PascalinahThemenstarter2'772 Beiträge · seit 200631. Okt. 2009 · #1
Hallo liebe Fomi`s ,
wer mich kennt, weiss das meine Berichte immer etwas länger sind... also bitte Vorsicht!
LG Pascalinah
Elefanten, Elefanten... Reisebericht Botswana September 2009
08.09. Windhoek – Kalahari Bush Breaks
Good Morning Namibia! Pünktlich um 08.30 Uhr landet unser Flieger der Air Namibia. Schnell sind Einreiseformalitäten und Gepäckaufnahme erledigt und draußen trippelt schon der Mitarbeiter von African Tracks, der uns abholen will.
Etwa 1,5 Stunden später sind wir mit unserer „Schildkröte“ unterwegs, kaufen in der Maerua Mall ein und machen uns auf den Weg gen Osten. Unterwegs blühen die Büsche und Bäume. Einige haben zarte, weiße Blütenblättchen, andere, wie die Jaccaranda-Bäume, blühen in kräftigem Lila. Ansonsten ist die Strecke unspektakulär, einige Warzenschweine flitzen mit hoch erhobenem Schwänzchen kurz vor dem Fahrzeug über die Strasse. Bei einem Stopp stolpere ich fast in ein Kiebitznest. Die 3 kleinen Eier liegen versteckt zwischen den Steinen am Strassenrand. Kein Wunder, dass Vater Kiebitz mich aufgeregt ankeckert. Nein, mein Kleiner, ich tue deinem Nachwuchs nichts... Nach 3,5 Stunden haben wir das „Kalahari Bush Breaks“ erreicht. Gut, dass wir eine feste Unterkunft gebucht haben, denn die Campsites sind hier nicht das pralle; die kleinen Chalets hingegen urgemütlich.
Nach dem Duschen genießen wir auf der Terrasse die Ruhe und die Weite der Kalahari – eine Wohltat für gestresste, europäische Arbeitstiere. Sanft färbt sich der Himmel und die Büsche leuchten in allen erdenklichen Rot- und Brauntönen. Nur ein paar zarte Vogelstimmchen unterbrechen die Stille. Die Landschaft verschmilzt mit der Dunkelheit. An der Wasserstelle geht seicht das Licht an. Es vergehen nur ein paar Minuten und ein Kudu nach dem anderen tritt aus dem Dunkel und beginnt zu trinken. Wir zählen 9 Tiere, die immer wieder prüfend zu uns herüber wittern. Spät in der Nacht - der Mond hat mittlerweile die Herrschaft über die Kalahari übernommen - marschieren 4 Kudus direkt an unserem Schlafzimmer vorbei und lassen sich das saftige Grün des Rasens schmecken. So einen Rasenmäher hätte ich zu Hause auch gern ...
09.09. Kalahari Bush Breaks – El Fari Camp
Vor Afrikas best gehütetem Geheimnis, haben die Götter den Schlagbaum gesetzt. Formulare und Bücher müssen ausgefüllt werden, das Stempelkissen der Zollbeamten wird strapaziert, ebenso leicht unsere Geldbörse. Doch nach einer halben Stunde rollt unser Onduzu auf botswanischer Strasse dahin. Die kleine Siedlung Charles Hill ist schnell erreicht... aber nicht zu schnell, nein, nein, wir tappen nicht in die Radarfalle! Monoton verläuft die Fahrt durch die Kalahari, doch wir freuen uns, dass so viele Büsche Blüten tragen und die Akazien in zartem Grün schimmern. In Ghanzi tanken wir und kaufen im Spar ein. Vor dem Supermarkt lungern aufdringlich bettelnde San herum. Sie tun uns leid, dennoch würde ihnen ein Almosen unsererseits auch nicht weiter helfen. Auf jeden Fall sind wir froh, dass wir diesen armseligen Ort bald wieder verlassen und durch die Weite der Kalahari rollen können. Rinder grasen am Fahrbahnrand. Kreuzt ein Rind(vieh) die Strasse rennen garantiert ein paar Artgenossen hinterher – egal, ob ein Fahrrad oder ein 10-Tonner heran rollt! Etwa 65 km hinter Ghanzi biegen wir zum El Fari Camp ab. Das Camp liegt etwa 2 km abseits des Highways inmitten der Natur. Die san. Anlagen sind pikobello sauber und die einzelnen Sites weit von einander entfernt. Aber das ist letztlich auch egal, da wir hier heute die einzigen Gäste sind. Am abendlichen Lagerfeuer genießen wir die untergehende Sonne und unterhalten uns ein wenig mit einem Perlkauz, der über uns in einem Baum sitzt und sein „ tie, tie tie“ zu uns herunter ruft.
10.09. El Fori Camp – Maun - Nxai Pan NP
Entgegen der allgemeinen Meinung werden wir am Kuke Fence (160 km vor Maun) angehalten und kontrolliert. Es wird nach dem Int. Führerschein gefragt und unsere Kühlbox nach Fleisch durchforstet. Die Kontrolleure sind freundlich und nach einem kleinen Plausch können wir passieren. 1,5 Stunden später erreichen wir Maun. Wir steuern direkt das Wildlife Reservierungsbüro an um einige Formalitäten zu erledigen, tanken und fahren dann direkt zum Nxai Pan N.P. Schon bald ereilt uns am Makalamabedi Fence wieder eine Vet.-Kontrolle. Und wieder kommt die Frage nach dem Int. FS und dem Fleisch. Bei der Kontrolle geht es lustig zu, denn der Police Officer bekommt mit, dass Norbert ein Kollege aus Deutschland ist. Der 2. Officer schaut mit Norbert hinten in die Kühlbox... kein Fleisch, alles was drin ist darf drin bleiben... „ äh, könnte ich vielleicht noch eine Dose Bier bekommen?...“ „ Klar!“... Schwups und schon ist die Dose in seiner Tasche verschwunden. Jetzt müssen noch all unsere Schuhe ein erfrischendes Bad im Desinfektionsmittel nehmen und weiter geht die Fahrt auf dem ruhigen Highway. Unterwegs sammeln wir noch etwas Holz, damit unsere abendliches Feuerchen etwas Futter hat. Die Zufahrt hoch zum South Gate Camp im Nxai Pan N.P. hat es teilweise ganz schön in sich. Tiefe Sandpassagen wechseln sich mit rückenschonenden Strecken ab.
Mit wedelnden Ohren begrüßt uns direkt am Camptor der Hauselefant. Wir beziehen unsere Campsite # 1 und richten uns erst einmal häuslich ein. Hmmm... überall umgestossene Bäume und abgerupfte Äste rund um unseren Camper. Der Nachbar kommt und macht uns darauf aufmerksam, dass hier ein großer Eli allabendlich lang trottet um an der kleinen Wasserpfütze zu trinken. Als es zu dämmern beginnt, fahren wir zur nächsten Wasserstelle. Lange Zeit passiert nicht viel: Gurrtauben nippen am Wasserrand, ein paar Schakale streifen umher und einige Impalas trinken scheu ein paar Schlückchen vom erfrischenden Nass. Langsam färbt sich die Sonne immer intensiver. Norbert murmelt „ ... das wär`s jetzt: ein Elefant im Sonnenuntergang...“ Sein Wunsch soll in Erfüllung gehen. Von weit her trottet langsam ein großer Bulle heran und stellt sich genau an dem Punkt ins Wasserloch, in dem sich die Sonne spiegelt.. Es ist nicht zu fassen. Es sieht traumhaft, ja fast schon kitschig aus. Wir beobachten ihn noch eine Weile und fahren, bevor es ganz dunkel wird, zurück ins Camp, entfachen ein prasselndes Lagerfeuer und genießen ein Glas südafrikanischen Rotwein. Die Grillen zirpen, Schakale heulen und ganz weit entfernt brüllt ein Löwe. Bei den Engländern neben uns ist das Feuer schon runter gebrannt. Na, die haben vielleicht Nerven, brechen im Busch Äste ab um ihr Feuerchen neu zum lodern zu bringen... Kopfschüttel... uuups, etwas Großes, Graues kommt aus dem Bush getrampelt... nix Engländer... das ist der Eli! Zügig rennt er zum Wasserhahn, trinkt die Pfütze leer und rennt etwas nervös nur ca. 5m an uns vorbei. Vorsichtshalber bringen wir uns rasch in Sicherheit. Er rennt genau da entlang wo vorhin noch unsere „Schildkröte“ stand. Danke an den Südafrikaner, der uns gewarnt hat!
