Dreckig ist relativ - 18 Tage Camping in Namibia

58 Antworten · 23,3k Aufrufe · gestartet 16. Aug. 2011 von Dreamer
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Themenstarter130 Beiträge · seit 201116. Aug. 2011 · #1
Hallo ihr Lieben,

hier jetzt also unser Reisebericht. Besonders am ersten Tag ist (leider) so viel passiert, dass der Text ein wenig lang geworden ist...😊

Wir, das ist Peter, 28, Lehramtsreferendar und ich, Cordula, 30, Buchhändlerin, beide absolute Afrika-Frischlinge haben uns am 24.7.2011 auf den Weg nach Namibia gemacht.

Flüge waren gebucht:
Hinflug am 24.7. / 25.7.
DUS – MUC Lufthansa (LH)
MUC – JNB South African Airlines (SAA)
JNB – WDH SAA

Rückflug am 11.8. / 12.8.
WDH – JNB SAA
JNB – MUC SAA
MUC – DUS AirBerlin

Fazit: Beim nächsten Mal 1. möglichst nicht über München!!! und 2. direkter!!!

Auto war gebucht bei
Nambozi (Frank)
4x4 Toyota Hillux Turbodiesel mit Dachzelt, 2 Ersatzreifen, 2 Kompressoren, Ersatzkeilriemen usw. und kompletter Campingausrüstung (wir waren begeistert, da wir normaler weise nur mit eigener Minimal-Ausrüstung reisen; hatten quasi eine Luxuscampingküche dabei J )
Fazit: Alle Probleme (siehe Reisebericht) wurden unkompliziert geklärt. Die Ausstattung war klasse. Wir werden wieder bei Frank buchen!!!

Der Urlaub begann mit einem um 20 Minuten verspäteten Abflug aus Düsseldorf, worüber der Pilot so sauer zu sein schien, dass wir trotzdem fast pünktlich in Müchen gelandet sind. Wir hatten es ein wenig eilig, da wir noch unsere Bordkarten für den Anschlussflug von Johannesburg nach Windhoek brauchten (das Gepäck war zum Glück bis Windhoek durchgecheckt worden!), denn dort sollte die Umsteigezeit nur ca. 1 ¼ Stunde betragen. Hat aber alles geklappt und so konnte wir die 10,5 Stunden im Flieger entspannen.
In Johannesburg landeten wir dann ¼ Stunde zu früh, so dass wir also doch noch relativ normal umsteigen konnten. Wobei wir uns allerdings ein wenig wunderten, dass wir noch einmal durch die Sicherheitskontrolle mussten, obwohl wir uns doch im Transit befanden!? Aber, wie ich gelesen habe, macht man das in JNB wohl so.

