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Reisebericht · namibia-forum.ch

5 Mon. Elternzeit SA/NAM - Teil I: CPT - Kruger

von fidel · 60 Teile

Teil 102. Mai 2025

Mit etwas Verspätung möchte ich hier versuchen, von unseren zwei Reisen 2022 (2 Monate) und 2024 (3 Monate) im Rahmen unserer Elternzeit nach Südafrika und Namibia zu berichten.

Ich habe den Bericht bereits parallel im Süd-Afrikaforum veröffentlicht. Da ich jedoch auch von hier zahlreiche Informationen bezogen habe, möchte ich ihn den Lesern, die nicht regelmäßig nebenan vorbeischauen, nicht vorenthalten, sondern auch ein wenig zurückgeben.

Wir waren 2022 von Ende April bis Mitte Juni in festen Unterkünften von Kapstadt bis zum Kruger unterwegs mit unserem damals 1,5 Jahre alten Sohn K1. Von Ende Februar bis Ende Mai 2024 waren wir mit dann 3 Jahre altem K1 und unserer Tochter K2, die während der Reise 1 Jahr alt wurde, von Johannesburg über Namibia nach Kapstadt unterwegs, dabei zum Teil in festen Unterkünften, zum Teil im Bushcamper. Eine grobe Übersicht über unsere Route sieht man auf der Karte:



Insgesamt also eine große Runde rund um Südafrika, von Kapstadt nach Johannesburg und von Johannesburg nach Kapstadt - wobei sich das eigentlich mehr oder weniger zufällig so ergab und keiner konkreten Planung entsprach - hierzu später mehr.

Ich möchte die 5 Monate gern in 4 Teile in eigene Threads aufteilen, da man so glaube ich mehr Übersicht hat und entscheidende Stellen etc. besser findet. Außerdem handelt es sich zum Teil eigentlich um in sich geschlossene Reise-Teile (mit teilweise unterschiedlichen Fahrzeugen), die getrennt mit einer allgemeinen Einleitung vermutlich interessanter sein dürften. Es ist geplant:

Teil I: Von Kapstadt nach Skukuza (04-06/2022)
Teil II: Von Johannesburg nach Windhoek (02-03/2024)
Teil III: Eine Runde durch Namibia (03-04/2024)
Teil IV: Von Windhoek nach Kapstadt (04-05/2024)

Ich weiß, dass ich mir hiermit viel vornehme und kann nicht versprechen, schnell zum Abschluss zu gelangen - aber irgendwann muss man ja mal anfangen. Auch wie detailliert ich berichten werde, wird sich möglicherweise erst im Lauf der Zeit ergeben.

Falls jemand vorab aufgrund aktueller Planungen bereits Fragen zu späteren Reiseteilen hat - gerne jederzeit trotzdem fragen.

Der Reisebericht soll einerseits dazu dienen, anderen Familien (die Anfragen nehmen gefühlt ständig zu) Ideen, Anhaltspunkte und Erfahrungen zu liefern, andererseits auch dazu, für mich selbst diverse Erinnerungen nochmals zu fixieren, bevor sie endgültig in Vergessenheit geraten und nicht zuletzt, um ein paar Bilder einer breiteren Öffentlichkeit zu zeigen. Zuletzt liebe ich die Lektüre von Reiseberichten und habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht selbst versuche, etwas beizutragen. Zuletzt hoffe ich natürlich, dass ich hierdurch auch andere dazu animieren kann, ihre Erfahrungen mitzuteilen.

Vorab ein paar Fotos zur Einstimmung 🙂










Teil 202. Mai 2025

Vorstellung:
Wir kommen aus dem Süden Bayerns und waren seit 2016 vielfach, meist im Dachzelt, im südlichen Afrika unterwegs. 2021 kam K1 dazu, mit dem wir es “wagten”, 2022 für 2 Monate durch Südafrika zu fahren, 2023 K2. Bilder von uns wird es hier aus Selbstschutzgründen leider nicht geben.

Routenübersicht:
Vorab - damit man weiß was man zu erwarten hat - unsere Routen:

Teil I (56 Nächte):
6N Kapstadt Tamboerskloof AirBnB
2N Agulhas Restcamp Chalet CH2D
3N Wilderness Ebb & Flow Restcamp FA4DS
3N Storms River Mouth HC2
4N Addo Main Camp CH2/4
2N Graaf-Reinet AirBnB
4N Mountain Zebra NP FA4
3N Maclear Woodcliff Cottage
5N Port St. Johns Umngazi River Bungalows
2N Lake Eland GR (geplant: Underberg)
1N Mtunzini Umlalazi Log Cabin (geplant: Underberg)
1N Mtunzini B&B (geplant: Underberg)
3N Hluhluwe-Imfolozi Hilltop 2BD
4N St. Lucia Little Eden
1N Piet-Retief Deo Resta Guest Lodge
2N Kruger Berg-En-Dal BA3U
3N Kruger Lower Sabie LBST2
3N Kruger Satara BD2V
2N Skukuza LR2W

Teil II (26 Nächte):
1N Midrand Amohela Guesthose
4N Pilanesberg Mogwase 2 Wild Olives
1N Heidelberg Tree Trust Farm Mahagony Cottage
5N Berg House & Cottages Nr. 2
1N Bloemfontein De Stallen Guesthouse
4N Mokala NP Mosu Lodge LB2D
2N Witsands NR Chalet
3N KTP Twee Rivieren FA2/4
3N KTP Mata Mata RF4
2N Aranos Dorsland Cottage

Teil III (21 Nächte):
2N Windhoek Krumhuk Farm Chalet
2N Bagatelle Kalahari CS
2N Namibrand NR Jupiter CS
2N Sesriem NWR CS
1N Mirabib CS
1N Blutkuppe CS
5N Swakopmund AirBnB
2N Spitzoppe CS
1N Messum Crater
2N Brandberg White Lady Lodge CS
1N Erongo Rocks CS

Teil IV (37 Nächte):
3N Windhoek Krumhuk Farm Chalet
1N Mariental Flying Ostrich Selfcatering
2N Duwisib Guestfarm
3N Lüderitz Zur Waterkant
2N Aus Eagles Nest Chalets
2N Norotshama
2N Namaqua NP Skilpad Restcamp
4N Sanddrif Resort Protea Hoogte Cottage
4N Paternoster AirBnB
4N Franschoek AirBnB
3N De Hoop Cottage
3N Kogelberg Oudebosch Cabins
4N Simon’s Town AirBnB

Wer also Lust hat, weiterzulesen, sei herzlich eingeladen. Wir fliegen im August wieder nach Südafrika. Ich hoffe, bis dahin so weit wie möglich voranzukommen mit meinem Bericht - gerade mit Kindern ist aber vieles nicht immer sicher planbar..

Teil 302. Mai 2025

Reisen mit Kindern - Allgemein

Vorab möchte ich - um etwaigen Einwänden oder Fragen vorweg zu kommen - kurz ein paar allgemeine Sätze zum Thema Fernreisen/Afrika und Kinder verlieren, quasi eine Art Disclaimer.

Uns ist bewusst, dass sich Kinder in dem Alter höchstens anhand von Erzählungen und Bildern an Reisen erinnern können. Auch ist uns bewusst, dass insbesondere Langstreckenflüge, lange Autofahrten und ggf. schwieriges Klima kleine Körper belasten können und es mit Schlangen, Skorpionen und Spinnen eine Reihe von Gefahren gibt, die in Europa fremd sind. Ferner ist uns bewusst, dass wir dank des deutschen Staates mit seinen (damals noch flexibleren) Elterngeldregelungen in einer privilegierten Position sind - die politische Bewertung möchte ich bewusst außen vor lassen. Wir glauben (nach insgesamt 3 längeren Elternzeitreisen) dennoch, dass es gut und sinnvoll ist, derartige Gelegenheiten im Leben zu nutzen. Ob und inwieweit die Kinder direkt davon profitieren, hängt sicher von vielen individuellen Faktoren ab. Zumindest die Wissenschaft ist sich wohl darüber einig, dass es nicht per se schadet. Umgekehrt kann es für die Eltern natürlich sehr bereichernd sein und schweisst als Familie enger zusammen. Am wesentlichsten finde ich jedoch, dass man so für einen langen Zeitraum 24 Stunden am Tag zusammen ist und die Kinder beide Eltern rund um die Uhr um sich haben. Das wäre Zuhause - unabhängig von der Frage, ob man dann im selben Umfang Elternzeit (mit doch z.T. nicht unerheblichen finanziellen Einbußen) nehmen würde, sicher nicht der Fall. Das mag je nach Familie auch anders sein.

Natürlich muss man dafür nicht nach Afrika fliegen, sondern kann das alles auch in Europa haben. Aber wir sind leider nunmal süchtig nach Afrika.. Da bietet Südafrika (und in gewissem Maß Namibia) eine im Regelfall gute Infrastruktur, die ein Reisen mit Kleinkind auf einem ähnlichen Level an Komfort, Verpflegung, medizinischer Versorgung etc. ermöglicht wie in Europa. Man muss ein paar mehr Regeln beachten und sich vorab besser informieren und zum Teil wissen, worauf man sich einlässt. Dann spricht aus unserer Sicht (mit Ausnahme von CO2..) absolut nichts dagegen, im Gegenteil.

Was man jedoch neben dem höheren Maß an Vorab-Informationsaufwand beherzigen sollte, ist die richtige Einstellung zu den eigenen Erwartungen an einen solchen Urlaub. Manches, was wir gemacht haben, würden andere niemals als Urlaub bezeichnen und es war mit Sicherheit nicht immer alles entspannt, sondern auch anstrengend. Wie sehr, weiß man leider immer erst hinterher, da sich Kinder ja laufend ändern.


Gepäck

Unsere Packliste hatte sich im Laufe der Jahre immer weiter perfektioniert - das Reisen mit Kind stellt aber natürlich eine Reihe weiterer Anforderungen. Auf unserer ersten Reise 2022 durften wir insgesamt 5 Gepäckstücke mitnehmen (1x Infant und bei den Erwachsenen je 2).
Kindspezifisch hatten wir bei unserer ersten Reise dabei:
  • Reisebett als eigenes Gepäckstück (Babybjörn, sehr zu empfehlen. Schnell auf- und abgebaut, verhältnismäßig kompakt u. es passen alle Übernachtungssachen noch mit rein (bzw. im Flugzeug alle schweren Bücher. Wir haben es überall auch in kleinen Zimmern unterbekommen)
  • Isolierende Unterlage fürs Reisebett (Matratze liegt auf dem Boden und der ist im Herbst/Winter oft a**kalt)
  • Trage
  • Basisausstattung guter Windeln für die Nacht (es gibt zwar auch vor Ort Pampers Premium Protection, aber die Fertigung ist je nach Land unterschiedlich)
  • Moskitonetz fürs Reisebett von Deryan (tatsächlich aber nie genutzt..)
  • einen kleinen Reisebuggy (primär für An- und Abreise - würden wir nicht mehr mitnehmen)
  • “Hochstuhl” aus Stoff (Mobiseat, sehr zu empfehlen)
  • sogar unser Standard-Töpfchen zum Abhalten.. (faktisch nicht genutzt..)
  • div. Medikamente auf Vorrat nach Rücksprache mit unserer Kinderärztin
  • Spielzeug (Schleichtiere, Stapelbecher, Autos, Bücher, Sticker, Förmchen..)
Beim zweiten Mal (2024) kam statt Buggy eine Kraxe mit, Töpfchen, “Hochstuhl” und Moskitonetz blieben daheim, dafür hatten wir eine Reise Matratze von Stokke (Jetkids Cloudsleeper) dabei (faktisch 1mal genutzt - Aufpumpen ist sehr langwierig und wir hatten immer noch ein weiteres Bett frei, dass wir stattdessen mit Stühlen/Kissen abesichert haben). Somit insgesamt 4 Reisetaschen, 1 Babybett, 1 Kraxe, 1 Kindersitz (die letzten beiden als Kinderfreigepäck gemeinsam in einer große Packtasche).

Vor Ort kauften wir neben Standard-Kram wie Öl, Salz, Kaffee, Tee etc. jeweils eine Kühlbox (beim zweiten Mal sogar 45l groß) und 1-2 Spielsachen wie Sandsachen und Ball.

Sicherheit

Man kommt leider nicht umhin, sich bei einem Urlaub in Südafrika vorher Gedanken über Sicherheit zu machen. Dies betrifft sowohl Einbrüche/Überfälle in Häuser/Unterkünfte als auch im Straßenverkehr, auf Wanderungen oder allgemeine Autoaufbrüche. Wir gehen davon aus, dass man, wenn man sich an gewisse Regeln hält, einen sehr schönen und auch sicheren Urlaub in Südafrika machen kann. Da das hier ein Reisebericht ist, dachte ich mir, sollte ich vielleicht dennoch kurz darauf eingehen, wie wir persönlich das Thema Sicherheit angegangen sind (auch weil wir uns möglicherweise verhältnismäßig viel Gedanken hierzu gemacht haben).

Im Bereich der Planung sind es Selbstverständlichkeiten wie nicht im Dunkeln fahren, genug Zeit einplanen, vorher grob die Route bei Google Maps durchsehen, bei Unterkünften einen Blick auf Google Maps zum Abchecken der Umgebung werfen etc. Auch ist es immer gut (aber nicht immer praktisch durchführbar), wenn man Routen so legt, dass man Aktivitäten, Wanderungen o. größere Einkäufe ohne Gepäck im Auto durchführen kann.

Im Bereich der Vorbereitung bzw. Umsetzung vor Ort handhaben wir es seit vielen Jahren so, dass wir eine Liste mit sämtlichen relevanten Telefonnummern (Zuhause, Versicherungen/Banken, Notrufnummern, Unterkünfte etc.) erstellen und ausgedruckt mitnehmen, wobei wir diese Ausdrucke an diversen Stellen im Gepäck platzieren. Auch dabei ist eine Liste mit Seriennummern etc. unserer Fotoausrüstung (f. die Versicherung). Wir tragen außerhalb der Unterkunft eigentlich immer einen versteckten Bauchgurt, in dem Pässe, Kreditkarten, Führerschein liegen. Man kann auch eine weitere Kreditkarte an einem unerwarteten Ort (zwischen Socken, in Flasche mit doppeltem Boden..) verstecken. Wir haben auch jeweils einen “Fake”-Geldbeutel dabei mit allen möglichen abgelaufenen Karten, in dem wir unseren Standard-Bargeldbestand (meist im Wert von 100 bis 200 €) rumtragen. Eine Kreditkarte steckt daher auch immer bei einem von uns im Fake-Geldbeutel. Ich (als einziger Gürtelträger) habe zudem in einem klassischen Geldgürtel 2-400€ und die o.g. Listen für den absoluten Notfall).

Dieses Vorgehen kann man noch weiter optimieren (das haben wir für unsere Reise 2024 dann so gemacht), dass die Kreditkarte im Fake-Geldbeutel nur eine Debit-Karte ist (bei uns von Revolut), die man immer wieder nachlädt bei Bedarf. So ist das Risiko bei Verlust (oder Entführung zum ATM) möglicherweise beherrschbarer.

Auch ist natürlich nicht irrelevant, dass wir technische Ausrüstung (Kameras, Objektive, Handys, Laptop im Wert von über 10.000€) herumfahren. Hier haben wir Kameras, Objektive und Laptop gegen alles Denkbare versichert. Ab und an Backups der Bilder auf eine kleine, an anderer Stelle gelagerte Festplatte reduziert das Risiko des Bilderverlusts. Aufgrund der Versicherung habe ich auch keine Bauchschmerzen, Kameras oder Laptop in der Unterkunft zu belassen.

Bei Einkäufen und Gepäck im Auto blieb fast immer jemand im Auto und nur ein Teil von uns ging zum Einkaufen. Sorgt definitiv für mehr Ruhe und Entspannung. Manche Parkplätze sind eingezäunt und bewacht, zum Teil dann aber auch wieder so riesig und unübersichtlich, dass das keinerlei Gewähr für Sicherheit bieten kann. Bei anderen ist es so wuselig und voll, dass man allein deshalb schon vorsichtiger ist. Daher halten wir es immer mal so mal so, im Regelfall aber bleibt einer am Fahrzeug.

Das alles soll nicht abschreckend oder paranoid wirken, es dient bei uns schlicht dazu, dass wir uns vor Ort weniger Sorgen machen müssen und mehr genießen/entdecken können. Natürlich kann auch trotzdem was passieren - rein statistisch ist aber wohl der Straßenverkehr das größte Risiko..

Teil 402. Mai 2025

Vorgeschichte zu Teil I - Kapstadt -> Skukuza

Wir waren vor Corona bereits viel gereist und waren dem Afrika-Virus schwer verfallen. Zuletzt waren wir über den Jahreswechsel 2019/20 für vier Wochen mit dem Bushcamper in Botswana und Namibia unterwegs. Für Mai 2020 hatten wir gute zwei Wochen Safari pur in Tansania gebucht, für den Herbst waren wir gerade beim Buchen eines Madagaskar-Urlaubs, für 2021 war Borneo geplant und im südlichen Afrika sollte es als nächstes nach Simbabwe gehen..

Die allseits bekannten Corona-Themen erspare ich euch, vermutlich ging es vielen hier ähnlich. Das Ganze hatte für uns mit der Geburt von K1 Anfang 2021 immerhin auch etwas sehr Positives. 2020 und 2021 waren dennoch geprägt von einer schweren Afrika-Sehnsucht und der Frage, wann und wie wir denn endlich wieder nach Afrika fahren könnten, gerade mit Kind.

Für uns war aber auch relativ schnell klar, dass wir trotz Corona die Chance, die uns Elternzeit und Elterngeld bieten, nutzen wollen, um länger als 3-4 Wochen verreisen zu können. Wir hatten daher bei Geburt von K1 von vornherein 2 gemeinsame Elternzeiten von je 2 Monaten hierfür geplant im Vertrauen darauf, dass sich das mit Corona schon irgendwann einpendeln wird. Gleichwohl war es natürlich eine Phase von erheblicher Unsicherheit, wo vieles in der Schwebe und man sich nie sicher sein konnte, wo man morgen noch ein- oder ausreisen darf - ganz abgesehen von etwaigen gesundheitlichen Risiken (wenigstens primär nur für die Erwachsenen). Zudem weiß man beim ersten Kind vorher ja nie, wie der Alltag tatsächlich sein wird, ob das Kind gesund ist, wie schwierig es wird und dass man den allgegenwärtigen Reiseinfluencern und Bloggern nicht alles glauben muss.

Wir hatten daher einen Zeitraum, wo K1 7-9 Monate alt wäre, einen Trip durch Griechenland avisiert. Mit 5 Monaten haben wir eine erste kurze Probe-Reise in die Schweiz gemacht, um Erfahrungen zu sammeln. Mit 7 Monaten ging es dann für 2 Monate durch Griechenland, zwar mit Einschränkungen und Bedingungen, die aber den Reise-Alltag bei eigenem Fahrzeug und Selbstversorgerunterkünften nicht gravierend beeinträchtigten.

Während der ganzen Zeit hatten wir immer die vage Hoffnung, dass es ja vielleicht auch für 2 Monate in Südafrika genauso klappen könnte. Hier waren wir uns wegen der Strecken, Kriminalität, Load Shedding, Langstreckenflug mit Kleinkind, der Corona-Unwägbarkeiten und der durch die Elternzeit vorgegebenen Reisezeit (Ende April bis Ende Juni, Alter 15-17 Monate) aber nie wirklich sicher. Die Erfahrungen unserer Reise durch Griechenland haben uns dann darin bestärkt, dass wir es auch während Corona wagen könnten, so dass wir uns an die Planung machten - auch wenn uns alle in unserem Umfeld für verrückt erklärten.

Routenplanung

Nachdem wir zuvor zwar bereits insgesamt 3 mal in Südafrika waren, jedoch nie südlicher als Mokala gekommen waren, wollten wir dieses Mal auf jeden Fall Kapstadt und die Garden Route mitnehmen - in dem Wissen, dass die Reisezeit nicht wirklich perfekt ist. Auch hatten wir extreme Vorbehalte dahingehend, dass die Gegend viel zu “europäisch” und langweilig sein könnte im Vergleich zu anderen Teilen des südlichen Afrika. Wir wollten aber natürlich auch herausfinden, warum dennoch so viele Menschen dorthin wollen und von der Gegend so begeistert sind. Umgekehrt versprach die Kap-Region natürlich ein gewisses Maß an Infrastruktur und bot damit gerade mit Kleinkind in unsteten Zeiten etwas mehr Sicherheit. Zudem gibt es von München Direktflüge über Nacht nach Kapstadt (aber nicht zurück..).

Die Idee war daher zunächst, in Ruhe Kapstadt zu erkunden und dann - im Verhältnis zur Gesamtreisezeit - eher flott die wichtigsten Punkte der Gardenroute mitzunehmen und möglichst schnell in den vermeintlich wärmeren Osten zu kommen. Klar war auch, dass wir versuchen wollten, so viel Zeit in Nationalparks wie möglich zu verbringen (auch aus Gründen der Isolation) - jeweils in der Hoffnung, dass das mit Kleinkind schon irgendwie sinnvoll klappen wird mit etwaigen Game Drives.

Wir hatten uns dann auch intensiv mit dem Thema Malaria auseinandergesetzt und der Erkenntnis, dass zu unserer Reisezeit weder in den von uns besuchten Gebieten im Kwazulu-Natal als auch im Kruger ein marginales Risiko besteht. Dieses Risiko hofften wir, durch Expositionsprophylaxe gut genug im Griff zu haben. Ob wir das auch rückblickend weiterhin so sehen - dazu später mehr. Unsere Kinderärztin hatte gegen den Plan nichts einzuwenden und unterstützte uns bei der Ausgestaltung der Reiseapotheke.

Vor größere Herausforderungen stellten uns dabei zwei in Südafrika - selbst bei 2 Monaten Zeit - nicht immer leicht in Einklang zu bringende Wünsche: Fahrzeiten möglichst kurz (idealerweise <3h) und möglichst lange an einem Ort (idealerweise > 3 Nächte). Als weitere Herausforderung stellte sich die Strecke Mountain Zebra National Park - Kwazulu Natal heraus. Wir wollten erst “oben rum” um Lesotho rum mit Stops in Golden Gate NP und den Drakensbergen, haben das aber dann wegen Bedenken mit (a) Temperaturen und (b) Höhenlagen und Kleinkind davon Abstand genommen und sehr lange an einer Route entlang der Wild Coast geknobelt (auch hier: aufgrund der Entfernungen und ohne Allradfahrzeug nicht trivial).

Am Ende waren wir mit der Route ganz zufrieden, wir würden sie weitestgehend wieder so fahren.

Budget

Da wir insgesamt 2 Monate unterwegs sein wollten, spielten die Kosten natürlich eine nicht unwesentliche Rolle. Wir haben größtenteils in staatlichen Unterkünften von Sanparks genächtigt oder in günstigen Selbstversorgerunterkünften. Insgesamt kamen wir auf einen Schnitt von knapp 90€ pro Nacht, wobei die Preise zwischen 40€ und 190€ schwankten. Hierbei kam uns zugute, dass es bei Sanparks aufgrund der Corona-Zeit in den “unattraktiveren” Parks z.T. erhebliche Rabatte von 30-40% gab.

Als Auto wollten wir ein Fahrzeug, in das möglichst all unser (umfangreiches) Gepäck passt, dass eine möglichst hohe Bodenfreiheit hat und möglichst wenig kostet. Hier wurden wir in der Klasse Toyota Avanza / Suzuki Ertiga (oft als “People Mover” bezeichnet) bei Avis fündig. Unser Angebot beinhaltete zwar begrenzte Kilometer (dazu später mehr..), war aber auch bei zu erwartenden Mehrkilometern um Welten günstiger als andere Anbieter (vom Problem, dass viele Anbieter online nicht mehr als 30 Tage am Stück anbieten). Zudem bietet Avis eine Station in Skukuza, was für unsere Planungen auch ideal war. Rückblickend ein optimales Auto für unsere Tour. Genug Platz, zudem super unauffällig, da kein typisches Touri-Auto. Lediglich 1-2 mal kamen wir in Nationalparks an Grenzen, wo wir mit einem SUV/Allrad glücklicher gewesen wären. Hierfür hätten wir, um einen ebenso großen Kofferraum zu haben, aber gleich in die Fortuner- oder Hilux-Klasse gehen müssen.

Gezahlt haben wir für 56 Tage, One Way Fee u. maximale Reduzierung der Selbstbeteiligung (was sich vorliegend auch lohnte, wie man noch sehen wird) sowie 5.600 bzw. 8100 Inklusivkilometern 29.000 Rand, d.h. ca. 25€ pro Tag.

Flüge:

Der wunderbare Direktflug München - Kapstadt war unser attraktiver Startpunkt für die weitere Planung. Zurück geht es entweder tagsüber direkt oder nachts mit Umsteigen. Hier haben wir ewig überlegt, ob wir von Johannesburg oder direkt Skukuza zurückfliegen sollten und entschieden und schließlich für einen Flug SKZ - JNB - ZRH - MUC. Aufgrund beständiger Flugänderungen mussten wir diesen dann kurz nach Ankunft in Südafrika in SKZ - JNB - FRA - MUC ändern. Ob wir das wieder so machen würden - dazu später mehr.

Gezahlt haben wir für 2 Erwachsene und 1 Kind < 2 ohne Sitz und 2 Gepäckstücken je Erwachsener im Tarif “Economy Basic Plus” (gibts glaube ich nicht mehr) insgesamt 1.840€.

Corona-Kram:

Wegen Corona brauchten wir Impfungen, Impfzertifikate und eine gesonderte Gesundheitserklärung und mussten die Regelungen immer im Blick haben. Rückblickend betrachtet alles bizarr und spielte faktisch bei unserer Reise keinerlei Rolle, war jedoch im Vorfeld ein weiterer Aspekt, der viel Aufmerksamkeit verdiente..

Teil 502. Mai 2025

24./25.04.2022 Anreise

Nach langer Planung und umfangreicher Vorbereitung, Erstellung zahlreicher Listen und Dokumente ging es für uns am 24.04. (Sonntag) los. Meine Tante fuhr uns nachmittags zum Flughafen, wo alles sehr leer war. Wir hatten im Vorfeld etwas Sorge, ob im System die Zahl unserer inkludierten Gepäckstücke richtig erfasst war, weil auf der Buchungsübersicht der Lufthansa immer nur 1 Gepäckstück je Erwachsenem stand. Der Support-Chat bestätigte uns zwar, dass 2 Gepäckstücke inkludiert sein müssten und ich hatte von allem (einschl. Buchung) Screenshots dabei, aber eine Ungewissheit blieb.



Eine weitere Ungewissheit waren unsere Sitzplätze. Wir hatten bisher nicht reserviert und immer wieder die Auslastung des Flugs beobachtet, jedoch ohne konkret eindeutiges Ergebnis. Wir hofften auf eine freie Mittelreihe, trauten uns aber dann beim Online-Checkin doch nicht, Plätze mit “Lücke” zu wählen.

Der Checkin war dann jedoch sehr positiv zu erwähnen (auch als Kontrast zum LH-Checkin 1,5 Jahre später..). Der Mitarbeiter wies von sich aus darauf hin, dass der Flug nur zu 70% ausgebucht sei und setzte uns “getrennt” in eine der hinteren Mittelreihen. Auch beim Gepäck keine Diskussion.

Der Flug selbst verlief unspektakulär, es war tatsächlich relativ leer und K1 schlief abwechselnd auf dem Arm und zwischen uns liegend. So lange Masken zu tragen und mit Maske zu schlafen ist eine Erinnerung, die man nicht wiederholen muss und deren Sinnhaftigkeit angesichts der Trage-Disziplin und des Erfordernisses, Nahrung zu sich zu nehmen, zweifelhaft anmutet (Disclaimer: wir sind/waren grsl. große Anhänger restriktiver Maskenregelungen, auch heute trage ich erkältet in der S-Bahn Maske).

Wir kamen pünktlich um 06:40 bei angenehmem Wetter auf einem ebenfalls nahezu leeren Flughafen in Kapstadt an. Die Einreise ging ebenfalls fix, Impfzertifikate wollte niemand sehen und die Gesundheitserklärungen wurden einfach eingesammelt und mutmaßlich anschließend entsorgt..

Für etwas Unruhe sorgte dann jedoch eine neue Erkenntnis. Wir hatte alles monatelang detailliert geplant, Listen erstellt und uns auf alle möglichen Eventualitäten vorbereitet. Um den Mietpreis und Kaution bei Anmietung des Autos zu zahlen, hatten wir eine Kreditkarte mit einem Verfügungsrahmen von 500 € vorgesehen, auf die wir vorab (damals bei DKB möglich) noch ausreichend Geld überwiesen. Das Problem: Wir wollten das “ein paar Tage” vor Abflug machen, haben es tatsächlich dann am Freitag Abend erledigt. Das Geld wurde jedoch bis Sonntag Abend der Kreditkarte noch nicht gutgeschrieben..

Wir hatten also große Sorge, dass wir allenfalls mit viel Diskussion ein Auto bekommen würden und malten uns schon diverse alternative Szenarien aus. Bei Ankunft am Flughafen versuchten wir als erstes ins WLAN zu kommen um den Stand der Kreditkarte zu prüfen, allerdings verweigerte die DKB-App sofort den Zugang wegen eines verdächtigen Zugriffs..

Daraufhin gingen wir zunächst zum ATM, um wenigstens - mit einer anderen Karte - etwas Bargeld zu holen und zu testen. Auch das schlug fehl - trotz vorheriger Ankündigung der Reise sperrte die Bank (in diesem Fall Postbank) die Karte sofort aufgrund verdächtiger Aktivitäten..

Es folgte daher zunächst ein Versuch, telefonisch die Freigabe der Karte zu erreichen. Dies wurde zwar zugesichert, aber sollte erst in ein paar Stunden wirksam sein.

