THEMA: NAM-NW'22:"Die Strecke zieht sich ein bisschen..!"
03 Aug 2022 19:05 #648462
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*** Wer den Bericht ohne Kommentare lesen möchte,
klickt oben rechts auf die Sonne! ***

Seit gestern früh bin ich zurück von unserer Reise nach bzw. durch Nordwest-Namibia (meine dritte in diese Region).

Nachdem ich mal schnell durch meine Fotos geblättert habe, kamen mir Zweifel, ob ich überhaupt einen Bericht schreiben soll, denn die Ausbeute an Bildern, die die Allgemeinheit interessieren könnten, ist überschaubar. Zudem gibt es für Nichtdabeigewesene kaum interessante Geschichten zu erzählen oder wilde Streckenabschnitte mit reißerischen Worten :silly: oder gar wilden Videos zu dokumentieren B) und viele Erlebnisse ähneln denen von 2019. Tiere größer als Vögel gab es so gut wie keine :blink: , und meine paar wenigen Birdpics sind ziemlich schlecht :pinch: , entweder zu weit weg, unscharf, im Gegenlicht, oder... oder... oder.

Was es aber gab war Gras….viel Gras, so wir es uns vorgestellt und gewünscht hatten :) ! Goldgelbes, manchmal sogar grünes Gras in Verbindung mit vielen Blümchen und wunderschönen Landschaften. Nur: für „Außenstehende“ sehen diese Landschaft/Gras/Blümchen-Bilder alle ziemlich gleich aus, auch wenn es für uns sehr viele verschiedene und schöne Eindrücke waren.

Etwa so müsst Ihr es euch vorstellen…..den Sand im Hintergrund tauscht Ihr gedanklich einfach bei Bedarf gegen braune Berge, rote Steine, grauen Schotter oder gelbes Gras aus :whistle: und die Blümchen hatten ab und zu auch andere Farben. Fertig ist die Bildergalerie der Reise :silly: :lol: .



Trotzdem werde ich unsere Runde natürlich kurz dokumentieren (schon alleine damit ich sie nicht vergesse :evil: ), vielleicht kann der eine oder die andere daraus ein paar Rückschlüsse für die eigene Planung ziehen. Und abgesehen von Bergen, Trockenflüssen, Steinen, Gras, Blumen und Sand werden es ein paar Vögelchen und Krabbeltiere wohl auch in den Bericht schaffen. Vielleicht gar nicht soooo schlecht, wenn die Auswahl gering ist, da spart man viel Zeit beim Suchen und bei der Bearbeitung (auch wenn ich in JPEG knipse und auch kein wirkliches Bearbeitungsprogramm besitze) – hoffe ich zumindest mal. Dazu kommen dann noch ein paar schöne Lichtstimmungen recht lange nach Sonnenuntergang, die uns die ganze Reise über begleitet und begeistert haben.

Ach ja, bevor ich es vergesse: wir reden auch nach dieser Tour immer noch miteinander ;) – Ihr könnt euch davon in Büsnau überzeugen (zumindest hat noch niemand aus unserer Vierergruppe abgesagt :P ).

Zur Geschichte der Reise:

Eigentlich (da ist es schon wieder, das Covid-Unwort :angry: ) wollten Ruth und Uwe (die Eulenmuckels) und Matthias (fotomatte) sowie meine Wenigkeit 2021 gemeinsam eine Tour über SA nach ZIM fahren, Matte und ich wären dann über Botswana wieder nach Johannesburg zurückgekehrt.

Die grobe Idee wurde bei einem Treffen im Dezember 2019 (!) geboren, ein paar Tage später hatte Uwe die Tour entworfen, das Auto für Matte und mich bei Bushlore in Johannesburg war auch schnell gebucht und dann kam das Frühjahr 2020 mit Corona, was alle Pläne über den Haufen warf – aber wem erzähl ich das :sick: .

Ziemlich schnell waren wir uns alle einig, dass die Muckels ihre 2020er-Tour, die mit Freunden geplant war (Sambia usw….) auf 2021 verschieben, genauso wie Matthias und ich unsere private Botswana-Bushwaystour.

Soweit so gut (oder schlecht…).

Irgendwann 2021 wurde uns klar, dass für 2022 keiner weiß, ob alle Grenzen offen sind, ob man Tests braucht, um von einem Land ins andere zu wechseln und welche Flüge es geben wird. Außerdem stellte Uwe fest, dass Campsites im Kruger wegen Zeitgleichheit mit Sommerferien in SA knapp werden. Somit wurde nach kurzer Diskussion der SA/ZIM/BOT-Plan geknickt und wir entschieden, in einem Land (NAM) zu bleiben. Unser Auto buchten wir von SA nach NAM um (nachdem wir im Jahr davor die Buchung verschoben hatten) und meine Freundin bei einem Reisebüro hier in Kirchheim kümmerte sich um die Eurowings-Discover-Flüge.

Bei einem Treffen im November 2021 verplanten wir dann die Tage, die wir zusammen verbringen konnten. Auf Grund der Sommerferien von Ruth fielen diese in den Juli (ich bin seit März in Rente und nur noch stundenweise an der Schule und konnte meine vom Land bezahlten Stunden vorarbeiten, mein Ehrenamt musst im Juli eben ruhen…).

Schnell war klar: Matthias und ich haben keine Lust, uns im Juli den Allerwertesten in Afrika abzufrieren :woohoo: und werden uns daher nicht südlich von Windhoek bewegen. Und nach den vielen Tieren in Botswana wäre auch ein bisschen Landschaft mal wieder ganz schön. Logisch, dass es uns also wieder in den Nordwesten Namibias zog ;) .

Zack-zack verteilten wir mit Hilfe eines Kalenders und unserer ungemein guten Orts- und Streckenkenntnisse :whistle: die gemeinsamen Tage auf eine Route, sogar eine zweite Nacht in Puros kam dabei heraus, wovon ich ja schon lange träume (und auch weiterhin träumen werde, so viel sei schon mal verraten :S ), Ruth durfte laut Plan von viel Zeit auf der Marble Campsite träumen, die für die vielen Papageien dort gedacht war (auch sie träumt weiter :unsure: ), Uwe wollte ein paar neue Strecken für seine Daueraufzeichnung dazubekommen und am Schluss sollten aus unterschiedlichen Gründen für alle ein paar Tage in Swakopmund eingeplant werden. Wird schon alles irgendwie passen.... :huh: :lol: .

