THEMA: Reisebericht Desert to Delta
13 Sep 2010 17:17 #155865
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12.05.2010 (13.Tag)
Ongava Lodge - Mushara Outpost

248km

Die beiden jetzt folgenden Tage sollten ganz dem Etosha Nationalpark gewidmet sein. Heute wollten wir vor allem den westlichen Teil des öffentlich zugänglichen Bereiches erkunden.

Doch zuerst mussten wir in Okaukuejo uns registrieren und bezahlen. Danach ging es gleich weiter nach Norden zum Okondeka Wasserloch. Auf den großen Grasflächen die wir auf dem Weg dorthin durchfuhren, waren zahlreiche Zebraherden unterwegs.



Bei Okondeka war reichlich Betrieb. Alle Grasfresser, die auf den umliegenden Flächen reichlich Nahrung finden waren vertreten. Sehr verwunderlich war die sehr große Anzahl von Tieren weit draußen auf der Pfanne. Was wollen die dort?

Leider ist das Wasserloch sehr weit vom Parkplatz entfernt und das Licht war auch schon sehr hart, so dass sich keine präsentablen Fotos ergaben.

Auf dem Rückweg Richtung Okaukuejo entdeckten wir eine Fuchsmanguste direkt am Wegrand, die uns genauso interessant fand, wie wir sie.



Unser nächstes Ziel war das Wasserloch Gemsbokvlakte. Hier hatte sich eine riesige Herde Zebras zusammengefunden. Da war dann reichlich Aktion angesagt, denn obwohl es mehr als ausreichen Wasser für alle gab, versuchten viele Tiere in die Mitte des Pools zu gelangen und traten und bissen dabei heftig um sich. Ich habe bislang noch nie soviel Aggressivität bei Zebras erlebt.

Wir waren so fasziniert von dem Geschehen im Wasserloch, dass wir den Schakal, der sich bis auf wenige Meter dem Auto genähert hatte zunächst gar nicht bemerkten. Ob der hier öfters gefüttert wird?



Bei Olifantsbad hofften wir dann, dass diese Wasserstelle ihrem Namen gerecht würde, da wir hinsichtlich Elefanten in diesem Urlaub noch hinter den Erwartungen zurück lagen. Aber wir hatten Pech - es gab weder Elefanten noch andere Tiere.

Auch bei den Wasserlöchern an der Pfanne (Homob, Charitsaub, Sueda und Salvatora) war absolut Tote Hose. Dafür waren wieder in der Ferne viele Tiere weit draußen auf der Pfanne zu erkennen.

In Rietfontein gab es dann wieder die üblichen Vegetarier zu sehen, bevor wir weiter nach Halali fuhren, wo wir unter einem schattigen Baum auf der Campsite unsere Lunchpakete schlachteten. Das wurde auch gleich von einigen Mitessern bemerkt, die einem die Brotstückchen direkt aus der Hand nahmen, dann aber gleich wieder auf Ihren Baum flüchteten.



Camping auf Halali wäre nicht mein Ding. Zu staubig zu groß und zu ungemütlich, auch wenn die Sanitäranlagen einer recht guten Eindruck machten.

Auch das Wasserloch Goas bot zwar Tiere, aber keine berichtenswerten Highlights, so dass in solch einem Fall schon mal ein neugieriges Erdhörnchen in den Focus meines Interesses und meiner Kamera rücken kann.



Das Licht lud noch immer nicht zum fotografieren ein, und so beschlossen wir uns jetzt auf direktem Wege zu unserer nächsten Unterkunft zu begeben. Vielleicht haben wir ja morgen mehr Glück. Unterwegs konnten wir dann noch sehen, dass im Osten der Pfanne noch Wasser steht. Das könnte morgen interessant werden. Außerdem sahen wir noch eine Löwin im hohen Gras, was bedeutete, dass wir eigentlich nur die Ohren sahen.

So kamen wir rechtzeitig im Mushara Outpost an, so dass Kathrin noch deren Pool nutzen konnte.

Nach dem Lunch gab's dann noch sehr guten Chorgesang der Küchenmannschaft. So kann ein angenehmer Tag ausklingen.

Mushara Outpost

Die Lodge liegt nur wenige Kilometer vom Gate im eher langweiligen flachen Buschland östlich des Etosha Nationalparks, womit auch schon die einzige Schwäche dieser traumhaften Unterkunft genannt ist.

