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Reisebericht · namibia-forum.ch

5 Mon. Elternzeit SA/NAM - Teil IV - WDH->CPT

von fidel · 38 Teile

Teil 103. Juni 2025

Einleitung Teil IV - Von Windhoek nach Kapstadt

Hier geht es nun weiter mit Teil IV unserer Elternzeitreise. Allgemeinere Worte und die bisherigen Abschnitte finden sich unter

Teil I - Von Kapstadt bis zum Kruger (2 Monate im Mai/Juni 2022 - Kapstadt - Garden Route - Addo - MZNP - Wild Coast - HLI - Kruger)
Teil II - Von Johannesburg nach Windhoek (Februar/März 2024 - Pilanesberg - Drakensberge - Mokala - KTP mit einleitenden Worten zu Teil II - IV)
Teil III - Klassische Namibia-Runde mit Camper (März/April 2024)

Für diesen Reiseteil hatten wir nun insgesamt noch 37 Nächte Zeit. Eigentlich sollte man meinen, dass dies genug Zeit ist, um die Strecke von knapp 1500 Kilometern hinter sich zu bringen. Aber die Liste der Wünsche entlang der Route war leider ebenfalls recht lang, so dass wir erneut hier und da Dinge links liegen lassen mussten, um dafür mehr Zeit an den einzelnen Orten zu haben.

Wir wollten vor allem auch Ecken neu oder genauer besuchen, die bisher noch zu kurz gekommen waren. Auf unserer Wunschliste standen
- die D707 nochmal erleben
- Lüderitz
- Oranje
- Richtersveld
- Namaqua NP
- einsame Westküste
- Lambert’s Bay
- Karoo
- Cederberge
- West Coast NP
- Winelands
- mehr Zeit in und um Kapstadt

Die nächste Herausforderung bestand darin, all diese Orte in eine sinnvolle Reihenfolge ohne zuviel Kilometer und Zickzack zu bringen.

Irgendwann verabschiedeten wir uns vom Gedanken an den Richtersveld NP - hauptsächlich, weil wir uns wegen der langen Fahrzeiten im Park nicht sicher waren, ob das mit/für Kinder tatsächlich so ein tolles Erlebnis ist. Hinzu kommt natürlich das Thema etwaiger gesundheitlicher Probleme und der Fahrtzeit zurück in die Zivilisation. Auch hätten wir im Tatasberg Camp gleich zwei Häuser buchen müssen (preislich machbar, aber nur mäßig attraktiv, sich aufteilen zu müssen).

Dann taten wir uns schwer, an der Westküste (Porth Nolloth, Hondeklipp Bay etc.) etwas attraktives zu finden. Je mehr man las und suchte, desto weniger attraktiv erschien uns die Gegend.

Wir hätten sehr gerne die Kaptölpel in Lambert's Bay besucht, jedoch stellte sich heraus, dass die Kolonie Ende April/Anfang Mai wohl nahezu leer sein dürfte, so dass sich der Weg nur bedingt lohnen würde.

Die Cederberge stellten uns vor eine weitere planerische Herausforderung, da die Wege weit und manche schönen Ecken sehr verstreut sind. Hier hatten wir ursprünglich den Plan, auch den Tankwa Karoo NP mit einzubauen. Hier entschieden wir uns allerdings dagegen, weil wir einerseits Sorge hatten, dass es im Mai nachts schon eiskalt sein könnte und andererseits nicht sicher waren, ob sich der zeitliche Aufwand der An- und Abreise für die Kinder irgendwie lohnen würde.

Insgesamt gingen uns also leider erneut ziemlich schnell die Tage aus.. Die Vorstellung, eine Reise für nur 3 Wochen zu planen fällt zugegebenermaßen inzwischen ziemlich schwer (auch unsere nächste Reise - immerhin ein Monat - zeigt, wie wichtig es ist, sich auf das Wesentliche beschränken zu können/müssen..). Dafür ist die jetzige Route gefühlt nochmals entschleunigter als die bisherige Reise.

Insgesamt verständigten wir uns schließlich auf folgende Route (wobei ich zur Wahl der einzelnen Stationen dann wie bisher bei den einzelnen Kapiteln noch genauer eingehen werde):

1N Mariental Flying Ostrich Selfcatering
2N Duwisib Guestfarm
3N Lüderitz Zur Waterkant
2N Aus Eagles Nest Chalets
2N Norotshama
2N Namaqua NP Skilpad Restcamp
4N Sanddrif Resort Protea Hoogte Cottage
4N Paternoster AirBnB
4N Franschoek AirBnB
3N De Hoop Cottage
3N Kogelberg Oudebosch Cabins
4N Simon’s Town AirBnB

Vorab ein paar Bilder zum Appetit-Anregen:











Teil 205. Juni 2025

Tag 53 15.04.2024 Mariental Flying Ostrich

Heute ging es auf die erste Etappe zurück Richtung Süden. Wir waren uns in der Vorbereitung nicht sicher, wie gut das Fahren klappen würde und ob wir die Strecke bis nach Duwisib besser unterbrechen sollten. Rückblickend kann ich verraten: es wäre wohl nicht nötig gewesen).

Wir kaufen nochmals Brot und Gemüse im Farmshop und biegen dann auf die biegen dann wieder auf die B1. Gefühlt ziemlich schnell sind wir bereits in Mariental. Hier hätten wir vielleicht noch mehr Programm einplanen können.

Da wir viel zu früh sind, gehen wir zum örtlichen Farmstall und essen dort Mittag. Hier gibt es auch einen ganz netten Spielplatz sowie diverse Tiere zum Anschauen (leider jedoch zum Teil in nicht so ganz artgerecht wirkender Haltung). Alles nicht überragend, aber ganz in Ordnung.



Dann fahren wir zu unserem gebuchten Ferienhaus. Hier werden/wurden etwas außerhalb von Mariental einige Häuser als Ferienhäuser frisch gebaut. Unseres ist bereits fertig und sehr groß - nach Mitteilung unserer Vermieterin soll es künftig geteilt werden, da es so wirtschaftlicher ist. Es wird aktuell auch an einem Restaurant gebaut.

Das Gelände selbst ist ganz hübsch mit vielen Palmen, jedoch zumindest 2024 noch viel Baustelle. Die B1 ist in der Ferne zu sehen und akustisch leicht, aber kaum störend zu vernehmen. Etwas seltsam mutet für unser Südafrika-geprägtes Empfinden die Tatsache an, dass es keinerlei Zaun oder erkennbares Sicherheitskonzept gibt. Außer den Häusern (und künftig wohl einem Restaurant) gibt es auf dem Gelände nichts.







Das Haus ist sehr gut eingerichtet und sauber, der Preis sehr fair.

Wir erkunden zu Fuß etwas die Gegend, spielen auf der Wiese und essen kalt zu Abend.

Teil 305. Juni 2025

Tag 54 16.04.2024 Duwisib Guest Farm

Nach einer erholsamen Nacht nehmen wir in einem provisorischen Frühstücksraum ein leicht überdurchschnittliches Frühstück ein, das im Preis inkludiert ist.

Dann geht es auf die bereits vor 3 Wochen befahrene, doch eher langweilige Strecke Richtung Maltahöhe. Interessant war, dass es um Mariental in letzter Zeit gut geregnet haben musste, denn hier war sehr viel Grün zu sehen und der Fish River war voller Wasser. Bereits wenige Kilometer hinter Mariental wurde es jedoch wieder staubig und grau wie vor 3 Wochen. Anders als vor 3 Wochen biegen wir nun jedoch auf die C14 Richtung Süden ab, um nach Duwisib zu fahren.

Dieser Stop war ein wenig ein Kompromiss. Wir wollten, wie bereits geschildert, gerne nochmal zur D707 und erstmals nach Lüderitz. Gerne hätten wir auch mehrere Tage an der D707 verbracht. Hier empfanden wir aber (so ist leider nunmal das Preisniveau in Namibia) die aufgerufenen Preise von Namtib und Koiimasis für das Gebotene zu hoch (vor allem unter Berücksichtigung unserer Reisedauer). Wir suchten daher nach einer Unterkunft in der Mitte, um dann an einem Tag über die D707 bequem nach Lüderitz fahren zu können. Hier boten sich Duwisib oder Kronenhof an. Zur möglicherweise seltsam anmutenden Aufteilung Lüderitz/Aus komme ich zu einem späteren Zeitpunkt.

Da wir immer noch deutlich zu früh waren, machten wir ein Mittagspause mit Picknick neben der Straße - wir hatten ja immer noch unser gekauftes Ground Sheet dabei.

Dann kamen wir auf Duwisib an. Die Guestfarm ist im ehemaligen Stall-, Gesinde- und Werkstattbereich des Schlosses angesiedelt und fügt sich optisch hervorragend in die Landschaft ein.

Unser Selbstversorgerzimmer liegt auf der Rückseite und ist zwar recht klein und einfach, aber hübsch eingerichtet und sehr sauber. Die Terasse bietet einen schönen Ausblick auf Hügel und Schafe. Die etwas minimalistisch eingerichtete Küche ist durch eine separate Tür zu erreichen.



Wir machen einen Spaziergang um die Farm und zum Schluss, gehen jedoch nicht hinein.











Abends ziehen die Schafe an unserem Haus vorbei zu ihrem Kraal.





Leider will K2 heute nicht schlafen, es ist jedoch ein wunderbarer Ort und (durchgehend) sehr angenehme Temperaturen für einen Spaziergang mit Kind auf dem Arm unter den Sternen..

Teil 405. Juni 2025

Tag 55 17.04.2024 Duwisib

Wir hatten diesen Ort ja eigentlich “nur” als Zwischenstop auserkoren. Nachdem wir aber bereits in Mariental “nur” einen Zwischenstop hatten, hielten wir es für sinnvoll, hier wenigstens 2 Nächte zu bleiben, um etwas mehr zu Ruhe zu kommen und etwaige längere Fahrzeiten abzufedern.

Nach dem Frühstück unternehmen wir eine kleine Wanderung anhand der Karte der Guestfarm zum Rhino Rock. Landschaftlich sehr nett, die Wanderung ist aber eher unspektakulär und leider wurde es rasch ziemlich heiß.













Irgendwo einige hundert Meter vom Farmhaus weg Richtung Straße hat man Empfang - hier trudelt eine Whatsapp ein, wonach ich mich bitte dringend bei meinem Chef-Chef melden sollte, man würde seit mehreren Tagen versuchen, mich zu erreichen.. Anders als in Südafrika, wo wir eSims nutzten, hatten wir in Namibia eine physische Sim-Karte erworben (mangels gutem eSim-Anbieter) und die deutsche Sim-Karte in ein altes Handy verpflanzt, dass wir natürlich nur sehr sporadisch überwachten..

Das weitere Problem war, dass die Airtime der namibischen Sim beileibe nicht mehr ausreichte, um einen Anruf nach Deutschland durchzuführen. Ich verbrachte daher etliche Zeit unter einem Baum mehrere hundert Meter vom Haus entfernt beim Versuch, Airtime nachzukaufen und in der Arbeit anzurufen. Ersteres gelang, zweiteres nicht - Dienstschluss..

Später gingen wir an den sehr schön angelegten und perfekt sauberen Pool. Es war zwar draußen relativ heiß, der Pool war aber bereits relativ abgekühlt und eher eisig - was uns jedoch nicht von etwas Badespaß abhielt.







Am Abend machten wir einen Spaziergang auf den Sundowner-Hügel - definitiv lohnenswert. Man sieht hier in der Tat - wie in der Beschreibung des Spaziergangs angegeben - weshalb sein Bauherr sich ausgerechnet diese Ecke für sein Schloss aussuchte.









Teil 505. Juni 2025

Tag 56 18.04.2024 Lüderitz - Zur Waterkant

Für heute stand ein langer Fahrtag an. Wir wollten die D707 entlang und bis nach Lüderitz. Für besseres Licht und aufgrund der langen Etappe entschieden wir uns, bereits vor dem Frühstück zu starten, um in einem ersten Schwung möglichst weit zu kommen.

Leider wurde K1 in der Nacht plötzlich schlecht und er musste sich übergeben. Am Morgen war er immer noch etwas schlapp und es war ihm offenbar weiterhin schlecht.. Aber wir mussten natürlich ausgerechnet heute eine unserer von der Planung her längsten Etappen haben.. Wir hofften das Beste und fuhren los.

Die Landschaft wusste erneut zu begeistern. Diese Ecke ist wirklich traumhaft, man entdeckt immer wieder tolle neue Eigenheiten.































Sehnsüchtig passieren wir die Tore von Namtib und Koiimasis, die wir beide in sehr guter Erinnerung haben.

K1 schläft schließlich etwas, auch K2. So fahren wir einfach immer weiter.. Stops sind so natürlich nicht möglich, alle Fotos daher aus dem fahrenden Auto vom Mittelsitz der hinteren Reihe aus (an dieser Stelle nochmals ein großes Lob an die Flexibilität der Sony RX100).

Als beide Kinder wieder wach sind, ist es bereits fast 11:00 Uhr und wir haben die D707 bereits hinter uns gelassen und befinden uns auf der C13 kurz vor Aus. Wir halten an und essen nunmehr endlich unsere vorbereiteten Overnight Oats. K1 geht es glücklicherweise nun wieder deutlich besser und er hat einen gesunden Appetit. Was auch immer das vorher war.. Es war gerade in Bezug auf das Licht sicher die richtige Entscheidung gewesen, früh aufzubrechen zur D707.

Als wir nach langer Zeit endlich mal wieder Empfang haben, legen wir einen Telefonstop ein, um endlich meinen Chef-Chef zu erreichen - mit der Mitteilung eines erhofften Stellenwechsel. Etwas bizarr, mitten in der Namib an einer Piste stehend, aber was tut man nicht alles für das berufliche Weiterkommen.

Dann fahren wir - an Aus vorbei - weiter Richtung Lüderitz. Dieser Teil ist für uns Neuland und die Straße ist ebenfalls überaus sehenswert.





Am Wasserloch sehen wir einige Wüstenpferde. Sie haben inzwischen sämtliche Scheu verloren durch mutmaßlich beständiges Füttern durch Touristen und belagern die Autos schon fast.. Hier ist es wieder sehr heiß.







Die weitere Strecke ist weiterhin sehr attraktiv, zieht sich aber etwas - auch weil wir versuchen, langsamer zu fahren, um nicht zu weit vor 14:00 Uhr anzukommen - gar nicht so einfach, bei kerzengerade, meist bergab und perfektem Teer..

Wir finden unser Guesthouse auf Anhieb. Es liegt an einer relativ steilen Straße, wo wir zunächst natürlich am falschen Tor stehen.. Wir werden überaus freundlich (deutschsprachig) begrüßt und können das Auto im Hof parken. Unser Apartment ist sehr geräumig und verfügt über alles nötige. Insgesamt ist das Guesthouse nur zu empfehlen - gut gelegen, sauber, schöne Aussicht, sehr nette und hilfsbereite Gastgeber, fair bepreist..

Obwohl wir hier mit kalten Nebelwetter oder Wind rechneten, ist es sehr angenehm warm und sonnig. Das wollen wir sofort ausnutzen für eine Stadterkundung - wer weiß wie das Wetter die nächsten Tage wird.

Wir steuern die “bekannten” schönen, alten Häuser an und gehen hinauf bis zur Felsenkirche, anschließend wieder hinab bis zur Waterfront, wo wir einige Zeit am dortigen Spielplatz hängen bleiben.













Gegen Abend zieht Nebel auf und es wird sehr ungemütlich kalt-nass - wir verkriechen uns in unser gemütliches Apartment.

Teil 605. Juni 2025

Tag 57 19.04.2024 Lüderitz - Zur Waterkant

Als wir aufwachen, ist alles in Nebel getaucht. Während wir frühstücken (wir hatten - aus Kostengründen - auf das angebotene Frühstück verzichtet, können hierzu also keine Einschätzung abgeben), kam jedoch langsam die Sonne durch.

Wir beschließen, heute zunächst die Umgebung der Stadt Richtung Süden zu erkunden, soweit dies möglich ist. Unterwegs sehen wir zunächst wieder einmal Flamingos.







Dann fahren wir weiter bis zur Großen Bucht. Hier ist alles neblig und es hat ca 13°C und ist sehr windig. Wir sammeln Muscheln - so warm eingepackt wie bisher noch nie in diesem Urlaub.









Dann folgen wir dem Weg entlang der Küste mit einigen Abstechern. Wir halten unter anderem an der Eberlantz Höhle und laufen dorthin.







Den Weg zum “kleinen Fjord” brechen wir ab, da die Straße einige extrem große steinige Stufen aufweist. Natürlich wäre es mit unserem Fahrzeug und durchaus einiger Erfahrung wohl gut gegangen, so viel Aufregung war uns ein kleiner Abstecher jedoch nicht wert.

Bis hierher waren wir nach dem Verlassen von Lüderitz keinem anderen Fahrzeug begegnet. Nebel und Landschaft sorgten für eine sehr spezielle Stimmung. Auch die Vegetation war extrem spannend - mitten in der Wüste und doch am Meer.







Erst am Diaz Point trafen wir wieder auf andere Fahrzeuge. Hier lichtete sich der Nebel zum Teil und gab tolle Ausblicke auf die Namib frei.











Gegen Mittag sind wir wieder zurück in Lüderitz - bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Wir halten am Portoguese Fisherman und essen ein extrem leckeres Mittagessen in entspannter Atmosphäre.



Dann fahren wir zurück zum Guesthouse und verbringen den Rest des Nachmittags spielend in der angenehm warmen Sonne auf dem Balkon.