Gegen 11 Uhr in Windhoek gelandet, warteten wir allerdings nach der zügigen Einreise vergeblich auf unser Gepäck. 🙁 Nach den ganzen Berichten hier im Forum, hatten wir mit sowas zwar nicht rechnen wollen, aber halt müssen.
Also füllten wir die Formulare aus und klärten mit den Mitarbeitern dort, dass wir die Taschen, die mit der nächsten Maschine kommen sollten, am Nachmittag abholen würden.
Unser Autovermieter war ,wie verabredet, nach kurzem Anruf innerhalb einer halben Stunde da, um uns abzuholen. Die Zwischenzeit verbrachten wir mit Geldwechseln und –verstauen und im MTC Laden.
Mit Frank fuhren wir zu seinem Büro und bekamen auf der Fahrt schon mal eine kleine Einweisung in Land und Leute. Seine Geschichten über zu schnelles Autofahren, nicht greifende Versicherungen und die Kriminalität hierzulande schüchtern uns irgendwie etwas ein, so dass wir nach der Autoübergabe mit „übergeschärften“ Sinnen zur Tankstelle und zum Supermarkt fuhren.😕
Peter braucht ein wenig, um sich an das große Auto zu gewöhnen. Hat es aber schnell raus und nach ein paar Mal lustigem „Scheibenwischerwinken“ klappt auch das Linksfahren ohne Probleme.
Nach der ersten Berührung mit hiesigen Trinkgeldregeln (Tanken, Parkwächter) fahren wir zum Flughafen zurück, um unser Gepäck abzuholen.
Um ca. 16:30 Uhr können wir uns dann also endlich mit Taschen und allem drum und dran auf den Weg zu unserer ersten Unterkunft, der Monteiro Farm, machen und sehen auf der Fahrt unseren ersten Pavian.
Durch den Berufsverkehr dauert die Fahrt länger als erwartet und wir kommen mit den letzten Sonnenstrahlen auf der Farm an. Das war eigentlich genau das, was ich verhindern wollte, als ich den Urlaub geplant habe, denn aus der Vergangenheit wissen wir, dass im Dunkeln ankommen irgendwie immer schlecht ist beim Campen.
Ziemlich fertig und todmüde bauen wir das erste Mal unser Dachzelt auf. Und siehe da, der Reißverschluss des Mückennetzes an der „Eingangstür“ ist total kaputt. 😠 Peter schaut sich den Schaden an und ärgert sich, dass er nicht, wie eigentlich vorgenommen, darauf bestanden hat, das Zelt bei Nambozi aufzubauen. (Wir hatten uns in Anbetracht der noch anstehenden Gepäcktour auf „das kann ich hier nicht aufbauen wegen des Carportdaches, ist aber einfach aufzubauen und wird vor jeder Reise kontrolliert“ verlassen.)
Wir behelfen uns indem wir nur eine Hälfte (die noch einigermaßen mit viel Fingerspitzengefühl funktioniert) benutzen und beschließen, die Angelegenheit morgen zu klären.
Zum Abend gibt es schnell ein paar Brötchen, die wir uns im Auto schmieren, da es plötzlich sehr kalt wird.
Dann gehen wir schlafen und haben es tatsächlich geschafft an unserem ersten Urlaubstag nicht ein einziges Foto zu schießen.

Campingplatzbewertung:

Monteiro Self-Catering & Camping
schöne Plätze mit elektr. Licht und Dach
saubere Sanitäranlagen
nah an der Straße
Fazit: Guter Campingplatz für die erste Nacht in Namibia!

Strecke: 106 km
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/200839-dreckig-ist-relativ-18-tage-camping-in-namibia.html
zuletzt bearbeitet 10. Sept. 2011
150 Beiträge · seit 200716. Aug. 2011 · #2
Sehr fein, ein neuer Bericht! Bin gespannt und freu mich schon wenn es weiter geht. Wir sind ab 2.9. für 4 Wochen in Namibia und Botswana unterwegs und haben auch bei Frank gebucht 😉

LG Mario
32 Beiträge · seit 200916. Aug. 2011 · #3
Hallo auch hier nochmal,
ich bin natürlich auch dabei. WIr sind ja auch Frischlinge und wollen ebenfalls campen. Da gibts bestimmt einige Tipps von euch!

Blöd mit dem kaputten Zelt, ich hoffe, ihr konntet das recht schnell klären!

Bin schon gespannt, was ihr erlebt!

Annika
47 Beiträge · seit 201117. Aug. 2011 · #4
Hallo,

das Problem mit dem defekten Reissverschluß am Moskitonetz hatten wir auch (ASCO Car Hire), ist wahrscheinlich eine Schwachstelle der Zelte.

Uns hat es nicht gestört (wir haben es auch erst 265km entfernt von Windhoek bemerkt), denn im Winter gab es wegen der Kälte auch keine Stechmücken.

Bin gespannt darauf, wie es bei Euch weitergeht.

Wolfgang
911 Beiträge · seit 200717. Aug. 2011 · #5
Hallo,

auch wir hatten vor wenigen Wochen mit den Reißverschlüssen des Dachzelts zu kämpfen, einer am Moskitonetzt ging dann auch ganz kaputt.

Hierzu ein Tip: Die Reißverschlüsse mit Silikonspray schmieren (wenn man das rechtzeitig besorgen konnte 😐 ), ersatzweise - und das hat man wohl immer dabei - mit einem Stück Seife 🤩 .
Sie laufen dann wesentlich besser, was in der Regel auch hilft, dass sie nicht aufplatzen.

Ansonsten: Dreamer, ich warte gerne auf die Fortsetzung....

