überschwemmt.

Um das Innere des Zeltes nicht allzu nass werden zu lassen tragen wir das Zelt unter ein nahes Makuti-Dach und können es dort im Trockenen abbauen. Dann starten wir durch. Auf ein Frühstück verzichten wir heute aufgrund der äußeren Umstände.

Was an diesem Tag auf uns zukommen wird merke ich schon in der ersten Kurve hinter dem Zeltplatz. Die hängt ein wenig nach außen und sogleich geht wieder eine Schlittenfahrt los, die glücklicherweise von einer Hecke gebremst wird, ehe wir richtig feststecken. Nach ein paar Minuten kommen wir aus eigener Kraft wieder frei.

Die 10km bis Iringa sind noch Asphalt. Es gießt nach wie vor und das ganze Land steht unter Wasser. Überall sind rauschende Bäche entstanden. Bei vielen Häusern läuft das Wasser auf der einen Seite rein und auf der anderen Seite wieder raus. Dabei kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass dies hier der Normalfall nach starken Regenfällen ist.

Nach Iringa endet der Asphalt. Die nächsten 500km sind Piste. Das wird ein Spaß. :S

Ich bin hoch konzentriert unterwegs. Die Strecke ist einsam. Hin und wieder ein kleines Dorf. Nur sehr selten sehen wir ein anderes Auto. Sagte ich schon, dass die Piste extrem rutschig ist?

Die Strecke Iringa – Dodoma befindet sich aber im Ausbau. In absehbarer Zeit wird man durchgehend auf Asphalt fahren können. Derzeit ist die Strecke eine 250km lange Baustelle. Überall sind chinesische Baustellencamps. Man fährt teilweise noch auf der alten Piste, teilweise auf neu geschobenen Baustellenpisten und manchmal auch schon auf der planierten und verfestigten neuen Trasse, bei der an vielen Stellen nur noch die finale Asphaltdecke fehlt. So variiert die Geschwindigkeit zwischen 10km/h und 100km/h.

Allmählich ist der Niederschlag auf das Maß eines normalen Landregens zurück gegangen.

Nach ca. 100km geht dann erst einmal gar nichts mehr. Ein rauschender Bach geht über die Piste und hat diese zum Teil schon weggerissen.



Ich checke zunächst einmal die Wassertiefe. Mit ca. 80cm wäre die noch gerade so im Bereich des Machbaren, aber die starke Strömung und vor allem die immer weiter abbröckelnde Piste, die auf der Talseite einen 2m hohen Wasserfall bildet, lassen mich von einer Durchquerung absehen.

Es steht aber schon ein Chinese mit Pickup an der Furt und ist am telefonieren. Wir sehen dies als gutes Zeichen und warten zunächst einmal ab, wie sich die Sache weiter entwickelt. Wir haben auch gar keine andere Wahl. Die nächstmögliche Alternativstrecke würde einen Umweg von fast 500km bedeuten.

Schon bald sehen wir in der Ferne einen Baustellen-LKW auftauchen. Er ist mit Felsbrocken beladen, die er in der Furt ablädt. Das ist durchaus spektakulär, denn der LKW macht aufgrund der schweren Beladung Männchen. :ohmy:



Bald tauchen weitere LKW auf. Es sind insgesamt 3 Wagen, die in ständigem Pendelverkehr Felsbrocken heranschaffen. Nach einer Stunde taucht auch ein großer Radlader auf, der sofort damit beginnt, die Felsen an die notwendigen Stellen zu verschieben. Zunächst wird der Tumpen verfüllt, in den immer noch weitere Teile der ehemaligen Piste abbröckeln.




Inzwischen herrscht nur noch leichter Nieselregen und wir sind längst nicht mehr die Einzigen die auf die Reparatur der Piste warten. Zwei Überlandbusse und mehrere Geländewagen sind hinzu gekommen. Es herrscht typisch afrikanische Gelassenheit. Niemand hat es eilig, niemand wird hektisch.