11.09. Nxai Pan – Baines Baobabs – Maun
So rot, wie die Sonne gestern Abend unter gegangen ist, so rot geht sie heute früh auch wieder auf. Wir stehen am Wasserloch und warten was passiert. Heute morgen ist noch weniger los als gestern. So machen wir uns auf zu den Baines Baobabs. Nur eine schmale Spur führt zu den berühmten Bäumen. Zu Beginn der Strecke könnte es schwierig werden, wenn einem ein anderes Fahrzeug entgegen kommt. Wohin soll man ausweichen? Überall dorniges Gestrüpp. Doch zum Glück kommen wir nicht in diese Situation. An den gigantischen Baumriesen angekommen, werden wir tierisch begrüßt. Fliegen umschwärmen uns im Freudentaumel... ganz schön lästig, diese Begrüßung. Wir spazieren ein wenig zwischen den kräftigen Bäumen umher. Wie winzig sind wir doch im Vergleich zu diesen Giganten. Kleine, schwarze Eidechsen huschen verschreckt über unsere Anwesenheit in ihr Versteck. Auf der Ebene aber können wir in Ruhe frühstücken – ein herrlicher Frühstücksplatz! Wir genießen die Stille, die weite, weiße Ebene um uns herum, das Alleinsein. Auf der Rückfahrt passiert es dann: ein Schaltfehler und unsere Schildkröte bleibt im Sand stecken. Ach ja, wir wollten schon immer mal in schattenloser Vegetation mit einem Schäufelchen im Sandkasten der Kalahari buddeln... Doch alles nicht so schlimm; ein paar Grasbüschel und Zweige unter die Reifen gepresst und weiter geht die Schütteltour. Am Gate pumpen wir wieder Luft auf und bemerken, dass ein Ventil die Luft nicht hält. Zu Glück geht es, wenn wir die Kappe fest andrehen. So kommen wir noch locker bis Maun. Neben der Caltex-Tankstelle finden wir einen Tire-Repair. Unser Problemchen wird schnellstens und megagünstig behoben.
Nun suchen wir unser Hotel – die kleine Kamanga-Lodge. Sie liegt wenige 100 Meter hinter der Sedia-Lodge entfernt und hier geht es richtig afrikanisch zu: keiner weiß etwas von unserer Buchung.. macht nichts, denn wir sind heute eh wieder die einzigen Gäste. Die Zimmer sind einfach, aber sauber. Wir zahlen gleich in bar, denn mit dem Kartenlesegerät kommt hier anscheinend niemand klar. Dinner soll um 19.00 Uhr sein, wir sollen abgeholt werden, wenn das Essen fertig ist. Naja, um 20.00 Uhr erinnert man sich plötzlich an uns, man hat uns schlichtweg vergessen. Wir bestellen àlà card - einen Okavangofisch mit Kartoffelbrei und Salat. Gegen 20.30 Uhr bekommen unsere Mägen endlich das ersehnte Futter... That`s Afrika, aber der Fisch ist lecker. Abschließend muss ich aber sagen, dass sich die Mitarbeiter sehr um uns und später auch um unsere Mitreisenden Bärbel und Hansi bemüht haben.
12.09. Maun - Rundflug übers Delta
Den Vormittag verbringen wir in Ruhe mit Einkäufen für die kommende Woche. Bei der Barkley`s Bank wollen wir Geld ziehen... Oh, oh, das kennen wir doch schon von unserem ersten Maun-Aufenthalt vor 14 Jahren... „invalid card“... da hieß es auch schon: M-m-w ... Maun, money und wir, das passt nicht. Wieder einmal liegt es daran, dass der ATM defekt ist, beim nächsten funktioniert es einwandfrei. Maun ist eine dreckige Stadt, doch die Leute sind freundlich und niemand bettelt uns an wie in Ghanzi. Um 16.00 Uhr starten wir dann mit Kavango-Air unseren gebuchten Rundflug. Wir quetschen uns in die kleine 4-sitzige Maschine. Ich sitze vorne, damit Norbert hinten genug Platz zum fotografieren hat. Vor lauter Angst, dass ich etwas anfasse, was uns in die Abendnachrichten bringen würde, sitze ich da ohne mich zu rühren und verpasse den Start. Der kleine Vogel steigt nach oben, mein Blick gleitet nach unten und ich entspanne mich immer mehr. Es ist fantastisch! Das Delta ist mit viel Wasser gefüllt und wir sehen viele Tiere: riesige Büffelherden, Elefantenherden, mehrere Giraffen, Hippos, Gazellen und ein riesiges Krokodil. Beim Anblick der immensen Wassermassen schleichen sich Bedenken ein bezüglich unserer geplanten Weiterfahrt nach Moremi und Chobe. Lt. Aussage unseres Piloten steigt das Wasser im Delta noch... na, mal sehen.
PascalinahThemenstarter2'772 Beiträge · seit 200601. Nov. 2009 · #3
13.09. Maun – South Gate
Um 10..00 Uhr sind wir schon am South Gate und machen, nachdem wir unsere Site mit der Nachricht von Claudia und Thomas (Nicknames im Namibia-Forum: Jaffles und Allesverloren) gefunden haben, auch sogleich einen Gamedrive in Richtung Third Bridge. Wir fahren nur wenige Kilometer, da entdeckt Norbert eine Schlange, die gerade über den Fahrweg kriecht. Husch, husch, ab mit dir auf die Kriechspur! Eine Schlange ist zu viel gesagt, eigentlich ist es nur eine halbe, denn die vordere Hälfte des Kriechtieres hat sich schon im hohen Gras des Seitenstreifens in Sicherheit gebracht. Dennoch sind wir uns anhand der Färbung der Schlange sicher, dass es sich um Kapkobra handeln muss. Nun gut, lassen wir sie ziehen. Die Pad schlängelt sich durch lichten Wald, ab und zu stehen Impalas am Wegesrand, lassen sich aber durch uns nicht stören und knabbern weiter genüsslich an diversen Zweigen. An der Xini Lagoon verweilen wir geraume Zeit und schauen Giraffen und Zebras beim Trinken zu. Im Wasser aalen sich zwei Hippos, d.h. eins davon steckt im Schlammassel fest. Ist es schon tot?
Nein, es rührt sich noch, bewegt ein Auge und ein Ohr. Das arme Vieh, ob es den morgigen Tag noch erlebt? Aber noch kreisen keine Geier. Ob das ein gutes Zeichen ist? Wir fahren noch ein Stück weiter bis kurz vor die Second Bridge. Die First Bridge ist gesperrt, weil das ganze Gebiet noch überschwemmt ist. Tiertechnisch ist hier nicht viel los, so fahren wir zurück und verweilen noch ein wenig an der Xini Lagoon. Wie vorsichtig die Zebraherde ist, die hinter dichtem Gebüsch verborgen steht. Sie traut sich nicht ans erfrischende Wasser ran. In der Ferne hören wir Löwengebrüll. Ob das der Grund ist? Ein Auto hält auf uns zu. Ja, das sind sie! - Claudia und Thomas! Wir freuen uns die beiden endlich persönlich kennen zu lernen. Schon der erste Eindruck sagt uns: das passt! Den Abend im Camp verbringen wir gemeinsam, es gibt viel zu erzählen. Als das Feuer heruntergebrannt ist und uns die Mücken doch allmählich lästig werden, verziehen wir uns in unsere Schlafkojen. 01.00 Uhr: Ja, ja, das Bier will uns wieder verlassen. Leise stehen wir auf, Norbert tritt als erster auf die Heckklappe unseres Pickups... „ Oh, Mist, hier steht `ne Hyäne!...“ Der Blick der Hyäne verrät uns was sie denkt: „Oh, Mist, da stehen Touristen...“ Nun gut man einigt sich... die hübsche Tüpfelhyäne trollt sich leise murrend ins Gebüsch. Und wir verweilen auch nicht gerade lange im Mondschein.
14.09. South Gate – Xakanaxa
Am nächsten Morgen trennen sich erst einmal unsere Wege. Claudia und Thomas fahren zum Third Bridge Camp und wir wollen nach Xakanaxa. Doch zuvor fahren wir noch einmal hoch zur Xini Lagoon um nach unserem Hippo zu schauen. Hey! Es hat sich aus dem dicken Modder befreien können und liegt nun Seite an Seite mit seinem Kumpel im Tümpel. Zur Begrüßung reißt es sein Maul weit auf... fast so weit, dass es hinten schon wieder hell wird! Beruhigt machen wir uns auf den Weg nach Xakanaxa. Die Pad lässt sich wunderbar fahren, nur ein paar unbedeutende Sandpassagen liegen auf der Strecke. An der Halfway Pan treffen wir eine kleine Elefantenfamilie beim Trinken an.