Grüße
Helgi
Reisebericht 2012: 8 Löwen und ein Oryx
375 Beiträge · seit 201017. Aug. 2011 · #6
Hallo heuchef,

ziemlich viel Aufregung für den ersten Tag. Vor allem wenn man wegen der Taschen noch mal zum Flughafen muss.

Schmunzeln müsste ich über die "übergeschärften Sinne", die hat wohl jeder nach eier Einweisung durch Frank.;)
Ist aber gar nicht sooo verkehrt.

Bin gespannt, wie es weitergeht.

LG,
BriZA
Themenstarter130 Beiträge · seit 201117. Aug. 2011 · #7
Hallo,
das ist ja schön, dass so viele Anteil nehmen an unserer Reise 😄
Der "Seifentrick" war schon ziemlich häufig an sämtlichen Reißverschlüssen des Zeltes ausprobiert worden. Das ist nunmal die empfindlichste Stelle am Zelt. In unserem Fall war der so hinüber, dass sich der "Reiter" ab der Mitte gar nicht mehr ziehen ließ, die "Bahn" aber aufklaffte. Naja, die andere Hälfte tats ja noch.

@ BriZa: Ja, wir fanden es im Nachhinein auch gut, dass er uns so eingewiesen hat. Lieber zu vorsichtig, als nachher das Nachsehen zu haben.
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/200839-dreckig-ist-relativ-18-tage-camping-in-namibia.html
Themenstarter130 Beiträge · seit 201117. Aug. 2011 · #8
So weiter gehts:

Dienstag, 26.07.2011

Wir wachen mehrfach in der Nacht auf und ziehen uns immer mehr an. Trotz unserer wirklich schon kälteerprobten Schlafsäcke, Jogginganzug, Mütze, Schal, Fleecejacke und dicken Socken frieren wir. Bei den ersten Sonnenstrahlen trauen wir uns soweit aus den wärmenden Federn, dass wir einen Blick auf unser Zeltthermometer werfen können: -5° C!!! 🤩 Also werden es wohl draußen so um die –10°C sein. Brrrr!
Trotzdem schälen wir uns raus, ziehen alles übereinander an, was greifbar ist und versuchen, unser gestriges Chaos zu ordnen.
Peter ruft Frank an und erzählt ihm vom kaputten Reißverschluss. Dieser bietet uns an, das Zelt zu tauschen, was uns noch weiter von unserer Tagesplanung entfernen würde, als alles andere. Also lassen wir uns ein paar Tipps geben (Seife, Silikonspray) wie wir das Zelt vernünftig weiter nutzen können und behelfen uns erstmal damit, die kaputte Hälfte mit Gaffertape (das wir dank der Tipps im Forum mit hatten) behelfsmäßig mückendicht zu machen.
Danach wird auf einem der beiden (!) Brenner Kaffee gekocht und es gibt Frühstück! Die Sonne sorgt dafür, dass langsam das Bibbern aufhört. Endlich nehmen wir die wundervolle Umgebung wahr und fangen an, den Urlaub zu genießen.
Mit gefülltem Magen und aufgetanktem Koffeinhaushalt ziehen wir das Programm durch, was eigentlich für gestern Nachmittag geplant war: „unseren Hilux“ so sortieren, dass man an die wichtigen Sachen schnell und unkompliziert dran kommt, aber die Doublecab nicht so aussieht, als wäre der ganze Wagen voll gepackt. Zum Glück hat Peter immer viel Tetris gespielt.;)
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http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/200839-dreckig-ist-relativ-18-tage-camping-in-namibia.html
zuletzt bearbeitet 17. Aug. 2011
Themenstarter130 Beiträge · seit 201117. Aug. 2011 · #9
Später als geplant machen wir uns auf den Weg Richtung Brukkaroskrater.
Schnell wird uns klar, dass wir die Strecke nie im Leben heute packen können.😮 Wir haben einfach zu lange rumgetrödelt bzw. zu lange gebraucht, um aufzutauen und uns zu sortieren. Naja, schließlich sind wir ja im Urlaub.
Doch was ist dann mit der restlichen Route? Nicht zum Brukkaros zu kommen, bedeutet, die Strecke morgen bis zu den Tirasbergen ist 1. recht lang und 2. ein Umweg. Kurz und gut entscheiden wir, auf Koiimasis anzurufen und die Reservierung zu stornieren und in Hauchabfontein für morgen noch eine Nacht dazu zu buchen. Die eigentlich für Brukkaros geplante Nacht wollen wir in Mariental, vielleicht sogar am Hardap Dam, verbringen. Bevor wir jedoch die nötigen Anrufe tätigen können, brauchen wir erst noch neues Guthaben für die MTC Karte.
Nach einigen Pavianen, vielen Pick-Ups mit menschlicher Ladung (wahnsinn, dass hier nicht mehr passiert!) und einer guten Straße, die es uns einfacher macht, uns an das Land ein wenig zu gewöhnen, kommen wir nach ca. 3 Stunden in Mariental an.
Es ist ca. 14 Uhr und auf der Straße ist viel Leben. Irgendwie fühlen wir uns hier nicht wirklich wohl und Peter möchte nirgendwo das Auto lassen. Die Abfahrt zum Hardap Dam haben wir anscheinend verpasst und so wollen wir bei „River Chalets“, die bei uns in beiden Reiseführern nur mit Lodges drin stehen, nach einer Campingmöglichkeit in der Nähe fragen und erfahren, dass sie selbst Plätze anbieten.
Beim Sparladen kaufen wir die in Windhoek vergessenen Lebensmittel (irgendwie schaffen wir es trotz Einkaufszettel nie, an alles zu denken). Die nette Besitzerin des Geschäfts ist uns beim Kauf des Aufladevouchers behilflich und nachdem ich auch noch leckeres Bier und Gin aus dem Bottlestore erworben habe, können wir endlich unsere Telefonate führen.
Bei „River Chalets“ sind wir die einzigen Camper. Uns kommt zum ersten Mal der Gedanke, dass Vorbuchen nicht unbedingt nötig zu sein scheint.
Auf dem scheinbar neu angelegten, eher trostlosen Campingplatz bereiten wir unser erstes Braai zu: Game-Boereworst mit Gem Squash, Kartoffeln und Salat.
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Bald gesellt sich der Farmhund zu uns und versucht zu betteln. Dann besinnt er sich jedoch eines Besseren und versucht einen bettelnden Menschen am Zaun zu vertreiben. Nach ein paar Minuten Gebelle hat er es geschafft.
Auch an diesem Abend ist es wieder, sobald die Sonne weg ist, schw…kalt.
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Campingplatzbewertung:
River Chalets
saubere Sanitäranlage
etwas trostloser Platz
Fazit: als Durchreiseplatz akzeptabel!