Die Unterkünfte bestehen aus einer Teakholzkonstruktion, deren Außenwände mit Canvas bespannt sind. Sehr gediegen und alles in Topzustand. Bedingt durch die schon genannte Lage im flachen Buschland gibt es leider keinen Ausblick von der Veranda und so viel der Sundowner für heute aus, was nicht heißt, dass ich auf meinen GinTonic verzichtet habe.



Das Haupthaus scheint direkt der Raffaelo-Werbung entsprungen zu sein. Vieles ist in weiß oder hellen Pastelltönen gehalten. Hier durfte sich der Innenarchitekt anscheinend nach Lust und Laune austoben. Es machte einen Riesenspaß durch den großen luftigen Raum zu schlendern und die vielen liebevollen Accessoires zu entdecken die alle perfekt zueinander passen, was sich bis in die Bekleidung des Personals fortsetzt.



Überhaupt das Personal. Unter der sorgsamen Hand von Chefin Helena hat sich hier ein Service etabliert, wie man ihn auch in deutlich teureren Unterkünften nicht besser findet. Obwohl man viel weniger Personal sieht, als in anderen Unterkünften, läuft alles ruhig, gelassen und trotzdem perfekt. Hier gilt eindeutig Klasse statt Masse. Nebenbei beweist Helena auch, dass es keineswegs immer eines weißen Vorturners bedarf, damit der Service stimmt.

1.700,-N$ pro Person/Nacht DBB
Note: 1
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21 Sep 2010 12:08 #156767
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13.05.2010 (14.Tag)
Etosha Nationalpark


Nachdem wir gestern den Westteil des Nationalparks erkundet hatten, stand heute der Ostteil auf dem Programm.

Zunächst ging es nach Norden, wobei wir die Fisher Pan im Osten umrundeten. Die Pfanne stand noch in weiten Teilen unter Wasser - ein für uns ungewohnter Anblick. Bei unseren vorherigen Besuchen im Nationalpark waren die Pfannen immer ausgetrocknet.



Wir wunderten uns sehr, dass es trotz des vielen Wassers und des saftigen Grüns in der Gegend relativ wenig Tiere zu sehen gab. Lediglich Kudus gab es etwas häufiger, darunter viele prächtige Bullen. In der Ferne zeigte sich auch einmal kurz ein Löwenkopf im hohen Gras.

Kurz bevor wir das Andoni Wasserloch erreichten, wussten wir auch, weshalb wir bislang noch keinen Elefanten in Etosha gesehen hatten. Die waren alle hier. Zeitgleich konnten wir viele Herden auf der Grasebene und im Buschland ausmachen. Überall gab es reichlich Schlamm- und Sandsuhlen, die von den Elefanten ausgiebig zur Körperpflege genutzt wurden.



So von Elefanten umzingelt, konnten und wollten wir nur sehr langsam vorankommen, und so war es schon Mittagszeit, als wir am Fort Namutoni ankamen. Was bot sich also mehr an, als die ehemalige Festung zu besichtigen und sich dann ein schönes Plätzchen zum Verzehr der Lunchpakete zu suchen.

Das Fort erstrahlte wie immer in blendendem Weiss, ich hatte aber den Eindruck, dass sich hier seit unserem letzten Besuch einiges hinsichtlich Renovierung getan hat. Alles machte einen sehr guten Eindruck.



Nach der Besichtigung machten wir unter dem mit Reet gedeckten Schattendach des Wasserlochs Lunchtime. Hin und wieder ließen sich ein Paar Impalas oder Warzenschweine blicken, ansonsten war es eher ruhig.

Danach begegneten wir dann der für mich größten Attraktion Namutonis - den fast zahmen Zebramangusten. Es war eine große Gruppe von 20-30 Tieren, die einen bis auf wenige Zentimeter an sich heranließ. Über eine Stunde verfolgte ich die Tiere mit der Kamera, ohne dass sie sich an meiner Anwesenheit störten. Die ganze Zeit war was los - nie wurde es langweilig. Solch eine Begegnung ist für mich schöner, spannender und interessanter als das übliche schlafende Löwenrudel, um das sich ein dutzend Safariwagen gruppiert hat.

Es ist aber gar nicht so einfach, auch nur halbwegs gute Nahaufnahmen der Zebramangusten zu machen. Die halten einfach nicht still und sind so wuselig, dass sie einem ständig aus dem Bild rennen und wenn das mal nicht der Fall ist, zumindest den Schärfebereich auf den die Kamera gerade fokussiert hat, verlassen.



