23. Mai 2009 Von der Piper Pan Campsite in die Pasarge Valley Campsite, CKGR 143 km in 6 Stunden, 33°
Ich friere am Morgen, obwohl es 7° hat. Der Kaffee wärmt dann etwas und wir fahren kurz nach Sonnenaufgang ans Wasserloch, aber hier ist nichts zu sehen und der Kadaver liegt unverändert da. Anscheinend haben die Carnivoren (Fleischfresser) ein Problem damit, Ihresgleichen aufzufressen, auch im Khalagadi haben wir mehrere Löwenkadaver entlang der Nossob Road gesehen, die fast unversehrt, aber vertrocknet herum lagen. Eine Runde um die Pan bringt auch nichts weiter als ein paar Oryxe und zwei Kudufamilien, die sich, wie am Abend zuvor, im dornigen Gestrüpp aufhalten, nur sahen wir am Abend nur den einen Kudukopf mit großem Geweih über den Zweigen.
Nach dem Frühstück und dem Zeltabbau gibt es eine schnelle heiße Dusche aus dem Eimer, die Dusche funktioniert sogar ausnahmsweise und ist auch nicht verdreckt. Um 10 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Passarge Valley, unserer letzten Station in der Central Kalahari. Die Strecke ist durchwachsen, immer wieder zwingen tiefe Rillen zum Abbremsen.
Wir besichtigen die Lethiahau Campsite, hier gibt es zwei Plätze, an beiden liegt jeweils ein Kudugeweih, es gibt keine Dusche und keine Toilette, ein merkwürdiges System haben die hier. Am Lethiahau Waterhole stehen zwei Autos mit botswanischer Nummer, zwei Paare haben direkt am Wasser ihren Tisch aufgebaut und essen zu Mittag, mir bleibt die Spucke weg und ich verpasse es sogar, ein Foto zu machen, bei soviel Unverstand. Kurz nachdem wir zurück auf die Strecke fahren, biegt ein Toyota mit Park-Rangern ab in Richtung Waterhole, wir rätseln nun, ob die vier verjagt werden und eine Strafe bekommen, oder ob sich die Ranger zum Mittagessen einladen lassen. Wir fahren aber weiter, ohne das Ergebnis anzusehen.
Die nächsten Campsites, die wir uns ansehen, sind eine den Tour-Unternehmern vorbehaltene Campsite (CK-MOB-xy) und die Kori-Campsites. Erstere ist zwar riesig, hat aber weder Dusche, noch Toilette, die Kori-Campsites sind ausgebucht, unter anderem auch von einer organisierten Tour, wir nennen sie Fleischtransporter. In der Ferne hören wir Fluglärm auf dem Deception-Airfield und kurz darauf werden 30 Senioren mit roten Gesichtern, allesamt missmutig schauend, von zwei Transportern in Richtung Kori kutschiert. Na, das wird ja wohl eine Klasse Safari, wenn die Kunden jetzt schon schlecht gelaunt sind. Was sie wohl zu den Mini-Zelten sagen werden, die da für sie aufgebaut sind? Immerhin sind sie in einem Alter, in dem sie sich es leisten können, eine teure Safari zu machen, bei der sie nicht auch noch die Zelte aufbauen müssen.
Der Track bleibt mittelmäßig bis zur Deception Pan, man braucht zwar keinen 4x4-Antrieb, aber er ist wellig und von tiefen Löchern durchzogen, die beim letzten Regen entstanden sein müssen. Die Verwaltung tut anscheinend überhaupt nichts für das Wegenetz. Erst als es in die Leopard Pan geht, wird es etwas besser und man kann auch mal 40 fahren. Kurz vor der Pan treffen wir noch auf eine Herde von über 50 Oryx-Antilopen, ein Zeichen, dass noch immer genügend Nahrung für alle da sein muss.
Denn ansonsten hätten sie sich schon wieder in kleinere, streng hierarchische Grüppchen aufgeteilt und die Sicherheit durch die große Zahl zugunsten der ausreichenden Nahrung aufgegeben. Von der Leopard Pan bis ins Passarge Valley umgibt uns wieder dichtester Busch, danach weitet sich das Valley und wir sind überrascht, wie grün es hier ist im Gegensatz zum letzten Jahr, als alles abgebrannt war. Überall wachsen die Büsche mit den 1 – 2 cm großen, knallgelben Früchten. Unter einem großen Kameldorn stehen dutzende Springböcke zusammen mit den Oryx, die Pan, die gegenüber unserer Campsite liegt, ist aber fast leer.
Die Nacht zuvor müssen zwei Autos auf der Campsite CK-PAS-01 gewesen sein, man sieht gut die Spuren und darunter ältere Löwenspuren. Vielleicht schaffen wir es ja doch noch, in unsrer letzten Nacht in der Central Kalahari den schwarzmähnigen Kalahari-Löwen zu sehen? Wir sind schon spät dran und bauen schnell auf, Brot will ich auch noch backen und so ist schnell das Feuer angeheizt. Grad ist der Brotteig fertig zum Gehen, hören wir, es ist noch nicht einmal dunkel, ein lautes Löwen-Gebrüll, es ist keinen Kilometer entfernt und dringt durch Mark und Bein. Wenn man nicht damit rechnet, ist das Brüllen eines gestandenen Löwen-Paschas eine haarsträubende und furchterregende Angelegenheit. Er brüllt alle 7 oder 8 Minuten und entfernt sich abei ein wenig, wir packen alles ein, was an Lebensmitteln herumsteht und an Küchenutensilien und fahren schnell hinab zum Weg. Über eine Stunde stehen wir dann da und hören ihn brüllen, es kommt aus einem Gebüsch keine 300 Meter weit weg, aber wir sehen nichts, schade. Die Schakale heulen nun mit dem Löwen um die Wette, einer ist nahe bei unsrem Camp.
Als es fast dunkel ist, fahren wir wieder zurück zur Campsite, das Feuer ist heruntergebrannt und der Brotteig gut aufgegangen, schnell ist es wieder entfacht und das Brot wird lecker und knusprig. Aber das andauernde Löwengebrüll zerrt doch an den Nerven und um halb 9 gehen wir ins Bett, nachdem wir die letzten unsrer Rinderfilets und einen Salat dazu verdrückt haben.
24. Mai 2009 Von der Passarge Valley Campsite, CKGR nach Gweta in die Gweta Lodge 396 km in 9 Stunden, 28°
Nach einer ereignislosen Nacht stehen wir um 7 auf mit dem Gebrüll von nun zwei Löwen, einer brüllt von rechts, der andere von links. Ich habe das Gefühl, der hinzugekommene ist uns sehr nahe, unter einem Kilometer. So packen wir schnellstens zusammen und fahren hinunter, aber leider, wieder sehen wir nichts. Auf der Campsite gab es keine frischen Spuren, noch nicht einmal von den Schakalen. Wir verabschieden uns so langsam von der Kalahari, in zweieinhalb Stunden sind wir am Mataswere Gate, die Wege sind in einem extrem schlechten Zustand, man kann fast seekrank werden von den Wellen.
Die Lady am Gate versucht Deutsch mit mir zu sprechen, beim Auschecken, sie ist sehr freundlich und weist uns darauf hin, dass wir den Müll am Gate lassen dürfen, aber das wissen wir ja vom letzten Jahr. Die Strecke bis Rakops ist ebenso wellig, abwechselnd gibt es Wellblech, nur der Tiefsand vom letzten Jahr ist verschwunden. Kurz vor Rakops treffen wir noch auf Deutsche, die wir aus dem Namibia-Forum kennen, unser Auto mit der Beschriftung wird wieder erkannt, das freut mich. Wir erzählen ein bisschen, dann geht es weiter. Am Schild am Highway machen wir ein schnelles Foto von uns und unserem Auto mit Fernauslöser, danach suchen wir in Rakops den neuen Supermarkt, den es dort geben soll.
Wir finden zwar einen neuen Supermarkt, aber auch er bietet wenig Auswahl, Dosengerichte, Coke Zero und Chicken tiefgefroren, aber keine 5 Liter Wasser-Kanister, die finden wir im nächsten Supermarkt. In dem waren wir letztes Jahr auch schon einmal, nun haben wir zumindest 3 der 8 benötigten Wasser-Kanister für Simbabwe.
Rakops hat sich verändert, überall wird gebaut und zwar in der traditionellen Rundbauweise, ein erfreulicher Anblick, nur die Dorf-Straße ist immer noch so schlecht, oder noch schlechter wie letztes Jahr, ein schmales, von Schlaglöchern durchzogenes Band in der Mitte mit Staubpiste rechts und links. Man ist sehr freundlich und sogar die Polizei winkt uns zu. Durch unser südafrikanisches Autokennzeichen hält man uns für Südafrikaner, das ist immer noch sicherer, als wenn man uns für reiche Urlauber aus Overseas halten würde. Aber nicht immer ist es besser. Manches Mal wünschte ich mir allerdings ein deutsches Kennzeichen, immer dann, wenn sich die Südafrikaner ihrem Ruf gemäß schlecht benahmen.....
Nachdem wir aus Rakops heraus sind, füllen wir unsere letzten zwei verbliebenen Benzinkanister um, auch in diesem Jahr wollen wir in Rakops lieber nicht tanken, denn hier ist das Benzin durch die veraltete Anlage oft verdreckt. Wir haben für 883 Kilometer durch die Kalahari 185 Liter Benzin benötigt, das sind knapp 21 Liter für 100 Kilometer, ein sehr gutes Ergebnis, bedenkt man unser Gewicht von Anfangs über 3 Tonnen. Außerdem haben wir ca. 70 Liter Brauchwasser benötigt und 35 Liter Trinkwasser. Unsere Kalkulation mit 250 Litern Benzin und 100 Litern Brauchwasser war also in Ordnung und auch der Trinkwasser-Verbrauch entspricht der Jahreszeit, im Sommer hätten wir sicher das Doppelte benötigt. Die ganze Strecke war zwar anspruchsvoll und nicht gerade gut geeignet für einen Anfänger, aber durchaus ohne übermenschliche Anstrengung machbar. Da wir inzwischen über einiges an Erfahrung verfügen und uns gut vorbereitet haben, sind wir nur ein kleines, aber kalkulierbares Risiko eingegangen, indem wir alleine fuhren, denn unsere Freunde in Struisbaai hätten sicher Himmel und Hölle in Bewegung versetzt, wenn wir nicht spätestens morgen angerufen hätten.