Strecke: ca. 250 km
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/200839-dreckig-ist-relativ-18-tage-camping-in-namibia.html
zuletzt bearbeitet 17. Aug. 2011
80 Beiträge · seit 201017. Aug. 2011 · #10
Hi Dreamer,

fängt ja gut an-- Gepäck nicht da, Kälte, Route ändern...Hoffentlich hattet ihr trotzdem einen schönen Urlaub!
Auch wir sind Camper, hatten aber außer der Temperaturen bisher noch keine Probleme.Zum Glück! Monteiro ist sehr schön, aber auch sehr kalt ( war es auchim Juni vor 2 Jahren ).
Schade, dass ihr nicht am Brukkaros-Krater campen konntet- ist ein Erlebnis für sich...
Bin gespannt, wie es weiter geht!

😁
Ralf
82 Beiträge · seit 201117. Aug. 2011 · #12
Hallo Dreamer

Ohje...den Anfang eurer Reise habt ihr euch wohl auch anders vorgestellt.
Auch wir haben gefroren...schon verrückt, hier käme es uns nie in den Sinn bei Minustemperaturen zu Campen. Aber wenn man jetzt zurück denkt war es auch nur eines von vielen Erlebnissen und zum Glück haben wir überlebt;)

Freue mich auf die Fortsetzung!
Gruss
Themenstarter130 Beiträge · seit 201121. Aug. 2011 · #13
Mittwoch, 27.07.2011