Es fiel mir schwer, mich von den Zebramangusten loszureißen, aber vielleicht wartet ja noch ein weiteres Highlight auf uns.

Das nächste Ziel war der Loop entlang der hier noch mit Wasser gefüllten Etosha Pfanne nach Okerfontein. Doch wir hatten die C38 noch gar nicht verlassen, da glaubten wir unseren Augen nicht zu trauen. Am Straßenrand kam uns eine Leopardin mit Jungtier entgegen. Das Jungtier verschwand leider sofort im Unterholz, ehe ich auch nur zur Kamera greifen konnte. Die Leopardin blieb noch kurz auf der Straße und setzte sich dann mit dem Rücken zu uns ins Gebüsch am Straßenrand. Ich vermute, sie wollte unser Interesse auf sich ziehen, bis das Kleine in Sicherheit war.



Sehr angenehm war bei dieser Begegnung, dass wir sie ganz alleine hatten. Trotz dass sie auf der Hauptstraße stattfand war außer uns kein weiteres Auto dort. Manchmal hat es auf Vorteile, wenn man entgegen des allgemeinen Trends auch in der Mittagszeit auf Gamedrive geht. Das schlechte Fotolicht schmälert die Tiererlebnisse an sich ja in keinster Weise; man kann sie nur nicht so schön dokumentieren.

In Okerfontein war dafür überhaupt nicht los. Auch Kalkheuwel verließen wir nach kurzer Zeit wieder.

Dafür boten Chudop und Klein Namutoni, dass was man von Ihnen erwartet - eine Sinfonie der langen Beine. Diese beiden Wasserlöcher sind Giraffenland und wir wurden nicht enttäuscht. Kathrin war überglücklich, so viele Ihrer Lieblingstiere zu sehen.



Wenige Minuten vor Toresschluss verließen wir den Etosha Nationalpark und erreichten bei Sonnenuntergang das Gelände von Mushara Outpost. Hier hatte ich mir schon am Morgen eine schöne Baumgruppe für die typischen afrikanischen Sonnenuntergangsfotos ausgesucht.



Direkt vor der Lodge mussten wir dann noch einen Bogen um eine Puffotter machen, um sie nicht platt zu fahren. Die Viecher sind wirklich verdammt träge.

Das letzte Tiererlebnis des Tages war dann ein sehr schöner und großer Nachtfalter, der sich während unseres Schlummertrunks an der Wand neben uns niederließ.

Letzte Änderung: 18 Jul 2013 14:35 von Topobär.
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27 Sep 2010 15:30 #157285
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14.05.2010 (15.Tag)
Mushara Outpost - Susuwe Island Lodge

793km

Das Kapitel für den heutigen Tag wird eher kurz, da es sich um eine reine Überführungs-Etappe handelt.

Die Strecke ist lang und so wählten wir die schnellste Verbindung über die B1 und die B8. Die Straßen sind durchgehend asphaltiert und in sehr gutem Zustand. Da es auch so gut wie keine Kurven gibt, hätte ich auch einen Ziegelstein auf's Gaspedal legen können, wenn nicht unser Wagen ab 130km/h sehr penetrant zu piepen angefangen hätte. So war ich die ganze Zeit beschäftigt, möglichst schnell voranzukommen, ohne aber einen Tinitus zu bekommen.

Haben heutzutage eigentlich alle Mietwagen solch einen Scheiss Geschwindigkeitswarner?

Eine kleine Abwechslung bot der Veterinärzaun. Wir hielten brav neben dem Beamten, um uns dafür gleich einen Rüffel einzufangen, weshalb wir nicht am 3m weiter vorne stehenden Stopschild gehalten haben. Man gebe einem kleinen Menschen etwas Macht und sie wird im zu Kopf steigen. :angry:

Mit passieren des Veterinärzaunes ist man wieder in Schwarzafrika. Vorbei die Zeit, in der man kilometerweit an Zäunen entlangfährt und nur hin und wieder ein einsames Farmhaus sieht. Hier wird das Vieh noch von Hirten gehütet und alle Paar Kilometer sieht man ein kleines Dorf unweit der Straße.

In Rundu ist Halbzeit. Wir tanken und stocken unseren Reiseproviant auf.