Nachdem wir auf der Geld/Kreditkartenfront erfolglos waren, entschieden wir, unser Glück zumindest bei Avis zu versuchen.

Dort fand man unsere Buchung und teilte uns mit, dass wir zwei verschiedene Mietverträge abschließen müssten, da ein Vertrag nur für max. 30 Tage möglich sei. Wir sollten daher nach Ablauf des ersten Vertrags telefonisch der Station den aktuellen Kilometerstand mitteilen, damit die Inklusiv-Kilometer korrekt berechnet werden können.. Wir unterschrieben, überreichten die DKB-Kreditkarte und warteten gespannt.. aber alles schien zu funktionieren, kein Fehler o.ä. Ob das Guthaben gerade rechtzeitig gutgeschrieben worden war oder erst später von Avis angefordert worden ist, konnten wir hinterher nicht mehr aufklären. Vielleicht half auch, dass Avis nur zunächst nur einen Teilbetrag für den ersten Mietvertrag anforderte. In jedem Fall ging dieses Kreditkarten-Thema gerade noch gut aus..

Kamen wir zum nächsten Thema: Inklusiv-Kilometer. Bei unserer ursprünglichen Buchung gab es eine Promo (oder eine IT-Fehlfunktion..), bei der uns insgesamt 8.100 Inklusiv-Kilometer angezeigt wurden. Nachdem ich nach Buchung noch die Versicherungen online angepasst hatte, standen plötzlich nur noch 5.600km in der Bestätigung. Hier zeigte sich die Station, nachdem ich ihr beide Bestätigungen vorgelegt hatte, kulant und vermerkte händisch auf dem Vertrag, dass insgesamt 8.100km inkludiert seien.

Wir waren sehr gespannt, inwieweit uns das Thema der Inklusivkilometer im weiteren Verlauf noch beschäftigen würde, waren aber zunächst froh, überhaupt einen Wagen zu bekommen. Dieser stellte sich als Suzuki Ertiga (baugleich mit Toyota Avanza) heraus. Auch der angefragte Kindersitz war vorhanden, machte aber allenfalls einen “naja” Eindruck. Ein Mitarbeiter half uns, ihn einzubauen (was leider nicht wirklich trivial war, inzwischen sind wir viele Erfahrungen reicher). Dann luden wir unser Gepäck ins Auto (es passte alles rein, war aber dann doch überraschend voll), kauften noch ein paar Flaschen Wasser im Supermarkt am Flughafen und fuhren gen Innenstadt.

Teil 602. Mai 2025

Ankunft 34 On Warren, Tamboerskloof

Wir hatten uns nach umfangreicher Recherche für Tamboerskloof als idealen Ort in Kapstadt entschieden und dort über AirBnB eine Unterkunft angemietet. Mit der Vermieterin hatten wir vereinbart, dass wir bereits vormittags rein können. Sie riet uns aber, wegen des Berufsverkehrs nicht gleich nach Abflug zu starten, sondern erst 1-2 Stunden später. durch das ganze hin und her mit den Kreditkarten war der Berufsverkehr nun zum Glück schon durch und wir waren gegen 09:00 Uhr recht schnell vor Ort an einer ruhigen Anwohnerstraße. Wir parkten an der Straße, öffneten den Schlüsselsafe und gingen zum Apartment - nur um festzustellen, dass die Tür offen war, Sandalen vor der Tür standen und jemand offenbar gerade duschte..

Na, das hatte ja toll geklappt mit dem früheren Checkin. Wir gingen also zunächst zurück zum Wagen und versuchten, unsere Vermieterin zu kontaktieren. Ein paar Minuten später kam jedoch ein junger Mann mit eben jenen Sandalen und Putzzeug heraus und teilte uns mit, dass jetzt alles fertig sei.. Tja, manche Probleme lösen sich dann doch recht schnell.

Wir luden aus und parkten das Auto anschließend in der Garage, die sich unter den Wohnungen befindet, der Hof ist zudem mit einem Eisengitter gesichert.

Dann legten wir uns erst einmal eine Runde schlafen und bewunderten unsere Welt, in der es möglich ist, am Nachmittag gegen 15:00 Uhr von zu Hause aufzubrechen und am nächsten Tag um 09:30 Uhr in einem Bett am anderen Ende der Welt zu liegen.

Nach einem erholsamen Nickerchen aller Beteiligter gingen wir bei angenehmen Temperaturen (~25 Grad) zu Fuß (mit Buggy - einer der wenigen Einsätze) zu einem Supermarkt, um einen Grundstock für die nächsten Tage zu kaufen. Wie öfters, waren wir über die Bandbreite der Preise erstaunt. Manche Sachen sind deutlich teurer als in Deutschland, andere ähnlich, manche deutlich günstiger. Gezahlt wurde erfolgreich mit Kreditkarte, anschließend noch erfolgreich bei einem ATM etwas Bargeld bezogen.

Zurück in der Wohnung wurde Gepäck um- und ausgepackt und Nudeln mit Sauce gekocht.
Die Wohnung ist aufgrund Lage/Ausstattung unseres Erachtens sehr zu empfehlen. Man ist tatsächlich fast überall in und um Kapstadt gleich schnell, es gibt eine große Terasse mit Blick über Kapstadt und zum Lions Head. Anbei ein paar Bilder aus den Tagen unseres Aufenthalts.










Teil 702. Mai 2025

Tag 2 26.04.2022 Tour ums Kap

Da wir insgesamt 6 Nächte in Kapstadt hatten, mussten wir zunächst abwägen, in welcher Reihenfolge wir unsere Wunschziele abarbeiten wollen. Neben dem Tafelberg stand die Kap-Halbinsel und die Pinguine bei Simon’s Town als wichtigster Punkt auf der Wunschliste. Daher entschieden wir uns, gleich am ersten Tag damit anzufangen, dabei früh zu starten um vor den “Massen” in Simon’s Town und am Kap zu sein.

Nach einem entspannten Frühstück starteten wir bei Sonnenschein, aber starkem Wind zunächst Richtung Simon’s Town. Wir hatten uns im Vorfeld aufgrund entsprechender Hinweise extra die Parksituation angeschaut und uns den etwas weiter entfernten Parkplatz ausgesucht. Vor Ort war dann - möglicherweise aufgrund der verhältnismäßig frühen Uhrzeit - nahezu nichts los und wir konnten in Ruhe entspannt die Pinguine beobachten - sogar mit flauschigem Nachwuchs. Der Strand selbst wäre auch ohne Pinguine rein optisch in einer Top-Liga.







Bereits auf dem Weg zum Eingang kam plötzlich ein lautes “Da da da!” von K1. Aufgrund seiner Größe hatte er ein paar Pinguine entdeckt, die neben dem Zaun im Gebüsch saßen und an denen wir einfach vorbei gelaufen wären.. Die Pinguine waren sichtlich faszinierend, die Treppen am Board-Walk aber mindestens genauso spannend.







Anschließend fuhren wir weiter gen Kap. Am Eingang zum Nationalpark gab es einen kurzen Schock, als plötzlich vor uns eine Schlange von mindestens 5 Fahrzeugen war - etwas, dass wir aus Südafrika bis dato nicht kannten. Wir sahen - womit wir gar nicht gerechnet hatten - sogar einige Tiere. Ein paar Buntböcke, ein Zebra in weiterer Entfernung und später sogar ein Eland, dazu mehrfach Strausse. Wir fuhren direkt weiter zum Kap der Guten Hoffnung, wo jedoch sehr wenig los war - man hätte in Ruhe alle Fotos der Welt machen können, ohne Schlange oder ähnliches.

Wir bewunderten die Brandung, beobachteten die Robben und spielten mit den Steinen am Strand (es war ja wenig los - da mussten wir kein schlechtes Gewissen haben, einen der wenigen Parkplätze zu blockieren). Da es langsam Zeit für ein Schläfchen war, ging es mit der Trage ein Stückchen den Weg Richtung Cape Point.











Der Weg verläuft wunderschön entlang der Klippen und bietet spektakuläre Aussichten Richtung Cape Point. Irgendwann kehrten wir um.

Als wir wieder zurück am Parkplatz waren, war es bereits deutlich voller, es standen einige Reisegruppen mit Kleinbussen da und es war die übliche Schlange vor dem Schild. Wir fuhren weiter zum Cape Point und waren auch hier wieder über die große Zahl an Besuchern, die wir von Südafrika bis dato überhaupt nicht kannten, überrascht. Wir marschierten nach oben, bewunderten die Aussicht und machten auf einem Stein Brotzeit.







Anschließend machten wir uns auf den Rückweg nach Kapstadt, wobei wir über den Chapman’s Drive fuhren. Sehr schön anzusehen, aber irgendwie fehlte uns aufgrund Verkehr, den vielen Eindrücken und der langen Anreise die Kraft/Nerven für viele Stops und Fotos. Etwas schade, da ich mir davon mehr erhofft hatte.

Die Kap-Halbinsel ist ein wirklich einmaliges Fleckchen Erde. Die Mischung aus Meer, Klippen, einzigartiger Vegetation, Bergen und Tieren ist vollkommen zurecht ein Besuchermagnet, auch ohne Kap. Man könnte allein hier sehr gut mehrere Tage verbringen. Unglaublich, dass so “leere” Natur nahezu unmittelbar vor den Toren einer Großstadt liegen kann.

Nachdem wir heute genug Gelegenheit gehabt hatten, den Kindersitz ausgiebiger zu inspizieren, hatten wir doch etwas Bedenken an der Tauglichkeit. Vor allem stört uns, dass K1 nicht wirklich optimal sitzt und außerdem nach vorne gerichtet fährt (kein Beinbruch, aber wir hatten die Sorge, dass er zu Hause keinen Reboarder mehr akzeptieren würde..). Wir nahmen uns daher vor, die Preise für neue Sitze zu prüfen sowie ggf. bei Avis in der Innenstadt nach einem anderen Sitz zu fragen.

Abends hatten wir keine Lust mehr aufs Kochen, daher bestellten wir bei Uber Eats Burger und gingen anschließend schnell ins Bett.

Teil 802. Mai 2025

Tag 3 27.04.2022 - Krank auf den Tafelberg

Da das Wetter heute erneut sonnig war (obwohl wir ja in der Jahreszeit auch Regen/Wind befürchten mussten), entschieden wir uns dazu, gleich das nächste “Highlight” der Wunschliste anzugehen. Ein Blick aus dem Fenster verriet uns: Der Tafelberg ist wolkenfrei.

Wir fuhren die kurze Strecke zur Talstation (keine 10 Minuten) und parkten entlang der Straße, jedoch noch verhältnismäßig nah an der Station. Später bei Rückkehr reihten sich die Autos kilometerlang bis nach Kapstadt hinein entlang der Straße. Ob wir Online ein Ticket gekauft hatten oder erst vor Ort, weiß ich nicht mehr, in jedem Fall war unten nichts los und wir kamen ohne Wartezeit zur Gondel.





Die Fahrt ist so spektakulär wie vermutet, oben hat man eine einmalige Aussicht (und kann sogar unser Haus erahnen). Wir spazieren über das Plateau zu diversen Aussichtspunkten, es ist nirgendwo voll. Auch die Botanik ist sehr beeindruckend. So ein Berg “mitten” in der Stadt und noch dazu direkt am Meer - da ist Kapstadt wohl weltweit einmalig.





Dann geht es wieder runter. Auf dem Weg zum Auto stellen wir fest, dass K1 immer schlapper wird. Wir denken, es ist einfach die Müdigkeit und fahren mit dem Auto zu einer Mall in Gardens für einen ersten Großeinkauf. Hier erstehen wir neben Essen auch Kühlbox, einen schönen großen Ball, diversen Kleinkram und - nicht unwichtig - einen kleinen Heizlüfter.
Wir stellen fest, dass die Preise für Kindersitze, die rückwärts gerichtet sind und/oder einen vernünftigen Eindruck machen, sich nicht wirklich von denen in Deutschland entscheiden und nehmen uns daher vor, nochmal bei Avis vorbeizuschauen.

K1 ist aber nun nicht nur schlapper, sondern auch merklich warm geworden. Das Thermometer sagt: hohes Fieber.. Na das fängt ja gut an, bereits am zweiten Tag.. Wir verbringen den Rest des Tages in der Wohnung bzw. auf der Terrasse in der angenehm warmen Sonne. Im Schatten ist es aber doch manchmal frisch. Das Fieber steigt leider weiter und will nicht wirklich sinken. Wir prüfen bereits, welches Krankenhaus am sinnvollsten erreichbar wäre bzw. fragen unsere Vermieterin, ob sie uns einen Tipp geben könnte, wie wir am einfachsten zu einem (Kinder)Arzt kämen (leider eher erfolglos).

Glücklicherweise normalisiert sich das Fieber mit etwas Ibu im Lauf des Tages wieder, die Temperatur bleibt aber hoch. Wir kochen zu Hause einen Auflauf mit Tomaten und Zucchini und hoffen, dass es bald wieder besser wird.

Teil 902. Mai 2025

Tag 4 28.04.2022 Kirstenbosch Botanical Garden

Bilder folgen nach - habe das tägliche Upload-Limit bei picr.de gerissen..

Die Nacht wird zwar beschissen, aber es ist dank Ibu immer nur erhöhte Temperatur. Im Laufe der Nacht fangen wir dann alle das Husten an. Auch wenn Corona nun am wahrscheinlichsten ist, ist ein (selbstverständlich ebenfalls mitgenommener) Test bei allen von uns negativ. K1 ist fitter, die Temperatur nur noch leicht erhöht auch ohne Medikamente.

Da wir uns bis auf den Husten fit fühlen (und die Tests negativ sind), fahren wir nochmal zu einer Mall und kaufen in einen Babycity (selbstverständlich ohnehin mit Maske) noch Gläschen, Wipes und Windeln und lassen uns in einer Apotheke etwas gegen den Husten geben.

Anschließend fahren wir weiter zum Kirstenbosch Botanical Garden und spazieren mit Buggy etwas herum. Die Anlage ist traumhaft, im Frühjahr/Sommer muss es noch toller sein. Wir machen ein kleines Picknick auf einer Bank, K1 geht es zum Glück wieder sichtlich besser.

Am Abend fühle ich mich jedoch deutlich schlapp, es gibt nur Sandwiches, die wir unterwegs mitgenommen hatten.

Teil 1002. Mai 2025

Tag 5 29.04.2022 Krank

Wir fühlen uns nun alle etwas kränklich und wenig fit und planen und unternehmen erstmal nichts. Nachmittags fühlen wir uns wieder etwas fitter und kaufen noch fehlende Sachen ein, abends gibt es wieder Nudeln mit Sauce.

Ich nutze die Zeit und unterziehe den Kindersitz nochmals einer weiteren Inspektion und stelle dabei fest, dass der Sitz auch rückwärtsgerichtet montiert und deutlich besser befestigt werden kann (und darf), als zu Beginn bei der Vermietung. Sofort probiert und K1 sitzt so auch deutlich besser, so dass wir beschließen, es erstmal so zu belassen.

Teil 1102. Mai 2025

Tag 6 30.04.2022 V&A Waterfront

Heute morgen geht es allen wieder besser. Es ist leider trotz 6 Nächten bereits der letzte Tag in Kapstadt. Von den vorab angedachten Zielen und Möglichkeiten erscheint uns die V&A Waterfront für einen Kurzbesuch am geeignetsten. Wir fahren daher erstmals weiter Richtung Innenstadt, vorbei an zahllosen Obdachlosen und finden in der riesigen Anlage ein Parkhaus.

Die Gegend empfinden wir als mäßig attraktiv, eben ein riesiges Shopping-Center. Auf die Bespaßung draußen oder Riesenradfahren haben wir keine Lust, freuen uns aber über ein paar Robben und die schöne Aussicht auf den Tafelberg.















Wir finden noch 1-2 Sachen in der Mall (u.a. ein tolles TShirt von Africa Joe bei einem Stand gegenüber von H&M - super Passform und Qualität und tolle Motive, nur zu empfehlen - auch nach nunmehr 3 Jahren einwandfrei) und fahren dann wieder zurück, um erstmals in Ruhe unser Auto reisefertig zu bepacken, so dass wir die nächsten zwei Monate alles optimal verstaut haben und nicht immer alles rein und raus räumen müssen bzw. Dinge, die man regelmäßig braucht, in den passenden Fächern und Taschen verschwinden.

Abends gibt es wieder was von Uber Eats, diesmal okaye Bowls.

Fazit Kapstadt:

Wir haben durch unsere Krankheit gefühlt nur ein Bruchteil dessen gesehen, was möglich ist, und nur an der Oberfläche gekratzt. Es erwies sich als gute Entscheidung, die für uns wichtigsten Highlights Kap-Halbinsel und Tafelberg bereits zu Beginn zu besuchen, auch wenn es dann etwas anstrengender war anfangs. Was uns genau jetzt aus der Bann geworfen hatte, wissen wir nicht. Es passte viel zu Corona, aber da waren die Tests auch weiterhin durchgehend negativ.

Die Einbettung Kapstadts in die Berge rundherum ist einfach toll, wir können nun erahnen, warum es für viele Leute eine Traumstadt ist. Sicher eine der spannendsten Städte weltweit. Die Kaphalbinsel ist einfach traumhaft. Mit dem Südafrika, wie wir es bis dahin kennen, hat es allerdings Null zu tun, es ist ein vollkommen anderer Planet. Dass es sich trotzdem um dasselbe Land handelt, merkt man aber natürlich schnell, wenn man nicht die Augen verschließt vor Zelten mit Obdachlosen und Squatter Camps überall.

Wir wollen auf jeden Fall wiederkommen und noch mehr Zeit in der Gegend verbringen, um die Sachen, die wir verpasst haben, zu entdecken..

Wir würden jederzeit wieder Tamboerskloof als Hub wählen, da die Lage echt zentral ist und sehr sicher erscheint. Nach all dem, was man über Kriminalität liest, waren wir etwas baff, als wir sahen, dass für mehrere Nächte sogar ein Porsche 911 auf der Straße vor unserem Haus stand, ohne dass etwas passierte. Die Unterschiede zwischen reich und arm sind in Kapstadt schon echt extrem. Ich weiß nicht, ob ich das dauerhaft “aushalten” könnte, diese Diskrepanz zwischen eigenen Möglichkeiten/Freiheiten und dem der zahllosen Menschen um einen herum..

Teil 1202. Mai 2025

Tag 7 01.05.2022 Betty’s Bay und Agulhas Restcamp

Heute stand schließlich die erste richtige Etappe unserer langen Reise an und damit die ersten Erfahrungen, wie gut es mit längerem Autofahren in unbekanntem Auto/Sitz klappen würde. Es sollte insgesamt etwas über 3 Stunden zum Kap Agulhas gehen mit Stop bei den Pinguinen in Betty’s Bay.

Zunächst verabschiedeten wir uns aus Kapstadt mit einer Traum-Sonnenaufgang vom Schlafzimmerfenster aus.







Die Fahrt aus Kapstadt heraus entlang der N2 durch scheinbar endlose Townships führte einem einmal mehr das Ausmaß der Probleme Südafrikas vor Augen. Die Vielzahl an Warnungen und Horrorgeschichten zu diesem Straßenabschnitt führte zu einer leichten, durchgehenden Anspannung. Irgendwann hatten wir diesen Abschnitt dann doch hinter uns gelassen und wir bogen bei Somerset West ab Richtung Clarence Drive. Dieser Abschnitt wird mit Fug und Recht als eine der schönsten Küstenstraßen der Welt angesehen - die Aussicht auf die Berge und den Küstenverlauf ist einfach traumhaft. Bis hierhin war auch das Autofahren für K1 kein Problem gewesen dank durchgehender Bespaßung durch einen Elternteil.









Auf den letzten Kilometern bis Betty’s Bay wurde es mit der Laune etwas schwieriger, aber sobald wir dann dort herumlaufen konnten, war die Laune natürlich wieder oben. Wir hatten versuchten unser Auto so zu parken, dass wir es möglichst lange/gut sehen können, nachdem wir ja all unsere Sachen drin hatten und das Auto über keine Kofferraumabdeckung verfügt. Es war aber auf dem Parkplatz doch einiges los, so dass wir uns relativ sicher dabei fühlten, das Auto für einige Zeit alleine zu lassen.









Die Lage von Betty’s Bay und die verstreuten Ferienhäuser gefielen uns außerordentlich gut. Bis auf die Felsen und Berge im Hintergrund hätte man genauso gut an Nord- oder Ostsee sein können. Auch nachdem wir jetzt doch recht viel von Südafrika kennengelernt haben, halten wir diese Ecke für eine der Gegenden, wo wir uns am meisten vorstellen könnten, einmal dort zu leben.

Der Eintritt für den Board Walk war lächerlich gering, es war zwar nicht wenig los, aber alles war deutlich entspannter als in Simon’s Town. Die Stimmung mit der Brandung und zahlreichen Seevögeln gefiel uns sehr gut. Oft wird ja Boulder’s Beach und Betty’s Bay verglichen oder danach gefragt, was besser ist. Das lässt sich meines Erachtens nicht pauschal beantworten. Viel hängt davon ab, wann man da ist, weil davon abhängt, wie viele andere Besucher da sind. Generell ist es in Betty’s Bay natürlich deutlich leerer und kein Massenbetrieb wie manchmal in Simon’s Town. Dafür ist der Strand in Simon’s Town mit dem Blick über die False Bay auch ohne Pinguine schon ein echter Traumstrand, der eher an die Seychellen erinnert. Je nach Jahreszeit kann man vor Ort sogar noch Baden gehen. Die Kolonie ist deutlich größer. Betty’s Bay punktet dafür mit der Anfahrt über den Clarence Drive und deutlich entspannteren Beobachtungsmöglichkeiten (und ohne Wildcard mit günstigerem Eintritt). Wir würden nach Möglichkeit immer beide Kolonien besuchen 🙂











Anschließend machten wir uns auf den weiteren Weg nach Agulhas. Wir entschieden uns für die laut Google Maps schnellere Route zurück zur N2 bei Botrivier. Bei der Auffahrt erwischten wir leider die falsche Richtung (ohne dass es wahrnehmbar vorher in die richtige Richtung abgegangen wäre, war man plötzlich auf der N2 Richtung Kapstadt). Leider zog es sich, bis die nächste Ausfahrt kam.

Der Fehler sollte sich jedoch rückblickend als Glücksfall herausstellen. Die erste Möglichkeit zum Umdrehen bot sich uns nämlich ausgerechnet beim Houw Hoeck Farm Stall. Da wir zwar die Einrichtung “Farm Stall” o. “Padstall” aus Berichten kannten, aber zugegebenermaßen auf unseren bisherigen Routen nie wahrgenommen oder besucht hatten, wagten wir einen Stop und erstanden leckere Pies, Gemüse und eine Riesenkiste wunderbar reifer Feigen. Wir lieben Feigen, es ist in Deutschland aber gefühlt unmöglich, richtig reife Feigen zu bekommen. Hier hatten wir, nachdem wir innerlich auf kaltes Herbstwetter eingestellt waren, nie mit (so leckeren und günstigen) Feigen gerechnet.

Der weitere Weg zog sich dann wieder etwas. Es ging endlos durch herbstlich kahle Felder Richtung Bredasdorp. Das mit dem Einschlafen im fremden Autositz wollte noch nicht so wirklich klappen, so dass wir zu diversen Tricks greifen mussten, bis K1 endlich schlief. In Bredarsdorp tankten wir nochmal (ungewohnt, einen so “kleinen” Tank im südlichen Afrika zu haben und keinen riesigen Doppeltank mit >100l) und fuhren weiter nach Agulhas. Der Ort entpuppte sich als reine Aneinanderreihung von unzähligen (verwaisten) Ferienhäusern, wirklich charmant empfanden wir ihn nicht.

Wir checkten am Sanparks Büro ein, nahmen den leider eingerüsteten Leuchtturm war und rumpelten langsam über eine unterdurchschnittliche Gravelroad zum Restcamp. Wir hatten ein 2-Bett-Chalet gebucht. Die Chalets sind toll gebaut, bieten eine einmalige Aussicht und zählen sicher zu dem Besten, was Sanparks zu bieten hat. Die sich je nach Stand der Sonne wandelnde Aussicht ist grandios. Dank Corona-Rabatt zahlten wir hier nur 876 Rand pro Nacht..











Später machten wir noch einen kleinen Spaziergang runter zum Strand und verbrachten dort etwas Zeit. Es war weiterhin schön sonnig, allerdings war der Wind bisweilen etwas frisch.















Teil 1302. Mai 2025

Tag 8 02.05.2022 Agulhas Restcamp

Der Tag begann mit wunderbarem Sonnenschein. Zwar war es morgens noch zu frisch, um auf dem Balkon/Terasse zu frühstücken, aber glücklicherweise schien die Sonne auch durch das Fenster auf den Frühstückstisch (ich liebe frühstücken in der Morgensonne - das gibt einem gleich einen wunderbaren Start in den Tag. Leider gibt es das viel zu selten, weil entweder zu warm oder zu kalt..).



Auf der Terrasse besuchte uns ein neugieriges Frankolin.

Anschließend fuhren wir zum Kap Agulhas und besuchten das Schiffswrack. Es war windig, aber ohne Jacke gut auszuhalten. In den zahlreichen Brackwasserpfützen der Felsen fanden sich viele Schnecken, Muscheln und andere spannende Dinge.









Daraufhin fuhren wir weiter nach Struisbaii zum Hafen in der Hoffnung, den/die ansässigen Robben zu sehen. Auch wenn der Hafen in Berichten immer sehr positiv beschrieben wird, machte der Ort (vielleicht aufgrund der Jahreszeit) auf uns einen eher trostlosen Eindruck und lud jedenfalls nicht zum längeren Verweilen ein. Durch den Wind war das Wasser leider zu aufgewühlt, so dass man außer ein paar dunklen Schatten nichts erkennen konnte. Wir fuhren daher wieder zum Mittagessen zurück zum Restcamp.



Anschließend machten wir uns auf eine kleine Wanderung im Restcamp. Der Park bietet eine Handvoll kleiner Wanderrouten, die gut markiert und zu finden sind (aber nur von Bewohnern des Camps begangen werden dürfen).

Der Weg schlängelte sich durch Dünen und Küsten-Fynbos, war einfach und traumhaft.











Wir fanden eine große Spinne (vielleicht kann sie jemand bestimmen) und eine leider tote Schlange.







Anschließend verbrachten wir nochmals einige Zeit am Strand bei der Suche nach interessanten, angetriebenen Dingen. Später versuchten wir nochmals, bei einem Spaziergang mit Buggy durch das Camp, K1 zum Schlafen zu bringen. Es sollte der letzte Einsatz des Buggys werden - so viel zur Sinnhaftigkeit eines Buggys beim Reisen mit Kleinkind.





Fazit Agulhas Restcamp:

Lage und Unterkunft sind schlicht traumhaft. Mag sein dass manche Unterkunft in Agulhas selbst mehr Luxus bietet, aber deswegen sind wir ja nicht in Südafrika. Im oft vorgenommenen Vergleich mit De Hoop kann man nur sagen, dass beides nicht wirklich vergleichbar ist. Beide bieten vollkommen unterschiedliche Erfahrungen. In De Hoop grüne Wiesen, Tiere und kapholländische Architektur, riesige Dünen, eine beschwerliche Anfahrt über Gravel und doch gesalzene Preise, im Agulhas Restcamp Küsten-Fynbos und traumhafte Sonnenuntergänge und -aufgänge, eine einfachere Anfahrt, mehr Einkaufs/Essensmöglichkeiten und deutlich günstigere Preise.

Teil 1402. Mai 2025

Tag 9 03.05.2022 Wilderness Ebb & Flow Restcamp

Heute stand eine längere Fahrt-Etappe auf dem Programm. Auch heute wurden wir beim Frühstück von Federvieh besucht. Anschließend machten wir nochmals einen kurzen Stop beim Kap selbst, da es aufgrund Nebel/Gischt und Sonne eine sehr tolle Lichtstimmung gab.







Es ging zunächst über Bredasdorp Richtung Swellendam zurück zur N2 und dann unendlich lange der N2 entlang. Bei einem Rastplatz kurz vor Mossel Bay gab es (für die Erwachsenen) Mittagessen bei Wimpy’s und einen schönen Spielplatz. Dann ging es wieder weiter. Besondere Erinnerungen an diesen Abschnitt haben wir nicht. An George vorbei ging es schließlich bis Wilderness.







Bei der Anfahrt sah man von oben schön den endlosen Strand, für einen Stop am Viewpoint hatten wir jedoch aufgrund der langen Fahrt keine Lust mehr, sondern fuhren direkt zum Ebb & Flow Restcamp.

Wilderness bietet diverse Unterkünfte in sämtlichen Preislagen. Es gibt gefühlt eine auffällige Häufung von Unterkünften, bei denen Kinder nicht erwünscht sind. Wir entschieden uns gegen eine private Unterkunft im Ort und für das staatliche Restcamp, da es im deutschsprachigen Internet nahezu keine Erfahrungen hierzu gab, die Bilder und Infos von südafrikanischer Seite jedoch recht vielversprechend waren. Zudem sind die Entfernungen klein und man kann diverse Wanderungen direkt vom Camp aus starten. Nicht zuletzt war auch der rabattierte Preis von 62 € pro Nacht für ein großes 4-Bett Chalet attraktiv.

Im Camp gibt es einen großen Zeltplatz am Fluss unter schönen Bäumen, diverse Blockhäuser auf Stelzen mit Blick ins Schilf und eine Reihe größerer, gemauerter Häuser. Alles wirkte gut gepflegt und organisiert. Unser Haus besaß mehrere Zimmer und eine etwas schmal geratene Terasse mit Blick auf die Wiese vor dem Haus. Im Laufe der Tage konnten wir aus dem Fenster bzw. von der Terasse aus viele Vögel sehen.







