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Reisebericht · namibia-forum.ch

Reisebericht - vom Pazifik zum Polarmeer

von BikeAfrica · Selbstfahrer · 23 Teile

Über diesen Reisebericht

Zum Jahreswechsel auf 1996 fasse ich nach ein paar Gläsern Glühwein den Entschluss, allein mit dem Fahrrad vom Pazifik zum Polarmeer zu fahren. Im Juni und Juli 1996 setze ich das um: Ich starte in Anchorage im Süden Alaskas (USA), überquere die Alaska Range und radle durch Zentralalaska weiter in den kanadischen Yukon und schliesslich in die Northwest Territories Kanadas bis nach Inuvik am Ende der nördlichsten öffentlichen Piste Nordamerikas. Die letzten rund 150 km zum Polarmeer bei Tuktoyaktuk lege ich per Kleinflugzeug zurück, weil es dorthin damals noch keine Strasse gibt.

Ich bin die ganze Zeit allein unterwegs und übernachte fast jede Nacht im Zelt, oft mitten in sumpfigem Permafrostgelände. Ein grosser Waldbrand zwingt mich gleich zu Beginn zu einem Umweg, und mit Tagesetappen bis 265 km auf Schotterpiste erlebe ich die anstrengendsten Tage der ganzen Reise. In Alaska wie im Yukon begegnet mir überall die Geschichte des Goldrauschs. Das grösste Problem unterwegs ist aber nicht die nächtliche Kälte, sondern die Moskitoplage der Subarktis, gegen die selbst starke Mittel kaum helfen. Nördlich des Polarkreises erlebe ich die Mitternachtssonne, treffe Inuit, die traditionell Robben und Karibus jagen, und bade am Ende im Polarmeer. Nach dem Rückflug nach Calgary hänge ich noch ein paar Tage mit dem Mietwagen in den Rocky Mountains an, bevor die Reise endet.

Teil 129. Okt. 2025

Hallo zusammen,

heute möchte ich mit einem kurzen Reisebericht über eine Radreise aus einem vergangenen Jahrtausend beginnen, die wohl bis heute meine spannendste Reise überhaupt geblieben ist.

Vor knapp 30 Jahren, zum Jahreswechsel auf 1996 kam ich nach hastigem Genuss von elf Bechern Glühwein auf die -wie ich fand- großartige Idee, vom Pazifik zum Polarmeer zu radeln.
Zum damaligen Zeitpunkt schienen mir Radreisen in Afrika noch viel zu gefährlich. Das war meiner Meinung nach etwas für Leute, die -des Lebens überdrüssig- auf möglichst anstrengende Weise Selbstmord begehen wollten. Kein normaler Mensch, so wie ich es einer bin, würde jemals auf eine derart sinnbefreite Idee kommen,.
Dachte ich.
So kann man sich irren ...

Das gesamte Internet passte damals ja ausgedruckt noch auf etwa drei Dutzend Karteikarten und es war in der Folge nicht rauszubekommen, ob das schon mal jemand gemacht hatte. Alleine die Organisation der Flüge erwies sich als schwierig und daran wäre schon beinahe alles im Vorfeld wieder gescheitert.

Ich startete in Anchorage im Süden Alaskas und radelte in die Inuit-Siedlung Inuvik am Ende der nördlichsten öffentlichen Piste Nordamerikas in die canadische Arktis. Für die letzten ca. 150 km nach Tuktoyaktuk am Polarmeer musste ich auf ein Buschflugzeug zurückgreifen, weil es damals noch keine Piste gab und dazwischen ein riesiges Flussdelta liegt.
Entlang der Strecke lag mit dem Mt. McKinley der höchste Berg Nordamerikas und der kälteste der Welt. Eine weitere Station war Dawson City, wo ein Goldfund 100 Jahre zuvor im August 1896 den berühmtesten und evtl. auch größten Goldrausch der Geschichte auslöste. Auch der Schriftsteller Jack London ("Lockruf des Goldes"), der hierzulande weniger bekannte Robert Service (Verfasser von "The Spell of the Yukon") und Thomas Alfa Edison waren damals vor Ort. Von ihm stammen die meisten (oder alle?) der erhaltenen Filmaufnahmen.

Ab Dawson City hatte ich Verpflegung für 800 km dabei, da ich nicht wusste, ob die Tankstelle bei Eagle Plains und die beiden Indianersiedlungen Tetlih Zheh (Fort McPherson) und Tsiigehnjik (Arctic Red River) der Déné-Gwich'in überhaupt existierten.

Soweit zu den Eckdaten. Demnächst gehts los ...

Gruß
Wolfgang

Teil 201. Nov. 2025

... das Problem fing damit an, einen _bezahlbaren_ grenzübergreifenden Gabelflug Alaska/Canada zu finden und dabei ein Fahrrad mitnehmen zu können.
Das ließ sich lösen, indem ich auf Hin- und Rückflug jeweils fünfmal in den USA umsteigen musste und jeweils 24 Stunden unterwegs war.

Das größere Problem war, einen Inlandsflug von Inuvik zu einem internationalen Flughafen zu finden.

Die ersten vier Reisebüros fanden den Flughafen in meinem Zielort Inuvik erst gar nicht. Das fünfte Reisebüro fand den Flughafen, aber keine einzige Verbindung. Ich war schon kurz davor, die Idee wieder zu Grabe zu tragen, als ich zufällig an einem mir bis dahin unbekanntem Reisebüro vorbeikam. Durch die großen Scheiben sah ich, dass eine der Mitarbeiterinnen gerade nichts zu tun hatte.
Dies änderte sich sehr schnell und zwar für die nächsten zwei Stunden.
Sie knobelte eine Flugverbindung von Inuvik nach Calgary raus mit vier Zwischenlandungen in kleinen Dörfern, die nur per Flugzeug oder Boot erreichbar waren. Ob die Fahrradmitnahme möglich sein würde, konnte sie nicht rausbekommen. Ich ging das Risiko ein, buchte die Flüge und erzählte kurz, dass ich schon aufgeben wollte, weil es bisher niemand hinbekommen hatte, Flugverbindungen rauszufinden. Sie meinte, sie fand das jetzt viel interessanter und anspruchsvoller, als nur irgendwelche Pauschalreisen aus dem Katalog zu buchen. Als ich 1,5 Jahre später das nächste Mal dieses Reisebüro aufsuchte, begrüßte mich die Mitarbeiterin spontan mit Namen und freute sich bereits über die nächste Abwechslung vom Alltag.
Nachts um zwei Uhr kam ich in Anchorage an. Ich sattelte mein Stahlross und zog los in der Hoffnung, einen Campingplatz zu finden und meine Augenlider noch ein paar Stunden auf innere Verletzungen untersuchen zu können. Natürlich fand ich keinen. Dafür fand ich einen Supermarkt, der rund um die Uhr geöffnet hatte, kaufte ein bisschen was ein und fuhr direkt los nach Süden.

Das war ursprünglich nicht der Plan, aber zwischen Anchorage und dem nördlich gelegenen Denali-Nationalpark war ein großer Waldbrand, die Strecke war gesperrt und eine Umfahrung hätte mindestens 500 km Umweg bedeutet. Das ist mit dem Fahrrad ja eine ganz andere Nummer als mit dem Auto. Der Waldbrand war Anfang Juni 1996 sogar täglich Thema in den deutschen Nachrichten.

So ging es also erst einmal in den Turnagain Arm, eine große Meeresbucht des Pazifiks. Wenige Wochen vor mir segelte hier James Cook entlang im Glauben, die legendäre Bering-Route entdeckt zu haben und musste schließlich umkehren. So kam die Region zu ihrem Namen. Sie wurde einfach nach dem Irrtum eines verirrten Versagers benannt, während ich in den Geschichtsbüchern ungenannt blieb. Die Welt ist oftmals ungerecht..

Und da ich schon mal dort unten war, ging es noch zum Portage Gletscher. Das sah wenigstens schon mal aus, wie man sich Alaska so vorstellt - kalt und mit Schnee ...


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Gruß
Wolfgang

Teil 303. Nov. 2025

Alaska ist eine Region für Leute, denen Namibia zu dicht besiedelt ist. Es ist etwa doppelt so groß wie Namibia, hatte damals aber nicht einmal ein Drittel der Einwohnerzahl.
Alaska ist der größte Bundesstaat der USA. Texas prahlt gerne mit seiner Größe. In Alaska nimmt man die nicht wirklich ernst.


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Auf dem Weg zum Denali Nationalpark traf ich mich noch mit einem guten Kumpel für ein paar Schießübungen.

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Gruß
Wolfgang

Teil 404. Nov. 2025

Knapp 240 km nördlich von Anchorage befindet sich der Parkeingang zum Denali Nationalpark. Er ist benannt nach dem Mt.McKinley, den die Athabascan-Indianer Denali („der Große“) nennen. Er ist der größte Berg Nordamerikas und gilt als kältester der Welt. Auf dem Gipfel ist es selbst im wärmsten Monat selten wärmer als minus 35 Grad.

Mit fast 6.200 Metern ist der Denali eine beindruckende Erscheinung, wenn er ausnahmsweise mal nicht völlig von Wolken verdeckt ist.