Mit Überquerung des Okavango erreichen wir den Bwabwata Nationalpark. Ein wahrer Schilderwald warnt den Autofahrer vor Elefanten, nur lassen sich diese leider überhaupt nicht blicken.

Am Kwando angekommen biegen wir zunächst nach Norden zur Bumhill Rangerstation ab, um ein Permit für das Susuwe Triangel zu erwerben. Nett werden wir darauf hingewiesen, das wir als Gäste der Susuwe Island Lodge ein solches nicht benötigen.

Die Zufahrt zur Susuwe Island Lodge geht genau gegenüber des Weges nach Bumhill von der B8 ab. Ausgeschildert ist sie allerdings nicht. Auch das GPS wollte uns einen anderen Weg schicken. Lt. T4A erfolgt die Zufahrt von der Ostseite des Kwando, was definitiv falsch ist. Nur meine Google Earth Recherche im Vorfeld des Urlaubs bewarte uns vor einem längeren Umweg.

Von der B8 aus sind es dann noch 16km tiefsandiger Track entlang des Kwando - zunächst auf dem Hochufer und später auf der Überschwemmungsebene.

Wir erreichen den Parkplatz der Lodge, von dieser selbst ist aber noch nichts zu sehen.



Da uns nichts besseres einfällt hupen wir kurz, worauf uns aus dem Dickicht des gegenüber liegenden Ufers zugerufen wird, dass das Boot für unsere Überfahrt gleich kommen wird, was dann auch der Fall ist.

Es ist spät geworden. Wir haben gerade noch Zeit für einen Sundowner, dann wird es auch schon dunkel.

Susuwe Island Lodge

Die Lodge liegt auf einer kleinen Insel im Kwando und ist nur per Boot zu erreichen. Die Insel ist ist dicht mit tropischen Pflanzen und Bäumen bewachsen, so dass man die Lodge schon vom nur 50m entfernten Parkplatz nicht mehr sehen kann.

Es gibt nur 6 Unterkunftshütte, so dass es in Susuwe nie voll wird. Die Hütten selbst sind riesig. Vor den einzelnen Hütten gibt es jeweils eine schöne Veranda mit Blick auf den Fluss und einem Mini-Pool.



Der Zentralbereich besteht aus einem großen freien Platz mit Feuerstelle, der von einem kreisförmigen Arkadenbereich umgeben ist. Hier ist alles offen, es gibt keine geschlossenen Räume. Man ist immer inmitten der Natur.



Überragt wird der Zentralbereich von vielen großen Bäumen. Auf einem von Ihnen befindet sich eine Aussichtsplattform von der aus man sehr schön den Sonnenuntergang beobachten kann.

Das Essen ist mir nicht mehr in Erinnerung, was dafür spricht, dass es weder außergewöhnlich gut noch außergewöhnlich schlecht war.

Abends am Lagerfeuer sitzt man zusammen mit dem Lodge-Management und den Guides. Eine sehr familiäre Athmosphäre.

3.480,-N$ full inclusiv p.P
Note: 2+
Letzte Änderung: 18 Jul 2013 14:40 von Topobär.
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01 Okt 2010 15:18 #157675
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15.05.2010 (16.Tag)
Susuwe Triangle

18km

Das Frühstück fällt heute bewusst kurz aus. Wir wollen den Tag mit einer Bootstour auf dem Kwando beginnen und da natürlich die Morgenstunden mit Ihrem schönen Licht auskosten.



Nur selten ist das Ufer so frei, wie auf dem Bild. Meist ist es dicht mit Papyrus und Schilf bestanden. Wir sahen einige Lechwe Antilopen und eine größere Gruppe Klaffschnäbel.

Das Highlight der Tour sind aber eindeutig die Hippos. Bislang hatte ich bei Bootstouren Hippos immer als recht aggressiv erlebt und die Bootsführer hatten dem entsprechend auch einen gehörigen Respekt vor den Tieren und großen Abstand gehalten. Ich fragte mich also, wie dass auf diesem max. 10m breiten Fluss funktionieren soll.



Schon bald tauchte das erste Hippo vor uns auf und genauso schnell wieder unter. Die Hippos hier sind ziemlich scheu. Man hätte also nicht allzu viel von den Hippos gehabt, wäre das Wasser des Kwando nicht glasklar. So aber hatten wir das außergewöhnliche Erlebnis zu sehen, wie diese massigen Tiere, graziös wie Ballerinas, über den Grund des Flusses laufen; teilweise direkt unter unserem Boot hindurch.