Wir machten noch einen Spaziergang durchs Camp, besuchten den Spielplatz des Camps und mussten abends erstmals aufgrund der Temperaturen die Klimaanlage zum Heizen anschalten. Dies funktionierte hier halbwegs zufriedenstellend (jedenfalls besser als Radiatoren, E-Heizungen etc.).







Teil 1502. Mai 2025

Tag 10 04.05.2022 Wilderness Ebb & Flow Restcamp

Der Morgen begann leicht neblig, es setzte sich jedoch schnell die Sonne durch. Wir beschlossen, als erstes den Half-Collared Kingfisher Trail Hike zu gehen. Hierfür konnten wir direkt vom Haus aus losgehen und konnten das Auto stehen lassen.

Die Wiesen im Camp waren von hunderten kleiner Spinnennetze überzogen.



Der Weg überquerte erst den Fluss..



.. und führte dann flussaufwärts durch einen wunderschönen Wald.







Wir hörten und sahen schließlich zahlreiche Knysna Turacos, über die wir uns sehr freuten - gehören sie doch zu den schönsten Vögeln, die das südliche Afrika zu bieten hat. Das Fotografieren war nicht immer einfach, da sie zum Teil hoch oben in den Bäumen saßen und ständig herumflogen.



Auch zahlreiche andere Vögel zeigten sich.







Die Bäume wirkten zum Teil wie in einem "richtigen" Regenwald.



Glücklicherweise gelang mit etwas Geduld doch auch noch das ein oder andere zufriedenstellende Bild eines Knysna Turacos.







An verschiedenen Stellen waren abartig viele - kleine - Heuschrecken an einzelnen Pflanzen versammelt.



Die Wanderung endete an einem - unspektakulären - Wasserfall, der für sich genommen sicher keine Wanderung rechtfertigen würde, jedoch ist der Weg für sich genommen toll.

Mittags waren wir zurück im Camp und fuhren in den Ort auf der Suche nach Mittagessen. Google Maps verleitete uns dazu, ein Fish&Chips Laden auszuprobieren. Mit unserem Essen setzen wir uns an den Strand, anschließend wurde etwas im Sand gebuddelt. Der Strand war nahezu menschenleer, ab und an kam ein Spaziergänger vorbei. Auch die Wassertemperatur wurde überprüft. Leider zog irgendwann Nebel auf und hüllte die Hänge und später alles in dichten, kalten Nebel.









Wir verzogen uns daher irgendwann ins Haus zurück und mussten erneut die Klimaanlage zum Heizen bemühen.

Teil 1602. Mai 2025

Tag 11 05.05.2022 Wilderness Ebb & Flow Restcamp

Auch der heutige Tag startete sonnig.





Nach dem schönen gestrigen Trail wollten wir uns heute den nächsten Trail in Form des Brownhooded Kingfisher Trails vornehmen. Hierzu fuhren wir ein kurzes Stück “hinten rum” auf kleiner Straße durch traumhafte Seenlandschaft zum Startpunkt.

Auch diese Wanderung führte letztlich ein Tal entlang und war wunderschön, viel im Wald aber auch mit ein paar Aussichtspunkten. Auch hier gab es wieder zahlreiche Vögel zu sehen.





Aber auch die Natur im übrigen war überaus attraktiv.







Erneut beglückte uns ein Narina Trogon - diesmal reichte es sogar zum Beweisfoto.







Anschließend fuhren wir zum Malachite Bird Hide. Der Hide ist sehr schön angelegt. Auf dem Weg rein gab es kurz eine Schlange zu sehen, die über den Weg huschte, sie konnte jedoch weder von uns noch von einer anderen Gruppe, die gerade den Hide verließ, belastbar identifiziert werden. Der Hide selbst liegt sehr schön, man hat eine gute Sicht.

Wir hatten Glück und konnten längere Zeit den Namensgeber des Hides beobachten.









Es gibt hier im “Hinterland” zwischen Ort und Bergen ein paar Unterkünfte, die aufgrund ihrer Lage deutlich interessanter wirken als viele direkt im Ort (und damit nahe an der N2, die direkt durch den Ort geht).

Sobald es langweilig wurde, machten wir uns auf die Suche nach dem Rondevlei Hide, konnten den Zuweg jedoch nicht finden. Da uns die Essens-Optionen in Wilderness nicht zusagten (nicht dass es dort nichts gutes zu Essen gäbe, vermutlich im Gegenteil - es wirkte nur jedenfalls nichts so, als ob wir da mit kleinem Kind für kleines Geld was Nettes bekommen könnten. Vielleicht haben wir auch nur nicht gut genug gesucht), fuhren wir die N2 entlang zum Timberlake Village - hauptsächlich, weil es dort eine gute Bäckerei geben sollte. Die Abfahrt war es abenteuerlich, da genau an dieser Stelle gerade eine Lange Baustelle an der N2 war, vor Ort fanden wir jedoch gute Parkmöglichkeiten und eine Reihe kleinerer Shops mit Kunsthandwerk und Cafes, die einen sehr netten Eindruck machten. Wir aßen eine Kleinigkeiten und stöberten in den Shops.

Die gesuchte Bäckerei (Heritage Bakery) befand sich jedoch für uns ohne riesigen Umweg unerreichbar auf der anderen Seite / Fahrspur der N2.

Zurück in Wilderness ging es auf den Spielplatz des Camps, ehe uns der nachmittags wieder aufkommende Nebel irgendwann zurück ins Haus vertrieb.



Fazit Wilderness u. Ebb & Flow:

Uns hat die Natur um Wilderness außerordentlich gut gefallen. Es gibt zahlreiche Wandermöglichkeiten in traumhafter Natur mit vielen Vögeln. Es gibt Bird Hides, einen schönen Strand, Einkaufsmöglichkeiten und wohl auch Essensmöglichkeiten. Wir hatten etwas Pech mit dem Wetter dahingehend, dass es ab nachmittags immer neblig und kalt wurde. Das liegt aber natürlich auch an der Jahreszeit. Wir würden Wilderness, auch wenn wir die anderen Orte nur von der Durchfahrt kennen, wegen der Natur immer Knsyna oder Plettenberg vorziehen. Der Ort selbst ist nicht sonderlich attraktiv, da von der N2 durchschnitten, aber sowohl die Unterkünfte direkt am Strand als auch im Hinterland sind sehr naturnah, ruhig und vielfältig. Der Supermarkt ist nicht riesig, man wird aber für Standardsachen fündig. Zur Not wäre George auch nicht ewig weit weg.

Auch das Ebb & Flow Restcamp würden wir jederzeit wieder wählen (allein schon wegen der vielen Möglichkeiten im Camp), aber möglicherweise eher eines der Cabins auf Stelzen, wenn wir den Platz im Chalet nicht brauchen. Es war zwar alles da und funktionierte, auch die Sauberkeit war in Ordnung. Aber es fehlte irgendwie jeglicher Charme oder Aussicht.

Teil 1702. Mai 2025

Tag 12 06.05.2022 Storms River Mouth Restcamp

Heute sollte es wieder weitergehen in Richtung Tsitsikamma Nationalpark, wo wir glücklich darüber waren, eines der Honeymoon Chalets ergattert zu haben - zu einem Preis von rund 82 € pro Nacht. Auch hier gab es wieder saftige Rabatte durch Sanparks.

Zunächst hielten wir jedoch nun endlich bei der Heritage Bakery (wegen der Baustelle nur von der Fahrspur Richtung Osten aus zu erreichen - bei Google Maps sieht es so aus, als sollte es regulär von beiden Seiten erreichbar sein) und deckten uns ein (mit was genau, weiß ich nicht mehr..). Anschließend fuhren wir weiter bis zum Robberg Nature Reserve.


Aussicht Richtung Plettenberg

Hier hatten wir im Vorfeld lange überlegt, ob wir es wagen können, ein vollgepacktes Auto über mehrere Stunden stehen zu lassen, auf einem Parkplatz, wo jeder Dieb weiß, dass die Insassen sich im Regelfall auf einer mehrstündigen Wanderung befinden.. Da es jedoch zunächst durch ein Gate in den Park ging und von dort nochmals einige hundert Meter bis zum Parkplatz, der zudem recht voll war und wir außerdem einen Parkplatz direkt vor einem Imbisswagen bekamen, erschien es uns sicher genug.

Wir entschieden uns für den Witsand Circuit, bei dem man alle wesentlichen Punkte erreicht.







Es war überraschend warm, fast heiß.




Wir sahen auch die Robben aus hoher Entfernung. Auch mal eine neue Perspektive - leider ohne Tele dabei.


Blick in Richtung unseres heutigen Tagesziels











Der Weg ist meist einfach, hat jedoch ein paar kleinere Kletterpassagen, die manch andere Besucher fast an ihre Grenzen stießen ließen und auf dem Rückweg einen etwas schmaleren Weg entlang einer Felswand. Insgesamt aber gut machbar für jedermann.



Die Aussicht ist schlicht traumhaft, es hat offensichtlich seinen Grund, warum die Wanderungen hier so beliebt sind.Man ist hier definitiv nie allein.

Am Ende gab es einen kleinen Imbiss und Brei am Parkplatz, bevor wir uns auf die weitere Strecke machten. Leider zog es nun immer mehr zu. Da wir uns anfangs nicht sicher waren, ob wir in Natures Valley oder im Storms River Mouth Camp bleiben sollten, machten wir noch einen Abstecher nach Natures Valley.







Wegen des Wetters vielleicht nicht ganz so attraktiv wie normal, aber es half für einen ersten Eindruck. Wir könnten uns sehr gut vorstellen, hier auch mal ein paar Tage zu bleiben.

Auf dem Weg zurück zur N2 lief uns ein Nyala über die Straße, das hatten wir bis dato auch noch nicht gehabt (und hier nicht erwartet).



Schließlich kamen wir im Tsitsikamme Nationalpark an und erhielten das Honeymoon Chalet Nr. 17, am Ende einer kleinen von der Hauptstraße abgehenden Straße. Die Lage des gesamten Camps, erst recht aber der Honeymoon Chalets ist echt atemberaubend. Direkt an der wellenumtosten, felsigen Küste, gefühlt schon fast in der Brandung. Die Chalets sind auch sehr schön angelegt und waren in vernünftigem Zustand. Einzig die Positionierung des Grills ist mal wieder etwas fragwürdig, betraf uns aber nicht.









Wir richteten uns ein und machen noch einen kurzen Spaziergang durchs Camp bis zum Shop/Restaurant um alles kennenzulernen.

Es ist weiterhin bewölkt, dennoch ist die Lichtstimmung im Kombination mit der Brandung wunderbar.










(hier sieht man noch mal schön die perfekte Lage)

Teil 1805. Mai 2025

Tag 13 07.05.2022 Storms River Mouth Restcamp

Für den heutigen Tag ist durchgehend Regen angesagt. Und so kommt es auch. Wir hatten ja damit gerechnet um diese Jahreszeit und hatten auch bewusst genug Zeit an allen Orten eingeplant bzw. wenig konkrete Ziele/Aktivitäten.



Leider war es auch lausig kalt im Chalet. Es gab zwar einen Radiator, der schaffte es aber allenfalls die Luft im Umkreis von einem Meter um ein paar Grad zu erwärmen.

Wir frühstückten daher erstmal ausgiebig mit leckeren Feigen, gutem Brot, Rührei und Speck.



Irgendwann ließ der Regen etwas nach und wir wagten uns für einen kleinen Spaziergang ins Freie. Auch jetzt wieder: unglaubliche Lichtstimmung.









Leider fing es dann wieder an und wir flohen zurück ins Haus für Mittagessen und Mittagsschlaf. Als es am späteren Nachmittag wieder aufhörte, wagten wir den Weg zu den Hängebrücken.








Aufgrund des Wetters war nahezu nichts los, leider fing es auf dem Rückweg wieder an zu regnen. Es muss auch solche Tage geben..

Die Hängebrücken sind schön angelegt, aber m.E. jetzt auch nicht soo spektakulär, als dass sie für sich genommen etwa einen Tagesausflug rechtfertigen würden - da glänzt eher das Camp als Ganzes und seine Wandermöglichkeiten.

Teil 1905. Mai 2025

Tag 14 08.05.2022 Storms River Mouth Restcamp

Der Tag begann mit einer wunderbaren Lichtstimmung. Reisen im Winter hat nicht nur den Nachteil, dass es früh dunkel wird, sondern auch den Vorteil, dass man auch zu halbwegs zivilen Zeiten die Chance hat, die ersten Lichtstrahlen des neuen Tags zu sehen.





Es wurde ein schöner, sonniger Tag. Wir machten uns auf den Weg zum Waterfall Trail, der einem Teil des Otter Trails folgt.

Zunächst ging es an den Campsites und Forest Huts vorbei zum Gebäude mit den Oceanettes. Die sind zwar auch sehr schön angelegt, allerdings wirkt das Gebäude mit seinem Hotel-Charakter wie ein Fremdkörper.



Anschließend geht es erst einen leichten Pfad durch schönen Wald, bisweilen etwas bazig, dann wird es interessanter. Der Weg führt zum Teil direkt über die Felsen neben der Brandung und erfordert immer wieder den Einsatz von Händen und Füßen, zudem muss man immer wieder mal überprüfen, ob man noch richtig ist. Manche Stellen sind vom Klettern her mit Kleinkind in der Trage vielleicht etwas grenzwertig.









Landschaftlich rentiert sich der Weg aber zu 100%. Es gibt mehrere atemberaubende Aussichten mit Felsen, Brandung und üppiger Natur.

Immer wieder werden wir von Klippschiefern neugierig beäugt.



Der namensgebende Wasserfall am Ende ist zwar ebenfalls recht nett, aber leider steht die Sonne grad etwas ungünstig für Fotos.





Wir waren wohl die ersten an diesem Tag auf dem Trail, erst auf dem Rückweg kamen uns eine Handvoll Leute entgegen.

Wir begegnen einigen Otter-Trail-Wanderern, die etwas ungläubig darauf reagierten, uns hier mit Kleinkind in der Trage anzutreffen. Der Grad zwischen “brave” und “stupid” ist manchmal sehr schmal - das sollte man sich bei aller schmeichelnden Wirkung solcher Worte immer bewusst sein.

Zurück im Camp genossen wir die wärmenden Strahlen der Sonne auf der Terrasse. Später besuchten uns auch hier Klippschiefer, die für große Begeisterung bei K1 sorgten.







Die untergehende Sonne sorgte erneut für traumhafte Lichtstimmungen..







Am Abend besuchten wir das Behelfsrestaurant im Zelt, was zur Abwechslung auch mal wieder ganz nett war, aber aufgrund einer Atmosphäre wie in einem leeren Bierzeltauch kein großes Highlight.

Fazit Storms River Mouth Restcamp

Das Camp ist voll und ganz zurecht oft ausgebucht. Die Lage sucht ihresgleichen. Die Lage der Honeymoon setzt dem nochmals eins drauf. Von etwaigem Trubel durch Tagesbesucher haben wir nichts mitbekommen, was aber auch an Wetter und/oder Saison gelegen haben mag. Oft wird der Park nur im Rahmen eines Tagesbesuchs besucht. Dabei verpasst man aber die unglaublichen Stimmungen bei Sonnenauf- und Untergang sowie die unterschiedlichen Stimmungen je nach Tageszeit und Wetter. Die Hängebrücken sind ganz nett, ja, aber haben weitaus weniger Eindruck hinterlassen als die Natur vor Ort in ihrer Gänze. Man muss mindestens einige Zeit dort verbringen und/oder auch einen der Trails oder mehrere ablaufen, um all das aufzunehmen.

Wir wären gerne noch mehr vor Ort gewandert. Die Zahl der Trails ist zwar begrenzt, aber es reicht für ein paar gemütliche Tage. Der Otter Trail muss unglaublich sein, aber auch fordernd. Irgendwann würden wir es aber dennoch gern angehen (auch wenn Südafrika so unglaublich viele einmalige Mehrtageswanderungen zu bieten hat).

Teil 2005. Mai 2025

Zwischenspiel - Kameraausrüstung

Da ich diesen Part in meiner Einleitung vergessen hatte und er für den ein oder anderen vielleicht nicht ganz uninteressant ist, wollte ich auch noch mal ein paar Takte dazu verlieren, wie wir kameratechnisch etc. unterwegs waren. Die Bilder sind eine bunte Kombination aus allen Quellen einschließlich Handys. Mal sieht man den Unterschied, mal nicht.

Wir hatten als Kameras für das "richtige" Fotografieren (d.h. bewusste Landschaftsaufnahmen mit ausreichend Zeit, Game Drives etc) eine Canon 5D MIV sowie als Backup eine Canon 70D dabei (beides seit vielen Jahren bewährt) und als Objektive dafür ein Tamron 24-70 F2.8, Canon 70-200 F4 II, Samyang 14mm F2.8 und Canon 100 - 400 F4 - F5.6 II.

Da das natürlich immer aller groß und aufwendig ist mit den DSLRs und wir vermuteten, dass es mit Kind ohnehin schwieriger werden dürfte mit dem Fotografieren, wurde vor dem Urlaub noch eine kleine Sony RX100 MK VI angeschafft als kleine "immer dabei" Kamera. Sie hat auf voller Linie überzeugt, auch der Zoom bis 200mm ist sehr praktisch. Die Qualität ist top. Klar haben die RAWs der Canon einen besseren Dynamikumfang, aber für eine so kleine Kamera ist das alles schon sehr nah am Optimum. Die meisten Bilder von Wanderungen o. Unterwegs (o. Landschaftsaufnahmen bei Game Drives) sind von der Sony RX100.

Wir hatten zudem einen Laptop, externe Festplatte und iPad dabei und konnten so regelmäßig Fotos sichern. Das iPad wurde faktisch überhaupt nicht genutzt; zum Recherchieren/Planen ist der Laptop viel praktischer und Autofahren/Fliegen/Game Drives gingen zum Glück auch ohne digitale Ablenkung gut.

Ich bearbeite Fotos idR mit Lightroom/Photoshop. Aus Zeitgründen mit Kind(ern) und der großen Menge an Fotos hier aber bei 98% der Bilder nur rudimentär (Belichtung, Kurven, Zuschnitt, Farbtemperatur..), zum Teil sind sie auch noch im Originalzustand.

Teil 2105. Mai 2025

Tag 15 09.05.2022 Addo Main Camp


Heute geht es bei strahlendem Sonnenschein weiter Richtung Addo. Wir hielten am Oudebosch Country Farm Stall, erstanden allerdings nichts außer einen Kaffee. Später machten wir Mittagspause am sehr empfehlenswerten “The Windfarm” Rastplatz mit großem Spielplatz kurz vor Port Elizabeth. Anschließend folgte ein Großeinkauf in der Western Bay Mall, ehe wir uns zum Colchester Gate des Parks auf machten.

Wir waren sehr gespannt, was uns erwarten würde, nachdem man von diesem Park recht viel liest und viele Positives hört, aber wir nicht einschätzen konnten, wir er uns im Vergleich zu anderen uns bekannten Parks gefallen würde. Zudem war es der erste Versuch, wie gut sich Game Drive und Kleinkind kombinieren lassen.

Die erste Überraschung war, wie grün alles war. Wir fuhren durch sattgrüne Wiesen, alle Büsche waren dicht belaubt. Hier hatten wir aufgrund der Jahreszeit mit mehr Herbst/Trockenheit gerechnet. Auch der Blick aus einem Nationalpark bis hin zum Meer war sehr ungewohnt. Leider hatten wir für die Colchester Section keine Zeit eingeplant.







Die Fahrt war als Game Drive mit Kind nicht repräsentativ, weil K1 relativ zeitnah einschlief. Wir sahen Warzenschweine, Zebras, Kudus, Strauße und einen einsamen Büffel. Mit dem ganzen Grün sehr schön und für uns ungewohnt anzuschauen. Elefanten sahen wir in etwas größerer Entfernung sowie an einem Wasserloch.





Hier sahen wir auch gleich, dass wir mit unserem Unterfangen nicht allein waren. Auch in anderen Autos sahen wir auffällig häufig Kinder zwischen wenigen Monaten und wenigen Jahren.

Im nördlicheren Teil gab es kaum offenen Landschaften (entlang unsere Route zum Maincamp), sondern viel dichten Busch auf beiden Seiten. Dennoch waren wir recht optimistisch bezüglich unserer kommenden 4 Nächte im Park.

Bei Ankunft im Camp stellten wir panisch fest, dass wir offenbar unsere Wildcard verloren hatten. Wir waren zuerst sehr happy gewesen, dass wir unsere mittlerweile einige Jahre alte Wildcard im Scheckkartenformat, die den langen Postweg bis nach Europa hinter sich gebracht hatte, wieder reaktivieren konnten und nahmen daher die Karte mit in den Urlaub, da sie gefühlt deutlich handlicher ist als ein ausgedruckter Zettel (den wir natürlich auch noch dabei hatten). Jetzt ist das Thema ja eh Geschichte, nachdem man alte Karten nicht wieder reaktivieren kann 🙁 Wir meldeten unseren Verlust an der Rezeption und baten darum, am Gate nachzufragen, ob sie dort gefunden wurde. Wir waren etwas geknickt. Auch wenn es sich nur um ein Stück Plastik handelt, ist es doch weitgereist und es hängen viele gute Erinnerungen daran..

Wir hatten ein CH2/4 Chalet gebucht, das uns grundsätzlich voll überzeugte. Einzig ein abgetrennter Schlafbereich wäre nett - aber das ist ja je nach Art der Unterkunft vollkommen üblich. Wir hatten auch etwas Aussicht, leider hauptsächlich auf Büsche.





Da es tagsüber schön warm war, wollten wir für diesen Urlaub erstmals Grillen (wir sind auch hier nicht die großen Griller und noch weniger die großen Fleischesser). Leider wurde es dann nach Sonnenuntergang doch frischer. Draußen Grillen und Drinnen essen ist irgendwie auch nur so mäßig entspannt. Aber da es irgendwie auch zu einem Urlaub im südlichen Afrika dazugehört (man braucht ja auch mal ein Grund, Feuer zu machen), muss es um die Jahreszeit halt so gehen.

Teil 2205. Mai 2025

Tag 16 10.05.2022 Addo Main Camp

Die erste wesentliche Frage beim Thema Game Drive mit Kleinkind ist die des Beginns am Morgen. Ohne Kinder gehörten wir zur Fraktion, die im Regelfall pünktlich zur Gate-Öffnung oder kurz darauf startet, aus Angst, sonst etwas verpassen zu können. Auch wenn es 2 Wochen am Stück sind. Es war von vornherein klar, dass das mit Kind nicht sinnvoll durchführbar ist.

Wir suchten also (auch intern) einen Kompromiss und tarierten diesen immer wieder neu aus. Da auch Schlafenszeiten von Kleinkindern nicht immer perfekt planbar sind, ist hier eh etwas Flexibilität nötig. Unsere Kinder gehören zum Glück nicht zu der Sorte, die immer bereits vor 6:00 Uhr wach sind, sondern zu der Sorte, die, wenn man früh aufstehen müsste/könnte, bis 07:30/08:00 Uhr schlafen und dann, wenn man ausschlafen könnte, um 06:30 Uhr wach sind.

Gate-Öffnung war im Mai um 06:00 Uhr, so dass wir uns als Kompromiss darauf verständigten, um 07:00 Uhr zu starten. Laut GPS kamen wir um 07:10 Uhr los. Die ersten Tiere sahen wir laut Fotos in Form von Büffeln um 08:30 Uhr.. Ob sich der Stress dafür lohnte?





Zum Frühstück unterwegs wurde für jeden jeden Abend eine Schüssel mit Overnight Oats mit Früchten sowie aufgeschnittenes Obst vorbereitet. So musste man in der Früh nur noch Kaffee/Tee kochen und alles ins Auto bringen. Eine Packung Kekse o.ä. für den kleinen Hunger zwischendurch oder vor einer ausgiebigeren Frühstückspause durfte auch nicht fehlen.



Insgesamt war der Morning Drive mäßig ergiebig. Wir blieben im nordwestlichen Teil des Parks. Neben den bereits genannten Büffeln sahen wir Elands und Kudus und frühstückten Hapoor Wasserloch.



Es folgten noch mehr Kudus, Ibisse, Kudus und der Rücken eines Elefanten.



Mittags erkundeten wir etwas das Camp. An der Rezeption fragten wir nach unserer Wildcard - sie war am Morgen am Gate gefunden worden und hatte bereits den Weg ins Main Camp gefunden. Sehr afrikanisch effizient im Hintergrund.

Dann sahen wir uns den recht schön angelegten Spielplatz an, danach gabs erstmal Mittagspause.









Trotz der beschränkten Sicht wegen der Büsche sah man immer wieder Tiere - aber auch im Camp.

Später drehten wir noch eine kleine Runde in der Hoffnung auf mehr Elefanten. Diesmal wählten wir den Nordosten und waren deutlich erfolgreicher.

Auch jetzt sahen wir wieder jede Menge Kudus und ein paar Büffel.





Wir freuten uns auch sehr über eine Gruppe Löffler - ich bin seit Kindesbeinen großer Fan dieser skurril anmutenden Vögel.



Auf dem Gora Loop haben wir dann wohl den aktuellen Elefanten-Hotspot gefunden. Wir konnten lange eine Elefantenfamilie im schönsten Abendlicht bewundern.











Teil 2305. Mai 2025

Tag 17 11.05.2022 Addo Main Camp

In der Nacht hörten wir mehrfach Löwen - mit so viel “Wildnis”-Erlebnis hatten wir hier überhaupt nicht gerechnet und freuten uns sehr über dieses Erlebnis. Es hat meiner Erachtens immer etwas zutiefst Berührendes, wenn man Nachts im Dunklen im Bett liegt und Löwen brüllen hört.

Nachdem der gestrige Morgen wenig ergiebig war und wir uns sagten, dass es im Park ohnehin nicht viele Tiere gibt, für die sich durch frühes Aufstehen die Chancen erhöhen (Katzen, Brownies etc.), verschoben wir den Start etwas auf 7:45 Uhr.

Auch diesmal war erst lange tote Hose. In manchen Parks scheint sich das frühe Aufstehen nur mäßig zu rentieren.

Sehr glücklich und überrascht waren wir dann über eine Gruppe Erdmännchen, auch wenn sie etwas weiter weg waren.



Kurz darauf gesellte sich eine Fuchsmanguste dazu.







Wir fuhren auf den Zurrkop Lookout und frühstückten dort. Auf dem Rückweg waren eine weitere Fuchsmanguste und ein Warzenschwein die einzigen Highlights. Insgesamt macht es die zum Teil dichte Vegetation nicht immer einfach, Tiere zu entdecken. Dafür ist das viele Grün natürlich traumhaft schön.

Mittags versuchten wir uns am Wäschewaschen. Früher gab es wohl mal in sehr vielen Sanparks-Camps Waschmaschinen und Trockner für die Gäste, das nimmt wohl jedoch immer stärker ab. Wir hatten das alles ausführlichst im Vorfeld recherchiert, da wir natürlich auf regelmäßiges Waschen angewiesen waren. Demnach sollte es im Addo eigentlich eine Maschine geben.

Die fanden wir auch, nur leider belegt. Wir versuchten es daher immer wieder einmal und hatten schließlich Glück. Später fanden wir heraus, dass es wohl eine Art informelles Wartesystem gibt, indem man seine Tasche/Korb abstellt. Es gab auch Trockner, deren Leistung war aber nicht wirklich überzeugend. Wir spannten daher ein paar Leinen vor unser Chalet.

Am Abend ging es erneut zum “Elefanten-Hotspot”.

Zunächst jedoch trafen wir wieder auf eine Reihe Erdmännchen.









Diesmal befanden sich noch mehr Elefanten vor Ort, alle super friedlich und entspannt. Sie kamen mal näher, waren mal weiter weg. Immer gut zu sehen und sie nahmen die Autos immer gut war.











Einzig ein einzelner Bulle, offenbar in Musth, machte die Herde sichtlich nervös und führte erst zu Unmutsäußerungen und schließlich zu einer Art Flucht. Kurz darauf war der Bulle jedoch wieder da und seine Hartnäckigkeit zahlte sich in evolutionärer Hinsicht aus.











Es ist gefühlt eher selten, dass man Elefanten jenseits von Wasserlöchern so lang und entspannt beobachten kann. Oft sieht man sonst nur einzelne Tiere einer Herde beim Essen, eine Gruppe als Ganzes längere Zeit zu beobachten war da sehr interessant.





Die Aussicht am Gora Loop am Abend über die Hügel (jenseits des Parks) ist auch für sich genommen bereits traumhaft, selbst ohne Elefanten. Man merkt zwar etwas Zivilisation außerhalb in Form von Farmen und Stromleitungen, es hält sich jedoch sehr in Grenzen.

Teil 2405. Mai 2025

Tag 18 12.05.2022 Addo Main Camp

Der heutige Game Drive begann nochmals etwas später gegen 08:00 Uhr. Wir hatten beschlossen zu warten, bis K1 von alleine aufwacht und erst dann aufzubrechen. Für heute hatten wir uns vorgenommen, nochmal weiter in den Süden vorzustoßen, da es dort weniger buschig war, weshalb wir uns bessere Sichtungschancen erhofften.

Wir fuhren ohne große Sichtungen bis zum Hapoor Dam, wo eine Herde Kudus weilte. Unweit davon fanden wir erneut eine Gruppe Erdmännchen, diesmal kurzzeitig deutlich näher, aber primär beim über die Straße laufen.





Am Marion Barree Waterhole gab es eine größere Versammlung von Elefanten beim Trinken. Hier blieben wir eine Weile stehen und beobachteten. Es war ein ständiges Kommen und Gehen.









Danach ging es kurz auf den Kadouw Lookout Point und einen weiteren Loop. Dort fanden wir dann die bis dato größte Autoansammlung im Park. Bisher waren es nie mehr als 3 oder 4 Autos an einer Stelle gewesen, in 95% der Fälle waren wir allein unterwegs.

