Namibia April/Mai 2026: Eine Landschaft in Grün und Orange

Reisebericht 26 Antworten · 1’048 Aufrufe · gestartet 26. Okt. 2026 von Beatnick
3 Beiträge · seit 202628. Okt. 2026 ·
Hallo 

Ich Reise gerne mit euch mit , um die Vorfreude auf unseren Namibia Trip im nächsten Jahr zu steigern.

LG Norbert 

Themenstarter1’737 Beiträge · seit 2016gestern 18:09 ·
Hallo ihr Lieben,


wir haben Zuwachs bekommen, das freut mich sehr! 

@Beate: Ich hoffe, deine Taktik fällt bei Reinhard auf fruchtbaren Boden... 😉


Liebe Grüße an die Mitfahrer (und ein spezieller Gruß in die Nachbarschaft nach St. Pauli). Ich hau mal weiter in die Tasten.


Liebe Grüße,
Betti

Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
89 Beiträge · seit 2026gestern 19:09 ·
Liebe Betti, 

Kann ich schnell noch aufspringen? Bin gerne dabei!! 

Vielen Dank für die Mühe!

Liebe Grüße, 

Caro

Themenstarter1’737 Beiträge · seit 2016gestern 21:18 ·

14.4.26: Im Land der Köcherbäume

Mit Sonnenaufgang wachte ich auf und fühlte mich trotz der frühen Stunde fit. Schon am ersten Morgen in Namibia war ich wieder voll drin im Afrika-Rhythmus.

Der Himmel war strahlend blau, das Unwetter an uns vorbeigezogen. Flugs die Flip Flops und ein T-Shirt drübergezogen, schon erklommen wir noch einmal die Düne hinter unserem Zelthaus. Licht und Ausblick waren einfach zu schön.



Schließlich machte sich Thomas einen Kaffee und mir einen Tee, was er praktischerweise beides in unserer Behausung zubereiten konnte, und ich startete den weiteren Tag entspannt auf der Terrasse, während Thomas vorübergehend im Außenbad verschwand.

Die wenigen Dinge, die wir für die eine Nacht ausgepackt hatten, waren schnell wieder in den Taschen verstaut, und so fuhren wir noch vor unserem groben Zeitplan mitsamt Gepäck zum Frühstück ins alte Farmhaus. Wir waren uns einig: Diese erste Station hatte sich als viel mehr als nur ein Zwischenstopp erwiesen.

 


Sehr rechtzeitig kamen wir los und machten uns auf den insgesamt gut 330 Kilometer langen Weg via B1 nach Süden. An der Tankstelle in Kalkrand hingen etwas abgerissene Gestalten unterschiedlichen Alters ab, einer der Mitarbeiter lehnte sich mit finsterem Blick an meine Fahrerseite und beobachtet mit Argusaugen, dass auch bloß keiner dem Auto zu nahe kam. Das war sicher sehr verdienstvoll und wahrscheinlich (leider) sogar nötig - wir waren froh, als wir dort wegkamen.

Unterwegs verfestigte sich der Eindruck des ersten Tages, dass die Strecken durch den Regen deutlich an Attraktivität gewonnen hatten. Blühende Wüste statt staubiger Einöde, und so sprangen wir während der gesamten Reise immer wieder und so oft wie noch nie spontan aus dem Auto und machten den Weg zum Ziel.



Ich wusste, dass rund um Keetmanshoop noch kurz vor unserer Reise Land unter und die Stadt sogar teilweise abgeschnitten gewesen war. Ich machte mir Gedanken. Was würde uns wohl erwarten? Könnten wir unser Ziel überhaupt erreichen?

Doch wir lernten auf dieser Tour unter anderem auch, dass das Wasser in aller Regel zügig wieder verschwindet. Als wir auf die M29 abbogen und die letzten 40 Kilometer unter die Räder nahmen, war klar zu sehen, dass sich hier erst kürzlich eine Menge Wasser seinen Weg gebahnt hatte. An einer besonders tiefen Senke werkelten Arbeiter fleißig an der teilweise weggeschwemmten Pad. Doch insgesamt fuhren wir wie auf Schienen und es fiel mir alles in allem schwer, mir Wassermassen in dieser Region vorzustellen, die oft über Jahre überhaupt keine Regenfälle erhält.



Wir kamen an der 15 Kilometer nordöstlich von Keetmanshoop gelegenen Gariganus Farm vorbei, deren Köcherbaumwald wir 2015 besucht hatten. Weil uns unter anderem die Unterkünfte auf der Farm nicht gefallen hatten, hatten wir seinerzeit allerdings in der Stadt gewohnt und so Sonnenauf- und -untergang weitgehend verpasst. Schon damals war uns der Gedanke gekommen, dass Mesosaurus vielleicht die bessere Wahl gewesen wäre. Nun sollte sich zeigen, dass diese Ahnung richtig gewesen war.

