
seitdem das Forum jetzt aktualisiert wurde, habe ich mich etwas damit beschäftigt und beschlossen, auch einmal einen Reisebericht zu schreiben. Im Moment arbeite ich mich hier ein wenig durch, wird aber. Natürlich auf diesem Wege mal ein dickes Dankeschön an Chrigu für die enorme Arbeit. Wahnsinn.
Nun aber eine kurze Vorstellung, wer wir sind.
Wir, Thomas und Marion, sind 66 Jahre und kommen aus dem Münsterland. Wir lieben das südliche Afrika. Aber, wem sagen wir das.
Wie kamen wir dazu? Unsere Tochter machte 2008 für ein halbes Jahr in einem Aids-Kinderheim in Kimberley, Südafrika, ein Voluntariat. Afrika stand eigentlich so gar nicht auf unserer Agenda, obwohl wir sehr naturverbunden sind und vor allem ich Tiere sehr liebe und gerne beobachte.
Wir haben uns dann dafür entschieden, sie bis Kapstadt zu begleiten, um vorher einen zweiwöchigen Urlaub mit unserer Familie (wir beide, unsere Tochter und unser Sohn) entlang der Gartenroute zu verbringen. Voll mit positiven Eindrücken kehrten wir zurück. Nach dem Voluntariat unserer Tochter lag sie mir ständig in den Ohren, dass sie unbedingt wieder zurück zu "ihren Kindern" nach Südafrika möchte. Also habe in nach vielem hin und her ein Jahr später mit ihr die Reise geplant, allerdings unter der Voraussetzung, dass wir auch eine einwöchige Walkingsafari durch den Krüger Nationalpark machen. Ab dem Zeitpunkt war mein Afrikafieber ausgebrochen.
Wieder zuhause sagte ich meinem Mann, die einzige Alternative zu einer direkten Auswanderung sei, unsere Urlaube ab sofort nur noch im südlichen Afrika zu verbringen. Das Ergebnis: Wir waren jetzt ein paarmal in Südafrika, einmal in Botswana und seit Corona ein paarmal in Namibia. Letzten Januar verbrachten wir zwei Wochen in Uganda. Davon später, da ich gerne meinen ersten Reisebericht über diese Reise ins Forum stellen möchte. Ich hoffe, dass Thomas mir ein paar Fotos hierfür überläßt.
Hier aber einmal ein großes Dankeschön an euch alle. Als leise Mitleserin habe ich in den letzten Jahren so viele Tipps aus dem Forum gezogen und die Urlaube waren immer toll. Das Forum gehört übrigens mittlerweile zu meiner Abendlektüre. Bei den Reiseberichten habe ich immer das Gefühl, ich wäre dabei gewesen. Da meine Sehnsucht nach Afrika sehr groß ist, sind die Reiseberichte für mich ein Trost. Nun aber demnächst hier auch etwas von uns.
Uganda der nächste Sehnsuchtsort
Liebe Formis,
hier kommt nun endlich der Reisebericht unserer letzten Tour durch Uganda. Eines vorweg: Uganda trägt den Beinamen „Perle Afrikas“ völlig zu Recht. Das Land hat uns begeistert, überrascht und verzaubert- und wir können es jedem nur ans Herz legen.
Auf unserer persönlichen Bucket-List standen schon seit Jahren die Berggorillas. Allerdings haben wir das Abenteuer immer wieder vor uns hergeschoben. Irgendetwas war schließlich immer: mal fehlte die Zeit, mal machten uns unsere zu pflegenden Eltern ein Strich durch die Rechnung und dazu kam, wir waren uns nicht ganz sicher, wie es um die Sicherheit in den entsprechenden Regionen bestellt ist. Doch dann kam Bettis Reisebericht daher – und traf uns genau zum richtigen Zeitpunkt. Danach war ich Feuer und Flamme. Dafür ein dickes Dankeschön an Betti.
Thomas ist in Ruhestand gegangen und wie man so schön sagt: Die Berge laufen nicht weg, aber wir werden schließlich nicht jünger. Also Schluss mit dem Aufschieben – jetzt oder nie!