In den Park führt eine etwa 150 km lange Straße. Mit einem privatem Kfz sind jedoch nur die ersten 25 km befahrbar. Wer den Rest sehen will, muss auf einen der Ausflugsbusse zurückgreifen oder mit dem Rad fahren bzw. wandern. Übernachten ist nur erlaubt, wenn man mit reichlich Vorlaufzeit eine der wenigen Campingmöglichkeiten ergattern konnte oder eines der raren Back Country Permits. Damit darf man dann auch querfeldein laufen und sein Zelt überall aufstellen.

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Gruß
Wolfgang

Teil 515. Feb. 2026

Nach langer Zeit und aus verschiedenen Gründen geht es erst nach langer Pause weiter.

Vom Denali Nationalpark geht es weitere 200 km nach Norden bis Fairbanks. Unterwegs ist die Bergkette der Alaska Range zu überqueren. Ich frage in einer Tourist Information nach dem Streckenprofil und erhalte als Antwort, das sei mit dem Fahrrad kaum zu schaffen. Auf meine Frage, ob es schwieriger sei als der im Vorjahr geradelte Alaska Highway, ändert sich die Aussage: „Wenn du die Strecke durch die Rocky Mountains geschafft hast, ist es kein Problem“.

Auf der weiteren Strecke liegen einige kleine Dörfer. Ortsnamen wie Nenana oder Tanana lassen den indianischen Ursprung erkennen. Zur Zeit des Baus der Alaska Railroad, was um 1902 seinen Ursprung hatte, lebten hier Tausende Menschen, heute sind es nur noch wenige hundert. Entlang der Straße zwischen Anchorage und Fairbanks läuft die Bahnstrecke der Alaska Railroad meist außer Sichtweite parallel und kreuzt die Straße mehrfach. Die Bahnübergänge sind unbeschrankt. Die Personenzüge sind vorwiegend dafür da, dass die Passagiere die Landschaft genießen können. Die Züge fahren mit etwa 40 km/h und an den Bahnübergängen grüßt der Lokführer mit einem Extra-Signalton und einem Winken aus dem offenen Seitenfenster selbst einen Radfahrer.

Entlang der Strecke finden sich wieder skurrile Fahrzeuge. Ich glaube, hier kann jeder machen was er will. Auch wenn der Monstertruck keine Straßenzulassung hat, findet man häufig Fahrzeuge im Straßenverkehr, die in Deutschland sofort einkassiert würden.

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Ich zelte in einem Dorf direkt am Straßenrand. Überhaupt habe ich auf dieser und der vorherigen Reise in 12 Wochen keine feste Unterkunft außer einer Nacht in Whitehorse bei zwei einheimischen Radlern, die ich unterwegs treffe und fast zwei Tage mit ihnen gemeinsam radle.

Die nächste größere Station auf der Reise ist Fairbanks in Zentralalaska, die zweitgrößte Stadt des Landes mit damals ca. 70.000 Einwohnern. Hier befindet man sich ziemlich in der Mitte Alaskas und ab hier gibt es zwei Möglichkeiten, auf dem Landweg zum Polarmeer zu gelangen.

Obwohl Nordamerika eine riesige Ausdehnung hat, gibt es nur zwei Möglichkeiten, den Polarkreis zu überqueren. Die eine ist der Dalton Highway, der einfach weiter geradeaus nach Norden zu den Ölfeldern an der Prudhoe Bay führt. Das ist eine private Versorgungsstraße der Ölgesellschaft, was bedeutet, dass hier in großer Zahl LKW mit Baumaterial und Ersatzteilen für die Ölbohrplattformen unterwegs sind und man Hunderte von Kilometern an einer Ölpipeline entlangfährt.
Die zweite Möglichkeit führt über den Dempster Highway durch Canada vorbei an geschichtsträchtigen Orten und durch offene weite Landschaft. Dreimal dürft ihr raten, für welche der zwei Möglichkeiten ich mich entschieden habe. Beide Strecken nennen sich zwar Highway, sind aber einfache Schotterpisten.

Demnächst gehts weiter ...

Gruß
Wolfgang

Teil 616. Feb. 2026

Wie ihr hoffentlich spätestens im dritten Versuch erraten habt, habe ich mich für die Variante durch Canada entschieden. Bis dorthin sind es aber noch ein paar Meilen.

In Fairbanks besuche ich erstmal wieder das Alaskaland. Hier hat man alte Gebäude aus der Goldgräberzeit von ca. 1880 bis 1910 aus dem ganzen Land zusammengetragen und wieder aufgebaut, dazu Goldwaschanlagen und einen alten Raddampfer sowie Fahrzeuge aus der Zeit des Baus des Alaska Highways 1942, der schließlich den Zweiten Weltkrieg entschieden hat.
Wieso eine Piste am Arsch der Welt einen Weltkrieg entschied, der sich größtenteils in Europa abspielte, erkläre ich später, wenn wir im Verlauf der weiteren Reiseroute das offizielle Ende des Alaska Highways erreichen.

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In Fairbanks gibt es auch noch ein Museum für Eisskulpturen, welches ich allerdings nicht besucht habe. Ich fand die im Bau befindliche Modelleisenbahn im Raddampfer des Alaskalands viel spannender. Hier entstand damals eine Modellbahnanlage im Maßstab 1:87 (H0), in der man eine Ortschaft (ich glaube, es war Nenana) zur Zeit des Goldrauschs und Beginn der Eisenbahnzeit nachbaute.
Und wenn man weiß, dass US-Modellbahner extrem vorbildgerecht bauen, dann wundert es nicht, dass jedes Haus anhand alter Fotos, Zeichnungen oder noch existierender Vorbilder nachgebaut wurde genau wie die Dampfloks und Waggons, da es keine entsprechenden Modelle zu kaufen gibt. Da damals auch Schwellenabstände der Gleise anders waren, sind auch die Gleise selbstgebaut.

Ich übernachte auf einem Campingplatz in Fairbanks und während ich beim Duschen bin, frisst sich ein Squirrel (vergleichbar mit Eichhörnchen) zielstrebig durch die Packtasche mit dem zuvor gekauften Toastbrot durch. Da ich nicht weiß, ob die diese possierlichen Mistviecher irgendwelche Krankheiten übertragen, werfe ich das Brot weg in eine dieser „Oskar-Mülltonnen“ mit losem runden losen Deckeln, warte, bis sich der kleine Drecksack wieder übers Brot hermacht und Deckel drauf.
Dunkelhaft.
Am nächsten Morgen will ich das Tier natürlich freilassen. Als ich den Deckel öffne, ist das Squirrel bereits weg. Irgendjemand hat sich beim Öffnen des Deckels wohl ziemlich erschreckt. 😉
Aber das gefräßige Etwas war über Nacht nicht faul. Dreiviertel vom Toastbrot sind weggefressen. Wie das möglich ist, ist mir schleierhaft. Das entspricht ja locker der doppelten Körpergröße des Squirrels. Das Tier muss irgendwie mit Takeru Kobayashi verwandt sein …

Gruß
Wolfgang

Teil 717. Feb. 2026

Verlässt man Fairbanks in östlicher Richtung gelangt man schnell nach Norht Pole, der Heimat des Santa Claus. Hierher schicken amerikanische Kinder vor Weihnachten ihre Wunschzettel. Ein „Santa Claus, North Pole“ auf dem Umschlag reicht aus. Eine genaue Anschrift ist unnötig. Hier gibt es ein größeres Geschäft für Weihnachtsartikel, in dem das ganze Jahr Weihnachten ist. Vor dem Haus steht ein 12 m hoher Nikolaus aus Glasfiber und ein Rentierschlitten mit vier echten Rentieren. Drinnen läuft das ganze Jahr ein Nikolaus mit rotem Mantel, langen Haaren und Rauschebart rum, auch wenn es wie heute gerade 30 Grad heiß ist. Heute tummelt sich noch eine ganze Busladung japanischer Touristen dort. An den Wänden und jeder freien Stelle sind Wunschzettel der Kinder angepinnt.

Nicht viel später kommt ein Roadhouse, vor dem ein Tieflader mit monströsen Reifen steht. Einen praktischen Nutzen scheint das Ding nicht zu haben. Es ist wohl eher als Blickfang für das Roadhouse gedacht, denn es stand im Vorjahr bereits dort. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Reifen einen Durchmesser von 3,20 m oder 3,30 m haben und die größten Reifen Alaskas seien.

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Irgendwo entlang der weiteren Strecke stehen entlang eines größeren Waldbrandgebietes die Überreste eines Strommastes (auch das sah im Vorjahr schon genauso aus).
Wäre der Mast noch vorhanden, würden die gläsernen Isolatoren an selbigem befestigt sein. Im Museum von Watson Lake, das sich mit dem Bau des Alaska Highways befasst, wurden solche Isolatoren ausgestellt und erklärt, dass sie bereits 1942 beim Bau des Highways verwendet wurden. Zum Reisezeitpunkt wurde sie nach und nach durch modernere ersetzt. Im Vorjahr habe ich zwei unterschiedliche dieser Isolatoren am Straßenrand gefunden, die nach Irgendwelchen Arbeiten liegengelassen wurden. Ich habe sie als Andenken wieselflink sichergestellt.