Der Grund für den Auflauf war schnell ausgemacht. In einiger Entfernung lag ein Löwenmännchen im Gras. Leider so weit, dass man ihn gerade noch erkennen konnte. Als erste richtige Löwensichtung für K1 wollten wir das nicht so wirklich zählen lassen, da es weit außerhalb seiner Wahrnehmungsreichweite lag.







Auf dem Rückweg gab es für einige erstmal ein Mittagsschläfchen. Für andere gab es nochmals Elefanten, Zebras und Warzenschweine auf grüner Wiese, nochmals Elefanten am Wasserloch und schließlich einen Hasen.









Abends machen wir uns ein letztes Mal auf zu den Elefanten am Gora Loop. Wir fanden wieder rasch welche, wenn auch nicht gar so zahlreiche wie am Tag davor. Da wir zuvor noch packen mussten, kamen wir heute auch etwas später weg und die Runde wurde etwas kürzer. Zudem waren wir ja bereits vormittags recht lange unterwegs gewesen.











Neben den Elefanten beeindruckte uns heute erneut ein traumhafter Sonnenuntergang.







Zurück im Camp machten wir erstmals Bekanntschaft mit den negativen Auswirkungen des Load Sheddings. Wir hatten zwar schon zuvor Load Shedding Zeiten gehabt, jedoch immer zu für uns irrelevanten Zeiten tagsüber oder nachts. Jetzt war am frühen Abend alles weg. Das Camp hat zwar normalerweise einen Generator, dieser war aber gerade defekt.

Wir wollten heute eigentlich im Cattle Baron essen, da unsere Vorräte reduziert waren, aber auch dort war man auf den Generator eingestellt, versicherte uns aber, dass es zeitnah wieder gehen würde. Wir setzten uns daher noch ein wenig ans campeigene Wasserloch, auch wenn dort nichts los war, ehe wir zum Essen gehen konnten.

Teil 2505. Mai 2025

Tag 19 13.05.2022 Graaf-Reinet - Valley of Desolation

Am morgen machten wir uns auf einen letzten kurzen Morning Drive. Wir sahen Red Hartebeest, Kudus und erneut eine Gruppe Erdmännchen in mittlerer Entfernung.







Wir waren insgesamt zugegebenermaßen positiv überrascht, im Park so viele Erdmännchen zu sehen und hatten ehrlich gesagt überhaupt nicht damit gerechnet. Für uns gehören sie irgendwie zur Kalahari - dass sie in den Karoo-mäßigeren Landschaften ebenso zuhause sind, ist anhand der Verbreitungskarten natürlich klar, war uns aber nicht bewusst. Umso schöner natürlich dann die Sichtungen.

Fazit Addo

Der Park bietet echte und authentische Game Drive Erfahrungen auf eigene Faust. Elefanten lassen sich hier so gut und friedlich beobachten wie wahrscheinlich an wenigen Stellen in Afrika. Das übrige Wildlife ist “gefühlt” etwas eingeschränkt. Außer Kudus, Büffeln, Zebras und Warzenschweinen (sowie einem Löwen) gab es gefühlt keine größeren Tiere. Auch waren wir doch überrascht (nachdem wir das südliche Afrika bis dato kaum Grün kannten), wie dicht Büsche sein können, wenn sie komplett belaubt sind bzw. wie schwer es dann sein kann, Tiere zu sehen, selbst wenn sie fast neben einem stehen. Umgekehrt sieht das Grün natürlich viel toller aus als das ewige Gelb-Braun.

Das Main Camp ist super, auch unsere CH2/4 Unit würden wir jederzeit wieder wählen. Die Hütten direkt am Wasserloch sind aber auch top. Wir würden bei einem erneuten Besuch natürlich auch das Camp im Süden, die Colchester Area und eine Wanderung in derZuurkop Section angehen.

Einen Guide braucht man m.E. definitiv nicht, außer man ist nur einen Tag im Park und möchte die Gewissheit, so viel wie möglich zu sehen. Unsere 4 Nächte waren optimal, um in Ruhe die verschiedenen Ecken kennenzulernen (und nicht mal das haben wir geschafft), entspannt Tiere zu kucken und sonst nichts zu tun.

Auch K1 machte sich hervorragend und zeigte einerseits gutes Durchhaltevermögen bei Game Drives und andererseits großes Interesse an Tieren. Lediglich was die Fotografie betraf, merkte man die Einschränkungen durch ein Kind doch deutlich. Einer musste sich immer um das Kind kümmern und konnte währenddessen nicht fotografieren/beobachten/genau zuschauen. Wir versuchten, das fair zu verteilen, aber es klappt natürlich nicht immer, auch weil weder Sichtungen noch kindliche Launen planbar sind. Auch dass eine vermeintlich super Szene durch ein herumkletterndes Kind torpediert wird, gehört dazu.

Anschließend verließen wir den Park am Main Camp und fuhren zunächst ein kurzes Stück auf der R342 nach Süden und bogen kurz vor Addo auf eine kleine Straße durch Farmland und Gewächshäuser links und rechts ein, die uns trotz mittelmäßigem Gravel vertretbar erschien. Dann bogen wir auf die R336 ein und fuhren über Kirkwood zur R75.

Wir hatten uns natürlich vorbereitet und wussten um die potentiellen Gefahren in der Gegend. Im gesamten Tal entlang der R335 hatte es wenige Monate zuvor längere, gewalttätige Proteste von Farmarbeitern gegeben, die - wohl nicht ganz zu Unrecht - gegen die Arbeits- und Lebensbedingungen aufbegehrten.

Wir waren daher froh, als wir die Orte und landwitschaftlichen Fläche hinter uns lassen konnten und auf der R75 meist geradeaus durch traumhafte Karoo-Landschaft fahren konnten. “Leider” war K1 recht schnell eingeschlafen. Das ermöglichte uns eine ruhige, entspannte Fahrt nach Graaf-Reinet, dafür fielen etwaige Fotostops unterwegs aus. Auch das ist ein Nachteil von Road-Trips mit Kind (außer jenen, die definitiv nicht aufwachen wenn man plötzlich anhält und ggf. sogar aussteigt. So sicher/tief war der Schlaf im Auto bei unseren nie - außer man war am Ziel angelangt und sie schliefen noch..).

Graaf-Reinet war dann wieder überraschend trubelig mit recht viel Verkehr. Es gab einige nett anzusehende Häuser und auch die Hauptkirche ist wohl einen Besuch wert. Da es überall wuselig war, hatten wir keinen Nerv für einen längeren Stop im Ort und holten lediglich kurz etwas bei Wimpy mit dem Ziel, gleich weiter zum Valley of Desolation zu fahren.





Nach dem Verzehr unserer hochqualitativen Mahlzeit bei angenehmen Temperaturen und schöner Aussicht auf einem Picknickplatz kurz hinter dem Parkgate fuhren wir den Weg bis zum Parkplatz des Valley of Desolation durch ein ebenfalls ungewohnt grünes Tal.





Oben spazierten wir die diversen Viewpoints entlang. Sowohl die Felsformationen als auch die Aussicht sind definitiv einen Abstecher hierher wert.













Anschließend fuhren wir wieder in die Stadt und machten uns auf die Suche nach unserer Unterkunft. Wir hatten über AirBnB ein Haus in einer ruhigen Seitenstraße gemietet für wenig Geld. Insgesamt gibt es eine sehr vernünftige Auswahl an durchaus sehr netten Unterkünften in und um die Stadt.

Zunächst gab es Probleme mit dem Schlüssel, bis wir herausfanden, dass der Schlüssel zunächst nur die Garage aufsperrt und man sich von dort weiter nach Innen vorarbeiten muss. Erst später gelang es uns auch, die Eingangstür und die Burglar Door zu öffnen.

Das Haus selbst war sehr schön, auch die Einrichtung. Leider war die Küchenausstattung vom Typus “Zuletzt 1950 genutzt” und war in traurigem Zustand. Lediglich im Schlafzimmer gab es die Möglichkeit, mit Klimaanlage zu heizen. Im Küchen/Essbereich war es zapfig kalt - da eines der Fenster vollkommen fehlte - bei erwarteten Nachttemperaturen von um die Null Grad.. Wir versuchten, es mit mit Karton etwas abzudichten. Der Kommentar vom Vermieter dazu war lediglich: ist bekannt und neu bestellt, kann man nix machen.











Insgesamt war die Unterkunft somit eher naja - schön anzusehen, im praktischen Nutzen, vor allem im Winter, eher fragwürdiger.

Teil 2605. Mai 2025

Tag 20 14.05.2022 Graaf-Reinet

Wir hatten für heute einen weiteren Tag in Graaf-Reinet geplant, da wir so wenig 1-Night-Stops wie möglich wollten und zudem der Game Viewing Area des Camdeboo National Parks eine Chance geben wollten. Hierzu las man recht wenig, was man aber las, klang eigentlich relativ positiv.

Nach einer sehr kalten Nacht, in der wir zwischen frieren und extrem lauter Klimaanlage wechselten, wurde es am Morgen wunderbar sonnig, so dass wir sogar auf der Terasse in der Morgensonne frühstücken konnten.

Danach fuhren wir zur Game Viewing Area und sahen in sehr schöner Landschaft Vervet Monkeys, Springböcke und - für uns eine Sichtung - Weißschwanzgnus.

















Vor allem die Landschaft wusste durch die verschiedenen Schattierungen aus Grün, Gelb und Bunt sowie den Bergen im Hintergrund zu begeistern.







Gegen Mittag fuhren wir wieder zurück zum Haus, machten Mittagsschlaf und verbrachten den Nachmittag im schönen Garten des Hauses bei angenehmen Temperaturen.





Teil 2706. Mai 2025

Tag 21 15.05.2022 Mountain Zebra National Park

Für heute hatten wir nur eine verhältnismäßig kurze Strecke bis zum Mountain Zebra National Park zu bewältigen. Wir fuhren daher nach dem Frühstück zunächst nochmal zur Game Viewing Area.



Dort fanden zusätzlich zu Gestern Helmperlhühner sowie - zu unserer großen Freude - erneut Erdmännchen. Sie kamen diesmal sehr nah ans Auto und rannten zum Teil immer wieder in die eine oder andere Richtung ums Auto herum. So konnten wir und auch K1 sie in aller Ruhe beobachten.















Anschließend ging es direkt weiter Richtung Cradock. Auch hier wieder - sehr angenehm zu fahren, super Straßen, kaum Verkehr, traumhafte Landschaft. Leider wollte K1 partout nicht einschlafen, so dass die Stimmung irgendwann etwas zäh wurde.



In Cradock mussten wir zunächst noch für unsere Zeit im MZNP einkaufen, was wir im örtlichen Super Spar erledigten. Anschließend fuhren wir zum Park, checkten ein bezogen unsere “FA4” Unit mit traumhafter Aussicht und sehr guter Ausstattung. Preisleistungstechnisch auch sehr weit oben in der Sanparks-Skala.









Zudem klärten wir an der Rezeption noch, ob kurzfristig für einen der nächsten Tag ein Cheetah Tracking stattfinden würde und buchten es für mich für den nächsten Tag.

Vor Ort klappte es dann endlich mit dem Mittagsschlaf, anschließend gab es ein ausgiebiges Mittagessen mit Rührei und Speck auf der Terasse. Dabei konnten wir immer wieder kleinere Tiere, Vögel oder Mäuse beobachten.

Anschließend spazierten wir etwas durchs Camp, am Abend stand dann wieder Grillen - diesmal bei toller Aussicht - auf dem Programm. Leider war es auch hier wieder deutlich zu kalt, um draußen essen zu können.



Es gab Käsegriller und Boerewoors (meist “naja”) sowie Lamm (von solch einem Preisleistungsverhältnis für Lamm kann man in Deutschland nur träumen..).

Teil 2806. Mai 2025

Tag 22 16.05.2022 Mountain Zebra National Park

Die Nacht war teilweise sehr kalt. Wir versuchen es mit dem Heizlüfter, die Decken sind zu dünn.

Für mich geht es bereits früher am Morgen los zum Cheetah Tracking. Ich bin großer Geparden-Fan und habe irgendwie trotz einer Handvoll Sichtungen immer noch das Gefühl, Geparden nie “richtig” gesehen zu haben. Meist nur sehr kurz oder sehr weit weg - kein Vergleich zu nahezu allen anderen Katzen. Geparden kamben irgendwie immer ein wenig zu kurz. Oder jedenfalls bilde ich mir das ein. Daher wollte ich unbedingt das Cheetah Tracking mitmachen, da dies ja zumindest sehr gute Chancen bot, einem Gepard sehr nahe zu kommen.

Das Thermometer (ich weiß nicht mehr welches und wo - es steht nur so in den Notizen..) zeigte 3 Grad. Ich war maximal dick eingepackt. Lange Unterhose, wärmendes Baselayer, Fleece- und Regenjacke. Für mehr gabs kein Platz auf Packliste.. Prioritäten und so..

Neben mir war noch ein französisches Pärchen mit dabei. Anfangs war es ganz in Ordnung temperaturtechnisch, beim Fahren im offenen Fahrzeug wurde es jedoch schon recht frisch. Wir fuhren ein Stückchen und testeten immer wieder, ob ein Signal empfangen wird. Sobald wir stehen blieben, war es in der Sonne ganz erträglich.



Nach nicht allzu langer Zeit meinte unser Guide, dass wir er ein gutes Signal habe und wir aussteigen würden. Wir gingen einen Hügel hinauf, horchten immer wieder. Dann gingen ein Stück am Hang entlang. Nach kurzer Zeit hieß es “There she is!, Right in front of you!” und unser Guide zeigte auf ein Gebüsch ein paar Meter vor uns. Ehrlich gesagt, war nichts zu sehen. Es gab ein, zwei Stellen wo man etwas erahnen konnte.

Wenn man nicht gewusst hätte, dass dort ein Tier liegt - keine Chance es zu sehen. Glücklicherweise hob sie ab und an kurz den Kopf, so dass man etwas sehen konnte. Als sie nach einiger Zeit offenbar unruhig wurde, gingen wir wieder zurück zum Auto.





Einerseits hatten wir wohl Glück, weil wir nicht lange suchen mussten, andererseits war es sehr schwer, überhaupt etwas zu sehen.

Insgesamt waren wir keine 200 Meter Luftlinie von der Straße entfernt. Von unten war, selbst wenn man genau wusste, wo die Gepardin lag, nichts zu erkennen.


(na, wer findet den Geparden?)

Nach der Rückkehr ins Camp gingen wir noch gemeinsam auf einen kleinen Game Drive bis zum Ubejane Loop und wieder zurück. Wir sahen Mountain Zebras, Hartebeest und Erdhörnchen.







Anschließend machten wir Mittagspause und legten uns für Mäuse und Vögel auf der Terrasse auf die Lauer. K1 war fleißig mit dabei. Auch Ameisen und anderes Kleingetier wurde fleißig inspiziert.









Nachmittags ging es wieder auf Game Drive. Den ersten Stop gab es bereits nach ein paar Metern noch im Camp, um eine Schildkröte zu beobachten, die die Straße überquerte.



Danach fuhren wir auf die Hochebene am Rooiplaat Loop. Die Auffahrt zum Loop war relativ steil, bisweilen musste man trotz Teer/Platten etwas aufpassen, nicht aufzusetzen, insgesamt aber machbar. Oben war der Weg bisweilen an ein paar ausgewaschenen Stellen auch kritisch ohne überragende Bodenfreiheit, aber mit Umsicht und langsamer Fahrweise machbar. Für uns, die wir zuvor im südlichen Afrika nur mit Allradfahrzeugen unterwegs gewesen waren, ein ganz neues Gefühl.







Landschaftlich ist der Park schlicht und ergreifend traumhaft und ich würde ihn sehr gerne irgendwann einmal in Grün erleben.

An Tieren sahen wir die namensgebenden Zebras, Springböcke, Weißschwanzgnus und Blessböcke, zum Teil im wunderbarsten Abendlicht. Sehr gefreut haben wir uns auch über eine Gruppe Blue Cranes.





















Insgesamt eine sehr idyllische Runde, nahezu ohne anderen Autos zu begegnen.

Teil 2906. Mai 2025

Tag 23 17.05.2022 Mountain Zebra National Park

In dieser Nacht waren wir schlauer und verwendeten zusätzlich die Wolldecken, die wir im Schrank fanden. Zudem heizten wir mit der Klimaanlage den Hauptbereich des Hauses und ließen die Zimmertür offen, was für etwas erträglichere Temperaturen sorgte. Man kam nicht umhin, die Energiesituation in Südafrika aus mitteleuropäischer Perspektive gerade zu abstrus zu finden (auch wenn uns die Hintergründe natürlich bekannt und bewusst sind). Da ist man mitten in einem Nationalpark, dazu eingerichtet um ein schützenswertes natürliches Habitat zu bewahren und versucht mit Kohlestrom ein Haus halbwegs warm zu halten, das ungedämmt ist und befeuert damit zugleich den Klimawandel (selbstverständlich auch mit Flügen und Autofahren), der das Habitat gefährdert.. Man würde sich wünschen, dass wenigstens Sanparks es schafft, eine nachhaltigere Form der Bewirtschaftung der eigenen Unterkünfte auf die Beine zu stellen. Dass Sanparks das Knowhow dafür grundsätzlich hat (von der Heizthematik abgesehen), sieht man ja an diversen Unterkünften. Es fehlt halt ein wenig der gesamtheitliche Ansatz und natürlich das Geld.

Am Morgen frühstückten wir zunächst gemeinsam, dann fuhren wir wieder zunächst Richtung Ubejane Loop und dann über die Link Road auf den Rooiplaat Loop. Unsere Nachbar, ein älteres Ehepaar, teilte uns mit, dass in den letzten Tagen immer wieder entlang der Link Road Löwen gesichtet worden seien. Sie selbst waren übrigens seit über 40 Jahren regelmäßig in den Park und erzählten davon, wie sie mit ihren Kindern, als diese noch klein waren, im Park zelteten.

Für uns hielt die Link Road leider keine Löwen bereit, dafür erstmals im Park Kudus und ein einzelnes Erdmännchen auf Wache.








Oben auf dem Plateau gab es erneut Zebras und dann, wieder eine Gruppe Erdmännchen. So langsam kam uns das fast normal vor, überall auf Erdmännchen zu stoßen.. Dafür hatten wir zum Beispiel 2019 bei über 2 Wochem im KTP kein einziges zu Gesicht bekommen..






Außerdem sahen wir erneut größere Springbockherden, deren Mitglieder sich vereinzelt im Prunken übten (leider je nach Geschwindigkeit der eigenen Kamera nur sehr schwer zu fotografieren..).

Zurück im Camp machten wir uns ans Wäschewaschen (von Hand) und trockneten diese auf der Terasse. Heute wehte ein warmer Wind, was uns eine schnelle Trocknung erhoffen ließ.







Anschließend machten wir uns bei tiefer stehender Sonne auf zum Black Eagle Hike. Man kann hier innerhalb des Camps eine sehr schöne kleine Wanderung unternehmen, die einen entlang des Hügels oberhalb des Camps führt und die ich nicht genug empfehlen kann, wenn man die richtige Tageszeit wählt. Der Weg ist einfach, manchmal durch höheres Gras, und bietet traumhafte Ausblicke auf die Landschaft.















Auf dem Rückweg sahen wir noch eine Gruppe Klippschliefer in der Nähe des Pools.



Zum Abendessen gingen wir in das kleine, aber sehr nette und ordentliche Restaurant. Der Innenraum könnte schöner sein, mutmaßlich sitzt es sich bei wärmeren Temperaturen aber draußen sehr schön. Weder über Service noch über Essen konnten wir klagen.



Nachdem K1 im Bett war, wollte ich eigentlich die Gelegenheit nutzen, hier in spektakulärer Umgebung ein paar Astro-Fotos zu machen - jedoch ohne jegliche konkrete Planung im Vorfeld. Leider stellte sich recht schnell heraus, dass der Mond viel zu früh und zu groß aufging, so dass es nur kurze Übung war.







Nach all den Abenden in geschlossenen Räumen war es aber sehr schön, mal wieder einige Zeit im Freien der afrikanischen Nacht zu lauschen.

Teil 3006. Mai 2025

Tag 24 18.05.2022 Mountain Zebra Nationalpark

Heute planten wir, in die uns bisher noch unbekannte Richtung Süden/Westen auf Kranskop Loop zu fahren. Der Loop soll vor allem landschaftlich interessant sein und weniger Tiere aufweisen.











Dies bestätigte sich auch. Der Weg führt ein Tal entlang immer weiter hinauf in die Berge.

Wir sahen einen Sperber, der sich brav fotografieren ließ und einen einsamen alten, mürrischen Büffel. Auch ein sehr scheuer Trupp Vervet Monkeys kreuzte die Straße.







An einem Aussichtspunkt konnte man aussteigen und sich ein wenig die Füße vertreten.





Danach trafen wir auf ein einsames Pavianmännchen auf Wanderschaft sowie - worüber wir uns sehr freuten - eine Gruppe Mountain Reedbucks.









Da der Loop oben am Plateau endet, drehten wir noch eine kleine Runde übers Rooiplatt mit Zebras und einigen Vögeln (ohne grandiose Bilder und ich kam leider noch nicht zum finalen Bestimmen/aktualisieren unserer Listen..).

Dann gings zum Mittagessen und Mittagsschlaf nach Hause. Den Nachmittag verbrachten wir mit Spielen auf der Terasse und Packen.

Auch wenn wir selbst nicht mehr auf Game Drive gingen, sahen wir immer wieder Tiere vom Zaun aus, u.a. eine Gruppe Hartebeest, die lange direkt vor dem Zaun graste.





Fazit Mountain Zebra National Park:

Der Park ist für ein paar Tage in traumhafter Natur abseits großer Touristenströme traumhaft. Man sieht genug Tiere und hat sogar die Chance auf Löwen, Geparde und Erdmännchen. Das Cheetah Tracking ist grundsätzlich sehr zu empfehlen, wir/ich hatten wohl einfach etwas Pech. Die Häuser sind sehr gut gestaltet und ausgestattet, das kleine Restaurant sehr zu empfehlen. Alles in allem definitiv einen Abstecher wert, vor allem weil er von den ganzen Standard-Routen an der Garden Route nicht weit entfernt liegt. Der Nachteil ist natürlich teilweise die hohe Lage sowie die eingeschränkte Zahl an Tieren, die hier zu finden sind.

Teil 3106. Mai 2025

Tag 25 19.05.2022 Maclear - Woodcliff Country House

Heute sollte es vom Mountain Zebra National Park eine lange Etappe gen Osten bis oberhalb von Maclear geben. Diese Etappe war eines unsere Puzzlestücke zur Lösung des Rätsels, wie man die Wild Coast entlang kommt, ohne zu lange Etappen, zu wenig Nächte an einem Ziel und nicht unnötig viele Mehrkilometer durch lange Stichstraßen zur Küste zu haben.

Unser Plan war, im Landesinneren weitestgehend parallel zur Küste relativ geradeaus bis Maclear zu fahren, dort drei Nächte in einem Cottage in den südlichen Ausläufern der Drakensberge zu verbringen und dann von dort runter zur Küste nach Port St. Johns. Die Aufteilung/Fahrt würden wir wohl auch wieder so machen. Der Nachteil ist, dass man die südliche Wild Coast überspringt, der Vorteil, dass man sich die N2 dort spart.

Die im Internet und Führern verfügbaren Informationen über diesen Teil des Landes - das Innere der Wild Coast - sind extrem spärlich. Das, was man zu der Gegend um Rhodes und Maclear fand, klang aber eigentlich sehr vielversprechend. Zudem fanden wir über AirBnB die Woodcliff Farm, deren Cottage eine unglaubliche Lage hatte und einen sehr guten Eindruck machte. Ziel war, ein paar ruhige Tage in den Bergen mit ein paar kleineren Wanderungen.

Wir brachen zeitig auf und fuhren zunächst durch den Park nach Cradock. Auf dem Weg raus aus dem Park sahen wir zwei Ludwigstrappen und nochmals eine Gruppe Gnus.





Dann ging es von Cradock in Richtung Queenstown. Dort vermuteten wir den größten Supermarkt unserer Strecke und kauften für die nächsten Tage ein, was sich jedoch als deutlich zeitraubender herausstellte als geplant. Es war supervoll und man stand locker eine Stunde an der Kasse an. Wie meistens war ich mit K1 einkaufen gegangen, während meine Frau das Auto hütete. Die Wartezeit an der Kasse war jedoch recht unterhaltsam, da wir die einzigen Weißen im Laden waren und viele Kunden Spässchen mit K1 machten. Dennoch passte dieser lange Stop nur bedingt in unsere Zeitplanung.



Irgendwann ging es dann weiter über die R410 Richtung Elliot. Kurz hinter Queenstown wurden wir von der Polizei kontrolliert, die jedoch nur Unglauben über unser heutiges Reiseziel hatte. Ansonsten verlief die Kontrolle unproblematisch. Weiter ging es dann über die R56 über Ugie nach Maclear. Die Fahrt war nicht uninteressant. Die Straßen waren durchwegs in gutem Zustand, man fuhr viel durch kleinere Dörfer und die Gegend war insgesamt deutlich stärker be- bzw. zersiedelt als viele andere Gegenden Südafrikas. Wir sahen hier auch erstmals regelmäßig die für Kwazulu-Natal und Wild Coast recht typischen Rundhütten/Häuser. Insgesamt wirkte alles deutlich “afrikanischer” als in anderen Gegenden Südafrikas.

Je mehr wir uns Maclear näherten, desto bergiger wurde die Gegend. Am Horizont waren die Drakensberge bereits ein ständiger Begleiter.







Einige Kilometer vor Maclear kam uns ein LKW entgegen. Ein Stein flog hoch und traf genau unsere Windschutzscheibe mit einem schönen Steinschlag. Da fährt man zehntausende Kilometer quer durchs südliche Afrika, oft auch Gravel Road, und dann erwischt es einen auf einer vermeintlich vollkommen normalen Landstraße.. Leider zog sich rasch ein Sprung quer durch die ganze Scheibe..



Da wir nicht wussten, ob wir in der Unterkunft Empfang haben würden, hielten wir in Maclear an und kontaktierten Avis. Dies zog sich leider erneut etwas hin. Nach einigem hin und her kamen wir überein, dass das Auto getauscht werden sollte und wir den Tausch in drei Tagen am Flughafen in Mthata vollziehen sollten. Wir waren gespannt, ob das klappen würde.

Von Macear aus ging es auf der R396 weiter Richtung Norden in Fahrtrichtung Rhodes/Naudes Neck Pass. Kurz hinter Maclear endete der Teer und es begann eine extrem steinige Gravel Road. Die Oberfläche bestand zu mehr als 50% aus ca. 5-10cm großen Steinen, vermutlich war unter dem wenigen Erde und Sand rasch der blanke Fels. Hinzu kamen zahlreiche Schlaglöcher. Oftmals hatte die Piste mehr Schlaglöcher als feste Fahrbahn. Wir kamen mit unserem Van also nur sehr langsam voran und fürchteten, zum Steinschlag noch einen Platten dazu zu bekommen.

Landschaftlich war die Straße hingegen traumhaft und führte durch Bergwälder, die so auch in Mitteleuropa stehen könnten. Nachdem es tagsüber teilweise zugezogen war, fuhren wir jetzt im herrlichsten Abendlicht durch eine traumhafte Landschaft und sahen sogar noch eine Gruppe Buntböcke (vermutlich auf Farmgelände).











Nach ca. 13 Kilometern erreichten wir die Abzweigung zur Farm Pad, die nochmals ca. 9km lang gehen sollte.



In der Beschreibung bei AirBnB hieß es “High Clearance Vehicle Recommend, but doable in Sedan”. Nach Rückfrage teilte die Eigentümerin mit, dass ihre Töchter sie mit ihren Polos besuchen kommen, langsam aber machbar. Da der Suzuki Ertiga/Toyota Avensis über eine, für seine Klasse relativ vernünftige Bodenfreiheit verfügt (mehr als mancher SUV), gingen wir das Risiko ein.

Anfangs war der Weg gut zu fahren, nach einiger Zeit war der Mittelstreifen jedoch so hoch, dass man ständig versetzt mit einem Rad auf dem Mittelstreifen fahren musste, um nicht aufzusitzen. So ging es sehr langsam weiter voran. Auch einige größere Schlaglöcher erforderten eine exakte Linienführung, um nicht aufzusitzen. Zum Teil sah man, dass es sich um größere Bereiche getrockneten Schlamms handelte.

Der Weg führte in ein Tal, dass sich immer weiter verengte. Die Sonne war inzwischen hinter den Bergen verschwunden. Irgendwann erreichten wir das Farmhouse und erhielten noch einige Infos, dann ging es Vermieterin hinterher für weitere 2 Kilometer bis zum Cottage. Es gibt auch sehr schöne Übernachtungsmöglichkeiten direkt am Farmhaus, wir hatten uns aber bewusst für die Abgeschiedenheit entschieden.









Wir fuhren noch an einer Kuhweide vorbei und erreichten schließlich unser Haus. Die Lage ist wahrlich traumhaft. Zu drei Seiten Berge, weit von allem anderen entfernt. Im Sommer kann man im Fluss baden, es gibt zahlreiche Wanderwege und auch San-Felsenzeichnungen auf dem Farmgelände.






(Foto vom nächsten Tag)

Die Einrichtung ließ wenig zu wünschen übrig, sogar eine Waschmaschine gab es.





Wir luden aus, machten uns ein schnelles Abendessen und kamen erneut in den Genuss von Load Shedding. Wir waren rechtzeitig mit allem fertig geworden, so dass wir nun im Licht der Laternen “romantisch” unser Mal verzehren und uns bettfertig machen konnten.