Auch heute kam wieder der Nebel - jedoch erst nach Sonnenuntergang.

Teil 706. Juni 2025

Tag 58 20.04.2024 Lüderitz - Zur Waterkant

Bei einem Besuch in Lüderitz ist natürlich der Besuch von Kolmannskuppe eine Art Pflichtprogramm. Manch Namibiatourist hält dies für eines der Top-Highlights des Landes und auch wir hatten immer mal wieder versucht, es einzubauen - heute sollte es schließlich soweit sein.

Als wir dorthin fahren, ist es noch überall neblig. Als wir ankommen, sind wir doch etwas erstaunt über die große Menge an Autos und Bussen - in den letzten Tagen hatten wir kaum andere Touristen gesehen.

Wir machten die Führung mit - teilweise durchaus informativ, aber zum Teil auch etwas anstrengende Führerin mit nervigem Humor. Ob die Führung wirklich nötig ist, wage ich zu bezweifeln.

Danach liefen wir noch etwas alleine durch die Häuser. K1 fand es jedoch wenig spannend.













Bisweilen ist es sehr nett oder skurill anzusehen und es gibt ein paar nette Ecken. Da aber der Sand überall total “zertrampelt” ist, macht es optisch nur einen mäßig guten Eindruck. Ich denke das ist einer der Orte, die durch zu viele Fotos im Vorfeld (es ist nunmal auch ein bei Fotografen oder Fototouren sehr beliebter Ort), die eine andere Realität suggerieren, beim tatsächlichen Erleben etwas an Magie verliert. Da wir damit schon gerechnet hatten, hält sich die Enttäuschung in Grenzen und wir sind nur froh, dass wir nicht bei vergangenen Reisen einen Umweg hierher gemacht haben.

Auf dem kurzen Rückweg zur Stadt schläft K2 im Auto ein. Wir halten an der Waterfront und essen im Essenzeit - wobei K2 es fertig bringt, das gesamte Essen auf dem Arm zu verschlafen. Das Essen ist ganz gut, kann aber bei weitem nicht mit gestern mithalten - dafür hat man eine schöne Aussicht auf Hafen und Wüste, aber auch deutlich mehr Gäste und einige Gruppen.

Da weiterhin schönes Wetter ist, wollen wir am Nachmittag nochmals Richtung Süden - doch auch jetzt fängt irgendwo der Nebel wieder an und die Große Bucht ist in Nebel gehüllt. Erneut fahren wir die Küste entlang, hier ergeben sich einige tolle Lichtstimmungen beim Kampf zwischen Sonne und Nebel.











Wir machen einen kleinen Spaziergang am Strand einer Bucht und genießen die Leere.

Dann fahren wir langsam wieder zurück. Von hier aus sieht man die Lage der Stadt und die Felsenkirche wunderbar und man kommt nicht umhin sich zu fragen, wie man auf die Idee kommt, an einem derart unwirtlichen Ort in der Wüste eine Stadt zu errichten.. Die “deutsche” Architektur macht all das nochmals bizarrer..
















Am Abend sehen wir von unserem Balkon, wie ein riesiges Kreuzfahrtschiff vor Halifax Island halt macht. Es überragt die Insel um ein Vielfaches. Wir hatten glücklicherweise im Vorfeld davon gelesen und unseren Besuch von Kolmannskuppe bereits hinter uns gebracht..

Fazit Lüderitz:

Wir sind sehr angetan von Lüderitz. Die Stadt ist in ihrer Absurdität wohl einzigartig und die Umgebung ebenfalls “einladend”. Die Stadt ist zwar überschaubar, bietet aber doch jede Menge Dinge zum entdecken, die wir nicht einmal alle geschafft haben. Wir hatten natürlich auch eine Bootstour erwogen, sie jedoch aus Sorge, wie gut sie den Kindern bei ggf. ekligem Nebelwetter gefallen würde und wie gut sie auf dem kleinen Boot gesichert wären, ausgelassen. Wir haben Halifax Island ausgelassen und auch keine Tour zum Bogenfelsen und den übrigen verlassenen Wüstensiedlungen gemacht. Wir hatten das zwar auch länger erwogen, aber die Fahrzeiten sind natürlich nicht ohne und wir hätten wegen der Mindestteilnehmerzahl wohl nahezu zwingend mit fremden Leuten fahren müssen, denen wir nicht zumuten wollten, ggf. stundenlang mit unseren Kindern (die wie alle Kinder mal nett und mal nervig sein können) in einem Auto zu sitzen. Irgendwann wäre so eine Tour aber schon erstrebenswert..

Natürlich spielte bei unserer Wahrnehmung das (auch für diese Jahreszeit) außergewöhnlich schöne und sonnige Wetter sicher eine Rolle. Ich kann durchaus nachvollziehen dass manch ein Besucher, der nur einen Tag oder weniger hier ist, von Lüderitz eher abgeschreckt ist oder nichts Spannendes daran findet. Daher kann ich nur dazu raten, mehrere Tage hier einzuplanen (auch wenn mir bewusst ist, dass das mit der Konkurrenz - v.a. etwa aus dem benachbarten Aus, siehe nachstehend, oft schwierig ist).

Teil 807. Juni 2025

Tag 59 21.04.2024 Aus - Klein Aus Vista Eagles Nest Chalets

Der heutige Tag hielt für uns nur eine kurze Strecke bis nach Aus bereit. Die Aufteilung dieser Nächte mutet vielleicht seltsam an, hat aber eine gewisse Vorgeschichte. Wir hatten ursprünglich für Lüderitz 4 Nächte kalkuliert. Zugleich kannten wir natürlich die Bilder und Erfahrungen aus den Eagles Nest Chalets und wussten, wie viele Leute davon schwärmen. Wir waren in Namibia als Selbstversorger - für namibische Unterkunftspreise - grundsätzlich sehr preiswert unterwegs (mit einem Schnitt von deutlich unter 100€ für unsere festen Unterkünfte), mieden aber dafür auch die viel beschriebenen und teureren Unterkünfte.

Da wir im Klein Aus Vista für beide Kinder nichts zahlen mussten, war der Preis von dann noch etwas über 200€ inkl. Frühstück gerade noch erträglich. Wenn wir allerdings hier 4 Nächte bleiben würden - wie eigentlich geplant - wäre das doch ein extremer Kostenpunkt (auch wenn es wohl bei längerem Aufenthalt etwas Rabatt gegeben hätte). Die Idee war also zunächst, eine günstige Unterkunft in Lüderitz mit ein paar Tagen in einem der Eagles Nest Chalets zu kombinieren. Weiter verkompliziert wurde die Planung durch den Umstand, dass K2 in dieser Zeit ihren ersten Geburtstag hatte und wir natürlich keinesfalls wollten, dass dieser Tag auf einen Fahrtag fällt. Den ersten Geburtstag mehrere Stunden im Auto zu verbringen erschien uns nicht gerade angebracht.

Wir schoben daher hin und her und landeten am Ende beim Kompromiss aus 3 Nächten Lüderitz und 2 Nächten Aus, d.h. insgesamt 5 Nächten in der Gegend, dafür aber auch einem Geburtstag in Aus.

Da wir nur eine kurze Fahrtzeit hatten, ließen wir uns morgens Zeit und brachen - erneut bei Sonnenschein - erst um kurz vor 10:00 Uhr auf. Wir steuerten zunächst den letzten und noch unbekannten Strand von Lüderitz an, Agate Beach im Norden der Stadt. Die Anfahrt ist etwas schwer zu finden, aber letztlich fanden wir die richtige Straße.

Der Strand ist ein wunderbarer, großer Sandstrand. Es gibt sehr viele Grillmöglichkeiten - gemessen hieran, muss hier am Wochenende viel los sein. Wir spazierten etwas herum und spielten im Sand - es war hier heute angenehm warm und sonnig.





Dann fuhren wir wieder nach Lüderitz und kauften zunächst bei Ackermanns neue Babykleidung (einige Bodys hatten den vielen roten Sand nicht vertragen) und im Supermarkt Vorräte und einen Geburtstagskuchen für den nächsten Tag. Wir hatten natürlich auch bei Konditoreien geschaut in den letzten Tagen, aber hier hatten wir keine gefunden, die uns zusagte und wo wir einen Kuchen vorbestellen wollten (eigentlich sollte man meinen, dass es in einem Ort wie Lüderitz eine “klassisch deutsche” Konditorei geben müsste - vielleicht hatten wir sie nur nicht gefunden).

Da es nun schon nahezu Mittag war, fuhren wir zur Oyster Bar für ein zweites Frühstück/frühes Mittagessen. Entsprechend bestand die gemischte Bestellung aus Pancakes, Milchshake, Austern und Cappuccino. Das Ambiente ist sehr interessant, das Essen in Ordnung, der Kaffee und die Austern hervorragend, das Publikum ebenfalls interessant gemischt.

Auch von den (mutmaßlichen) Gästen des Kreuzfahrtschiffes sahen wir in der Stadt immer wieder einzelne Grüppchen herumirren, ansonsten bemerkte man vom Schiff bisher nichts.

Dann machten wir uns auf den Weg nach Aus. Wir hatten vor, an der Old Garub Bahnstation Halt zu machen, jedoch war hier gerade K2 eingeschlafen, so dass wir einen Stop nicht riskieren wollten. Auch jetzt zog sich die Strecke trotz spektakulärer Landschaft etwas.













Der Checkin im Klein-Aus-Vista war etwas seltsam - er erfolgte durch einen Trainee mit allerlei ungewöhnlichen Fragen. Es war auch bereits ein Abendessen gebucht (obwohl wir das nie getan hatten) und wurde dann wieder storniert. Wir bestellen für den nächsten Morgen einen Frühstückskorb und erkunden, während dieser vorbereitet wird, etwas die Anlage. Hier ist doch einiges an Kommen und Gehen, es ist wieder einmal sehr ungewohnt, andere Touristen in größerer Zahl um sich zu haben.

Dies ist vorbei, als wir uns auf den Weg zu unserem Chalet “Mountain View” machen. Ich hatte natürlich im Vorfeld versucht herauszufinden, welches der Chalets mit mindestens 3 Betten am besten oder schlechtesten wäre und meinte mich zu erinnern, dass einige Chalets sehr nah beisammen und kaum Aussicht hatten, während andere schön einsam waren und dass “Mountain View” eher zur schlechteren Auswahl gehörte.

Entgegen der Befürchtungen verfügte das Haus jedoch über 2 Terassen - eine vorne und eine hinten raus. Vorne heraus hatte man eine tolle Aussicht in die Wüste - immerhin einer der Gründe eine Unterkunft hier zu buchen. Der einzige Nachteil war, dass es relativ nah an den Chalets Bungalow 1 und 2 war (die aber nüchtern betrachtet deutlich unattraktiver lagen als unser Haus). Beide weitere Chalets waren jedoch am ersten Tag nicht besetzt.









Die Hütte war beim Eintreten extrem heiß und stickig und mutete sehr düster an. Sie ist jedoch sehr stimmig (und hochwertig) eingerichtet und die Stickigkeit verflog, während wir unser Auto ausräumten.

Den Rest des Tages verbrachten wir auf unseren Terassen und mit der Essensvorbereitung - mit einmaliger Aussicht.

Nach dem Essen genossen wir den Sonnenuntergang von der Terasse aus.













Die Messlatte hängt hier in Namibia natürlich besonders hoch, aber die Aussicht braucht sich dabei nicht zu verstecken.

Teil 907. Juni 2025

Tag 60 22.04.2024 Aus - Klein Aus Vista Eagles Nest Chalet

Am nächsten Morgen lag unser Haus zunächst im langen Schatten des hinter uns aufragenden Berges.

Den heutigen Geburtstag begingen wir mit Kuchen und Geschenken (soweit man diese auf die Reise mitnehmen konnte). Der Kuchen spaltete die Meinungen ein wenig - meine Frau und K1 fanden ihn lecker, K2 und ich nicht so wirklich..

Parallel verspeisen wir den Frühstückskorb bzw. das, was wir davon schaffen. Sehr lecker und umfangreich und sehr zu empfehlen (einzig, alles in den Kühlschrank zu bekommen, wenn man noch eigene Sachen unterbringen möchte, ist nicht ganz trivial).

Dann machen wir uns auf eine kleine Wanderung (K2 wird an ihrem Geburtstag natürlich in der Kraxe getragen). Aus den zur Verfügung stehenden Wegen erwählen wir anhand Karte und Blick in die Landschaft die “schwarze” Runde falschherum, da sie uns auf den Berg hinter unserem Haus führen sollte.

Wir hatten zunächst etwas Probleme, den Anfang des Wegs zu finden, dann ging es teils steil den Berg hinauf, manchmal mit leichtem Klettern über kleinere Felsen. K1 war sehr angetan und in seinem Element.





Der Aufstieg lohnte sich definitiv, die Aussicht in die Wüste war sehr schön (wie schön musste es hier erst bei Abendlicht sein..).









Oben angekommen warfen wir einen Blick in die Geisterschlucht von oben und machen im Schatten eines Felsens Brotzeit. Dann laufen wir etwas den Grat entlang zu einem weiteren Felsen zu einer etwas anderen Aussicht. Der eigentliche Weg würde nun auf der anderen Seite hinunter führen (nicht das Problem) aber dann wohl weitestgehend flach am Fuße des Berges wieder zurück führen - keine guten Aussichten für dann müde Kinderfüße. Wir beschließen also, denselben Weg wieder zurückzugehen.







Hier passierte es.. Nachdem K1 bis dato sehr sicher lief und man ihm durchaus auch einiges an “Kletter”-Erfahrung einräumen darf, passte er einmal nicht gut genug auf (oder trat daneben) und fiel von einem Felsen. Sichern ist beim Abstieg naturgemäß schwierig als beim Aufstieg, aber eigentlich ging es an dieser Stelle gerade mehr oder weniger eben. Er stürzte ca. 1,5 Meter nach unten und schlug dort mit dem Kopf auf.. Wie der Fall genau verlief, hat niemand von uns so wirklich gesehen. Der Schock war natürlich groß. Tatsächlich trug er jedoch nur eine minimale Platzwunde/Beule davon. Die Mütze hatte hier wohl etwas geholfen.. Da natürlich gleichwohl mit Gehirnerschütterungen oder weiterem nicht zu Spaßen ist, trugen wir ihn so gut wie möglich den Rest des Wegs hinab. Da er ansonsten wieder relativ normal wirkte, bei ähnlichen Stürzen in Deutschland im Krankenhaus i.d.R. auch maximal “beobachtet” wird (wenn man nicht nur mit einem Merkblatt “Gehirnerschütterung” nach Hause geschickt wird) und wir nicht mit “mehr” Behandlung in einem namibischen Krankenhaus rechneten (das nächste “sinnvolle” Krankenhaus wäre wohl das Namdeb Krankenhaus in Oranjemund gewesen), verordneten wir Ruhe und beobachteten den weiteren Tag. Dieser verlief in dieser Hinsicht glücklicherweise ohne jegliche Auffälligkeiten. Insgesamt somit noch einmal Glück gehabt - es zeigt aber auch sehr gut, wie schnell Situationen kritisch werden können und wie knifflig Entscheidungen für Eltern werden können, wenn die nächste Notaufnahme über 200km entfernt ist.

Wir taten daher den restlichen Tag nichts, außer kurz zur Rezeption zu fahren, um unser vorbestelltes Braai-Paket und den Früstücks-Korb für den nächsten Tag in Empfang zu nehmen.

Abends grillten wir leckeres Fleisch und genossen erneut den traumhaften Sonnenuntergang.





Fazit Klein Aus Vista:

Die Aussicht, verbunden mit der - je nach Haus mehr oder weniger großen - gefühlten “Einsamkeit” und dem gehobenen Grundstandard mit leckerem Frühstück, vernünftiger Ausstattung etc. führt durchaus zurecht dazu, dass die Chalets sehr beliebt sind. Man muss hier aber glaube ich schon auch etwas zwischen den einzelnen Chalets differenzieren. Obwohl sie gleich teuer sind, unterscheidet sich das Erlebnis je nach Chalet doch erheblich, allein schon aufgrund der sehr unterschiedlichen Nähe zu Nachbarn. Neben uns war am letzten ein Einzelreisender eingezogen. Zumindest draußen war es mit dem Gefühl der “Einsamkeit” in der Weite daher ein wenig vorbei, da man ihn durchgehend auf der Terasse oder am eigenen Grill rumwerkeln sah (auch wenn das natürlich nicht per se störend ist). Die Aussicht ist zudem zwar sehr schön bis hin zu spektakulär - gemessen an den anderen, in Namibia (vor allem auch als Camper) möglicher Aussichten aber vielleicht doch gar nicht soo außergewöhnlich - für Reisende in festen Unterkünften ohne nach oben offenem Budget aber wohl doch eher noch besonderer als für Camper.

Teil 1008. Juni 2025

Tag 61 23.04.2024 Norotshama River Resort

Die heutige Etappe war, für namibische Verhältnisse, verhältnismäßig kurz. Wir hatten die kommenden Nächte zunächst bis nach Abreise offen gelassen. Einerseits, weil die Befahrbarkeit der C13/DR212 in der Regenzeit nicht sinnvoll planbar ist, andererseits weil uns keine Unterkunft zu 100% zusagte. Wäre die C13 gesperrt gewesen am Oranje, hätten wir eine Nacht in Oranjemund und eine weitere Nacht im Namaqua NP verbracht, da uns der Weg “oben rum” nach Noordoewer zu weit war.