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Am Nachmittag erreiche ich ein weiteres Roadhouse, hinter dem sich eine Zeltwiese befindet. Zufällig sind noch zwei weitere Personen dort, die zufällig ebenfalls mit dem Rad unterwegs sind und sich zufällig hier getroffen haben. Es würde ja sehr mit dem Zufall zugehen, wenn sie nicht zufällig auch aus Deutschland wären. Sie kommt aus Raum Frankfurt und er aus Hamburg. Nachdem wir ein wenig quatschen, verabreden wir einen Treffpunkt für den nächsten Tag, 90 km entfernt.
An die Wiese schließt ein typisches Landschaftsmerkmal an – Feuchtgebiete mit Seen und schiefstehenden Bäumen, die häufig als drunken forrests bezeichnet werden, weil sie aussehen wie eine Horde herumtorkelnder Betrunkener.
Der Boden besteht fast im ganzen Land aus Permafrostboden, der bis in große Tiefen gefroren ist. Im Sommer taut er oberflächlich auf. Das gebundene Wasser kann nicht in die gefrorenen Schichten versickern und es bilden sich teilweise große Sumpfgebiete. Die Baumwurzeln reichen nicht in die gefrorenen lagen, finden im sumpfigen aber nicht genügend Halt, so dass die Bäume zu Seite kippen.

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Und wo es Sumpfgebiete gibt, sind Moskitos nicht weit. Dazu später noch von weiter aus dem Norden, denn es wird immer schlimmer, je weiter man nach Norden kommt. Ich habe bereits in Fairbanks einen Mückenstift mit 37,5% DEET gekauft. Der funktioniert sehr gut. Jedenfalls dann, wenn man dem Moskito das Ding auf den Schädel schlägt.
Ich frage unterwegs Straßen- und Waldarbeiter, was die so verwenden. Sie nehmen Muskol mit 95% DEET ...

Gruß
Wolfgang

Teil 817. Feb. 2026

190 km nach Fairbanks erreiche ich Big Delta und bei der Einfahrt in die Siedlung begegne ich zunächst sechs Elchen, die jeweils einzeln in irgendwelchen Vorgärten stehen und quietschvergnügt die Blumenbeete leerfressen.
Den ersten Menschen, den ich treffe, frage ich, ob es hier einen Laden/Supermarkt/Shop gäbe.
„Selbstverständlich. Big Delta ist eine große Stadt. Hier leben 300 Menschen. Hier gibt es alles.“
In solchen Momenten lernt man, seine Weltanschauung neu zu justieren. 300 Einwohner sind hier eine große Stadt, zuhause ein verschlafenes Kuhdorf.

Ab etwa hier wird die Landschaft abwechslungsreicher und bergiger. Man fährt hier wieder parallel zur Bergkette der Alaska Range, die man nördlich des Denali Nationalparks schon mal überqueren musste. Die hier zu sehenden Berge sind bis 4.800 m hoch und scheinen zum Greifen nah, sind aber noch 70 km entfernt.

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Nur 30 km weiter ist Delta Junction, das offizielle Ende des Alaska Highway, der in Dawson Creek in British Columbia in Canada beginnt. Von hier sind es noch ein paar Tage auf dem Alaska Highway, bevor ich diesen bei Tetlin Junction nach bisher etwa 1.550 km in Richtung Norden verlasse.

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Vor mir liegen noch 1.100 km und der mit Abstand spannendste Teil der Reise.
Vor euch liegt jetzt ein Beitrag, der einige Infos über den Alaska Highway und Alaska selbst liefert, da ich davon ausgehe, dass diese zumeist unbekannt sind.

Gruß
Wolfgang

Teil 918. Feb. 2026

Jetzt, da ich den Alaska Highway verlasse, noch ein paar Infos zu diesem und zu Alaska selbst.

Wie auch ihr vielleicht nicht wisst, gehörte Alaska früher zu Russland. Als das russische Zarenreich 1856 den Krimkrieg verlor und Ebbe in der Staatskasse war und man ohnehin erkannte, dass die Verwaltung der Region kaum zu bewerkstelligen war, verkaufte man Alaska 1867 für 7,2 Mio US-Dollar an die USA. Das Gebiet schien nutzlos und war komplett unerschlossen. Die riesigen Vorkommen an Erdöl und Erdgas waren ebenso unbekannt (und damals noch nutzlos) wie die Vorkommen an Bodenschätzen wie Gold und Kupfer. Krabbenfischerei und Tourismus waren auch kein Thema. Die beteiligten US-Politiker wurden von der Bevölkerung verspottet.

Alaska leitet sich her von Alyeska, dem Wort der Athabascan-Indianer für „Weites Land“. Es ist größer als die drei nächstgrößten Bundesstaaten der USA zusammen. 17 der 21 höchsten Gipfel der USA liegen in Alaska. Etwa 70% aller Siedlungen haben keine Straßenverbindung. Die Hauptstadt Juneau ist weltweit die einzige, die auf dem Festland liegt, aber vom Rest des Landes nicht über eine Straße erreichbar ist. Obwohl Alaska fünfmal so groß ist wie Deutschland, gibt es nur drei Straßen in Ost-West- und nur zwei in Nord-Süd-Richtung.

Bzgl. der Wetterverhältnisse stößt man immer wieder auf völlig falsche Vorstellungen, denn Alaska hat wie Deutschland vier Jahreszeiten. Man nennt sie Juni, Juli, August und Winter. Gerade in Zentralalaska kann das Wetter mit Sonnenschein und wochenlang Temperaturen über 30 Grad besser sein als in Deutschland. Im Winter wird es allerdings etwas „schattiger“ als bei uns.
In der offiziellen Wetterstation in Circle in Zentralalaska liegen die Messwerte für den höchsten und tiefsten Wert mit +37 und -63 Grad Celsius genau 100 Grad auseinander. Das übertrifft weltweit nur Werchojansk in Sibirien mit 105 Grad (+37 / -68 Grad).

Nun ein kleiner Ausflug in die Geschichte und zum Bau des Alaska Highways.

Im Dezember 1941 griffen die Japaner überraschend den US-Marinestützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii an und zerstörten den Großteil der US-Pazifikflotte. Die USA traten nun offiziell in den Zweiten Weltkrieg ein und erkannten, dass sie im Falle eines japanischen Angriffs Alaska kaum würden verteidigen können. Man verhandelte mit Canada, durch deren Staatsgebiet eine Straße nach Alaska bauen zu dürfen, um Nachschub gewährleisten zu können. Es gab damals keine Möglichkeit, Alaska auf dem Landweg zu erreichen. Anfang März 1942 begannen die Arbeiten. Es gab bisher eine Piste von Fairbanks bis Delta Junction in Alaska und auf canadischer Seite bis Dawson Creek in British Columbia. Dazwischen lagen fast 2.500 km unerforschte Wildnis. Permafrostböden, Sumpfgebiete und große Flüsse erschwerten das Vorhaben. Die US-Soldaten aus den südlichen Bundesstaaten waren die klimatischen Verhältnisse nicht gewöhnt noch hatten sie Erfahrung im Straßen- oder Brückenbau oder im Umgang mit schweren Baumaschinen. Dennoch wurde die Piste bis Mitte Oktober 1942 fertiggestellt und dabei 200 Brücken gebaut.

Doch bereits im Juni 1942 war eingetreten, was die USA befürchtet hatten. Die Japaner hatten den Hafen Dutch Harbor auf der Aleuten-Insel Unalaska (ja, die heißt wirklich so) zerstört und zwei andere Inseln besetzt (die Aleuten sind eine Inselkette im Südwesten Alaskas).
Erst im Juni 1943 konnten die USA die Inseln zurückerobern. In der Zwischenzeit waren über 8.000 Kampfflugzeuge und Bomber aus den südlichen USA entlang der Flugpisten des Alaska Highway nach Alaska verbracht. Manche Quellen berichten, das sei schon vor Fertigstellung des Alaska Highway geschehen, was jedoch die Frage aufwirft, wie die immensen Mengen Treibstoff zum Auftanken dorthin gekommen sein sollen. Die Erklärungen im Museum von Watson Lake habe ich zumindest so verstanden, dass die Straße zu diesem Zeitpunkt bereits fertig war.

Wie auch immer … - schließlich wurde die große Zahl an Flugzeugen nach Sibirien überführt, wo sie eine russische Lackierung erhielten und von russischen Piloten übernommen wurden. Dann wurden sie quer durch Sibirien und das restliche Russland geflogen und kamen an der deutschen Ostfront zum Einsatz, wo die Wehrmacht gegen zusätzliche 8.000 Flugzeuge keine Chance hatte und schließlich kapitulierte.

Der Alaska Highway blieb bis 1948 eine Militärstraße und wurde erst dann für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Auch heute noch kann man nicht über den Landweg nach Alaska gelangen, ohne diese Straße zu benutzen. Es gibt zwar ca. 100 km weiter nördlich einen weiteren Grenzübergang, aber diese Strecke mündet an beiden Enden wieder in den Alaska Highway.

