Tag 30 23.03.2024 Krumhuk Nachdem wir am Vortag in Krumhuk angekommen waren und uns am Wiedersehen gefreut hatten, war der heutige Tag für Autotausch und Einkäufe vorgesehen, damit es am nächsten Tag richtig losgehen konnte.

Wir gingen zur am Vorabend abgemachten Uhrzeit zum Frühstück, müssen dann jedoch noch einige Zeit warten, da der zuständige Koch offenbar etwas verplant ist. Das Frühstück ist überdurchschnittlich, vor allem die Existenz von leckerem Brot ist aus deutscher Sicht natürlich nicht zu unterschätzen.
Dann gehen wir in den Farmshop und besprechen mit einem Mitarbeiter, was denn aktuell alles verfügbar wäre bzw. für uns frisch geerntet werden könnte und geben eine Liste mit Wünschen ab (Brot, Milchprodukte, Gemüse). Es wird uns zugesichert, zu beschaffen, was möglich ist.
Anschließend fahren wir nach Windhoek zum Tanken, dannzu Bushlore (bzw. meine Eltern zu Europcar, um ihr am Flughafen entliehenes kleines Auto dort abzugeben). Die Übergabe bei Bushlore ist unproblematisch. Es gibt hier jedoch wohl die Policy, mit dem Kunden nochmal zum Tanken zu fahren, um sicherzustellen, dass der Tank wirklich voll ist.. Hier hätten wir uns also durchaus Zeit sparen können.. Da der Kindersitz für K1 echt in Ordnung war, bitten wir darum ihn doch nach Möglichkeit für unsere nächste Miete in 3 Wochen zur Seite zu legen. Man sichert uns zu, ihn zu reinigen und dann für uns zu reservieren (was für ein Service!).
Hier unterhalten wir uns auch noch ein wenig mit einem Mitarbeiter über die Reinigung der Fahrzeuge (unseres ist für fast einen Monat Nutzung eigentlich recht ok, der Staub hält sich noch in Grenzen). Hierfür werden im Canopy alle Einbauten soweit abgeschraubt, dass man überall hinkommt und dann mit viel Wasser und Bürsten gereinigt. Insgesamt dauert die Reinigung/Prüfung eines Fahrzeugs wohl knapp einen Tag für 2 Mann..
Anschließend werden wir - ein letztes Mal in unserem alten Auto - zu Savanna gefahren, wo wir seltsame Blicke dafür ernten, aus einem Bushlore-Auto auszusteigen und zur Konkurrenz zu marschieren.
Hier müssen wir leider etwas warten, bis der Papierkram erledigt werden kann. Es zahlt sich dabei bereits aus, zwei weitere Erwachsene als Betreuungspersonen dabei zu haben, da es hier eine nette Spielecke gibt.
Wir erhalten unser bei der Klein Windhoek Schlachterei bestelltes und hierher geliefertes Fleisch (wir wussten im Vorfeld nicht, ob und was wir auf Krumhuk bekommen würden) und bezahlen dieses in bar.
Dann gehen wir zur Übergabe und Einweisung in die Fahrzeuge in die Halle. Das Licht ist für eine Prüfung ziemlich suboptimal. Zudem gibt es eine ganze Reihe von offenen Punkten, die bei erster Prüfung nicht in Ordnung sind.. Beim Bushcamper geht der Kühlschrank nicht rein - es wird ein neuer Griff montiert, das Problem ist dadurch aber nur zu 80% gelöst und es erfordert weiterhin viel Kraft und Beiseiteschieben des Dichtungsgummis, um ihn rein oder raus zu bekommen. Eine Decke fehlte. Beim Ford Ranger meiner Eltern war der Wassertank noch leer, ein Reifen hatte zu wenig Luft, das Kabel des Kompressors war kaputt..
Unser Aufbau ist sehr abgewohnt. Die Schlösser wurden wohl xmal getauscht. An unserem Schlüsselbund sind 20 (!) verschiedene Schlüssel, teilweise farblich codiert, teilweise ohne jede Markierung. Es ist also vor allem zu Beginn ein ewiges rumprobieren.. Warum man hier nicht die Schlösser einheitlich tauscht, weiß der Geier. Als wir das später bei Bushlore erzählten, wurde dort nur gelacht und man wollte es uns nicht glauben..
Der Aufbau ist - gerade etwa auch im Vergleich zur älteren Bushcamper-Version (für 2 Personen) von Savanna nicht wirklich durchdacht. Der Raum wird definitiv nicht gut genutzt, es gibt viel zu viel Kram, den man nicht braucht (und von dem wir einen Teil da lassen). Selbst der einweisende Mitarbeiter hat Probleme, alles hinten drin unterzubringen (und das alles ohne jedes Gepäck/Vorräte). Retrospektiv waren wir hier auch immer noch zu wenig streng. Man hätte noch etliches mehr an Zeug, das man nicht braucht, da lassen können und dafür einiges, was sinnvoll gewesen wäre (etwas mehr Teller/Schüsseln als nur 3, eine größere Schüssel für Salat oder Boxen für Lebensmittel) stattdessen mitnehmen..