Wir plündern gerade unsere Lebensmittelvorräte um ein Frühstück zu improvisieren, als ich zu Kathrin sage, dass das für afrikanische Verhältnisse gerade viel zu glatt läuft. Ich habe es kaum ausgesprochen, da fährt sich einer der Baustellen-LKW fest und blockiert die Strecke. Da wird aber nicht lange gefackelt. Die Felsbrocken werden an Ort und Stelle abgekippt und dann wird der LKW vom Radlader mit dessen Schaufel brutal durch den Schlamm gedrückt, bis er aus eigener Kraft weiterfahren kann. Ein paar weitere Beulen am LKW stören hier anscheinend niemanden.

Nach 5 Stunden und dutzenden LKW-Ladungen ist es geschafft. Der chinesische Bautrupp hat eine komplett neue Furt errichtet. Saubere Leistung. Meine Hochachtung dafür.

Wir gehören zu den ersten, die die neue Furt befahren. Sie ist immer noch ca. 30cm tief und natürlich sehr holperig, aber insgesamt gut zu befahren.

Immer wieder kommen wir in der Folge an Stellen, wo die Piste unpassierbar war und von chinesischen Baustellentrupps wieder befahrbar gemacht wurde. Die hatten heute Großkampftag.

Eine dieser Passagen wird gerade freigegeben, als wir ankommen. Leider schalte ich nicht schnell genug und ein entgegen kommender PKW fährt als erster in die Passage und sitzt natürlich sofort fest. Aber es wird ihm in typisch afrikanischer Weise geholfen. Im Nu sind 20 Leute am Wagen und schieben ihn mit vereinten Kräften durch den Schlamm.

Immer wieder sieht man auch feststeckende Lastwagen und Busse, die nur noch mit schwerem Gerät befeit werden können.



Ich Frage mich ernsthaft, was auf dieser Strecke wohl losgewesen wäre, hätte es nicht aufgrund des Ausbaus die vielen Baustellencamps mit Massen an schwerem Gerät gegeben. Ich glaube wir hätten eine Woche auf der Strecke verbracht.

Das wir heute nicht mehr bis Kolo kommen werden ist schon längst klar. Wir sind inzwischen froh, wenn wir noch im Hellen in Dodoma ankommen. Es hat zwar aufgehört zu regnen, die Schlammschlacht auf der Piste geht aber weiter.



Auch das Land rings um uns herum ist weitflächig überschwemmt.



In der Dämmerung erreichen wir Dodoma. Obwohl die offizielle Hauptstadt Tansanias, macht Dodoma auf mich einen hässlichen, dreckigen und heruntergekommenen Eindruck. Kann aber auch sein, dass sich in diesem Urteil meine Eindrücke und Erlebnisse des Tages widerspiegeln.

Einen Campingplatz gibt es weit und breit nicht und bei dem Eindruck, den Dodoma auf uns macht, wollen wir nichts riskieren und steuern gleich das laut Reiseführer beste Hotel der Stadt an, dass Dodoma Rock Hotel.

Obwohl wir sicherlich einen ziemlich abgerissenen Eindruck machen, lässt man uns rein. Unser erstes Zimmer reklamieren wir jedoch, da sich direkt gegenüber auf dem Nachbargrundstück ein lärmender Kompressor befindet. Das nächste Zimmer ist dann in Ordnung.

Insgesamt ist das Hotel schon etwas in die Jahre gekommen, aber sauber und ordentlich und gut geführt. Das Personal ist sehr freundlich.

Das Essen im Restaurant hat uns sehr gut geschmeckt. Ich brauchte mal etwas Abwechslung und bestellte eine Pizza. Die ähnelte dann zwar eher einer Quiche, war aber super lecker.

Im sehr schönen Innenhof gab es noch ein paar GinTonic und Savannah bevor wir dann in Morpheus Arme fielen.



Mit 80,-€ für das Doppelzimmer incl. Frühstück hielten wir den Preis auch für sehr akzeptabel.
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12 Mär 2013 13:29 #280426
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15.Tag (Sa. 05.01.2013)
Dodoma – Mto wa Mbu
423km

Das war ja mal wieder klar. Kaum verbringen wir mal eine Nacht im Hotel, gibt’s auch keinen Regen.

Das Frühstücks-Buffet ist schon um 6:00Uhr aufgebaut, lecker und abwechslungsreich. So schaffen wir es zeitig zu starten. Über unsere heutige Strecke gibt es ganz unterschiedliche Infos, so dass wir unsicher sind, was uns erwartet und möglichst große Zeitreserven haben wollen.