In wenigen Stunden sind wir nach Gweta gefahren, hier gibt es einen herzlichen Empfang, wie erwartet. Wir räumen ein wenig auf und säubern unser Auto vom gröbsten Staub, danach folgt das Auftanken an der Gweta Filling Station. Durch die vielen Kanister werden wir bevorzugt behandelt, sogar die Chefin kommt, um nach dem Rechten zu sehen, es arbeiten hier nur Frauen, eine riesige Ausnahme in Botswana. Sie helfen sogar, die schweren Benzinkanister nach oben zu hieven unsere Rechnung beträgt 950 Pula für 210 Liter, das Tanken dauerte mindestens 30 Minuten. Einer der Metallkanister leckt und wir tauschen auf der Campsite die Dichtung aus, dann funktioniert alles. Nur die Halterungen für die Benzinkanister machen weiterhin Sorgen, immer mehr Stücke der Fußmatte müssen als Puffer herhalten, um weitere Leckagen zu vermeiden. Um so mehr in den Halterungen drinsteckt, um so schwerer gehen sie natürlich auch zu.
Zum Abendessen kamen wir etwas zu spät, man hatte vergessen, den Boiler fürs Duschen einzuschalten und nach 7 Nächten in der Wildnis wollen wir doch richtig sauber am Tisch sitzen, zumal wir ja nicht selbst kochen müssen. Wir vertreiben uns die Wartezeit mit einer Flasche roten Sekt (Pula 45), den es an der Tankstelle gab, hier darf man bis 23 Uhr Alkohol verkaufen. Das Abendessen mit drei Gängen ist oberlecker, gebackener Camembert als Vorspeise, Hähnchenschenkel mit Gemüse und Pürree bilden die Hauptspeise und ein noch warmer Kuchen mit Schlagsahne und frischem Obst.
Wir sind um 21 Uhr so müde, dass wir direkt ins Bett fallen, ohne noch an der Bar vorbei zu schauen. Die bekannte Disco dröhnt nebenan und die Musik hilft beim Einschlafen, denn sie übertönt alle anderen Geräusche im Ort wie Ziegen mit Glöckchen, Hunde, Hühner, Trommeln und noch mehr, es gibt die ganze Nacht eine laute Geräuschkulisse, die uns nach den Buschgeräuschen doch ein wenig merkwürdig vorkommt. Doch wir müssen ja nicht lange warten, bis wir wieder im Busch sind, ab morgen sind wir bereits in Simbabwe im Hwange National Park unterwegs.
Warum ist es besser für Südafrikaner gehalten zu werden, als für Deutsche?
hallo Topobär, ich habe es wohl blöd formuliert, ich meinte, dass es besser ist für Südafrikaner gehalten zu werden, weil man dann kein reicher Tourist aus Overseas ist. Mit einem Leihwagen mit GP Kennzeichen und vielleicht noch dem Logo der Verleihfirma drauf ist es klar, das ist ein Tourist, der hat Geld. Ich muss das ändern... 😉
Manches Mal hätte ich mir allerdinsg ein Deutsches Kennzeichen gewünscht, nämlich wenn sich die Südafrikaer auf den Campsites völlig daneben benahmen.
25. Mai 2009 Von der Gweta Lodge in den Hwange National Park, Zimbabwe 360 km in 10 Stunden, 27°
Wir lassen uns mit dem Zusammenpacken heute etwas Zeit und duschen noch mal, nachdem die abendliche Dusche doch sehr kurz war. In Gweta versuchen wir noch unser Glück in den beiden Läden, Supermarkt kann man das ja nicht nennen. Es gibt Kartoffeln und grüne Paprika, jede schon mit dem Preis beschriftet. 5-Liter-Wasser- kanister gibt es natürlich wieder nicht. Gweta hat sich leider nicht so wie Rakops verändert, nur der Wasserhochbehälter ist neu, neugebaute Häuser gibt es aber nicht zu sehen. Wir sind in kurzer Zeit in Nata, die Straße ist in sehr gutem Zustand und teilweise sogar frisch geteert. In Nata gibt es drei Tankstellen und einen Supermarkt an der Caltex, in dem wir endlich die 5 Liter-Wasserkanister finden. Ich kaufe 6 Stück, danach fahren wir durch den Ort, es gibt Fast Food Läden, dazwischen die traditionellen General Dealer, in einem finden wir frisches Rindfleisch, ein Kilo kostet ca. 4 €. Wir frieren die 4 Stücke ein, zusammen mit dem Chicken aus Rakops haben wir für 4 Mahlzeiten Fleisch, also für eine Woche im Hwange National Park sind wir gerüstet. Wir essen nicht täglich Fleisch, und versuchen, so oft wie möglich frisches Gemüse und Obst zu bekommen, haben wir zusammen mit unseren Vorräten an Nudeln, Reis und Dosenfutter genügend Abwechslung im Speiseplan.
Letztes Jahr hätte ich kein Fleisch in einem Dorfladen gekauft, gibt es doch in Südafrika und in Botswana in den größeren Städten überall Spar- oder Shoprite-Läden in denen man genügend Frischfleisch oder TK-Fleisch bekommt. Nun, wenn wir weiterhin Fleisch essen wollen, müssen wir es in eben solchen Geschäften kaufen, zumindest ist es hier noch in einer Kühltheke aufbewahrt und die Verkäuferin langt nicht mit bloßen Händen hinein.
Nach einem üppigen Mittagessen vom Take Away der Caltex Tankstelle, das Frühstück fiel ja aus, fahren wir um 12 Uhr in Nata los in Richtung Kasane, es sind ja „nur“ 100 Kilometer bis Pandamatenga, so denken wir. Aber , man hatte uns ja gewarnt vor der Piste, sie besteht aus mehr Potholes und Umfahrungen, als Teerstraße. Wir sehen den ersten Elefanten diesen Jahres, er ist riesig und überquert ohne Scheu vor uns die Straße, um auf der anderen Seite parallel zur Straße zu marschieren. Um 15 Uhr sind wir erst am botswanischen Grenzposten, hier werden wir aber schnell abgefertigt und durchs Tor gelassen. Wir sind die ersten und wahrscheinlich auch die letzen Kunden des Tages.
Auf der anderen Seite des Schlagbaums hört die Teerstraße nach 10 Metern auf und wir fahren hinein nach Simbabwe. Ein einziger Beamter ist anwesend, er telefoniert die anderen Grenzbeamten und Polizisten herbei, teils sind sie in Uniform, teils privat gekleidet. 6 Mann kümmern sich um uns und fertigen uns in 30 Minuten ab, auch hier sind wir logischerweise die ersten Kunden des Tages.
Nachdem alle Gebühren bezahlt sind, wir werden insgesamt 150,- US $ los, geht es um 16 Uhr weiter in den Hwange. Auch hier waren wir vor der Piste gewarnt worden und hatten eigentlich die Hoffnung aufgegeben, noch bis in Robins Camp zu gelangen. Aber, was für eine Überraschung, bis auf wenige Stellen, an denen der Matsch der Regenzeit tief ausgefahren war, ist die Piste völlig in Ordnung und ohne 4x4 Antrieb zu befahren. Wir sehen einiges an Wild, unter anderem eine der seltenen Säbel-Antilopen mit Jungtier, Impalas und Kudus, aber sie sind sehr scheu, denn hier, in der sogenannten Matetsi-Aerea wird ja gejagt. Eine Horde Baboons (Paviane) turnt an einer Brücke durch das Geäst, sie haben Angst vor uns und verschwinden unter lautem Gebrüll im Gebüsch, die, die weiter oben im Baum saßen, lassen sich aus 3, 4 Metern Höhe hinabfallen. Um 17:30 Uhr sind wir am Gate, auch hier sind wir logischerweise die ersten Kunden des Tages und werden freudig von Abjot begrüßt und per Funk in Robins Camp angemeldet.
Unterwegs sehen wir noch Schakale und ein ganzes Rudel afrikanischer Wildhunde, sie sind bei der Jagd und wir müssen weiter, um vor 18 Uhr in Robins Camp zu sein. Der Anführer hat ein verkrüppeltes Hinterbein, es scheint ihn aber kaum zu behindern und alle anderen beobachten ihn aufmerksam und folgen ihm, ohne zu zögern. Schade, denn diese wunderschönen Tiere sehen wir zum ersten Mal. In Robins Camp werden wir ebenso freudig begrüßt, außer uns sind nur noch vier Forscher in zwei winzigen Zelten auf der Campsite. Das warme Wasser für die Dusche wird schnell von zwei dienstbaren Geistern angefeuert, sie sind fröhlich und singen.
Die Ablutions sind zwar sauber, aber uralt, aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, es ist schon ein wenig gruselig und da ich am Morgen geduscht habe, hebe ich mir das Vergnügen für den nächsten Tag auf. Ein schnelles kaltes Nachtessen und um 21 Uhr liegen wir im Bett und schlafen, umgeben von den Geräuschen der Nacht im umliegenden Busch.
26. Mai 2009 Game Drives rund um Robins Camp, Hwange National Park, Zimbabwe 99 km, 26°
Es ist hier nicht so kalt, wie in der Kalahari, wir haben am Morgen schon 10° und sind um 7 Uhr unterwegs auf einem Game Drive im Norden des Hwange National Park. Wir fahren an die Crocodile Pools, hier gibt es einen Hide, er ist ungepflegt und lange nicht genutzt, und sogar eine Toilette. Die Pools liegen unter uns im Morgennebel, die Natur hier erschlägt uns nach 9 Monaten Afrika, es ist grün wie in einem deutschen Wald. Es gibt genügend Wasser und im Hochland wohl nicht so viele Elefanten, so dass der Urwald aussieht, wie es vor 150 Jahren in dieser Region Afrikas ausgesehen haben muss. Die Luft riecht würzig und frisch, ab und zu kann man auch einen Elefanten erschnuppern, entdecken kann man sie nur durch Zufall, denn schon 5 Meter neben der Fahrspur sind sie nicht mehr zu sehen.
Wir fahren weiter und folgen dem Loop, auch wenn der Track merklich schlechter wird, solange man noch sieht, wohin man fährt, geht es ja noch und hier im Wald ist der Boden fest, auch wenn es über manch eine Brücke geht. Die Route führt bergauf und bergab und wir genießen einfach die grüne Natur. Wir sehen Kudus, Impalas, eine mächtigen Wasserbock, der mit einem Satz den Weg überquert und nicht mehr zu sehen ist, viele Vögel und einen Riedbock. Elefanten sehen wir erst mal keine, aber man hört sie im Wald trompeten. Und man sieht ihre Hinterlassenschaften, diese sind teilweise riesig, anscheinend sind hier viele Elefanten so riesig, wie der, den wir an der Hunters Road gesehen haben.