Die zwei noch recht kleinen Babys planschen im Wasser herum und wissen noch nicht so recht, wozu sie ihre Rüssel benutzen sollen. Am Xakanaxa Airstrip scheint eine Monkeyfamilie auf den nächsten Flieger zu warten. Sieht lustig aus, wie sie sich mit unbeteiligter Miene die Zeit vertreiben und uns dennoch fest im Blick haben. Aha, da geht es schon los mit den Affen! Aber die hier sind harmlos. Grossfamilie Perlhuhn rennt aufgescheucht direkt vor uns über den Weg. Ein trotteliges Huhn natürlich in die falsche Richtung, kriegt dennoch in Riechweite unseres linken Vorderreifen noch die Kurve und prescht hinterher. Blödes Huhn! Am Gate melden wir uns an, bekommen den Weg zur Campsite erklärt und fahren weiter. Holper, holper, munter scheppern die Töpfe hinten im Canopy. Wir finden unsere Site rasch, sie liegt direkt am Schilfgürtel der Lagune. Im Nachbarcamp macht sich ein Trupp Südafrikaner breit: Fünf Autos, elf Leute und jede Menge Gerödel. Natürlich darf der Generator nicht fehlen. Na, das kann ja lustig werden! Es ist erst Mittag, wir ruhen uns ein wenig aus und beschließen noch nach Third Bridge zu fahren. Zu Anfang führt der Weg durch hohen Baumbestand – er ähnelt etwas einem heimischen Buchenwald im Herbst. Wären da nur nicht die Elefanten, die man bei uns daheim „etwas seltener“ im Wald antrifft. Die Herde ist sehr entspannt, beäugt uns – d.h., wir beäugen uns gegenseitig – sie zieht weiter, unsere Wege trennen sich. Klar, dass so ein Halbstarker uns noch hinterher trötet. Wir fahren ein Stück zur Dead Tree Island Pan hoch, doch hier ist noch alles unter Wasser. An der Sitshi Plain stehen 3 wunderschön gezeichnete Giraffen, die sich bei unserem Näherkommen jedoch langsam hinter sichtstörende Büsche verziehen. Die Pad wird tiefsandig und holprig. Manchmal haben wir Angst, dass unsere Schildkröte ihr Haus verlieren könnte. Es scheppert gewaltig im Inneren. Nun kommt uns auch noch ein Fahrzeug entgegen und wir müssen ausweichen. Unser Toyota kämpft sich zwar brummend, aber tapfer durch den Tiefsand, der sich auch hier wieder von entspanntem Weiss in unangenehmes Grau verfärbt. Je dunkler die Farbe, desto feinsandiger der Untergrund, desto bescheidener zu befahren! Zwischen diesen Tiefsandpassagen hat man jedoch immer etwas Luft, um sich wieder zu entspannen und den Adrenalinspiegel sinken zu lassen. Ein Knick in der Strasse und wir stehen vor der Fourth Bridge. Vor uns breitet sich die weite Pfanne aus. Wir holpern über die Knüppelbrücke, die leicht nachgibt und ihr Holz mit Moorwasser tränkt. Gochathebe ist erreicht. Rechts rum, oder Links rum – das ist hier die Frage. Wir entscheiden uns für rechts. Tiefsand, Büsche und Elefanten, die natürlich gerade an der tiefsten Sandpassage den Weg versperren. Die Zweige scheinen ausgerechnet von der Strassenseite am besten zu munden, denn so schnell gibt Dumbo seinen Fressplatz nicht frei. Das heißt für uns, im tiefen Sand warten. Mit Flüchten ist jetzt nix mehr, wir sind auf die gute Laune der grauen Riesen angewiesen. Zum Glück sehen sie uns nicht als Störenfriede an und geben nach ein paar Minuten den Weg frei. Gott sei Dank hat sich unsere Schildkröte nicht festgefahren, wir dürfen weiter schleichen. Die Landschaft ist einmalig. Weites, saftiges Gras zieht die Tiere an. Giraffen mit Jungen zupfen an frischen Trieben, Elefanten zerren an den Grasbüscheln, Impalas, Zebras, Spieß- und Wasserböcke naschen am zarten Grün. Die heile Welt der Tiere. Noch ein paar Kurven und die Third Bridge liegt vor uns. Das Gehölz der Brücke ist mit Wasser getränkt, rechts und links hohes Schilfgras und ein Schild mit der Aufschrift: Schwimmen verboten, Krokodile! Hmmm..., das hatte ich auch gar nicht vor. Die Brücke ächzt, als sich unser Toyota über sie schiebt, aber sie hält.
Ins Camp selber fahren wir nicht mehr. Wir schauen uns noch ein wenig um und machen uns auf den Rückweg. Wir wissen ja nun, was uns bevor steht. Und wieder diese ekligen Tiefsandpassagen... enjoy your ride! Das dachte sich wohl auch der Inhalt unserer Schränke. Im Camp angekommen, sehen wir die Bescherung: Gleich, als ich die Campertüre öffne, sehe ich mein Müsli, das sich vor lauter Angst aus dem geschlossenen Schrank auf meiner Bettdecke verteilt hat. Erwartungsvoll öffne ich eine andere Schranktüre... hui, hier hat aber eine Party statt gefunden! Die noch ungeöffneten Gläser entschlossen sich diesen Zustand zu ändern. Mir wabert eine Mischung aus Marula-Marmelade, Rote Beete und Nudelsoße, zur einer unkenntlichen Masse vereint, im Schrank entgegen. Oh Mann, was für eine Sauerei! Meine Gewürze hatte ich ursprünglich in einer (offenen) Tupperdose verstaut; die liegen jetzt überall verstreut, stattdessen ruhen sich in der Dose die Teebeutel aus. Kann mir mal jemand erklären, was hier los ist? Durch die geöffnete Campertüre fliegt alles, was nicht niet- und nagelfest ist, raus. Nicht einmal die Paviane trauen sich in meine Nähe! Von meinem Schatz ist auch weit und breit nichts zu sehen... grummel, grummel... Nach dem alles noch brauchbare wieder sauber und ordentlich an seinem Platz steht – ich hoffe nun fest genug verstaut – belohne ich mich mit einem Bier. Anschließend fahren wir zum Steg um eine zweistündige Abend-Bootsfahrt zu machen. Die Stunde kostet 380,- Pula und wir sind mit dem Guide allein in einem kleinen Boot unterwegs. Die Tour führt uns durch enge Schilf-und Papyruswälder. Das Wasser ist traumhaft klar und ruhig. Unser Guide fährt uns nahe an eine Vogelkolonie heran, was mir eigentlich nicht so sehr behagt, da ich nicht dafür bin, den Tieren, egal welchen, so nahe auf den Pelz zu rücken. Aber das Federvieh lässt sich von uns nicht aus der Ruhe bringen und Norbert kann traumhafte Nahaufnahmen machen.
Auf der Weiterfahrt entdecken wir ein paar Otter, die munter umhertollen. Leider sind sie ausser Fotoreichweite und tauchen weg, sobald wir uns nähern. Wir beobachten einen Fischadler, der sich seine Abendmahlzeit fängt und Blatthühnchen, die gar nicht scheu direkt neben unserem Boot auf den Wasserlilien balancieren. Wir tuckern die Wasserläufe entlang, halten, beobachten die Tiere, genießen die Geräusche. Noch einmal fahren wir zur Vogelkolonie. Mittlerweile sind die Altvögel vom Fischen zurück und füttern ihre Jungen, die ihnen gierig ihre Schnäbel entgegenstrecken.
Bedächtig driftet die Sonne gen Westen, ihre letzten Strahlen tauchen das Land ist goldfarbenes Licht, um nur wenig später leuchtend rot über dem Delta zu stehen. Es wird Zeit für die Rückfahrt. Allein hätten wir niemals den Weg zurück ins Camp gefunden. Kreuz und quer rast unser Guide mit uns durch die Schilfschluchten, noch etwas Speedbootfahren zu Schluss. Die Kühle des Fahrtwindes tut gut. Am Camp angekommen entfachen wir wieder unser allabendliches Lagerfeuer, grillen Rons Steaks und genießen die Natur. Die Glockenfrösche lassen ihre hellen Rufe erklingen und irgendwo grunzt ein Hippo im Schilf. Die Südafrikaner hatten ein Einsehen und haben gegen 19.00 Uhr den Generator abgestellt. Uns geht es gut, nun kann die botswanische Sonne beruhigt unter gehen...
15.09. rund um Xakanaxa
In der Nacht bekommen wir wieder Besuch. Unbedacht habe ich die Folie, in die die Steaks eingepackt waren, in die Mülltüte geworfen. „Mma“ Hyäne hat davon Wind bekommen und die Tüte zerfetzt. Ihre Spuren haben sie verraten. Die im Baum hängende Tüte war kein Hindernis für sie. Nach dem Frühstück fahren wir zu den Paradise Pools. Keine Tiere weit und breit. Wir kehren um und fahren die Umgehungsstrasse in Richtung Dombo Hippo Pool. Da liegen sie - zwei prächtige Löwenmännchen, direkt am Strassenrand. Durch uns lassen sie sich nicht stören, erst als noch ein paar andere Autos kommen schleppen sie sich auf leisen Pfoten ein paar Meter weiter.
