THEMA: Reiseber.: Abseits der großen Herden und Touristen
20 Nov 2012 19:21 #263821
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Hallo zusammen,
Titel könnte auch lauten: das Ende der Trockenzeit
Wie immer waren wir als Selbstfahrer unterwegs und haben in Lodgen übernachtet.
Nach 5 Jahren Abwesenheit waren wir zum 3.Mal in Tansania und haben uns diese NP angeschaut: Usambara, Selous, Mikumi, Ruaha, Saadani, Mkomazi.
Es war ein ganz besonderes Erlebnis, da wir genau das Ende der Trockenzeit erwischt haben.
Bei Landung in Arusha war alles braun und die Bäume teilweise kahl. Am Schluß war es so grün, wie wir Tansania vorher nie gesehen haben. Nach vielen Afrika-Urlauben haben wir das erste Mal blühende Baobabs gesehen.

Zuerst möchte ich aber das aus meiner Sicht Wichtigste für die, die in den nächsten Monaten in den Süden reisen einstellen. Weitere Info’s über die NP (hier sind wir auch in Gebieten gewesen, wo kaum ein Tourist hinkommt).
Wir sind vom Selous nach Mikumi die fast fertige neue Verbindung gefahren.
Hier die Wegbeschreibung.

Strecke Selous – Mikumi

In Kisaki an der Bahnlinie entlang fahren, nicht rechts abbiegen in Richtung Morogoro.
Von hier bis zur Lumanga Ranger Station sind es 40 KM.
Dieser Teil ist nicht erneuert und wird es wahrscheinlich nicht.
Nach ca. kommt eine Gabelung hier geht die neue Straße über die Bahnlinie in den Selous. Nicht abbiegen. Wir sind hier abgebogen und mehrere KM gefahren. Vermutlich wird hier bis zum Matambwe Gate weitergebaut, und Kisaki links liegen gelassen. Wir sind ziemlich schnell auf Impalas gestoßen.

Immer nördlich der Bahnlinie bleiben. Ab hier ist der Weg ein Highway auch bei Nässe gut zu befahren.

2 Tage vorher hatte es die ersten Niederschläge nach der Trockenzeit.
Von der Lumanga Ranger Station macht die Straße einen Bogen nach Norden in den Mikumi.
Geht dann aber wieder nach Westen. Also nicht direkt nach Norden (schade).
Man kann nicht falsch fahren, da es nur eine Straße gibt.
Man erreicht nach 79 KM die Mahondo Ranger Station hier anhalten wegen Registrierung. Man wird ans Mikumi Gate gemeldet und man wird dort erwartet! Unglaublich aber wahr. Von hier sind es noch 46 KM bis zum Gate vom Mikumi NP.
Ein paar KM nach der Ranger Station sind wir auf der nun zweispurigen Straße stecken geblieben in dem wir am Kardan aufgesessen sind. Hier waren keine richtigen Spuren vorhanden, tiefe Rillen durch LKW. Nach ca. 30 Min. wieder freigekommen.
Die Straße wird nach dem Stück wieder schmäler und führt durch dichtesten Dschungel, links und rechts nichts zu sehen. Später kommen dann freie Lichtungen und auch Elefanten.
Ca 15 KM vor Ende geht es in die Berge, Steigungen von mindestens 20%(es ging gerade noch im 1.Gang ohne Untersetzung) und teilweise schmal geht es bis auf ca 700m hoch.
Resumee: eine tolle Sache, vom Mikumi Gate bis zum Matambwe Gate (Selous) sind es 175 KM und das nur durch die Natur. Wir haben insgesamt 6,5 Std gebraucht, also mit Ausbuddeln, Fotos und Weg suchen.

Fährt man den Weg anders herum ist es auch einfach, nachdem man in den Südteil vom Mikumi einfährt ist die Mahondo Rangerstation ausgeschildert.


Wer also wie wir eine Alternative zur Strecke Morogoro – Kisaki sucht, findet sie hier.
Eine Bericht über die Strecke findet man auch auf der Tanapa-Seite (aber nur die Strecke von Mikumi-Gate bis zur Lumanga Ranger Station).

