Reisebericht MalZamZimBot 1989

27 Antworten · 7’860 Aufrufe · gestartet 10. Nov. 2009 von Nenette
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Themenstarter1’309 Beiträge · seit 200902. Dez. 2009 ·
It is prohibited to take photos from post offices, police stations, bridges, military institutions and electrical installations

Dieser Satz war uns gleich zu Beginn des Urlaubs von Matthias in klaren deutschen Worten deutlich gemacht worden. Keine offiziellen Gebäude, keine elektrischen Installationen fotografieren!
Lieber ein Foto zu wenig, als ein Foto zuviel!

Darum hat der heutige Bericht auch keine Fotos!

Wir machen einen kurzen Halt in Mazabuka auf dem Weg nach Lochinvar. Matthias will irgendetwas an der Gartenlaube nachschauen. Wir befinden uns zum Glück auf einer Reise, wo wir die Stops zu kleinen Ausflügen in die jeweiligen Dörfer oder Städte nutzen dürfen, im Gegensatz zu einer Kenya-Reise, wo der Reiseleiter uns offiziell untersagte, an der Tankstelle den Bus zu verlassen.

Der Ort ist klein, wir werden wie immer neugierig, doch freundlich angeschaut, unsere Gruppe hat sich zerstreut.
Kurz bevor es Zeit ist, sich wieder zu sammeln, stoße ich auf eine Menschenansammlung in der Hauptstraße, in deren Mittelpunkt sich ganz offensichtlich einer von meinen Mitreisenden befindet – unser des englischen kaum mächtigen Senior.
Die Menschen machen mir wie selbstverständlich Platz, als ich zu ihm gehe und so erfahre ich von zwei Polizisten, die neben unserem Senior und seiner Frau stehen, dass er das Postgebäude fotografiert habe.
Zum ersten Mal an diesem Tag höre ich den oben ziterten Satz. Der Senior berichtet von dem schönen Baum, er habe nicht gesehen, dass dahinter die Post sei. Ich übersetze, es werden ein paar Sätze gewechselt, dann entscheiden die Polizisten, dass der Senior zur Wache gebracht werden muss.
Ich übersetze und während ich beiden sage, dass ich Matthias suchen gehe, befiehlt mir einer der beiden Polizisten, mitzukommen. Also schreiten der Senior und ich unter Polizeibegleitung zur Wache, während seine Frau nach dem Rest der Gruppe sucht.

Wir werden an der Empfangstheke vorbei durch einen Flur, dessen fleckige Wände jedem Forensiker ein interessantes Studiengebiet geliefert hätten, in ein Büro geführt, wo wir eine Weile lang gut bewacht warten müssen.

Dann kommt der Polizeichef mit zwei weiteren Beamten und das Verhör kann beginnen.
„Your passports, please“, befiehlt er uns.
Nun heißt es erneut warten, denn der Senior hat seinen Pass im Seesack im Auto. Und das Auto ist wohl, weil's länger dauert, zum Kaffeetrinken gefahren.
Also wird zunächst mal mein Pass untersucht und meine Personalien aufgenommen. Schließlich entscheiden sich die Polizisten, die Personalien des Seniors ohne Pass aufzunehmen.
Danach wird er befragt, weshalb er die Post fotografiert habe. Ich übersetze die Erklärung mit dem Baum. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir mindestens 3mal den obigen Satz gehört.

Der Chef erklärt uns, dass es sein Recht sei, uns festzuhalten, bis das Foto gesichtet werden kann.
Das kann dauern, denke ich verzweifelt!

Endlich tuckert die Gartenlaube vor. Man erlaubt mir, den Pass zu holen. Mehr nicht!

So richtig glücklich bin ich nicht.
Mit ernster Miene wird der Pass unseres Seniors untersucht und schließlich fragt der Chef: „Are you a doctor?“, weil er den Doktortitel im Pass gelesen hat.
Ich bestätige dies und sogleich zeichnet sich Respekt in den Gesichtern ab!

Der Chef sagt bedeutungsschwer: „Ich habe das Recht, Sie hier in Haft zu nehmen, bis wir das Foto sehen können. Ich habe das Recht, die Kamera zu konfiszieren! Aber ich werde mich mit dem Film zufrieden geben. Ich möchte den Film haben!“
Innerlich atme ich auf, denke, das ist ja nochmal gut gegangen, während ich übersetze, was der Chef gesagt hat.