Die Etappe war schon lang geplant, durch diverse Unwägbarkeiten aber letztlich nochmals länger geraten als geplant. Wir hatten ursprünglich mit einer Fahrzeit von ca. 5-6 Stunden kalkuliert, tatsächlich waren wir morgens um 08:00 aufgebrochen und hatten unser Ziel um 17:15 Uhr erreicht.. Glücklicherweise ließ sich K1 durchgehend gut beschäftigen und schlief zweimal unterwegs. Es zeigt aber exemplarisch, weshalb man nie zu lange Strecken planen sollte..

Teil 3206. Mai 2025

Tag 26 20.05.2022 Maclear Woodcliff Country House

Die Nacht war zwar frisch gewesen, aber mit den verfügbaren Decken noch erträglich. Am Morgen waren die Berge hinter tief hängenden Wolken verschwunden. Dies entsprach leider auch dem Wetterbericht. Dieser hatte für die nächsten Tage ausgiebige Regenfälle angekündigt. Wir hatten im Vorfeld kurz erwogen, die Unterkunft zu Canceln und uns etwas anderes zu suchen, aufgrund der schwierigen Streckenführung und Unterkunftsauswahl in der Gegend waren unsere Alternativen aber sehr begrenzt. Wir hofften daher auf das Beste bzw. darauf, dass der Wetterbericht mit den unterschiedlichen Miko-Klimata in Südafrika nicht gut zurecht kam.

Da es noch nicht regnete, machten wir uns nach dem Frühstück auf einen kleinen Spaziergang weiter das Tal entlang auf dem Fahrweg.











Dies ist der Ausgangspunkt einiger Wanderungen auf der Farm. Wir gingen bis zu einer Furt und dann denselben Weg wieder zurück.











Trotz bzw. zum Teil auch wegen der Tief hängenden Wolken sah das Tal sehr interessant aus. Ohne die Wolken wäre es sicher nochmals deutlich spektakulärer gewesen.

Zurück am Haus beobachteten wir eine Zeit lang gemeinsam die Kühe.



Ab 13:00 Uhr setzte schließlich der Regen ein. Es regnete den ganzen Tag durchgehend stark. Der Weg zum Cottage bzw. zurück zum Farmhaus stand bereits jetzt tief unter Wasser.



Wir entzündeten ein Feuer (das hatten wir vorher noch nie nötig gehabt) und hofften, so die kalte und klamme Luft etwas zu erwärmen. Am Abend vorher hatte unsere Gastgeberin mit unserem Eintreten ein vorbereitetes Feuer entzündet gehabt.

Leider stellten wir bald fest, dass ganz schön viel Holz nötig ist, um das Feuer durchgehend am Laufen zu halten. Da der Holzkorb im Haus sich rasch leerte, wollte ich draußen neues holen, wie es uns unsere Gastgeberin gezeigt hatte. Leider war es nur sehr unzureichend gegen den Regen geschützt und sehr nass. Wir hofften, dass die Nässe nur oberflächlich ist und versuchten, einige Scheite am Feuer zu trocknen.

Auch heute kam wieder Load Shedding dazu..

Teil 3306. Mai 2025

Tag 27 21.05.2022 Maclear Woodcliff Country House

Die Nacht war sehr kalt. Das Feuer war irgendwann aus. Immer wieder prasselte der Regen laut auf das Dach. K1 war sehr früh wach geworden und ich saß mit ihm im Wohnzimmer. Dies erwies sich als Glücksfall.

Ich spähte durch den Vorhang des Wohnzimmers und sah, dass der Regen aktuell nachgelassen hatte und alles recht neblig war. Zudem sah ich, dass 1-200m vom Haus entfernt 2 Kronenkraniche durch die Wiese stapften.







Mit diesen Vögeln hatten wir in Südafrika überhaupt nicht gerechnet. Wir kannten sie aus Uganda und konnten dort einige schöne Fotos von ihnen machen - meines Erachtens definitiv eine der schönsten Vogelarten überhaupt.

Ich versuchte daher, mich so gut wie möglich den Tieren zu nähern. Leider war das nicht ganz einfach, da alles sehr matschig war und man auf weiten Teilen der Wiese knöcheltief im Schlamm versunken wäre. Ich gab mir jedoch größte Mühe, trockenen Fußes näher zu kommen, so dass ein paar Fotos gelangen - auch wenn wegen des Lichts natürlich nichts überragendes.





Leider flogen sie irgendwann auf, zogen kreischend eine Runde über das Haus und ließen sich auf der Wiese hinter dem Haus nieder. Da es inzwischen wieder anfing zu nieseln, ging ich zurück zum Haus.



Das Nieseln hörte den ganzen Tag nicht mehr auf. So langsam begannen wir uns auch ein wenig Gedanken um unseren Rückweg zur Gravelroad bzw. zur Teerstraße zu machen. Auch heute morgen stand der Fahrweg tief unter Wasser. Die Wiese und alles waren sehr matschig und sumpfig.

Im Laufe des Tages kamen Farmarbeiter auf einem Hilux vorbei - und fuhren sich wenige Meter hinter unserem Haus so fest, dass sie bestimmt eine Stunde für die eigene Befreiung brauchten..

Wir malten uns diverse Szenarien aus und vertrauten darauf, dass es schon irgendeine Lösung geben wird. Eigentlich hatten wir vorgehabt, heute einen Ausflug zum Farmhaus zu machen, um dort den Empfang bzw. zu WLAN zu nutzen, um bei Avis in Mthata unseren morgigen Fahrzeugtausch in Erinnerung zu rufen. Da der Weg aber in so desolaten Zustand war, wollten wir es nicht wagen, ihn unnötig oft zu fahren.

Wir parkten das Auto so um, dass wir selbst bei weiterem Regen zumindest nicht schon beim Start feststecken würden und machten uns im Nieselregen daran, unser zu Beginn so schön sorgfältig gepacktes Auto wieder auszupacken und alles im Kofferraum zu sammeln, so dass einem Fahrzeugtausch am nächsten Tag nichts im Wege stand.

Leider erwies sich unsere Trocknungsaktion für das Holz nur als mäßig erfolgreich. Es wollte nie ordentlich brennen, entsprechend frisch war es durchgehend im Haus.. Hatte ich Load Shedding vergessen?

Teil 3406. Mai 2025

Tag 28 22.05.2022 Umngazi River Cottages

Die Nacht war wie die Nacht zuvor. Auch jetzt prasselte immer wieder der Regen lange auf das Dach. Wir hatten inzwischen wenig Hoffnung, tatsächlich mit unserem Auto die Farm Pad für fast 10km bis zur Straße zurückzukommen..

Irgendwann war die Nacht vorbei und es sah weiterhin genauso aus wie die Tage zuvor. Wenigstens regnete es aktuell nicht.



Wir luden ein und rollten leicht bergab los. Bereits nach wenigen Metern kamen wir das erste Mal ins Rutschen. Die eigentlichen Fahrspuren waren nicht zu sehen, da zu 80% unter Wasser. Wenn man schräg auf dem Mittelstreifen fuhr - was nötig war, um nicht aufzusetzen - rutsche man regelmäßig seitlich ab. Mehrfach waren wir kurz davor, in einer schlammigen Passage stecken zu bleiben, doch mit dem richtigen Spiel aus Gas geben und vom Gas gehen behielten wir unseren Impuls immer bei.

Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn wir hätten anhalten müssen. Es war definitiv das fahrerisch herausfordernste meiner bisherigen Autofahrer-Karriere. Das Auto machte seinen Job aber verdammt gut. Die Automatik half, so dass es immer ein Spiel aus Lenken und Gaspedal war.

Irgendwann waren wir dann tatsächlich durch und sahen die Gravel Road. Ich hatte ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet. Insgesamt hatten wir am Ende für die gut 20km bis nach Maclear fast 2 Stunden gebraucht..



Fazit Woodliff Country House

Die Landschaft und die Lage sind absolut einmalig. Wir kamen bei unserer Ankunft bzw. der Anfahrt tatsächlich aus dem Staunen kaum mehr heraus. Theoretisch kann man extrem viel vor Ort unternehmen. Im Winter bzw. Herbst regnet es dort wohl häufig mehr und stark, so dass ich diese Jahreszeit, auch wegen der suboptimalen Heizsituation möglicherweise meiden würde. Wir hatten leider sehr viel Pech mit dem Wetter - das kann passieren, aber gerade wenn man wegen der Berge da ist, ist es natürlich schade, sie außer bei Ankunft nie zu sehen und keine Wanderung machen zu können. Es ist aber einer der Orte, wo man definitiv noch einmal hin möchte, um das verpasste nachzuholen. Ob es dazu jemals kommen wird, nachdem die Gegend fernab jeglicher Standard-Routen liegt, wird sich zeigen.

Aufgrund unserer Erfahrungen würden wir aber keinem dazu raten, ohne “richtigen” SUV oder noch besser Allradfahrzeug (bei Schlechtwetter) dorthin zu fahren, allein schon wegen der Nerven und Zeit..

Das Haus zeigt auch exemplarisch ein wenig den Umgang “der” Südafrikaner bzw. der Betreiber mit “Winter” bzw. Kälte. Klar ist: die wenigsten Häuser sind anständig isoliert. Oft gibt es einen Kamin, oft Heizdecken, manchmal Radiatoren oder elektrische Wandheizungen. In diversen Bewertungen (von Südafrikanern) war es als im Winter herrlich “cozy and warm” beschrieben. Mag sein dass wir als Europäer zu blöd oder verweichlicht sind. Aber wer darauf aufbauend Vorstellungen wie die einer mit dem Ofen schön aufgeheizten Alpenhütte im Winter hat (so lange Ofen an ist oder Wärme abgibt), liegt leider definitiv falsch. Es ist aufgrund der Konstruktion der Häuser (und Öfen) nahezu unmöglich, die Hütten “richtig” zu heizen. Man erwärmt lediglich ein paar Kubikmeter Luft rund um das Feuer. Brennt es herunter oder entfernt man sich davon, hilft es wenig. Mit der Kombination aus Feuer am Abend und Heizdecken nachts kann man es sich je nach Haus relativ erträglich machen (solange man sich nicht vom Feuer oder aus dem Bett entfernen möchte). Alles andere ist jedoch verdammt kalt/klamm. Es ist klar, dass das in vielen Bereichen eine Geldfrage ist, zum Teil aber wohl auch eine Mentalitätsfrage. Viele Hütten in den Alpen etwa oder Skandinavien sind genauso “einfach” gebaut wie viele Unterkünfte im südlichen Afrika. Was das Wohlfühlklima bei Kälte angeht, liegen dazwischen jedoch Welten..

All das soll nicht dem Meckern dienen, sondern als Warnung bzw. Ausdruck der Verwunderung über so große Unterschiede.

Nach Maclear ging es über Ugie weiter nach Mthata (zwischendurch auch noch durch dichten Nebel kurvig bergab..).







Man liest ja (heute noch viel mehr als damals) viel Negatives über den Ort. Auf uns wirkte er weitestgehend unspektakulär. Sehr zersiedelt, aber kein Vergleich mit dem Unwohl-Gefühl etwa entlang der N2 durch Kapstadt. Verkehr war zwar mehr, aber nichts extremes. Wir hatten für die Übergabe bei Avis eine Uhrzeit ausgemacht, waren aber noch 1-2 Stunden zu früh. Daher fuhren wir zunächst zum Shell Ultra City (nach Meinung vieler Südafrikaner der einzige sinnvolle Stop entlang der gesamten Wild Coast) zum Tanken und für einen kleinen Snack. Danach gings wieder ein Stück zurück zum Flughafen.

Dort wusste man natürlich nichts von unserem Austauschfahrzeug.. Der Filialleiter war jedoch sehr engagiert. Er hatte zwar ein paar Fahrzeuge da, jedoch nichts, dass für uns vom Kofferraum her gereicht hätte. Er versprach uns aber, exakt dasselbe Fahrzeug in zwei Tagen nach Port St. Johns zu bringen. Da der Riss in der Scheibe den ganzen Tag nicht größer wurde, hatten wir damit kein Problem.

Wir fuhren daher weiter über die R61 Richtung Port St. Johns. Die Straße war in einem sehr guten Zustand und teilweise landschaftlich traumhaft. Steile Hügel wechselten sich mit tiefen Tälern und vielen kleineren Dörfern ab. Das einzige, das sehr negativ auffiel, war dass unglaublich viele Raser unterwegs waren - so extrem war es bisher noch in keiner Gegend in Südafrika gewesen. Einige Kilometer vor Port St. Johns geht eine kleinere Straße entlang des Umngazi Rivers Richtung Küste ab. Diese war zwar geteert, aber von diversen Schlaglöchern geziert. Kurz wurden wir auch noch durch ein paar Kühe auf der Straße aufgehalten. Dann standen wir endlich vor dem Tor der Anlage.

Uns wurde mitgeteilt, wo wir unser Auto parken können und machten uns auf den Weg zur Rezeption. Wir checkten ein und erhielten als einzige Info den Weg zu unserem Cottage sowie das Angebot, unser Gepäck zu transportieren. Letzteres lehnten wir ab, da wir eine atypisch große Menge an Gepäck hatten und niemandem zumuten wollten, unseren ganzen Kleinkram rumzutragen. Wir bezogen unser Cottage mit schöner Aussicht zum Meer und schleppten sämtlichen Inhalt unserer Autos zum Cottage - was aufgrund der durchaus wärmeren Temperaturen dann doch unnötig schweißtreibend. Wir aßen ein paar verbliebene Reste zum verspäteten Mittagessen. Dann machte wir uns auf den Weg, die Anlage zu erkunden und etwas mehr Informationen zu besorgen, was hier wie wann wo geboten ist.








(Nach all dem Grau und Grau eine fast unwirkliche Aussicht)

Die Anlage verfügt zwar über eine nicht unerhebliche Zahl an Unterkünften, diese sind jedoch weit verstreut und liegen allesamt sehr schön. Die Anlage zieht sich vom Fluss den Hang hoch, so dass man überall eine schöne Aussicht hat. Die Häuser sind durch schön angelegte Fußwege verbunden, die Anlage strahlt einen schönen tropischen Flair aus.


(Der Fluss bei Ebbe)

Wir hatten mit der Buchung lange gehadert. Es handelt sich um ein Resort mit Vollverpflegung und - laut Homepage und Berichten - diversem gebotenen Programm. Wir hatten aber bis dato nicht einmal die Info, wann es denn wo was zu essen gibt, was inklusive ist, welche Touren/Aktivitäten aktuell geboten sind usw. Nach einem Besuch bei der Rezeption waren wir etwas schlauer. Dieses gewisse Informationsdefizit zog sich durch die gesamte Zeit unseres Aufenthalts. Das Resort wird nahezu ausschließlich von Südafrikanern besucht, davon auch viele Familien. Es handelt sich auch ausdrücklich um ein Familienresort mit Angeboten von Klein bis Alt, wobei es auch Unterkünfte und Bereiche gibt, die für Kinder Tabu sind. Man merkte, dass viele der Gäste Stammgäste sind (viele sind dort offenbar selbst als Kinder schon gewesen) und jeder Bescheid wusste, wie alles läuft, nur wir nicht.

An unseren ersten 2 Tagen war das Ressort wohl geschätzt zu 80% ausgebucht (auch ein paar Familien mit Kindern jeglichen Alters), danach maximal 40% (und nur noch Familien mit Kleinkindern - oft mit Oma und Opa). Es war ein sehr interessanter Einblick in das Leben der wohlhabenderen südafrikanischen Familien - etwa wie sehr viele Kinder daran gewöhnt sind, von wechselnden Nannys fremdbetreut zu werden, Unserer wäre auch ohne Sprachbarriere nie nach kurzer Zeit bei einer wildfremden Person geblieben in dem Alter - wobei die Nannys als auch sämtliches Personal durchgehend sehr freundlich und stets zu einem Späßchen mit den Kindern aufgelegt waren.

Wir erkunden die Anlage und verbringen etwas Zeit auf dem Spielplatz. Leider kommt es hier zum nächsten Unglück - K1 freut sich etwas zu sehr übers Schaukeln und landen ungebremst mit dem Gesicht in der Wiese.. Das ganze Gesicht voll Sand und Erde, zum Glück keine geplatze Lippe o.ä. und auch im weiteren Verlauf des Abends keine Anzeichen für eine Gehirnerschütterung.

Die Erkundungen dienten letztlich auch dazu, etwas Zeit totzuschlagen. Essen gibt es hier - als Menu mit Wahlmöglichkeiten und sehr lecker - immer erst ab 19:00 Uhr. Das ist für ein kleines Kind eher spät. Es gibt ein separates Kinderessen in einem separaten Haus bereits früher, was wir natürlich auch ausprobieren. Es wird sich wirklich Mühe gegeben. Die meisten südafrikanischen Kinder essen dort, gehen dann ins Bett und werden von den Nannys (oder der Oma) bewacht, während die Eltern in Ruhe abendessen. Es ist aber (da hatten wir mehrfach ausdrücklich nachgefragt und es entsprach auch unserem Empfinden) überhaupt kein Problem, dass Kinder beim Dinner mit am Tisch sind.

Wir ließen alles auf uns wirken und hofften auf etwas Erholung in den kommenden Tagen. Es sollte eine Art Urlaub vom Urlaub werden ohne Selbstkochen und ohne dass man Autofahren oder sich groß Gedanken um Pläne machen muss.

Teil 3506. Mai 2025

Tage 29 - 32 23. - 26.05.2022 Umngazi River Cottages

Ich fasse die nächsten Tage mal vereinfacht zusammen, da es nicht so viel unterschiedliches zu berichten gibt.

Es gab jeweils ein sehr nettes um umfangreiches Frühstück, dass keinerlei Wünsche offen ließ. Mittags gibt es eine sehr große Anzahl frischer Salate oder leichte Sachen als Buffet, nachmittags gibt es süße Teile, Kuchen und Kaffee und Abends Menu. Wenn man alle Mahlzeiten wahrnehmen wollte, kam man also fast gar nicht dazu, sich groß zu langweilen.

Die Anlage selbst verfügt über keinen Strand, man kann sich jedoch per Boot in 1-2 Minuten aufs andere Flussufer übersetzen lassen, wo sich ein sehr langer und einsamer Sandstrand befindet. Wir fuhren gleich am ersten Vormittag zum Strand, da es sehr warm war, so dass man sogar etwas in Wasser konnte.








(hier sieht man die Anlage vom gegenüberliegenden Ufer aus)

Wir gingen zum Mittagessen zurück und machten anschließend Mittagsschlaf im Zimmer, um nachmittags nochmal zum Strand zu gehen - diesmal mit Badehose.







Sehr nett anzusehen waren die immer wieder vorbeikommenden Kühe am Strand. Sehr ikonografisch, leider mit dem Haken, dass es schwierig war, Flecken am Strand zu finden, die nicht von (natürlich längts getrocknetem) Dung übersät waren.













Leider war meiner Frau bereits in der ersten Nacht leicht schlecht und sie hatte Kopfweh. Tagsüber ging es, abends war es wieder schlimmer, so dass ich alleine mit K1 zum Essen ging.


(Beispielhaft ein Abendmenu)

Am nächsten Tag ging es ihr auch nicht besser, ich frühstückte alleine mit K1. Den Vormittag verbrachten wir auf Liegen am Fluss mit Lesen und Spielen, die Mittagspause wieder im Bett. Anschließend versuchten wir Avis wegen der Übergabe zu erreichen.





Zudem hatten wir nach unseren Nass-Kalt-Erfahrungen im Woodcliff Country House und dem aktuellen Wohlfühl-Programm große Sorgen, bei unserer geplanten nächsten Station in Underberg wieder 4 Tage lang zu frieren und nichts machen zu können und planten daher um. Wir konnten unsere Unterkunft in Underberg zwar noch kostenlos stornieren, der Rest der Planung war aber nicht gerade trivial. Wir entschieden uns schließlich für 2 Nächte Oribi im Lake Eland GR und 2 Nächte Mtunzini im Umlalalazi NR. Bei ersterem, wussten wir anhand von Berichten grob, was uns erwartet, zu Mtunzini fand man außer ein paar Google Reviews nahezu nichts, es klang aber sehr nett. Insgesamt war überraschend viel bereits ausgebucht, trotz Nebensaison.

In der folgenden Nacht hatte nicht nur meine Frau, sondern auch ich Bauchweh. Vormittags gingen wir wieder an den Strand.

Zudem versuchten wir erneut, Avis zu erreichen und erhielten die Auskunft, dass heute nachmittag jemand zum Austausch des Autos kommen werde. Wir warteten also nach dem Mittagessen auf das neue Auto, welches dann auch tatsächlich kam und vom Filialleiter persönlich abgeliefert wurde. Er sagte, er habe das Auto extra für uns aus Durban heranschaffen lassen.

Anschließend verbrahcten wir einige Zeit im “Creative Corner”, wo die Kinder unter Aufsicht spielen und basteln können und es allerhand zum Spielen gibt, auch Fahrzeuge etc. Einem deutschen Kindergarten mind. ebenbürtig und deutlich besser gestaltet/hochwertiger als die oft in Südafrika zu findenden Spielplätze/Jungle Gyms.

Am nächsten Tag hielten die Bauchschmerzen zwar weiter an, wir wollten uns aber trotzdem auf eine Wanderung machen, damit wir wenigstens etwas von der Umgebung kennen lernen. Es gibt diverse Wanderungen, geführt oder nicht geführt von hier. Leider ist auch hier die Informationslage ausbaufähig.







Der Weg führte am Steilufer entlang, das sichtlich beeindruckend war.




(Blick zurück ins Landesinnere)



So steile und dennoch grasbewachsene Hänge, die direkt zum Meer führen, waren uns ehrlich gesagt neu. Bisweilen musste man auch etwas aufpassen, da es doch recht steil direkt neben dem Weg herunterging.





Es wurde heute wieder nahezu heiß und wir schmolzen in der Sonne. Zudem waren wir - wohl wegen des Viruses, dass wir seit Tagen herumschleppten, alles andere als fit. Dennoch machte die Wanderung Lust auf mehr und wir würden sehr gerne mal längere Zeit in der Gegend verbringen (es gibt hier ja eine Reihe toller Wanderungen).



Nachmittags waren wir nochmal an Strand und versuchten uns im Sandboarden, dann waren unsere 5 Nächte Urlaub vom Urlaub bereits um..



Fazit Umngazi

Wir waren erst sehr skeptisch. Einerseits war der Preis trotz Nebensaison und Mid-Week-Special für unsere Verhältnisse echt hoch - wir zahlten insgesamt 191€ pro Nacht. Auch sind uns größere Anlagen, All-Inclusive etc. eher fremd - sowohl in Europa als auch in Afrika. Wir waren bereits ein paar mal für eine Nacht in einem “Resort” in Afrika und hätten uns nie vorstellen können, nur dort 5 Nächte zu verbringen.

Die Lage ist ab vom Schuss und vielen Standardrouten, aber es wird ein sehr entspanntes und angenehmes Klima geschaffen, man hat viel für Kinder jeglichen Alters, viel für die Eltern. Es wären durchaus noch mehr Ausflüge / Aktivitäten möglich gewesen, da machte uns einfach unsere Gesundheit ein wenigen einen Strich durch die Rechnung.

Die Unterkunft ist auch unter Berücksichtigung der Lage durchaus etwas besonderes. Es gibt zwar die gesamte Wild Coast entlang eine Reihe von (oft langjährigen) Unterkünften. Diese sind jedoch oftmals eher einfach (wertungsfrei). Hier wird definitiv ein höherer Standard und mehr Luxus geboten, ob mit oder ohne Kindern. Wenn man keine Kinder mag, sollte man wohl hier besser die südafrikanischen Ferien meiden, ansonsten verteilt sich alles recht gut und die Kinder sind im allgemeinen sehr gut beschäftigt mit den zahlreichen Aktivitäten. Das Abendessen ist nahezu kinderfrei - auch die älteren Kinder essen wohl lieber das Kinderessen und machen dann ihr eigenes Ding im Haus mit Nanny, als mit Mama und Papa beim Wein zu sitzen.

Das Essen war durch die Bank sehr gut und abwechslungsreich (und zeigte uns, dass es in Südafrika mehr gibt als Fleisch/Fisch und Pommes). Es wurde super mit den Kindern umgegangen. Auch die anderen Gäste waren alle sehr angenehm, auch wenn wir offensichtlich die Exoten waren und oft ausgefragt wurden. Es bot uns auf jeden Fall einen interessanten Einblick in die Kindererziehung wohlhabender Südafrikaner.

Letztlich sprang der Funke aber total über und wir wünschen uns sehr, einmal wieder vorbeikommen zu können. Wir überlegen immer wieder, wie wir es nochmal einbauen können, aber die Lage fernab von Standard Routen macht es nicht einfach, zudem sind die Preise natürlich weiter gestiegen und mit 2 Kindern >2 zahlt man natürlich noch mal mehr.. Auch wäre es natürlich schön, bei durchgehendem Badewetter da sein zu können..

Teil 3606. Mai 2025

Tag 33 27.05.2022 Lake Eland Game Reserve

Heute hieß es Abschied nehmen von Umngazi. Wir hätten es hier sehr gut noch ein paar Tage länger ausgehalten, wenn nicht der Geldbeutel und die weite, noch bis zum Kruger NP vor uns liegende Strecke uns zurückgehalten hätten.

Ursprünglich hatten wir ab heute für 4 Nächte ein Haus bei Underberg gemietet, um die Drakensberge etwas näher kennenzulernen. Nach unseren Erfahrungen mit - selbst nach Rückversicherung und Rückfragen - “cosy & warm”-Vorstellungen von Südafrikanern hatten wir zu viel Sorge, einfach vier Tage erneut zu sehr zu frieren und daher umgebucht. Es war nicht ganz trivial gewesen, diese vier Nächte zwischen Umngazi und Hluhluwe-Imfolozi sinnvoll aufzuteilen, zuletzt hatten wir uns dafür entschieden, für zwei Nächte zur Oribi-Schlucht zu fahren und im Lake Elang Game Reserve zu übernachten sowie für zwei Nächte nach Mtunzini ins Umlalazi NR zu fahren.

Zunächst ging die Fahrt an Port St. Johns vorbei - was im Vorbeifahren einen ganz vernünftigen und tropischen Eindruck machte - Richtung Kokstadt.



Die Strecke war sehr kurvig und wies einige Schlaglöcher auf. Es war auch zum Teil nicht wenig Verkehr unterwegs. Besonders extrem war es in und um Lusikisiki. Hier schoben wir uns im Schritttempo über Speed-Bumps, um parkende Busse und durch Menschenmengen. Definitiv die bisher “afrikanischste” Erfahrung in Südafrika. Es hätte dort aber diverse Einkaufsmöglichkeiten gegeben, die auch ganz vernünftig aussahen von außen.

In Kokstadt angekommen besuchten wir mal wieder mangels größerer Alternativen den neben der Tankstelle befindlichen Wimpys für ein schnelles Mittagessen, ehe es auf der N2 weiter Richtung Nordosten ging. Auch diese Strecke fiel durch extrem viele Raser und riskante Überholmanöver negativ auf. Es war durchgehend einspurig ohne Mittelstreifen und viel Verkehr, gleichwohl wurde fortlaufend von beiden Seiten überholt.

Irgendwann ging es ab auf eine Gravel Road, die jedoch in einem eher erbärmlichen Zustand und voller Schlaglöcher war. Es war nirgendwo ein Schild zum Reserve oder zur Schlucht zu sehen. Wir zuckelten also unendlich lange (genau genommen nur ca. 17km) die Piste entlang, vorbei ein vereinzelten Häusern und über ein paar Hügel.





Als wir schon meinten, wir hätten uns offenbar doch verfahren, sahen wir plötzlich das Gate und ein Schild, das aus der anderen Fahrtrichtung her auf das Reserve hinwies. Später stellten wir fest, dass das Reserve recht gut ausgeschrieben ist (mit guter Straße) - aber nur aus Richtung Durban kommend, nicht aus Richtung Süden.

Wir gingen zur Rezeption, checkten ein und erhielten unsere Schlüssel für ein “5-Sleeper-Cottage” direkt am See. Es war recht dunkel und rustikal, auch die Ausstattung war eher naja. Für einen Preis von 106€ pro Nacht definitiv zu viel. Leider gab es keine kleineren Hütten mehr verfügbar. Etwas mehr Abstand zum Nachbarhaus wäre vielleicht auch noch schön gewesen.

Die Lage selbst ist jedoch sehr schön, wie wir auf einem kurzen Spaziergang rund um die Häuser feststellen konnten. Es sind lediglich an 2-3 Orten im Reserve ein paar Häuser gesetzt ohne Zäune o.ä. Im Reserve selbst gibt es diverse Antilopenarten, man sieht auch von der eigenen Terasse aus immer wieder Zebra- oder Impalaherden.





Teil 3706. Mai 2025

Tag 34 28.05.2022 Lake Eland Game Reserve

Der Morgen begann sehr neblig mit einer schönen Stimmung über dem See.





Nach dem Frühstück fuhren wir durchs Reserve zur Oribi-Schlucht. Unterwegs sahen wir zahlreiche Zebras und Buntböcke und etwas entfernt die ersten Giraffen des Urlaubs.







Man kommt vom Reserve aus zu einigen Aussichtspunkten in die Schlucht, zudem gibt es hier eine schöne Hängebrücke über einen Seitenarm der Schlucht. Es gibt im Reserve auch eine beliebte Zipline und angelegte Fahrrad- oder Rollerrouten.









Die Schlucht ist recht nett, sicher kein Grund um extra in die Gegend zu fahren, aber wenn man dort ist, definitiv einen Besuch wert. Erst im Zuge der Vorbereitungen unserer Reise 2025 und dem Erwerb eines guten Wanderführers für Südafrika habe ich gesehen, was für tolle Touren man in der Schlucht hätte machen können.. Da kann KZN ezemvolo echt mal etwas mehr und bessere Öffentlichkeitsarbeit betreiben..