Aufgrund der nahezu ausgefallenen Regenzeit buchten wir schließlich - nochmals mit gesondertem Rabatt - kurzfristig zwei Nächte in Norotshama.

Wir frühstückten entspannt, sagten der Namib auf Wiedersehen und machten uns auf den Weg Richtung Oranje. Auf wunderbarem Teer ging es immer gerade aus nach Süden.

An einem Picknickplatz am Straßenrand wollten wir anhalten (ich meine, um zu wickeln..). Kaum hatte ich die Tür geöffnet, als binnen Sekunden ein Schwarm Wildbienen zu uns ins Auto fliegen wollte.. K1 wurde sofort panisch, ich versuchte ruhig durch Öffnen der dem Schwarm abgewandten Fenster, die Bienen zum Gehen zu bewegen, Kinder zu beruhigen und meine Frau dazu anzuhalten, bitte endlich wegzufahren, da auf der einen Seite noch deutlich mehr Bienen außerhalb des Autos warteten.. Sie erkannte den “Ernst” der Lage überhaupt nicht und es kam zunächst zu einer kleineren Diskussion. Erst als K1 mehrfach in die Beine gestochen worden war (die Bienen waren in seine kurze Hose gekrabbelt..) fuhr sie einige hundert Meter weiter. Hier konnten wir die verbleibenden Bienen aus dem Auto vertreiben und K1 (ja, er ist seit jeher der Pechvogel der Familie..) trösten.. Gemessen an der Dicke der Stiche ist ihr Gift aber wohl harmloser als das unserer hiesigen Bienen, sie sind auch deutlich kleiner. Dennoch waren wir wieder einmal eine Erfahrung reicher (aber dafür geht man ja auf Reisen).





Wir fuhren an Rosh Pinah vorbei und zum Oranje. Diese Strecke gilt bekanntermaßen als eine der schönsten Namibias - wie wir feststellen durften, nicht ganz zu Unrecht. Eigentlich auch wieder fast zu schade, um hier einfach durchzufahren (wobei die Zahl der Übernachtungsoptionen natürlich überschaubar ist). Da beide Kinder eingeschlafen waren, war es mit Fotostops jedoch leider etwas schwierig, so dass ich mal wieder aus dem fahrenden Auto Erinnerungen knipsen musste.









Schließlich erreichten wir Aussenkehr. Dieser Ort, der wohl ausschließlich vom Traubenanbau lebt und in dem je nach Jahreszeit eine für namibische Verhältnisse nicht unerhebliche Zahl von 30-40.000 Leuten unter schwierigsten Bedingungen lebt, ist ebenfalls reichlich bizarr. Wir fahren zunächst an einfachen Hütten vorbei und dann zwischen hohen Zäunen und Gewächshäusern durch, bis wir schließlich am Tor landen.







Entgegen der Befürchtungen und mancher duchwachsener jüngerer Reviews macht das meiste einen sehr ordentlichen und gepflegten Eindruck. Auch unser Cottage ist sehr schön errichtet, wenige Meter oberhalb Hangs zum Oranje.

Die Aussicht vom Lodge-Gelände hinüber nach Südafrika ist beeindruckend.









Wir erkunden ein wenig das Gelände, die Kinder spielen im Sand.

Dann gehen wir zum Abendessen ins Restaurant, das ein überraschend gutes Preisleistungsverhältnis hat.

Teil 1108. Juni 2025

Tag 62 24.04.2024 Norotshama River Resort

Der heutige Tag verlief unspektakulär. Wir genossen die Aussicht in die Berge im Morgenlicht und frühstückten dann gemütlich (sehr gute Auswahl).





Dann überlegten wir, ob wir den 4x4 Trail durch den Aussenkehr Nature Park in Angriff nehmen sollten. Die Auskünfte über die Schwierigkeit bzw. den Zustand des Trails waren aber sehr unterschiedlich, zum Teil war von hohen Felsstufen die Rede - darauf hatten wir dann doch keine Lust. So siegte die Faulheit.

Den Tag verbrachten wir größtenteils mit Spielen, Nichtstun und ein wenig die Anlage erkunden. Es gibt auch einen gar nicht mal so kleinen, überdachten Spielplatz.

Zudem hatte ich hier - bei gutem WLAN - noch einiges in Bezug auf mein Klageverfahren zu klären.. Was man halt so im Urlaub gerne macht..

Abends bewunderten wir erneut den Sonnenuntergang und genossen ein leckeres Abendessen auf der Terasse am Fluss, jedoch bei sehr starkem Wind.







Fazit Norotshama:

Die Bewertungen aus jüngerer Zeit waren etwas durchwachsen. Wir konnten den negativen Eindruck nicht ganz teilen. Es war jedenfalls alles weitestgehend sauber und ordentlich, lediglich bei den Campsites war ein Teil abgesperrt und wirkte etwas verlassen. Auch der See/Tümpel war in einem ansehnlichen Zustand. Das Essen bot gutes Preisleistungsverhältnis. Wir hatten jedoch natürlich “Glück”, in den Genuss rabattierter Raten zu kommen; für den vollen geforderten Preis wird möglicherweise anderswo (aber nicht am Oranje) ein besserer Standard geboten. Bei unserem Aufenthalt waren allenfalls 20-30% der Häuser bewohnt, auch das mag für den Eindruck eine Rolle spielen. Man merkt, dass Norotshama gerne “mehr” wäre, als es ist/bieten kann. Für uns hat es nach den anfänglichen Bedenken insgesamt sehr gut gepasst. Einzig die doch etwas bizarre Lage eingezwängt zwischen Traubenfeldern und Wellblechhütten könnte natürlich besser sein - auf der anderen Seite ist die Lage vorne raus zum Fluss natürlich traumhaft.

Teil 1209. Juni 2025

Tag 63 25.04.2024 Namaqua Skillpad Restcamp

Heute hieß nach etwas über einem Monat Abschied nehmen von Namibia. Der Sonnenaufgang machte es uns mal wieder nicht einfach.





Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf die kurze Reststrecke bis nach Noordoewer zur Grenze.

Der Grenzübertritt war unspektakulär, es zahlte sich jedoch durchaus aus, etwas Erfahrung in Sachen Grenzübertritte zu haben. Parallel mit uns kam eine vierköpfige Gruppe mit Camper an, die offensichtlich größere Probleme hatten, nachzuvollziehen, was sie denn wo und warum machen müssen

Dann ging es auf den weiten Weg Richtung Süden. Die Landschaft gefiel uns sehr gut, irgendwann steht auch dieser Teil Südafrikas (inkl. Richtersveld dann natürlich) auf der Agenda.







In Springbok machen wir einen Versorgungsstop und kaufen ein. Etwas nettes zum Sitzen finden wir nicht, so dass wir einige Kilometer außerhalb in eine kleine Nebenstraße zum Picknick fahren.

Dann geht es weiter bis zur Ausfahrt Kamiskroon. Den Weg von der N-Straße bis zum Park Gate zu finden wäre nur mit Google Maps, d.h. ohne die Hinweise von Sanparks fast unmöglich, Google Maps leiten über gesperrte Wege. Es geht hinter (d.h. südlich) von Kamiskroon anstatt - wie Google meint rechts - nach links von der N7 runter, ein gutes Stück (fast 10km!) wieder parallel zurück und dann unter der N7 durch..

Auch hier ist es landschaftlich wunderschön und, für die Jahreszeit, überraschend grün.

Am verschlafenen Restcamp angekommen, checken wir ein und fahren die letzten Kilometer zu unserem sehr schönen Cottage. Auch diese Häuser zählen mit zu dem Besten, was Sanparks in puncto Preisleistungsverhältnis zu bieten hat. Teilweise meint man das Meer im Dunst in der Ferne zu erkennen, ob das physikalisch möglich wäre, keine Ahnung.







Abends spazieren wir noch ein wenig diverse Pfade entlang, die sich vom Fahrtweg weg erstrecken. Auch wenn es natürlich die falsche Jahreszeit ist - ein paar Blumen hats doch.















Es folgt ein traumhafter Sonnenuntergang, welcher durchaus einer der Gründe war, weshalb wir - außerhalb der Blumensaison - hier Zwischenstop machten.





















Nachdem es tagsüber warm bis heiß war, kühlte es abends und nachts doch deutlich ab

Teil 1309. Juni 2025

Tag 64 26.04.2024 Namaqua NP - Skilpad Restcamp

Kurz hatten wir für den heutigen Tag mögliche Routen durch den Park und zur Küste erwogen. Dies wäre jedoch auf stundenlange Fahrerei hinausgelaufen ohne sichere Aussicht darauf, wirklich viel außer ähnlicher Landschaft wie von oben zu sehen.

Nachdem bereits gestern und am nächsten Tag viel Fahrerei auf dem Plan stand, entschieden wir uns für eine kleine Wanderung. Wir fuhren zurück zur Rezeption und starteten dort eine kleine Runde - ein sehr schöner Weg, dessen Schönheit zur Blumensaison man nur erahnen kann.







Aber auch jetzt gab es eine handvoll Blüten zu bestaunen - irgendwie liegt der Fokus hier fast automatisch auf der Botanik.

Den Rest des Tages verbringen wir auf der schönen Fläche neben unserem Cottage mit Sandspielen, Blumen fotografieren und Sonne genießen.











Fazit Skilpad Restcamp:

Dass der Park in der Wildblumensaison sehenswert ist, muss ich niemandem erklären. Aber auch außerhalb der Saison ist es ein landschaftlich sehr schöner Park mit netten Wanderwegen oder, für Leute die gerne zig Kilometer Trails fahren, 4x4 Trails. Da die Unterkünfte zudem noch sehr gut ausgestattet sind und eine traumhafte Aussicht bieten, ist es m.E. ein sehr guter Zwischenstop zu jeder Jahreszeit. Tiere gibt es auch, wir sahen jedoch nur ab und an ein paar Springböcke in weiterer Entfernung.

Teil 1409. Juni 2025

Tag 65 27.04.2024 Sanddrif Resort

Heute ging es auf eine weitere, nicht ganz unerhebliche Transferstrecke. Zudem mussten wir für die nächsten vier Tage in den Bergen einkaufen. Der nächste größere Supermarkt, an dem wir vorbei kommen würden, ist im knapp 300km entfernen Clanwilliam (alternativ hätten wir zurück nach Springbok fahren können). Allein hieran sieht man bereits schön, wie “leer” diese Gegend Südafrikas ist. Natürlich hätte man sich auch von einem der einfacheren, kleinen Läden in einem der Orte entlang der Strecke ernähren können, aber - insoweit bin ich mir nicht mehr sicher und mutmaße nur - da wir seit Windhoek, d.h. fast 2 Wochen, keinen Supermarkt mit “größerem” Angebot hatten, bestand ein gewisses Interesse an einem größerem Supermarkt.

Da heute jedoch Feiertag war und der Supermarkt in Clanwilliam um 13:00 Uhr schließen sollte, hatten wir etwas Zeitdruck. Wir planten daher, spätestens um 09:00 Uhr zu starten.

Da die Kinder jedoch von alleine bereits deutlich früher als gewöhnlich wach wurden, konnten wir gemütlich nochmal deutlich früher starten.





Die Strecke nach Clanwilliam war nicht unattraktiv, zog sich aber doch ziemlich. Glücklicherweise schliefen beide Kinder relativ lange.

Clanwilliam war extrem voll mit Menschen, mutmaßlich aufgrund des Feiertags/langen Wochenendes. Überall waren Menschentrauben, vor den Automaten lange Schlangen. Wir fuhren zunächst den Superspar im Stadtzentrum an, fanden jedoch keinen Parkplatz, zudem schoben sich ganze “Massen” auf den Gehwegen vorbei. Am Stadtrand wurden wir schließlich bei PickNPay fündig (was die Parkplatzfrage angeht), aber leider war die Auswahl hier auch nicht wirklich überragend.

Danach fuhren wir zum Rooibos Teahouse / Padstall. Es gibt dort einen schönen Spielplatz, allerlei Roobos-Produkte zu kaufen, interessante Rooibos Mocktails und Essen von sehr unterschiedlicher Qualität (Burger durchschnittlich, Watterblomettje Stew überdurchschnittlich). Selbstverständlich nutzten wir den Stop auch, um uns umfangreich mit Rooibosprodukten einzudecken - wobei man vieles auch andernorts bekommt.



Ich hatte als Rooibos-Fan im Vorfeld zwar nach Möglichkeiten gesucht, eine Rooibos-Farm zu besuchen. Alles, was sich übers Internet fand, war aber entweder abseits unserer Route, absurd überteuert für eine kurze Tour oder am Feiertag geschlossen.

Dann ging es hinauf in die Berge. Die Strecke ist sehr schön zu fahren, an einigen Stellen gab es Baustellen aufgrund von Straßenschäden durch ergiebige Regenfälle im Sommer. Der Verkehr war - für eine kleine, ungeteerte Straße durch die Berge - überraschend hoch - auch hier merkte man wohl deutlich das verlängerte Wochenende bzw. die vielen Feiertage.

Wir hatten für 4 Nächte ein Cottage im Sanddrif Resort gebucht. Es war nicht ganz einfach, aus der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Unterkunftsoptionen in den Cederbergen die Richtige herauszufinden, vor allem wenn man zudem Fahrzeiten minimal halten wollte. Hier liegt das Sanddrif Resort strategisch nahezu ideal. Viele der Highlights und klassischen Wanderungen starten hier oder in unmittelbarer Nähe. Dass die Cottages dazu noch über Fußbodenheizung verfügen (sollten..) war ein weiteres Plus. Unsere einzige Sorge war, dass es über ein verlängertes Wochenende plus Feiertag in den nächsten Woche zu voll/laut sein könnte - wo man doch in der Gegend auch traumhafte Häuser in absoluter Alleinlage bekommt..

Unser Cottage (Protea Hoogte) war sehr schön, sauber und gut eingerichtet. Man sah von der Terasse schön auf den Fluss und die Wolfberg Cracks, um die Häuser war perfekt gepflegter Rasen und die Bäume begannen, sich herbstlich zu Färben.








(Aussicht "hinten" raus)


(Aussicht Richtung Campingplatz)













Das Wetter kann man nur als “traumhaftes Herbstwetter” bezeichnen - nicht zu heiß (24-25°C) und nicht zu kalt. Es badeten sogar einige Camper noch im Fluss. Wir erkundeten die Anlage, spielten ein wenig auf dem Spielplatz und genossen das angenehme Wetter.

Teil 1509. Juni 2025

Tag 66 28.04.2024 Sanddrif Resort

Wie bereits geschildert, hatten wir die Cottages u.a. wegen der versprochenen Fußbodenheizung gebucht, da wir Sorge vor kalten Nächten im Herbst hatten. Diese funktionierte auch, jedoch nur in einem Schlafzimmer, nicht jedoch im zweiten Schlafzimmer. Im Wohnzimmer gab es überhaupt keine. Gebraucht hätte man sie jedoch in dieser Nacht ohnehin nicht wirklich.

Wir frühstückten bei bereits angenehmen Temperaturen auf der Terasse, dann suchten wir erstmals die Rezeption auf. Am gestrigen Tag sollten wir direkt zum Cottage fahren, was wir natürlich auch getan hatten. Irgendwie hatten wir das Gefühl, uns auch einmal “offiziell” anmelden zu müssen - vor allem weil wir bisher noch nicht einmal eine Anzahlung geleistet hatten.. Vor Ort kann man auch die (hervorragenden) Weine von hier erwerben, ebenso vor Ort gebrautes Bier und Chips.

Wir erwerben ein Permit für die Stadtsaal-Caves, dann fahren wir in entgegen gesetzter Richtung zu Lot’s Wife. Die Wanderung dort hin und zum Window Rock ist sehr schön und einfach. Offiziell mit ca. 1,5h Gehzeit angegeben, brauchten wir mit unserem 3-jährigen mit Pausen gute zwei Stunden.













Die Felsen sind toll zum erkunden mit zahlreichen Löchern, kleinen Höhlen und Auswaschungen.



















Mittags waren wir wieder zurück und aßen getoatestes Ciabatta (wenn es kein “vernünftiges” Brot (ein sehr dehnbarer Begriff) im Supermarkt gibt, ist unseres Erachtens das abgepackte Ciabatta eine sehr gute Alternative zum üblichen Labber-Brot) mit Rührei.

Nachmittags fuhren wir zur Stadsaal Cave.





Wir besuchten zunächst die durchaus sehenswerten Felszeichnungen (v.a. Elefenten).





Dann folgten wir dem Rundweg durch die Höhlen. Wirklich beeindruckend, wie das Wasser hier Löcher und Höhlen gegraben hat. Das alles noch in tollem Orange.






















Eigentlich wollten wir heute grillen, da wir jedoch verhältnismäßig spät zurückkamen (es war einfach sehr schön bei den Stadsaal Caves), gibt es stattdessen nur Nudeln. Heute Abend ist es deutlich kälter als am Tag davor, mit Jacke lässt es sich aber gut draußen aushalten.

Teil 1610. Juni 2025

Tag 67 29.04.2024 Sanddrif Resort

Man kann von hier aus neben den gestrigen Touren einige weitere Top-Routen begehen. Wir überlegten lange, was wir mit zwei kleinen Kindern wagen könnten und entschlossen uns dann dazu, die Wanderung zum Maltäser Kreuz zu versuchen. Im Rother Wanderführer ist die Tour mit ca. 3h angegeben, in anderen Quellen zwischen 3 und 4 Stunden bei ca. 500 Höhenmetern. Der Plan war, einfach mal zu versuchen, wie weit wir kommen und zur Not K2 in die Trage und K1 in die Kraxe zu stecken.