Was wir dann erlebten war eine noch schlechtere Piste als am Vortag. Die Bauarbeiten zur Asphaltierung hatten hier gerade erst begonnen und man fährt die ganze Zeit auf der schon lange nicht mehr professionell in Ordnung gebrachten alten Piste. Durch die Regenfälle haben wir permanent mit großen Löchern, Auswaschungen und reichlich Schlamm zu kämpfen. Wir kamen nur sehr langsam voran. Die Landschaft war wunderschön, aber da die Aufmerksamkeit sehr von der Piste beansprucht wurde, war ich ziemlich genervt und konnte es nicht wirklich genießen.



Ringsum trocknet die Landschaft langsam wieder ab und auch die Flüsse ziehen sich in ihr Bett zurück.

In Kolo waren wir schon so weit hinter unserem Zeitplan, dass wir auf die Besichtigung der Rockpaintings leider verzichten mussten.

Wir rumpelten weiterhin durch die Berge, allmählich wurde die Piste etwas besser und 20km vor Babati hatten wir endlich wieder Asphalt unter den Rädern. Dies war dann auch das Ende des „southern circuit“ und der Einstieg in den „northern circuit“. Ein guter Zeitpunkt für ein Zwischenfazit.

Das was der „southern circuit“ an Landschaft, Nationalparks und Tieren zu bieten hat, wäre in den allermeisten Ländern schon das absolute Touristen-Highlight. In Tansania muss sich diese Strecke aber mit dem „northern circuit“ messen und da kann sie meiner Ansicht nach dann doch nicht ganz mithalten. Im Norden sind die Strecken kürzer, die Landschaften spektakulärer, die Infrastruktur besser ausgebaut und die Tiere nicht so scheu. Wir werden den Süden sicher wieder bereisen, aber nicht bei unserer nächsten Tansania-Reise. Voraussetzung für eine erneute Tour durch den Süden ist aber auf jeden Fall die durchgehende Asphaltverbindung von Iringa über Dodoma nach Arusha. Die derzeitige Piste tue ich mir ganz sicher nicht noch einmal an.

Doch jetzt zurück zu unseren Erlebnissen des heutigen Tages. Es war schon früher Nachmittag als wir nach Babati kamen was bedeutete, wir mussten uns dringend Gedanken über unsere weitere Strecke machen. Der ursprüngliche Plan war, über eine kleine Piste südlich des Lake Manyara das Escarpment zu erklimmen und weiter zum Lake Easy zu fahren, wo wir die Nacht verbringen wollten. Aufgrund der Regenfälle waren wir uns bezüglich des Zustands dieser Piste sehr unsicher und selbst wenn sie gut zu befahren wäre, würden wir erst spät in unserer Unterkunft ankommen so dass wir von der Gegend am Lake Easy kaum etwas mitbekommen würden. So strichen wir schweren Herzens auch diesen Punkt unserer Reise, aber weniger ist ja bekanntlich manchmal mehr. Als Alternativziel wählten wir Mto wa Mbu, wo wir diesen Abend und den nächsten Vormittag den Lake Manyara National Park besuchen wollten.

Am Eingang zum Park war ordentlich Betrieb. So viele Safariwagen hatte ich den ganzen Urlaub noch nicht gesehen. Aber das einchecken war sehr gut organisiert und hätte Kathrin nicht die Hälfte der Papiere am Counter vergessen, wären wir in Rekordzeit im Park gewesen. :whistle:

Unser erstes Ziel war der Hippo Pool. Den hatten wir noch von unserem letzen Besuch als den schönsten Hippo Pool Afrikas in Erinnerung, da man direkt am Ufer stehen konnte und die Hippos keine 5 Meter entfernt im Wasser lagen. Doch was für eine Enttäuschung. Bereits mehr als 100m vor dem Pool war jetzt Schluss. Hier war nun ein Parkplatz eingerichtet. Man durfte zwar aussteigen, aber sich dem Pool weiter zu nähern war untersagt. Jetzt brauchte man ein Fernglas um die Hippos zu beobachten. :(

Doch wir sollten für diese Enttäuschung entschädigt werden, denn erstmals sahen wir die Baumlöwen, für dieser Nationalpark so berühmt ist. Sie saßen in einem Baum direkt neben der Piste. Viele Safariwagen waren dort und man konnte nicht gut fotografieren, da die Löwen im dunklen Schatten der Baumkrone lagen. Wir beschlossen zunächst weiterzufahren und später noch einmal bei den Löwen vorbei zu schauen.