Nach dem Besuch von Hängebrücke ging es natürlich noch auf Toilette, eher wir wieder zurück zu unserem Cottage fuhren, wobei wir erneut Zebras, Buntböcke und Gnus in schöner Berglandschaft sahen.









Zum Mittagessen probierten wir das Restaurant vor Ort aus, welches relativ gut besucht war. Nichts spektakuläres, aber nett gemacht, gute Aussicht und preislich fair. Es gibt einen Spielplatz und Trampolins.

Am Abend machten wir uns auf zu einem kleinen Game Drive durchs Reserve. Wir sahen wieder Zebras, Gnus und diesmal auch Impalas (die hatten wir zuvor bereits von der Terasse aus beobachten können).









Ein Sekretär marschierte längere Zeit vor uns auf der Straße entlang.



Sehr gefreut haben wir uns dann über ein paar Elands, die nahezu direkt an der Straße und tiefenentspannt waren.





Fazit Lake Eland Game Reserve

Die Übernachtungsmöglichkeiten in direkter Nähe zur Schlucht sind nicht sehr vielfältig. Am Südende gibt es ein KZN-ezemvolo Camp, jedoch wohl nur Camping. Es gibt ein paar hochpreisige Lodgen oder man nächtigt an der Küste - alles südlich von Port Shepstone soll wohl ganz in Ordnung sein. Das Reserve selbst ist ein netter Zwischenstop. Es gibt Tiere, man kann sich bewegen, es ist alle gut organisiert. Die Zufahrt aus Richtung Durban ist deutlich besser. Es gibt viele mögliche Aktivitäten. Nur bei den Unterkünften stimmt das Preisleistungsverhältnis leider nicht so ganz. Vielleicht hatten wir da aber auch einfach etwas Pech mit unserer kurzfristigen Buchung

Teil 3806. Mai 2025

Tag 35 29.05.2022 Mtunzini - Umlalazi NR Log Cabin

Heute ging es bereits wieder weiter - mehr Zeit hätten wir hier aber auch nicht unbedingt gebraucht (außer zum Wandern, wenn man das gewusst hätte.. - die Schlucht selbst ist nämlich traumhaft - siehe sogleich). Wir fuhren diesmal den anderen Weg Richtung N2. Wenige Kilometer außerhalb soll es einen netten Farmstall geben (Mac Valley Farmstall), der jedoch leider geschlossen war. Schade, ich hatte mich auf den angepriesenen guten Kaffee als Start für die Fahrt gefreut.

Kurz danach ging der Weg direkt runter in die Schlucht und führte dann im Tal weiter. Von unten sah die Schlucht ehrlicherweise deutlich netter aus als von Oben..







Der Rest der Fahrt ist schnell erzählt. Die N2 ist ab hier autobahnmäßig ausgebaut, so dass wir ohne Probleme und mit mäßigem Verkehr an Durban vorbei bis nach Mtunzini fuhren. Einige Wochen zuvor hatte es massive Unwetter gegeben, die zu zahlreichen Toten und auch Sperrungen weiter Abschnitte der N2 rund um Durban geführt hatten (auch das Toyota-Werk in Südafrika wurde seinerzeit überflutet, was die Lieferengpässe seinerzeit nochmals verstärkte). Bis auf ein paar einspurige Abschnitte und Baustellenbereiche war hiervon jedoch glücklicherweise nichts mehr zu merken. An ein paar Stellen sah man Spuren von Erdrutschen.

In Mtunzini gingen wir zunächst im örtlichen Spar einkaufen und dann im Clay Oven (?) essen (das Restaurant ist wohl inzwischen geschlossen, obwohl es echt gut, nett und wohl recht gut besucht war).

Dann machten wir uns auf den Weg zum Umlalazi NR direkt neben der Stadt. Wir wussten nicht so wirklich, was uns erwartet, da es relativ wenig Bewertungen zu den Unterkünften gab. Andere Übernachtungsoptionen waren entweder nicht überzeugend oder deutlich teurer - wobei unsere Hütte immerhin auch 71€ kostete. Eine wirkliche Rezeption gab es nicht, man bekommt den Schlüssel direkt am Gate zusammen mit einer Anfahrtsbeschreibung.

Wir fanden unsere Hütte rasch, sie liegt mit einigen anderen hübsch im Wald wenige hundert Meter vom Meer entfernt. Beim Betreten des Hauses machte sich ein sonderbarer Geruch bemerkbar. Als ich weiterging, sah ich etwas im schummrigen Halbdunkel glimmen und glühen - die Herdplatte.. Das hätte mal gehörig schiefgehen können.

Die Hütte selbst war innendrin vollgestopft mit Möbeln (typisch Südafrikanisch: groß und klobig), so dass man nicht einmal durch den Wohnbereich gehen konnte, ohne zwischendrin entweder Lounge-Sessel oder Barhocker in die eine oder andere Richtung zu schieben. Der Boden klebte und vieles machte einen sehr heruntergekommenen Eindruck, das Bad war schimmelig, auch die Küche war nicht sehr lecker.. Zudem stank es sehr intensiv nach Insektenschutzmitteln. Wir waren ehrlich gesagt (trotz vieler Erfahrungen auf Reisen) doch etwas angewidert.









Für einen positiveren Eindruck beschlossen wir, zunächst zum Strand zu gehen und dann zu entscheiden, ob wir hier bleiben wollen und können.

Zum Strand führte ein Fußweg von wenigen hundert Metern. Der Strand selbst ist ein wilder, endlos weit wirkender Sandstrand, an dem wir die Zeit bis zum Sonnenuntergang verbrachten bei angenehmen Temperaturen, aber kräftigem Wind. Wir entschieden, die eine Nacht durchzustehen in der Hütte und buchten für die nächsten zwei Nächte das Mtunzini B&B.











Auf dem Rückweg zur Hütte beschlossen wir, noch nachzusehen, ob denn die Waschmaschinen, die es hier laut Homepage und Karte geben sollte, funktionsfähig sind. Tja, das waren sie vielleicht vor vielen Jahren mal..

Teil 3906. Mai 2025

Tag 36 29.05.2022 Mtunzini B&B

Die Nacht war unspektakulär. Wir frühstückten und packten unsere Sachen ins Auto. Anschließend fuhren wir bis ans Ende des Parks, wo es einen Board-Walk durch einen der letzten intakten Mangroven-Wälder Südafrikas gibt. Hier mündet der Mlalazi-River ins Meer.







Dieser ist sehr zu empfehlen. Man sieht - je nach Wasserstand - jede Menge Muscheln und Krabben. Einer der Gründe für mich, hierher zu fahren, war, dass es hier Winkerkrabben gab. Die fand ich von Kindesbeinen an immer unglaublich faszinierend, so dass wir unbedingt die Chance nutzen wollten, nach ihnen zu suchen.

Der Weg schlängelt sich schön durch die Mangroven, mal näher am Fluß, mal tiefer im Wald.





Es gibt auch Stellen mit festerem Untergrund, wo wir ein Buschbock (?) fanden.



Man sieht zum Teile unzählige Krabben, hauptsächlich drei verschiedene Arten. Ich hatte den Versuch unternommen, sie für ein Fotobuch näher zu bestimmen, aber es gibt insgesamt knapp 20 Arten von Winkerkrabben, die sich zum Teil wohl recht ähnlich sehen..







Etwas überrascht war ich davon, wie klein sie zum größten Teil sind. Es gibt sicher auch größere, aber im Fernsehen wirken sie immer deutlich größer (genauso erging es uns beim ersten Mal mit Erdmännchen auch).



Ein weiteres (vom Board Walk aus schwer zu fotografierendes) Highlight aus Tierfilm-Kindheit wartete ebenfalls noch auf uns: Schlammspringer! Damit hatte ich nicht gerechnet, umso größer war die Freude über diese (zugegebenermaßen in Natur etwas unspektakulären) Fische.



Nach Abschluss der Runde machten wir eine kleine Wanderung durch den Küstenwald.





Es gibt insgesamt im und um das Reserve eine Reihe schöner, mal besser und mal schlechter markierter Wege. KZN ezemvolo kümmert sich hierum wohl überhaupt nicht, jedoch gibt es eine offenbar sehr aktive Tourismusvereinigung aus Mtunzini, die auch eine schöne Karte hierzu herausgibt (gibt es bei vielen Unterkünften).

Der Weg führt durch wunderschönen Wald. Auch dieser Wald ist eine der wenigen Küstenwälder, die noch im Naturzustand erhalten sind.

Man überquert einen Nebenlauf des Flusses, der hier eine Art Lagune oder Kanal gebildet hat hinter den Dünen, bevor man über die Dünen zu einem anderen Strandabschnitt gelangt.





Hier passiert, wovor Eltern überall immer Angst haben.. Auf dem Steg über den Fluss liegen jede Menge lecker aussehender, kirschgroßer Früchte herum. Während einer mit Fotografieren beschäftigt ist und einer mit kucken, landet eine Beere zielgerichtet im Mund von K1 und von dort im Magen. Also möglichst schnell Baum finden, Baum identifizieren und Giftigkeit überprüfen.. Ich tue mich mit der Bestimmung von Bäumen immer extrem schwer, wir finden jedoch beide (ich weiß gar nicht mehr auf welchem Weg - eine App mit Bäumen hatten wir zu dem Zeitpunkt nicht) heraus, dass es wohl maximal zu Bauchschmerzen und Übelkeit führen sollte. Heutzutage wäre die Bestimmung (Internet vorausgesetzt) dank Apps wie Flora Incognita oder ObsIdentify deutlich einfacher..

Am Strand ist es heute jedoch deutlich ungemütlicher, weil der Wind nochmals stärker weht.





Auf dem weiteren Weg im Wald sehen wir “mal wieder” einen Narina Trpgon, leider ebenso schwer zu fotografieren wie sein Verwandter aus Wilderness.

Der Wald selbst steckt voller Leben - Insekten, Würmer, Schmetterlinge und hat eine sehr tropische Anmutung. Man könnte genausogut in Uganda sein.







Nach der Wanderung beschließen wir, da es noch zu früh zum Einchecken ist, unserer Hütte nochmals einen Besuch abzustatten und auf der Terasse mittagzuessen.



Diese erweist sich als echt schön, die Möbel sind gut, die Aussicht in den Wald ist sehr schön. Wir sitzen im Halbschatten und genießen die Ruhe.

Danach fahren wir zum Gate, geben unseren Schlüssel ab mit der Bemerkung, dass es schmutzig und eklig sei und fahren die wenigen Meter zu unserer Ersatzunterkunft. Der Unterschied könnte nicht größer sein. Wir werden freundlichst vom Betreiber-Ehepaar begrüßt. Als wir ihnen von unserer letzten Übernachtung erzählen, beklagen sie, dass die Parkverwaltung alles verkommen lasse, wie viel Potential das Reserve hätte und dass viele Leute im Ort seit Jahren dagegen ankämpfen.









Das Haus liegt in einem wunderschönen Garten in einer kleinen Seitenstraße, jedoch keine 5 Minuten zu Fuß vom Supermarkt. Unser Zimmer ist überschaubar, aber sehr komfortabel und sauber. Einzig die “Küchenzeile” ist etwas euphemistisch umschrieben. Die einzige Kochmöglichkeit stellt eine Mikrowelle sowie eine elektrische Pfanne dar.

Wir gehen nochmals zu Fuß (welch ein Luxus in Südafrika) zum Supermarkt um ein paar vergessene Sachen zu kaufen. Wir waren die ganze Zeit im T-Shirt unterwegs, abends wird es jedoch schon merklich frisch. Das fällt natürlich sofort unseren Vermietern auf und sie meinen, wir müssten extrem abgehärtet sein, weil es zur Zeit so kalt sei wie normalerweise nie im Winter, höchstens alle paar Jahre mal..



Dank Internet finden wir heraus, wie wir in der Mikrowelle Nudeln kochen können und bereiten in der Pfanne die passende Bolognese dazu vor - “Not” macht erfinderisch.

Anschließend setzten wir uns noch kurz ins Freie mit einem Glas Wein, aber mussten aufgrund der Temperaturen bald ins Haus fliehen.

Teil 4006. Mai 2025

Tag 37 31.05.2022 Mtunzini B&B

Nach einem ruhigen Frühstück (ich weiß nicht mehr, ob man - dem Namen entsprechend - bei diesem Zimmer auch Frühstück hätte buchen können) machten wir uns auf den Weg, um einen kleinen Rundweg zu den Raphia-Palmen zu begehen.

Es gibt hier ein schönes Vorkommen dieser riesigen Palmen mit einem schönen Weg hindurch. Leider hatte ich vergessen, den Akku der kleinen Sony-Kamera aufzuladen (einer der nachteile dieser kleinen Kameras im Vergleich zu einer DSLR), so dass es hiervon leider nur Handy-Fotos gibt.







Der Weg führt anschließend wieder durch herrlich tropisch anmutenden Wald, wo sich ein paar Grünmeerkatzen über Feigen freuen.

Ein weiterer Grund, um hierher zu fahren, war die Möglichkeit, hier Palmgeier zu finden. Leider blieb uns dieses Glück trotz intensiver Suche vergönnt. Wir hörten lediglich einen Geier rufen und sahen ihn in großer Höhe fliegen.

Anschließend fuhren wir nochmals bis zum Mangroven Board Walk, ehe wir für eine Brotzeit zurück zu unserer Unterkunft fuhren.









Hierbei erhielten wir Besuch vom Haushund namens Bismarck, der mindestens ebenso großes Interesse an K1 hatte wie er an ihm. So ganz wohl fühlte K1 sich damit aber nicht. Unser Vermieter merkte das sofort und bot an, ihn ins Haus zu sperren. Wir sperrten aber zunächst einfach unsere Terasse ab, so dass er gerne weiterhin im Garten spielen konnte.



Nach dem Mittagsschlaf spielten wir im Garten und taten nichts. Am Abend gab es Gulasch aus der elektronischen Pfanne mit Reis aus der Mikrowelle.



Fazit Mtunzini:

Für uns ist Mtunzini ein wunderbarer Geheimtipp. Der Ort selbst ist - außerhalb der südafrikanischen Hauptsaison - sehr verschlafen und ruhig, gerade etwa im Vergleich zu St. Lucia. Es gibt zahlreiche schöne kleine Wege, der Küstenwald, die Dünen, der wilde Strand und die Mangroven sind eine genauere Erkundigung wert. Für ein paar ruhige Tage am Meer sehr zu empfehlen. Es gibt einen zwar nicht riesigen, aber hinreichend gut sortierten Supermarkt und einen vernünftig sortierten Bottle Store. In der Vergangenheit (evtl. hat es sich gebessert - Google zeigt viel mehr Möglichkeiten heute) gab es eine Handvoll Restaurants, jedoch zum Teil mit schwierigen Öffnungszeiten (bis 18:00h, Sonntags zu). Zum Zelten kann es im Umlalazi NR schön sein, wir haben jedoch die Ablutions nicht angeschaut. Die Campsites selbst liegen sehr schön. Es gibt aber im Ort diverse Unterkünfte in allen Preisklassen. Man kann von hier aus auch gut nach Eshowe fahren und den Dlinza Forest Board Walk besuchen, zudem gibt es im Hinterland einige nette Unterkünfte auf Farmen über Lekkeslaap o. AirBnB zu buchen.

Teil 4106. Mai 2025

Tag 38 01.06.2022 Hluhluwe-Imfolozi Hilltop Restcamp

Heute ging es weiter Richtung Hluhluwe-Imfolozi. Auf diesen Park waren wir sehr gespannt, da er neben dem Kruger der einzige größere Park in Südafrika mit viel unterschiedlichem größerem Wildlife ist, den wir noch nicht kannten. Zudem waren die Meinungen meist sehr positiv. Wir hatten anfangs sehr zwischen Hilltop und Mpila geschwankt. Mpila gefiel uns von der Lage und der größeren Nähe zur Wildnis grundsätzlich besser, wir hatten jedoch Sorge vor möglicherweise zu großen Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit mit kleinem Kind in einem nicht umzäunten Camp mit regelmäßigem Hyänen-Besuch und uns daher für das Hilltop entschieden.

Zunächst ging es jedoch nochmal auf Großeinkauf. Hierzu steuerten wir die Boardwalk Mall in Richards Bay an, was einen nur geringen Umweg darstellte und wo man alles bekommt, was man (und Kind) braucht. Nach der längeren Zeit in abgelegeneren Gegenden mit lediglich kleineren Supermärkten (zuletzt waren wir vor dem Besuch des Addo NP, also vor über drei Wochen, in einem “richtig gut” sortierten Supermarkt bzw. in einer Mall mit Babyladen (der nicht zwingend nötig ist, wenn man nicht sowas wie Kindersitz o.ä. sucht - die Auswahl an Windeln und Essen ist in größeren PickNPays, Woolworths oder Checkers nichts anders als in Babyläden).

Von dort ging es weiter an Mtubatuba vorbei und Richtung Nyalazi Gate. Bezüglich der Straße von der N2 nach Nyalazi gab es einige Warnhinweise. Es sei nahezu alles Baustelle und einspurig und die Einheimischen und LKWs würden sich nicht an die Ampeln halten und lieber versuchen, mit Vollgas durchzukommen. Tatsächlich war zwar fast durchgehend Baustelle, viele Speedbumps und Siedlungen, viel Verkehr und es zog sich, aber es war deutlich weniger schlimm als befürchtet.

Nach einer kurzen Pause am Gate - bewacht von kritischen Pavianen - machten wir uns auf einen ersten Game Drive durch den Park bis zum Hilltop.

Der Park ist berühmt für seine Nashörner - auch wenn gerade in den Jahren absurde Zahlen von ihnen abgeschlachtet wurden. Wir waren daher glücklick, als wir gleich als erstes drei Nashörner fanden, auch wenn sich das Fotografieren durch den Busch schwierig gestaltete. Allzu lange wollten wir auch nicht stehen bleiben, da K1 eingeschlafen war und wir Sorge hatten, dass er bei zu langem Stehen irgendwann aufwacht.





Kurz darauf sahen wir noch Impalas und Kudus - das war es dann aber auch schon wieder.



Die Uhrzeit - früher Nachmittag - war natürlich nicht optimal, zudem war auch hier wieder alles komplett grün und dicht belaubt. Der Hluhluwe-Teil ist nahezu komplett bewaldet, so dass gerade in der “grünen” Zeit Sichtungen nicht sehr einfach sind (der Imfolozi-Teil bietet hier mehr offene Flächen).

Wir kamen an, checkten ein und erhielten statt unseres gebuchten 2Bed-Chalets ein 4Bed-Chalet mit zwei Schlafzimmern und Bädern. Es gab über den Zustand des Camps vor und nach unserer Zeit unterschiedlichste Meinungen. Wir hatten keinerlei Grund zur Klage und hatten weder mit Zustand noch mit Sauberkeit von Häusern oder Einrichtung ein Problem. Das Haus war sogar - für staatliche Verhältnisse - verhältnismäßig geschmackvoll eingerichtet.







Nach dem Ausräumen unseres Autos machten wir einen kleinen Spaziergang durchs großzügig angelegte Camp. Alles ist hier sehr weit verstreut. Es gibt einen sehr schönen Spielplatz, den wir ausgiebig testeten.









Direkt im Camp freuten wir uns dann gleich noch über eine Handvoll Erst-Sichtungen in Form von Diademmeerkatzen und Haubenperlhühnern. Generell war im Camp jede Menge Wildlife unterwegs. Kudus und Nyalas liefen regelmäßig um die Häuser, ebenso natürlich (wie fast überall) Buschböcke, nicht zu vergessen eine große Vogelauswahl. Über die Tage hatten wir hier viele schöne Tierbeobachtungsmomente direkt zu Fuß im Camp. Auch das sollte mit Kind nicht unterschätzt werden.

Teil 4206. Mai 2025

Tag 39 02.06.2022 Hluhluwe-Imfolozi NP - Hilltop Restcamp

Heute startete der nächste bzw. erste Morgen Game Drive - diesmal als Novum mit schlafendem Kind auf dem Arm. Der eigentliche Plan war, ihn durch unsere Aufbruchsvorbereitungen zu wecken, was aber nicht gelang. So blieb er im Schlafsack im Arm für einige Zeit. Wir waren heute auch wieder früher aufgebrochen (ich schätze gegen 06:30 Uhr), da wir hier natürlich wieder mehr Chancen für unterschiedliche Tiere zu den Tagesrandzeiten erhofften.

Wir fuhren - da wir im Vorfeld wenig Informationen über vielversprechende oder tier-leere Ecken fanden - einfach auf gut Glück zunächst vom Hilltop den Loop Richtung Memorial Gate. Landschaftlich schon einmal erste Sahne und weiterhin viel grün.





Wir sahen Frankolin, Wiedehopf, Glanzstar und Graureiher, dann hielten wir auf einem Picknickplatz zum Frühstück (wie gehabt Overnight Oats). Dann tingelten wir langsam zurück.









Es gab eine Gruppe Paviane, die offiziell erste Hippo-Sichtung für K1, Kudus und eine größere Büffelherde.









Weiter gab es Warzenschweine und noch mehr Kudus sowie einen Hammerkopf, Impalas und weitere Büffel.





Relativ weit entfernt saßen auf einem Baum einige Weißrückengeier.



Insgesamt hatten wir wieder einmal mit dem dichten, grünen Busch zu kämpfen. Man kann an einer Büffelherde 3 Meter entfernt vorbeifahren und sie übersehen, wenn man nicht im richtigen Moment zur Seite kuckt.



Im Camp wurde getankt und Scheiben gereinigt (vielleicht sieht man ja so mehr?), dann gabs ein langes Schläfchen, bevor etwas Sonne auf der Terasse genossen wurde und Grünmeerkatzen, Diademmeerkatzen und Perlhühner bei ihrem Treiben rund um die Häuser beobachtet wurden.









Für den Abend Drive wählten wir diesmal den Weg Richtung Süden.







Dies bescherte uns eine Giraffensichtung, Geier, Kudus und Impalas.







Während in meinen Notizen für den Morgen Drive nur “viel Busch” vermerkt ist, steht beim Abend Drive “recht gut” - ich denke man kann mit beiden je nach Anspruch zumindest nicht unzufrieden sein - an mehr Details kann man sich naturgemäß ohnehin nicht mehr erinnern.





Jedenfalls gab es abends auch einen schönen Sonnenuntergang, was nochmals die landschaftliche Schönheit dieses Parks unterstrich.

Teil 4306. Mai 2025

Tag 40 03.06.2022 Hluhluwe-Imfolozi NP - Hilltop Restcamp

Heute ging es etwas später gegen 07:15 Uhr los - diesmal erneut Richtung Süden der Hauptstraße entlang. Die Fahrt war zunächst ereignislos. Nicht nur sahen wir keine Tiere, auch keinerlei andere Autos. Als wir an der Abzweigung zum Picknickplatz am Fluss ankamen, erwogen wir, bereits hier Brotzeit zu machen, fuhren dann jedoch noch ein Stück weiter.

Prompt kamen uns direkt an der Brücke über den Hluhluwe zwei Löwen-Damen mit ihren drei Halbstarken entgegen. Was nun folgte, war - auch weil es die erste “geteilte” Sichtung war, eine unserer schönsten und entspanntesten (von doch nicht wenigen) Löwensichtungen bisher.











Die Löwen liefen zunächst schnüffelnd über die Brücke und ließen sich dann für einige Zeit neben der Straße nieder.





Sie gaben sich große Mühe, sich in Szene zu setzen.











Irgendwann bließ Mama zum Aufbruch und die Reise ging weiter.



Wir folgten ebenfalls. Nun wurde der Picknick-Platz angesteuert. Dieser war zum Glück verlassen. Es wurden fleißig Tische, Bäume und alle Ecken inspiziert.







Irgendwann verschwanden sie in den Büschen hinterm Picknickplatz.



(Mal wieder eine schöne Erinnerung daran, dass man auch auf Picknickplätzen in der Wildnis ist und mehr Vorsicht walten lassen sollte als meistens zu beobachten ist - erst Recht natürlich mit Kindern. Wir hätten auch auf diesen Bänken sitzen und unser Frühstück genießen können und hätten mutmaßlich nicht gemerkt, dass sich fünf Löwen von Hinten nähern. Insoweit ist auch der Zaun zum Fluß hin etwas fragwürdig)

Für über eine dreiviertel Stunde waren wir durchgehend alleine mit den Löwen gewesen, direkt auf der Hauptstraße im Park..

Der weitere Drive bot im Vergleich dazu nichts spektakuläres mehr. Gnus, Zebras und Warzenschweine.



Da uns trotz diverser ausgiebiger Reisen ins südliche Afrika weiterhin Wildhunde entgangen waren (manchmal denkbar knapp - so liefen sie etwa durchs alte Mavunje Camp bei Dan im Caprivi und hielten sich dort offenbar sogar länger auf, wir wurden aber vom schläfrigen Camp Attendant nicht aktiv informiert..), hofften wir natürlich hier endlich mal mehr Glück zu haben. Die Map im Camp wies darauf hin, dass sie sich aktuell im Bereich weiter südlich aufhalten könnten.

Wir fuhren daher noch den Cekaneni-Loop, jedoch ohne große Sichtung, dafür mit diversen fahrerischen Herausforderungen. Es ging teilweise recht Steil rauf und runter mit stark ausgewaschenen Stellen. Hier stieß unser Fahrzeug mal wieder fast an seine Grenzen und wir wünschten uns unseren treuen Hilux.. Langsam aber stetig ging jedoch alles gut.

Zurück im Camp gab es Mittagsschlaf und ein recht gutes Mittagessen im Restaurant bei toller Aussicht auf der Terasse.

Beim Rausgehen fragten wir einen zufällig anwesenden Ranger nach unseren besten Chancen für Wildhunde. Er meinte, dass sie aktuell an dem Loop von heute Morgen ihre Jungen hätten..

Es war nun auch ein anderer Marker für Wildhunde auf der Sichtungskarte - an der Kreuzung des Loops zur Hauptstraße. Wir versuchten daher erneut unser Glück und fuhren zeitig los.

Wir suchten sorgfältigst jeden Busch in der Gegend ab und fanden schließlich ca. 100m von der Straße entfernt 2 Wildhunde im Gras liegen. Bei weniger extrem gründlichem Suchen wären sie uns wohl sicher entgangen.





Sie standen immer mal wieder auf und horchten oder witterten. Irgendwann kam ein Dritter dazu und sie begrüßen sich eifrig.







Inzwischen hatte sich auch ein Rangerfahrzeug mit Funkantenne und drei Biologie-Studenten auf Feldstudie zu uns gesellt und ließ sich von uns die Position erklären - sie waren auch auf der Suche nach den Wildhunden bzw. erforschten diese. Dabei war auch ein Austausch-Student aus Deutschland, mit dem wir ein kurzes Schwätzchen hielten.





Leider verschwanden die Wildhunde irgendwann weiter weg und nur die Ranger konnten ihnen auf einem Wirtschaftsweg folgen.

Wir waren glücklich, überhaupt einmal Wildhunde gesehen zu haben, wenn auch weit weg.



Auf dem Rückweg trafen wir noch auf ein Nashorn, ansonsten blieb die Fahrt ohne Ereignisse (auch wenn meine Notizen sagen “Wildhunde u. weitere Tiere”, gibt es davon keine Fotos u. damit kann ich da nichts mehr rekonstruieren..).

Teil 4406. Mai 2025

Tag 41 04.06.2022 St. Lucia - Little Eden

Heute wollten wir endlich - nach all dem Busch im Hluhluwe-Teil - auch versuchen, etwas vom Süden bzw. Imfolozi-Teil zu sehen, auch wenn die Strecke recht weit ist. Aber wir hatten ja nur eine sehr kurze Strecke nach St. Lucia zu bewältigen und somit Zeit.

Bei der Abfahrt vom Hilltop genossen wir einen wunderbaren letzten Sonnenaufgang über den Hügeln des Imfolozi-Teils.





Wir sahen kurz ein Nashorn, tief im Gebüsch versteckt und dann ein Nyala. Ansonsten war die Fahrt durch den Nord-Teil sichtungslos.





Auch der Imfolozi-Teil begrüßte uns zunächst mit einer schönen Aussicht. Dann überquerten wir den Imfolozi und sahen in größerer Entfernung den einzigen Elefanten bisher im Park.







Es folgten Zebras und Giraffen.





Dann trafen wir ein weiteres Nashorn fast direkt an der Straße.



In Mpila kehrten wir um. Auf dem Rückweg sahen wir nochmals Giraffen.



Dann ging es zum Centerenary Center für ein verfrühtes Mittagesmal/zweites Frühstück. Der Imbiss dort ist sehr lecker, aber bedarf etwas Zeit.

Dann machten wir uns traurig auf den weiteren Weg nach St. Lucia.

Fazit Hluhluwe-Imfolozi:

Landschaftlich ist dies für uns - neben den Dünen des KTP - der schönste Nationalpark mit großer Auswahl an potentiell zu beobachtenden Tieren, vor allem natürlich so schön Grün. Das ist aber zugleich - zumindest im Nordteil - auch ein nicht unerheblicher Nachteil. Dieser Teil ist nahezu durchgehend dicht bewaldet, es gibt kaum offenere Stellen oder Lichtungen. Dies macht Sichtungen, vor allem von kleineren Tieren, bisweilen schwierig bis unmöglich.

Im Imfolozi-Teil sieht man weiter, dafür ist es flach statt hügelig. Die Straße quer durch den Nord-Teil bis zum Hilltop und Memorial Gate ist durchgehend geteert, während es im Süden alles Gravel ist. Wir sind im Süden keine Loops gefahren, jedoch einige im Hluhluwe-Teil. Zum Teil waren diese mit normalem Auto (wobei unser Auto sogar eine bessere Bodenfreiheit hat als manch Mini-SUV) grenzwertig oder gar unmöglich. Wenn es dann auch noch nass werden sollte (was in dieser Gegend häufiger der Fall sein kann als in anderen, trockeneren Gegenden), wird es mit Loops ohne guten SUV wohl noch schwieriger.