Doch der Senior ist mit dieser Lösung gar nicht einverstanden.
„Der Film ist fast voll, da sind meine Luangwa-Bilder drauf!“
Damit trifft er meinen Fotografen-Nerv.
Ich würde meine Luangwa-Bilder auch nicht hergeben!

Kurz nachgedacht, einverstanden, wenn ich den Vorschlag mache, den Fotoapparat kurz zu öffnen? Dann ist das Bild belichtet und kaputt, und die restlichen Bilder hoffentlich nicht, denn das Büro ist ziemlich düster! Außer einer kleinen Bürolampe gibt es kaum Licht.

Okay, ich schlage dies vor und stelle schnell fest, dass ich die Funktionsweise des Fotoapparats erklären muss, damit mein Vorschlag überhaupt verstanden wird. Schließlich erklärt sich der Chef damit einverstanden und so reicht man unserem Senior den Fotoapparat.Im Bruchteil einer Sekunde ist die Minolta geöffnet und wieder geschlossen. Wir beide schauen uns zufrieden um - und blicken in sprachlose Gesichter!

„Where is the Photo?“ fragt der Chef.

Also erkläre ich nochmal, dass das Foto jetzt belichtet und unbrauchbar geworden ist.
Er rückt nicht von seinem Wunsch ab. "I want to have the Photo!"

Ich mache den Vorschlag, das Bild aus dem Film herauszuschneiden.
Eine Schere wird nicht gefunden, dafür kommt ein Beamter mit einer Rasierklinge.
Da ich die schnelleren Finger habe, öffne ich diesmal den Fotoapparat kurz, ziehe etwas vom Film heraus, schneide ein Stück ab, Klappe wieder zu – fertig.
Ich überreiche den kleinen etwas mehr als Dia-großen Streifen.

Der Polizist hält das Bild angestrengt gegen die Bürolampe und sagt schließlich:
„There is nothing to see“ - da sieht man nichts!

Unser Herzklopfen wird schneller, doch zu unserem großen Glück ist einer der jüngeren Polizisten ebenso Foto-bewandert wie meine digital aufgewachsenen Söhne.
Er sagt entschieden: „We have to take it to development!“
Das sitzt!

Der Chef legt das Foto zu den Akten, wir müssen noch das Verhörprotokoll abzeichnen, danach lässt er alle Förmlichkeiten fallen und fragt, was für ein Arzt unser Senior ist, was ich in meinem Beruf mache, da er sich unter der Berufsbezeichnung nichts vorstellen kann, ob uns Sambia gefällt, wünscht uns noch einen schönen Urlaub. Ein paar Minuten Smalltalk und dann „Nice to meet you! You can go now!“


Kleiner Nachspann: abends hat unser Senior den Film, der noch auf der Spule war, unter der Bettdecke in eine leere Filmdose verfrachtet. Die Bilder sollen brauchbar gewesen sein.
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
Gast02. Dez. 2009 ·
Ach Nenette,

ich kann das so gut nachvollziehen,
auch wenn wir 20 Jahre später unterwegs waren,
viel hat sich nicht geändert in Sambia.

Schade dass es keine der Bilder des Senior gibt.

Viele Grüße,

Beate
1’247 Beiträge · seit 200902. Dez. 2009 ·
Halloooo - das war ja noch zu der Zeit, als wir analog fotografierten 😄

Nenette, gewisse Passagen in deinem Tagebuch erinnern mich an unseren Trip 1985 in Kenya. Wobei: Offizielle Gebäude und Amtspersonen fotografieren ist ja in vielen Ländern heute noch verpönt bis verboten.

Bitte mach weiter; es macht Spass, zu vergleichen!

Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
Themenstarter1’309 Beiträge · seit 200902. Dez. 2009 ·
Hallo,

ja Beate, das erstaunt mich auch, dass sich so wenig geändert hat. Wobei ich in einem anderen Reisebericht von zwei Schweizern nachgelesen habe, dass in Malai extrem viel gebettelt wird. Das habe ich nicht erlebt, weder in Malawi noch in Zambia, von Botswana gar nicht zu reden. In Kenya war das in Mombassa und Nairobi üblich. Habt Ihr das auch erlebt? Die Bilder des Seniors habe ich leider nicht.

Thomas, da haben wir uns ja knapp um ein Jahr verpasst. Mein Afrika-Virus hat mich am 16.4.1986 in Samburu erfasst.

