BikeAfricaThemenstarter7’350 Beiträge · seit 200601. Dez. 2022 ·
Es gibt Geschichten, die kann man sich einfach nicht ausdenken. Ich bin seit knapp 25 Jahren vorwiegend mit dem Fahrrad in Afrika unterwegs und das ist u.a. auch wieder für 2023 geplant, nachdem ich jetzt gerade mit einem anderen Forenmitglied mit dem Auto in Namibia war. Vor der Reise meinte mein Reisemediziner noch, dass wir vor der nächsten Tour (mit dem Rad) den Tollwutschutz wieder auf den aktuellen Stand bringen sollten, aber es diesmal für eine Autoreise nicht nötig sei. Der Meinung war ich -bis zum Schakalbiss- auch. 😉
Was ich euch hiermit mitteilen möchte, ist, dass es in Okaukuejo eine Sanitätsstation gibt, die für solche Fälle gerüstet ist. Man muss da also nicht Hals über Kopf bis Outjo fahren. Man muss allerdings das eingezäunte Camp verlassen, um die Sanitätsstation zu erreichen. Man muss das Camp jedoch nicht verlassen, um sich von einem Schakal beißen zu lassen. Das klappt auch innerhalb ganz gut.
Falls ihr von einem Tier -welcher Art auch immer- gebissen oder gekratzt werdet, kümmert euch um den Tollwutschutz. Auch nach einer völlständigen Schutzimpfung sollte man nach einem Biss eine zusätzliche Impfung erhalten. Die Folgen eines solchen Ereignisses können sonst fatal sein.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Ach Du meine Güte! Wollten Euch dieser putzige Geselle beim Grillen helfen?
LG Logi
BikeAfricaThemenstarter7’350 Beiträge · seit 200601. Dez. 2022 ·
rik m. schrieb: Aber nun mach es nicht so spannend, und erzähle doch, was passiert ist!
Normalerweise laufen Schakale ja freiwillig weg. Dieser tat es halt nicht und hielt zielstrebig auf mich zu. Ich habe ihn dann kurz vorher mit einem schnellen Schritt nach vorne vertreiben wollen und ihn so vermutlich in Bedrängnis gebracht (das ist aber nicht gnz klar, weil er vorher schon so seltsam auf mich zugetrabt ist). Dann hat er zum Gegenangriff angesetzt und mich in den Oberschenkel gebissen und ist wieder weggelaufen. Ich bin beim Versuch, im letzten Moment zurückzuweichen, hängengeblieben und auf den Rücken gefallen und hatte 'ne leichte Beule am Hinterkopf. Der Biss selbst sah schlimmer aus als es war. Die ganze Aktion wurde von anderen Leuten gesehen, der Schakal anschließend weiter gefilmt und Ranger haben sich anschließend drum gekümmert und das offenbar erntgenommen. Ob das Tier im Anschluss getötet wurde, weiß ich nicht (das konnte mir auch am nächsten Morgen niemand an der Rezeption sagen). Für mich war die ganze Aktion außer einem ziemlichen Schreck nicht so spektakulär, aber man hat dann in der Folge halt fünf Impftermine einzuhalten. Einer der Ranger, mit denen ich zu tun hatte, wurde im Vorjahr ebenfalls von einem Schakal gebissen. es kann also offenbar auch passieren, wenn man sich besser auskennt im Verhalten zu den Tieren. Ich bin bisher schon Dutzenden Schakalen begegnet und alle (bis auf einen weiteren) rannten weg. Dieser tat es halt nicht. Es gibt aber eine medizinische Versorgung für solche Fälle.
Gruß Wolfgang
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BikeAfricaThemenstarter7’350 Beiträge · seit 200601. Dez. 2022 ·
Logi schrieb: Wollten Euch dieser putzige Geselle beim Grillen helfen?
So 'nen "Grillgehilfen" hatte ich auch schon mal. Dem habe ich aus 40 cm direkt ins Gesicht geschaut, als der von der anderen Seite des Grills sich plötzlich nach oben stemmte, um was vom Grill zu klauen, als ich mich im Dunkeln gerade drüber beugte, um im Schein der Grillkohle zu schauen, ob das Fleisch schon gar ist. Der hatte damals Augen so groß wie Golfbälle und haute ab. Diesmal hatte wohl ich die größeren Augen. 😉
Man sollte diese Wildtiere, so klein sie auch sind, einfach nie unterschätzen.
Gruß Wolfgang
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BikeAfricaThemenstarter7’350 Beiträge · seit 200601. Dez. 2022 ·
fahrinurlaub schrieb:Oh, je. Wie konnte denn das passieren? Habt ihr euch um die Essensabfälle gestritten? 😉
Ich bin einfach im Hellen zum Wasserloch gelaufen wie es hundert andere Touristen am Tag auch tun. Irgendwelche Essensreste waren da nicht im Spiel.