Wir erwarben bei der Rezeption ein Permit, wobei ich diesmal daran dachte, nachzufragen, ob vielleicht unsere Wildcard helfen würde.. Siehe da - das Permit gab es umsonst.. Da hätten wir gestern wohl etwas besser aufpassen müssen..

Zum Startpunkt fährt man einen kleinen Feldweg entlang. Dann geht es kurz durch das Tal, über einen Bach, ehe der Aufstieg beginnt.



Der Weg ist meist gut zu finden und zu gehen, für kleine Kinderbeine ist es jedoch schon eine nicht unwesentliche Kraxelei - was das ganze natürlich deutlich spannender macht.











Man merkt, dass die Sonne auch hier gut Kraft hat - im Sommer stelle ich mir Wandern in den Cederbergen als nicht sehr angenehm vor. Die Aussicht ist phänomenal.





Wir kommen gut voran, natürlich langsamer und am Ende mit etwas Murren seitens K1, erreichen aber nach ca. 2,5 Stunden das Kreuz.





Das Kreuz ist schon echt verdammt hoch - man bekommt es nur von sehr weit weg überhaupt sinnvoll aufs Bild.





Hinter dem Kreuz ragt der Sneeuberg, der höchste Berg der Cederberge auf.

Wir machen Brotzeit und uns dann wieder an den Abstieg.



Auch der Abstieg klappt noch sehr gut, auch wenn etwas mehr Ablenkung/Motivation nötig sind. Lediglich einmal kommt ein kurzer “Ich-Will-Nicht-Mehr”-Moment bei K1, den wir aber mit einer kurzen Pause und Süßigkeiten für den Endspurt überwinden können.

Am Ende war K1 alles selbst gelaufen und wir ehrlich gesagt ziemlich baff über diese Leistung - merkten wir doch selbst deutlich unsere Beine.

Auf der kurzen Rückfahrt zum Cottage (ca. 15 Min.) war er sofort eingeschlafen - nur um dann sofort wieder rumzurennen und Ball zu spielen..

Am Abend grillen wir leckere Lamm Chops (es braucht definitiv mehr Schaf-Haltung in Deutschland für ein besseres Preisniveau/Auswahl bei Lamm..). Dazu wollten wir Gemüse aus dem Ofen machen. Leider funktioniert die untere Heizspirale überhaupt nicht, von oben wird es auch nur mäßig warm. Also musste die Pfanne herhalten..

Auch heute ist es wieder recht frisch abends, man kann grad so noch mit Fleece-Jacke draußen sitzen.

Teil 1711. Juni 2025

Tag 68 30.04.2024 Sanddrif Resort

Auch heute können wir wieder in der Morgensonne draußen frühstücken. Wir hatten überlegt, ob es Sinn machen würde, den Weg zum Wolfberg Arch zumindest bis zu den Cracks zu laufen (von denen sich wenig Bilder im Netz finden, die aber in der Beschreibung im Führer und auf den wenigen Bildern phänomenal aussehen), wollen unser ?Glück? bzw. die Leistungsfähigkeit unseres Sohnes aber nicht überstrapazieren und entschließen uns daher zu einem ruhigen Vormittag. Es wird auf der Wiese gespielt und wir erkunden etwas das Flussufer, außerdem wird etwas Wäsche gewaschen.

Nach dem Mittagessen wollten wir eigentlich eine Weinprobe machen, entscheiden uns dann aber doch dagegen und machen uns stattdessen auf eine Wanderung am Fluss entlang nach Malgat (wir benötigten mit Kind ca. 1 Stunde einfach).





Der Weg führt immer am Fluss entlang, zum Teil mit etwas wenig Sicht, wenn er sich durch Schilf windet, endet aber sehr schön an einer tollen Felswand, schönen glatten Felsen, Wasserfällen und einem großen Wasserbecken. Wenn es etwas wärmer wäre (es hatte heute wieder um die 23-25°C) könnte man hier sicher toll baden.

















Abends kochten wir Reis mit Curry und machten uns wieder einmal ans Zusammenpacken für den nächsten Abreisetag.

Fazit Sanddrif Resort / Cederberge

Alle Befürchtungen die wir hatten (kalt, laut/voll) erfüllten sich nicht. Wir hatten mit dem Wetter viel Glück - es war einfach traumhaft. Von den anderen Cottages kriegt man wenig mit, auch wenn sie nur wenige Meter daneben stehen. Der Zeltplatz ist weit genug weg (ca. 100m Luftlinie) und befindet sich zudem unter/zwischen vielen Bäumen. Die ersten zwei Tage war er nahezu vollbesetzt, dann leerte er sich ziemlich. Bei den Wanderungen traft man lediglich auf eine Handvoll Leute. Die Aussichten bereits aus dem Tal sind traumhaft. Die Lage ist für alle möglichen Wanderungen nahezu perfekt, an den Häusern gibt es (trotz kleinerer Mängel) wenig zu kritisieren. Der Wein ist hervorragend. Die Gegend insgesamt hat uns extrem beeindruckt. Auch dass K1 mit gerade mal etwas über 3 Jahren so ausdauernd war, hat uns nachhaltig beeindruckt. Es gibt auf jeden Fall viele Gründe, noch einmal hierher zu kommen - vor allem weil wir ja nur einen minimalen Ausschnitt der Cederberge kennen gelernt hatten.

Teil 1811. Juni 2025

Tag 69 01.05.2024 Paternoster AirBnB

Heute mussten wir schweren Herzens dieses traumhafte Fleckchen Erde verlassen. Es war morgens erstmals richtig kalt und alles nass vom Tau. Wir frühstücken ein letztes Mal auf der Terasse und verlassen dann - höchst effizient - bereits gegen 09:00 Uhr unsere Unterkunft.

Auf der Fahrt durch die Berge zurück zur N7 ist heute extrem viel Verkehr, möglicherweise aufgrund des Feiertags. Dadurch ist durchgehend viel Staub in der Luft.





Ab der N7 ist die Fahrt eher eintönig. Es geht viel durch landwirtschaftliche Flächen. Sehr spannend ist der Unterschied in der Vegetation zwischen dem grünen Citrusdal und der trockenen Gegend um Picketberg - alles nur durch einen kleinen Pass getrennt.



Ab Picketberg wird es nochmals etwas eintöniger. Wir fahren nach Velddrif zum gut sortieren Spar und fahren dann ein Stück gen Norden an der Küste entlang zum Soverby Lapa Beach Restaurant. Zum draußen sitzen ist es aufgrund Wind etwas zu frisch, aber drinnen ist es sehr geräumig, nett und lecker. Anschließend verbringen wir noch etwas Zeit auf dem dortigen Spielplatz.



Wir wären eigentlich gerne die ganze Strecke ab Lamberts Bay über Elands Bay bis nach Velddrif entlang der Küste gefahren. Da wir aber auf Lamberts Bay verzichtet hatten, blieb uns dieser kurzer Abstecher, der zumindest etwas Eindruck davon verschaffte, wie es weiter nach Norden aussehen würde.

Wir schwankten anfangs sehr zwischen Paternoster und Langebaan, entschieden uns jedoch letztlich wegen des schönen Gesamteindruck des Ortes, der Tatsache dass er deutlich kleiner/zu Fuß erkundbar ist und es einen schönen Strand direkt vor der Haustür gibt, für Paternoster.

Dann fahren wir wieder zurück und das kurze Stück nach Paternoster. Hier ist es - verglichen mit anderen Orten - extrem trubelig. Es sind viele Autos und Menschen unterwegs (es ist natürlich auch wieder Feiertag/langes Wochenende). Für uns ist so viel Trubel etwas ungewohnt. Wir erhalten den Schlüssel für unser Cottage nebst vielen Hinweisen zur Sicherheit im Büro unserer Vermietung und fahren dann die wenigen Meter zum Parkplatz.

Das Haus ist sehr gut ausgestattet und dauber, die Lage ist sehr zentral. Man hat sogar etwas Ausblick auf Meer und Strand von der Terasse aus und ist in 50 Metern am Strand. Die Einfahrt in die “Siedlung” ist mit einer Schranke versehen, die aber auch oft unbewacht offen steht. Das Haus verfügt über alle möglichen - zu aktivierenden - Sicherheitsfeatures und Alarme. Das Erfordernis dient nicht unbedingt zur Beruhigung bei, jedoch die Tatsache, dass offenbar alles technisch mögliche zur Verhinderung von Einbrüchen getan wird, dann doch wieder.

Insgesamt ist die Auswahl an schönen Unterkünften in Paternoster gigantisch, das Preisniveau aber auch deutlich höher als andernorts. Der ganze Ort besteht gefühlt zu 80% aus Ferienhäusern - kein Wunder, dass Einbrüche und Sicherheitsfirmen hier hoch im Kurs stehen. Wir hatten uns für ein Cottage mit etwas einfacherer Ausstattung, dafür zentral, strandnah und günstig entschieden.

Nach dem Ausladen machen wir einen kleinen Spaziergang zum Strand. Die Kinder spielen begeistert im Sand.















In der Sonne ist das Wetter gerade noch TShirt- und kurze Hose-tauglich.

Teil 1912. Juni 2025

Tag 70 02.05.2024 Paternoster

Morgens ist es warm genug für ein Frühstück auf der Terasse in der Morgensonne. Dabei können wir die Fischer am Strand beobachten, die Boote zu Wasser lassen.







Dann fahren wir zum Cape Columbine NR. Wir zahlen den geringen Eintritt und fahren dann alle Loops ab. Es ist Wahnsinn, wie viele Campingplätze/Stellplätze es hier basierend auf der Zahl an Mülltonnen gibt - tatsächlich campiert aber aktuell niemand.

Immer wieder halten wir an und klettern auf den Felsen an der Küste herum.







Die Temperaturen sind sehr angenehm, es weht kaum ein Wind.

Bei Titiesbaai machen wir einen kurzen Spaziergang am Meer entlang, damit K2 endlich einschläft.





Eigentlich wären wir nach einem kurzen Mittagsschlaf gerne in Paternoster essen gegangen (schließlich ist die Auswahl hier extrem groß), leider wird es damit nichts. Erst zuhause klappt der Mittagsschlaf - anschließend ist es leider schon zu spät für Lunch.

Stattdessen wird wieder einmal Wäsche gewaschen, dann geht es erneut an den Strand zum Buddeln und mit den Füßen ins Wasser. Vor allem K1 ist sehr angetan von der Nähe zum Strand und der riesigen Sand-Auswahl.





Parallel beobachten wir die Fischer beim Anlanden und Aufladen ihrer Boote. Faszinierend zu sehen, dass das hier - aller Fischereiindustrie zum trotz - noch tatsächlich auf diese Art und Weise betrieben wird, mitten in einem (nahezu) reinen Touristenort. Die Fischer sind offenbar auch nahezu die einzigen, die außer den Touristen noch im Ort selbst wohnen.

Teil 2012. Juni 2025

Tag 71 03.05.2024 Paternoster

Heute Morgen ist es deutlich frischer und bedeckt. Nachts fielen ein paar Regentropfen. Wir entscheiden uns, schnell zu frühstücken und unser Glück heute im West Coast NP zu suchen.

In Vredenburg machen wir Halt bei Excelsior Pies für sehr leckere und preiswerte Pies als Proviant, dann geht es weiter Richtung Langebaan. Es hat recht viel Verkehr - für uns nach der langen Zeit in eher einsameren Gegenden noch etwas ungewohnt. Langebaan wirkt auf uns riesig und langgestreckt. Wir sind sehr froh, uns für Paternoster und nicht für Langebaan als Übernachtungsort entschieden zu haben.

Am Parkgate müssen wir nur kurz unsere Wildcard vorzeigen und dürfen dann passieren. Wir fahren zunächst zum ersten Bird Hide. In der Ferne sieht man viele Flamingos und andere Wasservögel. K2 möchte aber nicht mitspielen und immer auf den (leider nicht sehr sauberen) Boden und auch nicht still sein.









Also fliehen wir sofort wieder und fahren weiter bis zum Seeberg Viewpoint. Das Wetter ist insgesamt besser geworden, es ist aber weiterhin noch recht diesig. Wir laufen etwas herum und sehen uns das Haus an, leider ist K2 weiterhin nicht sehr begeistert.





In Geelbek ist das Restaurant offenbar schon seit längerer Zeit dauerhaft geschlossen. Wir laufen nur kurz zum Bird Hide, leider ist auch hier kein sinnvoller Besuch möglich.











Dennoch ist diese Ecke Vogel-technisch nicht grundsätzlich recht produktiv.





Da K2 langsam schlafen, aber auch essen soll, fahren wir direkt zum Atlantic View Point zum Mittagessen.

Hier haben wir eine schöne Aussicht auf die Dünen und den Atlantik im Nebel (leider gibt es offenbar kein Foto) und beobachten die kleinen Mäuse, die immer wieder herumlaufen.



Wir entschieden uns wegen des Nebels gegen eine Weiterfahrt nach Norden, drehten um und steuerten das Abrahamskraal Wasserloch ein. Kurz zuvor war K2 endlich eingeschlafen. Ich ging daher lediglich mit K1 zum Hide. Hier war zwar einiges geboten, jedoch wollten wir die Damen natürlich auch nicht zu lange im Auto warten lassen - vor allem wenn eine davon möglichst lange schlafen soll.. Insgesamt ist es wohl der produktivste Hide im Park.



Wir sahen insgesamt immer wieder verschiedene Tiere - Strauße, Buntböcke und Mangusten.

Leider hat der Park uns nicht so wirklich überzeugt. Wir waren natürlich zur falschen Jahreszeit da und bei nicht perfektem Wetter. Auch machte uns K2 den Besuch nicht einfach. Aber so oft, wie der Park nahezu in den Himmel geschrieben wird in Foren, Blogs und Führern, können wir diese Einschätzung nicht so ganz teilen - vor allem im Vergleich zu anderen Parks in Südafrika. Er ist landschaftlich sehr schön, keine Frage. Aber es gibt definitiv zig Parks in Südafrika, die wir vorziehen würden. Vermutlich müssten wir einmal im Sommer oder zur Wildblumenzeit vorbeifahren, um den Park eine zweite Chance zu geben. Wir hatten auch überlegt gehabt, im Park selbst zu übernachten - vielleicht wäre der Eindruck dann auch nochmal ein vollkommen anderer gewesen. So war vermutlich Paternoster der bessere Ort.

Die Fahrt zurück - offiziell nur 45 Minuten - zieht sich dennoch gefühlt ewig, auch weil erneut sehr viel Verkehr ist.

In Paternoster machen wir - bei jetzt sonnigem Wetter - einen längeren Spaziergang am Strand entlang bis zur ersten Muschelbank und zurück durch den Ort.





Dann wollten die Kinder nochmals an den Strand zum buddeln. Es wird aber irgendwann frisch, da heute ein stärkerer Wind weht, so dass wir irgendwann bevor die Sonne untergeht, wieder ins windstille Haus fliehen.

Teil 2112. Juni 2025

Tag 72 04.05.2024 Paternoster

Wie vom Wetterbericht angekündigt, kam nachts und morgens Regen. Dieser hielt den Vormittag über an, erst am späten Vormittag klarte es auf. Wir taten solange nichts, spielten und lasen vor.

Nach dem Mittagsschlaf wollten wir uns zu Fuß auf die Suche nach einem netten Restaurant machen, das uns - auch in Bezug auf die Kindertauglichkeit - überzeugte, aber erneut hatten wir nicht den größten Antrieb. So landeten wir in einer Pizzaria mit durchschnittlicher Pizza, aber immerhin bei nunmehr strahlendem Sonnenschein.

Dann gingen wir weiter bis zur Waterfront. Auch hier hätte man wohl nett essen können. Die Läden haben zum Teil sehr schöne Sachen. Der Plan, ein Eis zu essen, scheitert daran, dass der Mitarbeiter seinen Laden vor unseren Augen schließt und meint, seine Schicht sei jetzt zu Ende..

Wir bummeln ein wenig durch die anderen Shops im Ort. Es gibt ein paar ganz nette/interessante Läden, viel Kunsthandwerk. In einem Laden bekamen wir beim Kauf eines Honigs gleich noch jede Menge Ciabatta geschenkt, da es am Abend nicht mehr für belegte Ciabattas verwendet werden konnte. Ein ziemlicher Glücksfall - eigentlich wollten wir im Anschluss zum OK Foods um nach akzeptablem Brot zu schauen.

Überall wurde man ständig von Händlern angesprochen, die Crayfish verkaufen wollten. Abgesehen davon, dass der Fang / Handel eigentlich beschränkt ist und wir etwaige Regelverstöße nicht unterstützen wollen, haben wir auch gewisse hygienische Bedenken, Meeresfrüchte von jemandem zu kaufen, der den ganzen Tag mit einer ungekühlten Tüte voller Meeresfrüchte in der Sonne rumläuft..

Abends gehen wir zum Sonnenuntergang nochmals zum Strand - was sich als sehr gute Idee herausstellte.



Wir erlebten einen traumhaften Sonnenuntergang, K1 hatte riesigen Spaß hin- und herzurennen. Es war mit kurzer Hose und Fleecejacke sehr gut erträglich. Ein Meter weiter feierten ein paar junge Leute offenbar einen Silent Rave - etwas sehr bizarr anmutend, zudem teilweise leicht bekleidet. Zum Sonnenuntergang rissen sich einige die Kleider vom Leib und sprangen ins Meer - definitiv hartgesottener oder zugedröhnter und die nächsten Tage erkältet..