Wir wachen mit Sonnenaufgang nach einer zweiten trotz zusätzlicher Decken durchfrorenen Nacht auf und wärmen uns ein wenig an der noch übrigen Glut auf. Nach einem guten Frühstück (in Namibia gibt’s wahnsinnig leckere Müslisorten) und reichlich frischem Kaffee packen wir zusammen, verabschieden uns vom Farmhund und brechen auf. Unsere Fahrt geht über Maltahöhe immer die C19 entlang. Heute „darf“ ich mal fahren und auch mir fällt das Linksfahren (bis aufs Blinken) nicht sonderlich schwer.
Auf der Strecke sehen wir jede Menge Paviane.
Maltahöhe ist wieder ein Städtchen, an das man sich als Europäer erst gewöhnen muss. Auch wenn wir nur durchfahren, fällt uns auf, wie einfach die Menschen hier leben. Und wie wir später noch feststellen werden, ist es so ärmlich ja dann doch nicht. Wir verbuchen die neuen Eindrücke unter „in Afrika ist alles etwas anders“. Es ist vermutlich nur eine Gewöhnungssache und für uns ein „Kulturschock“. Da merkt man erst so richtig, wie verwöhnt wir sind. Später auf der Reise und auch jetzt noch zu Hause denke ich oft, dass man von dieser Einfachheit auch mal etwas mit nach Deutschland bringen müsste.
Nach der Ortsdurchfahrt muss ich an der nächsten Polizeisperre anhalten und ein paar (vermutlich statistische?) Fragen beantworten. Dann fahren wir weiter und betrachten die sich ständig verändernde Landschaft. Schließlich ist für uns ja alles neu. Der Zarishoogtepass ist gut zu fahren und das erste landschaftliche Highlight auf der Strecke.
Um ca. 14:30 kommen wir in Hauchabfontein unserem heutigen Ziel an. Herr Förster ist zurzeit nicht da, aber seine Farmmanagerin (mit kompletter Familie) begrüßt uns freundlich. Es gefällt uns auf Anhieb in Mitten der wunderschönen Berge auf der Farm und dem Campingplatz.
Nachdem wir unseren Platz (Hoodia) in Beschlag genommen und inspiziert haben (2 Feuerstellen – eine runde zum Drumherumsitzen und eine auf Herdhöhe – frisch aufgeschichtetes Holz in beiden, dass allerdings 3,- NAD pro Tag extra kostet, wenn mans verbraucht, neben dem „Herd“ ein Waschbecken, saubere Sanitäranlagen, die man über einen schönen gesandeten und mit weißen Steinen abgesteckten Weg erreicht) und einen Happen gegessen haben, machen wir uns auf und erkunden die Umgebung. Wir möchten auf der Farm noch ein paar Fragen klären und suchen daher den Fußweg dorthin, den es unserer Meinung nach geben muss. So ist es auch. Nach ca. 15 min kommen wir dort an und werden von Sepp (Name war schon vorher aus dem Netz bekannt), dem Farmhund, begrüßt, der wohl bei unserer Ankunft woanders verweilte.
Wir buchen für den nächsten Tag eine Tour zum „geheimen“ Köcherbaumwald und fragen auch nach sonstigen Wandermöglichkeiten. Als wir den Rückweg antreten wollen, sprintet Sepp vorweg und „zeigt“ uns den Weg, wie wir meinen. Immer wieder bleibt er stehen und schaut sich um, ob wir auch wirklich kommen. Zielgenau bringt er uns zu unserem Platz, obwohl auch andere Plätze noch besetzt sind. Doch wir wollten gar nicht zurück zum Auto, sondern eigentlich zu den dort vorhandenen natürlichen „Pools“. Kaum ausgesprochen, flitzt Sepp in eine bestimmte Richtung davon. Es auf einen Versuch ankommen lassend, gehen wir ihm nach, und siehe da, auch das scheint er verstanden zu haben. Wir stehen vor dem Tsauchab und seinen dort entstanden Becken voll Wassers. Wunderschön!
Einmal kurz muss ich (es ist heute nicht so warm – ca. 20°C) wenigstens da rein  Sepp kommt natürlich mit.
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Auch als wir es uns später am Feuer bequem machen und anfangen zu grillen, weicht er uns nicht von der Seite, obwohl er nichts von unserem guten Oryx-Steak abbekommt.
Der Sonnenuntergang ist einfach himmlisch. Alle Berge erglühen und vor allem unser „heiliger Berg“ - wie wir ihn getauft haben, weil er uns an einen Berg erinnert, den Indianer sicher als solchen verehrt hätten – erstrahlt in den schönsten Farben.
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Die Grillen zirpen. Leise entzündet die Farmfamilie Windlichter, um uns und den anderen Campern (von denen man durch die Weitläufigkeit nicht viel hört) den Weg zur Toilette zu beleuchten.
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Das Feuer knackst. Wir sind endlich angekommen!
Da ist es uns auch egal, dass wir aussehen wie Schweine, weil alles, aber wirklich alles verstaubt ist im Laderaum. Egal was wir anpacken, ständig ist man wieder dreckig. Doch daran denken wir spätestens dann nicht mehr, als es richtig dunkel wird und der Sternenhimmel seine ganze Pracht enthüllt. Schweigend und staunend sitzen wir am warmen Feuer und betrachten die Milchstraße und Co. Wir sitzen einfach da und genießen.