Bei unserem Besuch war der Park sehr leer, das Restcamp war gefühlt zu 20 - 30% belegt. Das mag an Saison oder Corona gelegen haben (zum Vergleich waren die Camps im Addo und im Kruger zur selben Zeit aber deutlich stärker gebucht und besucht). Der Park ist definitiv auch neben dem Kruger einen Besuch wert, wenn man die Zeit hat. Zwar ist die Tiervielfalt und die landschaftliche Abwechslung im Kruger allein aufgrund der schieren Größe nochmals mehr, dafür besticht der Hluhluwe-Imfolozi durch eine insgesamt deutlich spektakulärere Landschaft, mehr Wildnis-Feeling und ebenfalls hervorragende Sichtungsmöglichkeiten für alle möglichen Großtiere.

Wir haben ihn auf unser nächsten Route wieder für 3 Nächte eingeplant, diesmal wagen wir den Besuch von Mpila, sogar mit 2 kleinen Kindern.

Der Weg nach St. Lucia ist kurz. Wir überlegen, einen Stop einige Kilometer vor St. Lucia bei St. Lucia Cheese Farm einzulegen, die für Kinder recht interessant klingt, aber K1 war kurz vor dem Abzweig eingeschlafen. Also fahren wir weiter bis St. Lucia und erledigen zunächst einige Einkäufe im Superspar.

Danach fahren wir zu unserer Unterkunft Little Eden. Fast am Ende einer von diversen B&Bs und Lodgen gesäumten ruhigen Straße gelegen, gibt es hier eine Handvoll Selbstversorgerhäuser und Wohnungen. Unsere Unit ist sehr sauber und gut ausgestattet, für 68 € pro Nacht kann man nicht meckern.







Nach einem kurzen erkunden der Anlage fahren wir noch kurz zum mittleren Strand. Der Ort besteht gefühlt nur aus großen ,breiten, baumbestandenen Straßen mit unzähligen Speedbumbs. Etwas bizarr mutet eine Polizeikontrolle auf dem Weg zum Strand mit der Suche nach Alkohol an. Schön, wenn man hier tatsächlich mal konsequent ist. Ob das tatsächlich so streng und wirkungsvoll durchgesetzt wird, keine Ahnung.

Wir parken am großen Parkplatz und laufen etwas über den Strand.







Es ist - im Vergleich zu allen anderen bisher besuchten Stränden - doch einiges los. Leute gehen spazieren, manche schwimmen oder rennen in den Wellen herum. Man sieht, das vor allem viele Einheimische hier offenbar viel Spaß am Wasser haben. Zum Teil triefend nass, ohne Handtuch o.ä. geht es dann im Minibus - mit Bierflasche in der Hand - wieder heim. Wir fanden es sehr interessant, wenigstens einmal einen Mini-Ausschnitt des normalen Alltags in Südafrika so mitzunehmen - normal bewegt man sich ja mit Ausnahme von Supermärkten durchgehend in einer Touristen-Bubble.

Teil 4506. Mai 2025

Tag 42 05.06.2022 St. Lucia - Little Eden

Am heutigen Tag wollten wir uns zunächst den Board Walk ansehen. Dieser klang relativ vielversprechend in Bezug auf Vogel- und ggf. Krokodilsichtungen.



Leider war er dann etwas enttäuschend. Es gab nicht mehr oder andere Vögel als überall sonst. Von Krokodilen oder sonstigen Tieren keine Spur. Vielleicht war auch einfach zu viel los am Wochenende.

Am Ende gingen wir noch etwas weiter bis zum Strand bzw. zur Mündung des Imfolozi. Ganz nett anzusehen, aber jetzt nicht unendlich spektakulär.







Danach fuhren wir zum Mittagessen zurück zum Little Eden und verbrachten einige Zeit auf der Aussichts-Terasse der Unterkunft, die einen schönen Blick zum Meer bietet. Es hat jede Unit zwar eine eigene Terasse und Grillmöglichkeit, es gibt hier aber noch eine schöne Communal-Terasse mit Aussicht. Zu unserem Haus gehörte zudem ein kleiner privater Garten zur Straße hin, in dem man schön zum Essen sitzen konnte.





Leider zog es dann schnell zu und fing an zu regnen. Nach einiger Zeit entschlossen wir uns, die Zeit zu nutzen und das Crocodile Center zu besuchen. Es war unser erster Besuch in einer Auffangstation. Ein netter junger Herr führte uns durch die Anlage und erzählte uns einiges zu den Tieren und auch den Bäumen rundherum. So kamen wir dazu, eine Monkey Orange zu versuchen und ihn nochmal nach den Beeren/Kirschen, die K1 in Mtunzini gegessen hatte, zu fragen. Seine Meinung dazu: ungiftig, schmeckt aber nicht.




(dieser Kollege soll ein Maneater gewesen sein und mindestens 10 Menschen gefressen haben)



Einige Exemplare waren recht beeindruckend, die kleinen waren aber ehrlich gesagt am nettesten. Insgesamt war es eine sehr angenehme Plauderei über Krokodile.

Teil 4606. Mai 2025

Tag 43 06.06.2022 St. Lucia - Little Eden

Heute ging es erstmals in den iSimangaliso NP. Wir nahmen den Weg nach Cape Vidal und fuhren sämtliche Loops und Aussichtspunkte an. Vegetation und Umgebung sind komplett anders als in anderen Parks, allein deshalb ist ein Besuch unbedingt anzuraten. Wir waren ehrlich gesagt überrascht, wie viele Tiere wir zu Gesicht bekamen - damit hatten wir gar nicht gerechnet bzw. es eher für einen Landschafts-Park gehalten.









Wir sahen Zebras und einen Hammerkopf, Hippos im Wasser und diverse Vögel.

(Kleiner Einschub zu Vögeln allgemein: normalerweise bestimmen wir alle Vögel und ich benenne sie auch in Fotobüchern etc, zudem führen wir natürlich auch eine Südafrika-Vogelliste. Hier erspare ich mir das, um den Aufwand zu reduzieren, man sehe es mir nach. Die meisten weiß ich zwar (aber meist nur auf Englisch), aber da wirkt das dazu schreiben etwas gekünstelt, zum extra nachschlagen ist der Aufwand zu groß. Die Liste wurde zudem leider auch noch nicht anhand der nur per Bild identifizierten Bilder dieser Reise upgedatet..).





Wir sahen zudem noch einen Büffel und im Campbereich von Cape Vidal einen Buschbock. Man liest über das Camp verschiedenes. Es machte in manchen Teilen einen etwas vernachlässigten Eindruck, liegt aber per se natürlich absolut traumhaft.

Der Strand selbst ist super schön. Es waren ein paar Südafrikaner dort beim Baden und es war heute richtig warm, so dass wir - wenn wir unsere Badesachen dabei gehabt hätten (Planung und so..) - auf jeden Fall auch Baden gegangen wären. Zudem hatten wir nicht genug Proviant eingepackt..



Auf dem Rückweg trafen wir ein paar Kudus und Nektarvögel.





Wir fuhren zu den Mission Rocks und trafen kurz darauf auf einen Elefanten. Dass es hier überhaupt Elefanten gibt, war uns ebenfalls nicht bekannt gewesen.





Gegen Mittag waren wir wieder in St. Lucia und holten uns Fischgerichte im Dory’s, die wir bei uns im Garten aßen.

Wie wir den Nachmittag verbrachten, kann ich nicht mehr rekonstruieren. Vermutlich mit Nichtstun. Am Abend wurde mir furchtbar schlecht und ich musste mich die halbe Nacht lang übergeben - mutmaßlich wohl Lebensmittelvergiftung vom Fisch..

Teil 4706. Mai 2025

Tag 44 07.06.2022 St. Lucia - Little Eden

Morgens ging es glücklicherweise wieder besser. Der heutige Tag führte uns zu den Western Shores des iSimangaliso NP. Wir fuhren den gesamten Ubejane Loop ab ab und hielten an diversen Aussichtsspunkten. Insgesamt gab es hier nochmals deutlich mehr Tiere zu sehen als im östlichen Teil. Der Weg war durchgehend gut zu fahren, trotzdem ist er interessanterweise bei Tracks4Africa als “4wdrequired” beschriftet. Vielleicht hat sich der Zustand in den letzten 3 Jahren verschlechtert.

Zunächst sahen wir hauptsächlich Vögel.









Dann gab es auch Wasserböcke, Gnus und Zebras zu sehen.











An einem Boardwalk hat man eine schöne Aussicht über den Park und den See.



Zudem freuten wir uns über einen (leider etwas entfernten) Gymogene - für uns eine Erstsichtung.



Bein einem Hide stiegen wir aus und hörten plötzlich lautes Getrampel und Geplatsche. Wir sahen noch, wie eine große Gruppe Hippos durch unsere Anwesenheit erschreckt ins Wasser platschte. Sorry, war keine Absicht..





Vom Hide aus konnte man sie weiterhin gut beobachten.



Auf dem weiteren Weg sahen wir nochmals Wasserböcke und Witwenpfeifgänse.





Den restlichen Tag verbrachten wir im Garten. Abends holten wir uns Essen von Brazza’s (diesmal glücklicherweise ohne Nebenwirkungen).

Fazit St. Lucia:

St. Lucia ist fester Bestandteil des touristischen Standard-Programms. Das merkt man dem Ort natürlich auch an, er besteht aus nichts als Restaurants und Unterkünften. Diese gibt es in allen Preisklassen. St. Lucia bietet eine nette Gelegenheit, an einige schöne Strände zu kommen und mit dem iSimangaliso NP einen sehr außergewöhnlichen Park mit durchaus nicht zu wenig Tieren und Abwechslung.

Viele scheinen nur wegen der Bootstour auf dem See hierher zu kommen. Diese hatten wir bewusst ausgelassen, weil wir uns nicht sicher waren, wie gut es auf den nur rudimentär mit Reling versehenen Booten mit K1 funktioniert. Trotzdem wurde uns bei vier Nächten nie langweilig, man hätte durchaus noch mehr machen können oder mehr Zeit an verschiedenen Ecken verbringen können.

Man sollte sich daher m.E. nicht auf Hippos und die Bootstour versteifen, sondern als Highlight eher den Park so besuchen und den Ort als Möglichkeit für ein paar entspannte Tage wählen.

Teil 4806. Mai 2025

Tag 45 08.06.2022 Piet Retief - Deo Resta Guest House

Auch eine lange Reise neigt sich irgendwann dem Ende zu. Für uns ging es heute auf die letzte große Strecke bis in den Kruger NP. Piet Retief liegt hierbei als klassische Zwischenübernachtungsstation ziemlich in der Mitte mit verschiedenen Übernachtungsoptionen. Eine Fahrt durch eSwatini/Swaziland wollten wir unabhängig von der damals etwas instabilen innenpolitischen Lage (viele Demonstrationen) allein schon zur Vermeidung unnötiger Grenzübertritte/Risiken in Corona-Zeiten nicht.

Wenn wir wieder so lange in der Ecke unterwegs wären, würde ich beim nächsten Mal wohl versuchen, mehr interessante Stops einzubauen, damit man nicht zwei reine Transfertage hat. Eswatini bietet hier natürlich diverse Optionen, aber auch die Gegend um Wakkerstroom oder um Baberton wäre eine Option.

Wir kauften an einem Straßenstand noch je Menge riesige Avocados und einige Ananas f+r einen Spottpreis für unseren Kruger-Aufenthalt und fuhren dann in einem Rutsch die N2 durch bis Pongola. Die N2 ist hier - aber primär in Südrichtung - ein stetes Sorgenkind mit Blick auf Kohle-LKWs. In unsere Richtung war zwar auch viel los, die LKWs waren jedoch leer und damit flotter unterwegs.

In Pongola tankten wir uns machten kurz Pause, dann ging es weiter die N2 entlang, bis wir kurz vor Piet Retief auf eine kleine Gravel-Road einbogen, die uns zum Deo Resta Guest House brachte.











Das Guest House war relativ frisch - in der Coronazeit - eröffnet worden. Es liegt auf einer Familienfarm und es gibt diverse sehr saubere Häuser. Nach Angaben der Besitzerin gibt es eine größere Nachfrage nach Zwischenübernachtungen in der Gegend um Piet Retief als das Angebot hergibt, so dass sie trotz Corona den Schritt gewagt hatten. Sie planen auch noch weitere Häuser, so dass unklar ist, ob der nette familiäre Charakter erhalten bleiben kann.

Die Häuser liegen als Reihenhäuschen in einem sehr schönen Garten.

Wir spazierten etwas über die Farm und Rundherum, dann wurde es irgendwann extrem frisch.







Man kann nach Vorbestellung auch Essen bekommen, was wir in Anspruch nahmen. Wir erhielten eine riesige, sehr leckere Lasagne mit Bergen von Salat.

Teil 4906. Mai 2025

Tag 46 09.06.2022 Kruger NP - Berg en Dal

Die Nacht war sehr sehr frisch - mutmaßlich die bisher kälteste der Reise. Nach den durchgehend milderen Nächten an der Küste hatten wir hier gar nicht mehr mit so kalten Temperaturen gerechnet.

Es gab zwar elektrische Heizplatten an den Wänden, diese taugten jedoch nicht dazu, das Häuschen auch nur annähernd zu erwärmen. Die Heizdecken halfen jedoch zu einem angenehmen Schlaf.

In der Früh ging es bibbernd zum Frühstück. Sehr leckeres, frisch gemachtes English Breakfast (mit Extra-Portion für K1).



Dann nahmen wir die zweite Hälfte der Transfer-Etappe in Angriff. Kurz hinter Piet Retief verließen wir die N2 und fuhren nun über einsame Straßen im meist guten bis okayen Zustand und meist sehr leer über R33, N17 und R38 bis zur N4. Einige Zeit hingen wir hinter einem Kohle-LKW fest, ansonsten ging die Fahrt ohne jegliche Probleme. An einer Tankstelle tankten wir nach und machten kurz Pause.

Die N4 begrüßte uns dann mit viel Verkehr am frühen Mittag. Wir fuhren nach Malelane, um unseren letzten Großeinkauf für den Kruger zu erledigen, dann ging es weiter Richtung Malelane-Gate und nach Berg-En-Dal.

Es war unser insgesamt zweiter Besuch im Park, soweit im Süd-Westen waren wir bis dato jedoch noch nicht gewesen. Wir hatten eine Unit mit Zaunblick gebucht, leider war davon nicht wirklich viel zu sehen. Insgesamt liegen die Häuser sehr schön verteilt im Wald. Sie befanden sich damals in unterschiedlichem Renovierungszustand. Unseres war leider sehr dunkel und verwinkelt. Man muss durch einen schmalen Gang, der die Küche darstellt, ins Haus gehen.







Draußen auf der Terasse war es herrlich warm.

Wir spazierten noch ein wenig durchs Camp und am Zaun entlang und sahen so immerhin auch einiges an Wildlife.











Am Abend konnten wir draußen sitzen und sahen erstmals ein Bushbaby im Baum vor unserem Haus.

Leider enden hier meine (ohnehin rudimentären) Aufzeichnungen (im Park hat man halt besseres zu tun), so dass ich nunmehr versuchen muss, den Tagesablauf mit Hilfe von Fotos und GPS-Track zu rekonstruieren. Falls jemanden etwaige Unstimmigkeiten hinsichtlich Ort/Zeitablauf auffallen sollten, bitte ignorieren 🙂

Teil 5006. Mai 2025

Tag 47 10.06.2022 Kruger NP - Berg en Dal

Wir kamen heute gegen 06:45 Uhr los und bewunderten zunächst die Landschaft rund um Berg-En-Dal im Morgenlicht. Wir fuhren zunächst die S110 Richtung Süden und trafen auf Impalas.







Kurz darauf standen einige Autos am Straßenrand und wiesen uns auf einen Gepard hin, der gerade im Gras neben der Straße lief. Leider waren wir eher schlecht positioniert (oder die anwesenden Autos zu rücksichtslos), so dass wir nun hinterher fuhren und kaum etwas sahen. Dann war er plötzlich verschwunden.



Einerseits ein schöner Auftakt mit Gepard gleich zu Beginn, andererseits nach vielen einsamen Game Drives auf dieser Reise ein netter Vorgeschmack auf das Sichtungsverhalten mancher Mitreisender hier im Park.

Wir fuhren anschließend weiter über die 114 am Crocodile River entlang mit weiteren Impala- und Giraffensichtungen.







Am Bijamiti-Wehr sahen wir Hammerkopf und Graufischer.







Nach dem Bijamiti-Wehr wechselten wir auf die S23 und sahen einen Elefantenbullen und noch mehr Impalas. Wir fuhren bis zur H3, um dort wieder nach Süden abzubiegen. Hier sahen wir weitere Giraffen, Zebras und schließlich auf der Straße nach Berg en Dal eine große Büffelherde. Der Abstecher zum Matjulu-Wasserloch war ergebnislos.







Irgendwann unterwegs war K1 eingeschlafen, so dass wir entspannt bis mittags weiterfuhren.











Wir aßen im Camp zu Mittag und beobachteten das lokale Wildlife in Form von Vögeln, Baumhörnchen, Zwergmangusten und Buschböcken.











Gegen halb vier brachen wir nochmal zu einer kleinen Runde die S110 Richtung Malelane entlang auf.



Diesmal fanden wir eine größere Gruppe Elefanten, die wir von einer Brücke aus gut beobachten konnten beim Fressen.









Auf dem weiteren Weg gab es allgegenwärtige Impalas und einen schönen Sonnenuntergang.





Teil 5106. Mai 2025

Tag 48 11.06.2022 Kruger NP - Lower Sabie

Heute stand bereits der erste Camp-Wechsel auf dem Programm. Wir waren uns nicht sicher, wie viel Nächte wir Berg-En-Dal zugestehen sollten, da wir die Ecke nicht kannten. Als entspannter Startpunkt war das Camp jedoch optimal, weil es deutlich ruhiger ist als andere und man dennoch einiges sehen kann in der Umgebung. Dass das Sichtungsboard immer den Eindruck erweckt, man sei zu blöd, Tiere zu suchen, gehört wohl auch dazu.

Wir fuhren - wieder ab ca. 06:45 Uhr zunächst ereignislos wieder die S110 entlang zur H3, um dieser dann nach Norden zu folgen. Es war erneut relativ ruhig - Fotos gibt es von den ersten 1,5 Stunden keine. Kurz vor dem Tindlovu Picknickplatz fanden wir dann - dank 2 Autos - eines der Highlights des Urlaubs.







Meine Frau ist großer Hyänenfan (ich selbst mag sie auch sehr gerne) und Hyänen-Cubs waren neben Wildhunden ganz oben auf der Wunschliste für diesen Urlaub gestanden. Es war eine Mutter mit zwei Kleinen, die zunächst noch schläfrig bei Mama in der Sonne lagen und ab und an tranken.







Irgendwann rissen wir uns los und fuhren weiter zum Picknickplatz zum Frühstücken. Auf dem Weg sahen wir zwei kämpfende Giraffen, einen Elsterwürger und einen Wahlbergs Eagle.







Nach dem Frühstück fuhren wir nochmals das kurze Stück zurück zu den Hyänen. Inzwischen waren die kleinen deutlich aktiver geworden und gingen auf Entdeckungstour, wenn auch sichtlich unbeholfen.











Wir folgten der H3 weiter Richtung Norden bis zur S112, wo wir nach rechts abbogen. Wir fuhren zum Stevenson-Hamilton Memorial Lookout Point, stiegen jedoch nicht aus, das K1 inzwischen eingeschlafen war. Außer Kudus und einem Flughuhn sahen wir jedoch lange Zeit nichts. Wir folgten der S114 bis zur H1-1 und nach Skukuza. Nach einem kurzen Stop im Shop fuhren wir zur Day Visitor Area um dort in Ruhe Mittagzuessen - jedoch beäugt von immer näher kommenden Grünmeerkatzen.





Die Day Visitor Area ist schön angelegt und deutlich ruhiger als das Camp selbst (oder die Picnicplätze in der Gegend), also grundsätzlich sehr zu empfehlen. Es gibt sogar (meine ich) einen eigenen Pool zur Abkühlung.

Anschließend folgten wir der H4-1 nach Lower Sabie. Wir hätten eigentlich gerne zwischendurch die S30 auf der anderen Ufer-Seite gewählt, da wir hieran schöner Erinnerungen hatten, leider war die Strecke (wie manch weitere - die Informationslage war hier mitunter sehr dürftig) seit Monaten gesperrt.

Entlang der H4-1 sahen wir immer wieder Elefanten, ein Steinböckchen-Paar, Kudus und ein Schreiseeadler-Paar mit Nachwuchs.











Am Sunset Dam gab es einen Nimmersatt, dann rollten wir nach einem langen Tag auf Achse gegen 15:30 Uhr in Lower Sabie ein.



Wir hatten bei unserem letzten Besuch in der Gegend um Lower Sabie derart viele tolle Sichtungen (Elefanten, Löwen und Leoparden en masse), dass wir unbedingt wieder hierher wollten. Wir hatten ein LBVST2, also ein gemauertes “Zelt” mit Bush View gebucht. Dieses war - wie auch die River View Tents, relativ frisch renoviert und in einem guten Zustand. Uns gefällt die Aufmachung sehr gut. Auch die Lage war in Ordnung.







Wir spazierten noch etwas durchs Camp und bewunderten das viele Grün am Sabie.





Teil 5206. Mai 2025

Tag 49 12.06.2022 Kruger NP - Lower Sabie

Für heute morgen wählten wir eine Runde über S28 und H4-2 nach Crocodile Bridge und zurück. Die Gegend ist eigentlich normalerweise sehr vielversprechend für gute Sichtungen.

Wir sahen zunächst einen einzelnen Elefanten im ungünstigen Gegenlicht, dann Wachteln und Grüne Tauben.







Es folgten Büffel und Impalas sowie eine Riesentrappe, eher wir auf eine größere Gruppe Giraffen stießen.









An der S28 standen an einer Stelle mehrere Autos, die einen Gepard in mittlerer Entfernung beobachteten. Dieser bewegte sich parallel zur Straße, markierte einen Baum und überquerte die Straße dann. Leider war aufgrund des hohen Grases und unserer im Vergleich doch eher niedrigeren Sitzposition ein Fotografieren nicht wirklich einfach. Eine "sich bewegende" Sichtung mit mehreren Fahrzeugen ist schon unter normalen Umständen oft stressig - mit rumkletterndem und neugrierigem Kleinkind aber natürlich noch mal ein Level mehr.







Nach wenigen Minuten war der Spaß leider schon wieder vorbei. Auch hier hatten wir etwas Pech, dass die Sicht zum Teil durch andere (größere) Fahrzeuge versperrt war.

Wir sahen anschließend eine Gruppe Zwergmangusten, die sich die Sonne auf den Pelz scheinen ließ und einige Büffel.





Der Weg zurück nach Lower Sabie war bis auf zwei Elefanten ereignislos.



Wir machten wieder Mittagspause im Camp, ehe wir für unseren ersten Abend-Drive ab Lower Sabie zunächst zum Sunset Dam und dann über den Sabie die S128 entlang fuhren.









Wir sahen einen einsamen Elefanten und einen Kapkauz.





Kurz darauf präsentierte sich ein Kampfadler im schönsten Abendlicht, später sahen wir noch Bienenfresser.





Nach einiger Zeit drehten wir wieder um und fuhren denselben Weg zurück. Hier sahen wir neben Gabelracke (der Lieblingsvogel meiner Frau) noch eine Ludwigstrappe.







An der Brücke über den Sabie verschwand gerade ein Water Monitor, während ein Riesenfischer die letzten Strahlen der Sonne genoss und ein Schlangenadler nach einer letzten Malzeit sah.







Für heute Abend hatte ich einen Night Drive gebucht. Ich schlich mich also nach dem Abendessen so dick eingepackt wie möglich aus dem Haus. Neben mir war noch eine deutsche Familie sowie ein weiteres Pärchen auf dem LKW.

Wir fuhren den Sabie entlang Richtung Skukuza. Wir sahen zunächst Hippos und Elefanten - im Dunklen doch noch mal eine andere Art von Erlebnis.







Es war - wie zu erwarten - saukalt. Alle froren ersichtlich. In einiger Entfernung konnte eine Ginsterkatze gesehen werden, sie war jedoch flink unterwegs, so dass ich mich schwertat, sie zu sehen.

Ich hatte mich extra eingelesen in die optimalen Einstellungen zur Fotografie auf Night Drive (die passende Ausrüstung war ja da), aber es stellte sich m.E. dennoch als nicht wirklich trivial und zufriedenstellend dar. Irgendwie fehlt da die Übung.

Auf dem Rückweg - alle waren müde und halb erfroren - sahen wir noch eine Hyäene auf der Straße.

Insgesamt war der Drive denke ich “ok”, berücksichtigt man Temperaturen und Müdigkeit hierdurch, vielleicht nicht die klügste Entscheidung. Dafür waren immerhin sehr wenig Leute dabei..

Teil 5306. Mai 2025

Tag 50 13.06.2022 Kruger NP - Lower Sabie

Die verspätete Heimkehr nutzten wir für einen etwas späteren Start. Laut GPS ging es heute ab ca. 07:30 Uhr die H4-1 entlang und mangels Alternativen wieder zurück. Es scheint laut Bildern jedoch ein sehr ruhiger Driver gewesen zu sein. Ich meine mich zu erinnern, dass es in Lower Sabie hieß, dass die S30 auf der anderen Flußseite wieder geöffnet sei - was sich jedoch im Nachhinein als ärgerliche Fehlinformation herausstellte.





Wir sahen wohl primär Vögel und Hippos - aber immerhin solch illustre Vögel wie Kappengeier und einen Elefanten am Sunset Dam.











Dafür ging es bereits um kurz vor 15:00 Uhr auf eine Nachmitttagsrunde. Wir fuhren zunächst die H4-2 Richtung Süden, um dann über S130, S133, S137 und S28 zurückzufahren.

Zunächst freuten wir uns über Giraffen, Elefanten, Zebras und nochmal Elefanten - diesmal mit Jungtieren. Insgesamt war die Elefantendichte gefühlt deutlich niedriger in der Gegend als bei unserem letzten Besuch im November 2018. Dies mag an der größeren Verfügbarkeit von Futter/Wasser Anfang Juni im Vergleich zu einem bis dahin recht trockenen November liegen. Auffällig war auch, dass wir im November 2018 und vor Leopardensichtungen rund um Skukuza und Lower Sabie kaum retten konnten - und jetzt bisher keinen einzigen zu Gesicht bekommen hatten.









An der S28 stießen wir dann schließlich auf ein weiteres Highlight an der Stichstraße zum Ntandanyati Wasserloch. Hier standen 2 Autos, die uns darauf hinweisen, dass in einiger Entfernung ein Gepard im Gras läge, der immer mal wieder seinen Kopf hebt. Da das Licht uns das goldene Gras toll waren, entschieden wir uns, so lange wie möglich bis zur Schließung zu warten.
Anfangs sah man nur ab und an eine Schwanzspitze nach oben wedeln, schließlich erhob er sich und sah sich um.







Schweren Herzens mussten wir uns angesichts der vorgerückten Stunde von ihm trennen.

Auch am Sabie ist die Lichtstimmung nach Sonnenuntergang toll.



Noch toller war, als wenige Meter vor dem Camp-Gate plötzlich eine Leopard auf der Straße saß. Er blieb genau für 1-2 Fotos stehen, dann trollte er sich ins Gras. Lustigerweise hatten wir nahezu exakt dasselbe Erlebnis an exakt derselben Stelle bereits 2018 gehabt.



So waren wir immerhin etwas versöhnt - schöne Gepardensichtung und einen Leoparden, wenn auch nur kurz.

Teil 5406. Mai 2025

Tag 51 14.06.2022 Kruger NP - Satara

Am heutigen Tag stand ein weiterer Campwechsel an. Diesmal sollte es für uns zum ersten Mal nach Satara gehen. Bei unserem letzten Kruger-Besuch waren wir in dieser Gegend im Talamati und Olifants gewesen.

Fazit Lower Sabie:

Das Camp ist unseres Erachtens zurecht sehr beliebt. Es ist zwar groß, aber noch überschaubar und es gibt sehr unterschiedliche, jedoch größtenteils nette Unterkünfte. Man hat sehr viele Fahrt-Optionen zu vielversprechenden Gebieten. Leider waren einige Straßen noch gesperrt nach starkem Regen im Süd-Sommer, was die Möglichkeiten etwas begrenzte. Mit den Sichtungen waren wir halbwegs zufrieden. Man erhofft sich natürlich immer mehr und wir waren zugegebenermaßen nie schon um 06:00 und bis 18:00 Uhr unterwegs, sondern erst ab 06:45/07:30 und bis 17:30 Uhr oder so. Dennoch waren wir viele Stunden unterwegs, zum Teil ohne jede Sichtung. Hier mag auch das hohe Gras eine Rolle spielen, da man so vor allem kleinere oder liegende Tiere kaum sehen kann. Zudem spielt natürlich der Faktor Zufall immer mit rein. Vielleicht waren auch die Gebiete, die wir abgeklappert haben, zu klein - hier stößt man natürlich mit Kind jedoch irgendwann an Grenzen. Das alles soll keine Klage sein, sondern mehr ein Geraderücken von Erwartungen.

Wir starteten gegen 07:20 Uhr, kamen jedoch nicht einmal bis zum Camp-Gate.

