Mit dem Fahrrad von Kapstadt nach Windhoek

11 Antworten · 2'847 Aufrufe · gestartet 30. Okt. 2019 von Chiara567
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Themenstarter5 Beiträge · seit 201930. Okt. 2019 · #1
Hi Zusammen!

Ich plane mit einem Freund im Dezember von Kapstadt nach Namibia zu radeln.
Wir haben ca. 21 Tage für den Trip geplant (gerne auch ein paar Tage mehr, je nachdem wie weit wir kommen) und wollen abwechselnd in Zelten und Backpackern unterkommen.

Nun ist die Frage:
Welche Orte sollten auf unserer Route nicht fehlen?
Wo bekommen wir (genug) Wasser her?
Welche Gehimtipps oder Tricks kennt Ihr, wenn man mit dem Rad unterwegs ist?

Wir sind für jeden Tipp dankbar!

Liebe Grüße,
Chiara
1'942 Beiträge · seit 201130. Okt. 2019 · #2
Hi Chiara,
ich kann dir leider keinen konkreten Rat geben. Ich finde euer Vorhaben toll, ist aber in der heißen Jahreszeit sicher eine Herausforderung. Also denkt bei der Etappenplanung daran, dass es seeeehr heiß werden kann, dass ihr ausreichend Schutz und Ruhephasen habt und vor allem genug zum Trinken.

Viel Spaß und liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
Gast30. Okt. 2019 · #3
Vor ca. 3 bis 5 Jahren gab es hier einen RB einer alleine fahrenden Radlerin. Ich kann mich leider nicht mehr an den Namen erinnern, vielleicht kann Jemand mit besserem Gedächtnis helfen. Wäre sicher eine Fundgrube für eure Tour.
Wünsche viel Erfolg
und Respekt
Werner
zuletzt bearbeitet 30. Okt. 2019
8'702 Beiträge · seit 201030. Okt. 2019 · #4
loser schrieb:Vor ca. 3 bis 5 Jahren gab es hier einen RB einer alleine fahrenden Radlerin. Ich kann mich leider nicht mehr an den Namen erinnern, vielleicht kann Jemand mit besserem Gedächtnis helfen. Wäre sicher eine Fundgrube für eure Tour.
Wünsche viel Erfolg
und Respekt
Werner
Hallo Werner und hallo Chiara,

ich denke, das könnte dieser Thread gewesen sein:

https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/286104-mit-dem-fahrrad-von-cpt-nach-wdh.html

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 30. Okt. 2019
388 Beiträge · seit 201730. Okt. 2019 · #5
Wie schon gesagt, bei der Hitze eine Herausforderung!
Deshalb würde es anders herum mehr Sinn machen, also "Berg runter" von Windhoek nach Cape Town anstatt den Berg hoch zu fahren.
Themenstarter5 Beiträge · seit 201930. Okt. 2019 · #6
Vielen Dank! Genau das sind auch meine Bedenken, aber wir sind bereit die Herausforderung anzunehmen 🙂
Themenstarter5 Beiträge · seit 201930. Okt. 2019 · #7
Vielen Dank, das hilft mir schon gut weiter!
33,1k Beiträge · seit 200630. Okt. 2019 · #8
Hallo Chiara,

ich würde die Tour auch andersherum planen (bergab) und v.a. nicht im Hochsommer bei 40+ Grad. Aber wenn das Euer Geschmack ist.

Hier zwei Berichte von solchen Touren von/nach WDH/CPT:
- https://nit.com.na/deutsch/post/nam-ct-17-days-german/
- https://www.myheimat.de/hemmingen/freizeit/afrika-eine-radtour-von-windhoek-nach-kapstadt-und-zurueck-d42319.html
Wir haben ca. 21 Tage für den Trip geplant (gerne auch ein paar Tage mehr, je nachdem wie weit wir kommen)
halte ich für sehr ambitioniert. Es sind 1500 km auf der direkten Strecke, d.h. ihr müsstet dann 70+ Kilometer am Tag fahren. Wenn ihr nur auf der Hauptstraße bleibt gut möglich, ansonsten wird es sicherlich schwierig.
und wollen abwechselnd in Zelten und Backpackern unterkommen.
was die namibische Seite angeht wirst Du nach Backpackern lange suchen müssen. Wenige Ausnahmen gibt es in den (wenigen) Ortschaften. Und die Campsites sind auch nicht gerade neben der Hauptstraße.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian

P.S. Schreib mal BikeAfrica hier im Forum an. Der ist durch halb Afrika geradelt.
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 30. Okt. 2019
Themenstarter5 Beiträge · seit 201930. Okt. 2019 · #9
Leider startet unser Abenteuer in PE und unsere Puffertage wollen wir uns für die letzten Tage aufsparen, deshalb müssen wir wohl den Weg hoch. Danach soll es Richtung Drakensberge weitergehen.
Themenstarter5 Beiträge · seit 201930. Okt. 2019 · #10
travelNAMIBIA schrieb:Hallo Chiara,

ich würde die Tour auch andersherum planen (bergab) und v.a. nicht im Hochsommer bei 40+ Grad. Aber wenn das Euer Geschmack ist.