Strecke: ca. 260 km
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/200839-dreckig-ist-relativ-18-tage-camping-in-namibia.html
324 Beiträge · seit 200921. Aug. 2011 · #14
Traumhaft - Namibia eben....
Die Strasse gleitet fort und fort, weg von der Tür, wo sie beginnt, weit überland, von Ort zu Ort. Ich folge ihr, so gut ich kann. Ihr lauf ich raschen Fusses nach, bis sie sich gross und weit verflicht mit Weg und Wagnis tausendfach. Und wohin dann? Ich weiss es nicht. J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe
5'479 Beiträge · seit 200922. Aug. 2011 · #15
Dreamer schrieb: Später auf der Reise und auch jetzt noch zu Hause denke ich oft, dass man von dieser Einfachheit auch mal etwas mit nach Deutschland bringen müsste.
Den Gedanken habe ich auch immer, wenn in Deutschland mal wieder auf hohem Niveau über Probleme gejammert wird, bei denen die Afrikaner froh wären, wenn sie sie hätten. Jede Reise nach Afrika zeigt mir, wie privilegiert wir in Deutschland leben, ohne dass es die meisten zu schätzen wissen.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
3'175 Beiträge · seit 200622. Aug. 2011 · #16
also Grafit wirkt fuer die Reissverschluesse besser, man kann das als spray bekommen oder wenn sonst nix da ist nimmt man halt den guten alten Bleistift!!
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
zuletzt bearbeitet 22. Aug. 2011
306 Beiträge · seit 200822. Aug. 2011 · #17
Hallo Dreamer,
auch ich lese mit. Wir waren im letzten Jahr auf Hauchabfontain.
Konnte gleich in Erinnerungen schwelgen. Wir fanden es dort auch sehr schön.
Habt Ihr Euch auch das selbst gebackene Brot geholt? Super lecker.
Freue mich schon auf die Fortsetzung.
Liebe Grüße Andrea
1'009 Beiträge · seit 200722. Aug. 2011 · #18
Hallo Dreamer,

wir waren 2009 auch auf Hauchabfontein und sogar auf der gleichen Campsite "Hoodia". Uns ging es ganz ähnlich bei diesem Blick auf die rotglühenden Berge und vor allem auf diesen einen Berg.
Ich bin gespannt, wie Euch der Köcherbaumwald gefallen hat.

liebe Grüße
Petra
Gott gab den Europäern die Uhr und den Afrikanern die Zeit unsere Website: SAMMY FAMILY
Themenstarter130 Beiträge · seit 201122. Aug. 2011 · #19
Donnerstag, 28.07.2011

