15.10.22
Ich wachte gegen 5 Uhr auf (Wake Up Call war erst um 5:30) und ging raus zum Duschen. Vorher schaute ich nochmal vorsichtig beim Kill nach. Er war verschwunden, nichts hing mehr vom Baum und am Boden lag nur ein winziger Knochenrest. Also haben die beiden Leoparden sich offenbar sattgegessen und die Hyänen haben sich anschließend die Knochenreste geholt. Und das alles nur 15 Meter von meinem Zelt entfernt während ich schlief. Wow.
Kurz nach dem Sonnenaufgang sahen wir dann noch vom Viewing Deck aus, wie Mama mit Cub zurück Richtung Eagle Rock liefen. Beide mit Schwänzen hoch in die Luft gestreckt, auch ein Zeichen an mögliche Beute, dass sie gerade nicht auf der Jagd sind.

Für die Students stand als Morgenaktivität Vehicle Safety auf dem Plan, also sie mussten lernen wie man Reifen wechselt, was vor dem Game Drive am Auto überprüft werden muss usw. Weil das nicht unbedingt so interessant für mich war, kam ich erneut in den Genuss einer Private Safari, denn Sox drehte mit mir ne Runde. Also hätte mich auch den Students angeschlossen, aber Mike & Ian hatte schon ohne mein Wissen Sox für mich bestellt, da sag ich natürlich nicht nein.

Wir sahen zuerst die Bat Eared Foxes, einfach süß, von denen kann ich definitiv nicht genug bekommen.


Steenbok


Fotogene White-fronted bee-eater & Lilac-breasted roller gibt es auch in Tuli Wilderness


Wir fuhren dann weiter zum Eagle Rock. Die beiden Verrauxes's Eagle waren in der Luft. Die sind echt riesig, zählen zu den 3 größten Adlern im südlichen Afrika. Zwar waren die natürlich gut weit weg, aber ich habe echt ganz coole Fotos von ihnen im Flug machen können.





Namaqua Dove

Black-headed Oriole



Crested Barbet – interessant aber auch die Zeichnungen auf dem Ast. Keine Ahnung, was es ist, aber es sieht für mich so aus, als hätten da mal unter der Rinde mal Larven gelebt, die sich so ins Holz gefressen haben.

Der Weg führte uns dann weiter hinein ins Tuli Reserve. Hier gibt es auch weite offene Savannen. Generell ist hier eher trockene Savanne, kurz vorm Übergang zur ariden Landschaft.


Hier findet man auch besonders helle Giraffen. Die hellen haben wohl ihre Ursprungsgene eher aus Namibia, die dunkleren eher aus Südafrika. Insbesondere wenn eine helle neben einer „normalen“ Giraffe steht, sieht man schön den Unterschied.



Nach zwei schönen Stunden ohne besonderes spektakuläre Sichtungen war ich dann wieder zurück im Camp. Kurz davor zog gerade noch eine riesige Breeding Herd Richtung Spitze vom Eagle Rock, denn da unten im Fluss ist noch ein klein wenig Wasser.

Kurz darauf gab es das Frühstück. Das musste jedoch nach oben aufs Viewing Deck verschoben werden. Denn über Nacht zog ein ordentlicher Wind auf, der uns die nächsten Tage begleiten sollte. Der Wind blies so heftig, dass unten im „Study / Essens-Zelt“ die Teller in nur einer Minute mit Sand bedeckt waren. „Tuli“ bedeutet Dreck / Staub. Und davon merkte man nun das erste Mal was. Der Wind ist auch ein Vorbote für den Sommer, denn so wird das ganze Laub nochmal „weggefegt“. Egal was man machte, nach 10 min war man eigentlich überall mit feinem Sand bedeckt. Und selbst wenn man es nicht direkt merkte, spätestens beim Händewaschen sah man es. Und auch in die Zelte gelang der feine Sand und breitete sich überall aus. Einzig auf dem Viewing Deck war man vor dem Sand halbwegs sicher, der Wind (laut Wetterbericht bis zu 45 km/h) bliess dort oben natürlich trotzdem ordentlich. Dort gab es dann auch die erste Lecture, an der ich auch teilnahm. Thema war Ecology, also ein sehr einfach gehaltener Überblick. Zuvor mussten die Students noch einen Minitest absolvieren, 5 Fragen zum Thema der Lecture zuvor. Diese kurzen Tests gibt es zu jeder Lecture, 50 Prozent der Fragen müssen insgesamt richtig beantwortet werden. Beim richtigen Abschlusstest muss man mindestens 75 Prozent erreichen.
Elefanten, die recht nah am Camp vorbeizogen