Hinter dem Giant's Playground mit seinen beeindruckenden Felsstapeln, der ebenfalls zu Gariganus gehört, betraten bzw. befuhren wir Neuland. Die einsame Landschaft war wunderschön und faszinierte uns.



Schließlich kamen wir in Mesosaurus an - und waren etwas ratlos. Was nun? Nichts und niemand war zu sehen. Doch schon hörten wir das Knattern eines Quads, mit dem unser Gastgeber Hendrik vom etwas in der Distanz liegenden Farmhaus angedüst kam. Alles lief unkompliziert und freundlich ab, ein paar kurze Erklärungen, und schon waren wir in unser kleines Häuschen eingezogen.

Es war schlicht, aber längst nicht so schlicht, wie ich es erwartet hatte, und irgendwie gemütlich. Auf jeden Fall für eine Nacht wunderbar. Ich gönnte mir nach der Fahrerei einen Powernap, aber natürlich rief uns der Wald, den wir in Eigenregie und nicht unter der sicher empfehlenswerten Führung von Hendriks Vater erkunden wollten. Wir klemmten uns damit auch die Mesosaurus-Fossilienfundstätte.

Hendrik hatte uns eine einfache Skizze mitgegeben, wir bogen links ab und parkten nach einigen Kilometern am Ende eines gut zu fahrenden schmalen Weges bei den Campsites. Die Landschaft haute uns unterwegs schon um, wild, felsig, unberührt. Und überall Köcherbäume.



Auf der Gariganus Farm soll es etwa 300 geben - hier über 5.000. Diese manchmal 200 bis 300 Jahre alten Bäume wachsen eigentlich vorzugsweise vereinzelt an einsamen Stellen. In Mesosaurus bilden sie tatsächlich einen Wald - wenn auch einen luftigen.





Begeistert kletterten wir zwischen den Felsen umher, liefen auf Hügel und durch Täler und waren dabei mutterseelenallein.

 




Fast zweieinhalb Stunden blieben wir, machten Meter um Meter. Wer wusste schon, was sich hinter dem nächsten Hügel, den nächsten Felsen verbarg? Ich fühlte mich wie auf einem großen Abenteuerspielplatz.

 


Erst als die Sonne am Horizont verschwand, gingen wir zurück zum Auto. Auf der Campsite hatte sich mittlerweile eine Handvoll Leute häuslich eingerichtet, als wir winkend vorbeifuhren, ernteten wir erstaunte Blicke. Sie hatten sich offenbar allein gewähnt.




Im letzten Licht fuhren wir die kurze Strecke zurück zur Farm. Ich prägte mir auf der insgesamt ziemlich geraden Pad jede kleinste Kurve und jeden Abzweig ein, denn wir würden am Morgen noch im Dunkeln wiederkommen.



Die Häuschen in Mesosaurus verfügen jeweils über eine Außenküche, doch wir hatten Frühstück und Abendessen mitgebucht und gingen die wenigen Meter zum letzten Haus, in dem sich eine Küche sowie ein großer Esstisch befinden. Die Farmersfrau hatte aber in ihrer eigenen Küche gekocht, und so fuhren Hendrik und seine Teenager-Söhne zum verabredeten Zeitpunkt mit dem Auto vor und entluden haufenweise Töpfe, Schüssel und Schalen, die sie nun vor uns aufbauten. Wir waren in dieser Nacht die einzigen Übernachtungsgäste. War das etwa alles für uns?

Hendrik versicherte sich, dass wir gut versorgt waren und die Familie verschwand. Selbstgebackenes Brot, Salate, Fleisch für Thomas und ein großer vegetarischer Auflauf für mich - wir hätten uns problemlos mehrere Tage davon ernähren können. Leider ließen wir zwangsläufig viel übrig und verstauten die üppigen Reste in der benachbarten Küche in den Kühlschränken. Hendrik bedankte sich am nächsten Morgen herzlich dafür, aber alles andere wäre auch einfach zu schade gewesen.

Der klare Himmel war überwältigend, noch lange standen wir vor unserem Haus. Eine Sternschnuppe jagte die nächste. Gemeinsam sogen wir die Stille in uns auf. Genossen die Abgeschiedenheit und den Moment. Und auch, dass noch so viel Schönes vor uns lag.


Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet gestern 21:22
24 Beiträge · seit 2023gestern 21:30 ·
Liebe Betti,

wieder einmal großartige Fotos und ein ganz toll geschriebener Reisebericht!

Liebe Grüße, Nicola 

1’550 Beiträge · seit 2013gestern 22:35 ·


Beatnick schrieb:


@Beate: Ich hoffe, deine Taktik fällt bei Reinhard auf fruchtbaren Boden... 😉


Melde Vollzug, war bereits erfolgreich, unsere Tour nimmt langsam Gestalt an 🤗!

P.S. Ein ganz wunderbarer Einstieg in euren Urlaub. Auf die Fotos vom nächsten Morgen freue ich mich schon sehr.

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zuletzt bearbeitet gestern 22:43