Das Ganze sah dann auf dem Papier so aus:

13.07. Anreise DB/ Eurowings (Matthias und ich)
14.07. Teufelsbach River Camp (Matthias und ich)
15.07. Campsite Onjowewe beim Filmhaus vor Kamanjab (Matthias und ich)
16.07. Opuwo Campsite – Treffen mit den Eulenmuckels
17.07. Marble Campsite
18.07. Bushcamp irgendwo bei Oranjedrum
19.07. Hartmanntal Bushcamp
20.07. Munutum Bushcamp
21.07. Puros Campsite
22.07. Puros Campsite
23.07. Elephant Song Campsite (Hoanib)
24.07. Theun‘s Campsite (Palmwag Concession)
25.07. Palmwag Campsite
26.07. Bushcamp irgendwo in der Nähe des Huab
27.07. Elephant Head Community Campsite südlich vom Brandberg
28.07. Spitzkoppe Campsite (nur Matthias und ich – Muckels bereits in Swakop)
29.07. Swakopmund Eazy Sleep Accomodation (nur Matthias und ich) /Shopping
30.07. Swakopmund Eazy Sleep Accomodation (Matthias+ich) / Treffen Bele+Theresa (Taleni Shilongo) und Dinner mit African Vocals
31.07. Swakopmund Eazy Sleep Accomodation (Matthias+ich) / Sandwich Harbour Tour / Treffen mit Joel und Familie
01.08. Rückflug alle gemeinsam mit Eurowings (+ Lufthansa Matthias+ich)


Über die tatsächliche Tour (die aber nicht sehr weit von der Planung abwich, auch wenn das oben so klingt :silly: - ich übertreibe ja gerne mal ein bisschen B) ) werde ich in den nächsten Wochen berichten.

Bis dahin liebe Grüße von Bele
Letzte Änderung: 16 Nov 2022 15:47 von Champagner.
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04 Aug 2022 18:54 #648554
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Anreise am 13. / 14. Juli 2022

Gebucht war Eurowings Discover ab Frankfurt mit einem LH-Zubringerflug von Stuttgart. Mein schlechtes ökologisches Gewissen :pinch: wird ein paar Tage vor Abflug beruhigt, da dieser Flug gestrichen und wir auf einen früheren umgebucht werden, der aber einen Tag später auch gecancelt und durch einen Zug ersetzt wird. Nur dumm, dass im Bahnhof Stuttgart nach einem Oberleitungsschaden tagelang das pure Chaos herrscht und viele Verbindungen gestrichen werden.

Unsere zum Glück aber nicht :) , und so haben wir nur ein bissle Stress, bis sicher ist, dass wir tatsächlich fahren werden und sind dann seeeehr früh in Frankfurt. Auch wenn wir nicht wie versprochen unser Gepäck gleich nach Ankunft des Zuges bei Lufthansa abgeben können (die wollten von Eurodisco-Gepäck nichts wissen), verläuft vor Ort ansonsten alles glatt. Wir starten mit nur einer halben Stunde Verspätung und machen es uns in unseren Reihe-18-Plätzen (sehr empfehlenswert) bequem (danke Ralf Panther für unsere erhellende Diskussion über dieses Thema :lol: :kiss: ). Das Essen ist auch okay und ich schlafe im Schein des aufgehenden Vollmondes, der direkt bei mir zum Fenster hereinleuchtet, sogar ein. Entsprechend entspannt komme ich in Windhoek an.

Dank unserer Reihe 18 können wir auch schnell aussteigen und brauchen kaum Zeit bei der Immigration. Auf mein Gepäck muss ich ein bisschen warten, aber sonst alles gut. Da wir die einzigen Bushlore-Kunden sind, können wir auch gleich mit dem Shuttle zur Autoübergabe fahren.
Wir hatten noch nie bei Bushlore gebucht und sind nun ziemlich gespannt. Ihr Badezimmer kann auf jeden Fall klar vor Savanna punkten.



Die Fahrzeugübergabe ist sehr gründlich und zeitintensiv - hier unsere Kiste, ein Hilux DC Bushcamper Automatik, kurz bevor wir losfahren.



Danach haben wir auf Einkaufen nur noch bedingt Lust :sick: . Also packen wir nur das Nötigste, bzw. das, was uns nicht nervt, in den Einkaufswagen und verschieben den Rest auf den nächsten Tag in Otjiwarongo, um schnell nach Teufelsbach zu kommen.


Teufelsbach River Camp und der Vulkan Hunga Tonga-Hunga Ha’apai


Bevor wir zur Campsite fahren gibt es Kaffee und Kekse bei Irmela und Bruno. Die Schwester von Irmela und deren Mann aus Südafrika sind auch da – es herrscht Aufbruchstimmung, denn Teufelsbach ist verkauft. Im Haus wird ausgemistet und gepackt und Bruno ist damit beschäftigt, die Kühe zu verkaufen, da der neue Besitzer nicht farmen will. Was aus der Campsite wird, ist noch unklar, Irmela wird uns auf dem Laufenden halten, bzw. wir sollen bei Bedarf nachfragen.

Unter anderem erzählt Irmela auch davon, dass sie momentan immer einen ganz tollen Abendhimmel haben, ziemlich lange nach Sonnenuntergang beginnt wohl ein intensives Leuchten in verschiedenen Rottönen. Genau davon hatte mir Carina (die Frau von Heiko Genzmer von Bushways) kurz vor meiner Abreise erzählt und Heiko hat uns erklärt, woher das kommt: Das Phänomen ist auf die Überreste der enormen Auswurfwolke zurückzuführen, die beim Ausbruch des Vulkans Hunga Tonga-Hunga Ha’apai Anfang dieses Jahres im Südpazifik entstanden ist.
*Ganz unten noch mehr dazu, falls es jemand interessiert.


Wir sind gespannt, ob wir das auch erleben dürfen und machen uns auf den Weg zum Trockenflussbett.