Als auf der Rückfahrt dann der Gaszug unseres Bootes riss, war ich umso dankbarer für das friedliche Naturell der Hippos im Kwando. Die Lösung dieses Problems war typisch afrikanisch. Unser Guide lag den Rest der Tour bäuchlings über dem Motor und bediente den Gasregler per Hand auf Zuruf des Bootsführers. So kamen wir zwar problemlos zurück, hätten aber einem aggressiven Hippo niemals ausweichen können.

Auf den Lodges scheint es üblich zu sein, die Zeit zwischen Vormittags- und Nachmittags-Aktivität auf dem Lodgegelände zu relaxen. Das ist nicht so unsere Welt und so verbrachten wir die Mittagszeit indem wir mit unserem Auto zum Horseshoe fuhren, einer weiten und landschaftlich sehr schönen Flussschleife des Kwando.

Die Lodge zeigte sich bezüglich unserer Planung sehr flexibel. Anstelle des Mittagessens bekamen wir gleich nach der Bootstour einen leckeren Brunch und nach unserer Rückkehr sollte es Kuchen geben.

Von der Lodge aus sind es nur 9km bis zum Horseshoe und der Weg verläuft die ganze Zeit auf den Überschwemmungsflächen des Kwando. Immer wieder hat man schöne Blicke auf den Fluss sowie die noch überschwemmte Bereiche.



Nur wenig südlich der Lodge trafen wir auf die ersten Elefanten und ab dort konnten wir keine 300m am Stück fahren, ohne hinter der nächsten Herde zu stehen. Ständig gingen welche zum Fluss bzw. kamen von dort. Viele Elefanten sahen wir auch beim Baden im Fluss.



Sehr wohl war mir die ganze Zeit nicht. Derart von Elefanten umgeben zu sein, hatte ich auch noch nicht erlebt. Normalerweise kann man sich ja im Rückwärtsgang zurückziehen, wenn Elefanten Ihren Unmut über uns Menschen äußern. Hier war das nicht möglich, denn hinter uns befanden sich ebenfalls Elefanten. Und es handelte sich nicht nur um Herden, wir sahen auch Bullen in der Must.

So brauchten wir 2h für die 9km bis zum Horseshoe. Obwohl der Sandstrand am Ufer mit den Spuren und sonstigen Hinterlassenschaften zahlreicher Tiere übersäht war, sahen wir zu unserer Verwunderung kein einziges. Das machte aber nichts. Nach der Fahrt bis hierher, war es mir ganz recht, die landschaftliche Schönheit genießen zu können, ohne auf der Hut zu sein, wo der nächste Elefant auftaucht.



Wollten wir rechtzeitig zur Sundowner-Tour zurück auf der Lodge sein und möglicht auch noch etwas vom Kuchen ergattern, mussten wir den Rückweg schneller schaffen als den Hinweg.

Ich erinnerte mit eines Threads hier im Forum, in dem jemand gepostet hatte, dass sich Elefanten durch in die Hände klatschen vertreiben lassen. Das wollte ich mal ausprobieren.

Ihr werdet es nicht glauben, aber es funktioniert tatsächlich. Das allerbeste ist, dass die Elefanten auf das Klatschen nicht etwa hektisch oder aggressiv reagiert haben. Es schien eher so, als würde es sich um ein Geräusch handeln, das Elefanten nicht mögen und ihm aus dem Wege gehen. Da konnte eine Herde seit 5 Minuten an den Büschen links und rechts des Weges gefressen haben; kaum klatschte man ein paar mal kräftig in die Hände, machte sie sich gemächlich von dannen.



Trotzdem gab es auch wieder einige Momente, wo mir doch ein wenig mulmig wurde. Vor allem wenn sich mal wieder ein Elefant so versteckt hatte, dass man ihm näher kam, als ihm lieb war.



Wir schafften es dann noch rechtzeitig zum Kuchen und zum Sundowner-Gamedrive. Unser Guide hatte vor, uns das in dem Gebiet lebende Löwenrudel zu zeigen. Rasch fand er auch die Spuren und wir konnten das Gebiet in dem sich die Löwen aufhielten eingrenzen. Leider befand sich das Rudel aber in einem sehr dicht bewachsenem Areal zu dem es keinerlei Zugang gab, so dass wir keine Katzen zu Gesicht bekamen.