Den Nachmittag verbringen wir mit Wäsche waschen, kaum ist sie trocken, kommen unsere dienstbaren Geister und wollen die Wäsche bügeln, was wir aber dankend ablehnen. Es ist schwierig, den beiden Mädels zu erklären, dass wir unsere T-Shirts und Unterhosen nur einen Tag lang anhaben und dann waschen, würden wir die Sachen jedes mal bügeln, müssten wir dafür jede Woche einen Wasch- und Bügeltag einlegen. Aber sie bekommen später ein Stück frischen Pfirsichkuchen, ich habe in Nata Konserven gekauft, um mal etwas anderes zu backen, als Apfelkuchen. Die beiden sind begeistert und ich biete ihnen an, wenn sie mir drei Eier besorgen, würde ich ihnen einen ganzen Kuchen backen. Dadurch kommen wir ins Gespräch über die Ernährungssituation. Es gibt nur alle paar Wochen Nachschub, wenn es mal Gehalt gibt, so zwischen dem 18. und dem 20. des Monats wird jemand nach Hwange geschickt zum Einkaufen, es gibt aber kein frisches Gemüse und sie haben weder einen Gemüsegarten, um Zwiebeln oder Tomaten anzubauen. Hühner, und somit Eier gibt es auch nicht. Dennoch sind die beiden immer gut gelaunt und singen sogar bei der Arbeit. Sie wissen, dass Simbabwe in den letzten Jahren arm war, aber sie sind fest davon überzeugt, es wird jetzt aufwärts gehen.
Am Nachmittag fahren wir nochmals los, wir wollen zur Little Tom Plattform, wir fahren zunächst am Little Toms River entlang, kommen aber nicht sehr weit, mitten vor einem Schilffeld endet die Spur, die bei 2 Meter hohem Gras schon zuvor kaum zu sehen war. Wir kehren um und versuchen es über den Big Tom River, hier kommen wir etwas weiter und überqueren sogar den Fluss, danach stehen wir aber vor dem kaum noch sichtbaren Track mit 50 – 60 cm tiefen Löchern im schweren, schlammigen Boden und geben endgültig auf, es ist zwar in der letzten Zeit jemand da gefahren, aber wir wollen ja nicht irgendwo im Matsch stecken bleiben.
Wir fahren noch an den Salt Pan Dam und entdecken einen wunderschönen Stausee, der nur ein wenig versalzen ist. Es gibt Spuren von Raubtieren u.a. von Hyänen. Wir bleiben bis kurz nach halb sechs und sind pünktlich zurück im Camp. Das Abendessen besteht aus Fleischbällchen mit Spaghetti in Tomatensauce aus der Dose, geschmacklich sind sie mit den deutschen Ravioli vergleichbar. Die Campsite hat sich gefüllt, es sind 3 Autos dazugekommen und nun muss ich mich sputen, um in den Genuss einer heißen Dusche zu kommen.
Heute hört man die Angestellten, die neben der Campsite ihre Wohnquartiere haben, sie haben entweder einen Fernseher oder einen Radio laufen, sie sind bestens gelaunt, sicher läuft ein Sportkanal. Um 21:30 herrscht dann aber doch Ruhe und wir schlafen mit den Buschgeräuschen und den Rufen einer einsamen Hyäne nahe beim Camp schnell ein. Ich hasse Fussball, aber den Menschen im Hwange Park gönne ich jede Freude, sei sie noch so gering!
27. Mai 2009 Von Robins Camp an den Masuma Damm im Hwange National Park, Zimbabwe, 93 km in 3,5 Stunden, 29°
Wir stehen um 6 Uhr auf und bauen ab, denn heute wollen wir an den Masuma Dam umziehen. Ich laufe hinauf zu Mr. McDonald im Tourist-Office, er ist um halb sieben noch im Trainings anzug unterwegs, ich bezahle die letzte Nacht und er sagt, er hätte mit wem auch immer gefunkt und wir könnten kommen. Noch eines der Paare auf unserer Campsite hätte Interesse am Masuma Damm, ob wir denn teilen würden? Ich frage ihn, wer das sei und er sagt mir, die, die ganz unten campen und ich gebe ihm mein OK.
Um halb 8 Uhr fahren wir los, das andere Paar mit einem Toyota schläft noch, na dann sichern wir uns den besten Platz auf der Campsite. Die Fahrt dorthin bietet nichts Neues, wir erkunden den Deetema Damm, der Hide ist vernachlässigt und die Tiere (Zebra, Impala, Baboons und Elefant) sind scheu und laufen beim geringsten Ton eines Motors weg. Die Picknick Site hier am Damm könnte ein toller Ort sein, wenn er nicht so vernachlässigt wäre.
Am Masuma Damm angekommen stellen wir fest, unsere Tippgeber aus dem Namibia-Forum ( Danke Andreas und Jörg ...) hatten Recht, es ist toll hier, der Hide ist genial und auch sauber, man sieht die Hippos und Krokos in 5 – 10 Metern Entfernung.Es gibt zwei Ranger hier und einen Betreuer für die Gäste, alle sind sehr nett, aber schüchtern. Die sanitären Anlagen sind katastrophal, noch schlimmer als in Robins Camp. Wir stellen unser Zelt am Platz mit dem besten Blick aufs Wasser und direkt an der Feuerstelle auf. Den Nachmittag verbringen wir mit Dösen, ab und zu kommen vereinzelte Elefanten vorbei und trinken und die Hippos, es sollen bis zu 19 sein, gehen an Land und springen kurze Zeit später mit lautem Platschen wieder ins Wasser. Ein mindestens 1 Meter langer Waran streift am Ufer an den Baboons vorbei und die zwei Stauseeeigenen Krokos liegen mal da und mal dort faul herum. Unsere Rangerin erzählt uns, dass man in der dry season, also im August und September unten Wasser frisch gepumpt werde und es dann 2 – 300 Elefanten auf einmal zu sehen gäbe und dazu hunderte Büffel, Zebras, Impalas .... Na wir sind halt in der falschen Jahreszeit hier, aber irgendwann mussten wir eben losfahren und das in Kauf nehmen.
Am späten Nachmittag machen wir einen Game Drive bis nach Shumba an die nächste Picknick Site, da ist es wunderschön, die sanitären Anlagen und alles Häuschen sind von den Friends of Hwange renoviert. Es ist niemand da, hinter der Anlage steht ein düsteres, leer aussehendes Häuschen, aber wir denken, es ist nicht mehr bewohnt. Am kleinen See vor Shumba gibt es einen weiteren Hide, auch hier finden sich Hippos ein. Am Ufer liegt das ausgebleichte Skelett eines Elefanten. Fred bedauert, dass wir nicht in Shumba gebucht haben.
Wir fahren zurück und finden an einem Wasserloch kurz vor Masuma ein paar Elefanten beim Trinken, sie laufen glücklicherweise nicht vor uns weg, wie sämtliche Tiere oben im Norden. Unterwegs sehen wir ein Fahrzeug des Parks mit unseren Rangern und unserem Betreuer darauf. Nachdem wir zurück sind haben wir einen neuen Betreuer, ein sehr unangenehmer Mensch, der einem nicht in die Augen sieht, beim reden, er ist verwundert, weil er nicht informiert wäre, dass wir kommen würden. Wir sagen ihm, dass wir für drei Nächte in Robins Camp bei Mr. MacDonald gebucht haben und fragen, ob er unser Geld nehmen würde, das bejaht er, es sollen 10 US $ sein pro Person. Nun, dann ist alles in Ordnung und nach drei Anläufen, von uns einen Arbeitsauftrag zu erhalten, wir haben leider keinen, verzieht er sich endlich in seine Hütte hinter der Campsite. Zum Glück kommt niemand mehr, der hier her will.
Unter lautem Schnauben und Prusten der Hippos grillen wir unsere botswanischen Rinder“Steaks“, sie sind erstaunlicherweise zart, aber es ist kein Steakfleisch. Danach kommt das Brot im Potje aufs Feuer, zum ersten Mal wird es richtig gut und wir geben den Rangern und unseren Betreuern etwas davon ab. In der Nacht hören wir immer wieder die lautstarke Kommunikation unserer Hippos und einmal brüllt ein Leopard ganz in der Nähe, aber in der Nacht kommt kein Tier ins Camp, denn auch wenn um 6 Uhr die Gatter geschlossen werden, ist der Zaun löchrig wie ein Schweizer Käse.
28. Mai 2009 Vom Masuma Damm ins Shumba Camp, Hwange National Park, Zimbabwe 97 km in 3,5 Stunden, 28°
Ich schlafe etwas länger und genieße den Blick auf die Hippos aus dem Bett. Nach dem ersten Kaffee machen wir uns auf dem Weg, die Gegend zu erkunden. Über den Lukozi River Loop fahren wir zunächst nach Norden, auch hier ist die Gegend wild und grün, aber man sieht keine Tiere. Wir wollen schon wieder zurück in Richtung Mandavu Damm, als wir in der Ferne Häuser auf einem Hügelkamm sehen, das muss Sinamatella sein und wir beschließen, dahin zu fahren, obwohl wir das eigentlich nicht vor hatten.
Sinamatella sieht sehr verfallen aus, einzig die Picknick Site mit Lapa und traumhaftem Blick über das Land ist ein wenig hergerichtet, die Toilette und Dusche ist eine weitere Katastrophe an Verfall und die Campsite ist mit einem Meter hohen Gras bedeckt. Wir frühstücken an der Picknick Site und treffen das südafrikanische Paar mit dem Toyota aus Robins Camp, sie scheinen hier übernachtet zu haben.
Wir besichtigen den Rest des Camps, gehen am ehemaligen Restaurant vorbei, es hat schon lange zu und auch aus dem Curio-Shop gähnen uns leere Regale entgegen. An einem der Chalets scheint man zu arbeiten, aber ein Blick ins Innere offenbart nichts Gutes, es ist alles sehr spartanisch und abgenutzt, von außen erinnert die ganze Anlage an Zeiten der ehemaligen DDR.
Beim Hinausfahren werden wir von einer unhöflichen Angestellten abgefangen, ohne ihren Namen zu nennen will sie unsere Quittung für die Übernachtung sehen, und behauptet, der Mann am Masuma Damm dürfte gar nicht kassieren, wir müssten hier auf der Stelle die drei Nächte bezahlen. Dann fällt ihr noch ein, dass es für heute eine Buchung gäbe, ich sage ihr, dass wir bereits beim Einfahren in den Park bei Mr. McDonald gebucht hätten und sie berechnet uns mürrisch und misstrauisch die drei Nächte. Zuerst will sie R 160 pro Person, dann 8 US $ und wir zahlen dann doch lieber in US $. Naja, wir haben zwar 12 US $ gespart, aber merkwürdig kommt einem das schon vor und die Frau war extrem unhöflich.
Am Mandavu Damm campt das nette Paar, welches wir schon vorher gesehen haben und wir sind erleichtert, das war wohl die Reservierung für heute gewesen, man hatte wohl nur die Campsites verwechselt. Denken wir zumindest, als wir uns von den beiden verabschieden.
Mandavu ist wie Sinamatella sehr heruntergekommen, es muss einmal sehr schön dort gewesen sein. Der Hide ist verdreckt, die Mauern teilweise eingefallen und der alte Mann, der sich um die Anlage kümmert, versteht kaum ein Wort Englisch. Der Stausee ist größer als Masuma und es sind noch jede Menge Baumreste im See zu sehen.