Die Abläufe dort sind bekannt, wir grillen uns eine sehr leckere Käsebratwurst, die wir nicht bei KWS (von dort war unsere sonstige Fleischbestellung zuverlässig wie immer zu Bushlore geliefert worden), sondern im Supermarkt eingekauft hatten und versuchen, uns ein bisschen mit der Aufteilung das Hilux bekannt zu machen. Dieser wird mir in der ersten Nacht, bzw. am nächsten Morgen übrigens gleich mal einen Streich spielen :woohoo: .


Lange nachdem die Sonne untergegangen ist, dürfen wir zum ersten Mal auf unserer Reise das Hunga Tonga-Hunga Ha’apai-Phänomen bewundern und es wird uns nahezu die ganze Tour über begleiten. Leider kann man das Glühen in der Luft, das auch die Landschaft nochmal zum Leuchten bringt, auf Fotos schlecht rüberbringen.



Es hat mich aber so fasziniert, dass ich kurz mit dem Reiseberichttitel : „NAMIBIA Nordwest 2022 – der Hunga Tonga-Hunga Ha’apai lässt grüßen“ geliebäugelt habe. Das erschien mir aber dann doch zu sperrig ;) und hätte eh nicht in die entsprechende Zeile gepasst – und außerdem wäre mein Bericht dann vielleicht sogar in die Rubrik „Andere Länder“ verschoben worden :blink: .

Kurz versuche ich noch dem Nochfastvollmond gerecht zu werden.





Da wir aber sehr müde sind und es auch recht kalt ist, klettern bzw. schlüpfen wir früh in unsere Behausungen! See you tomorrow morning!



* Der Unterwasservulkan brach am 15. Januar aus, explodierte mit ungefähr 100.000-mal mehr Energie als die Atombombe von Hiroshima, sendete eine Druckwelle aus, die den Globus mehrmals umkreiste, und erzeugte eine enorme Wolke aus Asche, Schwefeldioxid und Dampf, die über 30 Meilen erreichte hoch.
Aerosole, einschließlich Schwefeldioxid, aus der vom Vulkan freigesetzten Gas- und Aschewolke haben sich auf der ganzen Welt verteilt, unterstützt durch die immens starken und rekordverdächtigen atmosphärischen Wellen, die durch die Eruptionsexplosion erzeugt wurden. Es wurde gemessen, dass die Aerosole derzeit in der Atmosphäre etwa 10 bis 15 Meilen über der Antarktis vorhanden sind und vor dem Ausbruch nicht vorhanden waren.
Normalerweise sind es die Wolken, die sich in die lebhaftesten Farben verwandeln, wenn man einen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang sieht, aber wenn stratosphärische Aerosole nach einem Vulkanausbruch vorhanden sind, streuen und beugen sie das Licht, wenn die Sonne untergeht oder über den Horizont steigt.
Diese farbenfrohen Dämmerungen sind als vulkanisches „Nachglühen“ bekannt, wobei die Menge an Dunst und Aerosol in der Luft die Farben bestimmt.
Die Aerosole und Feinstaubpartikel tief in der Atmosphäre streuen rote Lichtwellenlängen zurück. Blaues Licht wird gestreut und hinterlässt die rosa und roten Farbtöne des verbleibenden Sonnenlichts.
Ein ähnliches Phänomen ereignete sich nach dem Ausbruch des Vulkans Krakatau im Jahr 1883, als brennende Sonnenuntergänge auf der ganzen Welt zu sehen waren: Es wird sogar angenommen, dass der intensiv rote Hintergrund in dem berühmten Gemälde von Edvard Munch „Der Schrei“ daher rührt.

Letzte Änderung: 26 Feb 2024 18:53 von Champagner.
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05 Aug 2022 19:39 #648627
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15. Juli 2022: Vom Teufelsbach River Camp zur Onjowewe Campsite


Kurz nachdem ich eingeschlafen bin, weckt mich ein komisches, metallenes Geräusch und das Auto wackelt deutlich :woohoo: . Mist, sollte ich gleich in der ersten Nacht ausgeraubt und womöglich sogar um die Ecke gebracht werden :pinch: ? So war das nicht geplant. Ganz ehrlich: ich bin in dieser Beziehung ein kleiner Schisser, Elefanten & Co. dürfen sich nachts gerne auf der Campsite rumtreiben, aber bitte keine Menschen mit bösen Absichten. Da ich aber nach einer halben Stunde regungslosem Liegen, Lauschen und Warten auf mein Ende immer noch am Leben bin :) , gehe ich davon aus, dass das Geräusch harmloser Natur war und schlafe wieder ein.

Während der Nacht merke ich nicht, dass es lausig kalt ist. Um 6.30 Uhr bin ich wach, schließlich bin ich daheim um diese Zeit meistens schon putzmunter, und da gehe ich später ins Bett als hier in Namibia.
Fröhlich will ich mich anziehen – verschiebe das Ganze dann aber doch um ein paar Minuten, damit meine Klamotten unter meinem Schlafsack auftauen können. Pfuiteufel ist das kalt, sobald man die Daunen von sich streift :woohoo: !

Als ich mich dann endlich überwunden habe, öffne ich frohgemut meine Tür. Diese klappt nach oben auf, also rein theoretisch :whistle: . Aktuell öffnet sie sich leider nur einen Spalt breit und bleibt dann irgendwo hängen. Mist, das war gestern Abend schon ein ziemliches Theater, reinzukommen. Man muss den äußeren Hebel nach unten legen und dann die Tür nicht mehr ganz hoch lassen, sonst kippt er auch hoch und blockiert den Mechanismus, um die Tür ganz zuziehen zu können. Dann quetscht man sich über die Leiter rein, immer mit einer Hand die bockige Tür haltend, die dank ihrer sehr starken Hydraulikscharniere entweder sofort auf oder sofort zugehen will :evil: . Einen Druckpunkt, der einen in Ruhe reinklettern lässt, gibt es nicht. Von innen muss man das störrische Teil dann irgendwie zuziehen, das geht erst gar nicht (siehe oben, Hydraulik) und dann plötzlich, so dass ich manchmal wie ein Käfer auf dem Rücken lande :sick: und meine Extremitäten erst wieder sortieren und dann ganz schnell den Sperrstift in die Mini-Öse schieben muss, damit die Tür zubleibt. Verschlossen ist sie nicht wirklich, den Stift könnte man vermutlich von außen locker hochschieben. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob nur ich mich so dämlich anstelle :blush: oder ob andere auch schon Probleme mit den Bushlore-Bushcampern hatten - ich freue mich auf jeden Fall über tröstende Erfahrungsberichte anderer Fomis B) !