Sundowner machten wir dann auf einem kleinen Hügel direkt am Ufer des Kwando. Da wir uns am Westufer des Kwando befanden ging die Sonne aber leider nicht über dem Fluß unter.

Unser Guide hatte gerade liebevoll den kleinen Tisch mit Getränken und Knabbereien gedeckt, da hörten wir den ersten Warnruf von Pavianen. Bald darauf hörte man es im Gebüsch kräftig knacken - eine Elefantenherde war im Anmarsch. Die Herde war weit verstreut und befand sich rings um uns verteilt. Hin und wieder sah man einen grauen Rücken aus dem Gebüsch ragen. Als sich die ersten Tiere bis auf 10m genähert hatten, hielt es unser Guide für angebracht, dass wir uns alle ins Auto verziehen. Die Elefanten kamen immer näher und es wurden immer mehr. Wir waren regelrecht umzingelt und die Tiere waren bis auf 5m an uns herangekommen. In dem offenen Safariwagen war das noch einmal eine ganz andere Nummer, als in unserem Wagen. Auch dem Guide war das Ganze nicht mehr geheuer. Er war ebenfalls sehr angespannt und hatte die Hand die ganze Zeit am Zündschlüssen um notfalls sofort durchstarten zu können. Glücklicherweise blieb die Herde aber die ganze Zeit über sehr relaxt.

Für normale Fotos war es natürlich schon viel zu dunkel und ich hoffe auf Euer Verständnis, dass ich keine Blitzlichtaufnahmen machen wollte.

Auf der Rückfahrt im dunkeln lief uns dann noch ein Hippo in den Scheinwerferkegel des Autos.

Abends in der Lodge fragte mich der Lodge-Manager sehr vorsichtig und höflich, ob uns vielleicht nicht bekannt sei, dass der Caprivi in einer anderen Zeitzone als der Rest Namibia liegt. Das hatten wir in der Tat nicht gewußt und waren somit zu allen Mahlzeiten und Aktivitäten zu spät gekommen. Glücklicherweise sehen die Afikaner solch zeitliche Dinge sehr locker.
Letzte Änderung: 18 Jul 2013 14:45 von Topobär.
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08 Okt 2010 14:34 #158393
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16.05.2010 (17.Tag)
Susuwe Island Lodge - Sussi & Chuma Lodge

316km

Heute geht's an die Victoria Fälle. Erstmals aber nicht nach Zimbabwe, sondern nach Zambia.

Kurz nach Sonnenaufgang starteten wir bereits und konnten wie erhofft die noch tief stehende Sonne über dem Khwai genießen.



Die B8 war schnell erreicht und auf guten Asphalt waren wir bald darauf in Katima Mulilo, wo wir aber nur kurz zum tanken hielten.

Der Grenzübergang mit der neuen Zambesi-Brücke befindet sich gleich am Stadtrand von Katima und kann nicht verfehlt werden. Auf namibischer Seite unterscheidet sich das Prozedere in keiner Weise von den Grenzübergängen nach Botswana.

Am anderen Ufer ist dann der typische afrikanische Behörden-Marathon angesagt. Immigration, Zoll, Fahrzeugregistrierung, Roadtax und KFZ-Versicherung wollen erledigt werden. Alles läuft sehr betulich ab, aber dafür wenigstens korrekt. Trotzdem kein billiges Vergnügen, aber zumindest kann man entgegen anders lautender Aussagen alles in Namib-Dollar zahlen.

Glücklicherweise ist so gut wie nichts los und so haben wir die zambische Einreise in gut einer Stunde erledigt.

Jetzt geht es direkt auf der gut ausgebauten Straße nach Livingstone. Es ist Sonntag und die Gottesdienste sind gerade zu Ende. So sind unzählige Menschen links und rechts der Straße unterwegs; alle in ihrer feinsten Garderobe und prächtig anzusehen. Vor allem die kleinen Mädchen sind vielfach herausgeputzt wie kleine Prinzessinnen.

Rechtzeitig zum Mittagessen sind wir in der Lodge.

Nachmittags geht es dann selbstverständlich zu den Fällen. Es herrscht absolutes Hochwasser. Bei diesem Wasserstand gefällt mir die zambische Seite der Fälle erheblich besser, da man die Fälle viel besser sehen kann. Auf der zimbabwischen Seite sieht man bei Hochwasser nur noch Gischt.