Bei diesem Vogel bin ich mir nicht sicher, es könnte ein brown snake eagle sein....
Wir fahren zurück an den Masuma Damm, ich habe Kopfschmerzen und lege mich ins Zelt, zum Glück hat es sich etwas zugezogen und ist nicht so heiß wie gestern Mittag. Die Hippos gehen ihrer üblichen Beschäftigung nach, der Waran marschiert wieder durch und es kommen die selben Elefanten vorbei wie gestern, einer hat einen extrem langen Rüssel, den er gerne am Boden ablegt. Wir sind grade dabei, zum Duschen zu gehen, als um kurz nach 17 Uhr ein Pickup ins Camp fährt mit botswanischer Nummer, ein Ehepaar steigt aus und wir unterhalten uns darüber, welche Tiere wir so gesehen haben.
Nach einiger Zeit kommt der Mann auf den Punkt, er habe die Campsite hier reserviert für drei Tage, er käme jahrelang hier her und wir müssten gehen, wir wüssten ja schließlich ganz genau, dass man die exklusiven Campsites nicht im Park reservieren könne, er habe vor Monaten in Harare im Büro der Parkverwaltung reserviert. Wir bieten an zu teilen, er aber will an genau den Platz, an dem wir stehen, das wäre sein Platz. Wir zeigen ihm unsere Quittung vom Vormittag, er hat ein handschriftliches Schreiben eben jener unfreundlichen Person dabei, in dem man uns bittet, nach Shumba umzuziehen. Zunächst einmal stellen wir uns quer, wir haben ja eine gültige Quittung und wenn er nicht teilen will, kann er ja nach Shumba gehen. Er will uns am nächsten Morgen von seinem Warden entfernen lassen. Nach einigem Überlegen beschließen wir aber, noch am Abend zu gehen, weil es uns in Shumba so gut gefallen hatte und schließlich gibt es ja auch dort Hippos und einen Hide. Beim Einpacken lassen wir uns dann aber soviel Zeit, bis der Mr. Wichtig, so nennen wir ihn, oben alles ausgepackt hat, natürlich hilft im unser Betreuer, der ihn anscheinend seit Jahren kennt. Erst um kurz vor 6 schlagen wir das Zelt ab, welches vorher unsere Aktivitäten verborgen hatte und fordern das Schreiben von ihm und fahren hinaus.
Es ist eigentlich schon viel zu spät, aber wir nutzten die Gunst der späten Stunde und fahren langsam die 14 Kilometer und sehen sehr viele Tiere, die wir sonst nicht gesehen hätten, am Wasserloch von gestern sind sieben riesige Elefantenbullen beim Trinken, einer droht uns heftig und wir lassen sie in Ruhe. Ich schaue mir das Schreiben nochmal an, Mr. Wichtig soll laut ihm in Bulawayo gebucht haben, aha, er hat also gelogen und nur seine Beziehungen genutzt, um an den Damm zu kommen.
Mir wird auch klar, hätte er eine schriftliche Buchung gehabt, hätte er das Schreiben ja gar nicht benötigt. Aber egal, wir sind unterwegs und wenn uns in Shumba niemand aufmacht, stellen wir unser Zelt eben direkt am See auf. Es ist schon dunkel, als wir in Shumba ankommen und das Tor ist, wie erwartet zu, wir warten ein paar Minuten und es kommen zwei nette Jungs aus der Hütte hinter der Anlage, wir haben sie beim Essen gestört, aber sie sind froh, Gäste zu haben und heizen uns sogar noch das Duschwasser ein und machen ein Feuer, an dem wir die schnell mit Gas gekochten Makkaroni mit Chakalaka verspeisen, nachdem wir in Rekordzeit das Zelt aufgestellt haben.
Nach dem Abendessen und einer schnellen Dusche fallen wir ins Bett und sind froh, hier alleine mit den Jungs zu sein und nicht mehr in Masuma mit Mr. Wichtig und seiner viel zu jungen Frau, der uns sicher die Nacht oder den frühen Morgen verdorben hätte.
habe mit Begeisterung euren Reisebericht gelesen. Habe manchesmal Euch beneidet - solange auf Reisen zu sein- soviel zu erleben und auch zu meistern- Hochachtung. Gratulation für die Daueraufenthaltsgenehmigung - super. Ach ja - Rhein-Neckar-Zeitung - die lese ich auch - denke in meiner Nähe -Nussloch- habt Ihr gewohnt , schade, dass wir uns da nicht kennengelernt haben. Weiterhin tolle Reise und Euch Beiden alles alles Gute in Südafrika. Liebe Grüsse aus Nussloch Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Hallo Hanne, wir hatten unser Geschäft in Schönau und am Schluss wohnten wir in Neckarsteinach, vielleicht sind wir uns ja mal begegenet, unsere Geschäftsautos waren mit riesigen bunten Früchten beklebt..
Immerhin haben wir 8 Jahre lang Parties im Umkreis von 200 km um Heidelberg veranstaltet... Vor allem die Cocktailparties waren legendär.
Und wenn nicht, macht nichts, das nächste Mal, wenn du in Südafrika bist, besuch uns doch, wir haben ein schönes Gästezimmer, 400 Meter bis zum Meer, 8 km zum südlichsten Punkt Afrikas und eineinhalb Tage Fahrt zum Kgalagadi TNP.
Die RNZ lese ich wenn ich Zeit habe, online immer noch gerne.
Es geht weiter mit dem Kennedy Camp, der Aufenthalt hier gehörte mit zu den schönsten Erlebnissen, die wir in den 7 Monaten hatten:
Ins Elefantenparadies Kennedy
29. Mai 2009 Game Drives um Shumba und Umgebung, Hwange National Park, Zimbabwe, 66 km Game Drive, 29°
Wir verbringen den Tag mit Abhängen in Shumba, genießen die wunderschöne Anlage mit den alten Bäumen, es sind verschiedene Bäume, die beschriftet sind, es ist sogar ein Ebenholzbaum dabei. Wir machen am Morgen einen kurzen Game Drive, die Teerstraße entlang, ja, ab Shumba bis zum Main Camp ist die Straße, oder besser war die Straße einst geteert, nun besteht sie aus Schlaglöchern und ist völlig verfallen und schlecht zu fahren. Außer einem Eisvogel ähnlichen Vogel finden wir aber keine Tiere, auch am See ist es ruhig, bis auf die Hippos, es sind seid gestern fast doppelt so viele, ob wir die von Masuma mitgebracht haben? Die Rangerin sagte uns ja, dass sie gelegentlich wandern würden und 14 oder 16 Kilometer sind ja keine Entfernung für ein Hippo.
Am Abend fahren wir noch mal nach Masuma, um am Wasserloch von gestern Abend nach den Elefanten zu sehen, da kommt uns Mr. Wichtig mit seinem Pickup entgegen, mit den Rangern und dem Betreuer hinten drauf, er besitzt die Frechheit, nach Shumba zu fahren und den Hide zu besetzen zum Sonnenuntergang, na ja ich fotografiere ihn zur Sicherheit bei seiner illegalen Aktion und zu spät ist er auch noch unterwegs, wer weiß, wofür man die Fotos noch brauchen kann.
Wir lästern ein wenig darüber, dass seine Frau ja viel zu jung für ihn ist und was das für Folgen haben kann und lassen uns die Laune nicht verderben. Und, wir haben eine blitzsaubere, nagelneu gefließte Dusche, die ich heut schon zweimal genutzt habe und er nur eine dunkles verschimmeltes Loch. Die Jungs haben die ganze Anlage neu gestrichen und sind stolz auf ihr schönes Zuhause.
Zum Abendessen gibt es Chicken, wir teilen unseren Vorrat mit den beiden Jungs, sie ernähren sich hauptsächlich von ZaZa, was auch immer das sein mag, wahrscheinlich Maisbrei, Fleisch gibt es nie und auch sie haben keinen Gemüsegarten oder Hühner. Nur im Main Camp könnten sie einkaufen oder in Hwange, aber das sei sehr selten. Im Gegensatz zu den Rangern am Masuma Damm, die zu jedem Schritt außerhalb ihrer Zelte ein Gewehr mitnehmen, laufen die beiden unbewaffnet übers Gelände an den See und an das Windrad. Sie freuen sich sehr über die Hähnchenteile und singen den ganzen Abend.
Vom frisch gebackenen Brot bekommen sie auch die Hälfte am nächsten Morgen, denn es wird erst nach 22 Uhr fertig.
30. Mai 2009 Von der Shumba Campsite zur Kennedy Pan, Hwange National Park, Zimbabwe 124 km in 6 Stunden, 27°
Wir verlassen die netten Jungs und bekommen zum Abschied eine geschnitzte Holzfigur, die der eine nebenbei anfertigt. Wir versprechen, bald wieder zu kommen.
Über verschiedene Pans und entlang an vielen schönen, aber leeren (an Tieren) Wasserlöchern nähern wir uns Guvalala, hier gibt es die erste richtige Plattform, auf der uns (von Andreas) geraten wurde, eine Nacht zu verbringen und es gibt erstmal Tiere, die nicht gleich davon laufen.
Und es werden immer mehr Tiere, Giraffen, Zebras, Gnus, Strauße, Elefanten, wir sind begeistert. Wir fahren ins Main Camp, dort ist es aufgeräumt und es waren auch Straßenarbeiten zu sehen. Wir werden freudig empfangen und buchen eine Nacht im Camp Kennedy 1, danach wollen wir nach Guvalala. Der Weg bis zum Camp ist ein Traum, viele Tiere, grüne alte Bäume in richtigen Alleen mit Zebras und Giraffen.
Am Camp werden wir begrüßt wie jemand lang Vermisstes, hier hat wohl lange keiner mehr übernachtet und Rangerin Molly und Betreuer Simon sehen glücklich aus. Sie können nicht viel für uns tun, denn es gibt keine heiße Dusche und die Feuerstelle ist schon gerichtet und muss nur noch angezündet werden. Man sieht es der Anlage an, dass die beiden sich mit viel Liebe darum kümmern, es ist zwar nicht neu renoviert, aber sauber und gemütlich, mit frischen Blumen auf dem Tisch.
Nach dem Zeltaufbau machen wir uns an ein Stew, das Rindfleisch wird von den Knochen befreit, um daraus Sauce zu kochen, Zwiebeln und Kartoffeln werden vorbereitet und ein Kürbis in Stücke geschnitten. Es gibt sogar einen Nachtisch, Creme Caramel. Das Fleisch wird angebraten und im Potje aufs Feuer gestellt, um 16:30 fahren wir hinaus zum Game Drive. Bereits dicht hinter dem Camp ist eine Elefantenfamilie, die aus zwei erwachsenen Tieren, 2 Youngstern und einem Baby besteht dabei, Früchte von einem Baum zu schütteln und zu verspeisen, der Elefantenbulle rüttelt immer wieder am Stamm. Es sind die halbmondförmigen grauen Samen der Kameldornbäume, an denen die Tiere interessiert sind, warum sie gerade jetzt so interessant sind, kann uns auch Rangerin Molly nicht erklären.