Ups, ich schweife ab :blink: – drin war ich ja seit gestern Abend, jetzt will ich wieder raus! HILFE :woohoo: :woohoo: :woohoo: ! Es bleibt mir nichts anderes übrig, als Matthias zu rufen, in der Hoffnung, dass er schon wach ist in seinem Zeltchen.
Ist er zum Glück und er befreit mich dann auch recht schnell – wenn auch mit wenig Begeisterung :pinch: . In seinem Schlafsack war es kuschelig warm…. Hier draußen aber so was von gar nicht.

Der Übeltäter, der mich eingesperrt hat, war unser Reservereifen, bzw. die Aufhängung davon – und das war auch das Geräusch und die Bewegung, die ich abends gehört/gespürt hatte. Diese war nicht eingerastet (meine Schuld), nur hätte auch dies nicht viel genutzt, wie ich dann tagsüber bemerken musste. Denn selbst eingerastet rutscht das ganze Metallding wieder ein Stückchen zurück, sofern das Auto auch nur ein bisschen nach links hängt und blockiert die Tür ab einer gewissen Stelle. Dies ließ sich aber ab sofort mit Hilfe einer Schnur verhindern.



So, nun bin ich frei und in dieses Alu-Gefängnis will ich so schnell nicht mehr zurück. Also schnell auf die Toilette und dann mit der Kamera in der Morgendämmerung rumgestapft!

Auch wenn mir fast die Finger abfrieren :pinch: (weit über 2°C war das sicher nicht), genieße ich die tolle Stimmung, zu der auch der Nochfastvollmond beiträgt, sehr.

Um 6.43 Uhr dämmert es ganz sanft.



Dann, 7 Minuten später, beginnt plötzlich dieses unbeschreibliche Leuchten am Himmel! Die Himmelfotos tauchen hier wirklich in chronologischer Reihenfolge auf, ich mag auch heute noch kaum glauben, dass es nach diesem "Feuer" am Himmel kurz noch einmal recht dunkel wird.



Weitere 7 Minuten später hat sich aber der Himmel tatsächlich wieder ein bisschen beruhigt und auf der anderen Seite strahlt der Mond dafür umso heller.



3 Minuten später, genau um 7 Uhr, beginnen die „normalen“ Vorbereitungen zum Sonnenaufgang.



Auf diesen müssen wir aber noch eine gute halbe Stunde warten. Also schaue ich weiter in den Mond, Matthias, der inzwischen auch aufgestanden ist, wirft das Feuer nochmal an, ich koche Kaffee/Teewasser und wir lauschen den Rufen der Perlkäuzchen. Eines immerhin erwische ich, wenn auch bei noch schlechtem Licht.













Um 10 vor sieben acht (danke Matthias!) erreicht die Sonne endlich das Trockenflussbett und wir lassen uns von ihr den Rücken wärmen.



Schnell noch den Chestnut-vented Tit-Babbler (der Name ist auch nach 3 Jahren noch witzig) ablichten und dann geht’s zurück zum Farmhaus.




Was man halt so fotografiert auf dem Weg dorthin, wenn es nichts anderes gibt: viel Gras und ein bisschen Nachtflughuhnweibchen B)



Nachdem wir uns von allen im Farmhaus verabschiedet haben, geht’s nach Otjiwarongo zum Einkaufen. Unterwegs haben wir Glück, eine Baustelle wird gerade aufgelöst, als wir dort ankommen.








Das Angebot im Superspar in Otjiwarongo ist wie immer großartig, nur haben wir leider einen recht kleinen Kühlschrank, in dem schon viel Fleisch für uns und auch für die Muckels lagert, so dass wir nur kleine Mengen von frischem Gemüse einkaufen, in Opuwo wird dann wieder nachgekauft (so die Theorie).

Noch ein Wort zu unserem Kühlschrank: Unser Vermieter hatte auf unsere Bitte, einen größeren bzw. zweiten einzubauen, wie folgt geantwortet:

Das Fahrzeug verfügt über ein duales Batteriesystem, wobei die Zweitbatterie den Kühlschrank und weitere Zusatzverbraucher speist und so die Starterbatterie schützt. Der Anschluss eines weiteren Kühlschrankes ist nicht vorgesehen, einerseits aus Kapazitätsgründen, auch stellt dies ein Platzproblem dar, bzw. diesen vernünftig zu befestigen. Bedenken Sie bitte auch, dass Sie zudem im tiefsten Winter unterwegs sind. Vieles läßt sich ansonsten auch gut in den Stauräumen tief im Fahrzeug und fern jeglicher Sonneneinstrahlung gut lagern.


Das trifft genau auf eine Nacht zu, nämlich die in Teufelsbach, ansonsten war es (außer noch an einem weiteren Abend) nie wirklich richtig kalt.

Mit seinem „tiefsten Winter“ hat er in mir leider keine neue Freundin gefunden :angry: – das waren genau die Worte, die ich NICHT lesen wollte vor der Abreise. Zum Glück hatte er ja nicht recht :P , allerdings konnten wir dadurch auch in den Truhen im Auto nichts lagern, was nicht warm werden durfte, da wir es oft tagsüber sehr warm bis heiß hatten und das komplette Auto bis in den letzten Winkel aufgeheizt wurde.

Aber egal, jetzt geht’s weiter zur Onjowewe Campsite, kurz vor Kamanjab (ich weiß, die Fotos sind nicht sehr aussagekräftig, vielleicht habe ich vom nächsten Morgen noch welche...).






Mir hat es dort sehr gefallen, eine schöne Dusche und nette Toiletten, warmes Wasser im Donkey, recht viele Vögelchen und auch viel Platz ringsherum. Matthias klagt am nächsten Morgen, dass er die Straße gehört hat – ich habe allerdings wie ein Murmeltier geschlafen und fand es überhaupt nicht laut.

Auf jeden Fall können wir auch hier am Abend das Leuchten am Himmel bestaunen.