Ich lese übrigens derzeit "The Eye of the Elephant" von Mark und Delia Owen über ihr Projekt zum Aufbau funktionierender Wildschutzstrukturen im North Luangwa National Park. Absolut empfehlenswert. Im Gegensatz zum "Ruf der Kalahari", das sich fast ausschließlich um Tiere dreht, geht es hier in weiten Strecken um Menschen.

Liebe Grüße,
Nenette
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Themenstarter1’309 Beiträge · seit 200909. Dez. 2009 ·
Die nächsten Tage verbringen wir in Lochinvar. Ich habe wenig Erinnerungen an die Unterkunft, einfache Hütten, und in meinem Tagebuch habe ich notiert, dass es kein Wasser gibt.

Lochinvar ist bekannt für seine großen Letschwe Herden und man zeigt dies stolz am Parkeintritt.




Und tatsächlich lassen die Letschwes nicht lange auf sich warten:



In diesem Park leben Menschen und Tiere zusammen, wie man an dieser Fischergemeinschaft erkennen kann.



So gibt es auch Zebuherden.



Man wäscht sich am See.



Der Park ist außerdem für seine große Vielfalt an Vögeln bekannt. Also folgt jetzt für alle Nicht-Fotografen und/oder Nicht-Afrikakenner eine kleine Einführung in die Vogelfotografie des letzten Jahrtausends.

Meist entdeckt man die Vögel in einiger Entfernung auf Bäumen, wo sie, so wie dieser Wollkopfgeier, nur darauf warten, vor dem herannahenden Auto wegzufliegen.



Manche Vögel verstecken sich hinter Ästen, so wie dieser Gaukler:



Nach dutzenden Bildern von Bäumen mit vogelförmigen dunklen Formen auf der Krone schaffe ich es, diesen jngen Schwarzkopfschlangenadler aufs Bild zu bannen.
Natürlich zuerst wieder in angemessener Entfernung.



Und es gelingt mir, ihm mit der Kamera zu folgen:





Ein großer Dank geht an Nikon und alle anderen Kamerahersteller, die seit der F501, meiner damaligen Kamera, den Autofokus unglaublich beschleunigt haben.
Nächstes Jahr wird alles schärfer 🙂 und vielleicht kann ich dann mit Beates Vögeln konkurrieren und vielleicht gelingen mir dann mehr Fotos wie diese:


Kenya 1990 (Nairobi NP)


Kenya 1991 (Irgendwo zwischen Nakuru und dem Mount Elgon)

Ich überlasse es Euch, die Namen dieser Vögel zu ermitteln, schließlich sind sie hinreichend gut zu erkennen 😉
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Themenstarter1’309 Beiträge · seit 200904. Jan. 2010 ·
Lochinvar ist in meinem Tagebuch neben den vielen Letschwis hauptsächlich wegen des fehlenden Stroms und der nur sporadisch funktionierenden Wasserversorgung in Erinnerung geblieben und der Spruch des Tages lautet: „Es gibt kein Wasser mehr zum Abwaschen! Jetzt muss der Hund ran!“
Außerdem ereifert sich mein Tagebuch darüber, dass manche Menschen bei diesem Wassermangel ihr Auto waschen. Unsere Gartenlaube war davon bestimmt nicht betroffen.

Die nächste Wegstrecke führt uns Richtung Kafue. Es regnet teilweise in Strömen.
Wir fahren zum Itezhitezhi Staudamm, vorbei an typisch afrikanischen Dörfen in wilder Landschaft.

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Auf dem Weg dorthin geraten wir in eine Militärkontrolle. Das ist keine der üblichen Kontrollen, wo ein Nagelbrett, manchmal auch zwei, auf der Straße liegt, das für die Durchfahrt beiseite geschoben wird und wo man uns gewöhnlich im Schritttempo durchwinkt. Diesmal zeigen Maschinenpistolen auf uns und die Fahrzeugpapiere werden kontrolliert. Was mich erschreckt, ist das Alter der Soldaten. Manche schätze ich auf vielleicht 14 oder 15 Jahre! Jugendliche! Ein mulmiges Gefühl bleibt mir bei der Weiterfahrt im Magen.

Der Staudamm selbst ist mir als klein in Erinnerung geblieben. Warum ich davon keine Fotos habe, werden die aufmerksamen Leser sicherlich bereits wissen – It is prohibited to take photos of ... electrical installations – Der Staudamm dient der Stromerzeugung.