Am unserem Wasserloch Kennedy 1 ist die Hölle los, als wir da ankommen, eine Elefanten-Familie mit 10 – 12 Tieren trinkt gerade, eine andere Familie, ebenso groß, kommt gerade an und beide Familien beriechen sich zunächst von Weitem, dann wird mit großen Hallo durcheinander gerannt, die Ohren fliegen, die Trompeten dröhnen und die Schwänzchen, vor allem der Kleinen, fliegen nur so herum. Danach sortiert man sich wieder auseinander, die eine Familie geht ins Staubbad ein paar Meter weiter, die andere geht trinken.
Ein riesiger alter Elefanten-Bulle hat sich komplett nassgespritzt, er glänzt dunkelgrau im Licht der untergehenden Sonne. Es kommen immer mehr Elefanten ans Wasser, es müssen inzwischen mindestens 50 sein, links hinter uns steht noch eine Gruppe im Gebüsch und scheint darauf zu warten, bis sie dran ist. Zwischen den Elefanten rennen die Paviane herum, solange bis ein erwachsener Elefant sie mit aufgestellten Ohren verjagt, auch eine Gruppe Impalas wird so weggescheucht. Mehrere Einzelgänger stehen etwas entfernt unschlüssig herum, einer geht in die eine Richtung, der andere in die nächste, der dritte geht wieder zum Wasser zurück.
Die Affen sitzen hinter uns auf der Wiese und fressen, der Anführer sitz etwas erhöht und beobachtet die Umgebung, teilweise nur aus dem Augenwinkel. Wir sitzen über eine Stunde da und beobachten das Kommen und Gehen bei den Elefanten, manchmal müssen wir lachen, wenn ein Jungtier den Anschluss verliert und mit aufgestellten Ohren und trompetend wie Dumbo hinter seiner Familie her rennt. Einmal müssen wir zurückfahren, weil ein alter Bulle genau da, wo wir stehen durch will, er verjagt nebenbei noch die Affen, die sich endgültig verziehen, aber sonst ignorieren uns die Tiere völlig.
Immer wieder kommen neue Elefanten dazu, mal ein sehr junges Tier mit zwei Babys, dann wieder Einzelgänger, es ist ein Kommen und gehen und wir haben längst den Überblick verloren, wie viele es jetzt waren. Es ist längst zu dunkel zum Fotografieren, als wir ins Camp zurückfahren. Wir kochen das Stew fertig und bringen Molly und Simon etwas davon, auch eine große Schüssel vom Dessert.
Um kurz nach 21 Uhr, wir sitzen schon beim Schlummertrunk am Lagerfeuer, geht dann die Post ab, rund um die Campsite an drei verschiedenen Stellen wird an Bäumen gerüttelt, und geschmatzt, was es das Zeug hält. Molly hatte uns erzählt, dass die Elefanten schon in der Nacht zuvor dicht bei der Campsite gewesen wären. Wir schleichen uns an den Zaun und stehen nur 5 Meter entfernt von einem Riesen, man sieht die Ohren und den oberen Teil des Kopfes im Mondlicht und ab und zu erscheint wie das Rohr eines U-Bootes über dem Meer der Rüssel über dem Kopf. Wir können hören, wie er die Luft einsaugt und versucht, uns zu lokalisieren. Es ist ein Wunder, wie solch ein maroder, höchstens 1,20 Meter hoher Zaun einen solchen Riesen fern halten kann.
Wir stehen hinter einem Baum versteckt und der Elefant sucht mit dem Rüssel den Boden vor uns ab nach den begehrten Samen, wie ein Staubsauger greift er sie, der Zaun wackelt bedenklich. Ein paar Minuten später, der Elefant ist grade auf dem Nachhauseweg, brüllt auch noch in weniger als einem Kilometer Entfernung ein Löwe. Das Rudel muss sehr nahe sein, aber mehr bekommen wir leider in dieser nacht nicht mehr zu hören oder zu sehen. Das war mit Abstand die spannendste Nacht seit wir im letzten Jahr in der Kalahari einen Leoparden in der Nacht im Camp im Deception Valley hatten. Um kurz vor Mitternacht legt sich endlich die Unruhe im Gebüsch und auch wir schlafen langsam ein, die Geräusche der Nacht und die Elefanten, die nah und fern trompeten, im Ohr.
31. Mai 2009 Game Drives um die Kennedy Pan 117 km in 4 Stunden, 29°
Wir stehen um 6 Uhr auf, es ist noch dunkel, um einen frühen Game Drive zu machen. Simon will schon Feuer machen, wir halten ihn davon ab, denn bis wir wieder zurück sind, ist das Feuer sicher erloschen. Zunächst finden wir an unserem Wasserloch, Kennedy 1, keinerlei Tiere. Wir begegnen einem Researcher, einem Forscher mit Spezialpermit, er darf überall hin zu jeder Tages- und Nachtzeit, er berichtet uns, dass in Kennedy 2 sehr viel los war in der Nacht, obwohl die Pumpe da seit zwei Tagen nicht läuft. Er ist auf der Suche nach Löwen, wir beneiden ihn ein wenig um seinen Permit.
An der Kennedy 2 Wasserstelle treffen zwei Elefanten auf eine Herde Zebras, die übermütig durch den frühen Morgen toben und von einem der beiden Elefantenbullen zurechtgewiesen wird. Wir fahren weiter und gelangen auf eine Straße parallel zur Main Road, die nicht auf der Karte eingezeichnet ist und treffen auf ein paar Elefanten, einer ist nicht grade begeistert von uns und droht uns mit aufgestellten Ohren, es ist aber zum Glück nur Show. Die Ngweshla Picknick Site ist belegt unnd man winkt sich gegenseitig aus der Ferne zu.
An Kennedy 1 haben sich in der Zwischenzeit wieder einige Elefanten eingefunden und es findet das übliche Schauspiel statt, Trinken, Begrüßen, Trompeten, Herumrennen und Spielen. Man kann ganz gut beobachten, wie sie zum Teil mit erhobenem und zum Teil mit hängendem und zum Objekt ihres Interesses gedrehtem Rüssel schnuppern. Die Kleinen und Kleinsten spielen miteinander zwischen den Füssen der erwachsenen Tiere.
Eine Giraffenfamilie beäugt uns misstrauisch von einer Lichtung gegenüber, sie haben ein Jungtier dabei und sind dementsprechend vorsichtig. Das Masumamalisa-Wetland ist trocken und gut zu befahren, über den Main Track fahren wir wieder zurück zum Camp und Fred fährt nach dem Frühstück ins Main Camp, um eine weitere Nacht in Kennedy 1 und eine Nacht auf der Guvalala Plattfrom zu buchen. Simon fährt mit, er berichtet unterwegs, dass er seit 1998 im Park arbeitet und im Kennedy 1 Camp seit dem letzten November eingesetzt wird.
Rangerin Molly will uns eine Freude machen, sie erzählt, in der Zwischenzeit seien Elefanten in der Campsite gewesen, sie hätten aber nur nach den begehrten Früchten gesucht und nichts zerstört, es liegen zwei Elefantenhinterlassenschaften im Eingangsbereich, es sind nur keine Spuren zu sehen, ich tue aber so, als glaubte ich ihr.
Am Nachmittag kochen wir einen Berg Spaghetti vor und fahren um 15:30 ans Wasserloch, es bleibt aber bis nach 16:30 verwaist und wir schließen schon Wetten ab, ob überhaupt noch ein Tier kommt. Da kommt auf einmal ein Elefanten-Bulle aus dem Wald vor uns, er hat ein zerfetztes Ohr und nach ihm hört der Zustrom an Elefanten nicht mehr auf. Die Baboons kommen heute nicht und auch die Warzenschweine fehlen, aber man kann ja nicht jeden Tag so viel Glück haben. Es sind weniger Elefanten heute und es ist viel ruhiger am Wasserloch und im Wald.
Als wir zurückkommen, ist das Feuer bereits angezündet und wir wärmen die Spaghetti und die Tomatensauce etappenweise im Potje auf, Molly und Simon bekommen auch einen Topf voll ab. Als wir uns an den Tisch setzen, hören wir wieder einen Elefanten an einem der Bäume in der Nähe rütteln, mit unseren tellern setzen wir uns in das Rondell nahe am Eingang und während der Elefant die Samen frisst, verputzen wir jeder zwei große Portionen Spaghetti mit Tomatensauce.
Als unsere Teller leer sind, versuchen wir, uns näher heranzuschleichen, aber der riesige Elefanten-Bulle bemerkt uns und droht und rennt uns entgegen, so dass wir uns wieder ins Rondell zurückziehen und ihn in Frieden lassen. Wir sehen noch seine Silhouette, als er im Wald verschwindet und gehen satt und müde ins Bett, gestört nur von einem Zug, der an der Parkgrenze vorbeifährt und der Dieselpumpe, die im Hintergrund Tag und Nacht läuft und das kostbare Nass ans Tageslicht befördert.
lilytrotter4’132 Beiträge · seit 200801. Feb. 2010 ·
Hi, Southerndreams!
Es ist einfach schön, Deine Reise zu verfolgen. Welch eine schöne Reise! ’N büschn neidisch sind wir ja schon … LG lilytrotter
PS: Eine sehr sympathische Geste, den netten Betreuern, die so weit ab vom Schuss leben, vom eigenen „Dinner“ zu geben, quasi zu teilen. Das macht Freude und Freunde.
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
1. Juni 2009 Game Drive durch den Hwange National Park, Zimbabwe zur Guvalala Plattform 31 km in 5,5 Stunden, 30°
Heute müssen wir die Kennedy Pans verlassen, wir wollen die nächste Nacht auf der Guvalala Plattform verbringen. Zusammengepackt ist schnell und wir verabschieden uns von Molly und Simon und lassen ihnen noch zwei Äpfel und eine Packung Kekse da und versprechen, an Weihnachten zurück zu kommen.
Nach Kennedy 2 biegen wir rechts ab auf einen Weg, der nicht auf dem Plan verzeichnet ist, aber auf der T4A Karte drauf ist, er führt parallel zum Main Track. Die Gegend ist sehr wild und der Weg sieht selten befahren aus, er führt am Waldrand entlang , die Bäume, die man sehen kann, sind riesig und alt, der Busch ist undurchdringlich rechts und links, nur ab und zu sehen wir einen Elefantenpfad, diese Pfade werden seit Jahrhunderten von den Tieren begangen und sind blank gefegt, 60 – 70 cm breit und durchziehen den ganzen Park.