Anschließend folgte das übliche Prozedere. Die Students lernten und füllten ihre Workbooks aus. Ich machte nen kurzen Nap und ging anschließend meine Fotos in Lightroom durch.
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Und jetzt schaut jeder nochmal die Fotos des Morgens an und vllt fällt euch ja was auf…
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Ich war gerade bei den Verrauxes`s Eagles. Für ein Foto musste ich in die untere Ecke zoomen, um dort die Schärfe zu kontrollieren. Ich klickte dann weiter zum nächsten Foto…. Und plötzlich war da ein Leopard.


Ich war einen kurzen Moment verwirrt, denn so ein Bild von einem Leopard habe ich überhaupt gar nicht gemacht und nen Leoparden hatten wir morgens auch nicht gesehen. Und dann machte es klick: Ich hatte zufällig einen Leoparden fotografiert, während ich auf die Adler konzentriert war. Sowas hatte ich bisher auch noch nicht. Und noch viel cooler machte die Sache, dass es offenbar ein Männchen ist, somit sind hier in unmittelbarer Campnähe insgesamt 3 Leos. Wow.
Der Nachmittagsdrive führte uns dann wieder zum Eagle Rock. Auch Elefanten sieht man da mal ganz oben.



Die Verrauxes Eagles starteten gerade zusammen in die Luft. Und offenbar waren sie auf der Jagd – so zumindest der erste Gedanke. Und dann entdeckten wir das Leopardenmännchen, was die Adler vertreiben wollten, so wie heute morgen schon. Wow.


Der Leopard ließ sich beim Schläfchen aber nicht großartig von den Adlern stören


Anschließend beobachteten wir noch zwei Giraffen beim Kampf, auch sehr eindrucksvoll.




Die Dame, um die der Streit vermutlich ging, interessierte sich aber nicht für die beiden und ging was trinken.

Für den Sundowner ging es dann auf einen kleinen Felsenhügel hinauf. Aber lange blieben wir nicht oben, damit wir noch ein bisschen vom Restlicht für den Drive zurück hatten.




Gesehen haben wir nochmal die Foxes und Matabele Ameisen, die gerade vom gemeinschaftlichen Beutezug zurückkamen.


Highlight des Night Drives war aber Mike, der im Dunkeln die wirklich schwer erkennbaren Wege nicht richtig ausmachen konnte, teilweise die Anweisungen von Sox aus der hintersten Reihe falsch verstand, wild offroad fuhr und keinerlei Ahnung hatte, wo unser Camp lag. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß.
Und wir kamen noch rechtzeitig abseits des Weges vorm Camp an, um vor unseren Zelten den jungen Leoparden zu sehen. Er verschwand dann aber recht zügig im Busch und wurde anschließend nicht mehr gesichtet.

Zum Abend hin ließ der Wind zum Glück etwas nach und wir konnten alle gemeinsam unten am Tisch essen (leckeres Beef-Stew). Vermutlich durch den Wind waren recht viele Insekten unterwegs. Auch mehrere Sun-Spiders. Und zwei Thick-tailed Scorpions liefen wild durchs Camp. Eine gute Erinnerung daran, abends auf jeden Fall weiterhin geschlossene Schuhe zu tragen und immer den Boden abzuleuchten.