Guten Tag Champagner und andere Interessierte, aus gegebenen Anlässen 😊 meine Antwort dazu
"Wie man sieht, gibt es also durchaus größere Bedrohungen für das Unesco Weltnaturerbe Okavango Delta als ein paar neue Wege... (Übrigens kann sich jeder mal den neuesten Bericht dazu durchlesen, es gibt ja die Meldungen von außerhalb und die Stellungnahme von Unesco dazu, den touristischen Druck habe ich beim Lesen als eher untergeordnetes Thema empfunden (ohne mir jetzt irgend etwas schönreden zu wollen, mir ist schon klar, dass wir Touristen einen eher negativen als positiven Einfluss haben ), aber das ist vielleicht nur meine Wahrnehmung): whc.unesco.org/en/soc/4840/"
von Champagner im „Flutthema“ hier.
Also, meine „Wahrnehmung“ 😎 betr. Welterbe ist, in für meine Meinungsbildung wichtigen Aspekten, folgende und weil mir Unterstellungen auf die Nerven gehen, mache das jetzt etwas ausführlicher 😉 .
Die UNESCO ist nur ein organisatorischer Überbau für die Abwicklung und Förderung weltübergreifend gemeinsamer Anliegen der internationalen Gemeinschaft, wie z. B. die Bewahrung von „Welterben“. Deren oberstes Gremium ist das „Welterbekomitee“, die „fachliche“ Arbeit liegt aber bei zuarbeitenden spezialisierten Organisationen mit der entsprechenden Expertise. Betr. Naturerbe ist das die Internationale Union zur Erhaltung der Natur (IUCN, International Union for Conservation of Nature and Natural Resources), welche an das Komitee berichtet und vorschlägt. Zwischen deren Expertenmeinungen und dem UNICEF-Dokument liegt dann der übliche Verhandlungsprozess internationaler Organisationen, inkl. Lobbying aller Parteien und der „gemeinsame Nenner“ wird dann nach redaktioneller Bearbeitung vom Komitee veröffentlicht.
Dass das immer auch ein „politischer“ Prozess ist, kennt man zur Genüge von CITES oder zeigt z. B. aktuell dahoam, mit welchem Einsatz politischer Schwergewichte Wien und Österreich gerade versuchen, Wien von der roten Liste
bedrohter gefährdeter Kulturgüter zu bekommen, auf welche sie ICOMOS (das ist das Kulturerbe-Pendant zu IUCN) wegen eines Bauprojektes gesetzt hat.
Weil das halt so ist, wie es ist, zählt für mich betr. die Ausweitung des Wegenetzes die Einschätzung der Experten von IUCN (wofür ich oben der Einfachheit halber UNESCO geschrieben habe 😮 ) weil sie nur den Naturschutz berücksichtigen und nichts anderes. Mein Fazit davon ist (Originaltext und Quelle siehe unten*):
Die Erhöhung der Wegedichte für den Tourismus wird dort, wo sie stattfindet, durchaus als Naturschutzproblem angesehen aber angesichts der Größe der Gesamtfläche des Naturerbegebietes, nicht als Gefährdung des „Ganzen“.
Meine Eingangsfrage und mehrere meiner Zuschriften betreffen die Nachhaltigkeit des augenblicklichen „Verkehrs und PS:Nutzungs- konzeptes“, angesichts des bisherigen und kommenden Wachstums. Es geht nicht darum, „alten Zeiten nachzujammern“ welche auch das Komfortbedürfnis moderner Besucher nicht mehr erfüllen.
(Kostprobe:
https://www.facebook.com/lloydlewilmot/videos/interview-with-lloyd-wilmot-about-his-life-love-of-nature-and-his-books/209483040406204/)
Sondern darum, dass aus den hunderten Besuchern jährlich zu Wilmots Zeiten jetzt 50.000 (in Moremi) wurden, mit bald exponentiell steigender Tendenz (den derzeitigen Einbruch wegen Überflutung als Gegenargument anzuführen, wäre unter der Gürtellinie 😎 ). Wie das schon jetzt und künftig bei 70.000 Besuchern oder mehr mit Naturpisten (ohne Schonung, ohne Wartung, folglich mit „Ablaufdatum“) ohne Naturverschleiß funktionieren soll, hat hier noch keiner erklärt. Aber vielleicht kommt noch was. 😎
Grüße
*)
https://worldheritageoutlook.iucn.org/explore-sites/okavango-delta „Recreational Activities
(Disturbance from tourism)
Low Threat
Inside site, Scattered(5-15%)
There are currently sound policies and procedures to regulate tourism in place, for example the Okavango Delta Management Plan (ODMP) 2021-2028, The Tourism Policy of 2021, The Wildlife Conservation Policy of 2013, The Community Based Natural Resource Management Policy of 2007, National Ecotourism Strategy of 2002, the Ngamiland Land Use Plan and National Tourism Master Plan and Action Plan (2022-2032) (State Party of Botswana, 2024). Nevertheless, there are some localized problems related to tourism including the creation of illegal roads (particularly in Moremi Game Reserve), pollution and waste disposal, forest fires and disturbance of plant and animals (especially nesting birds). Most noticeably, noise pollution from low-flying aircraft and boats can be a nuisance, affecting the ‘wilderness experience’ of visitors and potentially the wildlife. Another concern is the flow of wastewater into the system. Previous monitoring results indicated that wastewater discharge facilities were not complying with Botswana's environmental discharge standards. However, a study is needed to assess whether these standards are realistic and appropriate for current conditions, as their basis is unclear and they were established before the introduction of most modern sewage treatment technologies. The size of the site, combined with the low volume tourism model adopted by operators make tourism of low threat overall."