Gruß
Wolfgang

Teil 1019. Feb. 2026

Ich verlasse den Alaska Highway und begebe mich auf die Schotterpiste des Taylor Highways. Nach wenigen Metern ein Schild: „Road Construction next 20 miles“. Wie man am Straßenrand sehen kann, liegt hier 30 cm hoch loser Schotter. Das ist erst der Unterbau, denn der Schotter ist vergleichbar mit grobem Gleisschotter und noch nicht mit einer Walze verdichtet. Mit einem beladenen Fahrrad ist das extrem doof zu fahren. Nach wenigen Kilometern beginnt der Bereich mit den eigentlichen Bautätigkeiten. An solchen Stellen steht dann ein sog. Stop-Go-Girl und ein Pilotcar. Die Frau hält ein Schild, auf dem auf einer Seite „Stop“ und auf der anderen Seite „Go“ steht. Auf der anderen Seite der Baustelle steht ein ebensolches Duo. Von Zeit zu Zeit verständigen sich beide Seiten und auf einer Seite setzt sich das Pilotcar in Bewegung und das Stop-Go-Girl dreht ihr Schild auf „Go“. Wartende Autofahrer fahren nun hinterher. In diesem Fall ist der Fahrer des Pilotcars auch weiblich und hat mir vorher geholfen, das beladene Rad auf den Pickup zu wuchten.

Hier darf man natürlich nicht mit dem Fahrrad durch. In den Baustellen sind Walzen, Grader, Bagger und Bulldozer unterwegs (alle ein bisschen größer als bei uns) und Muldenkipper der 70-Tonnen-Kategorie. Diese Fahrzeuge sind etwa 4 m breit und 4,5 m hoch und am Steuer sitzen nicht selten 16-jährige Mädels, die das offenbar als Ferienjob machen.

Auf dem weiteren Weg passiert man noch 2-3 Hütten von Goldsuchern sowie eine Dredge aus der Zeit des Goldrauschs. Das sind hölzerne dampfbetriebene Schwimmbagger, in denen der Prozess vom Baggern über Waschen/Sieben und Ausstoß des Abraums automatisiert sind. Da ich keinen Scan von meinen Dias habe, verlinke ich hier mal ein Foto von diesem Teil aus Wikipedia, damit man sich das besser vorstellen kann. Ich meine, die Dredge wäre so etwas um die 70 Meter lang gewesen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Goldbagger#/media/Datei:Dredge_in_Chicken,_Alaska.jpg

Zwei Jahre nach meiner Reise wurde das Ding zerlegt und ins nahegelegene Chicken verbracht, wo man es als historisches Denkmal anschauen kann. Zum Reisezeitraum liegt es einfach unbeachtet am Pistenrand.
Chicken ist auch mein heutiges Etappenziel. Es ist eine der skurrilsten Ortschaften auf der Reise. Diese Siedlung entstand um 1896 zur Goldgräberzeit. Wikipedia schreibt, anfangs hätten hier bis zu 400 Menschen gelebt. Die Angaben aus Alaska sprachen damals von 25. Das war auch zum Zeitpunkt der Reise zufällig die Einwohnerzahl. In kleinen Siedlungen ist es üblich, dass die Einwohnerzahl auf dem Ortsschild vermerkt ist. Bei jeder Änderung wird die bisherige Zahl durchgestrichen und durch die neue ersetzt. Obwohl die Siedlung nur so wenige Einwohner hat, zieht er sich doch in die Länge, weil die Hütten sehr großen Abstand voneinander haben. Irgendwo steht ein Wegweiser mit der Aufschrift „Downtown“. Hier stehen drei Blockhütten direkt nebeneinander, gegenüber eine einzelne Zapfsäule und nicht weit davon eine kleine Werkstatt.

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In der rechten Hütte ist ein kleines Lokal. Hier gibt’s Burger, Hot Dogs und solche Dinge. In der mittleren Hütte befindet sich ein Lebensmittelladen und links ein Hardware Store.
Hier gibt es auf der Fläche einer durchschnittlichen Supermarktkäsetheke alles von der Angelausrüstung bis zum Jagdgewehr, Gummistiefel, Arbeitsschuhe und -klamotten, Motorsäge und Axt, Spitzhacke und Schaufel, Sägen und anderes Werkzeug, Petroleumlampen und Petroleum, Schweißgeräte, Autoersatzteile wie Keilriemen, Luftfilter, Ölfilter, Glühbirnen, Motoröl. So viel verschiedenes Zeug auf so kleiner Fläche habe ich noch nie gesehen.

Die Namensgründung der Siedlung hat einen kuriosen Hintergrund. Die Bewohner der Siedlung waren sich schnell einig, dass man den Ort nach dem Schneehuhn benennen wollte, dem Staatsvogel Alaskas. Das Schneehuhn war häufig in der Region und stand auch häufig auf dem Speiseplan, aber man konnte sich über die Schreibweise Ptarmigan nicht einigen. So sei aus dem Schneehuhn am Ende das Huhn geworden.

Gruß
Wolfgang

Teil 1120. Feb. 2026

Am nächsten Tag geht es weiter In Richtung Grenze. Es ist bisschen kühl und irgendwie läuft es heute nicht so gut. Die Piste ist außerdem auch mental zermürbend. Man sieht weit voraus, dass es ständig hoch und runter und um die Ecke geht. Jeder Höhenmeter, den man sich hocharbeitet, verliert man nach der nächsten Kurve wieder und man weiß es die ganze Zeit und über Stunden.

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Mir kommen die Zeilen von US-Sergeant Roy Hise in den Sinn, die er zum Alaska Highway verfasst hat. Hier passen sie auch.

Winding in and winding out
fills my mind with serious doubt
as to whether the lout
who planned this route
was going to hell
or coming out.

Am Nachmittag erreiche ich die Boundary Lodge, eine Blockhütte, deren marodes Dach von einer großen Plane wasserdicht gehalten wird.

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Die Grenzstation ist bereits in Sichtweite und ich kehre ein, um ‚nen heißen Kaffee zu trinken. Der Kaffee sieht bisschen dünn aus in der Kanne. Da ist zuhause ja mein Tee dunkler. Egal – warm und nicht ganz geschmacksneutral. Als Radfahrer hat man seine Ansprüche ja einigermaßen im Griff. Ich bestelle eine zweite Tasse. Nun muss der Betreiber erst mal neuen Kaffee kochen und ich sehe, dass das Wasser, das er oben einfüllt, fast schon aussieht wie der Kaffee, der unten rauskommt. Belastungstest für die Darmflora? Die Geschmacksnerven haben jedenfalls knapp überlebt.

Danach geht’s zur Grenze und ab in den Yukon. Der Yukon ist ja noch alaskaischer als Alaska selbst.

Gruß
Wolfgang

Teil 1220. Feb. 2026

Ich radle die letzten Meter zur Grenzstation und komme kurz vor Schließung der Grenze an. An der Grenze passiere ich zum ersten Mal auf der Reise die Grenze zu einer anderen Zeitzone.
Die canadische Grenzerin sagt, dass sie in ein paar Minuten Feierabend hat und dann nach Dawson City fährt und bietet mir an, mich mitzunehmen. Die Grenzstation ist sehr exponiert und quasi auf dem Gipfel und es ist kühl und windig. Ich nehme das Angebot an und fahre mit, komme aber an einem der nächsten Tage mit dem Rad wieder ein Stück zurück.

Die Piste hat inzwischen ihren Namen gewechselt und heißt jetzt Top-of-the-World-Highway. Sie läuft fast die gesamte Zeit auf einem Berggrat und bietet zu beiden Seiten eine grandiose Aussicht. Die letzten Kilometer vor Dawson City geht es bergab bis zum Yukon River. Auf der anderen Seite liegt Dawson City. Dazwischen verkehrt (ich glaube, bis 2 Uhr nachts) eine kostenlose Fähre, die vermutlich keine festen Fahrzeiten hat, sondern einfach nach Bedarf fährt.

Auf dieser Seite des Yukon liegt der Sternwheelers Graveyard, der Friedhof der Schaufelraddampfer.

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Jetzt haben die meisten Forumsmitglieder ja eine Vorstellung, wie dünn Namibia mit etwa 2 Einwohner pro Quadratkilometer besiedelt ist. Im Vergleich dazu steht Alaska 1996 bei 0,37.
Das Yukon Territory stellt das mit 0.05 aber noch mal deutlich in den Schatten. Das heißt, das ohnehin schon dünn besiedelte Namibia ist noch 40 mal dichter besiedelt als der Yukon.

Der Yukon ist so groß wie Deutschland, Dänemark, Belgien, Niederlande, Luxemburg und die halbe Schweiz zusammen. 1996 leben hier 27.000 Menschen, davon 22.000 in der südlich gelegenen Hauptstadt Whitehorse. Selbst an der im Süden befindlichen Hauptstraße Alaska Highway liegen Ortschaften auch mal 500 km voneinander entfernt. Weiter im Norden ist das fehlende Menschengetümmel derart unübersichtlich, dass man es gar nicht mehr sehen kann.

Gruß
Wolfgang

Teil 1320. Feb. 2026

Am nächsten Morgen gehe ich zuerst zur Tourist Information und erkundige mich nach den Wetteraussichten auf dem Dempster Highway. Es wird für die nächsten Tage eine Schlechtwetterlage erwartet, die ich besser abwarten solle. Ich lasse mir ja nicht so gerne in meine Vorhaben reinreden, aber es gibt seltene Momente, in denen auch ich auf Ratschläge höre. Dies ist so einer.

Wenn man mit dem Rad in die Arktis reist, ist es nicht die dümmste Idee, auf die zu hören, die sich dort auskennen.