Anschließend aßen wir kalt mit dem hervorragenden Ciabatta.

Fazit Paternoster:

Uns hat es hier sehr gut gefallen. Es ist trubelig und voller Touristen, liegt aber auch sehr schön am Meer und ist überschaubar. Die Fischer morgens und abends machen es deutlich authentischer als man bei einem Touristenort vermuten würde. Die Auswahl an Unterkünften ist groß, die an Restaurants natürlich ebenso - hier ist es etwas schade, dass es uns nicht gelang, zumindest einen Lunch in einem der bekannten Läden einzunehmen. Ohne Kinder ist das natürlich deutlich einfacher am Abend (je nach Reservierungslage). Der Strand ist super schön, auch das Cape Columbine. Gerade dass man alles auch mal zu Fuß erledigen kann, ist sehr angenehm. Es war sehr viel privates Sicherheitspersonal wahrnehmbar, nahezu alle Unterkünfte hatten Alarmanlagen etc. Mein Eindruck ist, dass das Kriminalitätsrisiko sich primär auf Einbrüche bezieht und die Vermieter hier viel aufrüsten, um das zu verhindern. Um Einbrüche ins (leere) Auto würde ich mir keine großen Sorgen machen, das ist ja i.d.R. versichert.

Teil 2212. Juni 2025

Tag 73 05.05.2024 Franschoek

Heute sollte es die verhältnismäßig kurze Strecke in die Winelands Nähe Franschoek gehen. Als Weinliebhaber wollten wir uns dieses vielgepriesene und beschriebene Eck auch endlich einmal selbst ansehen, waren jedoch in der Vorbereitung sehr unsicher, ob bzw. inwieweit dies mit Kindern überhaupt sinnvoll ist - schließlich ist viel Wein Trinken und Fine Dining eher nur bedingt kindertauglich. Zudem hatten wir Bedenken, ob die Jahreszeit überhaupt sinnvoll ist, da manche kinderfreundliche Aktivitäten wie Picknicks o.ä. nur in den wärmeren Monaten angeboten werden.

Wir hatten für vier Nächte ein kleines Cottage einige Kilometer außerhalb von Franschoek (schräg gegenüber von La Motte) gebucht. Franschoek erschien uns im Vorfeld deutlich attraktiver als Stellenbosch und Paarl, da es deutlich mehr den Klischee-Vorstellungen der Winelands entsprach mit Weinbergen und dahinter aufragenden felsigen Bergen. Da sich die potentiell für uns interessanten Weingüter ohnehin quer durch das Dreieck Paarl/Stellenbosch/Franschoek verteilten, hatten wir so auch eine relativ zentrale Lage.

Doch zunächst mussten wir Paternoster verlassen. Es war heute Morgen neblig und kalt - ein guter Zeitpunkt, sich von der Küste zu verabschieden. Wir erwarben in dem Shop, der uns am Vortag mit Ciabatta beschenkt hatte, nochmals reichlich noch warmes Brot und fuhren dann Richtung Osten.

Nach nicht allzu langer Fahrt machen wir am Plasmool Padstall Halt. Die Anlage ist sehr weitläufig, es gibt sehr viel zu entdecken - Kunst aus Schrott, Pflanzen und ein ausgemottetes Flugzeug mit bewegter Geschichte. In einer Halle wurde Live-Musik geboten, es fand gerade eine Art Messe/Markt mit lokalen Angeboten statt. Alle waren extrem nett und freundlich. Wir aßen leckere Pfannkuchen, tranken leckeren Kaffee und kletterten im Flugzeug herum.

Dann fuhren wir weiter Richtung Paarl, die Kinder schliefen irgendwann ein. Wir entschieden uns spontan, dem Weingut Spice Route einen Besuch abzustatten - sicher kein Geheimtipp, aber es ist groß und es wird viel geboten, so dass wir hofften, etwas für uns passendes zu finden. Die Alternativen wären Vrymansfontein oder Fair View gewesen. Wir kennen Weingüter nur aus Italien und Frankreich, wo es primär nur um Weinkauf geht und etwas probieren vorher, die in den Winelands oft vorzufindende Art, die eher mit einem großen Ausflugslokal bei uns vergleichbar ist, war uns komplett neu. Auch dass der Wein hierbei gar nicht unbedingt im Fokus stehen muss, war für uns neu. Insgesamt muss ich sagen, dass die Weingüter - vollkommen unabhängig von der Qualität des Weins - etwas vollkommen einzigartiges geschaffen haben, dass es so mutmaßlich nirgends sonst auf der Welt gibt - eine beeindruckende Dichte von Weingütern mit z.T. Spitzenrestaurants und allem möglichen außenrum - wobei man sich zum Teil auch gezielt an Familien mit Kindern richtet oder versucht, auch ihnen etwas zu bieten. Den meisten langjährigen Südafrika-Reisenden erzähle ich hier nichts Neues, für uns, die wir bisher eher in der “Wildnis” im südlichen Afrika zuhause waren, war es etwas vollkommen Neues.

Etwas geschockt waren wir vom Riesen-Parkplatz, verschafften wir uns zunächst einen Überblick über das Gelände.









Am Jewels Restaurant (dem wohl gehobeneren) ist wenig los, die Grapperia ist jedoch rappelvoll. Direkt daneben ist ein schöner Spielplatz. Wir bekamen einen Tisch und hatten sehr leckere (die bisher beste in Afrika) Pizza und Schnitzel.

Anschließend absolvierten ein Schokoladen-Tasting. Es war sehr interessant, neben den Ausführungen zur Herstellung/Herkunft die tatsächlichen Unterschiede sortenreiner Kakaosorten zu erschmecken. Der Tasting-Room ist zwar leider etwas versteckt im Keller, ansonsten ist es aber sehr zu empfehlen.

Anschließend gab es ein leckeres Eis auf der Wiese vor dem Haus.

Insgesamt ist die Anlage super schön.







Es ist natürlich rein auf Touristen ausgelegt und nicht auf Weinanbau (der findet anderswo statt), aber wenn man das akzeptiert, kann man hier eine sehr nette Zeit verbringen. Die Aussicht ging bei wunderbarem Herbstwetter bis zum wolkenlosen Tafelberg.





Schließlich fuhren wir die noch ca 25 Minuten zu unserem Cottage. Die Einrichtung war modern und nett gemacht, vielleicht etwas spartanisch zum Teil. Draußen vor dem Haus ist die nahe R45 deutlich zu hören (die auch durchgehend stark befahren ist), im Haus merkte man hiervon nichts.





Wir spielten/lasen noch etwas und aßen dann kalt zu Abend.

Teil 2312. Juni 2025

Tag 74 06.05.2024 Franschoek

Der heutige Tag sollte ganz im Zeichen der Winelands stehen. Wir hatten uns im Vorfeld einige Weingüter notiert, die uns - obwohl zum Teil touristischer - als geeignet erschienen, da sie etwa auch für Kinder etwas boten bzw. der Wein nicht im primären Fokus stand. Wein probieren wollten wir ohnehin nicht zwingend und wäre ohnehin nur für einen von uns möglich gewesen, während 3 daneben sitzen..

Morgens war es leicht bedeckt und überraschend wenig kühl. Im Laufe des Tages wurde es immer sonniger. Wir entschieden uns zunächst für die Fahrt nach Babylonstoren - im Wissen, dass dies eines der beliebtesten und touristischsten Weingüter ist. Bereits bei der Einfahrt waren wir etwas geschockt, weil mit uns gefühlt zig andere Autos einfuhren und der Parkplatz riesig war. Am Ende war es aber überall sehr leer und ruhig und verteilte sich gut - hier merkte man sicher, dass wir bereits außerhalb der Saison waren.

Wir zahlten 100R Eintritt und erkundeten den tollen Garten. Naturgemäß war er weniger grün und imposant als im Sommer, dennoch ist allein die Größe und Vielfalt sowie der Pflegezustand beeindruckend.







Es gibt super viele schöne Pflanzen und Blumen. (Nicht nur) Für Kinder gibt es ein sehr spannendes Wasserspiel mit fernausgelösten Wasserspritzern.



















Der Farmshop ist sehr gut sortiert und macht einen qualitativ hervorragenden Eindruck - wir erstanden leckeres Brot und Honig (als Souvenir). Auch das Weinmuseum war sehr gut gemacht und interessant.

Aus dem Museum konnte man durch eine große Glasscheibe zusehen, wie in der “Saftfabrik” Säfte gepresst werden - K1 war extrem fasziniert.

Anschließend wollten wir eigentlich bei Tokara Delikatessen Mittagessen. Wir wollten vorab anrufen, um uns nach freien Plätzen zu erkundigen, jedoch nahm niemand ab. Wir fuhren auf gut Glück hin, nur um dann festzustellen, dass entgegen der Angaben auf der eigenen Homepage alles geschlossen war, ohne jegliche weitere Infos.

Nach kurzer Recherche fuhren wir nach Zorgvliet, da man auch hier gut essen können soll und es kinderfreundlich sein soll. Auch hier war der Hauptteil wohl heute geschlossen, die Informationslage anhand der Schilder extrem dürftig. Am Ende fanden wir das geöffnete Bistro, wo wir die einzigen Gäste waren. Das Essen war gut, aber nicht weltbewegend. Es gibt vor dem Bistro aber einen sehr schön angelegten Spielplatz und im Sommer sehr nett aussehende Picknickmöglichkeiten.





Vom eigentlichen Weingut haben wir jedoch so gut wie nichts gesehen.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Stop in Boschendal - wieder einem extrem beliebten/touristischen Weingut - aber auch mit einer sehr schönen Lage und Architektur. Gefühlt war es um Welten touristischer als Babylonstoren, zudem deutlich weniger kommunikativ und freundlich.







Wir entschieden uns dennoch für ein Wine-Tasting mit Pralinen bzw. ein Saft-Tasting für K1. Für das Gebotene meines Erachtens deutlich überteuert. Etwas schade, dass man gerade hier dann Geld für Wein lässt, aber so hatten wir wenigstens etwas Wein probieren können..









Danach gingen wir noch auf den - sehr schön gestalteten - Spielplatz und fuhren schließlich heim.

Teil 2412. Juni 2025

Tag 75 07.05.2024 Franschoek

Für den heutigen Tag war Regen angesagt - und so kam es auch. Es regnete den ganzen Tag relativ stark. Wir unternahmen daher am Vormittag daher zunächst nichts und fuhren schließlich nach Franschoek zum Einkaufen (PnP, nicht riesig aber für die Größe überdurchschnittlich gut sortiert - man merkt mutmaßlich die andere Kundschaft im Vergleich zu anderen Landesteilen). Dann riefen wir erneut bei Tokara Delikatessen an - diesmal erfolgreich.

Wir aßen sehr lecker in sehr entspannter Atmosphäre.





Der Kamin knisterte, alle waren nett und freundlich, das Essen weit überdurchschnittlich, es gab Spielsachen und einen sehr schönen Shop. Leider konnten wir den sehr einladend aussehenden Spielplatz draußen nicht nutzen, da es weiterhin in Strömen regnete.





Auch zuhause angekommen regnete es durchgehend weiter. Auch der restliche Tag verlief daher sehr ruhig.

Teil 2515. Juni 2025

Tag 76 08.05.2024 Franschoek

Für heute hatten wir uns eigentlich vorgenommen, gegenüber nach La Motte zu fahren und dort zu frühstücken. In der Früh ist es aber so schön sonnig, dass wir darauf keine Lust mehr haben und lieber schnell frühstücken und dann ins Mont Rochelle NR fahren.
Die Kombination aus Bergen und Weltklasse-Weingütern ist wohl auch einzigartig. Wir fahren auf den Franschoek Pass (auch hier merkt man anhand von Baustellen die starken Regen/Unwetter des letzten Sommers noch).











Wir zahlen unseren Eintritt und machen uns auf die Uitkyk Wanderung. Der Weg und die Landschaft sind definitiv eine Empfehlung wert. Nicht zu schwer zu gehen und mit toller Aussicht am Ende als Belohnung.















Während wir laufen, hören wir immer wieder Paviane rufen, bekommen sie aber nicht zu Gesicht.







Die Aussicht am Ende ist ziemlich spektakulär. Auch hier sieht man aber zahlreiche Erdrutsche jüngeren Datums.















Wir machen hier Brotzeit, trauen uns aber nicht zu lange zu bleiben, da etwas mehr Wolken aufziehen und wir nicht hier oben vom Regen überrascht werden wollen.

Auch hier lief K1 wieder tadellos..

Auf der Heimfahrt legen wir einen Stop bei Joes Brewery fürs Mittagessen ein. Es gibt recht leckere Burger und ein Beer Tasting.





Den Nachmittag verbringen wir wieder nichtstuend bzw. spielend im und vor dem Haus im Garten.

Fazit:

Uns gefielen die Winelands sehr gut. Entgegen unserer ersten Sorgen gibt es sehr viele Möglichkeiten mit kleinen Kindern auch ohne ständiges Weintrinken oder Fine Dining - weit mehr als wir in der kurzen Zeit nutzen konnten. Hier könnte man - wie es ja auch manche tun - gut einen eigenen, längeren Urlaub verbringen. Die Kombination aus toller Berglandschaft und Weingütern ist wohl einzigartig. Entgegen anfänglicher Befürchtungen finden sich zahlreiche Angebote, die sich bewusst auch (mit) an Familien richten. Viele Weingüter haben offenbar in Familien mit Kindern eine gewissen Marktlücke gesehen und versuchen diese gezielt zu bedienen. Im Sommer sind die Möglichkeiten/Angebote noch weitaus größer. Man kann also bewusst steuern, welche Art von Weingut man besuchen möchte. Eine derartige Kultur des Wein-Erlebens würde auch in Europa wohl gut funktionieren und fehlt hier etwas (mir ist klar, dass es gerade in den deutschen Weingegenden durchaus familientaugliche Weinerlebnisse gibt, auch in Frankreich und Italien gibt es Weingüter (v.a. im Agriturismo Bereich) die sich für Familien gut eignen. Das ist alles aber eine vollkommen andere Liga als in den Winelands).

Auch die Jahreszeit bereitete uns etwas Sorge. Gefühlt sieht man nur Berichte aus den Winelands aus dem Sommer. Aber auch hier würden wir ohne zu Zögern wieder im Herbst/Winter fahren. Man kann zwar nicht abends draußen sitzen und mache Freizeitoptionen oder Picknicks fallen weg. Für das - aus Sicht vieler Besucher wichtigste - den Wein und das Essen - dürfte das keine Rolle spielen. Dafür ist es überall deutlich leerer und entspannter..

Einzig den Verkehr fanden wir zum Teil etwas viel bzw. ungewohnt, aber da kommt man wohl nicht aus. Wir würden uns bei einem nächsten Besuch wohl entweder wieder eine Unterkunft zentral in der Mitte suchen oder gezielter einen Schwerpunkt auf einzelne Gegenden (dann aber auch weitere Gegenden wie Tulbagh, Robertson, Hemel&Aarde etc. legen).

Teil 2616. Juni 2025

Tag 77 09.05.2024 De Hoop

Heute ging es weiter bis nach De Hoop. Der Morgen war angenehm sonnig. Wir trafen (erstmals) unsere Vermieterin und erledigten noch einen kleinen Einkauf im PnP in Franschoek. Dann fuhren wir über den Franschoek Pass Richtung Theewaterkloof Dam.

Wir hatten uns im Vorfeld diverse Optionen überlegt, je nachdem wann K2 einschlafen würde (Peregrine Farmstall, Houw Hoek Farmstall, Beamont Winery). Andere vielen wegen des Wochentags flach (Elgin Railway, Letztlich wurden alle verschlafen.. Die Gegend über Grabouw und Botriver war - wie so oft in Südafrika - wieder einmal wunderschön und vermutlich auch für sich wieder einen Besuch wert. Es gab auffällig viel Apfelanbau. Vor Botriver warten wir auffällig lange (deutlich über 10 Minuten) an einer Baustelle. Kurz vor Napier freuen wir uns, endlich ein Schild zu einer Feigen-Farm zu finden - wer sich erinnert - in Teil I unserer Reise erfreuen wir uns an einer Steige sehr leckerer Feigen aus dieser Gegend auf dem Weg nach Agulhas in derselben Jahreszeit. Auch hier werden wir fündig und erwerben eine große Kiste zu einem für nord-europäische Verhältnisse Spottpreis.

Napier selbst entpuppt sich als überraschend nett wirkender Ort - wohl ein alter Künstlerort. Wir machen schließlich im Napier Farmstall am Ortsende halt - ein hervorragender Mittagsstop. Es gibt diverse leckere Speisen zum Lunch, außerdem Backwaren und allerlei Dinge aus der Gegend. Zudem einen kleinen Spielplatz.

In Bredasdorp kreuzen wir schließlich erstmals unsere Route von vor nahezu exakt 2 Jahren zu aus Teil I dieses Berichts. Ab Bredasdorp geht es eine verhältnismäßig gute Gravel Road weiter (hier zeigt sich wohl mal wieder etwas der unterschiedliche Maßstab für “gute” Gravel Roads je nach Vergleich/Fahrzeug). Etwas überrascht sind wir dann schon, als wir trotz 60-70kmh mit hoher Geschwindigkeit (immerhin in einem Hilux mit Offroad-Reifen) von einem Toyota Coralla Cross von Europcar überholt werden (mit Locker 100km/h..). Dass andere Touristen mit ihren Mietfahrzeugen derart umgehen, kennen wir aus Namibia, Island und Griechenland, in Südafrika war es unser erster derartiger Moment. Zahlen dürfen so etwas dann letztendlich alle Mieter..