Wir beobachten die beiden Majestäten und nennen sie „Leo“ und „Simba“. Als sich noch ein Fahrzeug nähert, machen wir Platz und fahren zurück. Lt. Aussage eines Südafrikaners soll die Weiterfahrt noch nicht möglich sein, zu tief sei die Wasserfurt (was Claudia und Thomas später dementierten!) Nahe des Campgates liegt das „Xakanaxa Airstrip Rudel“.
Träge schleichen die neun Löwen immer dem Schatten hinterher. Es ist aber auch zu heiß um die Mittagszeit. Ich kann die Miezen nur zu gut verstehen. Hier treffen wir auch Claudia und Thomas wieder, die heute mit uns auf der Site campen wollen. Noch einmal fahren wir ein Stück in Richtung Third Bridge und Dead Tree Island. Plötzlich stehen wir inmitten einer riesigen Elefantenherde. Norbert ist es ganz mulmig, ich sehe es entspannter, denn nichts deutet auf Agressivität der dunkelgrauen Dickhäuter hin.
Begeistert fotografiere ich die Rüsselbande. Rechts und links ziehen sie am Fahrzeug vorbei, kommen uns dabei immer näher. Mit der Gelassenheit eines Wesens das seinen Respekt nicht erst einfordern muss, schreiten sie an uns vorbei. Doch auch diese Herde – wir schätzen sie auf etwa sechzig Tiere – hat einmal einen letzten Elefanten. Wieder im Camp angekommen vertreiben wir uns die Zeit mit Lesen. Doch zuvor werfe ich einen gaaanz vorsichtigen Blick in unsere Schränke. Wieder herrschte Partystimmung. Zwei Weingläsern wurde der Garaus gemacht, ansonsten ist alles heil geblieben. Wir warten auf unsere Mitreisenden – Norberts Schwester Bärbel mit Mann Hans-Peter, genannt Hansi - die leider erst ein paar Tage nach uns ihren Urlaub antreten können. Wenn Hansi sagt, dass er uns in Xakanaxa treffen will, dann setzt er auch alles dran, um das zu schaffen. So warten wir also und machen bei jedem vorbeikommenden Auto einen langen Hals. Selbst Claudia und Thomas, die mittlerweile zu uns gestoßen sind, halten Ausschau. Na gut, schaffen sie es heute nicht mehr, sind wir morgen beim South Gate verabredet. Wir vier sitzen noch lange am Lagerfeuer, lauschen den Glockenfröschen und Nilpferden und beobachten die um uns herumschleichende Hyäne.. Sie zieht ihre Kreise immer enger, traut sich jedoch nicht weiter als fünf, sechs Meter an uns heran. Dann stattet sie den Südafrikanern nebenan einen Besuch ab, die sie jedoch sehr unfreundlich mit Steinen empfangen. Hallo? So ganz darf man nicht vergessen, wer in wessen Bereich eindringt! Also bitte mehr Respekt!
PascalinahThemenstarter2'772 Beiträge · seit 200601. Nov. 2009 · #4
16.09. Xakanaxa – North Gate
Claudia und Thomas fahren schon in Richtung North Gate, während wir zum South Gate runter fahren um unsere Mitreisenden einzusammeln. Dort angekommen... keine Spur von den beiden. Wir beginnen uns Sorgen zu machen, sagen am Gate Bescheid und fahren ihnen entgegen. Im Geiste ist ihnen viel passiert... Unfall? Auto kaputt... ? Was machen wir als erstes? In Maun den Vermieter anrufen, zum Reservierungsbüro gehen, im Hotel nachfragen, zur Polizei gehen.... wir werden immer betrübter... Plötzlich kommen sie um die Ecke! Himmel, ich war noch nie so froh die beiden zu sehen!!! Und was war? Air Namibia hatte den Abflug um zehn Stunden verschoben... genau das hatte Claudia gestern schon in Erwägung gezogen. Glücklich machen wir uns auf den Weg zum North Gate. Die Passage vom South- zum North Gate durch die Feuerschneise ist absolut ereignislos. Wir fahren lange Strecken durch niedriges Gebüsch, gerade so hoch, das es einem permanent die Sicht versperrt. Die Landschaft wird erst nahe des North Gates interessanter. Hier sind die Bäume wieder höher und vor allem grüner, hier sind auch wieder Tiere zu sehen. Unterwegs treffen wir Claudia und Thomas, nur den Leoparden, dessen GPS-Position uns Thomas gibt treffen wir leider nicht mehr an. So ist das halt in der Wildnis, eben noch hier, dann ward er nicht mehr gesehen. Wir fahren über Umwegen – und in dieser Gegend gibt es ja reichlich davon – zu den Hippo Pools.
Wieder treffen wir auf Elefanten, schauen Giraffen mit drei Kleinen beim Mittagsmahl zu und beobachten an den Hippo Pools mehrere der Dickwanste, die erschöpft von der Hitze den Tag im Wasser verbringen. Der Schlamm bringt Abkühlung und vertreibt die lästigen Mücken. Madenhacker nutzen die 3-Tonnen-Tiere als Nahrungsquelle und hüpfen munter auf ihnen herum. Am Rande der großen Wasserstelle äsen Sitatungas und Pferdeantilopen.
Impalas halten sich im Gebüsch versteckt. Nach geraumer Zeit fahren wir zurück zum Camp und beziehen unsere gebuchte Site. Ein deutsches Pärchen kommt auf uns zu und erzählt uns freudestrahlend, das sie zwar keinen Platz gebucht hätten, am Gate aber erzählt hätten wir wären Freunde von ihnen und sie würden sich in unsere Nähe stellen. Das würden sie schon seit 10 Jahren so machen. So viel Dreistigkeit macht uns sprachlos! Da sind mir die Paviane, die mittlerweile um uns herum schleichen schon lieber als solch unangenehme Leute. Bei den Pavianen braucht Thomas nur den Klang einer abschiessenden Zwille nachahmen und schon verschwinden sie. Auch der Anblick einer Zwille reicht. So bleibt unsere Parzelle eine pavianfreie Zone. Wir stehen nahe des Sumpfes und am Abend, sowie in der Nacht hört man immer wieder Hippos, die grunzen und durchs Wasser preschen. An Land sehen wir leider keines der Grossmäuler. Später am Abend randalieren noch diese menschlichen Grossmäuler, nerven mit ihren Halogenscheinwerfern und frönen dem Alkohol.📎 phpL5mWCE
PascalinahThemenstarter2'772 Beiträge · seit 200601. Nov. 2009 · #5
... und weiter geht`s....
17.09. North Gate – Savuti
Am nächsten Morgen, ich komme vom Duschen und dackele gedankenverloren zurück zur Site... Platsch!... ein Pavian sitzt hoch oben im Baum und scheisst auf mich runter! So ein Mistvieh, um nur einen Meter hat er mich verfehlt. Das war doch Absicht! Na warte, das vergesse ich dir nicht! Mein Handtuch hat noch etwas von der „grünen Paste“ abbekommen und muss nun gewaschen werden. Na, besser, er hat mein Handtuch getroffen, als mich! Unser Frühstück bleibt von weiteren Pavianattacken unbehelligt und bald starten wir in Richtung Savuti. Was mögen wir heute alles erleben? Das der heutige Tag kein Kinderspiel werden wird, ist uns schon klar. Wir passieren die neue Kwai Brücke - die alte, die direkt daneben liegt ist schlichtweg abgesoffen und weggefault. Gelangweilt nutzt vor uns ein großes Pavianmännchen die Brücke, das ich aus Rache für heute morgen mit einem Pseudo-Zwillen-Angriff zum laufen bringe. Dann geht die Odyssee los: wo genau ist der richtige Weg? Man kann hier fragen, wen man will, alle kennen den genauen Weg. Doch dieser endet garantiert schon nach wenigen Metern im Schlamm. Warum, verflixt noch mal, ist keiner der Schwarzen in der Lage zuzugeben, dass er es nicht genau weiß? Egal, nach mehrmaligen Versuchen haben wir endlich die erste Furt gefunden. Mitten im Fluss steckt ein Einheimischer mit seinem Jeep im Schlamm fest. Norbert durchwatet die Furt links davon und siehe, hier hat es nur etwa ½ m Wassertiefe.Der Untergrund ist relativ hart, also nichts wie durch. Thomas fährt als erster, dann Hansi, dann wir. Gut, das wäre schon mal geschafft.