Nur ein schmaler Bergrücken trennt die Fälle von der anschließenden Schlucht des Zambesi.



Auf diesem Bergrücken entlang führt der wahrscheinlich nasseste Wanderweg der Welt. Man läuft die ganze Zeit durch die Gischt der Fälle. Wenn der Wind die Gischt einmal für kurze Zeit zurückdrängt sieht man kurz blauen Himmel, bevor das Wasser wieder über einem zusammenschlägt. Teilweise strömt mehr Wasser auf einen nieder, als unter einer Dusche. Selbst mit den sehr guten Ponchos der Lodge waren wir total durchnässt, aber zumindest den Fotoapparat konnte ich unter ihm trocken verwahren.



Auf dem Rückweg zur Lodge sehen wir dann direkt am Stadtrand von Livingstone eine Herde Elefanten. So am Rande einer Großstadt auch in Afrika ein ungewöhnlicher Anblick.

Zurück in der Lodge haben wir gerade genug Zeit uns trocken zu legen, bevor wir zum Sundowner-Cruise auf dem Zambesi starten. Es ist nur eine kleine Gruppe im gut motorisierten Lodge eigenen Boot.

Der Fluß ist gewaltig, die Strömung reißend und vielfach finden sich große Strudel und Wellen. Umso mehr bin ich erstaunt über die vielen Nilpferde im Fluß.



Als sich die Sonne dem Fluß nähert suchen wir uns einen ruhigen Bereich. Der Motor wird ausgeschaltet, es werden Sundowner und Knabbereien gereicht. Hier kann man sich mal so richtig treiben lassen.



Sussi & Chuma Lodge

Die Lodge liegt im Mosi oa Tunya Nationalpark direkt am Ufer des Zambesi. Da sich die Fälle ebenfalls in diesem Nationalpark befinden, zahlen Gäste der Lodge keinen Eintritt bei den Fällen.

Alle Verbindungswege der Lodge verlaufen auf Bohlenwegen in 4m Höhe. Es gibt zahlreiche Meerkatzen auf dem Gelände, die anscheinend sehr erfolgreiche Diebe sind. Jedenfalls sieht man viele Affen mit Dingen umherlaufen, die eigentlich nicht in Affenhände gehören.

Menschen mit Spinnenphobie werden sich dieser auf dem Lodgegelände stellen müssen. Zwar sind die Gebäude absolut ungezieferfrei, wie man es bei einer Unterkunft dieser Kategorie erwarten kann - in der Natur sieht es aber anders aus. Überall befinden sich riesige Gemeinschaftsnetze mit zum Teil Dutzenden Spinnen darin, welche die Größe einer menschlichen Hand erreichen. Auf den Walkways läuft man nur knapp unter den Netzen hindurch.

Als Unterkünfte fungieren aufgeständerte Rundhütten direkt am Ufer. Die Einrichtung ist perfekt und lässt keine Wünsche offen. Vor der Hütte eine sehr gemütliche Veranda unter großen Bäumen, mit Blick auf den Zambesi.



Sehr großes zweigeschossiges Hauptgebäude im Stil einer Rundhütte. Im Erdgeschoß das Restaurant, darüber die Bar mit Lounge.



Direkt am Flußufer befindet sich noch eine Sonnen-Terasse. Abends wird hier ein Lagerfeuer entzündet.



Das Personal ist überaus freundlich und gut ausgebildet. Das Essen lässt keine Wünsche offen.

490,-US$ p.P. full inclusive
Note: 1
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17.05.2010 (18.Tag)
Sussi & Chuma Lodge - Kubu Lodge

81km

Zum Abschied von der Lodge gab's noch eine kleine Geschichts-Lektion. Sussi und Chuma waren die Namen der beiden schwarzen Führer, die Livingstone zu den Viktoriafällen brachten.

Unsere Einreise nach Botswana erfolgte via Kazangula-Ferry, die sich von Livingstone aus rasch auf guter Teerstraße erreichen lässt. Die letzten Kilometer fährt man an einer schier endlosen LKW-Schlange entlang, die sich vor der Grenze staut. Glücklicherweise muss man sich als PKW-Fahrer dort nicht anstellen, sondern kann direkt bis zur Grenze durchfahren.

Bei der von uns beobachteten Abfertigungsgeschwindigkeit und der Fährkapazität von nur einem Sattelschlepper je Fähre gehe ich von einer Wartzeit von mindestens einer Woche aus. Da frage ich mich schon, weshalb die Fahrer nicht den weniger als zwei Fahrstunden entfernten Grenzübergang bei Katima nutzen und weiter über Ngoma Bridge nach Botswana einreisen.

Auch an der Grenze selbst ist es das genaue Gegenteil zum Grenzübergang unserer Einreise nach Sambia. Hier herrscht quirrliger Trubel und es ist nicht leicht, den Überblick zu behalten. Vor allem die Geldwechsler gehen einem gehörig auf die Nerven und versuchen einen zum Narren zu halten, dass man in Botswana nur reingelassen wird, wenn man die Grenzgebüren in Pula zahlen kann.

Ist alles Bullshit. Bis auf die Fähre kann man alle Gebühren sowohl in Zambia, als auch in Botswana mit Namib$ oder US$ bezahlen. Für die Fähre braucht man Rand oder Pula. Bei den Geldwechslern muss man kräftig handeln. Die ersten angebotenen Kurse sind eine Unverschämtheit.

Die Grenzformalitäten selbst gingen korrekt über die Bühne. Man darf sich halt durch die Menschenmassen nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Die Fähren selbst sind auch etwas besonderes. Es gibt zwei Stück und zumindest unsere war in solch einem desolaten Zustand, dass man sie mit einem normalen PKW nicht mehr hätte benutzen können. Ein Großteil der Beplankung fehlte und so fährt man teilweise direkt über die Spanten, die Zwischenräume mit lockeren Holzabfällen aufgefüllt.



Von der Fähre aus war die Kubu-Lodge schnell erreicht.

Für den Nachmittag buchten wir eine Boots-Safari auf dem Chobe. Die Zeit bis dahin verbrachten wir im Park der Kubu-Lodge und mit Einkäufen, Geldwechsel und tanken in Kasane.

Der Chobe führte ebenso wie der Sambesi Hochwasser, so dass alle Inseln überflutet waren und man sich eher wie auf einem See, denn auf einem Fluss vorkam. Diese Situation hatte zur Folge, dass die Tiere den Fluß nicht querten und wir somit auf den Anblick schwimmender und den Fluss durchquerender Elefanten verzichten mußten.

So konzentrierte sich unsere Boots-Safari denn auch auf den Uferbereich des Chobe Nationalparks, wo wir hinsichtlich Tierbeobachtungen dann auch nicht enttäuscht wurden.

Zunächst ging es gemächlich los. Wir sahen die typischen Uferbewohner, vor allem reichlich Krokodile und Kingfisher.



Die Tiere sind hier am Ufer alle sehr relaxt. Wir kamen mit dem Boot sehr dicht heran. So konnte ich auch erstmals sehen und fotografieren, wie schön die Innenseiten von Kudu-Ohren gezeichnet sind. So schnell wie diese scheuen Antilopen sonst flüchten, ein sehr schwieriges Unterfangen.



Elefanten gab es natürlich auch reichlich. Einzeln, in Gruppen und häufig mit Jungtieren, kann ich die Dickhäuter stundenlang beobachten, ohne dass es langweilig wird.



Im schönsten Abendlicht zeigte sich dann noch ein Seeadler, bevor wir hinaus in Flussmitte fuhren um dort den Sonnenuntergang zu genießen.



Beim Abendessen auf der Terrasse der Kubu-Lodge tauchte dann noch ein Busch-Baby im Geäst des unseren Tisch überragenden Baumes auf. Es beobachtete uns eine Zeit lang und sprang dann in großen Sätzen über den Rasen davon. Mein erstes Busch-Baby - ein weiteres Highlight dieser Reise.

Kubu-Lodge

Die Lodge liegt nicht direkt in Kasane, sondern in der Mitte zwischen Kazungula und Kasane. Das parkartige Lodge-Gelände liegt direkt am Ufer des Sambesi. Überall auf dem Gelände laden Sitzgelegenheiten zum verweilen ein.



Vom hoch am Uferhang liegenden Restaurant bietet sich ein schöner Blick über Fluss und Park. Die Küche bietet regionale Einschläge.



Man wohnt in kleinen, rustikalen und mit Reet gedeckten Hütten, die leider ziemlich dicht beieinander stehen. Der Sanitärbereich könnte besser sein, so war es beispielsweise kaum möglich, die Temperatur der Dusche zu regulieren.



327,-US$ p.P. DBB
Note: 3+
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