Das Licht wurde jetzt allmählich immer besser und am Ufer des Lake Manyara standen einige Giraffen geduldig Modell, worüber sich vor allem Kathrin freute. Erwähnte ich schon, dass Giraffen Kathrins Lieblingstiere in Afrika sind?




Als wir zurück zum Löwenbaum kamen, befürchteten wir zunächst, das Rudel hätte sich vom Acker gemacht, denn kein einziger Safariwagen war an Ort und Stelle. Aber die Tiere lagen weiterhin im Geäst und die tief stehende Sonne leuchtete inzwischen unter die Baumkrone, so dass ich wesentlich besser fotografieren konnte, wobei die harten Licht/Schatten-Kontraste die Sache nach wie vor nicht gerade einfach machte.





Eine halbe Stunde standen wir ganz allein unter dem Baum. Dann wurde es Zeit, sich einen schönen Platz für den Sundowner zu suchen. Den fanden wir am Rand der Überflutungsebene des Lake Manyara. Auf der einen Seite graste eine große Büffelherde und auf der anderen Seite verschwand die Sonne hinter dem Escarpment.



Nun mussten wir los, um unser heutiges Quartier aufzusuchen. Wir hatten uns für die Panorama Campsite entschieden. Sie liegt oben auf dem Rand des Escarpments und bietet, wie der Name schon erahnen lässt, einen traumhaften Blick über die Masai-Steppe und den Lake Manyara.

Ansonsten ist die Campsite aber schon ein wenig in die Jahre gekommen und vieles hätte dringend eine Instandsetzung nötig. Dieses Wort scheint es aber in den meisten afrikanischen Sprachen nicht zu geben. Wir würden uns beim nächsten Besuch auf jeden Fall auch mal die Campsites direkt in Mto wa Mbu ansehen.

Rings um uns herum haben sich inzwischen große Gewitterwolken zusammengebraut. Wir bauen aus diesem Grund das Zelt direkt neben einem Makuti-Dach auf und installieren Tisch, Stühle und Küche unter dem Dach. Blitz und Donner nähern sich immer mehr und in dem Moment, wo das Essen auf den Tisch kommt geht der Starkregen los. Schnell tragen wir das Zelt unter das Dach, denn zum Glück steht es auch ohne Heringe. Doch auch danach ist uns kein ruhiges Abendessen vergönnt. An immer mehr Stellen fängt es an durchs Dach zu tropfen. Ich schaffe es noch die Stühle ins Auto, die Kocher unter den Tisch und die saubere Küchenausrüstung in der wasserdichten Küchenbox zu verstauen, dann gibt es auch unter dem Dach kaum noch einen trockenen Platz. Wir essen im Stehen – jeder ist froh zumindest einen kleinen Platz gefunden zu haben, wo es nicht auf den Teller tropft.

Zum Tagebuchschreiben verziehe ich mich ins Auto, den einzigen trockenen Ort, den wir noch haben. Immer wieder schlagen Blitze ganz in der Nähe ein, da wir hier oben sehr exponiert stehen. Ins Zelt habe ich mich noch nicht zu schauen getraut, das soll Kathrin machen.
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16.Tag (06.01.2013)
Mto wa Mbu – Lake Natron
193km

Zunächst noch ein kurzer Nachtrag zum vorherigen Tag. Seit gestern klappert unser Wagen vorne, was angesichts von 500km schlechtester Piste nicht wirklich verwundert. Wir konnten nicht ermitteln, woher das Klappern kommt. Es war aber genau das gleiche Geräusch, welches unser Wagen in Uganda die ganze Zeit gemacht hat. Da sich aber das Fahrverhalten nicht änderte, ignorierten wir das Klappern.

Doch jetzt zum heutigen Tag. Wie immer früh raus aus den Federn – ja, wir haben Daunenschlafsäcke. Der Sonnenaufgang fiel aufgrund von Wolken aus. Ohne Frühstück brachen wir zum Nationalpark auf.

Schon am Gate werden wir von den ersten Tieren begrüßt. Eine Diadem-Meerkatze sitzt auf der Infotafel und lässt sich von unserer Anwesenheit in keiner Weise stören.