Im De Hoop NR angekommen zahlen wir dann Wild Card keinen Eintritt, auch die Formalia sind schnell erledigt (schneller als bei dem französischen Pärchen im Corolla Cross, dass wir nunmehr in der Bürokratie wieder überholen).

Dann fahren wir zu unserem Haus “Baboon”. Es wirkt zwar teilweise etwas beengt, es ist jedoch alles notwendige da und sehr sauber.









Auf der Wiese “im Dorf”, die hinter einer Mauer bei unserem Haus beginnt, halten sich zahlreiche Tiere (Strauße, Elands, Buntböcke) auf. Wir wussten zwar, dass man hier durchaus auch mit Tieren rechnen kann, dass sie aber so nah und omnipräsent sein würden, hatten wir nicht erwartet. Wir nehmen unseren Sundowner an unserer “Rückwand” ein und beobachten das bunte Treiben.







Vor dem Haus finden wir die erste Eule dieser Reise.



Sobald die Sonne weg geht, wird es hier heute jedoch wirklich empfindlich kalt..



Teil 2717. Juni 2025

Tag 78 10.05.2024 De Hoop

Trotz der eher kalten Nacht mit tau-nassem Gras und Tischen wagen wir ein entspanntes Frühstück im Freien, da die Sonne wie immer in Südafrika bereits gut wärmt.

Dann wollen wir ein wenig das Nature Reserve erkunden und Tiere kucken. Wir wollen zunächst den Tierkoop Loop Richtung Norden fahren, wo es auch einen Hide geben soll. Wir sehen wie Gestern Strauße, Elands und Buntböcke.











Doch nach ca. 1-2 Kilometern kommen wir an einen großen See, der die Straße versperrt. Kein Hinweis oder ähnliches irgendwo, obwohl es sonst hier an Schildern nicht mangelt und der See offenbar hier bereits nicht erst seit ein paar Tagen oder Wochen ist..



Wir drehen also um und wollen nach De Mond. Auf dem Weg sehen wir Riedböcke und die Dünen in der Ferne.









Auch hier endet der Weg zunächst an einem See. Es gibt jedoch eine - ebenfalls nicht ausgeschilderte - Umfahrung. Diese ist mit unserem Fahrzeug gut machbar, ohne entsprechende Bodenfreiheit wäre hier jedoch Schluss. Nach wenigen Hundert Metern stehen wir erneut vor einer Wasserfläche. Diesmal gibt es keine Umfahrung, aber ein Durchfahren erscheint möglich. Hierauf haben wir aber dann irgendwann keine Lust mehr, da wir nicht wissen, wann die nächste Wasserfläche kommt. Weshalb auf diese Überflutungen (die der Vegetation nach mindestens seit einigen Monaten bestehen müssen) nicht irgendwo hingewiesen wird oder Strecken gesperrt werden, lässt bei den hiesigen Preisen etwas Kopfschütteln zurück.







Danach wollen wir zum “Highlight” des Reserves, den Dünen bei Koppie Alleen. Der Himmel war etwas zugezogen, es war aber weiterhin sonnig, so dass sich teilweise ein super Licht ergab. Wir liefen den Weg vom Parkplatz hinab, fanden jedoch keinerlei Hinweis darauf, wo es zu den Dünen geht. Laut Karte sollten sie rechts von uns sein. Hier waren 1-2 Pfade zu sehen, diese waren aber allesamt als gesperrt markiert..





Unten am Restaurant führte der einzig sichtbare Weg nach links, welchem wir auch folgten. Wir gingen dem Pfad einige (schöne) Buchten entlang nach, von Dünen jedoch keine Spur.









Wir kehrten um und sahen, dass auch nach rechts vom Restaurant aus ein Pfad führt und versuchten dort unser Glück. Inzwischen waren die Wolken jedoch nochmals deutlich dunkler und bedrohlicher geworden.





Nun hatten wir endlich die “eigentlichen” Dünen gefunden - jedoch war das Licht inzwischen nicht mehr spektakulär, sondern bescheiden. Da es immer stärker nach Regen aussah, kehrten wir eilig um (nur die Hoffnung auf die Dünen im spektakulären Licht hatte uns überhaupt noch weiter getrieben..). Leider wurden wir trotzdem einige Hundert Meter vor dem Restaurant von heftigem Regen überrascht und kamen schließlich bis auf die Knochen durchnässt (an Regenjacken hatten wir aufgrund des sonnigen Wetters nicht gedacht..) am Auto an.

Auch hier ärgerte uns die schlechte Hinweis-Lage, die uns letztlich Fotos im spektakulären Licht in den Dünen versaute, sehr. Vor allem konnten wir uns nicht erklären, wo denn all die tollen Bilder von den Dünen aufgenommen worden sein sollen bzw. wie man dort hinkommt - denn auch der Weg, dem wir gefolgt waren, sah nicht so wirklich so aus wie auf den Fotos..

Zuhause duschten wir warm und aßen etwas gefrustet zu Mittag, während es draußen durchgehend regnete.

Irgendwann am späten Nachmittag hörte es auf und die Sonne kam raus. Wir machten uns auf einen Spaziergang durchs “Dorf” (diesmal perfekt ausgerüstet mit Matschhose und Regenjacken).

















Auch hier sahen wir wieder reichlich Tiere.







Wir spielten eine Weile auf dem Spielplatz und bewunderten von dort schließlich noch den Sonnenuntergang über dem Fluss.





Teil 2819. Juni 2025

Tag 79 11.05.2024 De Hoop

Heute morgen war es deutlich frischer als gestern, jedoch erneut sonnig.

Der gestrige Foto-Frust wurde auch noch durch die Information in den sozialen Medien gesteigert, dass in der Nacht extreme Sonnenaktivitäten zu bisher selten so intensiv wahrnehmbaren Aurora Australis geführt haben.. Wir wären hier in einer der perfektesten Positionen überhaupt in Südafrika fürs Fotografieren gewesen (südlicher und lichtärmer geht es kaum), Equipment und Know-How wäre vorhanden gewesen.. was für tolle Fotos hier z.B. an den Dünen möglich gewesen wären.. Wie immer bei sozialen Medien ein sehr zweischneidiges Schwert - bei wichtigen Dingen schaut man zu wenig oder nicht rein, bei unwichtigen Dingen dann wieder viel zu lange..

Wir wollten heute nochmal zu Koppie Allen und unser Glück beim Finden der Dünen versuchen. Unterwegs sahen wir zunächst die üblichen Verdächtigen.





An einer Wasserfläche gibt es ein paar nette Vögel.





Heute begrüßte uns am Parkplatz strahlend blauer Himmel.





Diesmal liefen wir am gesperrten Steg vorbei einen Pfad direkt oben über die Dünen entlang - und landeten schließlich dort, wo wir gestern hinwollten.. Hinterher erfuhren wir, dass dort schon ewig Absperrungen hingen, aber wohl jedermann so dort hin gelangt.. Weshalb da nicht mal eindeutige Schilder / Hinweise platziert werden - weiß der Geier..









Die Dünen sind wahrlich spektakulär. Der Kontrast aus weißem Sand, blauem Meer und Himmel ist wunderschön, die Weite und Größe der Dünen sehr beeindruckend. Wie toll muss es sein, von hier aus Wale zu beobachten..





Wir liefen durch die Dünen und gingen schließlich bis runter zum Meer und wanderten dort ein wenig herum. Wir hofften, dass K2 einschlafen würde und wir dann - mit ausgeruhtem K2 - im Restaurant/Café etwas essen können. Leider tat uns K2 (mal wieder) nicht den Gefallen und kämpfte gegen das Einschlafen..







Schließlich gingen wir wieder über den Pfad Richtung Restaurant zurück und mit müdem Kind Richtung Cottage.

Auf dem Weg zurück zum Cottage sahen wir erneut jede Menge Tiere, u.a. zum ersten Mal im Reserve Zebras und Baboons.









Nach dem nunmehr erfolgreichen Mittagsschlaf - den ich mit K1 immerhin nutzen konnte, um draußen in der angenehm warmen Sonne zu spielen - spielten wir alle gemeinsam noch draußen und machten schließlich nochmals einen Spaziergang durchs Dorf und zum Spielplatz.





Diesmal genossen wir den Sonnenuntergang auf den Stühlen vor unserem Haus, während die Kinder herumrannten (bzw. krabbelten).

Am Abend versuchte ich nochmal mein Glück, wenigstens hinter dem Haus noch ein paar Aurora Australis zu erwischen, da weiterhin gesteigerte Sonnen-Aktivitäten vorausgesagt waren. Es blieb jedoch bei einem blassen Schimmer, der kaum vom ISO-Rauschen unterscheidbar ist.

Fazit De Hoop:

Wir waren aufgrund der hohen Übernachtungskosten zunächst abgeschreckt. Die Bilder im Vorfeld sahen zwar immer toll aus, eine wirkliche Vorstellung davon, wie es vor Ort ist, konnten sie aber nicht wirklich vermitteln. Wir hatten uns schließlich vor allem aufgrund der Möglichkeit, hier nochmal diverse Tiere aus der Nähe in Ruhe sehen zu können, für De Hoop entschieden (ansonsten war Teil IV unserer Reise ja eher sehr tier-arm, verglichen vor allem mit Teil I und II). Wir hatten auch erwogen, auf einer Farm einige Kilometer vor dem Gate (für deutlich weniger Geld) zu nächtigen, uns dann aber für das Mehr an Naturerlebnis und Geld sowie Weniger Fahrerei entschieden - letzten Endes zum Glück.

Die saftig grünen Wiesen mit vielen Tieren ohne jede Scheu und den Häusern im kapholländischen Stil (es gibt einige optisch wunderschöne, auch (zum Teil teuer) buchbare) sind eine Wohltat fürs Auge. Man kann hier zu Fuß oder vom Haus aus einfach Tiere beobachten - was den Park meiner Meinung nach (ohne etwa Bontebok NP oder die “Safari-Parks” an der Garden Route zu kennen - zu einer der besten “Safari”-Optionen auf der Strecke Kapstadt/Garden Route macht. Natürlich fehlen einige spektakuläre Tiere, aber man hat sehr sicher Zebras, Strauße und diverse weitere Antilopen fast zum Anfassen nahe.

Unser Cottage war voll in Ordnung, wir konnten aufgrund Nebensaison und längerem Aufenthalt auch einen Rabatt heraushandeln (wir haben am Ende 2.360R/n gezahlt) Ansonsten sind die Preise - für den gebotenen Standard - schon fast übertrieben. Die Zeltplätze sahen demgegenüber auch sehr schön aus und liegen toll am Fluss, die Ablutions haben wir aber nicht getestet.

Wirklich unnötig ist die schlechte Hinweis-/und Kartenlage in Bezug auf die Fahrtmöglichkeiten im Reserve und einen “offiziellen” Weg zu den Dünen bei Koppie Alleen (oder wir haben uns hier nur besonders blöd angestellt). Gerade wenn man sich hier so auf “hochpreisig” gibt, sollte so etwas doch drin sein.

Auch dass wir 3 Nächte hier waren, hat sich als Glücksfall erwiesen - ansonsten hätten ohne den erneuten Versuch am nächsten Tag - die Dünen erst gar nicht so richtig zu Gesicht bekommen. Zudem kann man hier toll entspannen und auch zu Fuß viel erkunden.

Teil 2919. Juni 2025

Tag 80 12.05.2024 Kogelberg NR

Heute stand unser vorletzter Unterkunftswechsel an. Auch die längste Reise neigt sich irgendwann traurigerweise ihrem Ende zu. So viel sei vorweg genommen - wir hätten problemlos noch weiter durch Südafrika tingeln können..

Nach dem Frühstück gingen wir erst einmal nochmals zum Spielplatz (bei dem sich nun aber recht viel Vogel-Kacke befand - entweder war der die Tage vorher immer beseitigt worden oder ein größerer Trupp Vögel hatte hier sein Nachtlager aufgeschlagen).

Dann fuhren wir wieder zurück nach Bredasdorp, verabschiedet von Elands und Proteen.





An der Gravel Road sahen wir viele Vögel, u.a. auch Blue Cranes und diesen hübschen Gesellen.



Die Fahrt ging weiter über Napier (hier fiel ein erneuter Stop beim Farmstall leider aus, da K2 gerade eingeschlafen war) bis nach Standford. Leider wachte K2 hier beim Umdrehen aufgrund einer Navi-Fehlleitung auf. Ich wusste zwar, dass es in der Gegend ein paar nette Stops für eine Mittagspause geben musste, hatte es aber nicht genauer recherchiert gehabt, weshalb wir beschlossen, zunächst bis Hermanus weiterzufahren.

Hermanus überraschte uns durch seine Größe. Er war extrem voll, viel Verkehr und wirkte für südafrikanische Verhältnisse extrem “geschleckt” - so krass hatten wir den Eindruck bisher bei keinem Ort in Südafrika gehabt. Keine Ahnung, warum alle unbedingt immer hier hin wollen.. Wir machen am Checkers halt und kaufen ein, parallel versuche ich Essensoptionen zu eruieren. Im Ort selbst ist es uns viel zu voll und es erscheint uns auch zu unsicher, unser voll bepacktes Auto auf einem Parkplatz länger stehen zu lassen.

Ich versuche, Moggs Country Cook House im Hemel And Aarde Valley telefonisch zu erreichen, was jedoch misslingt. Wir entscheiden uns also, auf gut Glück dorthin zu fahren. Auf dem Weg hinauf gibt es zahlreiche Baustellen aufgrund der jüngsten Flutschäden, so dass wir länger brauchen als von Google errechnet. Vor Ort ist der Parkplatz mehr als nur überfüllt. Ich wage dennoch mein Glück und man teilt uns mit, dass man draußen noch ein freies Plätzchen für uns finden könnte - das Essen könnte aber etwas länger dauern, da es heute sehr voll sei - Muttertag. Damit haben wir kein Problem - wir müssen ja nur noch das kurze Stück bis nach Kogelberg..





Das Ambiente ist toll und familiär, es gibt sehr viele Spielmöglichkeiten draußen - die die Kinder nach Aufnahme unserer Bestellung natürlich sofort nutzen. Das Essen, das an anderen Tischen serviert wird, sieht auch toll aus. Irgendwann zieht sich das Warten doch etwas.

Als ein Blick auf unsere Reservierungsunterlagen für Kogelberg fällt, bekommen wir einen kleinen Schreck - Checkin nur bis 16:00h möglich und wir haben noch ca. 45 Minuten Fahrt vor uns..

Wir fragen beim (ohnehin mehr als gestressten) Service an, ob unser Essen schon in Produktion sei und dass wir es ggf. canceln würden. Nach einigem Hin und Her heist es, es sei fast fertig. Wir warten dennoch ungeduldig noch einige Zeit und erhalten es dann gegen kurz vor drei zeitgleich mit der Rechnung. Leider müssen wir das Essen nun so schnell wie möglich herunterschlingen, ohne es überhaupt würdigen zu können. Einen Teil müssen wir schließlich leider stehen lassen.. Wir entschuldigen uns vielmals für unser Verhalten (erst um einen Tisch betteln und dann weghetzen..) und eilen zum Auto..

Glücklicherweise schickt uns Google Maps auf eine kleine Gravel Road als Abkürzung quer durch die Berge - landschaftlich traumhaft, nur leider haben wir absolut keine Muße, es zu genießen.. Hier zahlt sich (auch wenn wir nicht erwartet hätten, das in dieser Gegend zu brauchen) einmal mehr aus, dass wir einen Hilux als Fahrzeug hatten.. Letztlich sehen wir, wie die Kilometer verschwinden und dass wir es wohl knapp schaffen sollten. Tatsächlich sind wir um 15:45 am Checkin.. Nur um dann festzustellen, dass es ohne weiteres möglich gewesen wäre, auch einen späteren Checkin mit Schlüsselhinterlegung zu vereinbaren.. Manchmal denkt man in der “Panik” nicht an das naheliegendste - allerdings könnte insoweit auch die Informationspolitik von Cape Nature besser sein.

Unser Cottage (Everlasting Daisy) und die Aussicht von hier entschädigt für für den ganzen unnötigen Stress. Das Haus ist komplett aus Holz gebaut, mit bodentiefen Fenstern, die einen schönen Blick in die Berge erlauben. Angeblich ist es auch so konstruiert, dass eine Heizung nicht nötig ist. Das ist definitiv einer der tollsten staatlichen Unterkünfte bisher.


(Weil ich es auf dem Bild grad entdeckt und vergessen hatte: wir hatten uns, neben den 2 zu Beginn unserer Reise gekauften Boxen von Bushlore auch noch Boxen mitgeben lassen - sehr zu empfehlen für die Organisation bei so vielen Umzügen).







Das einzig (für uns) nervige ist, dass der Weg vom Parkplatz (wo wir gerade noch mit Hängen und Würgen in den letzten freien Parkplatz rangieren konnten) bis zu unserem Cottage gefühlt doch recht lange war und wir daher diverse Fahrten mit dem bereitgestellten Wägelchen absolvieren mussten, bis alles ausgeladen war. Anschließend entspannten wir etwas, packten aus, genossen einen tollen Sonnenuntergang und aßen schließlich Brot zu Abend.