Beim Ford Ranger kann man nicht an den Kühlschrank gelangen oder das Display ablesen, ohne ins Canopy zu klettern. Den Deckel des Kühlschranks kann man aber auch dann nur zu 30/40% öffnen, da er sonst an der Decke anstößt.. Man hat also nicht einmal die Chance, bis auf den Boden des Kühlschranks zu sehen oder ihn dort sauber zu machen..
Die Reifen waren leider auch etwas grenzwertig für “offroad”..

(wirklich viele (taugliche) Bilder von der Übergabe gibt es nicht - da Auto wird später ab und an zu sehen sein)
Alles in allem schon viel zum Meckern, dafür ist der Preis echt in Ordnung gewesen. Ob wir nach diesen Erfahrungen (am Ende nochmal mehr Fazit) nochmal bei Savanna mieten würden, weiß ich nicht - allenfalls wenn der Preis erneut sehr attraktiv wäre.
Nach der anstrengenden und zeitraubenden Übergabe (allein für Einweisung und Reparaturen über 2 Stunden) ging es zum Essen ins CorkNFork neben der Mearua Mall (sehr zu empfehlen). Dann gehen wir zum Einkaufen zum Superspar, nur um festzustellen, dass es hier zwar viele deutsche Produkte zu absurden Preisen gibt, die Auswahl ansonsten - verglichen mit anderen Märkten - aber ziemlich unterdurchschnittlich ist (man wird ja mit der Zeit schlauer - weitere Einkäufe in Windhoek erledigten wir daher direkt in der Mearua oder in der Grove Mall - um viele Welten besser). Eigentlich wussten wir um die durchwachsene Auswahl bereits aus vorherigen Besuchen, weshalb wir wieder dort hingingen und nicht nach nebenan, weiß ich nicht mehr.
Wein/Bier/Savanna hatten wir bereits zuvor beim Embassy Bottle Store vorbestellt. Die Lieferung war schon am Vortag durch meine Eltern abgeholt worden als erste Amtshandlung nach der Ankunft in Namibia (damit es heute an einem Samstag nicht zu stressig wird).
Am Auto stellten wir fest, dass der Ford Ranger schon wieder Luft verlor.. Wir fuhren daher zurück nach Krumhuk, meine Eltern drehten nochmal eine Runde zu Savanna, wo glücklicherweise trotz vorgerückter Stunde (ca. 17:00 Uhr an einem Samstag) noch jemand vor Ort war und den Reifen wechselte.
Unser Hilux Bushcamper fuhr sich im Vergleich zum Bushlore Hilux (eine Generation jünger, deutlich bessere Reifen, kein so hoher Aufbau, noch nicht 140.000km gelaufen..) signifikant schlechter. Schwammig, kaum Druck beim Gas geben.. Wir hatten schon Sorge, es würde irgendetwas nicht stimmen. So wirklich genau konnten wir es aber nicht einengen, weshalb wir nichts unternahmen. Das Auto hielt auch ohne Probleme die drei Wochen durch, zu 100% wohl fühlt man sich damit aber nicht immer, je nach Situation.
Als wir alle endlich wieder auf Krumhuk waren, gab es kaltes Abendessen (mit leckerem Krumhuk-Brot) und wir begannen den Versuch, alles Gepäck zu sortieren und in unseren Bushcamper unterzubringen. Wir hatten bereits geplant, einen Teil unseres Gepäcks auf Krumhuk zu lassen (etliches würden wir in den kommenden 3 Wochen nicht benötigen) und mussten auch insoweit sortieren.
Leider fing es genau nach dem Abendessen an zu Gewittern und es schüttete so ausgiebig, wie wir es bisher in Namibia noch nicht erlebt hatten. Wir waren daher gezwungen, alles, was wir draußen zum Sortieren verteilt hatten, schnell wieder ins Haus zu schleppen (und zwischendrin die Kinder ins Bett zu bringen).. Auch hier zahlte es sich wieder Haus, mehr Personen dabei zu haben, weil das Retten alles Sachen deutlich schneller ging.
Danach sortierten wir im Schein der Stirnlampen noch länger weiter, schließlich musste unser Cottage am nächsten Tag um 10:00 Uhr geräumt und dann alles Gepäck an seinem Platz sein..
Wir hatten ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass alles soo langwierig und anstrengend werden würde und waren davon ausgegangen, dass man innerhalb eines Tages stressfrei Auto abgeben, neues Auto holen, Einkaufen und Einräumen kann - schließlich hatten wir schon öfters Campingfahrzeuge übernommen mit anschließendem Einkauf etc.. Hier sieht man mal wieder, wie wichtig es ist, zum Start einer Campingreise genug Zeit einzuplanen. Rückblickend wäre ein weiterer Tag in Krumhuk wohl deutlich stressfreier gewesen (oder der Verzicht auf ein leckeres Mittagessen in Windhoek - das war aber unser Ersatz dafür, dass wir außerhalb wohnten und daher Abends nicht Essen gehen konnten).