Außer uns ist niemand hier am Gate. Im Gegensatz zu den allermeisten Nationalparks herrscht am Lake Manyara vom späten Vormittag bis frühen Nachmittag Rushhour, während es morgens und abends herrlich ruhig ist. Ich vermute es liegt daran, dass dieser Nationalpark überwiegend nur als Zwischenziel auf dem Weg von Arusha zum Ngorongoro Krater von den Safariveranstaltern im Rahmen ihrer Touren angesteuert wird.

Unser gestriges Permit hat auch heute Morgen noch Gültigkeit und im nu sind wir im Park. Im Grundwasser-Regenwald, gleich hinter dem Gate, sitzt dieser kleine fliegende Edelstein direkt am Pistenrand.




Auf der weiteren Fahrt entlang des Sees sehen wir nur wenige Tiere und wenn dann in größerer Entfernung. Die Bäche, die gestern Abend alle trocken waren, führen nach den nächtlichen Gewittern alle Wasser, so dass zahlreiche Furten zu durchqueren sind.



Am Endala Picknickplatz frühstücken wir. Es ist ein Traum. Keine Menschenseele weit und breit. Ein fantastischer Blick auf den Lake Manyara. Etliche Giraffen auf den Plains vor dem See und keinerlei Wegelagerer vor denen man sein Essen verteidigen muss.



Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zurück zum Gate, denn wir haben heute noch einiges an schwieriger Strecke vor uns. Wir sind schon wieder im Wald, da befinden wir uns urplötzlich in Mitten einer großen Elefantenherde, die aber völlig relaxt ist. Ein Elefant vertilgt gerade einen Busch und stört sich überhaupt nicht daran, dass unser Auto nur einen Meter neben diesem Busch steht.



Es sind auch einige große Nashornvögel im Wald unterwegs. Schön zu beobachten, aber schlecht zu fotografieren. Es ist zu dunkel und die Viecher halten einfach nicht still.

In Mto wa Mbu füllen wir den Tank und was noch wichtiger ist, unsere Lebensmittelvorräte, noch einmal auf, denn hier ist die letzte Einkaufsmöglichkeit, die wir für den Rest des Urlaubs haben.

Dann begeben wir uns auf die Piste zum Lake Natron, welche hier in Mto wa Mbu beginnt. Die ist dann auch echt hart. Starkes Wellblech, Fels, Löcher, tiefe Auswaschungen und Fesch-Fesch in stetigem Wechsel. Aber selbst auf dieser Strecke sind große Überlandbusse unterwegs. Wenn einem solch ein Ungetüm entgegen kommt, hilft nur noch die Flucht von der Strecke, denn beide Fahrzeuge passen nicht nebeneinander auf die Piste und der Bus weicht garantiert nicht aus, er verringert ja noch nicht einmal seine Geschwindigkeit.

Wir durchfahren die Masai-Steppe östlich des Escarpments. Die Landschaft ist in weiten Teilen trocken, öde und staubig, hat aber ihren ganz eigenen Reiz. Immer wieder sieht man Masai mit ihren Herden und hin und wieder ein Dorf am Horizont.




Ab und zu trifft man aber auch auf grüne Oasen, wenn sich ein Bach vom regenreichen Escarpment in die Ebene ergießt und mit seinen Galeriewäldern kurzfristig für Abwechslung sorgt.



Nach der Hälfte der Strecke zum Lake Natron schiebt sich der Oldonyo Lengai so langsam ins Blickfeld. Ab jetzt wird er für den Rest des Tages die Landschaft dominieren. Selten habe ich einen so schönen Berg gesehen und es wird sofort klar, weshalb er solch eine spirituelle Bedeutung für die Masai hat.





Schön zu sehen, dass hier in dieser Gegend anscheinend auch noch das Zusammenspiel von Mensch und Natur zu funktionieren scheint. Zumindest trifft man reichlich Wildtiere, wie z.B. Zebras und Antilopen, die friedlich Seite an Seite mit den Rinder-, Ziegen- und Eselherden der Masai grasen. Kathrin ist Happy. Sie liebt Esel und so viele wie hier hat Sie noch nie an einem Tag gesehen.