Als Voraussetzung würde ich allerdings empfehlen. Auto mit Klimaanlage, wir sind bestimmt 50% der Strecke mit geschlossenen Fenstern gefahren. Tse-Tse-Fliegen! Die Motorhaube war teilweise übersäht davon, obwohl weiß, alle schwarzen Teile waren voll von Fliegen. Tip: Wenn man anhält, 3 Min warten, dann erst aussteigen. Tse-Tse gehen fast ausschließlich auf bewegte Gegenstände. Nachdem man angehalten hat, fliegen sie weg.


Wir sind auf dem Hinweg in den Selous über Morogoro gefahren, da wir von Osten kamen.
Wir fanden die neue Strecke schöner und weniger beschwerlich zu fahren (keine Autos und keine lebensmüden Motorradfahrer).

Es geht dann irgendwann am Wochenende weiter.
Grüße
Wolfgang
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Letzte Änderung: 26 Jul 2013 21:16 von Hippie.
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21 Nov 2012 08:05 #263896
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  • Topobär am 21 Nov 2012 08:05
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Hallo Wolfgang,

das ist ja eine sehr interessante Alternative, die wir mit ziemlicher Sicherheit in unsere Reiseroute einbauen werden. Vielen Dank.

Ich bin gespannt auf Deinen Reisebericht. Da finden sich sicherlich weitere hilfreiche Informationen.
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21 Nov 2012 08:18 #263899
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werde mich bemühen schnell weiterzuschreiben, Du bist ja schon bald im Flieger. Es gibt wirklich noch viel zu schreiben, gerade im Ruaha und Selous, was wir vorher nirgends rausgelesen haben, haben wir vieles vor Ort durch Management und Guides von Lodges erhalten. Das war eine ganz neue Erfahrung.
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23 Nov 2012 18:39 #264260
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Es geht weiter:
Wir wurden bei der Bezahlung der NP’s von den Neuerungen überrascht. Laut Internet und TANAPA war angekündigt, dass wir überall(in den NP, die wir bereisten) mit $ bezahlen müssen, außer Auto das mit TS. Also haben wir 1.100$ mitgenommen was uns unangenehm war. So war es dann wirklich:
Selous in $ keine Kreditkarte
Mikumi in $ bezahlt, Kreditkarte war auch möglich.
Ruaha nur Kreditkarte, keine $
Saadani in $ keine Kreditkarte
Mkomazi in $ keine Kreditkarte
Auto haben wir immer mit TS bezahlen können.
Vermutlich wird sich das im nächsten Jahr immer mehr Richtung Kreditkarte entwickeln.
Das Einchecken an den Gates war völlig problemlos (5 Min.) und sehr sehr freundlich.
Freundlichkeit generell: die ganze Reise war geprägt von äußerster Freundlichkeit, egal ob Polizei, Militär, Personal oder Bevölkerung. Man kann überall anhalten, in die einfachsten Shop’s oder Restaurants gehen. Man wird von den Händlern zwar angesprochen aber niemals aufdringlich. Bei Polizei und Militärkontrollen immer darauf hinweisen, dass man Tourist ist.
Ansonsten wird man immer (manchmal streng) gefragt, warum man kein Suaheli spricht.
Mit Englisch kommt man nur in den Touristenorten weiter, „on the road“ nur Suaheli, mancher Polizist auf dem Land spricht kein English.

Es wurde im Forum ja schon diskutiert, ob man bei Lodge-Touren selber fahren soll oder mit Fahrer, hier ist unser Fazit für den Süden: wer an mehr interessiert ist als an Tieren, sieht von den NP max. die Hälfte, die ganze Naturvielfalt der Parks bekommt man nicht zu sehen.
In den Lodgen haben wir ganz neue Erfahrungen als Selbstfahrer gemacht, wir wurden mit offenen Armen empfangen und erhielten überall Sonderbehandlung. Das Management und die Guides waren total aufgeschlossen. Wegempfehlungen, wo halten sich vermutlich welche seltenen Tiere auf, besondere Naturschönheiten, wir wurden mit Informationen überhäuft. Einmal auf Nachfrage meinte ein Manager, es sei sehr schwierig mit den anderen Gästen andere Touren zu fahren, da der Druck in Bezug auf Tiersichtungen sehr hoch ist. Durch die vielen Gespräche haben wir Neues über Tanzania erfahren, leider auch nicht so erfreuliches. Beim Ruaha und Selous hatten wir uns schon im Vorfeld mit der Geschichte beschäftigt, da beide ohne deutsche Unterstützung nicht so wären wie sie jetzt sind. Im Falle Selous ist aber viel Geld vernichtet worden, hier wird ja seit 2007 nicht mehr unterstützt, und somit wird das Wegenetz weniger und schlechter, bzw. es ist eigentlich schon ein Eldorado für 4x4 Enthusiasten. Die Lodges beschweren sich zwar bei der Parkverwaltung es geschieht aber nichts, so werden Wege vom Lodgepersonal notdürftig repariert. Nach jeder Regenzeit verändert sich das Wegenetz. Hier dann später mehr.