Als es richtig dunkel ist, versuche ich meine erste und letzte Sternenaufnahme des Urlaubs (natürlich nicht mit dem Schnickschnack der Muckels, also indirekte Beleuchtung, schöner Vordergrund usw. – sondern ich lege meine Kamera auf meine Fleecejacke, so dass sie nach oben kuckt und schau mal, was dabei rauskommt :silly: ). Zum Glück gibt es so viele Sterne, dass sie immerhin einige davon erwischt B) !



Danach ziehen wir uns zu unseren unterschiedlich wahrgenommenen :whistle: Nachtruhen zurück.

Morgen haben wir nur eine kurze Fahrt nach Opuwo vor uns, wo wir uns dann mit Ruth und Uwe für unsere weitere gemeinsame Tour treffen werden.

Und ich wünsche euch jetzt einen schönen Abend, hier weht ein laues Lüftchen und es ist Zeit für einen G&T auf der Terrasse :) !

Bele
Letzte Änderung: 06 Aug 2022 08:29 von Champagner.
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07 Aug 2022 09:18 #648695
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16. Juli 2022: Von der Onjowewe Campsite zur Opuwo Lodge Campsite

Heute gehen wir es gemütlich an, da wir keine so weite Fahrt vor uns haben. Kilometermäßig zwar schon, aber alles einfach zu fahren.
Hier noch zwei Bilder von der Campsite, das erste vom Pool aus gemacht, den wir wohl benutzen dürften. So wie ich es verstanden habe, ist das alles unsere Campsite, wir sehen außer mal einen Angestellten, niemanden.





Im Gegensatz zu unseren nächsten Campsites gibt es hier einige Vögelchen. Neu für mich sind die hübschen White-tailed Shrikes, die überhaupt nicht scheu sind und in großen Mengen hier herumhüpfen.




Auch wenn es teilweise nur Beweisfotos sind (Grüßle an Uwe B) ), sehe ich noch Barecheeked Babbler,



African Red-eyed Bulbuls,





Redbilled Quelea,



Laughing Dove (ich glaube zumindest, dass es eine ist),



Damara Red-billed Hornbill,



Southern Yellow-billed Hornbill,



ein Pririt-Batis-Weibchen, sofern man das ohne Kopf überhaupt richtig erkennen kann



und dann noch diese gelbbraunen Piepmätze, wo ich jetzt zu faul bin um zu überlegen, ob das Quelea-Mädels sind oder irgendwelche andere Weberfrauen oder so…. Das kann ja vielleicht Matthias beantworten :dry: ;) .







Danach geht’s dann ab Richtung Opuwo, zuerst auf der C40 bis Kamanjab, dann auf der C35 entlang des Vetfences und Etosha bis zum Vetgate.





Für Etosha bleibt mal wieder keine Zeit und meine Fotodokumentation ist entsprechend spärlich und unscharf schnell aus dem fahrenden Auto geknipst :laugh:



– aber von Etosha gibt es ja in einigen anderen Berichten viele, viele schöne Bilder! Schaut einfach da mal rein, da seht Ihr auch große Tiere im Gegensatz zu hier … :)


Bei Omakanga biegen wir links ab auf die C41 und sind dann auch bald in Opuwo.



Die Opuwo Country Lodge finden wir dieses Mal auf Anhieb und checken schnell ein. Wir bekommen Campsite 5 zugeteilt, wenn uns die nicht gefällt, sollen wir die 6 nehmen – (bevor jetzt Matthias wieder eingreifen muss: vielleicht war es auch die 6 und die 7, ich weiß es nicht mehr genau und ist ja auch wurscht) oder irgendeine, die uns gefällt :blink: - es wäre wenig Betrieb.

Bei der Zufahrt zur Campsite sehen wir rege Bautätigkeiten linkerhand (leider kein Foto), also quasi auf und neben dem Grat des Hügels. Es werden kleine Häuser gebaut, das hat aber meines Erachtens nichts mit der Lodge und nichts mit der Campsite zu tun. Irgendwo im Forum wurde mal geschrieben, dass es Umbauten an der Lodge und/oder Campsite gäbe, aber dem ist nicht so. Beide sehen unverändert aus – nur diese Neubausiedlung ist im Entstehen.

Auf dem Platz mit den Campsites fällt uns dann tatsächlich die Wahl schwer – wir nehmen schlussendlich diejenige, die auch der Ziege gut gefällt, da macht man sicher nichts falsch, die kennt sich hier bestimmt aus B) .



Wie man sieht, ist es wirklich lotterleer und am Ende des Tages stehen nur etwa 5 Fahrzeuge (die Muckels und wir mitgezählt) herum. Das ist mal ein ganz anderes Feeling, ich kenne die Campsite nur rummelig voll. Was sich aber bezüglich „rummelig“ nicht geändert hat: wir sind mal wieder an einem Wochenende hier und dürfen nachts die Partys unten im Ort akustisch miterleben :woohoo: . Wären wir nicht solche Langeweiler und Spaßbremsen, dann wären wir runter in eine Bar gefahren und hätten live mitgefeiert, wie das andere Fomis ja gerne machen… wobei wir morgen früh raus und Strecke machen müssen, was uns auch noch davon abhält :whistle: .

Aber STOPP :ohmy: , soweit sind wir noch nicht, die Muckels sind ja noch gar nicht angekommen. Matthias begibt sich zum Surfen in die Lodge (die Jahre davor fand er es ja immer sehr doof, wenn Ruth, Uwe und ich hier an unseren Smartphones hingen, nun ist er selber Besitzer eines solchen Teils mit den entsprechenden Folgen :P ) und ich hechle mit der Kamera einem wunderschönen, riesigen Falter nach, den ich schon eine ganz Weile so nebenher beobachtet habe.

Recht schnell habe ich Glück und kann ein paar Fotos von ihm ergattern. Ist der nicht hübsch? Er nennt sich Erdbeerbaumfalter! Eine meiner schönsten Sichtungen auf der Reise (es gab eh kaum welche :P ) und deshalb bekommt er 4 Fotos :) .