Insgesamt haben wir vier Wasserfurten zu meistern. Oft müssen wir uns den Weg suchen, denn die eigentliche Strecke am Kwai River entlang ist noch weitflächig überschwemmt.
Ein Teilstück der Strecke hängen wir uns an einen Tourguide. Der Typ fährt aber wie Sau und wir machen diese Materialschlacht nicht lange mit. Schließlich haben wir das Fahrzeug gemietet und somit die Verantwortung dafür. Die Landschaft am Kwai River ist traumhaft schön. Hauptdarsteller und Attraktion zugleich ist die Natur selbst. In einer mit Seerosen umsäumten Lagune stehen Elefanten.
Sie baden und trinken. Junge Bullen messen ihre Kräfte beim Umhertollen. Babys planschen mit weit aufgerissenen Augen und pendelndem Rüssel im kühlenden Nass.
Tiefgrün leuchtet das satte Gras im Sonnenschein. Unter blühenden Akazien suchen Impalas Schutz vor der Sonne. Es ist heiß. Leider haben wir zu wenig Zeit um hier länger zu verweilen, denn wir wissen nicht, was noch alles auf uns zu kommt und der Weg nach Savuti ist noch lang. Sehr kurvenreich schlängelt sich der tief ausgefahrene Weg durch das Delta. Nicht immer können wir der direkten Strecke folgen, zu oft liegen plötzlich weite, teils sehr tiefe Wasserfurten vor uns. Dann heißt es wieder umkehren, eine neue Strecke suchen. An einer besonders langen Furt steht eine Gruppe Touristen mit Guide. Hmmm..., lang ist die Furt, aber wohl nicht allzu tief. Ich mache mir keine Gedanken darum, ob hier ein Krokodil lauern könnte, oder eine Schlange. Also Schuhe ausgezogen und schon gehe ich Meter für Meter den Wasserlauf ab. Der Untergrund ist fest, keine matschigen Passagen... Ha, geschafft, es ist nichts dramatisches und schon brummen wieder unsere Motoren... erst Thomas, dann Hansi, dann Norbert. Hansi macht sich einen Spaß und saust so durchs Wasser, dass die Flutwelle bis über die Windschutzscheibe schwappt.
Nachdem das wieder einmal geschafft ist, verschaffen wir uns erst einmal einen Überblick, wo wir uns eigentlich befinden. Ohne GPS hat man keinen Anhaltspunkt, denn nur mit einer – auch noch so guten Karte – weiß man nicht, wo genau man sich befindet. Aha, hier mitten im Nirgendwo bei Machaba. Die Pad wird sandiger, tiefsandiger, der Busch dichter. Wir erreichen die Feuerschneise und somit die Grenze zwischen Moremi und Chobe.. Acht Kilometer weiter ein Abzweig. Ein kaum zu erkennendes Schildchen weist uns den Weg zur Magwikhwe Sandridge und somit zum Mababe Gate. Der Weg ist grau-tiefsandig, schmal, Büsche kratzen am Fahrzeug entlang. Schön die Geschwindigkeit halten, möglichst nicht stecken bleiben und die anderen verlieren. Alles geht gut. Bald haben wir das Mababe Gate erreicht.
Wir entscheiden uns zur Weiterfahrt für die Sandridge Road, denn die Marshroad soll noch schlechter sein. Im Nachhinein gesagt, fand ich die Sandridge-Road einfach nur ätzend!
Es gab nichts zu sehen, die Piste ist langweilig und nimmt zudem auch kein Ende. Nach 6 Stunden Fahrzeit und 110 Kilometern haben wir Savuti erreicht. Vom Camp bin ich sehr enttäuscht. Es ist tiefsandig – wieder mal dieser eklige graue Sand – wenig einladend, die sanitären Anlagen sehr ungepflegt und die Mitarbeiter alles andere als motiviert. Das hässliche Camp ist keinesfalls voll belegt, dennoch sollen sich Schweizer zu uns auf die Site stellen, da sie es unmöglich schaffen können heute noch nach Linyanti zu fahren. Wir haben ja nichts dagegen, dass sich die Leute zu uns stellen, aber wenn alle anderen Plätze frei sind... was ergibt das für einen Sinn??? That`s Africa! Heute ist Waschtag. Einen verschlossener Eimer wird mit Wasser, Waschpulver und Schmutzwäsche gefüllt, in die Halterung für die Gasflasche geklemmt und nun kann die Große Wäsche los gehen. In Savuti angekommen, ist das Wasser richtig warm und meine Wäsche gewaschen. So ist die Rüttelpiste doch zu etwas gut. Nach dem Duschen fahren wir noch zur nahegelegenen Pump Pan, wo sich jede Menge Elefanten tummeln. Wir beobachten die Dickhäuter eine Weile, machen noch einen Abstecher zur Harvey`s Pan, die aber ausgetrocknet und verlassen da liegt, und fahren dann die tiefsandige Piste zurück zum Camp. Man gut, dass wir hier nur eine Nacht gebucht haben. Bunt schillernde Glanzstare und diverse Gelb- und Rotschnabeltokos leisten uns beim Abendbrot Gesellschaft. Ein kleiner, blauer Schmetterlingsfink kommt zutraulich angehüpft als ich den Wasserhahn aufdrehe. In der Dunkelheit schleicht eine Hyäne durchs Camp, traut sich aber nicht näher zu kommen. Von den vielzitierten Camp-Elefanten keine Spur!📎 phpuXZoDw
Danke Barbara, für deinen köstlich formulierten Bericht, wann gehts denn weiter, wir freuen uns schon darauf, wie ihr, im Gegensatz zu uns, durch die Watercrossings von Moremi nach Savuti gekommen seid? Weiter so! LG Frank und Inka = myrio 😎
PascalinahThemenstarter2'772 Beiträge · seit 200601. Nov. 2009 · #8
18.09. Savuti – Linyanti
Da die kürzere Strecke nach Linyanti stellenweise sehr schmal sein soll, entscheiden wir uns für die längere Variante. Unser Onduzu hat „Überbreite“, deshalb wollen wir ihn nicht noch zusätzlich tiefen Kratzern aussetzen, die wir womöglich später teuer bezahlen müssen. Am Ghocha Gate warnt uns der Officer mit ernster Miene vor üblen Tiefsandpassagen, sie seien very heavy! Uns wir es leicht mulmig. Aber wir sind mit 3 Fahrzeugen unterwegs, so ist für Hilfe gesorgt, falls einer von uns stecken bleiben sollte. Dieses Wissen gibt uns Sicherheit. Gehen wir es an...
Unsere 3 Autos pflügen durch den Sand, wühlen sich vorwärts... eine kurze Phase festen Bodens unter den Rädern... dann die nächste tiefe Sandpassage, noch eine, eine weitere, irgendwann eine letzte und das Linyanti Gate liegt vor uns! Es bestätigt sich wieder einmal der Spruch: nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird! Die Strecke lässt sich ganz gut fahren. Nach 3 Stunden erreichen wir unser Ziel. Das Gate liegt verlassen da, keiner will unsere Buchung sehen. Unsere Site # 1 hat eine einmalige, fantastische Lage. Mehrere Meter oberhalb der Lagune breiten wir uns aus.
Es knackt im Gebüsch und schon betreten mehrere Elefanten den Lagunenrand. Sie peilen zu uns rüber, nehmen Witterung auf. Kurze Zeit später waten einige Tiere ins Wasser, langsam und immer tiefer. Schon bald schauen nur noch die Köpfe und die Rüssel raus. Schade, zu gerne würden wir dieses Spektakel mal aus der Unterwasserperspektive sehen.
Elefanten gibt es hier oben massenhaft. Sie sind friedlich und fühlen sich durch unsere Anwesenheit in nicht gestört. Ich gehe duschen und muss dabei an zwei friedlich kauenden Dickhäutern vorbei. Es sind hübsche, dunkelhäutige Tiere. Im großen Bogen umrunde ich sie, ... jeder beobachtet jeden... ihr O.K. den in die Jahre gekommenden Abolution-Block zu betreten habe ich. Das Gebäude sieht nicht gerade so aus, als würde es einem Elefantenangriff stand halten, die Türen bekäme schon eine Maus geöffnet. Nichts passiert, jeder von uns geht seinen Tätigkeiten nach. Mittlerweile sind die U-Boot-Elefanten am anderen Ende der Rietgras-Lagune angekommen. Sie fressen und kurz danach sind diese riesigen Tiere im hohen Schilfgras verschwunden. Wir machen es uns bequem, die Bierdosen zischen, das Feuerchen prasselt. Allmählich versinkt die Sonne. Das Hippo, das wir bisher nur grunzen gehört haben, lässt sich jetzt in seiner ganzen Masse blicken. Es frisst und platscht durchs seichte Wasser. Hinter uns im Wald trötet ein Elefant, Bäume müssen ihre Äste abliefern, Grillen stimmen ihr abendliches Konzert an und die kleinen Glockenfrösche „klingeln“ dazu. Leider bereiten auch schon wieder die Mosquitos ihren nächtlichen Grossangriff vor. Platsch! Eine habe ich erwischet. Die macht keinen Stich mehr! Der Abend wird noch lang, unsere Lachmuskeln werden auf schärfste strapaziert und am kommenden Morgen haben unsere Männer alle drei eine leichte „Lederallergie“... 😉 Anmerkung: fragt mal Thomas was das ist...