Gruß Wolfgang
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fahrinurlaub394 Beiträge · seit 200801. Dez. 2022 ·
Phu, Glück gehabt! Das Verhalten des Schakals ist aber schon merkwürdig...solche Aggressivität würde ich als Tollwuttypisch betrachten...aber ich bin Laie. Was sagen denn die welche sich mit Schakalen besser auskennen? Ist so ein Verhalten bei einem gesunden Tier normal?
chamäleon20112’497 Beiträge · seit 201101. Dez. 2022 ·
Hallo,
noch eine kleine Ergänzung: ich war der andere Formi und zur Zeit des Bisses nicht bei Wolfgang, aber ein hilfsbereiter junger Mann, der gleich zur Stelle war, hat es genau so beschrieben. Das Tier lief einfach auf ihn zu.
Ich habe, während Wolfgang bei der Sanitätsstation war, im Torbereich gewartet und da war dann schon einiges los: der Wagen mit dem schon erwähnten Ranger, ein weiterer Wagen mit vier Rangern und dann noch ein Veterinärfahrzeug mit zwei Leuten. Die nehmen so was also tatsächlich sehr ernst, es scheint aber kein Einzelfall zu sein, da besonders gutmeinende Touristen die Tiere immer wieder füttern, wodurch diese ihr Verhalten dann leider verändern. Also Finger weg vom Füttern von Wildtieren, da das böse enden kann, für Mensch und Tier.
Viele Grüße Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
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BikeAfricaThemenstarter7’350 Beiträge · seit 200601. Dez. 2022 ·
picco schrieb: Das Verhalten des Schakals ist aber schon merkwürdig...solche Aggressivität würde ich als Tollwuttypisch betrachten...aber ich bin Laie. Was sagen denn die welche sich mit Schakalen besser auskennen? Ist so ein Verhalten bei einem gesunden Tier normal?
Ich bin ja zuvor schon vielen Schakalen begegnet und die gingen mir immer aus dem Weg. In Okaukuejo ist die Situation ja anders. Die Tiere dort sind an Menschen etwas gewöhnt (früher war das noch schlimmer), sie können nicht unbegrenzt in alle Richtungen entweichen und man weiß nicht, welche Situation dem Schakal zuvor widerfahren ist. Da kamen sicherlich viele Faktoren zusammen. Mein Versuch, das Tier zu vertreiben, war vermutlich das letzte Stück der Kette, welches zum Angriff führte. Vielleicht wäre es ganz einfach an mir vorbeigelaufen, wenn ich gar nicht reagiert hätte. Aber es lief halt direkt auf mich zu ...
Komischerweise lief es aber auch ungewöhnlich direkt auf mich zu. Der Biss selbst war nicht sonderlich schmerzhaft, was aus meiner Sicht darauf hindeutet, dass der Vierbeiner sich aus dieser Situation befreien wollte, aber auch keinen richtigen Ausweg wusste (wie ich halt auch). Man konnte an der Bisswunde gut sehen, dass die oberen Eckzähne offenbar die größten sind und dann die unteren sowie die daneben liegenden unteren, aber offenbar wollte sich der Schakal einfach nur aus seiner Situation befreien.
Es ist halt immer doof, wenn Wildtiere sich an Menschen gewöhnen und vielleicht sogar angefüttert werden mit Resten vom Grill. Das passiert halt leider öfter, um Fotos aus der Nähe machen zu können. Der nächste Schakal ist dann evtl. einer wie "meiner", der deshalb am Ende womöglich noch sein Leben verliert. Füttert keine Wildtiere, welcher Art auch immer.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Ähnlich ist es mir in der Bagatelle Kalahari Lodge beim Frühstück ergangen.
Die "lieben" Erdmänchen wurden an den Tischen um uns fotografiert und gefüttert, mich hat eines unterm Tisch in die Wade gebissen.....und die Impfungen sind kein Spaß.
Gruß Peter
BikeAfricaThemenstarter7’350 Beiträge · seit 200602. Dez. 2022 ·
Die Impfungen sind heutzutage kein Problem mehr. Früher war das mal so, dass das eine schmerzhafte Angelegenheit war. Heute sind das Impfungen wie jede andere Impfung auch. Blöd ist halt, dass man fünf Impfungen in bestimmten Abständen benötigt und eine Kühlkette für den Impfstoff eingehalten werden muss. Man bekommt die Impfung daher nicht überall. In Namibia ist sie allerdings recht gut verfügbar. In Westafrika und Teilen Asiens und Südamerikas sieht es da schlechter aus. Das soll jetzt aber keine 'Werbung dafür sein, sich in Namibia beißen zu lassen ... 😉
Gruß Wolfgang
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peter 08 schrieb:Ähnlich ist es mir in der Bagatelle Kalahari Lodge beim Frühstück ergangen.