Nun bin ich zufrieden und begebe mich auch zur Lodge, wo dann auch irgendwann Ruth und Uwe eintreffen. Wir freuen uns über das Wiedersehen, machen ein kurzes Update über unsere jeweiligen bisherigen Erlebnisse (da punkten natürlich die Muckels, die ja schon eine Weile unterwegs sind) und etablieren uns alle endgültig auf der Campsite.

Schnell noch ein bisschen Aufhübschen und schon geht‘s zum Dinner, welches inzwischen A-la-carte und nicht mehr als Buffet angeboten wird (ich hatte die Karte schon vorab an die anderen geschickt, nachdem ich das von der Lodge erfahren hatte – eine gute Übung für Büsnau, dachte ich). Wir speisen vorzüglich, abgesehen von Matthias, dessen Essen wohl lauwarm ist.

Meine vegetarische Linsenlasagne ist aber der Hammer und bestens gesättigt genieße ich auch hier die inzwischen schon übliche Beleuchtung, die ca. 20 Minuten nach Sonnenuntergang plötzlich „eingeschaltet“ wird.






Die Nacht ist wie schon erwähnt mal wieder suboptimal, wir fühlen uns aber immerhin gut bewacht von einem Securityman, der sein Lager bei den Ablutions aufgeschlagen hat.

Morgen geht’s dann richtig los mit der Rumpelei – und ich werde meinen geliebten Hoarusib wiedersehen!
Letzte Änderung: 07 Aug 2022 09:38 von Champagner.
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09 Aug 2022 08:23 #648850
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17.07.2022: "Das Orakel Ruth spricht" :woohoo: (oder: von Opuwo zur Marble Campsite) TEIL 1

Die Nacht war wie gesagt eine der schlechteren :pinch: , die schlaflosen Stunden mit Musikbegleitung haben sich ziemlich gezogen :whistle: (nicht nur Strecken können das).

Aber irgendwann ist die Quälerei vorbei, vermutlich döse ich noch ein bisschen und dann ist auch schon Morgen! Heute wartet eine zähe Strecke auf uns, das war uns schon im Vorfeld klar. Angeregt durch die Diskussion im entsprechenden Thread habe ich mit Uwe darüber geredet, ob wir auch diesen Shortcut nach Norden zur D3703 fahren wollen (rot eingekreist), statt unsere Autos im Khumib (bzw. in seinem Zufluss, keine Ahnung, ob das Stück, das die D3707 quert, schon Khumib heißt) umzukippen.




Im Prinzip ist so der Plan, aber das Hauptproblem stellt die Gesamtstrecke dar, da wir nicht richtig abschätzen konnten, wie gut oder schlecht sie aktuell ist.

Gefahren sind wir sie schon einmal teilweise in umgekehrter Richtung und zwar 2017, als wir aus dem Oberen Hoarusib herauskamen.

Heute steht auch noch der Einkauf der Frischwaren (ha :laugh: ha :laugh: ha :laugh: ) und Tanken an, bevor wir dann wirklich Strecke machen können. Ca. 8.30 Uhr stürmen Ruth, Uwe und ich den Spar in Opuwo, während Matthias die Autos bewacht – und machen ziemlich schnell lange Gesichter :dry: : die Gemüseauswahl ist mehr als bescheiden. Was gab es nicht alles in Otjiwarongo – hier ergattere ich gerade noch einen Brokkoli (dabei hatten wir uns so sehr auf Blumenkohl gefreut) und das war’s auch schon so ziemlich. Zum Glück hatte ich intuitiv beim ersten Einkauf in Windhoek oder beim zweiten in Otjiwarongo eine große Menge roter Paprika und eine Tüte Karotten erworben, und diese hielten erstaunlicherweise auch die ganze Reise über (auch wenn die Möhren optisch am Ende nicht mehr der Brüller waren, geschält haben sie aber wunderbar geschmeckt). Crème fraîche aus der Kühltheke :S wandert auch noch jeweils in den Einkaufswagen von Ruth und mir, und dann vor allem Wasser, viel Wasser!

Achja, wenn wir gerade bei „Lebensmittel frisch halten“ sind: ich muss unserem Kühlschrank, so klein er auch war, ein großes Lob aussprechen, er hat nie gezickt und immer sehr, sehr gut gekühlt (nachts musste ich ihn allerdings etwas auf höhere Temperaturen regulieren, weil er ziemlich gebrummt hat während des aktiven Kühlens). Natürlich war sein Platz mehr als ungünstig in der hinteren (Schlaf)kabine, man musste das ganze Schlössergeraffel öffnen, wenn man an ihn dran wollte, d.h. beide Schließmechanismen des Reserverads öffnen, das Vorhängeschloss der Tür öffnen und die Leiter auf beiden Seiten entriegeln, runterklappen und dann noch die Tür hochklappen. Wenn man bis dahin noch nicht staubig war, dann spätestens jetzt :pinch: . Aber ansonsten gab’s nichts zu meckern!

Zurück nach Opuwo: noch schnell tanken und um 9.05 Uhr verlassen wir den Ort in Richtung Kaoko Otavi.




Hier ein paar Streckenimpressionen, teilweise durch die Scheiben aus dem fahrenden Auto heraus, daher sind die Farben manchmal etwas komisch. Zwischendurch reduzieren wir den Reifendruck, weil wir in absehbarer Zeit nicht mehr auf Teer unterwegs sein werden, mal ist die Pad richtig gut geschoben, mal gibt es viel Bulldust, ab und zu fahren wir im Flussbett, schöne Aussichten und einen einsamen Springbock gibt es auch.























Schon sehr früh machen wir unser Picknick, ich glaube, weil wir nicht wirklich gefrühstückt haben.
Dazu finden wir ein lauschiges Plätzchen im Hoarusib, bzw. in einem seiner Zuflüsse (auch hier: keine Ahnung, ob die auch schon Hoarusib heißen, oder ob das erst der Fall ist wenn die beiden Hauptarme – wir sind am südlichen unterwegs – zusammenfließen). Und Uwe, wenn ich mal wieder falsch auf der Karte unterwegs bin, dann korrigiere mich bitte gerne - ich schreib das nur so aus der Erinnerung, den aufgezeichneten Track hast du :) !






Sei’s wie’s will: der Platz ist sehr hübsch und ich erkunde ein bisschen das Flussbett, in dem man sehen kann, dass hier vor ein paar Monaten noch Wasser gelaufen ist, teilweise wohl mit großen Kräften.