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200801. Nov. 2009 · #9
Hallo Pascalinah! Boah, Du bist aber fleißig heute!
Und so ein schöner Reisebericht, liest sich total nett! Deinen Bericht zu Lesen ist eine tolle Einstimmung auf unsere geplante Reise (die letzte halbe Stunde war ich irgendwie gar nicht zuhause…). Wir verfolgen weiter. Liebe Grüße Lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
PascalinahThemenstarter2'772 Beiträge · seit 200601. Nov. 2009 · #10
Na, Lillytrotter, dann will ich mal weiter schreiben...
19.09. Linyanti – Ihaha
Wir kämpfen uns noch keine 5 km durch die eigenwillige Strecke zurück zum Ghocha Gate, als wir auf einen Australier treffen, der seinen Toyota Hilux im Sand versenkt hat. Mit vereinten Kräften helfen wir, aber der Typ gibt so viel Gas, dass sich das Fahrzeug immer tiefer eingräbt. Das Bodenblech ruht sich schon im Tiefsand aus. Letztendlich befreit Hansi den Hilux aus dieser misslichen Lage und so können auch wir unsere Fahrt fortsetzen.
Diese ganze Aktion kostet uns fast eine Stunde Zeit. Die Verbindungsstrecke vom Gocha Gate bis zur Kreuzung der neuen Strecke nach Kachikau ist grässlich! Ähnlichkeiten mit echten Strassen sind rein zufällig! Mein Rücken und seine Verlängerung sind schon seit einigen Tagen beleidigt und wir sind froh um jede Pause, die Thomas, unser Frontman, einlegt. Vorsichtig prüfen wir, ob unsere Wohnkabine noch mit dem Fahrzeug fest verankert ist. Bei Hansi sieht es aus, als würde sich langsam rückwärts verabschieden... Wir beten, dass wir keinen Achsbruch erleiden, denn ehe hier Hilfe eintreffen würde, könnten Tage vergehen. Die Strecke ist wirklich mehr als miserabel und für unsere Art Fahrzeug nicht unbedingt geeignet. Welch Wohltat, als wir in Ngoma Bridge die Teerstrasse erreichen. Zum Tanken fahren wir nach Kasane. Hier herrscht Chaos pur, dessen Verursacher ein riesiger Lkw ist. Dann will die Tankstellenmitarbeiterin unseren Benziner unbedingt mit Diesel füttern, was wir im letzten Moment zu verhindern wissen. Nun ja, wenn unleaded an der Zapfsäule halt nicht funktioniert, nimmt man eben Diesel... Augenroll... Sie träumt weiter vor sich hin und lässt auch noch den Ersatzkanister überlaufen... Sorry, aber Trinkgeld kann sie für diese Aktion ja nun wirklich nicht erwarten. Wir schaffen es heute trotzdem noch bis Ihaha, auch wenn wir dafür 8,5 Stunden gebraucht haben! Hier an der Chobe River Front gibt sich Afrikas Tierwelt ein Stelldichein. Gleich zu Beginn des Parks begrüsst uns eine Herde Zebras mit Jungtieren. Sie sehen mit ihrem Irokesen-Haarschnitt aber auch zu putzig aus. Irgend etwas erschrickt sie: Hoch die Hufe und ab ins Gebüsch! Noch ein paar Kurven und die Riverfront breitet sich vor uns aus. Elefanten streben dem Wasser zu, Warzenscheine fressen in der für sie typisch knienden Art. Nach ein paar Kilometern entdecken wir einen Geierbaum, ein kahler Baum, der anstatt mit Blättern mit 49 Geiern verziert ist. Überall hüpfen Geier herum und Marabus staksen mit ihrem „Ich-bin-besser-als-du“-Ausdruck im Gesicht über die Steppe.
Dann entdecken wir den Grund der tierischen Versammlung. Oben am Hang liegt ein Elefantenkadaver, auf dem sich noch viele andere Leichenbestatter rumzanken.
Kurz bevor wir das Ihaha Camp erreichen sehen wir auf breiter Front Hufspuren im Sand. Bei nächster Gelegenheit fahren wir wieder hinunter zum Fluss und stehen vor einer riesigen Büffelherde. So weit das Auge reicht - Büffel...
lt. Aussage eines Rangers etwa 900 Tiere, eine wandernde Löwenkantine... doch leider sehen wir keine Löwen. Langsam wird es dunkel. Wegen der Bushbrände gibt es heute keinen schönen Sonnenuntergang. Die ganze Landschaft verschwimmt im Dunst. Schade! Wir richten nicht weit von der Büffelherde unser Camp (No.3) ein. Eine Zeit lang können wir die Herde noch beobachten, im Dunkeln hören wir nur noch ihr Schnaufen und ihre Schritte im Gras. Am nächsten Morgen ist der Spuk vorbei.📎 phpUmzVxQ
ja ja, die berüchtigte Lederallergie 😉 !!! Toller Bericht, kurzweilig geschrieben. Genauso hab ich unsere gemeinsamen Reiseetappen auch in Erinnerung. Mach weiter so!
PascalinahThemenstarter2'772 Beiträge · seit 200601. Nov. 2009 · #12
20.09. Chobe River Front
Wie blank geputzt liegt die River Front vor uns. Die Brände sind verloschen, die Tiere scheinen noch zu schlafen.
Halt nein, auf der anderen Flussseite liegt ein Kuhkadaver, an dem sich ein paar Geier verlustieren. Nach dem Frühstück gehen wir auf Pirschfahrt. Wieder sehen wir die unendlichen Hufspuren der Büffelherde. Sie hat sich wieder in den Busch zurück gezogen. Raubtiere sehen wir leider nicht. Wie immer muss man zur rechten Zeit am richtigen Ort sein. Und auch wenn es an der Chobe River Front Tiere ohne Ende gibt, braucht man doch ein Quäntchen Glück, Raubtiere zu sehen. Mehrere Giraffen stehen wie Fahnenmasten und überragen die Büsche. Die Riesen mit den sanften Augen lassen sich von uns nicht stören und lassen es sogar zu, dass ihre Jungen langsam auf uns zu kommen. Zebramangusten wühlen im Sand und beachten uns gar nicht. Eine große Herde Elefanten kreuzt den Fahrweg. Mit schwingendem Rüssel stolpern die Babys hinterher, immer bewacht von ihren Müttern.
Wir fahren wieder runter zur River Front. Der hohe Wasserstand hat Tümpel hinterlassen, in denen Silber- und Schieferreiher nach Fischen stechen. Ein Nimmersatt wedelt mit seinen Füssen im Wasser umher, scheucht dabei Fische auf und schnappt zu. Direkt in seiner Nähe lauert ein kleines Krokodil. Beide wissen von einander. Der Reiher hat keine Angst, dass Schnappi ihn zum Frühstück verspeisen will; selbst als es sich langsam ins Wasser schiebt und direkt an ihm vorbei gleitet. Wir entdecken noch einige Krokodile, aber alle sind relativ klein, höchstens einen Meter lang.
Ein Nilwaran schleicht durch die Wiese auf der Suche nach Vogeleiern. Am Flussufer liegen ein paar Nilpferde, dicht an dicht gedrängt. Noch ist es nicht so heiss, dass sie die Kühle des Wassers aufsuchen. Kleine Dickwänste äsen nahe ihrer Mütter, die sie nicht aus den Augen lassen.
Auf einer Sandbank sehen wir die ersten Karminspinte. Es sind herrliche Vögel, die ihre Nesthöhlen in den Sand bauen. Über ihnen kreist ein Falke, der sich rasch einen der kleinen Geschöpfe holt. Weit hinten entdecken wir eine Herde Zebras.