Unsere Erfahrungen, besondere Eindrücke, in der Reihenfolge wie wir die NP’s besucht haben.
Usambara: wir übernachteten in der Irente View Cliff Lodge (www.irenteview.com/). Gutes Preisleistungsverhältnis, schönste Aussicht, sehr gutes Essen.

Selous: wir sind von Usambara über Morogoro, Kisaki an einem Tag bis in die Nähe des Matambwe Gates gefahren.
Übernachtet haben wir also die erste Nacht am Selous ca 5KM vor dem Park in der Sable Mountain Lodge (www.selouslodge.com/), etwas teuer aber mit Wasserloch, wo es auch was zum Beobachten gibt. Die Wege innerhalb der Lodge sind lang, aber in den Bandas fühlt man sich voll in der Natur. Am Abend erste Gespräche über Selous und Parkverwaltung/Regierung. Wir tappen ins Fettnäpfchen wegen der Zusatzgebühr die jetzt zur Unterstützung der Infrastruktur der grenznahen(NP) Orte erhoben wird. Ich meinte dies sei doch eine gute Sache, die Anwort war ungefähr so: ich soll mal zum Bürgermeister von Kisaki gehen, der hat noch keinen TS gesehen, die Unterstützung kommt nur von den Lodges, so wie z.B.: Unterstützung Krankenstation durch die Sable-Mountain-Lodge. Und die Karte die man am Gate erhält könne man vergessen. Die meisten Wege gibt es nicht mehr.