Als ich wieder zurückgehe, schaut mich plötzlich diese Kreatur an :woohoo:





Sie lebt hier an der Uferböschung.




Wie war das? Hatten wir es nicht erst kürzlich im Zusammenhang mit dem Hunga Tonga-Hunga Ha’apai von Edvard Munchs „Der Schrei“ :unsure: ? Ein ähnliches Phänomen ereignete sich nach dem Ausbruch des Vulkans Krakatau im Jahr 1883, als brennende Sonnenuntergänge auf der ganzen Welt zu sehen waren: Es wird sogar angenommen, dass der intensiv rote Hintergrund in dem berühmten Gemälde von Edvard Munch „Der Schrei“ daher rührt.

Das kann doch kein Zufall sein, oder :ohmy: ?

Um 12 Uhr sind wir schon wieder unterwegs, die Landschaft, durch die wir fahren, finde ich sehr beeindruckend und gefällt mir ausnehmend gut! :kiss:



















Bis wir für unsere OHOA-Gedächtnisminute anhalten können, brauchen wir noch mehr als eine Stunde.





Etwas weiter östlich, aber ohne eine Stelle, wo wir heute gut hätten anhalten können und einen schönen Ausblick gehabt hätten, sind wir 2017 nach 2 Tagen im Oberen Hoarusib wieder auf die D3707 getroffen.





Hier geht's dann im Teil 2 weiter, ich muss los (im echten Leben ;) )!
LG Bele
Letzte Änderung: 10 Aug 2022 20:48 von Champagner.
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  • Champagner am 03 Aug 2022 19:05
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Und schon geht es weiter hier - der Bericht soll sich ja nicht so ziehen wie teilweise unsere Strecken :P .

17.07.2022: "Das Orakel Ruth spricht" :woohoo: (oder: von Opuwo zur Marble Campsite) TEIL 2

Ist das nicht ein gigantischer schöner Anblick? :kiss:





Ich weiß, meine drei anderen lächeln immer ein bisschen über meine Begeisterung für den Hoarusib (und dann habe ich mich in diesem Urlaub auch noch in einen anderen Fluss verliebt :blush: !), aber er übt seit unserem wilden Ritt durch einen Teil seines Oberlaufes 2017 eine starke Faszination auf mich aus. Vermutlich werde ich mal tief in die Tasche greifen müssen, um auch mal seine Mündung zu erleben (ich sag nur Shipwrecklodge oder irgendeine geführte Tour….). Und meine Söhne können froh sein, dass sie vor meinen Afrikareisen auf die Welt gekommen sind, sonst würden sie vermutlich Hoarusib und Okavango heißen :P .

Von dort hinten rechts sind wir damals 2017 gekommen, und hatten zu diesem Zeitpunkt ein bisschen genug vom OHOA B)



Heute könnte ich hier ewig bleiben :) – aber wir merken jetzt schon, dass sich unsere Strecke ein bisschen zieht :whistle: – irgendwie hatten wir das kürzer und/oder schneller in Erinnerung (wobei wir es damals zurück nach Opuwo auch unendlich lang empfunden haben – und wenn man auf die Karte schaut, ist es auch ein langes Stück). Genau genommen haben wir sogar schon mehr als die Hälfte unserer Strecke zurückgelegt, das Problem aber ist: bisher konnte man recht flott fahren, das wird sich nun bald ändern.
Also noch schnell ein paar Tierchen fotografieren













und dann wieder hurtig ins Auto gehüpft!

Hier überqueren wir (mal wieder) den Hoarusib, genauer gesagt den linken Zufluss, vor Okandjombo.







Danach geht es dann Richtung Nordwesten,









nun sind wir etwa hier:






Und hoffen, dass es sich bei dem Toyota-Wrack nicht um den Savanna-Landcruiser von Ruth und Uwe handelt, die vorausgefahren sind B) . Aber so aktuell wird unser Navi dann doch wieder nicht sein. Tatsächlich ist es ein völlig banales kaputtes Toyota-Bakkie, das dort herumliegt, wie in Namibia unzählig viele andere. Keine Ahnung, warum genau dieses auf dem Navi verzeichnet ist. Verbirgt sich dahinter eine besondere Geschichte?

Übrigens ist es inzwischen schon kurz vor 15 Uhr, und wir sind noch immer nicht an dem Abzweig, wo man sich zwischen Pest und Cholera entscheiden muss :blink: . Aber wir haben inzwischen ein Paar getroffen, die uns in ihrem Iveko-Wohnmobil entgegengekommen sind. Sie erzählen von 300m weggespülter Straße und 3 Stunden Bauzeit, um diesen Bereich für ihren Iveco ohne Umkippen befahrbar zu machen. Auch wenn sie meinen, dass sie nicht über die Strecke bei Sanitatas gefahren wären und die schlimme Stelle von uns aus gesehen noch vor unserem geplanten Teilstück kommen würde, ist uns - im Gegensatz zu ihnen :whistle: - ziemlich klar, wovon sie reden und wo wir uns befinden und werden dadurch in unserem Vorhaben bestärkt, diesen "Shortcut" nach oben zu fahren (und wir haben Recht, das weggespülte Stück werden wir nicht erleben).

Dieser Track nach Norden erweist sich dann als fahrtechnisch zwar nicht richtig schwierig, aber nach ein paar Kilometern kommt ein Funkspruch von Ruth: "Puh, das zieht sich aber ganz schön hier B) – wenn wir weiter mit 13 km/h fahren, kommen wir heute nicht mehr an!" Tatsächlich ist vor allem die südliche Hälfte sehr steinig, man muss mit der entsprechenden Vorsicht unzählige Minibachbetten durchqueren und kommt nie so richtig ins Rollen. Das Foto hier müsste von diesem Teilstück sein:





Gut für uns, dass wir von Süd nach Nord fahren, denn später erhöht sich unsere Geschwindigkeit doch beträchtlich, erreichen dann endlich die D3703 und können auch ein paar Tierchen fotografiern (wie gesagt Mangelware auf dieser Reise).













Um 17 Uhr rum gleiten wir sanft über die Onjuva Plains,









voller Vorfreude auf die Marble Campsite mit seiner uns wohlbekannten Ruhe und den vielen Papageien :) :kiss: .