Im Kafuepark gibt es nur Gamedrive von der Lodge, da unsere Gartenlaube eine Verschnaufpause benötigt und unser treuer Reiseleiter vermutlich auch.
Wie man uns bereits nach der Ankunft mitteilt, gibt es wenig Tiere zu sehen, da vor wenigen Tagen Tiere für einen südafrikanischen Privatpark eingefangen wurden. Das hat die restlichen Tiere verscheucht. Außerdem ist der Park durch den vergangenen Regen in leuchtendes Grün getaucht und das erschwert das Auffinden der verbliebenen Tieren ungemein.
Immerhin gibt es Wasserböcke.
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Und auch Kudus entdecken wir im Gebüsch.



Sie haben offensichtlich vor, die Piste zu überqueren, und dabei stellt es jedes Tier anders an. Das zweite versucht es mit zwei Sätzen.





Das dritte hat eine eher lockere Art und lässt sich von uns wenig ablenken.



Wogegen das vierte sich im Flug über die Piste in den Busch rettet.



Ihr fragt euch, wo das Erste bleibt? Das hab ich verpasst!

Anschließend werfen die Tiere einen Blick zurück, als wollten sie uns sagen, dass wir jetzt weiterfahren können, und dann ziehen sie tiefer in den Busch.





Sogar die Impalas sind gut im Gebüsch versteckt.

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Dafür zeigt dieser Wasserbock Erbarmen mit uns Touristen und stellt sich ideal inPose.



Die Riedböcke bleiben nur für einem Schnappschuss und fliehen sofort.





Die reiche Natur belohnt uns auch mit schönen Pflanzen.



Und auch diese Euphorbe ist wunderschön.



Und wie immer und überall überwältigt Afrika mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang.

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Themenstarter1’309 Beiträge · seit 200923. Jan. 2010 ·
So, nun will ich endlich mal weiterschreiben, bevor Ihr völlig abgehängt seid! 😉

Je besser ich mich mit der Reisegruppe verstehe, desto ungenauer werden meine Eintragungen im Tagebuch!
Ich weiß nicht mehr ganz genau, wann und wo es war, entweder nach Lochinvar oder nach Kafue. Jedenfalls erzählt Matthias uns auf der Fahrt, dass er von einem Zambier erfahren hat, dass in Deutschland die Mauer gefallen sei.
Die Mauer?
Welche Mauer?
DIE Mauer????
Wegen der skeptischen Reaktion hat der Zambier noch darauf bestanden, dass es die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland sei.
Wir können es uns nicht vorstellen! Das kann eigentlich nur ein Mißverständnis sein! 😵

Aber weiter geht’s! Wir verlassen den Kafue am 16.11.1989 Richtung Livingstone, wobei wir den ganzen Park von Nord nach Süd durchqueren müssen. Der Park zeigt sich nach den Tagen der schwierigen Tiersuche von seiner versöhnlichen Seite und so kommen wir in den für mich bis dahin einmaligen Genuss, einem Rudel Wildhunde zu begegnen. Als wir uns nähern, ziehen sie sich auf eine nahe gelegene Lichtung zurück, bleiben aber in Blickweite.







Nicht nur wir sind betrübt, dass diese Reise ihrem Ende entgegen sieht. Auch die Gartenlaube bemüht sich redlich durch Eingraben im Schlamm der Rückkehr in heimatliche Gefilde zu entgehen.


Wir verbringen die Nacht in der Rainbow Lodge in Livingstone.
Am nächsten Morgen geht es nach VicFalls hinüber, wo ich mir den Luxus erlaube, die Victoria Fälle wegen des geringen Wasserstands zu kritisieren. Kein Vergleich zum geschlossenen Wasservorhang, der im Jahr zuvor im April in die Schlucht donnerte.







Auch der Regenwald gibt schöne Fotomotive her.


Man sieht es mir kaum an, dass ich mich vor dem Abhang nicht wohl fühle, oder?


Mister Livingstone schaut immer noch sehr forsch drein!



Wir übernachten im Rainbow Hotel in VicFalls. Der Luxus erschlägt uns fast!
Am nächsten Mittag, nach einem weiteren Abstecher zu den Vic Falls, der Eintritt war ja ganz billig, gibt es ein üppiges Buffet im Victoria Falls Hotel. Das Essen ist super, aber mein Verdauungsapparat ist eigentlich noch auf Sparmodus gestellt.