Wir fahren zurück ins Camp, gehen duschen. Oberhalb des Abolution-Blocks stehen ein paar Elefanten, aber die sind ja noch weeeit weg... Zwanzig Minuten später... (Barbara ist natürlich wieder mal tief in Gedanken versunken) verlasse ich das San.-Gebäude, komme um die Ecke und mache ruck-zuck kehrt: Himmel ist so ein Elefant gross, wenn er direkt vor einem steht! Herzklopf…, bibber…, bibber…. Nach ein paar Minuten schleiche ich mich wieder aus dem Gebäude, schaue vorsichtig um die Ecke. Die Luft ist rein, Dumbo ist weiter gezogen...phhhh... Am Abend zieht eine Rüsselbande direkt neben unserer Site vorbei und schlägt den Weg zum Wasser ein. Einer von den großen Elefanten sichert die Herde zu uns ab und trottet dann langsam hinterher. In Ruhe geniessen sie ihren Sundowner – und wir auch!
PascalinahThemenstarter2'772 Beiträge · seit 200602. Nov. 2009 · #13
21.09. Kasane – Flug über die Victoria Falls
Um nach Kasane zu kommen, nehmen wir nicht den schnellsten Weg, sondern fahren noch ein letztes mal die Wasserstrecke entlang. Vor uns, direkt auf dem Weg, steht wieder mal eine Elefantenherde. Langsam schleichen wir uns ran, bleiben in angemessener Entfernung stehen und beobachten die majestätischen Tiere. Sie kommen näher und es dauert nicht lange, dann sind wir von ihnen umzingelt. Die Elis sind total entspannt und bearbeiten die Büsche neben unserem Fahrzeug. Man bräuchte fast nur die Hand rausstrecken und könnte sie streicheln. Junior, er kann fast noch unter seiner Mutter hindurch laufen, beäugt uns mit großen Augen: ein Kindergesicht mit abstehenden Ohren!
Dann wendet er sich wieder seiner Mama zu - die Milchbar ist eröffnet. Eine ¾ Stunde verharren wir in der Gruppe ehe wir uns langsam vorwärts schieben. 1,5 Stunden später erreichen wir Kasane. Bevor wir ins Hotel fahren, buchen wir direkt am Flughafen noch einen Flug für heute Nachmittag über die Victoria Fälle (1.800,-Pula p.Pers.). Dann checken wir in der Chobe Safari Lodge ein und relaxen ein wenig. Nach den rustikalen Camps ist die Lodge Luxus pur. Ein Hippo kommt vom anderen Ufer herüber geschwommen. Schade, dass ich meine Kamera oben im Zimmer habe. Um 15.30 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Auch heute ist es etwas diesig. Das liegt bestimmt wieder an den Buschbränden. In Livingstone müssen wir einchecken und gleich wieder auschecken. Das ganze dient nur der Geldabzocke und somit ist unser Portmonee erneut um 50,- US$ leichter geworden. Die Fälle wieder einmal von oben zu sehen ist traumhaft.
Es ist nicht so viel Wasser darin, wie ich nach den ergiebigen Regenfällen erwartet habe. Leider darf unser Pilot nicht tiefer runter gehen. Dafür treibt er beim Rückflug seine Spässchen mit uns: in nicht mehr als 10 Metern fliegt er kurvenreich über den Sambesi River. Mokoropoler ziehen verwirrt ihre Köpfe ein und schauen uns nach. Hey, das macht Spass!
Und er freut sich, dass uns nicht schlecht wird. Dazu ist der Flug viel zu spannend. Nach 2,5 Stunden Flug stehen wir wieder auf botswanischem Boden und füllen wieder einmal brav die Einreiseformalitäten aus. Mittlerweile kennen wir unsere Passport-Nummer auswendig. Am Abend geniessen wir den Komfort der Lodge, das gute Essen und den Wein.📎 phpFjFIxh
PascalinahThemenstarter2'772 Beiträge · seit 200602. Nov. 2009 · #14
22.09. Kasane – Kalizo Lodge (Katima Mulilo)
Nachdem wir eingekauft haben, machen wir uns gemütlich auf den Weg zur Kalizo Lodge.
(Hier haben wir aber doch lieber kein Fleisch gekauft 😕 )
Die Grenzformalitäten an der Ngoma Bridge halten etwas auf, aber um 13.10 Uhr sind wir schon auf dem Campground, der z.T. sehr schöne Sites und vor allem super saubere sanitäre Anlagen hat. Kaum zu glauben, dass noch vor wenigen Wochen der Sambesi die ganze Lodge unter Wasser gesetzt hat.
Nun sitzen wir hier entspannt am etwa 5m hohen Steilufer und geniessen die Aussicht auf vorbeiziehende Mokoros und auf Beute lauernde Krokodile. Es liegt auf dem flachen Sambesigrund und streckt nur ab und zu Schnauze und Augen aus dem Wasser. Eine Vielzahl von bunten Vögeln vertreiben uns mit ihren Flugkünsten die Zeit. Graueisvögel stürzen sich ins Wasser, tauchen mit vollen Schnäbeln wieder auf und setzen sich nahe unseres Ausgucks auf eine Wurzel. Hoch auf einer Riverakazie sitzt ein Fischadler und beobachtet die Gegend.
Heute wollen wir nichts weiter unternehmen, es uns einfach nur gut gehen und die Postkartenlandschaft auf uns wirken lassen. Die Sonne verabschiedet sich als glühender Ball, unser Feuerholz prasselt, ein Hippo grunzt vom anderen Ufer herüber, die schmale Mondsichel spiegelt sich im Sambesi. Kann es uns besser gehen?📎 phpPcFYGQ
PascalinahThemenstarter2'772 Beiträge · seit 200602. Nov. 2009 · #15
23.09. Kalizo Lodge – Nambwa Camp
Wer die Kalizo Lodge besucht, will natürlich auch die berühmte Karminspintkolonie sehen. Warum sollte es bei uns anders sein? Kurz vor dem Lodgetor biegen wir zur Kolonie ab. Erst sieht man nicht einen einzigen Vogel, dann überfallen sie uns regelrecht. Sie brüten nicht im Steilufer, sondern – wir vermuten wegen des hohen Wasserstandes der letzten Wochen – auf dem „platten Land“.
Sie graben ihre Höhlen in den sandigen Boden. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht ein Loch zertreten, oder von den Sandwürfen getroffen werden. Hunderte dieser schönen, rot leuchtenden Vögel umschwirren uns. Ihr Gefieder leuchtet in der Morgensonne. Sie sitzen überall... auf dem Boden, in den Büschen, auf den Grashalmen.
Nur näher als 5m lassen sie uns nicht an sich ran kommen. Distance muss sein! Wir sind begeistert. Es ist herrlich anzusehen, wie sie gemeinsam hoch stieben, ihre Kreise ziehen und sich in gebührendem Abstand wieder in den Sand setzen – alle mit dem Kopf zur Sonne gerichtet. Lange schauen wir diesen Schönheiten der Vogelwelt zu und folgen ihrem Gezwitscher. Der Ort Katima Mulilo hat sich in den letzten 14 Jahren mächtig verändert. Klar, auch hier ist die Zeit nicht stehen geblieben. Der schöne, alte Markt ist weg, stattdessen haben sich hier Einkaufsketten nieder gelassen.
Hinter der Kwandobrücke nahe Kongola biegen wir ab zur Susuwe Ranger Station und zahlen unsere 90,-N$ Eintrittsgebühr. Wofür genau, bleibt uns bis heute verschlossen, denn niemand fragt mehr danach... Ein kurzer Plausch mit der netten, redseligen Rangerin und dann geht’s die Strecke wieder zurück, um genau auf der anderen Seite der Hauptstrasse zum Nambwa Camp zu fahren. Das Camp liegt wunderschön am Mashi River, in paradiesischer Einsamkeit.
Wir beziehen unsere Site #3. Rund um uns herum grunzen Hippos, blicken lässt sich jedoch keines. Wir unternehmen noch einen Kurztrip zum Horseshoe, den wir jedoch nicht ganz umrunden können. Eine tiefe Wasserfurt versperrt uns den Weg. Die Wasserfurt ist zwar nur etwa knietief, jedoch schon beim Durchwaten versinke ich im dicken Schlamm.