Die "lieben" Erdmänchen wurden an den Tischen um uns fotografiert und gefüttert, mich hat eines unterm Tisch in die Wade gebissen.....und die Impfungen sind kein Spaß.
Gruß Peter
Bei den Stoksterten kennt man die Beißerei eigentlich nur von weiblichen Tieren, die läufig sind. Da kenne ich aber auch sehr viel üblere Wunden. Mir sind bei denen keine Fälle von Tollwut bekannt.
vielen Dank für den Hinweis und die Schilderung, die mich in Anbetracht der doch sehr ernsten Angelegenheit zum Schmunzeln brachte, als ich las, dass man für die Impfung das Camp verlassen muss, für den Biss jedoch nicht.
Da sieht man einmal wieder, dass bei einer Reise, wo man (ich) die Risiken gemeinhin als nicht so hoch einstufen würde, wie bei Deinen (für mich) abenteuerlichen Reisen mit Rad, es auch zu solchen Zwischenfällen kommen kann.
Ich habe schon seit sehr vielen Jahren eine aktuelle Tollwutimpfung und bisher noch nie ansatzweise Probleme damit gehabt (mein Mann übrigens auch nicht), aber jeder Körper reagiert nun einmal anders. Das erste Mal haben wir uns dann final für die Impfung entschieden, als wir (auch zum ersten Mal) in den KTP gereist sind und ich vorab Berichte zu Fledermäusen in Urikaruus las.
Für den Fall der Fälle, was ich für uns nicht hoffe, dass er jemals eintreten wird, verspreche ich mir einfach mehr Zeit, wobei das auch nicht sehr viel ist, um die folgenden Impfungen zu erhalten, denn es kommt immer wieder zu länger andauernden Lieferengpässen beim Impfstoff. Auch bei uns.
Welchen Impfstoff hast Du in Namibia erhalten?
Für mich ist die Tollwutimpfung eine der wichtigsten bei solchen Reisen und gut zu wissen, dass man Dir helfen konnte und der Impfstoff verfügbar war, aber ich denke, verlassen sollte man sich nicht darauf.
Wildtiere zu füttern, egal welcher Art und egal, ob sie ja so süß sind oder nicht, ist für mich ein absolutes No-Go und ich bekomme jedes Mal eine Krise, wenn ich so etwas sehe. Meiner Meinung nach sind da auch die Lodges in Verantwortung, das zu unterbinden, wenn sie sehen, dass es von Gästen gemacht wird. Wenn ich das lese, für mich z. B. jetzt schon wieder ein Grund bei einer möglichen Reise genau zu überlegen, welche Unterkunft ich wähle.
Viele Grüße
Sabine
BikeAfricaThemenstarter7’350 Beiträge · seit 200602. Dez. 2022 ·
Hallo Sabine,
der Impfstoff hieß wohl Rabivax oder Verorab. Ich hatte auch früher eine Tollwutschutzimpfung. Die letzte Auffrischung ist jetzt aber bereits so lange her, dass man mich sicherheitshalber so behandelt hat, als hätte ich nie eine bekommen. Früher wurde man in solchen Fällen 14mal in täglichem Abstand in die Bauchnabelregion geimpft. Das war wohl ziemlich schmerzhaft. Heute sind es fünf Impfungen in den Oberarm.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
TAtacitus1’160 Beiträge · seit 202202. Dez. 2022 ·
Vor ca. 20 Jahren am Campingplatz in Namutoni haben wir unsere Lichter ausgemacht, um die Abendvorstellung beim zweiten GT besser genießen zu können. Ein paar Schakale sind hin und her geflitzt und haben Lebensmittel genauso schnell geklaut wie die gerade auspackenden Touristen sie für das Abendessen herausgelegt haben. Frech und schnell wie Affen. Umgedreht und schon weg. Das dürfte also Tradition haben. Auch wenn man sie nicht freiwillig füttert, die Racker sind so gewöhnt an Menschen und so frech, dass sie sich eben auch selbst bedienen. Außerdem ist die „Abfallwirtschaft“ der Touristen und bei den Personalunterkünften vieler Orts sowieso nur eine große „Wildtierfütterung“, auch wenn sie nicht von Hand erfolgt. Entsprechend frech gehen alle Abstauber vor.
Im gleichen Aufenthalt dort habe ich, ich weiß nicht mehr wo, einen mit Sicherheit an Tollwut erkrankten Schakal gesehen. Stand mitten auf der Straße, hat auf Autos überhaupt nicht reagiert, verkrampft in der Haltung und völlig teilnahmslos, abgemagert, starker Speichelfluss. Ich habe das im Camp gemeldet und bei der nächsten Ausfahrt habe ich gesehen, dass die Ranger nahe dieser Stelle gerade etwas mit Handschuhen in einen dicken Sack abtransportierten. Vor vielleicht 40 Jahren habe ich nach einem Hundebiss auch die Impfungen nehmen müssen, ohne besondere Reaktionen.