Ich habe nun fünf Tage Zeit, Dawson und Umgebung zu erkunden. Es geht also zum bereits erwähnten Sternwheeler Graveyard, nochmal auf den Top-of-the-World-Highway, zum Bonanza Creek und Eldorado Creek, wo der Goldrausch seinen Anfang nahm, ins Museum und zum historischen Friedhof, der etwas abseits liegt. Alte Holzkreuze tragen die Namen und das Alter der Verstorbenen. Wenn es kein natürlicher Tod war, steht die Todesursache dabei. „Shot in the woods“ oder „Drowned in the Yukon River“ waren häufige Todesursachen. Viele der fast immer jungen Männer waren noch nicht einmal 25 Jahre alt, manche nicht einmal 20. Unter den Ertrunkenen sind viele Männer der RNWMP gewesen, der Royal North West Mounted Police, die hier damals versuchten, eine gewisse Ordnung zu schaffen, soweit dies möglich war.

Dawson City selbst ist auch sehenswert und so werden die fünf Tage nicht langweilig. Der Ort selbst sieht noch so aus, dass man ihn als Kulisse für einen Western verwenden könnte. Die Straßen sind unbefestigt und die hölzernen Bürgersteige gibt es auch noch. Alles sieht aus wie man es aus Westernfilmen kennt. Neue Gebäude müssen im damalige Baustil errichtet werden, Leuchtreklamen sind verboten und einige Gebäude aus der damaligen Zeit sind noch erhalten und in Benutzung. Viele Gebäude verfallen natürlich. Damals lebten hier 40.000 Menschen. Heute sind es noch etwa 3.500 im Sommer und 800 im Winter.

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Gruß
Wolfgang

Teil 1421. Feb. 2026

Hier ein erneuter Ausflug in die Geschichte. In den Hauptrollen Thomas Alfa Edison, Jack London, Robert Service, Belinda Mulrooney sowie Keish (Skookum Jim Mason), Skookum Jim (Tagish Charlie), Kate und George Carmack und natürlich Ed(ward) Jesson.

Wir beginnen mit den Akteuren, die das ganze historische Spektakel ausgelöst haben. Am 16. August 1896 war der Tagish-Indianer Keish (der Skookum Jim Mason genannt wurde) mit seinem Cousin Skookum Jim (der wiederum Tagish Charlie genannt wurde) und einer Nichte unterwegs am Bonanza Creek (ein größerer Bach in der Nähe des heutigen Dawson City), als sie im Bachbett zufällig Gold fanden. Als Indianer durften sie nach damaligem Recht jedoch keinen Claim anmelden. Zufällig trafen sie auf Keishs Schwester Kate, die mit ihrem Mann George Carmack in der Nähe am Klondike Lachse fingen. So kam es, dass George Carmack den ersten Claim anmeldete.

In der Folgezeit blieb die Sache noch lokal begrenzt und 1-2 Dutzend Claims wurden angemeldet. Die verfallenen Hütten der ersten Goldsucher findet man heute noch am Bonanza Creek und dem nahe gelegenen Eldorado Creek.

Im Frühjahr 1897 erreichte die Nachricht von den Goldfunden die Westküste der USA und verbreitete sich von dort in alle Welt. Über 100.000 Menschen von ebendieser brachen auf, um dort Gold und ihr Glück zu finden. Viele gaben unterwegs auf und kehrten um, nicht wenige kamen durch die Strapazen oder in den Stromschnellen des Yukon ums Leben. Etwa 40.000 kamen an und fast über Nacht entstand an der Mündung des Klondike in den Yukon die größte Stadt nördlich von Seattle und westlich von Winnipeg.

Unter den Glücksrittern waren auch Jack London und Ed Jesson. Thomas Alfa Edison, der als Erfinder der Glühbirne bekannt wurde (und außerdem auch den Elektrischen Stuhl erfand), war mit einer der ersten transportablen Filmkameras unterwegs. Kopien seiner Filmaufnahmen kann man heute als wichtige Zeitzeugnisse dieser Ära im Museum von Dawson City anschauen. Robert Service war ein Banker, der von Whitehorse nach Dawson kam. Er wurde durch seine Gedichte als „Barde des Yukon“ bekannt. Seine Werke wurden in einem Buch mit dem Titel „The Songs of a Sourdough“ (Die Lieder eines Sauerteigs – wie kommt man bloß auf einen solchen Titel?) veröffentlicht. Während meines Aufenthalts findet jeden Nachmittag vor dem ehemaligen Blockhaus von Robert Service eine Lesung statt durch einen grauhaarigen Mann mit einem Vollbart, der zu Z.Z. Top passen könnte. Er trägt einen Frack und Zylinder und sitzt auf einem Stuhl im Garten vor der Hütte.

Belinda Mulrooney war eine junge Frau, die nach Dawson kam, um durch Handel am Aufschwung zu profitieren. Sie war so geschickt, dass sie bald die reichste Frau des Yukon war. Mehrfach musste sie nach Schicksalsschlägen wieder bei Null beginnen, kam aber jeweils wieder nach oben. Wenn ich zehn beindruckende Personen der Geschichte auf eine Liste schreiben könnte, mit denen ich mich einmal unterhalten können wollte, würde sie ganz weit oben stehen. Kaum jemand kennt ihren Namen, aber ich verspreche euch, dass es sich lohnt, den Wikipedia-Artikel über sie zu lesen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Belinda_Mulrooney

Jack London blieb als Goldsucher erfolglos, erkrankte aufgrund der harten Lebensumstände an Skorbut und kehrte zurück in den Süden. Seine Erfahrungen am Klondike verarbeitete er in den Romanen „Lockruf des Goldes“, „Ruf der Wildnis“ und „Wolfsblut“, durch die er bekannt wurde. Er verstarb aufgrund gesundheitlicher Probleme mit nur 40 Jahren.

Ed Jesson schließlich bringt uns mit einer eleganten Kurve wieder zurück zum Radreisen. Nach wenigen Jahren wurden die Erträge bei Dawson City niedriger, während um 1900 Nachrichten von neuen Goldfunden bei Nome an der Westküste Alaskas ankamen. Viele Goldsucher beschlossen, Dawson City zu verlassen und nach Nome zu fahren. Sie warteten, bis der Yukon auftaute, um mit dem Boot zu fahren, doch Ed Jesson wollte schneller sein. Er kaufte für 150 Dollar ein gebrauchtes Postfahrrad, lernte in 2-3 Tagen das Radfahren und brach am 2. März 1900 bei minus 30 Grad auf, um auf dem zugefrorenen Yukon die 1.000 Meilen (1.600 km) bis Nome zu fahren, wo er fünf Wochen später ankam. Er dürfte der erste Langstreckenradler in Alaska und dem Yukon gewesen sein.

Soweit die heutige Geschichtsstunde … 😉

Gruß
Wolfgang

Teil 1521. Feb. 2026

Bis Dawson City war alles eine recht einfache Angelegenheit. Jetzt beginnt der Teil, vor dem ich Respekt habe.

Es ist etwa 20 Uhr, als ich Dawson City verlasse. Ich möchte die 40 km bis zur Abzweigung zum Dempster Highway fahren. Dort soll es ein Roadhouse geben, wo ich mein Zelt aufstellen will, damit ich am nächsten Morgen gleich auf die Königsetappe gehen kann. Ich habe Verpflegung für 800 km dabei, da Pommesbuden in der Arktis ausgesprochen selten sind und ich nicht weiß, ob es die Tankstelle auf halbem Weg und die zwei Indianerdörfer weiter nördlich überhaupt gibt. Indianer und Arktis wollen in meinem Kopf noch nicht so richtig zusammenpassen.

Das Roadhouse gibt es tatsächlich, aber jede freie Fläche ist hier von Ölflecken und scharfkantigen rostigen Kleinteilen von Schrottautos übersät, die hier ausgeschlachtet wurden und es gibt keinen Platz, wo ich mein Zelt aufstellen könnte. „Was tun?“ sprach Zeus und ich greife die Frage auf. Um eine Antwort zu finden, begebe ich mich ins Roadhouse und schütte ein paar Tassen Kaffee direkt in meine linke Herzkammer. Als das Roadhouse um Mitternacht schließt, begebe ich mich auf die Piste durch die dämmerige Nacht. Wirklich dunkel wird es hier ja nicht mehr und so muss ich mein nicht vorhandenes Licht auch gar nicht einschalten. Das nachstehende Foto entsteht um halb zwei in der Nacht.

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Es wird saukalt über Nacht und ich trage über einer kurzen Radhose noch eine lange, darüber eine normale Hose und noch eine Regenhose gegen den Wind. Obenrum bin ich ähnlich vermummt inkl. Norwegerpullover, den ich für alle Fälle mal eingepackt habe und natürlich Handschuhe. Eigentlich habe ich bereits so ziemlich alles an, was ich dabei habe und dabei geht es erst richtig los. Und ich bin im Sommer unterwegs …

Als es dem Morgen graut, tollen drei junge arktische Rotfüchse vor mir über die Piste, verkrümeln sich aber vorsichtshalber wieder, als sie meine Anwesenheit bemerken.
Mit Anbruch des Tages wird es wieder wärmer und ich kann mich nach und nach entkleiden. Mit den ersten Sonnenstrahlen mache ich ein Foto von mir auf dem Dempster Highway. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.