Nach kurzer Zeit sehen wir zwei Elefanten, einen großen und ein Jungtier, der große Bulle schüttelt die Bäume und der kleine frisst die Samen. Dann sehen wir am Waldrand 5 Säbelantilopen grasen, ganz langsam fahren wir näher heran, im Schrittempo, um die scheuen Tiere nicht zu verschrecken. Sie sind sehr aufmerksam, aber ich kann dennoch einige gute Fotos schießen, bevor wir weiter fahren. Das ist schon das dritte Mal in einer Woche, dass wir diese vom Aussterben bedrohten Tiere hier im Hwange National Park sehen.
Auf einmal sind rechts und links von uns Elefanten, der Weg ist zugewachsen und wir können nicht ausweichen, nur langsam weiterfahren. Rechts und links stehen Elefanten-Mütter mit Babys und Jungtieren verteilt und wir werden im Wechsel von rechts und von links bedroht, einige Scheinangriffe enden 1-2 Meter vor dem Auto, zum Glück bleibt es dabei. Während ich langsam weiterfahre, gleichzeitig die Kamera in der einen Hand und das Lenkrad in der anderen, tauchen immer mehr Elefanten auf, es müssen insgesamt 30, 35 gewesen sein. Uns bleibt keine andere Wahl, stehen bleiben geht nicht, dazu sind die Elefanten viel zu nah am Weg, zurück fahren geht auch nicht. Ich nehme so viele der riesigen Köpfe neben uns auf, wie möglich, der Puls rast bis wir wieder aus der Herde heraus sind. Puh, das war nicht ohne!
Kurz danach steht auf der T4A Karte „Road Closed“, na Danke, jetzt müssen wir die den ganzen Weg wieder zurück, aber wir haben Glück, es ist ein Luxus-Camp eines Reiseveranstalters und wir können außen herum fahren. Nur am Ende des Weges steht ein „Private Road, No Entry“ Schild, das kann man ja nicht ahnen.
Wir fahren den Manga Loop, die Gegend ist sehr, sehr einsam, der Weg hier war einst geteert, es ist sehr trocken hier oben und die Wasserlöcher Manga 3, 2 und 1 sind verwahrlost, die Pumpen arbeiten nicht und so gibt es keine Tiere. Nach etwa der Hälfte des Weges wird der Weg sehr schlecht, es gibt groben Schotter, der uns gut durchrüttelt. Am Wasserloch Manga 1 stören wir eine fette Hyäne beim Schlammbad, das war das einzige Tier auf über 60 Kilometern, selbst die Hinterlassenschaften der Elefanten verschwinden ganz.
Die Picknick Site Jambila ist heruntergekommen und verdreckt, tiefe Fahrspuren und eine große Feuerstelle zeigen zwar von Besuchern, aber was für Besucher das waren, Gäste oder Wilderer, kann man nicht sagen, aber es ist richtig unheimlich hier und so fahren wir schnell weiter, um aus dieser unwirtlichen Gegend weg zu kommen. Es gibt anscheinend keinen Betreuer oder Ranger hier, oder er wollte sich nicht zeigen, wir wissen es nicht. Der Rest des Weges ist in einem besseren Zustand, hier wurde vor wenigen Tagen die Straße gegradet (abgezogen). Um 12 sind wir im Main Camp und fahren auf die Campsite, um erst mal zu frühstücken, der Loop dauerte doch länger als erwartet, hier im Main Camp, wo man wirklich hart daran arbeitet, alles wieder Instand zu setzen, gibt es nichts als Tristesse, kein einziger Besucher ist auf der Camping- oder auf der Caravan-Site zu sehen. Ein alter Mann kommt angelaufen und wir müssen ihn enttäuschen, wir machen nur Rast hier, er setzt sich wieder in den Schatten und döst weiter.
Als wir hinausfahren treffen wir auf Gäste eines Safari-Unternehmens, die auch hier Pause machen. Neben den vier Bewohnern von Ngwashla sind das die einzigen Besucher, die wir sehen, seit wir Masuma verlassen haben. Zumindest an Pfingsten hätten wir doch ein paar mehr Besucher erwartet. Es ist schon sehr deprimierend, dass so wenig Besucher in diesen traumhaften Park kommen, kein Wunder, dass wir so begrüßt werden, als wären wir lang vermisste Freunde.
Im See an der Plattform Nyamandhlovu liegen ein paar Hippos faul im Wasser, hier müsste man auch mal übernachten. Die Plattformen werden von den großen Camps vergeben, während die exklusiven Campsites in Harare gebucht werden und die Verwaltung hier im Park weiß nie, was gebucht wurde, so dass man Camps wie Kennedy 1 zwar im Main Camp buchen kann, aber bis 16:30 warten muss, falls jemand kommt, der eine Buchung vorweisen kann, bevor man sein Zelt aufschlägt. Wenn dann jemand nach 16:30 kommt muss er sich dann arrangieren, aber wir hatten ja Glück und es kam niemand in den beiden Nächten. Auf dem Weg zur Guvalala Plattform sehen wir dann endlich ein paar Büffel, an deren Existenz im Park hatten wir ja schon nicht mehr geglaubt, auch wenn in fast jedem Camp einigen Büffelschädel herumlagen.
Um 15 Uhr sind wir auf Guvalala eingezogen, die Plattform ist nur 2,20 breit und so hängen wir unser Zelt an den Dachbalken auf, ohne die Zeltstangen zu benutzen, das wird kuschelig heut Nacht, die Matratze passt gerade so rein. Der Nachmittag ist schnell vorbei und es gibt Dutzende von Zebras, Kudus und Impalas am Wasserloch zu sehen, aber keinen einzigen Elefanten. Ein Giraffenbulle ist beim Necking mit einem Kollegen, die umworbene Giraffendame ist immer in der Nähe, doch es nimmt keine Ende und so wissen wir nicht, ob in der Nacht noch Giraffen-Nachwuchs gezeugt wurde. Das Vorspiel hatten wir auch schon im Kgalagadi beobachten können vor drei Wochen, es ist anscheinend grad „Mating Season“ bei den Giraffen. Immer wieder werfen die beiden ihr Köpfe im Bogen herum, stoßen den anderen an, man kann es bis zur Plattform klatschen hören, aber es sieht elegant und leicht aus.
Nach dem Abendessen, es ist schon fast dunkel, sitzen wir im Schein der Kerze mit einem Brandy auf der Plattform, da taucht auf einmal ein Schatten am Horizont auf, ein Elefant kommt ans Wasser, schnell kommen, wieder wie auf Kommando, zwei, drei, vier Tiere dazu, eine halbe Stunde später sind es 15, dann verlieren wir den Überblick, es müssen insgesamt 40 Elefanten gewesen sein, bis wir ins Bett gehen. Aber noch stehen wir auf der Plattform und haben die Kerze gelöscht, die Augen haben sich an die Dunkelheit gewöhnt und wir können die Umrisse der einzelnen Elefanten gut erkennen, auch ihre Spiegelbilder auf dem Wasser. Sie bewegen sich, im Gegensatz zu tagsüber, bei Nacht unglaublich still, außer dem gelegentlichen Gurgeln oder Plätschern beim Trinken herrscht Stille, es gibt kein Trompeten oder Prusten, auch die Kleinen, die wir erkennen, weil sie schneller laufen, sind still.
Es ist ein fantastisches Erlebnis, hier oben zu stehen und unter uns die Elefanten vorbeidefilieren zu sehen, nichts stört uns oder sie, wir sind völlig alleine mit diesen unglaublichen, intelligenten Geschöpfen. Kurz nach 21 Uhr kommt ein alter, riesiger Elefantenbulle, er läuft direkt unter uns durch, keine 4 Meter entfernt, er wird von einer Familie mit drei kleinen Elefanten begrüßt, wir können sie im Licht des grade aufgegangenen Mondes gut erkennen. Wenig später folgt ein weiterer Riese, er ist der erste, der hier Lärm macht, er pöbelt den anderen Riesen an und trompetet lautstark durch die Nacht, er verfolgt ihn und es kommt sogar zu einem kurzen, aber heftigen Schlagabtausch der beiden, bevor sie sich trennen und in zwei verschiedene Richtungen davon schreiten. Leider habe ich es versäumt, einige Bilder mit Stativ zu machen........ Auch später, als wir schon längst im Bett liegen, kommen immer weitere Elefanten, man hört das Schnauben und Gurgeln, wenn das Wasser vom Rüssel ins Maul lauft und zum Teil wieder zurück tropft in den See. Jeder Elefant hat eine andere Technik, manche leeren den gesamten Rüsselinhalt auf einmal in den Schlund, ohne dass etwas daneben geht, das Gurgeln hört sich an wie ein leeres Abwasserrohr, in dem grad etwas durchgelaufen ist, manche schütten einen Schwall Wasser ins Gesicht, so dass vieles daneben läuft, sie aber nach dem Trinken schon fertig geduscht sind, vor allem die jüngeren Elefanten tun das, sie spielen noch ein wenig mit dem Wasser. Die Kleinsten, die den Rüssel noch nicht koordinieren können, knien sich am Wasser nieder und schlabbern wie ein Hund, sie trinken ja noch lange Milch und müssen den Rüssel erst üben.
In der Nacht besucht uns eine Hyäne, sie steht am Fuß der Plattform und jault laut hinauf zu uns mit diesem Hyänentypischen Rufen, sie ist sehr laut und weckt uns damit. Zweimal noch hören wir einen Leoparden brüllen, er ist etwas weiter weg von uns. Leider können wir nur diese eine Nacht bleiben. Diese Nacht auf der Plattform Guvalala werden wir sicherlich nie vergessen, es war ein einmaliges, ergreifendes Erlebnis und das Highlight des Aufenthaltes im Hwange National Park. Die Picknick Site Jambile ist inzwischen instand gesetzt worden und es gibt auch einen guten Betreuer dort!
2. Juni 2009 Vom Hwange Nationalpark zurück nach Botswana, über Pandamatenga nach Nata 388 km in 8,5 Stunden, 31°
Um kurz nach 6 sind wir auf und beobachten beim Kaffee das Wasserloch, außer Zebras und Kudus ist aber noch nichts unterwegs. Wir bleiben noch bis um 10 auf der Plattform, gehen es gemütlich an, es ist einfach zu schön hier. Aber es hilft nichts, wir müssen uns losreißen und weiter in Richtung Robins Camp. Wir wissen noch nicht, ob wir eine Nacht im Camp verbringen, oder ob wir gleich bis Nata fahren.