Schnell nahmen wir Kontakt mit Uganda-Safari auf, und ebenso schnell stand unsere Route für Ende Dezember 2025 bis Anfang Januar 2026 fest. Als Guide wurde uns Peter (auf Anfrage) angekündigt. Dass das ein echter Glücksgriff ist, wussten wir ja seit Bettis Bericht, was sich dann auch bewahrheitet hat. Peter hat die Reise mit seiner Kompetenz, seiner Gelassenheit und seinem Humor zu etwas Besonderem gemacht. Wenn alles klappt, werden wir im nächsten Jahr sogar noch einmal mit ihm unterwegs sein.
Doch nun genug der Vorrede – schließlich wollt ihr nicht unsere Planungsgeschichte lesen, sondern Uganda erleben.
Unsere Reiseroute/Unterkünfte:
27.12.25 Flug mit Turkish Airlines von Düsseldorf über Istanbul, Kigali nach Entebbe
28.12.25 Ziwa Rhino Wildlife Ranche 1 Nacht
29.12.25 Pakuba Safari Lodge (Murchison NP) 3 Nächte
01.01.26 Turaco Treetops Lodge (Kibale Forest NP) 2 Nächte
03.01.26 Twin Safari Lodge (Queen Elisabeth NP) 2 Nächte
05.01.26 Embogo Lodge (Queen Elisabeth NP/Ishasha)1 Nacht
06.01.26 Gorilla Mist Camp (Bwindi NP/Ruhija) 2 Nächte
08.01.26 Arcadia Lodge (Lake Bunyoni) 1 Nacht
09.01.26 Mihingo Lodge (Lake Mburo NP) 2 Nächte
11.01.26 Via Via Guesthouse (Entebbe) 3 Nächte
Am 26.12.25 geht es für uns bereits los nach Düsseldorf. Wir reisen grundsätzlich schon einen Tag vor dem Abflug an – schließlich soll der Urlaub nicht erst am Gate beginnen, sondern schon mit der entspannten Fahrt zum Flughafen.
Außerdem ist es unglaublich praktisch, ein Hotel in Flughafennähe mit Parkmöglichkeit für die gesamte Reisedauer zu buchen. So spart man sich am Abflugtag Stress und kann ganz gelassen in den Urlaub starten. Unsere erste Wahl ist dabei das Maritim Hotel – gerade einmal zwei Gehminuten vom Terminal entfernt. Das Beste daran: Man kann morgens nach dem Einchecken ganz gemütlich ins Hotel zurückschlendern, um in aller Ruhe zu frühstücken. Besser kann ein Urlaub kaum beginnen!
Der Flug mit Turkish Airlines geht am Samstag (27.12.25) pünktlich los und landet mit Zwischenstop in Istanbul und Kigali um 5.00 Uhr morgens in Entebbe.
Ein turbulenter Start in Uganda (Sonntag 28.12.25)
Nach den Einreiseformalitäten und nachdem wir unser Gepäck eingesammelt hatten, wollten wir nur noch zwei klitzekleine Dinge erledigen: schnell ugandische Schillinge am Geldautomaten (ATM) holen und eine Prepaid-Sim-Karte kaufen. Schließlich wartete zu Hause eine 92-jährige Mutter sehnsüchtig auf ein Lebenszeichen von uns.
Tja … und dann passierte es.
Wir waren noch keine 30 Minuten in Uganda.
Am Geldautomaten lief zunächst alles wie am Schnürchen. PIN eingegeben – akzeptiert. Der Automat ratterte, summte und machte den Eindruck, als würde er gleich einen ordentlichen Stapel Geld ausspucken. Doch stattdessen herrschte plötzlich Funkstille. Kein Geld. Keine EC-Karte. Gar nichts. Der Automat hatten offenbar beschlossen, Thomas' Karte als Souvenir zu behalten.
„Das musste ja unbedingt noch am Flughafen sein!“, schimpfte Thomas, weil ich darauf gedrängt hatte. Und ganz ehrlich – in dem Moment konnte ich ihm nicht einmal widersprechen.
Da es ausgerechnet Sonntag und das auch noch zwischen den Feiertagen war, hatten natürlich sämtliche Bankschalter geschlossen. An die Karte war vor Montag nicht mehr heranzukommen. Ein perfekter Start in den Urlaub !?
Während Thomas die SIM-Karte besorgte, suchte ich erst einmal Peter. Doch auch unser Reiseleiter schaute etwas ratlos. Das eigentliche Problem war nämlich: Wir hatten in Entebbe gar keine Übernachtung gebucht, sondern wollten direkt nach Ziwa weiterfahren.