Hier zwei Berichte von solchen Touren von/nach WDH/CPT:
- https://nit.com.na/deutsch/post/nam-ct-17-days-german/
- https://www.myheimat.de/hemmingen/freizeit/afrika-eine-radtour-von-windhoek-nach-kapstadt-und-zurueck-d42319.html
Wir haben ca. 21 Tage für den Trip geplant (gerne auch ein paar Tage mehr, je nachdem wie weit wir kommen)
halte ich für sehr ambitioniert. Es sind 1500 km auf der direkten Strecke, d.h. ihr müsstet dann 70+ Kilometer am Tag fahren. Wenn ihr nur auf der Hauptstraße bleibt gut möglich, ansonsten wird es sicherlich schwierig.
und wollen abwechselnd in Zelten und Backpackern unterkommen.
was die namibische Seite angeht wirst Du nach Backpackern lange suchen müssen. Wenige Ausnahmen gibt es in den (wenigen) Ortschaften. Und die Campsites sind auch nicht gerade neben der Hauptstraße.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian

P.S. Schreib mal BikeAfrica hier im Forum an. Der ist durch halb Afrika geradelt.
Vielen Dank für deinen ehrlichen Rat. Allerdings planen wir eine komplette Rundreise, weshalb es von CPT nach WHK besser passt.
Wir müssen auch nicht unbedingt ganz in Windhoek ankommen, so weit wie wir kommen passt es uns.
Außerdem haben wir Puffertage, wenn es auf 30 Tage hinausläuft ist auch das vollkommen okay! 🙂

Die Hitze ist wohl das größte Problem.. mein Kumpel kann leider nur im Dezember vorbeikommen.

Vielen Dank für den Kontakt, ich werde ihn nach Tipps, Tricks und Erfahrungen befragen!

Lg
2'530 Beiträge · seit 201130. Okt. 2019 · #11
Egal welche Richtung, aber ich wünsche Euch viel Erfolg und hoffe das Euch nichts zustößt, gerade in der Gegend um Kapstadt. Ist momentan ein heißes Pflaster. Soll nicht heißen das ihr es nicht tuen sollt, nur sehr wachsam sein.

In NAM kann man sicher überall anklopfen um sein Zelt aufzuschlagen, speziell bei Farmern, auch im Norden von SA entlang der N7.
Farmer sind generell sehr gastfreundlich, speziell wenn da zwei mit dem Fahrrad kommen. Sieht man ja nicht alle Tage.
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
zuletzt bearbeitet 30. Okt. 2019
7'297 Beiträge · seit 200630. Okt. 2019 · #12
Hallo Chiara,

hier mal einige Infos zu den hier und per PN gestellten Fragen (interessiert ja irgendwann evtl. auch mal jemand anderen).

Die von euch beschriebene Route bin ich noch nicht gefahren, aber ich bin sowohl in Südafrika als auch Namibia schon mit dem Rad unterwegs gewesen (und in 14 weiteren afrikanischen Ländern). Das wichtigste fasse ich mal zusammen.

Ich bevorzuge ein MTB mit eher breiterer Bereifung. Die MTB-Felgen sind in der Regel stabiler als die eines Trekkingrades und die breiteren Reifen lassen einen auch auf etwas sandigerer Piste noch fahren, wenn es mit dem Trekkingrad nicht mehr geht. Ich fahre in Afrika immer mit Rückspiegel (ist auch nützlich zur Kontrolle, ob sich langsam ein Sonnenbrand im Gesicht entwickelt). Radfahrer sind außerhalb der Städte unüblich. Autofahrer verschätzen sich häufig bei der Geschwindigkeit, überholen zu knapp oder ein von hinten kommender LKW wird plötzlich von einem zweiten überholt und kann nicht mehr ausscheren, hat aber auch nicht mehr genug Platz zum Anhalten. Es ist hilfreich, schnell zu sehen, was hinter einem passiert. Wenn es brenzlig wird, reicht die Zeit zum Umdrehen evtl. nicht mehr und man muss schnell von der Straße. Muss nicht passieren, kann aber.

Da ihr die Räder offenbar erst kaufen wollt, wisst ihr vor dem Start nicht, wie stabil die Laufräder sind und wie gut sie eingespeicht wurden. Es könnte also sein, dass die Speichen zu schlecht gespannt sind und bei Fahrten auf Pisten und mit Gepäck jeden Abend Achter in den Felgen sind. Ich würde auf jeden Fall einen Nippelspanner mitnehmen und mich mal damit beschäftigen, wie man ein Laufrad einigermaßen zentriert.
Ich habe immer einen Brems- und einen Schaltzug, eine Kette, Ersatzspeichen, Bremsgummis und ein paar gängige Schrauben und Muttern dabei (rütteln sich gerne lose auf der Piste). Kette, Brems- und Schaltzug werdet ihr bei neuen Rädern eher nicht brauchen.