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Die Piste führt im Süden noch durch Wald. Der Boden ist sumpfig und es dauert, bis ich eine Stelle zum Zelten finde. Zusammen mit den 40 km von Dawson bis zum Roadhouse bin ich auf dieser Etappe 200 km geradelt, mehr als je zuvor und das mit Gepäck auf Schotterpiste. Ich sollte die Distanz im weiteren Verlauf mit 250 und 265 km aber noch zweimal lässig überbieten.

Seit Tagesanbruch waren aber auch die Moskitos auf den Beinen und Flügeln und nicht faul. Als ich mich am frühen Nachmittag zum Schlafen lege, will ich zuvor noch meine Mückenstiche zählen und kann mich noch so gut erinnern, als ob es noch gar nicht passiert wäre.
Ich beginne am linken Fußgelenk und höre bei 35 auf zu zählen. Ich bin immer noch nur beim linken Fußgelenk. Unter- und Oberschenkel, das rechte Bein, Hintern, Oberkörper, Arme, Hals, Kopf noch gar nicht gezählt … - insgesamt locker in einem soliden dreistelligen Bereich und es geht gerade mal los auf der Strecke. Ich habe nach nur einem Tag in der canadischen Subarktis mehr Mückenstiche als in über 1,5 Jahren Afrika, obwohl ich dort nur ungefähr fünfmal Mückenmittel verwendet habe.

Die Moskitoplage ist wirklich das größte Problem in dieser Region. Ich hatte zuvor natürlich darüber gelesen, aber die Realität übertrifft jede Vorstellungskraft. Begegnungen mit Bären und Wölfen sind längst in den Hintergrund gerückt. Diese geflügelten Vampire bringen einen an die Grenzen.

Irgendwo überholt mich ein Motorradfahrer und hält 100 m später an und wartet. Er meint, er hätte mich zwar gesehen, aber nicht realisiert, dass ich mit dem Rad unterwegs bin. Er fragt, ob alles ok ist und wir quatschen kurz. Er fährt die Strecke bis Inuvik durch und kommt mir bereits am nächsten Tag wieder entgegen.

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Der Dempster Highway.

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Gruß
Wolfgang

Teil 1622. Feb. 2026

Auf dem weiteren Weg muss ich zeitweise mit Moskitonetz überm Kopf fahren. Es gibt so viele Moskitos hier, dass ich das Moskitonetz nicht im Stand überziehen kann, weil sonst zu viele Vampire auf der Innenseite sind. Ich ziehe es während der Fahrt über. So sind nur wenige Blutsauger innen drin, die natürlich stechen. Dann wollen sie weg, können aber nicht und fliegen mir ständig summend um die Ohren – stundenlang.

Die Tankstelle auf halber Strecke bei Eagle Plains existiert tatsächlich und bietet sogar die Möglichkeit, warm zu duschen und wenn ich mich recht erinnere, sogar kostenlos. Außerdem kann ich hier moskitofrei etwas essen. Das ist unterwegs ein echtes Problem, denn die einzige halbwegs moskitofreie Zone wäre ansonsten das Zelt und das ist in Bärengebieten tabu. Lebensmittel oder andere riechende Dinge wie Seife oder Zahnpasta haben im Zelt nichts zu suchen. Der Geruch hält sich im Zelt und der Geruchssinn von Bären ist besser als der von Hunden. Man hat mal für einen Test eine Konservendose einen Meter tief in einem fußballfeldgroßen Areal vergraben und einen Bären drauf gelassen. Der Bär hat die Konservendose zielstrebig ausgebuddelt.

Eagle Plains liegt 40 km vor dem Polarkreis und ich will direkt dort übernachten und stelle mein Zelt direkt neben die große Tafel, die den Polarkreis kennzeichnet. Es ist schon wieder saukalt und windig, aber ich werde vom schönsten Sonnenuntergang bzw. -aufgang entschädigt, den ich bis heute gesehen habe (leider kein Diascan vorhanden).
Die Sonne geht kurz vor etwa 2:30 Uhr unter und beleuchtet den komplett bewölkten Himmel von unten knallrot. Sie ist nur wenige Minuten verschwunden, als sie bereits wieder aufgeht. Ich lege mich staunend schlafen.

Am Morgen wache ich durch Stimmen auf. „Meint ihr, da liegt jemand drin?, höre ich eine Frauenstimme auf Deutsch fragen. Ich antworte aus dem Zelt irgendwas wie „ja, ich glaube schon“ und stehe auf. Draußen steht ein Wohnmobil mit zwei Schweizer Pärchen, die natürlich erstaunt sind, hier einen Radfahrer anzutreffen. Sie bieten mir zum Frühstück Kaffee und Kuchen an und da es noch kühl ist, sind noch keine Vampire unterwegs. Der Dempster Highway ist für Mietwagen verboten, aber sie wollten unbedingt zum Polarkreis, da sie nun mal schon so dicht dran waren. Anschließend kehren sie um und fahren zurück nach Süden, während ich weiter nach Norden fahre.

Nach dem grandiosen Sonnenuntergang will ich heute die Sonne 24 Stunden rund um die Uhr über dem Horizont stehen sehen. Weit genug nördlich werde ich heute Nacht sein, dass die Sonne nicht mehr untergeht.

Hier noch ein paar Eindrücke des Tages.

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Gruß
Wolfgang

Teil 1722. Feb. 2026

Der heutige Tag wird ein langer, da ich ja 24 Stunden Sonne am Stück erleben will. Schließlich sitze ich 27 Stunden auf dem Rad und fahre 265 km. Schotterpiste und vier Bergketten drücken den Schnitt auf unter 10 km/h. Ich fange an, Selbstgespräche zu führen, weil ja sonst niemand in der Nähe ist, mit dem man sich vernünftig unterhalten könnte.

Die Landschaft ändert sich. Es gibt keine Bäume mehr, aber dafür arktisches Wollgras.

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Ich passiere die Grenze zu den Northwest Territories. Ab hier kann man von der Arktis sprechen.

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Die Bevölkerungsdichte ist hier nochmal geringer und liegt 1996 bei irgendwas von knapp über 0,02 Einwohnern pro Quadratkilometer. Inzwischen wurden die Northwest Territories aufgeteilt und Nunavut abgetrennt. In Canada hat jede Provinz und jedes Territorium eigene Nummernschilder. Angeblich muss man jedes Jahr neue Nummernschilder kaufen, mit denen gleichzeitig die jährliche Versicherungsgebühr bezahlt wird. Ich versuche, mal dran zu denken, ganz am Ende mal Fotos verschiedener Nummernschilder anzuhängen. Die der Northwest Territories sind übrigens nicht rechteckig, sondern haben die Form eines Eisbären.

Ich treffe auf Jim, einem Indianer der Déné-Gwich’in. Er ist dabei, an einem See die maroden Dächer von Hütten auszubessern, denn in zwei Wochen soll hier ein Musikfestival der First Nations stattfinden und die Hütten sollen als Unterkünfte dienen. Ich helfe ihm zwei Stunden und zusammen bekommen wir ein Dach geflickt. Die ganze Zeit liegt ein Gewehr griffbereit in seiner Reichweite und er ist völlig erstaunt, als ich auf seine Frage antworte, dass ich ohne Waffe unterwegs bin.

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Unweit des Sees befindet sich –6 km abseits der Piste- die Siedlung Tetlih Zheh (oder Fort McPherson, da es hier früher auch ein Fort gab) der Déné-Gwich’in. Die ist genauso real wie vorher die Tankstelle bei Eagle Plains. Meine grenzenlose Begeisterung kennt keine Grenzen.
Auf dem Friedhof findet sich das Grabmal von Francis Fitzgerald und drei seiner Männer, die im Winter 1910/1911 als Lost Patrol bekannt wurden. Damals war es üblich, dass RNWMP einmal im Jahr zwischen Fort McPherson und Dawson City auf Hundeschlitten hin und her fuhr, um Post und Ausrüstung zu transportieren. Die Strecke war 800 km lang und folgte einem Bachlauf. Allerdings ging es die ersten 40 km durch die Wildnis, bis man den Bach erreichte. Die Gruppe machte eine Reihe von Fehlern. Keiner der vier Männer war die Strecke in dieser Richtung je gefahren, doch die Hilfe eines Guides der Déné Gwich’in lehnten sie ab. Als sie den Bach nicht fanden, kehrten sie nicht um, sondern irrten weiter umher. Als sie sich schließlich entschieden, umzukehren, waren ihre Spuren verweht und sie fanden auch den Rückweg nicht mehr. Da Fitzgerald Tagebuch führte, ist der Verlauf der Tragödie recht genau bekannt. Als ihnen die Lebensmittel ausgingen, begannen sie, ihre Schlittenhunde zu essen. Schließlich starben drei der vier Männer bei Temperaturen um die minus 50 Grad, bevor sich der letzte durch einen Kopfschuss umbrachte.
Als die Patrouille nicht in der üblichen Zeit in Dawson City ankam, schickte die RNWMP einen Suchtrupp unter der Leitung von William Dempster los, nach welchem später der Highway benannt wurde. Er fand die vier Verstorbenen etwa sechs Wochen nach deren Tod.


Im weiteren Verlauf der Strecke kreuzt man den Peel River und später den Arctic Red River, über die jeweils eine kostenlose Fähre verkehrt. Am nördlichen Ufer liegt die Indianersiedlung Tsiigehtchic der Déné Gwich’in. Die Siedlung hat etwa 170 Einwohner. Es gibt ein kleines Lebensmittelgeschäft mit äußerst begrenzter Auswahl. Die Menschen hier leben vom Fischfang und der Jagd und brauchen sonst nicht viel.