Wir starten früh am Morgen und kaufen die Karte trotzdem. Unsere Lodge im Selous liegt am anderen Ende des Parks(auf der Hauptroute 80 KM) und so haben wir für die Hinfahrt eine umfangreiche Tour ausgesucht um in Gebiete zu kommen, die wir von der Lodge aus nicht erreichen können. Die Route führt über Selous Grave, Tagalala See, Manze See, Nzerakera See, Shrandu See zur Rufji River Lodge. Bis kurz nach Selous Grave sind die Tse-Tse da. Danach haben wir keine mehr. Die Durchfahrt durch den Beho Beho ist problemlos da vermeintlich trocken. (hier hat die Sable-Mountain-Lodge letztes Jahr einen Landrover verloren). Ab hier stimmt weder die Karte noch T4A. Es gibt sehr viele Fahrspuren und die richtigen Wege sind manchmal nur schwer auszumachen. Im Beho Beho Fluss können wir eine Gruppe Elefanten beobachten wie sie in Löchern nach Wasser suchen und finden, teilweise bis zum Bauch stehen sie im Sand. Zwischen Beho Beho Fluss und Tagalala kommen wir an ein trockenes Bachbett, wo die Abfahrt weggebrochen ist. Auf der Suche nach einer Umfahrung sehen wir, dass ein Versorgungsfahrzeug mit Hänger auf die Stelle zufährt. Wir fahren wieder zurück, da wir noch nichts gefunden haben. Das Personal steigt aus, sammelt Steine stapelt sie und fährt dann mit lauten Kratzgeräuschen durch. Die Steine sind verrutscht, wir folgen dann und bleiben nicht hängen. Am Tagalala ist es sehr schön, viele Tiere beim Trinken, ein Kommen und Gehen. Rund herum ein wenig grün, ansonsten ist alles vertrocknet. Wir machen hier längere Kaffee-Pause und schauen dem Treiben zu. Kurz bevor wir starten kommt ein Fahrzeug der Sand River Lodge, er sieht uns und fährt zu uns her. Der Guide fragt wo wir hinwollen, und gibt es uns dann eine genaue Wegbeschreibung wie wir zum Lake Manze kommen, empfiehlt uns aber zurück zum Grave zu fahren und den Umweg von 25 KM in Kauf zu nehmen. Wir wollen nicht zurück und meinen das schaffen wir schon.
Wir schaffen es auch, aber für die Luftlinie von ca. 7 KM, brauchen wir 1,5 Stunden. Als wir später anderen Guides davon berichten, wird uns Respekt gezollt und auf die Parkverwaltung geschimpft, da es früher möglich war in 0,5 Stunde von einem See zum anderen zu fahren und das mit guten Tiersichtungen. Dies ist jetzt einer der Punkte: wer mit Fahrer oder Flugzeug in den Lodgen im Osten am Rufji übernachtet, bekommt auch bei einer Tagesfahrt den Tagalala gar nicht zu sehen(außer Sand-River-Lodge). Die Fahrzeuge fahren max. bis zum Lake Manze und das auch nur wenn man eine Ganz-Tages-Tour macht (8:00-16:00). Wir hatten den ganzen Tag Safari und wunderschöne Landschaften. Wir kamen kurz vor 17:00 Uhr in der Rufji River Lodge an, wo wir schon mit Sorge erwartet wurden. Empfehlung für Selbstfahrer: den Lodges vorher Informationen zukommen lassen, wann man plant anzukommen. Es waren rund 10 Std. Safari, dabei haben wir 145 KM zurückgelegt.
Die Lodge liegt einmalig, die Ausblicke vom riesigen „Zelt“ und vom Restaurant sind gigantisch.
Bald geht's weiter
Grüße Wolfgang
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Letzte Änderung: 26 Jul 2013 21:17 von Hippie.
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30 Nov 2012 14:33 #265255
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Hab wieder ein paar Zeilen fertig.
2.Tag Selous
Wir machen einen halben Tag Game Drive mit Guide und eine 2 stündige Bootssafari auf dem Rufji. Bootssafari ist sehr schön, bei normalem Wasserstand sicherlich noch schöner.
Wir meinen den ersten Regen kommen zu sehen, aber in der Lodge regnet es nicht.