Kurv vor dem Gate wurden wir von einer jungen Dame aus Deutschland angesprochen, die eine Mitfahrgelegenheit suchte. Sie wollte zwar nicht nach Satara, sondern musste am Abend wieder nach Lower Sabie zurück, war jedoch frohen Mutes, unterwegs eine andere Mitfahrgelegenheit zu finden. Wir waren neugierig auf diese doch sehr ungewöhnliche Art eines Nationalparkbesuchs, hatten einen Platz vorne frei und nahmen sie daher mit. Sie war wohl mit einem in Südafrika wohnenden Freund zum Kruger gekommen, dieser musste jedoch zum Arbeiten zurück nach Johannesburg, während sie sich entschied, im Park zu bleiben und ihr Glück als Anhalter zu versuchen. Die zwei Tage zuvor war sie offenbar mit einer anderen deutschen Familie herumgefahren. Ich finde es immer spannend, andere Herangehensweisen an das Reisen in Afrika zu sehen und dass es durchaus andere Wege gibt, als die hier im Forum (und anderen Foren) vorgelebte Standard-Reiseart.

Sie war eine angenehme Mitfahrerin, jedoch sichtlich unerfahren in puncto Game Drive und Wildlife, so dass uns zugleich die Rolle als Guide zukam.

Wir fuhren mit einem kleinen Schlenker über die S29 mehr oder weniger direkt nach Norden.

Am Sabie sahen wir ein Hippo, dann eine größere Gruppe Giraffen und eine Hyäne, die neben der Straße döste.









Am Mlondozi Dam war nichts los, genauso wenig wie am Orpen Dam Hide. Am Mlondozi dam hatten wir 2018 eine tolle Leopardensichtung gehabt, wo wir einen Leoparden per Fernglas über längere Zeit bei seiner Wanderung beobachten konnten.





Am Tshokwane Picnicplatz machen wir eine längere Pause und verabschiedeten uns von unserer Mitfahrerin. Der Weg bis nach Satara und zurück war ihr dann wohl doch zu riskant.

Wir bewunderten den riesigen “most southern baobab” und sahen noch einige Impalas und Elefanten an der Merheya Pan. Ansonsten war die Fahrt eher ereignislos.







In Satara hatten wir einen BD2V Bungalow gebucht. Dieser lag - wie zu erwarten - sehr schön am Zaun. Obwohl innen drin doch alles etwas beengt war, fanden wir Platz für alles inklusive Kinderbett.









Anschließend spazierten wir etwas durchs Camp, um uns nach dem vielen Fahren die Beine zu vertreten. K1 musste leider schnell lernen, dass es keine gute Idee ist, ohne Schuhe die paar Meter von der Hütte zum Auto quer über die Wiese zu laufen.



Wir freuten uns sehr über einen Brown-Headed Parrot (jedoch ohne zeigbare Fotos) sowie einen schönen Mond-Aufgang über dem Zaun.





Da es recht mild war, saßen wir noch einige Zeit draußen und bekamen dabei Besuch von einer Wildkatze.

Teil 5506. Mai 2025

Tag 52 15.06.2022 Kruger NP - Satara

Der Morgen begann mit einem schönen Sonnenaufgang und Impalas direkt am Zaun. Dann mussten wir als erstes natürlich der “Klassiker”-Straße S100 einen Besuch abstatten.



Wir fuhren zur S100, zum Sweni Hide und über die H6 zurück.

Hierbei sahen wir zunächst Wasserböcke und einen Geier bei der Gefiederpflege, später einen Buschbock und einen einsamen Elefanten.











Entlang der S100 sahen wir Giraffen, noch mehr Wasserböcke, Kudus und Zebras.







In der Nähe des Sweni Hides gab es einen Wahlbergs Eagle und ein Kudu mit Pigmentstörung.





Zurück auf der H6 freuten wir uns über eine Hyäne, die uns entgegen kam und die wir einige Zeit beobachteten. Leider kamen jedoch von hinten zwei Autos angerauscht, die sie von der Straße verjagten ins hohe Gras, wo wir sie kaum noch sehen konnten. Derartiges rücksichtsloses Verhalten war uns leider in den letzten Tagen schon mehrfach aufgefallen. Sichtungen, die einen nicht interessieren, scheinen für manche anderen Besucher nicht zu existieren.





Am Nachmittag machen wir einen kurzen Tripp Richtung Westen entlang der H7. Wir fuhren bis kurz hinter dem Nsemani Wasserloch und drehten dann wieder um.



Wir sahen einen Schreiseeadler (belagert von mindestens 5 Autos - das zeigt dass sonst eher tote Hose war) sowie Giraffen.



Auf dem Rückweg sahen wir noch unseren ersten Schakal bei diesem Parkbesuch und einen Perlkauz.



Am Abend holten wir uns Pizza (?, meine ich). Leider mit einem kleinen Sturz von K1 samt aufgeplatzter, gut blutender Lippe auf den glatten Fliesen im Restaurantbereich.. Glücklicherweise konnte die Blutung irgendwann gestillt werden und es gab keine weiteren Einschränkungen.

Teil 5606. Mai 2025

Tag 53 16.06.2022 Kruger NP - Satara

Am heutigen Morgen drehten wir eine größere Runde über H7, S39 den Timbavati entlang und über S127 und H 1-4 zurück.

Entlang der H7 sahen wir zunächst Zebras, eine Büffelherde sowie einen einsamen Elefanten im schönsten Morgenlicht.







Nach dem Abbiegen auf die S39 trafen wir auf ein Steinböckchen.



Immer wieder sahen wir Impalas. Wenn Sichtungen spärlich werden, beginnt man ja immer wieder an den eigenen Fähigkeiten zu zweifeln und versucht sich daran zu erinnern, was man alles schlaues über das Finden von Tieren gelesen und gesehen hat (Wir waren während der schlimmsten Corona-Zeit große Anhänger von Wildearth/Safarilive - es war einfach unglaublich beruhigend zu wissen und live zu sehen, dass in all dem Chaos und schlechten Nachrichten jeden Morgen in Afrika die Sonne aufgeht, die Tiere ihren täglichen Geschäften nachgehen und abends die Sonne wieder untergeht..). Durch all diese Erfahrung wurde ich schließlich auf wiederholte Alarmrufe von Impalas aufmerksam und war mir sicher, dass irgendwo etwas sein müsste. Wir hielten an bzw. rollten langsam weiter.

Eine Minute später sahen wir drei Löwendamen von schräg hinten heranmarschieren. Ohne die Alarmrufe hätten wir sie nie gesehen oder angehalten, da sie von hinten zur Straße kamen.





Sie liefen eine Zeit lang parallel zur Straße, dann einige Zeit auf der Straße und dann irgendwann auf der anderen Seite weiter. Nach einiger Zeit verloren wir sie aus den Augen.







Außer uns war kein anderes Fahrzeug zugegen - genau so sollte die ideale Sichtung sein - selbst erarbeitet und exklusiv. Mit den Ansprüchen kann man natürlich nicht realistisch an einen Parkbesuch herangehen, aber es war zumindest schön zu sehen, dass sich Aufmerksamkeit wenigstens einmal auszahlt.

Anschließend sahen wir Giraffen und Zebras sowie an der H1-4 eine Gruppe von Ground Hornbills.







Kurz vor dem Camp sahen wir eine größere Gruppe Elefanten.





Im Camp wurde leider gerade eine Feuerschneise ins Gras vor dem Zaun vor unserer Hütte gebrannt - ohne jegliche Vorwarnung o.ä. Binnen Minuten war alles voller Rauch, Staub und Ascheregen. Andere Gäste flohen mitsamt ihrem Essen ins Haus, bei anderen war die Wäsche an der Leine danach nicht mehr wirklich sauber..



Wir flohen etwas ins Camp-Innere und beobachteten dort einige Zwergmangusten.





Am Abend versuchten wir es noch einmal mit der S100.

Wir trafen auf eine wirklich, wirklich kleine Giraffe (das Gras reichte ihr bis zum Bauch), Wasserböcke und Impalas.







Es waren wirklich viele Tiere entlang der S100 unterwegs, ständig waren irgendwo Tiere am grasen.





Auf dem Weg zurück zum Camp erlebten wir dank der Feuer einen spektakulären Sonnenuntergang.



Direkt an der Camp-Einfahrt zerpflückte ein Schakal ein Helmperlhuhn - was offenbar außer uns niemanden interessierte, da alle an uns vorbei ins Camp fuhren.



Fazit Satara:

Auch bei Satara ist aufgrund der Lage nachvollziehbar, wieso es so beliebt ist. Es liegt nunmal relativ zentral (und weit weg von anderen Camps) mitten in der Mitte und bietet Zugang zu vielen guten Gegenden in den wichtigsten Game Drive Zeiten. Das Camp selbst gefällt uns aber im Vergleich zu Lower Sabie nicht in gleichem Maße. Es wirkte alles etwas heruntergekommener und abgewohnter, auch ist ein Fluß mit dem vielen Grün natürlich immer schöner anzusehen als trockener Busch. Wenn wir Platz hätten, würden wir jedoch jederzeit gerne wieder hierher kommen.

Teil 5706. Mai 2025

Tag 54 17.06.2022 Kruger NP - Skukuza

Am heutigen Tag stand der letzte Campwechsel an. Damit näherte die Reise sich nunmehr endgültig ihrem Ende. Wir fuhren im wesentlichen direkt nach Süden, mit ein paar kürzeren Abstechern in kleinere Straßen.

Schon nach kurzer Zeit trafen wir an einer Brücke auf zwei Autos und ein weiteres Highlight. Vier Löwenmännchen auf dem Weg zum Trinken im Fluss im schönsten Morgenlicht, von oben herab.











Nach einiger Zeit machten sie sich auf den Weg zurück zur Straße, überquerten diese und verschwanden in der Ferne. Insgesamt hatte die ganze Angelegenheit keine fünf Minuten gedauert. Dies zeigt einmal mehr, wieviel vom Zufall abhängt (und wie wichtig es ist, diesen Zufall durch Optimierung von Fahrzeiten und Dauer auf die Sprünge zu helfen).





Erst im Nachgang fiel uns auf, dass einer der drei Löwen wohl ein weißer Löwe (Casper?) sein dürfte.

Im weiteren Verlauf sahen wir Geier mit Mond sowie unseren ersten Gaukler des Urlaubs.





Es folgten Steinböckchen und Kudus sowie ein Brown-Hooded Kingfisher.







Erneut machten wir Pause am Tshokwane Picknickplatz.

Kurz darauf erspähten die Adleraugen meiner Frau mehrere Löwendamen, die in einiger Entfernung lagen. Wir beobachteten sie einige Zeit (und konnten diverse Fahrzeuge darauf hinweisen), es tat sich jedoch nichts spannendes.





Im weiteren Verlauf sahen wir ein Krokodil, Kappengeier am Himmel und noch mehr Giraffen.







An einem Wasserloch war nun endlich Elefanten-Highlife - leider in ungünstigem Mittagslicht. Solch große Elefantenversammlungen hatten wir dieses Mal im Kruger noch überhaupt nicht gesehen, während sie 2018 ständig vorkamen. Es kamen immer wieder neue Gruppen zum Trinken und Spielen, während andere wieder gingen.









Der Vergleich mit der nahezu identischen Strecke nach Satara vor wenigen Tagen nahezu ohne größere Sichtungen zeigt erneut schön, wieviel von Zufälligkeiten abhängt.

Richtung Skukuza wurde es nunmehr immer voller. Es war verlängertes Wochenende und alles sehr voll. Wir hatten ein LR2W ergattert (wie gut, dass Kinder unter 2 überhaupt nicht existieren für Sanparks). Die Häuser sind zwar nicht billig, unseres Erachtens jedoch eine der besten Units im Park. Ruhig gelegen mit toller Aussicht, gute Ausstattung..







Wir genossen ein wenig die Aussicht, fingen an unser Auto auszuräumen und Gepäck zu sortieren und beobachteten das Wildlife am Fluss.







Am Abend holten wir uns Essen im Take Away.

Teil 5806. Mai 2025

Tag 55 18.06.2022 Kruger NP - Skukuza

Heute war der letzte volle Tag unserer Reise angebrochen. Es sollte ein letztes Mal auf einen ausgiebigen Morning Drive gehen.

Zunächst fuhren wir zum Lake Panic Hide und genossen die Morgenstimmung.







Dann fuhren für kurz weiter Richtung Westen, um dann auf S55 bis zum Transport Dam abzubiegen. Zurück ging es dann wieder über die H1-1.

Wir sahen eine große Büffelherde, Giraffen, Impalas und Elefanten.







Auf dem Rückweg sahen wir zum wiederholten Mal eine Hyäne neben der Straße dösen.





Dann machten wir uns auf ins Camp, Mittagsschlaf und packten unsere Sachen weiter. Wir mussten naturgemäß einiges aussortieren und da lassen.

Am Abend fuhren wir statt eines Game Drives nochmal zum Lake Panic Hide. Diesmal waren die Hippos näher am Hide und wir konnten sie gut beobachten. Auch wenn K1 sich durchgehend still und ruhig verhielt (auch in anderen Hides bisher, so lange man nicht Stunden dort verbringt), fing er plötzlich damit an, das “Lachen” der Hippos mit “höhöhö” nachzumachen bzw. zu kommentieren, wenn ein Hippo gegrunzt hatte. Dies sorgte für ein hohes Maß an Erheiterung im Hide, wir zogen es jedoch lieber vor, das nicht zu sehr auf die Probe zu stellen und verschwanden wieder.







Zurück in unserem Haus wurden wir noch Zeuge einer artübergreifenden Freundschaft zwischen altem Büffel und jungem Hippo.



Fazit Skukuza:

An diesem Camp scheiden sich die Geister. Ehrlich gesagt ist die unmittelbare Umgebung mit seinen großen Straßen und Kreuzungen, dem vielen Verkehr etc. eher abschreckend. Auch die zum Teil große Masse an auswärtigen Safari-Fahrzeugen über die Mittagszeit im Camp ist im ersten Moment erschreckend. Im Camp selbst verläuft sich das jedoch relativ gut, sobald man das Hauptareal verlässt. Die Unterkünfte am Fluss sind so einsam wie in jedem anderen Camp auch. Man kann von Skukuza aus auch eine Vielzahl interessanter Loops fahren, muss dabei jedoch entweder tatsächlich die Tagesrandzeiten nehmen oder ein STückchen die Hauptrouten verlassen, ansonsten ist es kein Game Drive im engeren Sinne mehr, sondern ein Fahren in Kolonne - natürlich je nach Uhrzeit und abhängig von Ferien, Feiertagen etc. Besonders nervig fanden wir in der Gegend, dass man keine 30 Sekunden irgendwo stehen konnte, bevor man von anderen Fahrzeugen nach der Sichtung befragt wurde. Für uns war es bereits das zweite Mal in Skukuza und wir werden im August ein drittes Mal dort sein. Das zeigt, dass aus unserer Sicht die Vorteile die Nachteile doch überwiegen.

Teil 5906. Mai 2025

Tag 56 19.06.2022 Rückreise und Nachwehen

Der 56. Morgen begrüßte uns so, als würde es uns die Natur bewusst besonders schwer machen wollen, die Reise zu beenden. Wir sahen einen traumhaften Sonnenaufgang über dem Fluss.







Dann frühstückten wir gemütlich und packten ein letztes Mal unser Auto.

Wir drehten eine kleine Runde, außer einem Krokodil gab es jedoch nichts, was auf der SD-Karte landete.



Dann fuhren wir für einen kleinen Snack nochmal zum Camp und aßen Pies. Wir fuhren noch ein bisschen hin und her in der Hoffnung auf tolle Sichtungen. An einer Stelle der H4-1 hörte man deutlich immer wieder Alarmrufe von Baboons. Wir hielten an mehreren Stellen, warteten und sahen ins Gebüsch. Allerdings war so viel Verkehr um uns herum, dass allein dies fast anstrengend war, weil mindestens einmal pro Minute andere Autos hielten und suchten oder uns fragten, weshalb wir da standen.

Hier und heute war es uns definitiv zu voll im Kruger, ansonsten verteilt es sich meist doch recht gut.

Irgendwann war es dann doch Zeit, zum Flughafen zu fahren. Kaum hatten wir angehalten und angefangen, auspacken war bereits ein hilfreicher Mitarbeiter da. Ich musste noch ein Schadensprotokoll wegen des Steinschlags beim ersten Fahrzeug ausfüllen. Währenddessen wären Frau und Kind schon fast durch willfährige Mitarbeiter samt Gepäck bis zum Wartebereich gedrängt worden (Zeit war aber genug). Checkin und Sicherheitskontrolle waren super schnell und angenehm. Der Großteil der Fluggäste wurde offenbar von privaten Lodgen der Umgebung hierher gebracht. Der Wartebereich ist toll. Aufgrund dieser angenehmen Erfahrungen spricht eigentlich viel dafür, wieder von Skukuza wegzufliegen. Inwiefern man den letzten Morgen noch genießen kann beim “Warten” auf den Flieger, ist wahrscheinlich individuell. Man erspart sich aber in jedem Fall viele Autobahnkilometer.



Fazit Kruger:

Es fällt mir schwer, ein Fazit zu unserer Zeit im Kruger zu schreiben. Die Erwartungen sind hier immer besonders hoch, was eine objektive Bewertung erschwert. Wir hatten ein paar schöne Löwensichtungen, ansonsten waren die Sichtungen “im Summe” gefühlt eher naja. Vielleicht fehlte aufgrund des hohen Grases manches kleinere Tier. Wir hätten uns bei insgesamt 10 Nächten im Park jedoch doch etwas mehr Sichtungen, die auch bleibenden Eindruck hinterlassen, erhofft. Aber vielleicht müssen wir da noch am Erwartungsmanagement arbeiten. Mit Kind war es im Park genauso wenig ein Problem wie in den anderen Parks, sobald man einen funktionierenden Modus Operandi gefunden hat. Es ist sogar zum Teil einfacher, weil es mehr Restaurants und Imbisse gibt und die Infrastruktur deutlich besser ist. Das macht vieles mit Kind komfortabler. Nichtsdestotrotz ist man natürlich viel im Auto unterwegs. Zudem ist natürlich das Thema Malaria im Kruger stets zu Bedenken - dazu später noch mehr.

Irgendwann ging es zum Flugzeug und wir konnten einen letzten Blick auf den Park und den Sabie River werfen.





Leider mussten wir in Johannesburg dann unser Gepäck holen, nochmal neu einchecken und nochmals neu durch die Security. Hier dauerte es etwas und es gab auch keinerlei Sonderbehandlung mit Kind (so etwas ist m.E. nicht selbstverständlich, aber eine doch nette Geste an vielen Flughäfen). Wir hatten aber genug Zeit und mussten einige Stunden am Flughafen warten.

Der Flug zurück nach Frankfurt war auch in Ordnung. Wir hatten wieder Glück und einen freien Platz in unserer Reihe, so dass es sich ganz ok schlafen ließ. In Frankfurt mussten wir jedoch erneut durch die Sicherheitskontrolle und unser 30 Minuten zuvor im Flieger erhaltenes Wasser wieder abgeben (um dann für gefühlt 5 € neues Wasser zu kaufen). Irgendwann war dann auch der letzte Abschnitt zuende. Insgesamt war die Rückreise mit insgesamt 3 Flügen und 3 Sicherheitskontrollen doch ziemlich anstrengend. In Summe waren wir so vom Verlassen unseres Hauses in Skukuza bis zum Aufsperren der Wohnung fast 24 Stunden unterwegs. Ob das in Summe dann tatsächlich so viel entspannter ist (auch in Anbetracht des Mehrpreises beim Flug) als eine gemütliche Rückfahrt nach Johannesburg und der Abflug von da, ist vermutlich Typ- bzw. Abwägungssache.

Ich hatte nach unserer Ankunft glücklicherweise noch einige Tage frei, um sich an das Leben in Deutschland zu gewöhnen, ehe es wieder ans Arbeiten ging.

Leider waren diese jedoch auch nicht komplett stressfrei.

Das erste Problem bestand darin, dass unser Reisebett irgendwo zwischen Johannesburg und München verloren gegangen war. Der Wert des Reisebetts ist zwar überschaubar (wir hatten es gebraucht für ca. 100€ erworben), es befanden sich darin aber diverse in Südafrika erworbenen (und nur dort erhältlichen) Bücher und auch die Vogelbücher samt Notizen der letzten Jahre und diverse andere Erinnerungsstücke. Es gab damals ein Riesenproblem mit der Gepäck-Ermittlung. Es dauerte letztlich fast 2 Monate und zahlreiche Mails und Anrufe, ehe ich das Bett am Flughafen abholen konnte.

Das andere “Problem” ereilte uns wenige Tage nach Rückkehr. K1 wurde plötzlich krank und bekam hohes Fieber. Da wir die letzte Zeit in Malaria-Gebiet verbracht hatten (auch wenn es kalt war) und es dort für unsere Erwartungen doch noch überraschend feucht und grün war, begann natürlich das Kopfkino zu rattern. Wie den meisten vermutlich bekannt aber selten bewusst, ist bei jedem Fieber in den Wochen nach Rückkehr aus einem Malaria-Gebiet damit zu rechnen, dass es sich um Malaria handelt. Bei einem Kleinkind ist dies besonders kritisch. Malaria ist für Kleinkinder deutlich gefährlicher als für Erwachsene. Die Gefahr von Tod oder Langzeitfolgen ist viel größer. Es ist daher - insoweit sind sich alle Ratgeber und die WHO einig - essentiell, so früh wie möglich mit der Behandlung zu beginnen, wobei jede Stunde zählt. Wir schluckten also diese Erkenntnis und machten uns auf den Weg, K1 auf Malaria testen zu lassen.

Die Erkenntnis der nächsten 24 Stunden, wie schwierig und aufwendig dies unter der Woche in einer Millionenstadt in Deutschland sein kann, hätten wir so nie erwartet. Der Kinderarzt meinte, wir sollten in jedem Fall testen lassen und verwies uns an eine Bereitschaftspraxis. Dort warteten wir, nur um dann zu erfahren, dass sie das auch nicht bieten können und wir zur Notaufnahme der Kinderklinik sollten. Nach Telefonaten mit sämtlichen Kinderkliniken im Umkreis fühlte sich niemand in der Lage, einen Test durchzuführen. Das Tropeninstitut hatte nachmittags zu und es war niemand erreichbar. Wir vereinbarten schließlich mit der Notaufnahme eines Krankenhauses, dass wir ihn weiter beobachten und am nächsten Vormittag im Tropeninstitut vorstellen sollten. Sollte sich das Fieber oder sein Zustand weiter verschlechtern, sollten wir vorbeikommen und sie würden einen Tropenmediziner herbei schaffen. Am nächsten Morgen - das Fieber hatte sich in der Nacht zum Glück nicht weiter erhöht, sondern war sogar gesunken - riefen wir beim Tropeninstitut an. Trotz vermeintlichem Notfall konnte man uns erst für den späten Vormittag einen Termin geben. Diesen nahmen wir dann wahr, es wurde Blut abgenommen und untersucht - zum Glück mit negativem Befund.

Anschließend erhielten wir vom durchführenden Arzt eine Ermahnung und die Bitte, künftig für abenteuerliche Reisen doch lieber nach Alaska zu fliegen. Auf unsere Einwände bzgl. Trockenzeit, Winter etc. und den Hinweisen auch der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin dazu, dass (für Erwachsene) keine Prophylaxe empfohlen wird, verwies er (natürlich korrekt) auf die Auffassung der WHO und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, wonach für Kinder unter 5 Jahren generell von Reisen in Malariagebiete abgeraten wird. Er erhält als Arzt im Tropeninstitut natürlich auch immer die Fälle in der Praxis, wo dann tatsächlich mal was passiert (wobei hier wohl vor allem Südostasien, das ja von vielen Eltern als vollkommen unproblematisch bzgl. Reisen mit Kindern angesehen wird, Quelle von Malaria und anderen kritischen Tropenkrankheiten bei Kindern zu sein scheint). Wir sind gern bereit, die allgemein Hinweise zu akzeptieren, das Problem liegt m.E. - nach viel Recherche, auch in südafrikanischen Quellen - aber schlicht in der Definition und Abgrenzung eines “Malariagebiets”, vor allem bei starken saisonalen Schwankungen. Es ist immer schwer, sich für “schlauer” zu halten als Fachleute, nur weil man meint, mehr dazu gelesen zu haben. Ich glaube aber dennoch, dass man Risiken mit entsprechendem Wissen selbst besser abschätzen kann. Ob und wie man dann damit umgeht, muss jeder selbst entscheiden. Wir hatten für uns z.B. daraus die unmittelbare Konsequenz gezogen, dass wir auf unserer nächsten Reise, die uns u.a. durch Namibia führten, bewusst den Etosha NP und die benachbarten Gegenden ausliessen, da wir in der Regenzeit unterwegs waren. Für Kruger halte ich demgegenüber eine Reise ab Ende Juli bis Anfang September für vertretbar, da das Aufkommen von Anophelesmücken aufgrund der Nachttemperaturen nahezu ausgeschlossen ist (auch wenn man hier mit fortschreitendem Klimawandel natürlich nicht mehr ohne weiteres aus der Vergangenheit auf die Zukunft schließen kann).

Avis bekam wenig überraschend die Abrechnung mit zwei verschiedenen Verträgen, zwei verschiedenen Autos mit unterschiedlichen Kilometerständen, unterschiedlichen Stationen und unklarer Menge an Inklusivkilometern nicht auf die Reihe. Die Rechnungen waren teils offensichtlich falsch, teils inhaltlich nicht nachvollziehbar. Es folgten diverse Mails und Abbuchungsversuche von der Kreditkarte, die aber für Zahlungen aus dem Ausland bewusst gesperrt war nach Rückkehr. Es war bereits ca. 10.000R zu viel abgebucht worden (u.a. die Kosten für den Steinschlag trotz entsprechender Versicherung), einen Teil (ca. 7000R) erhielten wir nach einiger Zeit zurück, wegen eines weiteren Teils war irgendwann Funkstille und wir vergaßen im Alltag die weitere Geltendmachung etwaiger Rückzahlungsansprüche. Etwas unbefriedigend, aber wohl entweder Masche oder fehlende Kompetenz. Das ist aber kein südafrikanisches Problem, auch bei deutschen Vermietern weiß eine Hand oft nicht was die andere tut..

Teil 6006. Mai 2025

Fazit Reise Teil I

Die Reise war eine tolle Reise, sowohl an sich als auch als “Familienreise”. Es lief glücklicherweise nichts größeres schief, es gab zwar kleinere gesundheitliche Wehwehchen, diese betrafen dann aber eher uns Eltern.

Die Route erwies sich als gut machbar, retrospektiv würden wir uns wünschen, wir hätten mehr Zeit um Kapstadt und entlang der Garden Route verbracht, da die Gegend so unglaublich viel zu bieten hat. Aber dann hätten anderswo die Tage gefehlt. Man hätte Kruger am Ende weglassen können, aber auch das war eine schöne Erfahrung, die wir eigentlich nicht missen wollen. Etwas schade war, dass die Drakensberge etwas der Jahreszeit zum Opfer fielen. Hier hatten wir nur an der Oberfläche gekratzt. Es zeigte sich auch, dass zwar zwei Nächte an einem Ort oft ausreichen, um “alles wesentliche” einmal gesehen zu haben, ein wirklicher Erholungsfaktor stellte sich jedoch idR erst ab 3 oder 4 Nächten ein, da man dann die Abläufe vor Ort besser verinnerlicht.

Die Fahrten waren fast alle unproblematisch, auch mit Kind. Es bedurfte jedoch auch aktiver Bespaßung durch ein Elternteil. Die ständigen Ortswechsel und neuen Eindrücke nahm K1 als vollkommen normal hin. Es war zu keinem Zeitpunkt spürbar, dass er etwas daran komisch fand. Im Gegenteil fand er es sehr spannend, bei jeder neuen Unterkunft diese neu zu erkunden, die Küchenausstattung zu prüfen und die Bäder.

Die Temperaturen waren - bis auf einige Nächte - durchgehend angenehmer als erwartet. Tagsüber war im Regelfall TShirt-Wetter, wir hatten insgesamt zum Ende hin doch auch überraschend viele Tage mit kurzer Hose. Mag sein dass wir durchgehend Glück mit dem Wetter hatten, ansonsten spricht m.E. wenig gegen die Reisezeit bei entsprechender Erwartungshaltung bzgl. nächtlicher Temperaturen.

In Sachen Sicherheit gab es keine Auffälligkeiten, aber hier waren wir wie eingangs geschildert gut vorbereitet und auch vorsichtig. Es gab Situationen/Gegenden, da hatte man ein unwohleres Gefühl beim Einkaufen/Durchfahren. Dass nichts passiert ist, hat natürlich keinerlei statistische Aussagekraft.

Corona hatte nahezu keinerlei Auswirkungen auf die Reise, außer dass an verschiedenen Orten Maske getragen werden musste. Das war aber so sehr Teil des Normalen geworden, dass es irgendwann nicht mehr auffiel.

Es ist eine andere Art von Reisen als ohne Kind. Man muss bei allen Aspekten des Reisens immer Rücksicht nehmen und mehr Zeit einplanen. Man kann sich nicht voll auf Tiere/Landschaft/Essen/Fahren/Fotografieren oder was auch immer konzentrieren. K1 erinnert sich ohne Bilder bereits jetzt nicht mehr daran. Dass wir dennoch davon überzeugt sind, zeigt sich ja bereits an der Tatsache, dass wir uns 2024 in erweiterter Besetzung an die Fortsetzung gemacht haben. Ich glaube, dass es die richtige Entscheidung war, die Reise durchzuführen, weil sie uns als Familie erlaubt, gemeinsam Erinnerungen zu sammeln, mehr Zeit miteinander zu verbringen als dies zuhause der Fall wäre und zu lernen, wie man gemeinsam Herausforderungen angeht.

Weiter geht es dann wie zu Beginn geplant in einem neuen Thread zum zweiten Teil unserer insgesamt 5 Monate im südlichen Afrika, der Reise von Johannesburg nach Windhoek.

5 Mon. Elternzeit SA/NAM - Teil I: CPT - Kruger von fidel

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/305992-5-mon-elternzeit-sa-nam-teil-i-cpt-kruger

Stand: letzter Berichtsteil vom 06. Mai 2025

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