Natürlich werden wir auch zur Kasse gebeten. An den beiden Distrikt-Grenzen werden jeweils 10,-US$ pro Person fällig und für das Lake Natron Nature Reserve sind 15,-US$ pro Person zu zahlen. Das Auto kostet nichts. Das Ganze macht aber zumindest einen semi-offiziellen Eindruck und sieht nicht nach wahrloser Abkassiererei aus, wie es wohl früher auf dieser Strecke an der Tagesordnung war.

An den Lake Natron selbst kommen wir dann längst nicht so dicht, wie wir es uns erhofft hatten. Bereits weit vor der Wasserlinie stoppen Salzwiesen und Schlamm unsere Fahrt. Wir wollen nichts riskieren, denn wenn man sich hier festfährt, kann man das Auto wahrscheinlich abschreiben.



Wir überlegen noch kurz, zu Fuß weiter zu gehen, verzichten dann aber darauf, da wir schon wieder von bettelnden Masai umringt sind. Ich Frage mich sowieso schon die ganze Zeit, woher der Mythos des stolzen Masai kommt. Wirklich jeder Masai dem man begegnet bettelt einen an. Das scheint ein durch weiße Hautfarbe ausgelöster Reflex zu sein. Bei keiner anderen Volksgruppe in Tansania habe ich dieses Verhalten auch nur Ansatzweise entdeckt. Das war nicht stolz, das war erbärmlich.

Für die Übernachtung wählten wir die Worldview Campsite. Wirklich erstklassig. Hervorragende Sanitäreinrichtungen, ein Blick, der dem Namen der Campsite gerecht wird und bettel-freie Zone.



Alle anderen Campsites in der Umgebung waren verwahrlost oder geschlossen; so genau konnte man das zum Teil nicht feststellen. Die Übergänge sind da fließend.

In den Bäumen der Worldview Campsite wohnten riesige Schwärme von Webervögeln, die zeitweise ordentlich Rabatz machten. Ich fand auch ein auf dem Boden liegendes Webervogelnest, was mir die Gelegenheit bot, dieses Meisterwerk der Natur-Architektur in Ruhe aus der Nähe zu betrachten. Es ist erstaunlich, wie formstabil dieses filigrane Gebilde ist. Ebenfalls war ich überrascht, dass die Vögel Knoten beherrschen. Meiner Kenntnis nach haben selbst Menschenaffen nicht die Fähigkeit, Dinge durch Knoten miteinander zu verbinden.



Zur Dämmerung hatten sich dann an den Gipfeln des Oldonyo Lengai und des der Campsite gegenüber liegenden Mount Gelai gewaltige Gewitter gebildet, die sich immer mehr ausbreiteten und die uns immer näher kamen. Ich schaffte es gerade noch mit dem kochen fertig zu werden. In dem Moment, wo das Essen auf den Teller war, hatten uns die Gewitter erreicht und es begann in Strömen zu regnen. Glücklicherweise hatten wir im Auto schon eine Zufluchtsstätte eingerichtet, in die wir uns jetzt retteten und so im trockenen unser Essen genießen konnten. Dazu Blitz, Donner und das Prasseln des Wolkenbruchs, hier am trockensten Ort Tansanias.
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17.Tag (Mo. 07.01.2013)
Lake Natron – Serengeti National Park (Lobo Campsite)
155km

Heute morgen werden wir in der Dämmerung vom Gezwitscher der Webervögel geweckt. Als wir am Frühstückstisch sitzen verlassen sie in großen Schwärmen ihre Schlafbäume. Ein herrliches Naturschauspiel, zu sehen wie sich ein ganzer Schwarm wie eine Einheit bewegt. Da fragt man sich schon, wie sie das steuern.

Wir lassen es gemütlich angehen. Da der Himmel noch immer bedeckt ist, schenken wir uns die Wanderung zum Wasserfall und haben heute lediglich die Strecke bis zur Lobo Campsite zu bewältigen.

Die Laune der anderen Camper ringsumher ist heute morgen eher schlecht. Die wollten eigentlich den Sonnenaufgang auf dem Oldonyo Lengai genießen. Aufgrund der nächtlichen Gewitter musste die Besteigung aber abgesagt werden.