Peter blieb trotzdem erstaunlich gelassen. „Dann holen wir die Karte eben am Ende der Reise wieder ab“, meinte er. Klingt einfach – wenn man nicht gerade seine Bankkarte in einem fremden Land verloren hat.
Zum Glück hatte ich noch meine zweite EC-Karte und Mastercard dabei und Thomas zusätzlich seine Mastercard. Peter fuhr mit uns zu einer anderen Bank, wo wir ohne Drama Geld abheben konnten. Anschließend lotste er uns noch in eine kleine Wechselstube, die wir alleine wahrscheinlich niemals betreten hätten.
Wenig später standen wir mit einem dicken Bündel ugandische Schillinge da. So viele Geldscheine hatte ich noch nie gleichzeitig in der Hand. Man fühlte sich für einen kurzen Moment unglaublich reich – bis man feststellt, dass es umgerechnet doch gar nicht so viel ist.
Während der Fahrt versuchten wir, die verschluckte Karte sperren zu lassen. Das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Meine EC-Karte musste zwangsweise gleich mitgesperrt werden.
Zum Glück hatten wir ja noch unsere Mastercards als Rettungsanker. Erst in Ziwa gelang es Thomas schließlich, beide EC-Karten korrekt sperren zu lassen. Ganz wohl war uns trotzdem nicht.
Peter gestand uns später, was ihm in den ersten Minuten durch den Kopf gegangen war: „Das kann ja heiter werden mit uns.“ ,
Im Nachhinein müssen wir sagen: Er sollte recht behalten. Unsere Reise mit Peter war im positiven Sinne wirklich heiter.
Gegen 12 Uhr erreichten wir Ziwa, doch unser Chalet war leider noch nicht bezugsfertig. Also stärkten wir uns zunächst beim Lunch – kulinarisch eher durchschnittlich, aber ausreichend, um die Wartezeit zu überbrücken. Anschließend konnten wir endlich unser wunderschönes Chalet beziehen, das direkt am Pool lag. Von unserer Terrasse aus hatten wir einen herrlichen Blick auf mehrere Marabus und sogar auf Ugandas Nationalvogel, den eleganten Graukronenkranich. Schon dieser erste Eindruck machte Lust auf alles, was uns noch erwarten würde.


Am Nachmittag stand dann das erste Highlight auf dem Programm: die Walkingtour zu den Nashörnern. Nach einem kurzen Briefing ging es zunächst mit dem Safariauto los. Peter blieb allerdings zurück – vermutlich hatte er beschlossen, den Pool auf Nashornsicherheit zu überprüfen ;-)
Nachdem wir das Fahrzeug verlassen hatten, wurde es ernst. Plötzlich standen wir den Nashörnern erstaunlich nahe. Erstaunlich nahe bedeutet; so nah, dass man sich fragte, ob die wohl auch unsere Sonnencreme riechen konnten. Das war wirklich beeindruckend und ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte.
Thomas war im siebten Fotografenhimmel. Endlich Motive, die nicht weglaufen – zumindest nicht besonders schnell. Ich dagegen war anfangs noch etwas vorsichtig. Doch unser Guide strahlte eine solche Ruhe aus, dass mein Vertrauen mit jedem Schritt wuchs und wir uns immer weiter heranwagten. Boah, was für eine fantastische Tour! Spätestens jetzt war unsere kleine EC-Karten-Misere komplett vergessen.

Am Abend machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Restaurant. Doch kurz vor dem Ziel wartete die nächste Überraschung: Direkt neben dem Restaurant standen zwei Nashörner und ignorierten uns völlig. Wahrscheinlich dachten sie sich: „Ach schon wieder Touristen“. Wir hingegen fanden die Situation deutlich aufregender als sie.


Das Abendessen konnten mit den Nashörnern allerdings nicht mithalten. Es war eher unter der Kategorie „essbar und schnell vergessen“ einzuordnen. Aber mal ehrlich: Wir waren schließlich nicht wegen der Sternenküche nach Ziwa gekommen. Dafür stimmte einfach alles andere – und wann bekommt man schon Nashörner als Restaurantnachbarn serviert?









