Trotzdem kann es Ruth nicht lassen und unkt durchs Funkgerät: „Und stellt euch vor, dann kommen wir dort endlich an und ein Rotelbus steht schon da! Oder noch besser: eine Horde von Südafrikaner, wisst Ihr, so ne richtige Wagenburg :woohoo: !“. Wenn Ruth mal in Fahrt kommt mit ihren Fantasien, ist sie kaum zu bremsen.... :whistle:

Den fiktiven Rotelbus kennen wir schon von Signal Hills und anderen Locations B) . „Ja ne is klar, Ruth, deshalb haben wir ja nicht mal reserviert, weil dort immer so viel Betrieb ist… B) !“

Zwei Ludwigstrappen „nehme wir noch mit“






und kurze Zeit später rollen wir von oben her aufs Camp zu. Unsere Augen werden immer größer :blink: , unsere Blicke entsetzter :woohoo: : Campsite 1 vorne, also vor den Ablutions, ist schon mal mit mehreren Fahrzeugen besetzt. Auf Campsite 2 nach bzw. links der Ablutions steht niemand – aber: es sind diverse Wäscheleinen mit einer sehr breit angelegten Auswahl von BHs und sonstiger Unterwäsche in allen Formen, Farben und Größen zwischen den Bäumen aufgehängt :sick: , auf dem Boden sind mit unzähligen Steinen irgendwelche Spielfelder ausgelegt und die restlichen Campsites sind von 5 Fahrzeugen inklusive Anhängern besetzt, eine Kleinstadt von Zelten ist aufgebaut und 21 Südafrikaner*innen wuseln dort herum :evil: .

Leider habe ich in der Schockstarre vergessen, Fotos zu machen und habe auch später nie drangedacht. Ich hoffe, die Muckels können - spätestens in ihrem eigenen Bericht - aushelfen.

Wir reiben uns die Augen, träumen wir das nur oder hat das Orakel Ruth die Wahrheit gesprochen :ohmy: :huh: :unsure: :dry: ?

Ab sofort bekommt sie Redeverbot, was sämtliche Ausblicke in die Zukunft betrifft ("Stellt euch vor, wir bekommen mitten auf so einem steinigen Pass einen Platten...", "Stellt euch vor, wir graben uns beide im Sand ein und kommen nicht mehr raus...!", "Stellt euch vor….“ Psssst Ruth, sowas darfst du in Zukunft nur noch denken…. :pinch:


Da stehen wir nun und schauen uns ratlos an und um. Schnell löst aber der Tarecaker (ja, ich weiß, wie man das richtig schreibt, aber das war auch mal ein Versprecher auf einer früheren Tour und seitdem kann ich das nicht mehr anders schreiben) das Problem: wir können die Campsite 2 bekommen und die Südafrikaner werden aufgefordert, sie zu räumen.

Ein emsiges Treiben beginnt, BHs verschwinden, Steine werden zur Seite geräumt und dann können wir uns einrichten. Kurz spielen wir mit dem Gedanken, unsere Campsite irgendwie abzuriegeln, Uwe denkt über einen Stolperdraht auf Kniehöhe nach :evil: , da die SA-Truppe natürlich auf dem Weg zu den Ablutions auch weiterhin „ihre“ = „nun unsere“ Campsite als Abkürzung benutzt, aber wir können uns dank der guten Erziehung unserer Eltern gerade so beherrschen :whistle: und sind einfach froh, dass wir beim Abendessen nicht auf südafrikanische Unterwäsche blicken müssen.

Die Toilettensituation dort – man muss an einer offenen Toilette mit vollem Einblick vorbei zur zweiten Toilette gehen – trägt bei einer solchen Menschenmasse natürlich nicht zur Entspannung bei. Genau so wenig die Tatsache, dass eins der Mädels von nebenan zu uns kommt und uns schonend darauf vorbereitet, dass sie nachher noch für ein Feuer zum Sonnenuntergang ins Flussbett fahren werden und anschließend, so quasi als Finale furioso :huh: noch irgendein Tanz aufgeführt werden würde (der aber nur ca. 30 Minuten dauert). Ob das okay für uns wäre…. Das ist natürlich eine rein rhetorische Frage und wir stimmen notgedrungen zu (s.o. gute Erziehung und so)….

Diese Information wird noch mehrfach modifiziert, ich höre schon gar nicht mehr richtig zu, außerdem versteht man sein eigenes Wort eh kaum, da unser direkter Campnachbar den Motor seines Wagens seit einer Weile laufen lässt. Ruth fragt nach, ob das nötig sei. Ja, die Batterie muss geladen werden. Ooookeeee, das verstehen wir natürlich ….

.... NICHT! :evil:

Muss ich erwähnen, dass die Papageien es vorgezogen haben, den Nachmittag/Abend an einem anderen Ort zu verbringen :unsure: ?

Wir verziehen uns auch für eine Weile, hoch zum House on the hill, um wenigstens den Sonnenuntergang einigermaßen in Ruhe zu erleben. (Das spätere Himmelsglühen verpasse ich dieses Mal, oder gab es keines? Ich weiß nicht mehr….).







Später kochen und essen wir unten an unserem Platz und schauen nebenher südafrikanisches Bush-TV. Auch wenn ich bis heute nicht verstanden habe, was Sinn und Zweck der Übung war – aber was da im Flussbett an Autoverkehr abgeht, ist unglaublich. Das Ganze zieht sich (ja, auch das zog sich...) lange in die nächtliche Dunkelheit hinein, immer wieder geistern Fahrzeugscheinwerfer durch den Busch, auch kommen noch irgendwelche späte neue Camper an, die Angestellten des Camps haben auch noch irgendwas dort im Sand zu erledigen – langweilig wird einem hier nicht :silly: . Dann verlagert sich das Geschehen auf die Campsites nebenan, endlich beginnt die Party :laugh: :pinch: !

Wir verziehen uns irgendwann frustriert in unsere Betten und lauschen dort den fröhlichen Trinkspielen unserer südafrikanischen Nachbarn. Gute Nacht! :S
Letzte Änderung: 10 Aug 2022 19:19 von Champagner.
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