Die Piste führt uns zunächst noch ein Stück in der Ebene nach Norden, bevor die erste Stufe des Escarpments erklommen wird. Dort geht es weiter Richtung Norden, wobei man immer mal wieder einen Blick auf den Lake Natron erhaschen kann. Leider liegt er heute im dichten Dunst. Dann wird die zweite Stufe des Escarpments erklommen und wir sind im Masai-Hochland angekommen. Welch ein Kontrast zur Steppe, durch die wir noch vor kurzem gefahren sind. Hier oben ist alles grün und fruchtbar. Man sieht, dass es häufig regnet.



Kathrin ist vor allem begeistert von den vielen großen Esel-Herden, an denen wir vorbei kommen. Ganz besonders wenn sich dort auch Fohlen befinden.



Aber auch das eine oder andere kleine und unscheinbare Tier lässt sich entdecken. So wie zum Beispiel diese freundlich grinsende Schildkröte.



Die Piste ist schon bis nach Wasso recht heftig. Immer wieder muss man sich Umfahrungen suchen, da die eigentliche Piste nicht mehr passierbar ist. Dabei muss man immer im Auge behalten, dass es sich um die wichtigste Zufahrt ins Masai-Hochland handelt. Das zeigt sich auch daran, dass die Strecke nach Wasso noch anspruchsvollen wird, denn hier sind nur noch die wenigen Fahrzeuge unterwegs, die die Serengeti über Kleins Gate erreichen wollen.




Damit Ihr eine Vorstellung von den Pisten habt: Man kombiniere Moremi mit dem Kaokovelt. Dann macht man das ganze noch rutschig und schmierig (der Schlamm im Moremi ist ja reiner Sand und überhaupt nicht rutschig). Kurz gesagt war es eine der heftigsten Strecken, die ich je gefahren bin.

Am frühen Nachmittag hatten wir dann aber doch unbeschadet Kleins Gate erreicht. Um uns herum tobten wieder einige Gewitter, aber es sah so aus, als würden wir heute verschont werden.

Auf die Hauptpiste zur Lobo Area hatten wir keine Lust und so bogen wir schon bald auf eine Nebenstrecke ab, die entlang der Lobo Hills zur Campsite führt. Man fährt die ganze Zeit an den Hängen der Lobo Hills entlang und hat dadurch einen weiten Blick über das Land. Tiere gab es allerdings nicht allzu viele. Einige Grasfresser in größerer Entfernung, aber nichts Spektakuläres.

Nur wenige hundert Meter vor Campsite und schon in Sichtweite derselben standen wir dann vor diesem Pistenabschnitt:


Was tun? Die Piste selbst ist seit den letzten Regenfällen augenscheinlich niemand mehr gefahren. Eine genaue Prüfung der Strecke zu Fuß wollte ich aufgrund der Büffel nicht riskieren. Dafür gab es auf der Wiese neben der Piste zahlreiche Spuren von Umfahrungen des schlammigen Pistenabschnittes. Der Herdentrieb siegte und ich entschied mich, die Passage ebenfalls auf der Wiese zu umfahren. Ein großer FEHLER! Die Wiese war extrem tückisch. Unter einem festen und zähen Wurzelgeflecht aus Gras lauerte der black collton soil und wir gingen ihm in die Falle. In der Mitte der Umfahrung brachen die Räder durch die feste Oberfläche und wir steckten augenblicklich fest.



Sieht gar nicht so schlimm aus, ist es aber, denn die hintere Radaufhängung hängt im Wurzelgeflecht der Wiese fest. Telefonisch können wir keine Hilfe rufen, denn hier hat es kein Netz. So kommt das erste Mal unser High Jack zum Einsatz. Das einzige was hier hilft ist, den Wagen hinten anzuheben, die Spur mit dem Spaten zu verbreitern, damit Platz für die Radaufhängung ist und die Spur zusätzlich mit Ästen oder ähnlichem zu verfüllen.