Am Nachmittag begleite ich mit Matthias unsere Gruppe zum Flughafen. Die anderen treffen dort auf eine deutsche Reisegruppe, die sie bereits vom Hinflug kennen. Die Stimmung ist gedrückt, in einer Ecke sitzt etwas verloren eine Familie mit einem nur mit Windeln bekleideten Baby und einem kleinen Kind. Ich halte mich abseits, ich bleibe eine weitere Woche hier unten.

Erst als ich mit Matthias allein bin, erzählt er mir die tragische Geschichte, dass die Reisegruppe sowie die Schweizer Familie am Tag zuvor mit drei Kleinflugzeugen von Maun nach VicFalls geflogen sind. Am Flughafen in Maun hat die Familie ihr bereits mit Gepäck beladenes Flugzeug 5 Personen aus der Reisegruppe überlassen, um ihnen einen Rundflug über die Vicoria-Fälle zu ermöglichen. Sie selbst flogen später mit deren Flugzeug.
Kurz vor Kasane ist dieses Flugzeug, das eigentlich der Schweizer Famile bestimmt war, abgestürzt – alle Insassen sind bei dem Absturz ums Leben gekommen.

Unbeschreiblich, wie dicht beieinander Glück und Unglück im Leben liegen.
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zuletzt bearbeitet 23. Jan. 2010
Themenstarter1’309 Beiträge · seit 200919. März 2010 ·
Am nächsten Morgen werde ich vom Telefon geweckt. Matthias teilt mir mit, dass er bereits heute Richtung Heimat (Maun) fahren muss und bietet mir an, mich in Kasane abzusetzen. Zunächst lehne ich, aber eine halbe Stunde später sind meine Taschen gepackt und nach dem Frühstück brechen wir ins Land der Elefanten auf.
Er setzt mich an der Chobe Safari Lodge ab und ich beziehe ein kleines Chalet mit Blick auf den Fluss.
Noch am gleichen Tag fahre ich mit Denis, einem ehemaligen Game Warden aus Zimbabwe in den Chobe:



Unser erstes Wild ist eine Schildkröte, die sich in ihre Hütte zurückzieht:



Und es gibt keinen Zweifel, ich bin im Land der Elefanten:



Doch auch Vögel wie die Riesentrappe lassen sich blicken.



Das folgende Bild musste ich unbedingt schießen, ist es doch der gleiche Ausblick, wie das Titelbild meines Buches über den Chobe. Nur der Elefant, der auf diesem Titelbild auf der Landzunge steht, lässt sich nicht blicken.



Und erneut Elefanten



Und Bienenfresser



Und Schreiseeadler




Der nächste Morgen beginnt natürlich erneut mit Elefanten



Und dann, schon fast auf dem Heimweg, Elefanten neben der Piste. Der Fahrer schaut mich an und fragt: „Are you afraid?“ Kann man da anders als „No“ antworten. Ich schüttele energisch den Kopf und so setzt sich das Auto langsam in Gang. Vorsichtig rollt der Landrover auf die Elefanten zu und bleibt neben der Herde stehen.
Ich verdränge den Gedanken an diesen Elefanten, der uns vor einem Jahr wütend den Weg versperrt hatte und der sich erst nach längerer Zeit in die Büsche verzog, um uns dann beim Vorbeifahren mit lautem Getöse in Schrecken zu versetzen.

Diese Herde hier war ganz friedlich. Sie ließen sich von uns kaum stören und nach einem Moment des gegenseitigen Beäugens, beschließen sie, die Piste zu überqueren. Vor uns, hinter uns Überall sind Elefanten!











Welch ein überwältigendes Gefühl!

Zum Abschluss treffen wir auf eine Schirrantilope.




Am nächsten Tag nehme ich noch an einer Bootsfahrt teil. Auch hier Elefanten!



Und natürlich ein Traum von Sonnenuntergang.



Ein deutsches Pärchen, das für die GTZ in Gaborone arbeitet und hier den ersten Urlaub verbringt, nimmt mich am folgenden Morgen wieder nach VicFalls mit. Noch zwei Tage Schlangenfarm, Bahnhof besichtigen, Krokodilfarm und eine Tour in den Victoria Falls National Park mit sehr magerer Tierausbeute. Der Urlaub neigt sich dem Ende zu.

Ich weiß, noch bevor ich in den Flieger Richtung Heimat steige, dass ich wieder nach Afrika fahren werde.



Dieser Reisebericht ist meinem Mitreisenden Klaus gewidmet.
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