Unterwegs sehen wir wieder viele Elefanten, Giraffen, bei Shumba grasen die Hippos an Land und springen, als sie uns sehen, mit einem gewaltigen Platschen ins Wasser, vor Masuma ein paar Wasserböcke, außerdem Impalas und Steenböcke. Je näher wir Robins Camps kommen, um so weniger Tiere sehen wir und dann wurde auch noch auf 10, 15 Kilometer ein 20 – 40 Meter breiter Streifen Unterholz entlang der Straße abgebrannt. Es ist kein Buschbrand, sondern das systematische Abbrennen des Grases, das Early Burning, was hier leider noch praktiziert wird. Die Gegend sieht nun ganz trostlos aus. Um 1 Uhr sind wir an Robins Camp und beschließen, weiterzufahren nach Nata.
Die Strecke zum Gate ist in einer halben Stunde gemacht, das Ausschecken dauert nicht lange und der Weg nach Pandamatenga bietet nichts Neues, in eineinhalb Stunden sind wir dort, kurz vor der Borderline treffen wir noch mal auf zwei Säbelantilopen, ein schönes Abschiedsgeschenk. Die Abfertigung ist in 10 Minuten erledigt, wir werden durchgereicht von Immigration zu Customs und dann zur Police, das Auto wird wieder reimported, sie fragen, wie es war im Hwange und wir versprechen auch ihnen, an Weihnachten wiederzukommen. Einer der beiden Polizisten fragt schüchtern nach ein paar Left Overs für Simbabwe, wir haben noch drei Dosen Bier und einen Liter Rosewein, sie freuen sich darüber und winken zum Abschied. An der botswanischen Grenze geht es noch schneller, hier gibt es nur die Immigration ist hier abzuarbeiten, nach etwas aus Simbabwe einzuführendem fragt keiner wieso auch. Wir müssen am Veterinärposten mit den Schuhen durch die Desinfektion und eine Packung geräucherter Schinken wird nicht durchgelassen, die bekommen die Jungs am simbabwischen Grenzposten noch dazu geschenkt.
Die A 33 ist ein wenig besser, ein paar Potholes wurden in der letzten Woche geschlossen, aber es wird trotzdem 18 Uhr und es ist bereits dunkel, als wir in Nata eintreffen. Unterwegs sahen wir einige Male Elefanten an oder auf der Straße, wir mussten sogar einmal für ein paar Minuten angehalten, um eine größere Herde durch zu lassen, es ist nicht ganz ungefährlich, hier am späten Nachmittag zu fahren. Im Supermarkt der Caltex Tankstelle decken wir uns mit einem Abendessen ein, Rindergulasch mit Sauce und Reis, Salat und Kraut, denn seit dem Frühstück haben wir nur noch Kekse und einen Apfel gegessen. An der Nata Lodge fragen wir vergeblich nach der Campsite, die im letzten Jahr im September bei einer Brandkatastrophe komplett abgebrannte Lodge hat noch zu und so fahren wir noch 8 Kilometer weiter ins Nata Bird Sanctuary, hier gibt es eine Community Based Campsite.
Wir haben Glück, obwohl es nach 19 Uhr ist und das Tor zu ist und alles dunkel aussieht, lässt uns ein etwas behinderter Nachtwächter noch hinein, die Campsite ist voll mit südafrikanischen Fly In Touristen, die mit den Helikopter kamen und am Lagerfeuer kräftig bechern und lautstark feiern. Ein nettes australisches Paar lässt uns noch mit auf ihre Campsite, dies ist wie überall hier riesig und bietet ausrechend Platz für beide Parteien. Die Duschen sind kalt und es gibt kein Licht und so machen wir uns heißes Wasser auf dem Gaskocher, während wir das Zelt aufbauen, nachdem wir das Take Away Essen verschlungen haben, es ist genauso lecker, vor allem der Salat, wie beim letzen Mal. Um 21 Uhr gehen wir völlig geschafft ins Bett, die Südafrikaner grölen noch ein wenig, aber wir wissen ja aus Erfahrung, dass sie spätestens um 22 Uhr völlig betrunken ins Bett fallen werden und das ist dann auch tatsächlich so, in der Nacht stört uns niemand und auch die Hyäne, die nach den Spuren zu urteilen, ums Zelt gelaufen ist, hören wir erst nach 8 Uhr am nächsten Morgen.
Nun wirds aber wirklich Zeit, dass ich weitermache .....
Von Nata nach Maun
3. Juni 2009
339 km in 4,5 Stunden, 31°, Campsite des Sedia Hotel, Maun
Heute gibt es nicht sehr viel zu berichten, wir fahren vom Nata Bird Sancutary nach Maun, die Straße ist gut, aber langweilig. In Maun angekommen, fahren wir zu einem Cash und Carry Markt, in der Hoffnung, eine neue Luftmatratze zu bekommen, denn unsre hat nach nur 4 Wochen so viele Dellen, an denen die Luftkammern aufgeplatzt sind und sich nach oben wölben, dass es fast unmöglich ist, darauf zu schlafen. Der Cash und Carry Markt ist chaotisch, denn er wird umgebaut, wir finden zwar alles mögliche, aber keine Matratze. Vor dem Laden sind die Ziegen aus der Umgebung dabei, Mehl was auf der Straße liegt, aufzuschlecken, es rennen immer mehr Ziegen herbei, als ob sie ein Radar hätten.
Den Rest des Tages verbringen wir mit Zeltaufbau, Duschen, Kochen und Essen, die Campsite des Sedia Hotels ist ruhig, aber es ist ja nicht High Season im Moment.
Wir haben unser Netz, was zum Schutz vor Grassamen, die sich im Kühler verfangen könnten, immer noch am Kühler des Mitsubishi, durch die Bullbar ist es weit genug weg, um den Motor nicht überhitzen zu lassen. Da es das Nummernschild verdeckt, komme ich auf die "grandiose" Idee, es doch außen auf dem Netz anzubringen, dann können wir das Netz dranlassen.
4. Juni 2009
22 km Einkaufen in Maun, 34°, Campsite des Sedia Hotel, Maun
Nach einem ausgiebigen Frühstück und etwas Wäsche waschen gehen wir die noch benötigten Lebensmittel einkaufen, es gibt einen Spar im Zentrum in einer Einkaufsmeile, es gibt fast alles, nebenan ist ein Bottle Store und ein chinesischer Laden, hier finden wir endlich eine Matratze.
Im Café nebenan kann man kostenlos ins Internet, 4 Stunden sitzen wir da und rufen die Emails der letzten 4 Wochen ab und beantworten sie, es ist ein relativ langsames W-Lan und so schaffe ich es nur, 100 von 550 Bildern hoch zu laden. Um 18 Uhr macht das Cafe zu und ich weiß, dass ich morgen noch mal mindestens 2 Stunden im Internet benötigen werde.
24 km, Einkaufen in Maun, 35°, Campsite des Sedia Hotel
Wir müssen noch eine unserer Gasflaschen auffüllen, nach einigen Suchen finden wir einen Laden, in dem unsere blauen CADAC-Flaschen gefüllt werden. Der „Abfüller“ füllt kleinere Flaschen, die von uns und die anderer Kunden aus einer großen Flasche, die mit der Öffnung nach unter daliegt, es hat keine Waage und füllt nur nach Gefühl, unsere Waage nach hat unsere Flasche ca. 300 g zuviel, das ist noch im Rahmen. Die anderen Kunden nutzen die Wartezeit zu einem Schwätzchen und begutachten gegenseitig ihr Autos. Eine Frau kommt mit einer gefüllten Plastik-Schüssel auf dem Kopf, sie verkauft Eier, Obst und Gemüse, der Gas-Abfüllmann kauft drei Eier und eine Orange, die er vorsichtig auf einer der noch gefüllten Gasflaschen deponiert.
Danach geht es in ein richtiges Internet-Café, drei Stunden sitze ich dort, während ich die Bilder und die Website hochlade und im Namibia-Forum stöbere. Es gibt nichts Neues aus dem Okavango-Delta, wir müssen abwarten, wie die Straßenverhältnisse sind. Wir wollten zwar diese Nacht im Kazinkini Camp 20 Kilometer vor dem South Gate übernachten, wir beschließen aber, in Maun zu bleiben, der Aufwand ist einfach zu groß und es sind nur 90 Kilometer bis zum Gate, wir würden den Zeitgewinn durch Zeltauf- und Abbau wieder verlieren. Außerdem ist es so heiß, dass wir keinerlei Lust auf Zusammenpacken haben.
Ich backe einen Fruchtkuchen, einen Rührteig mit den Resten unseres Obstsalates aus Trauben, Apfel und Ananas. Zum Abendessen gibt es Rumpsteak und Salat, eines unserer beliebtesten Essen unterwegs. Der Abend ist schnell vorbei, noch einen Plausch mit Gill und Norman, den südafrikanischen Nachbarn, dann geht’s ins Bett, die Nächte sind zum Glück wärmer geworden.
Hier noch das Rezept zum Kuchen im Dutch Oven.... 🤩
6. Juni 2009
179 km in 4,5 Stunden, 30°, Fahrt von Maun ins Moremi Game Reserve, Campsite Third Bridge
Der Morgen ist kalt und, obwohl wir erst um 7 Uhr aufgestanden sind, dauert das Einpacken heute lange, erst um 9 machen wir uns auf den Weg zum South Gate, wir sind gespannt auf das Moremi Game Reserve. Die Straßen bis zum Gate sind gut bis akzeptabel, im Park ist dann Tempo 15 angesagt, immer wieder zwingen tief ausgefahrene Löcher im Weg zum Abbremsen, zum Glück sind diese Löcher, die während der letzten Regenzeit entstanden, schon trocken, aber sie sind halt da und müssen überwunden werden.
Die Landschaft erinnert stark an den Südosten des Hwange, auch das häufige Fehlen der Tiere, es gibt ja überall noch Wasser, ist nichts Neues für uns. Wir sehen Zebras, Warzenschweine, Mongoose, Hippos, weit weg eine Elefantenherde und für uns neu, Moorantilopen. Um kurz vor 14 Uhr sind wir an der Campsite, der legendären Third Bridge, schnell das Zelt aufgestellt, geduscht und schon geht es wieder zum Game Drive auf die Piste.
Die Knüppelbrücke ist rechts und links dicht bewachsen mit papyrusartigem Schilf, ein großer Lizard springt so schnell über die Brücke, dass ich keine Chance auf ein Foto habe. Krokos, wegen denen hier Baden verboten ist, sehen wir keine. Wir sehen nochmal Moorantilopen und ich kann dieses Mal ein gutes Foto von beiden Geschlechtern machen. Wir wollen nach Dead Tree Island, aber die Dead Tree Island Bridge ist nur noch in Bruchstücken vorhanden und die Wasserdurchfahrt daneben ist uns zu tief und wir drehen um, es gibt ja mehrere Wege, die zur Third Bridge zurück führen. Aber auch ohne auf Dead Tree Island gewesen zu sein ist die Fahrt einzigartig, man fährt wie durch eine Fantasiewelt, alte, hohe Bäume mit viel Grün, Lichtungen auf die das Sonnenlicht in Streifen fällt im Wechsel mit abgestorbenen, in den Himmel ragenden Baumresten in so vielen Formationen, man könnte alleine mit diesen toten Bäumen ein ganzes Buch füllen.