Die Büffel sind im Übrigen immer noch vor Ort. So bezieht Kathrin Position auf dem Autodach, um mich zu warnen, sollte einer der Büffel sich durch meine Anwesenheit gestört fühlen. Also Wagen hoch. Ganz schön anstrengend, aber es geht – fast. Der High Jack sinkt im weichen Boden ein und wir haben eine dicke Schramme in der Hecktür. Also erst einmal eine Unterlage für den Wagenheber suchen. Ich habe Glück und finde einen großen flachen Stein. Außerdem setze ich den Wagenheber jetzt lieber an den Seiten an. Halbe Last, dafür aber doppelte Arbeit. Der Blechspaten hat gegen das Grasgeflecht kaum eine Chance. Nach schweißtreibender Arbeit dann der Befreiungsversuch – er endet nach einem Meter. Das Ganze noch mal. Dabei zerbricht der Stein und wir haben jetzt auch eine dicke Schramme auf der Seite. Wieder ein Meter. Die Büffel haben es sich inzwischen gemütlich gemacht, liegen wiederkäuend auf der Wiese und genießen das Unterhaltungsprogramm. Nach 2 Stunden haben wir gerade mal 10 Meter geschafft, noch eine dritte Schramme im Auto und sehen angesichts der nahenden Dämmerung einer Nacht außerhalb der Campsite entgegen. Da kommt endlich ein Auto. Mitarbeiter der Lobo Lodge haben uns entdeckt.

Aber selbst das Rausziehen hat es in sich. Bei den ersten Versuchen drehen nur die Räder des Zugfahrzeuges durch, aber ansonsten bewegt sich nichts. Dann halt mit Schwung. Der Erfolg besteht darin, dass unsere Helfer danach anstelle einer langen Abschleppkette jetzt drei kurze Abschleppketten haben. Mit unserem Stahlseil haben wir mehr Erfolg. Es gibt natürlich einen tierischen Schlag, aber wie kommen frei. Bei einem normalen PKW hätte solch eine Aktion wahrscheinlich die ganze Frontpartie abgerissen. Wir bedanken uns überschwänglich bei unseren Helfern und selbstverständlich gibt es ein ordentliches Trinkgeld, worüber sich die beiden offensichtlich sehr freuen.

Am ärgerlichsten an der ganzen Nummer war aber, dass sie vollkommen unnötig war. Die Passage die wir umfahren wollten ließ sich problemlos befahren. Der Boden sah nur weich aus, trug aber gut.

Ein kleiner Exkurs: Es wird ja hier im Forum öfters behauptet, Tansania wäre so voll und es würde an Einsamkeit mangeln. Kann ich so beim besten Willen nicht bestätigen. Wenn wir feststeckten hat es immer Stunden gedauert, bis Hilfe vorbeikam, wenn überhaupt. Auf vielen Campsites waren wir allein.

Auch die Lobo Campsite hatten wir für uns allein. Von der Lage her die schönste Campsite des Urlaubs. Sie liegt am Hang unterhalb eines großen Kopje. Der Blick schweift weit über die Ebenen bis zu den Lobo Hills am Horizont, die die Ostgrenze der Serengeti bilden. Das Waschhaus ist sauber und bietet alles was man braucht. Einzig die beiden Touri-Käfige stören das Bild.

Schnell ist das Zelt aufgebaut und wir parken den Wagen so, dass er den Blick auf die beiden Touri-Käfige verdeckt.



Als wir aus der Dusche kommen ist die Dämmerung schon weit fortgeschritten. Auf dem Weg zurück zum Zelt knackt es laut in den Büschen, die den Kopje umgeben. Wir leuchten mit der Taschenlampe dorthin und uns funkeln zwei Augen an. Ansonsten ist nichts zu erkennen. Die Augen schieben sich langsam voran. Der Puls steigt und wir ziehen uns kontrolliert zurück. Dann schiebt sich ein Büffel aus dem Gebüsch. Wir hatten schlimmeres befürchtet.

Unser Kochen und Abendessen wird begleitet vom Brüllen der Löwen. Wir befinden uns anscheinend genau zwischen zwei Rudeln, die gerade Serengeti sucht den Superstar austragen. Jedenfalls legen sich beide Seiten ordentlich ins Zeug.

Das Lagerfeuer fällt aus, da es kein trockenes Holz gibt. So begeben wir uns nach den Abendessen mit dem einen oder anderen Schlummertrunk aufs Autodach. Am Horizont wieder reichlich Wetterleuchten – ich hätte aber nichts gegen eine trockene Nacht einzuwenden.

Wir sehen auch einige Augenpaare im hohen Gras unweit der Campsite leuchten, können deren Besitzer aber nicht identifizieren
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