Die Gefahr, dass sich unsere Schildkröte festsetzt, ist uns zu gross. Deshalb bleiben wir an einer übersichtlichen Seite stehen und beobachten das smarte Treiben. Drei vorsichtige Giraffen begeben sich zum Wasser, ein hübscher Waran stapft durch den Morast, ehe er mit schlingernden Schwimmbewegungen von dannen zieht. Ein paar Wasserböcke, Kudus und Impalas kommen zum trinken. Ansonsten passiert nichts spektakuläres. Auf dem Weg zurück zum Camp versperrt uns wieder einmal eine Elefantenherde den Weg. Die Elefanten sind hier wesentlich angespannter als im Chobe. Mit aufgestellten Ohren rennt einer auf uns zu, obwohl wir genügend Abstand halten. Ein Blick in den Rückspiegel... wo ist denn Hansi? Nach einer Weile fahren wir zurück und finden ihn festgefahren in einer Tiefsandpassage. Er zuckt mit den Schultern: „Pech, habe nicht aufgepasst, bin zu langsam gefahren. Da war`s passiert!“ Die Fussmatten werden zweckentfremdet, ein paar mal hin- und her geschaukelt und schon ist seine Schildkröte wieder frei. Doch die Fussmatte bleibt auch nach längerem Buddeln im Tiefsand verschollen. Also: wer von euch eine Fussmatte nahe des Horseshoe findet, weiss wem sie gehört... Zurück im Camp zünden wir wieder unser Lagerfeuer an, trinken ein Bierchen und Savannah dry (was ich in diesem Urlaub zu schätzen gelernt habe...hmmm...) und lauschen den Geräuschen der Wildnis: Hippos grunzen und planschen, Elefanten tröten und brummen, Glockenfrösche lassen ihren Ruf ertönen, Grillen zirpen und diverse Vögel lassen ihr Lied erklingen. Ich gehe runter an den Mashi River und setze mich ans Ufer. Glasklar ist sein Wasser, nichts „Grosses“ rührt sich. Wie kommt es, dass ich plötzlich meine Unterwasserkamera in der Hand habe? Es juckt mich unbändig in den Fingern... was gibt es da unter Wasser zu sehen? Ich gebe es ja zu, ein wenig leichtsinnig ist es schon, aber die Neugierde ist doch sooo stark... Man glaubt es nicht, wie viele Fische sich hier tummeln? Gelbfische in rauen Mengen, Barben, kleine Kärpflinge... boah, da springt ein Tigerfisch, nicht ganz raus, aber immerhin so weit, das ich ihn als Tigerfisch erkennen kann.. mir wird es nun doch etwas zu mulmig, ich ziehe mich zurück. (Später, anhand der Bilder konnte ich die anderen Fische identifizieren). Nach Einbruch der Dunkelheit kommt ein Community Mitarbeiter und klärt uns auf, das jede Nacht Elefanten auf unsere Campsite kommen. Wir sollen sie auf gar keinen Fall anleuchten. Wir wissen, dass man das nicht machen darf und versprechen, uns artig zu verhalten. Die grauen Riesen seien jetzt schon auf Camp #6, also genau gegenüber unserer Site. Solange unser Feuer brennt, lässt sich kein Elefant blicken. Wir hören zwar das knacken der Zweige, das ist aber auch alles. Gegen Mitternacht, als unser Feuer nur noch glimmt, sind sie plötzlich da. Etwa 2 Stunden lassen sie sich direkt neben unseren Campern aus. Bärbel schaut raus und wundert sich, dass es so stockdunkel ist. Gut, es ist Neumond, aber eine so schwarze Nacht? Nix da dunkel, ein paar Minuten später lichtet sich die Dunkelheit. Ein Elefant stand genau vor ihrem Fenster. Eliarsch ganz nah! Sie hält die Luft an, wagt kaum zu atmen, während Hansi neben ihr tief und fest schläft. Männer! Na, wenigstens schnarcht er nicht! Wir hören das Krachen der Äste über unseren Köpfen... hoffentlich lassen sie keine dicken Äste auf unsere Camper fallen... wir kriegen mit, wie einer die Wasserleitung demoliert, einer untersucht unseren Tisch... sie brechen neben uns Äste von den Bäumen, brummen tief und irgendwann trötet einer. Wir sitzen senkrecht im Bett! Dazu das Gegrunze der Hippos. Oha, das ist hier eine Geräuschkulisse! Nachdem sie sich ausgetobt haben, verschwinden sie wieder auf leisen Sohlen. Gegen 03.00 Uhr schlafe auch ich endlich ein...📎 phpLJLKcT
klaus63630 Beiträge · seit 200802. Nov. 2009 · #16
Hallo Pascalinah,
toll die Bilder von den Karminspinten! Das steigert schon die Vorfreude auf Caprivi 2010!
Gruß
Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.
(Hans Magnus Enzensberger)
Olli Bö447 Beiträge · seit 200802. Nov. 2009 · #17
Hallo Pascalinah,
vielen Dank für Deinen tollen Bericht und die schönen Bilder, seufz... Da kriegt man richtig Sehnsucht. Ich will auch wieder nach Afrika... 🙁
Ich musste schmunzeln, als ich vom Chaos im hinteren Teil eurer Schildkröte gelesen hab. ENDLICH hab ich mal jemanden gefunden, dem es auch so geht wie uns immer. Ich hab wirklich schon gedacht, dass es auf dieser Welt niemanden gibt, der so wie wir bei jeder Reise stundenlang Kisten oder den Kühlschrank putzen muss. Es ist mir außerdem unbegreiflich, wie solche derartigen Sauereien überhaupt entstehen können - am plausibelsten erscheint mir die Kobold-Theorie. Oder wie sonst sollen Schokolade, Käse, Glasscherben und der Inhalt einer zerbrochenen Savanna-Flasche IN einen Topf mit Spaghetti-Resten und Soße bei geschlossenem Deckel gelangen???
Und was genau ist denn die berüchtigte Lederallergie???
CHcheeta155 Beiträge · seit 200702. Nov. 2009 · #18
hi kathrin, die lederallergie tritt bei den meisten nur temporär auf. wenn du morgens mit schuhen im bett aufwachst und kopfschmerzen hast, dann hast du die lederallergie. lg wolfgang
PascalinahThemenstarter2'772 Beiträge · seit 200602. Nov. 2009 · #19
@ Wolfgang jipp, genau das ist es!
@ Katrin Du hast Recht, hier kann es sich nur um einen Kobold handeln... den nehemen wir aber das nächste mal nicht wieder mit, nicht wahr? Wer sich nicht benehmen kann, muss zu Hasuse bleiben! 🙂
PascalinahThemenstarter2'772 Beiträge · seit 200603. Nov. 2009 · #20
24.09. Nambwa – Drotzky`s Cabins
Mit dem ersten Sonnenstrahl wachen wir auf. Da sind doch nicht nur Elefantenspuren auf unserem Camp, da sind doch auch Tatzenabdrücke? Wir holen uns Rat beim Campmitarbeiter: „ Ja, eine Leopard ist auch immer nachts hier auf dem Camp!“... Mist und wieder haben wir ihn nicht gesehen! Soviel dazu... Ansonsten, das alte, herrliche Lied: Vögel singen, Hippos grunzen und in der Ferne tröten Elefanten. Nach dem Krach, den die Elis heute Nacht hier gemacht haben zu urteilen, sieht es auf der Campsite ja noch ganz manierlich aus. Die Wasserleitung hat zwar einen Schaden und sprüht nun munter vor sich hin, aber sonst ist alles o.k. Nach dem Frühstück verlassen wir das Community Camp.
Immer wieder muss ich aussteigen und kleinere Bäume vom Fahrweg zerren, die Elefanten dort platziert haben. Ein erneuter Zwischenstop: Elis versperren den Weg. Eine viertel Stunde später.... Wollen die denn gar nicht mehr den Weg frei geben? Sie haben ein Einsehen mit uns... Wir kommen um eine Kurve... Norbert geht in die Bremse. Ein Karakal, tief in die Fahrspur geduckt, schaut uns entnervt an. Oh, sorry, wir haben ihm wohl sein Frühstück versaut. Die 3 Tauben im Busch haben ihn jetzt jedenfalls bemerkt und sein Sprung ins Gebüsch bringt ihm nur ein paar Schrammen ein. In rasantem Lauf überquert er zurück die Fahrspur und verschwindet im Dickicht. Ein herrliches Tier! Schade, so schnell konnten wir unsere Kamera nicht rüsten. Abgesehen von der langwierigen Grenzabfertigung mit Vet-Kontrolle erreichen wir nach 2 Stunden Shakawe. Die Tankstelle ist einfachste Ausfertigung – das Shell-Schild ist fast größer als die Tankstelle selbst - aber Hauptsache sie hat Sprit.
15 Minuten später haben wir Drotzky`s Cabins erreicht: ein grüne Oase direkt am Okavango. Wir beziehen unsere 2 Cabins, beide einfach, aber gemütlich eingerichtet. Beim Bierchen auf der Cabin-Terrasse beobachten wir mehrere Krokodile und ein Otterpärchen.
Für den Rest des Tages ist relaxen angesagt. Ab und zu dümpelt ein Krokodil mit der Strömung an uns vorbei, gerade so, als sei es ein Baumstamm. Kurz vor Sonnenuntergang kommt ein Hippo aus dem Papyrusgrün, reisst seinen Rachen auf, grunzt, und lässt sich ebenfalls an uns vorbei treiben.📎 phpjGVteO