Zwischendrin erhaschen wir immer wieder einen Blick auf Impalas, eine Herde Wasserböcke grast tief im Wald, eine Herde Gnus zieht gleich drei Safariautos mit begeistert knipsenden Luxus-Lodge-Gästen an, ein paar Äffchen spielen auf einem riesigen Baumstamm Fangen, es ist wie im Wunderland. Der Sonnenuntergang ist spektakulär und gleichzeitig geht auf der anderen Seite der Mond über einigen abgestorbenen Bäumen auf und wirft ein außerirdisches Licht auf die Landschaft. Wir waren im letzten Jahr im Oktober bei Vollmond im Sossusvlei, das war Zufall gewesen, auch da war der gleichzeitige Sonnenuntergang am einen Ende des Tals und der Mondaufgang am anderen Ende ein Highlight gewesen und so hatten wir den Moremi bewusst bei Vollmond gebucht.
An der Campsite hat sich nichts getan, die gefürchteten Baboons, die sogar Zelte und Autotüren öffnen, um an Lebensmittel zu gelangen, glänzen mit Abwesenheit. Wir haben unser Zelt wegen der aggressiven Tiere nicht nur mit Heringen versehen, was wir bisher nur einmal an der Piper Pan in der Central Kalahari machen mussten, weil der Wind sehr stark war, sondern auch mit einem Vorhängeschloss, das wir sonst nur nutzen, wenn wir in Städten wie z.B. in Maun kampieren. Dazu noch einen ein Meter langen Stamm ans Zelt gebunden, wir wollten es den Baboons unmöglich machen, ins Zelt zu kommen.
Sobald wir im Bett liegen, haben wir Gesellschaft, ein mehr oder weniger lautes Schnüffeln verrät das Raubtier, es ist eine Hyäne, wie so oft, die bei uns vergeblich nach etwas Essbarem suchte. In der Central Kalahari überraschte mich in einer Nacht eine Hyäne, die direkt neben mir einen alten Knochen zerlegte, ich erschrak zu Tode bei dem Geräusch. Doch nun sind wir an tierische Gesellschaft gewöhnt und suchen morgens automatisch nach den Spuren der Nacht. Die Hippos im daneben liegenden Sumpf grunzen laut und lange, wir hören sie im Schilf rascheln, es ist so dicht, dass man keines der Tiere sieht, es müssen aber mindestens 10 der Schwergewichte sein, die sich lautstark durch die undurchdringlichen Pflanzen verständigen.
66 km Game Drive in 3 Stunden, 31°, Xakanaxa, Dead Tree Island, Third Bridge Campsite
Wir verschlafen, der Wecker hat nicht geklingelt, aber wir schliefen am Abend erst spät ein und die Sonne geht gerade erst auf, später als wir es erwartet haben, mit dem Kaffee geht es zum Game Drive. Um kurz vor 8 begrüßt uns eine Giraffe auf dem Weg nach Xakanaxa, dort machen wir Frühstück auf der staatlichen Campsite, hier ist es leer, nur zwei Plätze sind belegt. Auch Third Bridge ist nur halb voll, obwohl doch der Juni fully booked sein sollte. Na ja, was die Buchungspraxis beim DNPW angeht wissen wir ja, wie chaotisch die ist, darum haben wir Chobe, Moremi und Savuti über einen (im Forum gut bekannten) Reiseveranstalter gebucht.
Die Bootsanlegestelle Xakanaxa ist bis auf zwei Boote leer. Die Luxus-Lodge versteckt sich hinter einem hohen Zaun, der mit Elektrodraht elefantensicher gemacht wurde, na ja da sind wir doch froh, dass die staatlichen Campsites ohne Zaun sind und man manchmal auch Elefanten da antrifft, gerade einen Tag, bevor wir ankamen, besuchte einer in der Nacht andere Gäste, die uns davon berichteten, er hätte nichts kaputtgemacht, aber es sei faszinierend gewesen, ihm zu zu hören, das glauben wir gerne, vor allem nach der Nacht auf der Guvalala-Plattform.
Die Landschaft ist wieder wie verzaubert, wir sind unerwartet schnell in Xakanaxa angekommen und wir wollen noch mal versuchen, nach Dead Tree Island zu kommen. Wir untersuchen noch mal die Durchfahrt neben der Dead Tree Island Bridge, die nur noch in Rudimenten vorhanden ist, diese Durchfahrt ist uns zu tief, aber es gibt ja noch andere, bei der dritten haben wir schließlich Erfolg und kommen rüber. Zunächst finden wir eine Giraffenfamilie mit Zwillingen, eines ist dunkler und kommt ganz nach der Mama, diese ist das größte Tier der Herde und so dunkel, dass wir sie zunächst für den Papa hielten.
Die beiden Jüngsten liegen im Gras und sehen putzig aus, vor allem der dunklere Zwilling hat einen lustigen Gesichtsausdruck. Die Giraffen lassen sich nicht stören und erst der Hunger bringt die Kleinen zum Aufstehen und wir fahren weiter. Es gibt ein paar Baumskelette und eine kleine Pan, die pulverfeinen Staub aufweist, der sich erst langsam legt, auch wenn wir noch so langsam durchfahren.
Wir fahren wieder zurück und kaum sind wir drüber, merken wir, dass wir das Nummernschild bei der Durchfahrt verloren haben, aber es ist nicht wieder zu finden. Na ja , das ist schon anderen passiert, grade lasen wir im Go Magazine einen Bericht, ein südafrikanischer Tourist verlor sein Nummernschild im Moremi in einer Wasserdurchfahrt und tauchte danach und fand erst mal 4 oder 5 andere Nummernschilder, bevor er seines wieder fand. Einige Dutzend der Schilder hängen ja auch am South Gate.
Wir versuchen noch, durch ein Schilfgebiet eine Abkürzung zur Third Bridge zu nehmen, es ist der einzige Track auf der T4A Karte ohne Seasonal Water Crossing, aber es gibt noch viel zu viel Wasser, wir müssen den langen Weg über die Brücke nehmen. Der Nachmittag auf der Campsite ist viel zu schnell vorbei und wir wollen zur Mboma Boat Station fahren.
"Leider" kommen wir nur wenige Kilometer weit, eine Herde von geschätzt 300 Büffeln belagert die Straße und die umliegenden Wasserlöcher, wir schauen ihnen zu und als sie dann weg sind, ist es zu spät und wir drehen um und fahren in Richtung Hippo Pool, dort sehen wir ein paar Elefanten beim Abendessen, die Sonne geht unter und hinter den Elefanten geht der Vollmond auf, ein schönes Bild.
8. Juni 2009
170 km in 8 Stunden, 25 °, über das North Gate und Khwai Village nach Savuti, Savuti Campsite
Wir packen früh und schnell zusammen, heute wollen wir nach Savuti, es sind ca. 170 Kilometer auf schlechter Piste zu bewältigen. Bis zum Khwai oder North Gate kommen wir gut voran, es sind leider nur vereinzelte Elefanten zu sehen. Wir benötigen keinen 4x4 Antrieb und es gibt nur wenige schlechte Passagen. Am North Gate fragen wir nach der Straße nach Savuti, es gäbe keine Probleme laut der schlecht gelaunten Rangerin. Am Gate wird gebaut, die alte Knüppeldammbrücke wurde durch eine neue Holzbrücke ersetzt. Bis zum Mababe Gate sind es nur 42 Kilometer, aber die haben es dann wirklich in sich. Direkt nach dem Khwai Village stehen wir vor einer Schlammpassage, wir versuchen erst mal durch zu kommen, aber wir sind zu schwer, wir schaffen es grade noch, wieder heraus zu fahren.
Wir versuchen die Umfahrung, die etwas versteckt hinter ein paar Büschen liegt und haben Glück, die Straße ist frei. Allerdings verlieren wir hier ein Stück unsrer Plastikverkleidung, über die der Mitsubishi ja massenhaft verfügt. Aber ok, man kann so was ja nachkaufen. Dann fahren wir erst mal ein wenig in der Khwai-Gegend herum, um eine Passage über den Khwai River zu finden, mit Glück klappt es nach ein paar Minuten, andere suchten hier schon drei Stunden oder den ganzen Tag.
Die Fahrt am Khwai River entlang ist aufregend, alle paar Meter laufen ein oder mehrere Elefanten aus dem Busch ans Wasser, die Gegend ist wild und schön zugleich, es gibt jede Menge Hippos, Seerosen und viele Vögel. Schade, dass wir nach Savuti müssen, hier hätten wir es auch gut 2, 3 Tage ausgehalten. Der weitere Weg bis zum Mababe Gate ist langweilig, am Gate sagt uns der Ranger glücklicherweise, dass es einen neue Straße gibt nach Savuti, dadurch sind wir schon um 14:30 im Camp. Campsite Nr. 9 ist fürchterlich, aber wir versuchen erst gar nicht, einen anderen Platz zu bekommen, wir wissen ja was es dann heißt, we are fully boked!
Die Kochstelle ist von den Elefanten total zerstört und wir bauen uns eine neue Feuerstelle direkt am Zelt, es steht unter ein paar niedrigen Bäumen am Rand der Campsite, direkt dahinter finde ich die frischen Hinterlassenschaften eines großen Elefanten, es kann nicht lange her sein, das Pipi ist noch nass und dampft.
Das Wetter wird zunehmend schlechter, beim Game Drive fängt es an zu regnen. Wir sehen ein paar Elefanten, ein Safarifahrzeug jagt sie in ein Gebüsch, der Fahrer fährt ohne Rücksicht bis auf 2, 3 Meter an sie heran.
Wir umqueren das Gebüsch und stellen uns gegenüber einer Wasserstelle auf und die Elefanten-Herde kommt wirklich dahin zum Trinken. Doch bald ist es zu dunkel und wir fahren zurück zur Campsite, wo wir beim ersten Blitzen und Donnern und Regen das Abendessen zubereiten. Bald schüttet es in Strömen und das heftige Gewitter kreist über uns, bis um 3 Uhr morgens schlagen immer wieder Blitze ganz in der Nähe ein, begleitet von heftigen Donnerschlägen, die sich wie Kanonenschüsse anhören und wirklich Nerven kosten.
Im Nachein bedaure ich es ungemein, nicht wenigsten 2 Nächte im Khwai Community Gebiet gebucht zu haben, leider wusste ich vorher nichts von der Existenz dieses unglaublich schönen Gebiets.... Die Gummistiefel habe ich später im Kasanka National Park an einen der Caretaker verschenkt. Zum Testen einer Durchfahrt waren sie kaum zu gebrauchen, entweder war das Wasser flach, was man auch so sah, oder so tief, dass das Wasser hineinlief