Beim Game Drive sind wir einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort und einmal nicht. Wir treffen auf eine Zibetkatze, eine anderes Fahrzeug auf Wildhunde. Die GameDrives führen alle am Wasser entlang, Richtung Norden finden keine statt. Am Wasser trifft man ab Mittag garantiert irgendwo auf Löwen, sie halten sich in der Hitze (es hat 34°C im Schatten bei 20° Luftfeuchtigkeit) in Flußnähe unter den Palmen auf. Was uns gestern schon auffiel unheimlich viele Giraffen. Elefanten sind hier total relaxed, eher ängstlich. Dieser Tag schlägt mit Zusatzkosten von 180 $ zu Buche. Die von uns gewählten Lodges der Fox Safaris (Selous-Mikumi-Ruaha) haben den Vorteil, dass man „nur“ VP buchen kann ohne Game-Drives. Man ist so total flexibel. Entweder alleine oder irgendetwas aus dem Angebot der Lodge. Allerdings gibt es eine Einschränkung: sollten die Guides oder Fahrzeuge ausgebucht sein, dann haben die Fluggäste Vorrang.
3.Tag Selous:
Wir lassen uns ein Lunchpaket geben(wird einem aufgedrängt wegen VP) und sind den ganzen Tag allein unterwegs. In Fluss/Seenähe trifft man untertags immer auf Lodge-Fahrzeuge. Wir suchen die Wege laut Karte Richtung Norden. Am Vorabend hat man uns aber schon informiert, dass hier alles zugewachsen ist, und es sich für die Lodge nicht lohnt selbst die Wege freizuhalten, die Entfernungen sind zu groß. Die Wege sind eigentlich nicht zugewachsen, so dicht ist der Busch zu der Jahreszeit nicht, sie sind einfach nicht vorhanden. Wir fahren wo es geht immer ein paar Abstecher nach Norden, Tiere vor allem Giraffen sind auch hier vorhanden, obwohl wir auf keine Wasserstelle treffen. Im Selous kann man fahren wie man will, also den Tieren auch hinterher, man sollte nur darauf achten, dass man wieder zurückfindet, aber mit Nüvi ist ja alles ein Kinderspiel. Die meiste Zeit treffen wir auf keine Touristen außer am Fluß. Nach neun Stunden Safari, kehren wir zur Lodge zurück. Dort angekommen, werden wir abgepasst und ein Massai wird uns zur Seite gestellt, Elefanten sind in der Lodge. Ich finde es etwas übertrieben, Managerin gibt zu Bedenken, dass eine Kuh mit Baby dabei ist, deshalb sei man sehr vorsichtig. Wir packen unsere paar Sachen und gelangen auf Umwegen zu unserem Zelt. Da es auf einer Holzplattform ist, kann man beruhigt draußen bleiben und dem Treiben zu schauen. Die Elefanten verlassen aber leider kurze Zeit später die Lodge. In der Nacht schlafen wir nicht so gut, die Elefanten sind wieder da, und gefühlt 1 Stunde rund um unser Zelt. Am Morgen kann man dann den Grund für den Lärm sehen, um unser Zelt herum schaut es etwas „unaufgeräumt“ aus. Ganze Arbeit, die Platten vom Weg sind irgendwo, einige Löcher in der Nähe der Wasserleitung, und jede Menge abgerissener Äste.
4.Tag Selous:
Nachdem wir den Weg über den Norden des Selous nicht nehmen können und nicht auf dem Hauptweg zurück zum Matambwe Gate wollen, beschließen wir einen kleinen Bogen nach Norden zu machen und dann wieder über den Tagalala See zu fahren, da es dort besonders schön war.
Die Managerin ist heute ganz aufgeregt, da sie sich über den gestiegenen Pegel des Rufji freut, in den Bergen muss es schon viel geregnet haben. Von den Guides bekommen wir noch Tipps und Warnungen wegen des Wasserstandes. Man kann sich das bei der riesigen Wasserfläche nicht vorstellen, dass innerhalb von 24 Stunden der Pegel um 30 cm steigt. Wir halten uns an die Warnungen und fahren an den Stellen die gestern noch frei waren nicht durchs Wasser. Wir finden auch einen etwas besseren Weg zum Tagalala, allerdings mit einer einzigen Stelle, wo wir mit Diff-Sperre und Untersetzung durch sind. Jeder Tag ist anders und heute sind nicht so viele Tiere da, wir bleiben trotzdem eine Stunde stehen und schauen den Pelikanen zu. Hier im Westteil des Selous hat es schon geregnet, die Wege sind teilweise feucht, und auf den abgebrannten Flächen schaut das neue Grün ein paar Millimeter aus dem Boden. Am Abend verlassen wir den Selous und fahren wieder zur SableMontainLodge. Wir bekommen genaue Hinweise für die neue Strecke, die zwar keiner kennt, aber jeder kennt den Weg zur Lumanga Ranger Station.
Unsere Beurteilung für den Selous war unterschiedlich: Meiner Frau waren die Wege für das was man gesehen zu anstrengend. In der Beurteilung der speziellen Landschaft waren wir uns einig, wunderschön, nach Regen sicherlich noch schöner. Die Tiersichtungen sind, wie bekannt, weniger, man muss schon suchen, und kann nicht so nah heranfahren. Ein, zwei Tage mehr wären besser gewesen (in einer weiteren Lodge im Westteil). Camper sind hier wie meistens im Vorteil, der Standortwechsel auf verschiedenen Plätzen ist wesentlich einfacher.
Während der 4 Tage sind wir abseits der Uferzone auf keine anderen Besucher gestoßen und an der Uferzone auch nur auf Lodge-Touristen. Mobilfunk-Abdeckung ist ganz im Westen und ganz im Osten.

Der nächste Tag war dann die Fahrt auf der neuen Strecke.