Im weiteren Verlauf zieht sich die Strecke wieder hin, aber die Moskitos leisten mir weiterhin emsig Gesellschaft.
Ich sehe unterwegs Inukshuks. Das sind Steinfiguren der Inuit, die zur Karibujagd dienen. Sie werden trichterförmig aufgestellt und man versucht, die Tiere am breiten Ende in den Trichter zu treiben. Die Tiere halten in ihrer Panik die Inukshuks für Menschen und rennen auf das schmale Ende zu. So braucht man nur wenige Männer, um Karibus sogar mit dem Speer zu erlegen, die man sonst nie erreichen könnte.

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Und irgendwann ist es passiert … - ich erreiche Inuvik am Ende der nördlichsten Straße Canadas.

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Weiter nach Tuktoyaktuk geht es 1996 nur im Winter auf der legendären Iceroad über den zugefrorenen MacKenzie-River. Vor einigen Jahren hat man aber inzwischen eine ganzjährig befahrbare Piste gebaut.
Ich werde die die nächsten Tage erst einmal Inuvik und Umgebung erkunden und eine Möglichkeit suchen, nach Tuktoyaktuk zu gelangen.

Gruß
Wolfgang

Teil 1823. Feb. 2026

Inuvik entstand 1958 und ist mit etwas über 3.000 Einwohnern die größte Stadt Canadas nördlich des Polarkreises. Ich bin inzwischen so weit nördlich, dass hier die Sonne im Sommer fast zwei Monate nicht unter den Horizont sinkt und man sie im Winter für noch längere Zeit nicht sieht. Das Wahrzeichen der Stadt (hier ist ja alles Stadt ab 200-300 Einwohnern) ist die Igloo Church, die durch ihre Form an ein Iglu erinnern soll.

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Übrigens ist Iglu nicht das einzige Wort, dass uns aus der Inuit-Sprache Inuktitut bekannt ist. Auch die Wörter Kajak und Anorak haben es von dort in unseren Sprachgebrauch geschafft.

In Inuvik baute man Reihenhäuser für die Menschen mit Heizung und Wasserleitungen. In den Bädern gibt es eine Badewanne, was zunächst für Verwirrung und Irrtum sorgte. Die Inuit dachten anfangs, sie seien zum Zerlegen der Robben gedacht.

Die Wasserleitungen verlaufen wegen des Permafrostbodens oberirdisch, müssen aber angesichts der Wintertemperaturen bis minus 70 Grad aufwändig isoliert werden.

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Inuvik ist etwa so öde, wie eine Pfütze beim Verdunsten zu beobachten. Ich buche für den Nachmittag eine Halbtagestour mit dem Boot durchs MacKenzie-Delta. Es ist ein kleines Boot und es sind nur 3-4 Teilnehmer. Auf dem Programm steht auch ein Besuch bei Lucy. Sie ist eine betagte Frau, die hier ganz alleine in einer kleinen Holzhütte mitten im Delta wohnt. Ich vermute allerdings, dass sie das nur im Sommer macht, denn es handelt sich hier nicht um eine Blockhütte aus Baumstämmen, sondern um eine Hütte aus dünnen Holzplatten und die Temperaturen fallen hier im Winter auch mal auf minus 70 Grad.

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Nach der Rückkehr kann ich für den nächsten Tag noch eine Tagestour mit einem kleinen Flugzeug nach Tuktoyaktuk klarmachen.

Gruß
Wolfgang

Teil 1923. Feb. 2026

Am nächsten Tag geht es los zum Flughafen. Wir fliegen mit einer sechssitzigen Maschine. Mit an Bord sind neben dem Piloten und mir noch ein Ehepaar mit einem Sohn von 4-5 Jahren und ein Typ in meinem Alter. Der Pilot erklärt zu Beginn, dass er uns wegen der besseren Flugstabilität nach Gewicht verteilen müsste und hat die Sitzordnung schnell gefunden. Der Ehemann sitzt vorne, die Frau mit dem Knirps hinten und wir restlichen beiden in der Mitte.
Der Kleine hinter mir quengelt (auf Englisch) rum und fragt seine Mutter: „Wann sind mir denn endlich im Flugzeug?“ Derweil sind wir bereits auf der Startbahn beim Beschleunigen. Als das Flugzeug abhebt, ruft der Pilot „Yeah“ und reckt die Faust jubelnd durchs offene Seitenfenster, als würde das bei zwei von drei Startvorgängen nicht klappen.

Der Blick aus dem Flugzeug macht klar, dass es völlig absurd gewesen wäre, es mit dem Fahrrad zu versuchen.

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Auf dem Weg fliegt man auch vorbei an einigen Pingos. Das sind sog. Frostaufbrüche und eine Besonderheit der Arktis. Im Sommer taut der Permafrostboden auf, aber das Wasser kann nicht versickern. Weiteres Regenwasser kommt dazu und wenn im Winter der ganze Kram wieder gefriert, hebt sich Jahr für Jahr der Boden weiter an und es entstehen diese Hügel mit runder Grundfläche. Der höchste dieser Pingos soll 160 Meter messen. Das entspricht ungefähr 85 Piccos. 😉

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In Tuktoyaktuk werden wir von einer Inuit-Frau empfangen, die uns mit dem Kleinbus herumfährt und uns an einigen Stellen aussteigen lässt und uns Dinge aus ihrer Kultur erklärt. Die Inuit sind traditionell Jäger und jagen Robben, manchmal Walrösser und Belugawale und natürlich Karibus. Das ist üblicherweise verboten, aber den Inuit ist es erlaubt, wenn es auf traditionelle Weise geschieht, also ohne Motorboot und moderne Waffen. Das Fleisch wird größtenteils auf Gestellen im Freien getrocknet. Während das Belugafleisch fast weiß bleibt, wird das Karibufleisch komplett schwarz.

Sie erklärt, wie ein traditioneller unterirdischer Kühlraum funktioniert und dass die Temperaturen dort im Sommer und Winter trotz extrem unterschiedlicher Außentemperaturen annähernd gleichmäßig bei etwa sechs Grad liegen und erklärt auch den Umgang mit einem traditionellen Hundeschlitten. Sie erwähnt auch, dass man die heute höchstens noch als Hobby oder Pflege und Weitergabe alter Traditionen nutzt und man im Alltag längst Motorschlitten nutzt.

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Zum Abschluss geht es noch zum Badestrand (der ist tatsächlich so ausgeschildert). Man darf sich das natürlich nicht vorstellen wie bei uns, sondern es ist eher ein Hindernisparcours. Auf dem groben Kies liegen jede Menge Bäume, die der MacKenzie ins Meer gespült hat und die von der Flut wieder an Land gebracht wurden.
Ich schaue mich um und denke, endlich mal ein Strand, der nicht überfüllt ist. Genau genommen ist außer uns überhaupt keiner da.
Kein Wunder irgendwie auch. Heute ist der 7. Juli und wir haben etwa 10 Grad. Unsere einheimische Führerin erzählt, dass das Eis erst vor einer Woche aufgetaut sei und man hier vor drei Wochen noch mit Motorschlitten übers Wasser gefahren ist.

Ich nutze das milde Wetter und nehme ein Bad im Polarmeer …

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Gruß
Wolfgang

Teil 2023. Feb. 2026

Am nächsten Tag ist es 17 Grad warm und sonnig. Ich laufe in kurzer Hose und T-Shirt herum und treffe zufällig einen Deutschen (ich glaube, er hieß Udo). Udo wollte hier in der Region Wandern gehen und sieht vor lauter Mückenstichen aus wie ein Streuselkuchen auf zwei Beinen. Er hatte lange Klamotten an, ein Moskitonetz überm Kopf und Winterhandschuhe aus Leder. Er ist dennoch so zerstochen worden und gab nach einem halben Tag auf und kehrte um, war also nur einen Tag draußen unterwegs.

Zu allem Überfluss hatte er sich beim Mückenmittel am Test der Stiftung Warentest orientiert und den Testsieger Autan gekauft. Ich hatte den Test im Vorfeld auch gelesen und auch das Kleingedruckte am Ende. Finanziert wurde der Test durch die Bayer AG, die damals zufällig der Hersteller von Autan war. Wegen „gesundheitlicher Bedenken“ wurden alle Mittel abgewertet und mit „mangelhaft“ beurteilt, die mehr als 5% DEET enthielten. Auf diese Weise hatte man alle wirksamen Mittel disqualifiziert und es blieb außer Autan nur noch so Esoterikkram wie Citronella übrig. Der Test taugte höchstens, um sich damit den Hintern abzuwischen.

Wir verabredeten uns für den frühen Abend in einer Kneipe. Er meinte, er würde noch eine andere Reisende fragen, die in der gleichen Unterkunft wohnen würde, ob sie mitkommen wolle.
So trafen wir uns schließlich zu dritt und es war so warm, dass wir uns an einer Tisch draußen setzten. Bei ihr habe ich überhaupt keine Erinnerung an den Namen, weiß aber noch, dass es eine noch recht junge Pastorin aus der Schweiz war und sie war tatsächlich einige Tage vor mir ebenfalls mit dem Fahrrad angekommen. Während wir so bei einem Gerstenvollkornsprudel dort sitzen und quatschen, gesellt sich ein junger Husky zu uns. Er ist ruhig und freundlich, sieht sehr gepflegt aus, sucht aber offenbar Anschluss. Er sitzt oder liegt die ganze Zeit neben unserem Tisch und beginnt irgendwann aus Langweile, den Übertopf der Pflanze zu zerbeißen, die direkt neben dem Eingang steht. Wir bemerken es erst, als wir reingehen, weil es draußen zu kühl wird.