Teil 3024. Juni 2025

Tag 81 13.05.2024 Kogelberg NR

Obwohl es abends / morgens draußen sehr frisch war, war es im Haus durchgehend angenehm temperiert. Vielleicht funktioniert es - bei einem speziell auf Nachhaltigkeit getrimmten, verhältnismäßig neuen Bau doch auch in Südafrika, nachts angenehme Temperaturen zu haben.

Während des Frühstücks und davor beobachteten wir zahlreiche Vögel (und eine Manguste) auf und vor unserer Terasse. Es war ein ständiges Kommen und Gehen.









Dann machten wir uns auf zum Palmiet River Trail. Dieser Weg folgt im wesentlichen dem Fluss das Tal hinter.













Die Fynbos-Vegetation hat uns in diesem Urlaub - und hier speziell (aber auch in den Cederbergen) - vollkommen begeistert. Dass uns Botanik mal so begeistern würde, hätte nicht erwartet (für mich ist Blumen/Pflanzen bewundern immer so ein “Alte-Leute-Ding”..).



Der Weg ist sehr schön, nicht zu anstrengend, aber abwechslungsreich. Man könnte (und darf) hier an einigen Stellen im Fluss bei wärmeren Temperaturen auch sehr schön baden.



Diesmal schlief K2 unterwegs in der Kraxe ein.

Wir machten irgendwann eine Pause am Fluss und klettern auf den Felsen rum, dann gingen wir noch ein Stückchen weiter.







Nach ca. 2/3 der Gesamtstrecke (ein wirkliches “Ziel” des Trails ist nicht erkennbar) kehrten wir schließlich um, da es nicht so aus sah, als würde sich bis zum Ende des Trails noch etwas neues, spektakuläres auftun.





Zum Mittagessen waren wir wieder in unserem Haus. Den Nachmittag verbrachten wir mit Spielen und Nichtstun sowie gelegentlichen Vogel-Fotos.





Der Sonnenuntergang war heute offenbar nicht vergleichbar spektakulär, jedenfalls haben es keine Fotos in meine Vorauswahl geschafft..

Teil 3127. Juni 2025

Tag 82 14.05.2024 Kogelberg NR

Für heute hatten wir uns die Leopard Gorge vom Harald Porter Botanical Garden aus vorgenommen. Gerne wären wir den gesamten Trail über den Berg in den Botanical Garden gewandert, aber wir waren uns nicht sicher, ob K1 es packen würde - zudem hätten wir die Logistik mit einem Trail ohne Rückweg erst einmal irgendwie organisieren müssen.

Auch heute Morgen begrüßten uns einige gefiederte Gesellen.





Wir holten uns das Permit am Eingang des Gartens und bekamen für ein Deposit den Schlüssel zur ansonsten versperrten Schlucht.







Sowohl Park als auch die Schlucht sind echt schön. Aus botanischer Sicht sind vor allem die riesigen Farne und der dschungel-ähnliche Charakter spannend.





Der Weg dauert ca. 30 Minuten einfach, es gibt aber einige nicht komplett unkritische Leitern zu überwinden, die über Felsstufen von bis zu 2, 3 Metern führen.



Am Ende wartet ein schöner Wasserfall.





Auch im Garten gibt es reichlich Vögel und andere Tiere.













Wir streifen noch etwas durch den (zugegebenermaßen nicht riesigen) Garten und kehren dann zum Mittagessen ins Parkrestaurant ein (günstig, Essen Standard).







Der Parkshop ist extrem gut sortiert in Bezug auf Literatur/Bücher zu Südafrikas Tier- und Pflanzenwelt - auch wenn man nicht den Park besucht, vielleicht allein schon deshalb einen Stop wert, wenn man vorbei fährt.

Danach fahren wir nach Betty’s Bay zu den Pinguinen. Diese sind - neben diversen Vögeln - bereits am Parkplatz in größerer Anzahl anzutreffen, so dass man eigentlich gar nicht zwingend zum Board Walk müsste.







Da der Eintritt weiterhin lächerlich gering ist, wir die Einrichtung unterstützen wollen und natürlich alles sehen wollen, besuchen wir auch noch den Board Walk.

Neben den Pinguinen sehen wir auch diverse Vögel und Klippschliefer. Natürlich müssen wir auch einige Fotos von unserem ersten Besuch hier mit K1 ziemlich genau 2 Jahre zuvor (siehe Teil I dieses Berichts) nachstellen.











Wir blieben bis kurz vor Torschluss (16:00 Uhr), beobachteten und genossen die Aussicht und Sonne. Heute war es den ganzen Tag sehr angenehm warm mit ca. 25°C gewesen.











Dann ging es die kurze Strecke zurück in den Park - diesmal wieder mit Fotos im Abendlicht und noch mehr Vögeln.







Teil 3228. Juni 2025

Tag 83 15.05.2024 Simon’s Town AirBnB

Langsam geht es nun Zuende. Heute stand der letzte Unterkunftswechsel auf dem Programm..

Heute morgen war es zugezogen. Wir frühstücken in Ruhe und machen uns dann an die Arbeit, all unser Gepäck wieder mit dem Wägelchen zurück zum Auto zu bringen. An der Rezeption gibt es einige tolle T-Shirts - leider nur in seltsamen Größen/Schnitten.

Fazit Kogelberg NR:

Sowohl Cottages als auch das Reserve sind absolut traumhaft. Man ist mitten in der Natur und doch nah an der Zivilisation. Man kann direkt von der Haustür aus in traumhafter Fynbos-Vegetation diverse Wanderrouten starten, im Sommer sogar im Fluss baden. Die Cottages sind mit Sicherheit preisleistungstechnisch eines der besten Angebote in Südafrika. Die Gegend ist unseres Erachtens die attraktivste Gegend in der Kapregion mit vielfältigen Freizeitoptionen, dabei aber deutlich bodenständiger und weniger rummelig als andere Ecken. Eigentlich sollte man über so etwas lieber schweigen, als es zu sehr anzupreisen..

Wir fahren nochmals zu den Pinguinen - primär um den Empfang zu nutzen, um den heutigen Tag zu planen. Wir treffen sie bereits mitten in Batty's Bay.



Zudem am Parkplatz:





Zusätzlich bekommen wir einen tollen Blick zurück auf die Berge, in denen wir die letzen Tage wandern waren.





Dann fahren wir zunächst nach Pringle Bay. Wir wollen zum Hangklip, um ggf. etwas zu wandern. Jedoch ist der gesamte Berg komplett abgebrannt. Alles ist schwarz und trostlos.

Die Aussicht von Pringle Bay Richtung Clarence Drive ist jedoch aufgrund der Wolken grandios.





Anschließend fahren wir weiter über den Clarence Drive. Die Aussichten sind grandios, leider können wir nicht anhalten, da K2 eingeschlafen ist. Es gibt einige Baustellen und einspurige Stellen, an denen die Schäden, die die jüngste Flutwelle angerichtet hat, deutlich sichtbar sind. An einigen Stellen ist die Straße hoch über dem Meer abgebrochen, die Reparaturen werden sich hier sicher noch eine Weile hinziehen.





Wir kommen in Somerset West an und durchqueren den Ort. Wir sind wieder einmal von der Größe eines Ortes überrascht. Es wirkt leider vollkommen gesichtslos, es gibt viele riesige gesichtslose Compounds. Ich weiß immer noch nicht, weshalb der Ort so beliebt ist.. Unser Ziel ist Vergelegen.

Das Weingut ist (mal wieder) traumhaft gelegen, die Anlage ist wunderschön. Der Eintritt ist mit 20 Rand überschaubar.









Wir essen im Stables Restaurant. Hier gibt es einen extra (nicht verpflichteten, aber für die Entspannung dienlichen) Familienbereich. Der angrenzende Spielplatz ist von allen unseren auf der Reise besuchten Spielplätzen qualitativ ganz weit oben. Auch das Essen ist sehr gut. Alles in allem ein sehr schöner Zwischenstop.







Dann geht es weiter Richtung Kapstadt über N2 und M3. Der Verkehr ist dicht, auf der M3 stehen wir phasenweise im Stau. Irgendwann kommen wir dann doch raus und aus Kapstadt und landen bei unserem gemieteten Haus für die nächsten Tage. Es ist sehr groß und geräumig, die Aussicht wunderschön. Hier könnten wir uns ein Leben durchaus auch vorstellen.. Die Kinder spielen auf der großen Terasse und nutzen den Platz.



Wir hatten uns bewusst für eine Unterkunft außerhalb entschieden, da wir primär an Zielen im Süden der Stadt interessiert waren und uns zu viel Stadt zuwider war. Von der Lage her empfinden wir Simon’s Town auch weiterhin sehr gut für einen klassischen Kapstadt-Besuch, es sei denn man ist primär an den Attraktionen in der absoluten Innenstadt interessiert.

Natürlich verfügt unser Haus über allerlei Sicherheitsmaßnahmen, die je nach Bedarf aktiviert werden müssen. Wir empfinden so etwas inzwischen als beruhigend.

Teil 3301. Juli 2025

Tag 84 16.05.2024 Simon’s Town AirBnB

Heute morgen begrüßt uns ein traumhafter Sonnenaufgang über der False Bay. Leider denke ich natürlich nicht mehr an die ganzen Alarmsysteme und öffne unbedarft die Terassentür für ein paar Fotos - was sofort mit einem Alarm quittiert wird, den wir deaktivieren können. Zugleich müssen wir noch unserer Vermieterin Bescheid geben, damit die die Armed Response zurückpfeift.. So etwas scheint wohl im Schnitt einmal bei jeder Vermietung vorzukommen..







Nach dem Frühstück (wo wir feststellen, dass unsere Vorräte langsam zuende gehen oder nicht mehr so gut sind) beschließen wir, aufgrund des schönen Wetters gleich heute die Kap-Halbinsel in Angriff zu nehmen. Wir kennen sie zwar bereits von der ersten Runde vor 2 Jahren, jedoch wollen wir uns nun bewusst mehr Zeit nehmen und idealerweise ein paar neue Ecken ansteuern.

Nach ca. 45 Minuten sind wir am Kap der guten Hoffnung. Es sind nur eine Handvoll Autos da, teilweise ist minutenlang niemand am berühmten Schild.









Wir machen die obligatorischen Fotos - diesmal zu viert - und packen die Kraxe aus, um den Scenic Walk zum Cape Point in Angriff zu nehmen.







Der Weg ist Anfangs etwas ausgesetzt, später jedoch nicht mehr. Bei ziemlich genau der Hälfte hat K1 keine Lust mehr auf Laufen. Da K2 inzwischen in der Kraxe eingeschlafen ist, teilen wir uns auf. Ich laufe mit K2 in der Kraxe bis zum Cape Point, während die anderen zurück zum Auto gehen und mit dem Auto zum Cape Point fahren.









Dort ist natürlich inzwischen deutlich mehr los. Auch K2 ist dank lauter Schulklassen inzwischen wieder wach. Wir laufen den Weg bis hinauf zum Leuchtturm.





Dann machen wir uns - anders als beim letzten Mal - endlich auch auf den weiteren Weg bis zur tatsächlichen Spitze. Der Weg ist sehr schön, bisweilen etwas ausgesetzt, aber immer breit genug und gesichert und kostet uns ca. 15 Minuten je Strecke. Von hier aus hat man nochmals eine vollkommen andere Perspektive auf das Kap.







Wieder unten am Parkplatz angekommen, gibt es zur Belohnung ein leckeres Eis, ehe wir uns auf den Weg gen Norden machen.

Da wir noch mehr vom Park kennenlernen wollen, fahren wir zunächst nach Buffelsbay und dann zu einer anderen Bucht auf der Westseite. Es ist überall leer, allerdings dürfte es zu wärmeren Zeiten (heute hat es immer so ca. 20°C) deutlich voller sein.







Schließlich fahren wir noch weiter bis Boulder’s Beach.

Hier ist es deutlich voller als bei unserem letzten Besuch 2022. An den Hauptplattformen muss man teilweise warten, bis man einen Sichtplatz in der ersten Reihe bekommt (da es Nachmittag ist, werden es jedoch immer weniger Besucher).







Das Licht ist wunderschön, leider sind sowohl der Akku der R7 als auch der Ersatzakku leer.. Da hat jemand wohl nicht aufgepasst in den letzten Tagen.. Die R7 verbraucht deutlich mehr Akku als die 5D MKIV, das bin ich einfach immer noch nicht gewohnt. Es bleibt also bei Bildern mit der RX100.















Die Aussicht und Landschaft ist fast genauso spannend wie die Tiere selbst. Da es Abend wird, kommen sie gerade in großen Gruppen vom Meer zurück und es ist viel mehr Leben in der Kolonie als bei unserem bisherigen Besuch. Einige schwimmen offenbar rein zum Spaß ein wenig hin und her.

Schließlich verschwindet die Sonne irgendwann hinter den Bergen im Westen und wir machen noch einen kurzen Stop in der Bay Harbour Mall (empfehlenswert).



Den Abend nutzen wir, um erstmals seit mehr als drei Monaten alle Taschen auszuleeren und anzufangen, zu sortieren, was man wie wo mitnehmen oder da lassen sollte. Kein ganz leichtes Unterfangen, haben sich doch im Laufe der Zeit deutlich mehr Erinnerungsstücke angesammelt als normalerweise. Zudem waren wir auch - weil wir gemütlicher unterwegs waren, älter und sentimentaler werden, wir auch einiges für Helfer zu Hause erworben hatten und es viele tolle Kaufmöglichkeiten gab, deutlich einkaufsfreudiger als gewöhnlich. Hier erweist es sich als vorteilhaft, ein großes Haus zur Verfügung zu haben, um alles irgendwo verteilen zu können..

Teil 3404. Juli 2025

Tag 85 17.05.2024 Simon’s Town AirBnB

Als wir am Morgen aus dem Fenster schauen, sehen wir vor allem Nebel.



Tja, das ist dann also der Herbst. Gut dass wir die Segel streichen. Wir waschen erst einmal etwas Wäsche. Gegen 10/11 klart es etwas auf, so dass wir uns entscheiden, über die “Scenic Route” über Scarborough, Kometje etc. nach Kapstadt zu fahren, da uns einige Orte auf dem Weg noch unbekannt sind.

An der Westküste der Kaphalbinsel begrüßte uns jedoch weiterhin dichter Nebel.







Mysty Cliffs machte seinem Namen alle Ehre. Insgesamt ist das so auch ein sehr interessantes bis spektakuläres Naturerlebnis.





Der Chapman’s Peak Drive bietet eine tolle Lichtstimmung mit noch über dem Meer wabernden Nebelfeldern.







Wir hatten überlegt, in Camps Bay anzuhalten und uns einen eigenen Eindruck vom Ort zu machen sowie endlich die tolle Aussicht über den Strand zu den 12 Aposteln zu verewigen. Wir fanden jedoch auf die schnelle keinen Parkplatz, zudem steckten die 12 Apostel noch in den Wolken.. Wir fuhren also einfach immer weiter, bis wir ans “Ende” am Green Point Lighthouse kamen.

Hier hielten wir an und bestaunten Wellen und Nebel über dem Meer. Anschließend verbrachten wir einige Zeit auf dem sehr schönen Spielplatz.



Die Suche nach einer netten Mittagessen-Option war leider nicht erfolgreich. So wirklich belebt scheint das Viertel nicht zu sein (verglichen mit anderen in Kapstadt). Es wirkt eher wie jedes beliebige typische gesichtslose Großstadtviertel (nur natürlich in sehr exponierter Lage am Meer). Keine Ahnung, weshalb das Viertel, außer für seine Lage, für Besucher immer wieder empfohlen wird. Aus Mangel an Alternativen und weil wir, wenn wir schon mal fast da sind, gerne noch mal ein paar T-Shirts bei Africa Joe in der V&A Mall mitnehmen wollen, fahren wir schließlich dorthin.

Wir holen uns etwas zu essen und beobachten dabei draußen die Seerobben bei nunmehr freiem Blick auf den Tafelberg. Dann gibt es noch ein paar T-Shirts.





Zurück fahren wir schließlich wieder über die “Standard”-Strecke.

Am Abend machen wir uns daran, die Taschen, soweit bereits möglich, zu packen..

Teil 3505. Juli 2025

Tag 86 18.05.2024 Simon’s Town AirBnB

Nun ist tatsächlich der allerletzte volle Urlaubstag angebrochen. Wenn man das Ende nahen sieht, sinkt die Motivation, noch etwas Größeres zu unternehmen..

Beide Kinder sind heute bereits ungewöhnlich früh wach. Dies verschafft uns zumindest einen weiteren schönen Sonnenaufgang über der False Bay.



Nach dem Frühstück sind wir zunächst weiter mit Aufräumen/Sortieren beschäftigt. Eine nicht unerhebliche Menge an Ausrüstungsgegenständen (Hochstuhl, Kühlbox, Plane, Hocker/Antritt..) sowie eine Handvoll verbleibender Vorräte (jedoch verhältnismäßig wenig) wandern in die Garage, wo sie unsere Vermieterin an ein ihr bekanntes Projekt für Bedürftige in der Gegend weitergeben will. Die anfangs erworbene, überdimensionierte Feuerwehr findet jedoch ebenso wie der Ball und eine total überteuerte, aber sehr gute und riesige, noch immer nicht aufgebrauchte Rolle Frischhaltefolie, Sparschäler, Salzstreuer und manch anderes.

Danach nutzen wir das schöne Wetter und die Terasse mit traumhafter Aussicht ein wenig zur Entspannung. Wir können für unseren Flug am nächsten Tag einchecken - leider klappt jedoch die Sitzplatzwahl nicht.