Wir gönnen uns etwas Schlaf und lassen uns erst um 9 Uhr zur Köcherbaumtour (200,- NAD p. P.) abholen.
Als wir aus dem Zelt gucken, wundern wir uns. Überall sind Wolken! Nicht dass es gleich noch regnet? Aber nicht doch, es ist nur einfach etwas länger schw…kalt und so machen wir uns wie schon die Morgen (was ist der richtige Plural von „der Morgen“?) vorher dick vermummt unser Frühstück. Langsam blinzelt die Sonne mal durch die dicke Wolkendecke und 10 Minuten vor 9 hören wir das „gefährliche“ Knattern eines nahenden Fahrzeugs. Schade, insgeheim hofften wir nach der guten Führung von Sepp gestern, dass er unser Guide sei 😉 Es ist jedoch der Mann der Farmmanagerin mit seinem kleinen Sohn, der uns mit einem ziemlich klapprigen Pick-Up abholt. Wir räumen noch schnell die Reste vom Frühstück weg und springen hinten auf die Ladefläche, wo ein mit Stoff bezogenes Brett uns als Bank dient. Cool, mal auf echt-namibisch zu „reisen“.
Los geht’s über die Straße mitten rein ins Naukluft Gebirge.
Und genau so ist auch der Weg. Auf der einstündigen Fahrt werden wir kräftig durchgeschüttelt. Immer wieder muss man achtgeben, dass die am Rand stehenden Dornenbüsche einem nicht die Hände und das Gesicht zerkratzen. Die Landschaft wird immer schöner je weiter wir in das Tal hinein fahren. Für Peter, geologiebegeistert wie er ist, ist das einfach toll. Aber auch mir gefällt die Gegend. Leider sehen wir aufgrund des Geknatters und Getöses des Autos keine Tiere.
Nach einer ¾ Stunde Fahrt sehen wir unser Ziel auf einer Anhöhe. Hunderte Köcherbäume erheben sich vor dem Horizont.
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Oben angelangt entlässt uns unser Guide von der Ladefläche und gibt uns Zeit, so viel wir wollen, um zwischen den Bäumen herum zu laufen.
Eine bizarre Landschaft mit eigentümlichen Pflanzen. Die Steine zeugen davon, dass hier einst ein Urmeer war.
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Wir sehen unseren ersten (und auch einzigen) Skorpion,
hunderte verschiedener Vögel bevölkern den „Wald“. Auch finden wir die Losung von verschiedenen Tieren, die wir leider nicht zu Gesicht bekommen.
Nach ca. 1,5 Stunden haben wir uns ausgetobt und bekommen am Auto noch eine kleine Pflanzenführung.
Auf dem Rückweg halten wir mehrmals an um Bushman Candle, Mopanebaum und Balsamstrauch kennenzulernen. Wir dürfen uns Kraut zum Teemachen und eine Candle mitnehmen. Kurz erkunden wir noch ein Nachbartal, in dem es einen Wanderweg gibt, den wir aber nur ein Stück wandern, da unser Fahrer nach Hause möchte.
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Er zeigt uns noch einen Springbock, der von uns unentdeckt quasi neben der Straße liegt. Vielleicht haben wir einfach noch kein Auge für die Tierwelt hier und haben deshalb noch keine größeren Tiere gesichtet. Kurz vor der dem Campingplatz schrecken wir noch einen Schakal auf, der schnell Reißaus nimmt.
Wir bitten unseren Fahrer, uns mit zur Farm zu nehmen, da wir noch ein Brot kaufen möchten. Wir bestellen es bei seiner Frau für den Nachmittag und machen uns auf den Weg zu unserem Platz. Nach einem guten Mittagessen (Spaghetti mit selbstgemachter Tomatensauce – Reste als Nudelsalat für die nächsten Tage verarbeitet) und einer ausgiebigen Dusche holen wir unser Brot auf der Farm ab. Es ist noch warm, als wir in der Dämmerung wieder beim Zelt ankommen. Zufrieden beenden wir diesen schönen Tag am Lager unter dem blinkenden Sternenhimmel.
Heute schlafen wir früh, denn morgen steht Sossusvlei auf dem Programm.
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/200839-dreckig-ist-relativ-18-tage-camping-in-namibia.html
zuletzt bearbeitet 23. Aug. 2011
4'129 Beiträge · seit 200822. Aug. 2011 · #20
Hallo, Dreamer!
Die Steine zeugen davon, dass hier einst ein Urmeer war
Nee.
Hab hier mal eine gute geologische Beratung für ein sehr ähnliches Foto aus der gleichen Gegend von diesem Gestein erhalten.
Das Gestein ist Schwarzkalk, eben eine Erosionsform davon, hat dann zwar auch u.a. mit Wasser zu tun, aber eben anders...

Und vielen Dank für deinen schönen Reisebericht!

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt