Moremi Fahrspaß mit Kollateralschäden

67 Antworten · 5’249 Aufrufe · gestartet 09. Dez. 2025 von tacitus
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Themenstarter1’167 Beiträge · seit 202213. Jan. 2026 ·
Botswanadreams schrieb:Dann beschreibe doch bitte mal, was Du machen würdest, wenn Du in Verantwortung wärst und ausreichend finanzielle Mittel für eine nachhaltige Problemlösung hättest. Das kommt mit hier leider zu kurz. Den Zustand von vor 30 oder gar 50 Jahren, auch wenn ich das so gern selbst erlebt hätte, wird es wohl nie mehr geben.
PS Botswanadreams

diesbez. habe ich nach jahrelangem Erkenntnisgewinn hier über die angestrebte Synthese zwischen Komfortbedürfnis und "Wildnisabenteuer" so meine Zweifel 😎 . (Fast) niemand will heute noch so reisen. Da wäre der Großteil des modernen Reisevolks überfordert, mM. Übrigens ein (wenn auch nicht er einzige) Grund, warum so wenige Leute waren. 😄 😁
zuletzt bearbeitet 13. Jan. 2026
1’739 Beiträge · seit 201013. Jan. 2026 ·
Na ja, mein Level für Komfort war in der Vergangenheit ja eher im niedrigen Bereich angesiedelt, sonst hätten wir sicher nicht den Katavi, den Lake Turkana, die Danakil oder das Ennedi besucht. Ich werde in diesem Leben sicher nicht mehr nach Botswana reisen. Es wird mir einfach zu voll. Afrika hat ja noch viel mehr zu bieten. Da ziehe ich mir den Zakouma oder die Dzanga Bai vor. Doch das ist eine andere Geschichte und hat nichts mit einem Lösungsansatz für Moremi zu tun.
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
580 Beiträge · seit 200613. Jan. 2026 ·
an Pollux:
ich warte auch gar nicht, er hat sich ja in den Urlaub verbschiedet. Hatte vermutet!, er sei der Einzige aus der Verschiffungsfraktion, der sich beteiligt hatte. Die vielen anderen, sie in letzter Zeit so über ihre Verschiffung geschrieben haben, sind aber womöglich auch gar nicht im Moremi unterwegs, sondern nur im Kaokoveld. Und das ist dann ja wieder ein anderes Thema, sicher ebenso interessant unter mehreren Aspekten.
steinbeisser
669 Beiträge · seit 202414. Jan. 2026 ·
Genau, da kommt nix mehr zu euren Thesen.
Gruß aus der Kalahari.
Themenstarter1’167 Beiträge · seit 202216. März 2026 ·
Ich platziere das hier, mit Bezug zu den augenblicklichen Flutungen und Sperren, weil in diesem Thema kein Risiko besteht, dass gleich OT reklamiert wird 😎.
Anknüpfend an das, was betr. eine "richtige" Straße gesagt wurde
tacitus schrieb:..... Die „öffentlichen Straßen“ werden mE, angesichts des Wachstums der Safariindustrie und der Bevölkerung, sowieso nicht um eine professionelle Sanierung herumkommen. Ich habe vor Jahren öfters in die Ngami Times geschaut und da gab es auch schon damals Wünsche und Pläne die Straßen (sogar durch bis Chobe) zu verbessern oder sogar zu teeren. .....
und auch von pollux und steinbeisser, hier ein aktueller Artikel aus der Nagami Times.
Heavy Rains Expose North West’s Poor Roads Yet Again
https://www.ngamitimes.co.bw/heavy-rains-expose-north-wests-poor-roads-yet-again/
Und n. b. betr. Entwässerung
"... Experts have long recommended constructing tarred roads, installing storm drainage systems, and implementing sustainable water diversion methods to mitigate these seasonal disruptions.... "
zuletzt bearbeitet 16. März 2026
Themenstarter1’167 Beiträge · seit 202208. Juni 2026 ·
Betr. die hier
https://www.namibia-forum.ch/forum/34-diverses/306253-befahrbarkeit-moremi-khwai-zustand-der-bruecken.html?start=150#726291

angesprochene Entwicklung:

@ (Über)Entwicklung vs. Nachhaltigkeit und UNESCO ist es völlig egal, ob in der „Khwai-Region“ mehr als in/oder Moremi, weil nur zwei Seiten eines Flusses, des gleichen Systems und Welterbe-Kerngebiets.

@Grenzen oder Begrenzung (durch wen?) des Wachstums „am Khwai“
(Champagner: „Ich bin gespannt, ob irgendwann regulierend eingegriffen wird (von wem?) oder ob das weiter explodiert dort.“)
Ein regulierendes Eingreifen des Staates ist bis jetzt nicht erkennbar und wohl kaum zu erwarten. Bisher und derzeit gestalten die Touristen bzw. die Tourismusindustrie, heißt die „Marktkräfte“. Wenn eine Nachfrage stark und wachsend ist, wird das Angebot erhöht. Alle, die das Angebot annehmen, sind schon jetzt Teil dieses Vorganges und wirken (auch durch Werbung) als Multiplikator für die Zukunft.

@Welterbe und die ständige Ausweitung des Wegenetzes in Moremi und außerhalb:
Es widerspricht völlig dem Grundgedanken des Welterbestatuts, Überentwicklung und -nutzung deswegen zu dulden, weil sie ja „nur“ in einem kleinem (dem befahrbaren) Teil des Areals stattfindet. UNESCO listet das wilde Wegewachstum sowie Verschmutzung durch Abfall- und Abwasser sehr wohl als „concern bzw. problem“. Das interessiert aber niemand.

@“temporär“:
Der ganze bisherige Wildwuchs ist genauso, „situativ und temporär“, entstanden. Es besteht aber kein Apparat (und auch kein Wille), diesen wieder stillzulegen, wenn der Anlass wegfällt. Wenn, so wie jetzt wieder einmal geplant, Ersatzwege von Tourismusunternehmungen mit hohem Aufwand an Baumaschinen, LKWs und Personal gebaut werden, ist es mE naiv zu glauben, dass die den ganzen Aufwand nur für ein paar Wochen/Monate Überbrückung bis zum Abtrocknen machen. So werden diese Ersatzwege ja schon jetzt als willkommene Ergänzung für die Zukunft ausdrücklich begrüßt. Das wird mE bleiben und Unterkünfte werden folgen.

Grüße

Dass ein Großteil des Wegenetzes derzeit durch Überflutung „verkehrsberuhigt“ 😉 ist, geht vollkommen am Thema dabei. Dieses ist, dass das Wegenetzt i. A. und jetzt wieder aktuell durch das Anlegen von Ersatzwegen kontinuierlich ausgeweitet wird. Hätte gedacht, dass das verständlich formuliert war, aber ich kann es auch nochmals ausführlicher 😎 machen.
zuletzt bearbeitet 08. Juni 2026
Themenstarter1’167 Beiträge · seit 202225. Juni 2026 ·
Guten Tag Champagner und andere Interessierte, aus gegebenen Anlässen 😊 meine Antwort dazu

"Wie man sieht, gibt es also durchaus größere Bedrohungen für das Unesco Weltnaturerbe Okavango Delta als ein paar neue Wege... (Übrigens kann sich jeder mal den neuesten Bericht dazu durchlesen, es gibt ja die Meldungen von außerhalb und die Stellungnahme von Unesco dazu, den touristischen Druck habe ich beim Lesen als eher untergeordnetes Thema empfunden (ohne mir jetzt irgend etwas schönreden zu wollen, mir ist schon klar, dass wir Touristen einen eher negativen als positiven Einfluss haben ), aber das ist vielleicht nur meine Wahrnehmung): whc.unesco.org/en/soc/4840/"

von Champagner im „Flutthema“ hier.
Also, meine „Wahrnehmung“ 😎 betr. Welterbe ist, in für meine Meinungsbildung wichtigen Aspekten, folgende und weil mir Unterstellungen auf die Nerven gehen, mache das jetzt etwas ausführlicher 😉 .

Die UNESCO ist nur ein organisatorischer Überbau für die Abwicklung und Förderung weltübergreifend gemeinsamer Anliegen der internationalen Gemeinschaft, wie z. B. die Bewahrung von „Welterben“. Deren oberstes Gremium ist das „Welterbekomitee“, die „fachliche“ Arbeit liegt aber bei zuarbeitenden spezialisierten Organisationen mit der entsprechenden Expertise. Betr. Naturerbe ist das die Internationale Union zur Erhaltung der Natur (IUCN, International Union for Conservation of Nature and Natural Resources), welche an das Komitee berichtet und vorschlägt. Zwischen deren Expertenmeinungen und dem UNICEF-Dokument liegt dann der übliche Verhandlungsprozess internationaler Organisationen, inkl. Lobbying aller Parteien und der „gemeinsame Nenner“ wird dann nach redaktioneller Bearbeitung vom Komitee veröffentlicht.
Dass das immer auch ein „politischer“ Prozess ist, kennt man zur Genüge von CITES oder zeigt z. B. aktuell dahoam, mit welchem Einsatz politischer Schwergewichte Wien und Österreich gerade versuchen, Wien von der roten Liste bedrohter gefährdeter Kulturgüter zu bekommen, auf welche sie ICOMOS (das ist das Kulturerbe-Pendant zu IUCN) wegen eines Bauprojektes gesetzt hat.

Weil das halt so ist, wie es ist, zählt für mich betr. die Ausweitung des Wegenetzes die Einschätzung der Experten von IUCN (wofür ich oben der Einfachheit halber UNESCO geschrieben habe 😮 ) weil sie nur den Naturschutz berücksichtigen und nichts anderes. Mein Fazit davon ist (Originaltext und Quelle siehe unten*):
Die Erhöhung der Wegedichte für den Tourismus wird dort, wo sie stattfindet, durchaus als Naturschutzproblem angesehen aber angesichts der Größe der Gesamtfläche des Naturerbegebietes, nicht als Gefährdung des „Ganzen“.

Meine Eingangsfrage und mehrere meiner Zuschriften betreffen die Nachhaltigkeit des augenblicklichen „Verkehrs und PS:Nutzungs- konzeptes“, angesichts des bisherigen und kommenden Wachstums. Es geht nicht darum, „alten Zeiten nachzujammern“ welche auch das Komfortbedürfnis moderner Besucher nicht mehr erfüllen.
(Kostprobe:
https://www.facebook.com/lloydlewilmot/videos/interview-with-lloyd-wilmot-about-his-life-love-of-nature-and-his-books/209483040406204/)
Sondern darum, dass aus den hunderten Besuchern jährlich zu Wilmots Zeiten jetzt 50.000 (in Moremi) wurden, mit bald exponentiell steigender Tendenz (den derzeitigen Einbruch wegen Überflutung als Gegenargument anzuführen, wäre unter der Gürtellinie 😎 ). Wie das schon jetzt und künftig bei 70.000 Besuchern oder mehr mit Naturpisten (ohne Schonung, ohne Wartung, folglich mit „Ablaufdatum“) ohne Naturverschleiß funktionieren soll, hat hier noch keiner erklärt. Aber vielleicht kommt noch was. 😎
Grüße

*) https://worldheritageoutlook.iucn.org/explore-sites/okavango-delta
„Recreational Activities
(Disturbance from tourism)
Low Threat
Inside site, Scattered(5-15%)

There are currently sound policies and procedures to regulate tourism in place, for example the Okavango Delta Management Plan (ODMP) 2021-2028, The Tourism Policy of 2021, The Wildlife Conservation Policy of 2013, The Community Based Natural Resource Management Policy of 2007, National Ecotourism Strategy of 2002, the Ngamiland Land Use Plan and National Tourism Master Plan and Action Plan (2022-2032) (State Party of Botswana, 2024). Nevertheless, there are some localized problems related to tourism including the creation of illegal roads (particularly in Moremi Game Reserve), pollution and waste disposal, forest fires and disturbance of plant and animals (especially nesting birds). Most noticeably, noise pollution from low-flying aircraft and boats can be a nuisance, affecting the ‘wilderness experience’ of visitors and potentially the wildlife. Another concern is the flow of wastewater into the system. Previous monitoring results indicated that wastewater discharge facilities were not complying with Botswana's environmental discharge standards. However, a study is needed to assess whether these standards are realistic and appropriate for current conditions, as their basis is unclear and they were established before the introduction of most modern sewage treatment technologies. The size of the site, combined with the low volume tourism model adopted by operators make tourism of low threat overall."
zuletzt bearbeitet 26. Juni 2026
Themenstarter1’167 Beiträge · seit 202227. Juni 2026 ·
PS zu den Größenverhältnissen

OkavangoWHSGrenzen.png


📎 1432_OkavangoWHS.pdf


Welterbe-Kerngebiet = rd. 20.250 km2
davon Moremi = 4.871 km2, davon vielleicht 1/4 für die Allgemeinheit befahrbar
Pufferzone = rd. 22.855 km2
zuletzt bearbeitet 27. Juni 2026