Mikumi: wir waren 3 Nächte im Stanley’s Kopie von Fox Safaris

Mikumi ist komplett beschildert, Navi und Karten überflüssig. Einige Selbstfahrer im Park getroffen, allerdings keine Europäer. Die meisten aus Dar. Etwas nervig, jeder fragt ob man Löwen gesehen hat. Wir haben es nicht(nur Leopard). Der Park ist ganz im Norden des Nordteils kaum befahren, schlechte Wege, hier gibt es die Mikumi-Palme in großer Zahl, aber auch Tse-Tse. Hier halten sich Elan auf, aber sehr scheu, näher wie 100m kommt man nicht heran auch nicht mit abgeschaltetem Motor.
Wir sind einmal den ganzen Nachmittag in der Lodge geblieben, da man einen schönen Blick auf ein großes Wasserloch hat. Größtes Ereignis: eine Herde von ca. 150 Büffeln, ansonsten Elefanten, Giraffen am Wasserloch, hat sich gelohnt, war sehr schön. Dieses Wasserloch ist sozusagen nur für die Lodge, man kann von anderer Seite nicht heranfahren, obwohl man ja im NP ist. Was uns auch noch aufgefallen ist, dass die Tiere relativ scheu sind, obwohl einige Autos im Park sind. Der Manager meinte, dies liegt an der Wilderei von der Straße aus. Die Lodge arbeitet mit den Rangern zusammen, wenn man Schüsse hört, werden diese von der Lodge verständigt. Meistens sind die Wilderer aber so gut organisiert, dass sie schneller mit dem Wild weg sind, als die Ranger über die Teerstraße an der Stelle.

Zu Tse-Tse-Fliegen unsere Erfahrungen:
Wir haben uns eigentlich gut vorbereitet: Autan, No-bite, Deet, und Obi el.Fliegenbatscher.
Autan: kaum Wirkung bei Tse-Tse
Deet: ca 1 Stunde erfolgreiche Wirkung, hier müsste man vermutlich Deet 80% hernehmen, oder es trinken.
Nobite: wir hatten Kleidung zu Hause schon eingesprüht, wirksam, kein Biss durch die Kleidung. ABER ich reagierte darauf allergisch, am ersten Tag im Selous war ich an den Schultern und Beinen rot und es bildeten sich Pusteln. Dank dem Luxus des Wäscheservices war das Problem schnell gelöst. Wer das auch vor hat, zuerst zu Hause ausprobieren.
Wir haben das Nobite dann im Auto im Fussraum/Boden eingesetzt, das war wirksam.
Obi Fliegenb: am effektivsten, da wir die Fliegen im Auto nur damit abtöten konnten. Mit der Hand erwischt man sie kaum.
Die Stiche sind sehr unangenehm und bei meiner Frau haben sie sich entzündet. Jetzt 2 Wochen danach sieht man sie immer noch.
Ein Typ von einem Guide: die Fliegen schaffen nur 40 km/h, also wer schnell fährt hat keine Tse-Tse im Auto, vermutlich auch wenig Filme und Fotos, und im Selous garantiert einen Achsbruch oder Überschlag.
Die Tse-Tse sind nur am Tag aktiv und mögen die Hitze nicht. In der Mittagszeit hatten wir meistens keine Tse-Tse. Im Ruaha wissen das anscheinend auch die Löwen, dazu später mehr.
Trotzdem allem die Tse-Tse sind sicherlich der beste Naturschutz.

Bis demnächst Wolfgang
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Letzte Änderung: 26 Jul 2013 21:17 von Hippie.
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01 Dez 2012 11:13 #265347
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Hippie schrieb:
Deet: ca 1 Stunde erfolgreiche Wirkung, hier müsste man vermutlich Deet 80% hernehmen, oder es trinken.
... in Alaska/Canada hat man in den mückenverseuchten Gebieten tatsächlich fast reines DEET verwendet. Ich habe hier noch eine Flasche Muskol mit 95% DEET rumstehen. Das wirkt zwar, aber man wird trotzdem fast wahnsinnig. Die Mücken schwirren in Massen summend um einen herum, halten aber 2-3 cm Abstand.

DEET ist für Mücken ein Kontaktgift. Deshalb bringt es auch nichts, z.B. seine Arme einzureiben und dann eine Jacke überzuziehen.
Trinken hingegen hilft. Du musst allerdings die Mücken/Fliegen dazu bringen, es zu trinken. ;)

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
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