Nach dem Mittagsschlaf fahren wir nach Simon’s Town und bummeln durch den durchaus netten Ort.









Wir gehen etwas den Hügel hinauf für eine schöne Aussicht über den Hafen.





Dann besuchen wir nochmals die Pinguine (diesmal mit vollen Akkus). Auch heute ist es wieder wundervoll, die Tiere zu beobachten und die einzigartige Aussicht zu genießen.





















Irgendwann müssen wir uns losreissen.





Wir holen uns beim Cattle Baron in der Mall noch etwas zum mitnehmen und verbringen den restlichen Abend mit den letzten Packvorgängen.

Teil 3609. Juli 2025

Tag 87 19.05.2024 Rückreise

Der heutige Tag ist (leider) rasch erzählt. Unser Flug sollte um 17:45 Uhr starten. Wir hatten für heute bewusst kein Programm mehr geplant, sondern bei unserer Vermieterin bereits bei Buchung angefragt, ob es möglich wäre, bis Mittags zu bleiben - was wir schließlich auch taten.



Irgendwann gab es jedoch kein Zurück mehr und wir mussten uns auf den Weg zu Bushlore machen. Die Vermietstation von Bushlore ist an der berüchtigten Borcherds Querry Road beim Flughafen. Ich hatte daher im Vorfeld wegen etwaiger Sicherheitsbedenken angefragt, dort hieß es jedoch, dass die Anfahrt in der Regel kein Problem sein sollte. Ein mulmiges Gefühl blieb dennoch.

Auf dem Weg zu Bushlore fällt uns ein, dass wir die extra vorbereitete Dose mit dem Brei zum Abendessen für K2 im Kühlschrank vergessen haben.. Wir halten also nochmals in Constantia, um im Supermarkt Ersatz zu besorgen.

Schließlich fahren wir - von Norden über die Airport Approach Road - zu Bushlore. Es ist am helllichten Tag (Sonntag Mittag) nicht erkennbar, wo hier ein Problem sein soll. Es sieht alles nach normalem Gewerbegebiet aus. Dennoch versuchen wir, an keiner Ampel anhalten zu müssen.

Wohlbehalten kommen wir am Tor von Bushlore an, wo zeitgleich der extra angekommene Mitarbeiter ankommt, um unser Auto in Empfang zu nehmen. Die Übergabe ging rasch ohne Beanstandungen. Das Auto war einwandfrei, sehr neu, super Zustand..

Als wir von ihm zum Flughafen gefahren werden, spreche ich ihn auf die Sicherheitsproblematik an der Straße an. Er meint, dass alle Probleme erst ab der Ampel weiter südlich beginnen würden. Solange man von Norden käme, sei alles kein Problem.

Checkin und Sicherheitskontrolle verlaufen unspektakulär. Der Flug ist gut gebucht, es gibt nur eine Handvoll freier Plätze. Wir sitzen neben einem Südafrikaner, der den Eindruck macht, das erste Mal überhaupt zu fliegen und der offenbar allenfalls rudimentär Englisch spricht, in einer Vierer-Reihe. Nach einiger Zeit bittet eine Stewardess ihn, doch einen anderen, noch freien Platz ein paar Reihen weiter zu nehmen, damit wir mehr Platz haben. Dieser Bitte kommt er nach, so dass wir eine Vierer-Reihe für uns haben. Wir fühlen uns etwas beschämt - natürlich freuen wir uns über mehr Platz zu viert, aber dass jemand anders extra gebeten wird, sich umzusetzen dafür, finden wir ehrlich gesagt fast too much - immerhin musste er nun neben jemandem sitzen, der sich vermutlich bereits über den freien Platz neben ihm gefreut hatte. Möglicherweise hatte die Crew einfach nur die Hoffnung, dass der Schlaf für alle Anwesenden besser sein könnte, wenn man uns mehr Platz gibt..

Da wir bereits um 17:45 starten, ist natürlich noch einiges an Zeit bis die Kinder schlafen - was zugegebenermaßen deutlich anstrengender ist, als wenn sie todmüde um 22:00 Uhr in den Flieger steigen. Aber alles verläuft entspannt und ohne Dramen oder ähnliches.

In Frankfurt angekommen sind wir erst einmal geschockt über die perversen Preise für Trinkwasser am Flughafen (und ich nehme mir vor, das bei Gelegenheit mal rechtlich eingehend zu prüfen, m.E. erfüllt das relativ klar den Tatbestand des Wuchers..). Kurz darauf geht es weiter nach München. Dort wartet unser, von der netten Familie am Vorabend geparktes Auto auf uns, um den letzten Weg nach Hause zu fahren. Das Rechtsfahren fällt zugegebenermaßen schwer (noch Wochen danach), aber wir kommen wohlbehalten zuhause an und die Kinder freuen sich über all das, was sie Zuhause entdecken und an Spielsachen haben, als würden sie sie zum ersten Mal sehen.

Die nächsten Tageg geht es weiter mit ein paar Fazits..

Teil 3714. Juli 2025

Fazit Teil IV


Unsere größte Befürchtung bei der Planung dieses Teils war das Wetter und möglicher Regen/Kälte. Wir hatten, wenn ich mich recht erinnere, über den Zeitraum von über 5 Wochen drei Tage mit mehr Regen. Tatsächlich kalt im Freien war es nur an ein oder zwei Orten (z.B. bei Lüderitz), ansonsten war tagsüber meist T-Shirt, manchmal Pulli angesagt. Wie repräsentativ so ein Eindruck ist, ist natürlich immer schwierig zu beurteilen, weil von vielen Zufällen abhängig. Wir hätten jedoch keinerlei Bedenken, erneut in der Jahreszeit diese Route zu bereisen. In den Unterkünften selbst war es (anders als etwa auf unserer Route in Teil I dieses Berichts zu ähnlicher Reisezeit) nie kalt. An der Höhe selbst kann es nicht liegen, denn auch in Wilderness oder im Storms River Mouth Restcamp war es Anfang Mai bisweilen sehr frisch. Vielleicht hatten wir also auch einfach etwas Glück.

Die Route erwies sich auch als gut. Es war natürlich schade, dass wir am Oranje bzw. der Gegend im und um den Richtersveld NP nicht mehr Zeit verbracht hatten. Auch dass der Tankwa Karoo NP keinen Platz hatte, ist schade. Auch im Süden Namibias hätte man natürlich noch mehr Zeit verbringen können, da es auch hier noch ein paar weiße Flecken auf unserer Landkarte gibt. Wir brauchen also wohl mal eine Runde “mitten Durch” bis zum KTP..

Dafür war die Route, vor allem in den letzten Wochen, sehr entspannt und sorgte für einen guten Erholungsfaktor. Vier Nächte pro Stop limitieren zwar das Vorankommen, sind für uns aber wohl die idealste Zahl an Nächten für das richtige Verhältnis von Entdeckung und Entspannung. Dass man damit bei klassischen Urlauben an seine Grenzen stößt, ist uns klar - deshalb bin ich auch sehr gespannt, wie unsere nächste Reise verlaufen wird.

Einzig etwas mehr Tiere wären natürlich schön gewesen, aber dafür ist es nunmal die falsche Gegend. Dafür konnten wir einige sehr schöne Wanderungen machen. Fürs Wandern ist das gesamte Western Cape (und mutmaßlich auch die angrenzenden Regionen) was die Auswahl angeht, extrem hoch zu bewerten. Es gibt eine Vielzahl an tollen Gegenden und Wanderrouten in allen Längen.

Vor allem in der Kapregion (wozu ich jetzt mal alles im Umkreis von 3 Stunden um Kapstadt zähle) haben wir trotz der längeren Zeit gefühlt noch immer so unendlich viel nicht gesehen oder besucht.

Die Route wäre (mit Abstrichen im Namibia-Teil) sicher auch problemlos mit einem normale Auto machbar gewesen, hier benötigten wir aber leider den großen Stauraum im Canopy und ein anderes großes Auto wäre nicht günstiger gewesen.

Es folgt noch ein Gesamtfazit (hoffentlich ohne viel Wiederholungen).

Teil 3815. Juli 2025

Gesamtfazit

Nach in Summe 143 Tagen und über 2.200 geposteten Bildern ist es nochmal Zeit für ein Gesamtfazit.

Allgemein

Zunächst einmal fällt einem im Rückblick auf, wie viel man bei vermeintlich großzügigem Zeitbudget dennoch auslassen muss oder nicht in der gewünschten Tiefe bereisen kann. Es wäre natürlich spannend zu erleben, wie eine solche Tour aussehen würde, wenn man sie tatsächlich “Open End” bestreiten würde. Das wäre allerdings allenfalls als Camper mit eigenem Fahrzeug oder nach einem Lotto-Gewinn/Erbe irgendwie finanziell darstellbar. Auch wenn man in Südafrika (noch) verhältnismäßig günstig reisen kann, ist es von den Kosten her bei vergleichbarem Standard in anderen Teilen der Welt nochmal deutlich günstiger, lange zu reisen. Zu unseren Kosten hatte ich bereits im Eingangspost zu Teil II und Teil I (Links s. unten) einiges geschrieben.

Eine vergleichbare Reise nach Südafrika wird es daher aller Voraussicht nach nicht mehr geben. Falls sich nochmal eine längere Auszeit ausgehen würde, würden wir diese (mit dann größeren Kindern) voraussichtlich anderswo (ggf. auch in Afrika) verbringen, die Auswahl reicht ja leider nicht für ein Menschenleben aus.

Kinder und Südafrika

Eingangs hatte ich ja bereits auch einiges zur Frage der Sinnhaftigkeit von Fernreisen mit Kindern geschrieben. Daher vielleicht noch ein paar Zeilen an andere (ggf. künftige) Eltern mit ähnlichen Wünschen, ohne mich zu viel zu wiederholen. Die Vorstellungen von “Urlaub” gehen bekanntlich sehr weit auseinander. Ich bin mir sicher, nicht wenig von dem, was wir gemacht haben, würden manche nicht als Urlaub oder Erholung ansehen. Aber manch einer kann sich ja schon nicht einmal einen Selbstversorger-Urlaub vorstellen (ob mit oder ohne Kind). Dennoch ist zu konstatieren, dass der Aufwand an Dingen, die man unterwegs berücksichtigen und erledigen muss, doch extrem steigt, sobald kleine Kinder im Spiel sind. Wie man hoffentlich gesehen hat, kann man so durchaus eine sehr schöne Zeit verbringen. Ob einem das dann jeweils den Aufwand wert ist und man ein ausreichendes Maß an Gelassenheit (oder Afrikavirus) mitbringt, muss jeder für sich entscheiden.

Man ist gerade im Vergleich zu vielen anderen Reisen, die hier in Berichten beschrieben werden, in mancherlei Hinsicht doch deutlich stärker eingeschränkt. Das muss man in seinen Erwartungen berücksichtigen. Vor allem solange Mittagsschlaf noch ein Thema ist, kollidiert dieser leider immer wieder mit möglichen Stops, Aktivitäten oder Ähnlichem. Auch was das (abendliche) Essengehen angeht, tut man sich bisweilen schwerer. Wieviel Zeit am Tag man nur sitzend im Auto verbringen will, ist mit Kindern vermutlich auch anders zu beantworten als ohne. Unseres Erachtens heißt Urlaub mit Kindern aber nicht zwingend, dass man von Morgens bis Abends am Strand, Pool oder Spielplatz sitzen muss. Man kann unseres Erachtens auch sehr gut versuchen, einen Kompromiss aus klassischen Rundreisen mit vielen Stationen und Kilometern und für Kinder interessanten Dingen zu finden.

Für die Frage, ob man Vergleichbares selbst unternehmen sollte, hilft es vor allem in psychischer Hinsicht enorm, wenn man bereits ohne Kinder Vorerfahrungen im südlichen Afrika (oder sonstigen Fernreisen) hat. Dadurch ist für die Eltern einiges bereits bekannt, was ansonsten ggf. noch mehr Stress/Überlegungen verursachen würde. Natürlich geht es auch ohne Vorerfahrungen - wir hätten die beiden Reisen jedoch ohne Vorerfahrungen vor Ort (und Infektion mit dem Afrika-Virus) wohl nicht gewagt (erst recht nicht zur Corona-Zeit). Aber auch hier ist die Risikoeinschätzung natürlich sehr individuell und das Internet ist voll von begeisterten Eltern mit Baby in Südafrika.

Wenn man sich mit den bestehenden Problemen Südafrikas (Sicherheit, Strom- und Wasserversorgung) arrangieren kann, ist Südafrika sicher DAS perfekte Land, um mit kleinen Kindern den Afrika-Virus zu behandeln (oder zu bekommen). Es ist auch das perfekte Land für Safari in jedweder Form für Familien (es sei denn der Geldbeutel ist unbegrenzt). Man kann auch mit kleinen Kindern tolle Wildlife-Erlebnisse und Sichtungen haben und genießen, ohne jeden professionellen Guide o.ä. Namibia ist da, wie im Fazit zu Teil III bereits geschrieben, etwas spezieller aufgrund der schlechteren/dünneren Infrastruktur und der begrenzten Verteilung von Orten mit Tiersichtungs-Möglichkeiten (jenseits von Farmen etc.). Daher wäre mein Rat: Südafrika für Kinder jeden Alters, Namibia vielleicht erst, wenn sie auch Freude an Wüste etc. haben und man sie mit Camping gut begeistern kann.

Man sollte dabei auch bitte keinerlei Angst vor Game Drives mit Kindern haben und diese nach Möglichkeit im eigenen Fahrzeug und Tempo machen. Natürlich kann man nicht mehr von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang rumfahren, aber man kann die Strecke und Dauer frei einteilen nach den Bedürfnissen der Kinder. Hier bietet es sich auch sehr an, immer im Park zu übernachten. Auch wenn das Preisleistungsverhältnis bei Unterkünften außerhalb manchmal besser sein mag, fährt man i.d.R. nicht wegen der Unterkünfte, sondern wegen der Natur und Tierwelt nach Südafrika. Die lassen sich oft bereits im Camp erleben und man spart sich je nach Park und Unterkunft bei jedem Game Drive 30-60 Minuten An- und Abfahrt sondern ist gleich im Geschehen. Der Standard bei Sanparks (und auch ezemvolo) ist dabei stets mindestens Jugendherbergsniveau, oft aber auch deutlich besser und eine einzigartige Lage.

Ob die Kinder so viel davon “haben”, ist bei vielen Arten von Urlaub, die über Strand und Bauernhof-Urlaub hinausgehen, fraglich. K2 wird sich an nichts erinnern können, bei K1 ist es glücklicherweise etwas anders, auch wenn wir hier natürlich trotzdem versuchen, aktiv die Erinnerung aufrechtzuerhalten. Es ist daher natürlich keine Reise, um den Kindern “Afrika” zu zeigen, sondern eine Reise, die hoffentlich gemeinsame Familien-Erinnerungen (wenn auch nur über Bilder) schafft und als Familie zusammenschweißt. Ob man dafür extra nach Südafrika fliegen will, muss jeder für sich selbst beantworten.

Highlights

Nachdem wir sehr viele Ecken des südlichen Afrikas auf unserer Runde besucht haben, stellt sich natürlich mit etwas zeitlichem Abstand ein wenig die Frage nach den “Overall-Highlights”. Hier ist die Auswahl natürlich schwer, ich kann nur sagen, dass es einige Ecken gibt, die unsere Erwartungen / Erfahrungen aus vorherigen Reisen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen haben und nachhaltige Begeisterung ausgelöst haben, mit der wir vorher nicht zwingend gerechnet hatten (neben unseren All-Time Favourites KNP u. KTP). Dies sind:

Tsitsikamma NP
Mountain Zebra NP
Drakensberge in jeglicher Form/Gegend
Namibrand NR
Swakopmund
Lüderitz
Cederberge
De Hoop
Kogelberg
Winelands
Kapstadt/Kaphalbinsel

Mehr allgemeine Infos finden sich in den jeweiligen Eingangsposts der einzelnen Teile des Berichts. Diese finden sich - auch für alle späteren Leser - hier:

Teil I 2022: 2 Monate von Kapstadt bis zum KNP über Garden Route, Addo, MZNP, Wild Coast, Oribi, Hluhluwe-Imfolozi, St. Lucia

Teil II 2024: 1 Monat von Johannesburg nach Windhoek über Pilanesberg, Drakensberge, Mokala NP und KTP

Teil III 2024: 3 Wochen mit Bushcamper durch Namibia

Einen Gesamtüberblick über die gefahrene Strecke sieht man hier:



Ansonsten geht es für uns nun in wenigen Wochen wieder los. Wir konnten es leider nicht lassen und haben die Chance ergriffen, für einen Monat durch das östliche Südafrika zu fahren, diesmal im Winter und mit nochmals älteren (2+4) und anstrengenderen Kindern. Hier merkt man übrigens durchaus (neben den absurden Flugpreisen allgemein und v.a. in den Ferien) auch bei den Unterkünften in Südafrika eine deutliche Preissteigerung von 10-20% im Vergleich zu unseren Reisen 2022 und 2024, so dass es ziemlich sicher nichts mehr mit einem jährlichen Afrika-Urlaub wird..

Ich bedanke mich bei allen Lesern, die bis hierher durchgehalten haben und hoffe, dass manch einer vielleicht etwas davon mitnehmen oder profitieren konnte.

5 Mon. Elternzeit SA/NAM - Teil IV - WDH->CPT von fidel

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/306078-5-mon-elternzeit-sa-nam-teil-iv-wdh-cpt

Stand: letzter Berichtsteil vom 15. Juli 2025

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