Reifen sollten stabil sein mit Kevlar- oder Aramideinlage gegen Dornen. Ersatzschläuche und Flickzeug sind sinnvoll. Bei einem Platten dann innen den Mantel auf Dornen untersuchen, neuen Schlauch rein und kaputten abends flicken (geht einfach schneller als jedes Mal direkt flicken). Wieviel Schläuche man mitnimmt? … ich habe schon vier Platten an einem Tag gehabt und dann wieder vier Wochen keinen einzigen.
Auf passende Ventile und Ventillänge achten (normale Sclaverandventile sind für Hohlkammerfelgen oft zu kurz, lange Sclaverandventile häufig nicht erhältlich). Bei Sclaverandventilen auch Adapter auf Autoventil mitnehmen, gute Luftpumpe verwenden.
Ich verwende so eine: https://www.amazon.de/Tiakia-Fahrradpumpe-Rahmenpumpen-Aluminiumlegierung-Mountainbikes/dp/B07HP4FKFP/ref=sr_1_59?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=luftpumpe&qid=1572449528&sr=8-59

Gepäckträger für vorne wird man in Afrika vermutlich nur schwer bekommen, bei Packtaschen sieht es möglicherweise ähnlich aus. Ich habe immer alles von zuhause mitgenommen und weiß es daher nicht wirklich.

Die Asphaltstraße von Keetmanshoop bis Windhoek ist die wohl langweiligste Strecke, die Namibia zu bieten hat. Gleichzeitig ist sie eng und stark (und schnell) befahren. Ich würde definitiv über Pisten fahren, auch wenn es weiter und anstrengender ist. Die Landschaft und das Gefühl der Einsamkeit ist ein ganz anderes. Dennoch kommt da immer mal jemand vorbei. Zu Telefonnetz und Internetverbindung kann ich Dir nichts sagen. Ich bin 20.000 km ohne Telefon und Internet oder Navi in Afrika geradelt.

Die Wasserversorgung wird das größte Problem werden, denn auf den Pisten kommt man nicht unbedingt jeden Tag irgendwo hin, wo man Wasser bekommt und ich habe in der Namib und im Kaokoveld im Sommer Temperaturen von bis zu 47 Grad im Schatten gehabt und in drei Tagen 40 Liter Wasser (die hatte ich auch dabei für diese Etappe) getrunken (und am dritten Tag kamen abends noch paar „Hopfenkaltschalen“ dazu. 😉
Wasser bekommst Du an jeder Tankstelle und auf jeder Farm. Das Problem ist, dass die Farmen weit voneinander entfernt sind und das Farmgebäude oft kilometerweit von der Piste entfernt ist (außer Sichtweite).

Wachhunde auf Farmen können problematisch sein. Es gibt immer irgendwelche Löcher im Zaun und die Biester kennen die. Fluchtversuche sind sinnlos auf der Piste. Stehenbleiben und Fahrrad quer vor sich stellen hilft normalerweise. Die Hunde beruhigen sich dann langsam. Stein aufheben und mit Werfen drohen hilft auch oft. Sind Rinder frei unterwegs, auch mal bisschen genauer schauen. Es kann sein, dass Bullen dabei sind.

Man kann auf den Pisten keine Tageskilometer kalkulieren. Du kannst gute Piste mit Rückenwind haben und mühelos 20 km/h schaffen und Du kannst auch mal starken Wind und sandige Piste haben und für fünf Kilometer zwei Stunden brauchen. Es wird vorkommen, dass Du auch mal wild übernachten musst. Es ist nicht immer einfach, einen halbwegs vernünftigen Platz zu finden, da im Süden fast alle Gebiete eingezäuntes Farmland sind. Da bleibt manchmal nur der fünf Meter breite Streifen zwischen Piste und Zaun.

Gibt es ernsthafte Pannen oder man schafft die Gesamtstrecke bis Windhoek nicht, gibt es häufig auch mal die Gelegenheit, auf einem Pickup mitzufahren. Frage vorher nach dem „Fahrpreis“, um am Ende Ärger zu vermeiden. Es ist generell in Afrika und eben auch in Namibia üblich, dass man von Anhaltern einen Zuschuss zum Spritgeld verlangt. Manche verlangen unverschämte Beträge, andere nehmen einen kostenlos mit und dazwischen liegt die ganze Bandbreite.

Was die Klamotten angeht … unbedingt Schirmmütze mitnehmen und ggf. Sonnenbrille bei Lichtempfindlichkeit. Da den ganzen Tag die Sonne auf Handrücken und Unterarme brennt (das gibt irgendwann tatsächlich richtige Schmerzen trotz Sonnencreme), empfiehlt sich die Mitnahme von Radhandschuhen und irgendwas mit langen Ärmeln und ggf. sogar 'ne dünne lange Hose.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...