Der Husky weiß offenbar, dass er dort nicht erwünscht ist und versucht erst gar nicht, mit hinein zu kommen.
Die Kneipe gehört einem Österreicher und unter der Decke fährt eine LGB-Modelleisenbahn. Es ist nicht nur ein Oval, auf dem ein Zug im Kreis fährt, sondern schon ein bisschen mehr mit Weichen, verschiedenen Strecken und gleichzeitig fahrenden Zügen mit automatischer Steuerung.

Als wir spätabends die Kneipe verlassen, ist es saukalt und im Frostbereich. Mit kurzer Hose und T-Shirt bin ich gerade suboptimal bekleidet. Am frühen Abend kamen mir die ca. 500 m vom Campingplatz zu Kneipe deutlich kürzer vor als jetzt der Rückweg.

Als wir die Kneipe verlassen, liegt der Husky immer noch am Tisch neben dem Eingang und wartet auf uns. Er springt sofort auf und begleitet uns. Als Udo und die Pastorin zu ihrer Unterkunft abbiegen, läuft er weiter neben mir her, als hätte ihm das jemand beigebracht. Er läuft nicht voraus, bleibt nicht zurück und weicht auch nicht seitlich ab. Er läuft einfach die ganzen 500 m einen Meter seitlich neben mir her.

Als ich ins Zelt krieche, will er mir folgen. Ich habe Bedenken, dass seine Krallen den Zeltboden beschädigen könnten und noch viel mehr, dass er womöglich ins Zelt strullern könnte und ich dann Zelt, Isomatte und Schlafsack wegwerfen könnte. Er tut mir ein bisschen leid, aber ich schubse ihn aus dem Zelt und verschließe es.

Gruß
Wolfgang

Teil 2126. Feb. 2026

Am nächsten Morgen ist meine Gallone (ca. vier Liter) Wasser komplett zu einem Eisklotz gefroren. Da ist kein Tropfen mehr flüssig.

Hier in der Gegend gibt es nicht allzu viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen und ich radle zum Flughafen, um meinen Inlandsflug nach Calgary vorzuverlegen. Ich erkundige mich nach den Kosten und erfahre, dass es kostenfrei ist. Wenn ich in zwei Stunden da bin, kann ich direkt mitfliegen.
Ich radle zurück zum Campingplatz, packe mein Geraffel, stelle den Eisklotz neben die Mülltonne, bezahle den Campingplatz und radle zurück.

Hier gibt es keine Röntgengeräte für das Gepäck und man macht Stichproben. Bei mir wird die leere Benzinflasche für den Kocher bemängelt, weil sie noch ein bisschen nach Benzin riecht, obwohl sie schon drei Tage leer und offen im Vorzelt lag. Ich solle sie nochmal voll Wasser laufen lassen und ausleeren und dann wäre es ok.
Auf dem Weg ins Flugzeug wird sporadisch das Handgepäck kontrolliert. Der Typ vor mir hat ein Jagdgewehr umhängen (ein Stück weiter hinten steht noch einer). Die Frau bei der Kontrolle fragt nur, ob es entladen sei. „Na klar“, meint der Typ und holt zur Bekräftigung seiner Aussage eine handvoll Patronen aus der Jackentasche. Was würde wohl in dieser Situation in Frankfurt passieren? Hier ist es völlig normal, dass man sein Gewehr als Handgepäck mitnimmt. Die Durchsagen am Flughafen sind übrigens dreisprachig – Inuktitut, Gwich’in und als letztes Englisch.

Das Flugzeug fasst etwa 20 Passgiere. Die Start- und Landebahn ist eine Schotterpiste und es gibt vier Zwischenlandungen in kleinen Dörfern, die nur per Boot und Flugzeug erreichbar sind. Ich vermute, dass Zwischenlandungen und auch Flugroute variabel sind und davon abhängen, wer unterwegs ein- oder aussteigen will.

In Calgary gehe ich am Flughafen zum Schalter einer Autovermietung. Hier sind die verschiedenen Fahrzeugklassen abgebildet und ich will einfach das kleinste, einen Toyota Corolla. Das kleinste gerade verfügbare Fahrzeug ist ein fast fünf Meter langer Ford Explorer, den ich zum Preis des Corollas bekomme.
Bei der Kontrolle des Führerscheins sucht die Mitarbeiterin das Ablaufdatum. Ich erkläre ihr, dass es das in Deutschland nicht gäbe und sie meint, sie habe noch nie einen Führerschein ohne Ablaufdatum gesehen.

Ich fahre direkt vom Flughafen los in Richtung der Nationalparks Banff und Jasper in den Rocky Mountains …

Gruß
Wolfgang

Teil 2226. Feb. 2026

Auf dem Weg sammle ich irgendwo eine japanische Rucksacktouristin ein, die als Anhalterin am Straßenrand steht. Sie hat in Banff ein Hostel reserviert. Ich finde keine Unterkunft und nicht einmal auf dem Campingplatz bekomme ich noch einen Platz für mein Zelt, selbst wenn ich mein Auto außerhalb parke. Schließlich schlafe ich im Auto auf einem Parkplatz in der Ortsmitte, auch wenn dort Schilder das Übernachten verbieten. Ich denke, es geht vor allem darum, dass hier kein „Wohnmobilpark“ entsteht. Dass hier jemand im Auto übernachtet, darauf kommt niemand und letztlich stört es auch keinen. Das Auto würde auch dort stehen, wenn ich irgendwo ein Zimmer bekommen hätte.

Am nächsten Tag nehme ich die Japanerin wieder mit und wir besuchen einige der bekannten Seen in der Region – Lake Louise, Maligne Lake und andere und einen Gletscher. Am Abend trennen wir uns. Sie will weiter und ich muss zurück nach Calgary für den Heimflug.

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Irgendwo sitze ich nochmal an einem See. Ich trage kurze Hosen und ein T-Shirt und lasse die Reise Revue passieren. Hin und wieder sticht vereinzelt ein Moskito. Ich haue nicht mal mehr drauf. Es ist mir egal.

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Unweit stapft eine Gruppe Wanderer vorbei. Sie tragen knöchelhohe Schuhe, lange Hosen, lange Ärmel, Handschuhe und eine Moskitohaube über dem Kopf. „Seid froh, dass ihr nicht dort seid, wo diese Bekleidung angemessen wäre“, denke ich mir …
Der Reisebericht endet nun hier und ich hoffe, es war ein interessanter Ausflug in eine fremde Region mit wissenswerten Infos zur Geschichte. Die Fotos der verschiedenen Nummernschilder folgen noch. Die hingen lange im Büro und liegen momentan noch dort.

Gruß
Wolfgang

Teil 2302. März 2026

Hier noch ein paar Nummernschilder aus der Region. Wegen der Lichtverhältnisse etwas unscharf.

Das erste wurde zum hundertjährigen Jubiläum der Zugehörigkeit Alaskas zur USA herausgegeben. Das zweite habe ich am Straßenrand im Wald gefunden. Dummerweise hing noch ein Auto dran, das ich erst noch abschrauben musste.
Bevor jetzt der Eindruck entsteht, dass ich unterwegs Nummernschilder klaue, muss ich hinzufügen, dass das Auto kopfüber im Wald lag und wie man am Aufkleber mit der Gültigkeit der Zulassung sehen konnte, lag es wohl bereits schon sechs Jahre dort.

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Hier ist ein Nummernschild aus dem Yukon Territory. Diese Nummernschilder wurden jährlich in wechselnden Farben rausgegeben. Es war immer ein Goldsuchermotiv drauf. Das Nummernschild mit dem blauen Balken war das Motiv, welches 1995 oder 1996 aktuell war (kann sein, dass ich es schon im Vorjahr mitgenommen hatte). Ein Nummernschild mit lauter Nullen drauf ist nicht zur regulären Zulassung gedacht, sondern als Souvenir, auch wenn es ansonsten dem Original entspricht.
Nummernschilder für Anhänger waren ganz schlicht gehalten. Dieses hier lag wieder am Straßenrand rum.

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Als letztes noch Nummernschilder aus den Northwest Territories. Motorschlitten haben unterschiedliche Nummernschilder und es gibt spezielle Verkehrsschilder, die nur für diese gelten. Normale Nummernschilder für Autos haben die Form eines Eisbären, was sie bei Sammlern sehr beliebt macht.

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Da an die Nummernschilder die Versicherungsprämie geknüpft ist und die Versicherung auf die jeweilige Provinz oder Territorium beschränkt ist, haben gewerbliche Fahrzeuge oft mehrere Nummernschilder. An den Trucks der Fernfahrer hängen nicht selten sechs oder acht davon.

Gruß
Wolfgang

Reisebericht - vom Pazifik zum Polarmeer von BikeAfrica

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/306455-reisebericht-vom-pazifik-zum-polarmeer

Stand: letzter Berichtsteil vom 02. März 2026

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